Superfreunde – Lang Loose

Superfreunde ist eine Gypsy-Brauerei, also ein Brauprojekt, das durch Deutschland zieht und sich bei anderen Brauereien einmietet, die blachliegende Kapazitäten haben. Ich hatte mit den Brauern noch keinen direkten Kontakt und kann daher auch keine Informationen über die Superfreunde aufschreiben. Beginne ich also direkt mit der Verkostung und öffne die Flasche. Nur mal so nebenbei: das ungewöhnliche Etikett wurde von Comic-Zeichner Christian Bögle entworfen.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik des Hang Loose gibt es wirklich nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet nach Zitrusfrüchten und Biskuitteig, abgerundet durch einen Hauch Waldhonig.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine dazu passende Carbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich ein angenehmes Bitter dazu. Die Aromen spieglen sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Ella), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Superfreunde GmbH & Co. KG
Bernstorffstr. 153
22767 Hamburg
www.superfreunde.de

29. 4. – 1. 5. 2022: Schmeckfest Hildesheim

Zwei Jahre musste die Veranstaltung wegen Corona ausfallen, jetzt ist es wieder so weit: Ende April bis Anfang Mai findet in der Fußgängerzone Hildesheim das Schmeckfest statt. Craft-Brauer und Food Trucks werden sich wieder alle Mühe geben, die Gäste zu verwöhnen. Ich würde jetzt gerne mitteilen, welche Anbieter vor Ort sein werden und ob es auch ein Unterhaltungsprogramm geben wird. Leider haben mir die Veranstalter dazu keine Informationen zukommen lassen und auch das Plakat, das ich in Hildesheim gesehen habe, enthielt keine weiteren Infos. Trotzdem können wir uns vermutlich auf ein schönes Event freuen.

Holba Premium

Das Holba Premium, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Pivovar Holba, a.s. (deutsch Brauerei Holba), einer tschechischen Brauerei, die im gleichnamigen Stadtteil Holba (Halbseit) der Stadt Hanušovice, etwa 100 Kilometer östlich von Prag gelegen, beheimatet ist.

Von diesem Bier verspreche ich mir einiges, denn es wurde im Jahr 2019 beim World Beer Award mit der Silbermedaille als zweitbestes tschechisches Bier ausgezeichnet. Mal sehen, ob es meine Erwartungen erfüllen kann.

Intensiv golden, beinahe hell bernsteinfarben, und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik sollte die Brauerei noch etwas feilen.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, ergänzt durch den für tschechische Pilsener typischen Butterduft. Dazu kommen noch einige würzige Noten. Das Aroma beginnt, mich mit diesem Bier zu versöhnen.

Der Antrunk ist überraschend süß, was aber durch die passende Dosierung der Kohlensäure ausgeglichen wird. Auf der Zunge gesellt sich noch ein auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu, so dass ein volles und weiches Mundgefühl entsteht. Dazu macht das Bier einen frischen Eindruck. Der Abgang zeichnet sich durch ein angenehmes und kräftiges Bitter aus, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Konservierungsstoff E300 (Ascorbinsäure)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Pivovar HOLBA, a.s.
Pivovarská 261
788 33 Hanušovice
Tschechien
www.holba.cz/

Apostelbräu – Weizen mit Dinkel

Wieder einmal steht ein Bier von Apostelbräu im fränkischen Hauzenberg vor mir, das mit historischen Getreiden gebraut wurde. Auch wenn der Dinkel, mit dem der Weizen für dieses Bier gemischt wurde, in den letzten Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt hat, ist es doch ein Getreide, das es schon länger gibt als Weizen und Gerste. Aber ich will mich jetzt nicht lange mit der Vorrede aufhalten; ich öffne jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große grobporige Schaumkrone, die bis auf einen Rest schnell in sich zusammenfällt. Der Rest bleibt dann aber überraschend lange erhalten.

Das Aroma gefällt mir dann schon deutlich besser. Das Aroma unterschiedlicher Zitrusfrüchte mischt sich mit dem Duft reifer Bananen und aus dem Hintergrund rundet die Hefe das Aroma ab.

Der Antrunk ist mäßig süß und er verwöhnt meinen Gaumen mit einer feinperligen und sanften Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, zusammen mit dem Geschmack des Getreides und der Hefe. Insgesamt erzeugt das süffige Bier ein volles und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist mild mit einem kurzen fruchtigen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11 – 13
94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de

Pelforth – Brune

Mehr als dreißig Jahre bin ich nicht mehr in Frankreich gewesen. Als ich in den 1980er Jahren dort war, war Frankreich ein reines Weinland; Bier gab es lediglich in wenigen Sorten, die dann auch noch eine eher geringe Qualität hatten. Dass im Rahmen der Craft Beer-Bewegung einige neue Brauereien entstanden waren, die recht ordentliches Bier herstellen, war mir durchaus bekannt. Als ich in diesem Jahr allerdings als Verkoster beim Concours International de Lyon war und dort einen Supermarkt besuchte, habe ich doch über das umfangreiche Bierangebot gestaunt, das dort mittlerweile angeboten wurde. Auch die Qualität hat sich inzwischen deutlich gebessert, denn die Franzosen orientieren sich beim Brauen an den Belgiern. Es lohnt sich also, auch einmal die Entwicklung bei unseren westlichen Nachbarn zu beobachten.

Jetzt steht allerdings ein Bier vor mir, das es bereits seit 100 Jahren gibt, das Pelforth. In den 100 Jahren haben sich die Etiketten mehrfach geändert. Anlässlich des Jubiläums hat die Brauerei eine Sonderedition ihres Biers mit vier unterschiedlichen Etiketten auf den Markt gebracht, die im Abstand von jeweils 30 Jahren entstanden sind. Das Bier ist in allen Flaschen identisch, nur die Optik der Etiketten unterscheidet sich.

In sehr dunklem Rotbraun, beinahe in Schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Die Optik des Pelforth ist also noch steigerungsfähig.

Das Aroma des Pelforth wird durch den Duft nach dunkler Schokolade und Kaffee geprägt, aber auch der Alkohol ist zu riechen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur kräftigen Kohlensäure dieses Biers passt. Auf der Zunge spiegelt sich vor Allem der Eindruck nach Schokolade wider. Der Alkohol macht sich kräftig auf der Zunge bemerkbar, überraschend kräftig sogar, wenn wir bedenken, dass das Bier lediglich 6,5 Volumenprozent Alkohol enthält. Bitterstoffe sind nur dezent vorhanden, so dass mich das doch recht runde Mundgefