Schlagwort-Archiv: Wallonie

Brasserie Grain d’Orge – Grelotte

Jetzt haben wir zwar erst Anfang März, aber trotzdem steht vor mir das erste Bier für den Winter. Das Grelotte ist ein unfiltriertes und obergäriges Bier mit 9,0 Volumenprozent Alkohol aus Hombourg, in der belgischen Provinz Lüttich gelegen. Die Verwendung von vier unterschiedlichen Malzsorten weckt in mir die Hoffnung auf ein rundes und komplexes Aroma. Außerdem soll mich das Bier darüber hinwegtrösten, dass der Sommer nun für dieses Jahr endgültig vorbei ist.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone hat die Farbe von Elfenbein und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, dazu fruchtig-süß nach Trockenfrüchten wie Feigen und Birnen. Damit ist das Bier hervorragend geeignet, mich auf die Weihnachtszeit einzustimmen.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und die Kohlensäure ist zwar feinperlig, aber kräftig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und die Fruchtigkeit entwickelt sich, so dass sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln. Bitterstoffe kann ich kaum feststellen. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Dabei ist der Alkohol gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorschmeckt. Auch der Abgang ist durch die süße Fruchtigkeit geprägt, begleitet durch ein minimales Bitter, das aber überraschend lange nachklingt.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

54 EBC

Brauerei:

Brasserie Grain d’Orge
Rue Laschet 3
4852 Hombourg
Belgien
www.grain-dorge.com

Silly – Bio Pils

Pilsener Biere aus Belgien sind recht selten. Umso erstaunlicher finde ich es, dass dieBrasserie de Silly gleich zwei Pilsener im Angebot hat – eines aus konventionellen Zutaten und ein Biobier. Die Brauerei schreibt, dass das Biobier milder sei als das konventionelle Bier. Mal sehen, ob das stimmt.

Intensiv goldfarben läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Toffee, dazu kommt ein buttriger Duft. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, wirkt aber durch die gut auf die Süße abgestimmte Karbonisierung auch frisch. Auf der Zunge dominieren neben der Süße des Malzes die würzigen Noten. Bitter ist eher verhalten festzustellen. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt überraschend lange nach.

Das Bio-Pils aus Silly ist ein leichtes Pilsbier mit einem Geschmack, der durchaus Überraschungen bereithält.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Silly – Scotch

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der wallonischen Kleinstadt Silly vor mir, Das Scotch. Zur Entwicklung dieses Biers gibt es eine Geschichte, die mir ziemlcih wahrscheinlich klingt, auch wenn ich für deren Authentität nicht granantieren kann.

Im ersten Weltkrieg wurde vor den Toren der Stadt ein schottisches Regiment untergebracht. Die Soldaten sprachen in der örtlichen Brauerei vor und wollten dort ein Scotch Ale erwerben. Dieser Bierstil war den Brauern nicht bekannt und auch den Umgang mit Zucker während des Brauvorgangs waren sie nicht gewöhnt. Außerdem waren viele Brauereien zur Materialgewinnung demontiert worden und auch die Rohstoffe für den Brauprozess, also Malz, Hopfen und Zucker waren entweder nicht erhältlich oder zumindest knapp.

Der Kommandant des Regiments nutzte seine Verbindungen in die Heimat, um Hopfen aus Kent zu bestellen, so dass zunächst ein belgisches Scotch Ale gebraut werden konnte. Das jetzige Bier benötigte aber noch eine weitere Entwicklungsstufe. Nach dem Krieg heiratete der schottische Soldat Jack Peyne eine Belgierin und ließ sich in Silly nieder, wo er in der dortigen Brauerei arbeitete. Die Brauerei versichert, dass das damalige Rezept bis heute Bestand hat und dass noch immer der Hopfen Golding aus Kent verwendet wird. Aber genug der Vorrede, kommen wir jetzt zum Bier.

Bordeauxrot und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die recht kleine feste und elfenbeinfarbene Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier besticht durch süße Aromen von dunkler Schokolade, Toffee, braunem Zucker, Karamell und Ahornsirup. Die acht Volumenprozent Alkohol machen sich im Aroma ebenfalls bemerkbar, sie halten sich aber im Hintergrund. So unterstützen sie die anderen Aromen.

Der Antrunk ist süß mit einer angenehmen Karbonisierung. Auch als sich das Bier auf der Zunge verteilt, bleibt die Süße erhalten und es gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, begleitet durch den Geschmack nach dunkler Schokolade. Das Mundgefühl ist voll und schwer und der Alkohol entfaltet seine wärmende Wirkung. Im Abgang wird das Bier etws trockener, Bitter kann ich fast nicht feststellen, aber jetzt kommt auch ein leichter Geschmack nach Lakritz zum Vorschein. Der Geschmack nach dunkler Schokolade klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, helles Ale-Malz, Karamellmalz, Aromamalz, Kandiszucker, Hefe, Hopfen (Kent Golding, Hallertauer)

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brasserie Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Silly – Blanche

Ich mag die belgischen Witbiere einfach. Von den deutschen Weizenbieren unterscheiden sie sich insofern, dass sie einen geringeren Anteil Weizenmalz enthalten. Außerdem werden sie traditionell mit Koriandersamen und Orangenschale eingebraut. Manchmal kommen auch noch andere Kräuter und Gewürze zum Einsatz, was aber beim Silly Blanche, das jetzt vor mir steht, nicht der Fall ist. Gerade die Orangenschale und der Koriander sorgen für die besondere Fruchtigkeit und Würze der belgischen Witbiere. Jetzt will ich feststellen, ob diese Aussage auch für dieses Bier gilt.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große und feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet fruchtig nach Ananas, Banane, Biskuit, Zitrusfrüchten und Koriander.

Auch der Antrunk ist frisch, süß und fruchtig. Auf der Zunge wird die Fruchtigkeit noch kräftiger, während das Bier trockener wird. Das Mundgefühl ist weich. Auch wenn das Bier nicht ganz rund ist, lässt es sich doch angenehm trinken. Der Abgang ist trocken mit wenig Bitter, aber die Fruchtigkeit klingt lange nach.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5-7°C

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse, 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Silly Rouge

Jetzt steht vor mir ein Kirschbier aus Belgien, genauer gesagt aus dem Dorf Silly, das etwa 50 Kilometer südöstlich von Brüssel in der Provinz Hennegau liegt. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Kriek – also nicht um ein Sauerbier, das mit Kirschen vergoren wurde – sondern um das Scotch de Silly, ein Dark Ale, das mit natürlichem Kirschsaft gebraut wurde.

Tief bordeauxrot und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste blassrosa Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Fruchtbier wie gemalt.

Anfangs steigen mir ausschließlich die Düfte der Kirschen in die Nase, erst langsam entwickeln sich auch andere Aromen. Jetzt rieche ich auch würzige Noten des Hopfens, dazu Anklänge von Nüssen sowie die Süße von Ahornsirup.

Der Antrunk verhält sich wie die Aromen in der Nase. Anfangs rieche ich ausschließlich die Düfte der Kirschen, bevor zunächst die Süße nach Ahornsirup zu schmecken ist. Erst langsam kommen ein leichtes Bitter, das an Marzipan erinnert, sowie eine passende Säure zum Vorschein. Zum Schluss kann ich auch die an Karamell erinnernden Geschmacksnoten des dunklen Malzes schmecken. Die gesamte Zeit über bleibt aber die überwältigende Fruchtigkeit der Kirschen erhalten. Dies gibt auch für den Abgang. Neben der Fruchtigkeit schmecke ich wenig Bitter und die gebannten Noten des Malzes kommen deutlicher zum Vorschein. Der Nachklang ist leider nur kürz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

La Botteresse – Ambrée

Das Ambrée, das jetzt vor mir steht, stammt aus dem belgischen St. Georges. Es wurde im Jahr 2016 als bestes Bier der Wallonie ausgezeichnet. Da kann ich dann ja mich sicher auf ein angenehmes Bier freuen.

Mit einer sehr schönen Bernsteinfarbe läuft das Bier ins Glas. Dabei entsteht fast kein Schaum und das wenige, das sich bildet, löst sich sofort wieder auf.

Das Bier duftet nach Toffee und Kräutern, fast wie ein Tee.

Der Antrunk ist süß und ich stelle eine feinperlige Kohlensäure fest. Auf der Zunge gesellt sich überraschend eine fruchtige Säure dazu, Bitterstoffe suche ich aber vergebens. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte Fruchtigkeit mit überraschend langem Nachklang aus.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie La Botteresse SCRL
Rue Fond Déan 6
4470 St. Georbes
Belgien
www.labotteresse.be

Lefebvre – Hopus

Die Brauerei Lefebvre ist seit ihrer Gründung im Jahr 1876 im Familienbesitz und wird inzwischen in der sechsten Generation geführt. Das erste Bier, das 2009 unter der neuen Geschäftsleitung gebraut wurde, ist das Hopus, ein Golden Strong Ale. Der Name setzt sich zusammen aus den dem englischen Hop für Hopfen und dem lateinischen Opus für Arbeit.

Hell bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist sehr voluminös und sie bleibt auch sehr lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma ist mild-hopfig mit einer leichten Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten und Birne. Das Mälz hält sich zwar weitgehend im Hintergrund, rundet aber die Hopfennoten gut ab.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße. Dazu gesellt sich auf der Zunge ein passendes Bitter, in dem sich die Aromen widerspiegeln. Das Mundgefühl ist rund und weich. Im Abgang dominiert ein angenehmes leichtes Bitter mir kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glucose-Fructose-Sirup, Dextrose, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,3 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Lefebvre
Chemin du Croly , 54
1430 Quenast
Belgien
www.brasserielefebvre.be

De Ranke – Franc Belge

Dieses Bier aus der wallonischen Brauerei De Ranke soll an den Belgischen Franc erinnern, also an die Währung vor dem Euro. Dabei handelt es sich um ein Strong Ale, das ausschließlich mit hellen Malzsorten und mit Doldenhopfen gebraut wurde, also ohne den Einsatz von Extrakten oder Pellets. Außerdem wurde dieses Bier weder gefiltert noch pasteurisiert. Es hat einen für belgische Verhältnisse moderaten Alkoholgehalt von 5,2 Volumenprozent. Dann will ich mal sehen, wie mir dieses Bier gefällt.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die sahniger Schaumkrone ist etwas klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma besticht mit Düften nach Biskuitteig und Karamell, unterstützt durch die blumigen und grasigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk verwöhnt mich mit einer recht vollen Süße und aufgrund der feinperligen Kohlensäure angenehmen Frische. Auf der Zunge gesellt sich das passende Bitter des Fuggles-Hopfens. Die Geschmackskomponenten sind gut aufeinander abgestimmt. Dazu kommt ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter stärker und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Pale Ale, Münchner), Hopfen (Fuggles), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Ranke
Rue du Petit Tourcong 1A
7711 Dottignes
Belgien
www.deranke.be

Silly Sour Ale

Die Wallonie, also der französischsprachige Teil von Belgien, ist als Heimat des Bierstils Saison bekannt. In der Kleinstadt Silly hat die Brasserie de Silly ihren Sitz, von der das Sour Ale stammt, das jetzt vor mir steht. Silly Sour gibt es bereits seit der Gründung der Brauerei durh Marcelin Meynsbrughen im Jahr 1850. Es handelt sich um ein einzigartiges Saisonbier, da es das erste seiner Art in der Wallonie ist, das überwiegend Sauerbier enthält. Tatsächlich besteht dieses Bier zu 87 % aus Sauerbier und zu 13 % aus frischem Saison.

Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinorige mittelbraune Schaumkrone fällt leider recht flott in sich zusammen, was aber bei einem Sauerbier nicht ungewöhnlich ist.

Das Aroma wird durch eine fruchtige Säure dominiert, die an grüne Äpfel erinnert. Aber auch der Malzkörper versteht es, sich gegen die Säure durchzusetzen und sich in der Nase bemerkbar zu machen.

Der erste Eindruck, den meine Zunge übermittelt, ist reichlich Kohlensäure in einem eher trockenen Bier. Erst während sich das Bier auf der Zunge verteilt, vereinen sich Säure und Malzsüße zu einem Gesamtkunstwerk. Dabei wirkt das Bier angenehm frisch und es sorgt für ein volles und weiches Mundgefühl. Auch der Abgang ist recht trocken, wobei die an Zitronen erinnernde Säure noch durch die Süße des Malzkörpers ausgeglichen wird. Obwohl praktisch kein Bitter zu schmecken ist, klingt das Bier doch einige Zeit nach.

Ich mag das Silly Sour Ale, das sich durchaus für Einsteiger in die Welt der Sauerbiere eignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Waterloo Récolte

Das Waterloo Récolte, das jetzt vor mir steht, hat mich bereits im Regal magisch angezogen. Waterloo ist ein recht kleines Dorf, aber historisch gewachsen und einfach malerisch. Leider hatte ich bei meinem Besuch in Waterloo nicht die Zeit, die Brauerei zu besuchen, deshalb muss ich mich jetzt mit dem Bier begnügen. Es handelt sich dabei um ein typisches belgisches Saisonbier, obergärig und hefetrüb.

Weizengelb und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine leicht überdurchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Gegen die Optik lässt sich schon mal nichts einwenden.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte nach Brotteig steigen mir in die Nase, unterstützt durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk ist trocken und weist eine reichliche Porion Kohlensäure auf. Auch auf der Zunge dominiert wie in der Nase das Malz, begleitet durch würzige Noten sowie eine leichte Fruchtigkeit. Obwohl das Bier leidiglich 6 Volumenprozent Alkohol enthält, ist das Mundgefühl überraschend schwer und dabei auch voll. Der Abgang ist würzig und nur leicht bitter. Trotzdem klingt er recht lange nach.

Wenn Sie einmal in der Wallonie sind, sollten Sie unbedingt auch in Waterloo Halt machen und in der Gaststube der Mikrobrauerei dieses Bier verkosten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Weizen, Zucker, Hopfen, Kräuter, Hefe.

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Brasserie de Waterloo
Ferme de Mont-Saint-Jean
Chausseé de Charleroi 591
1410 Waterloo
Belgien
www.anthonymartin.be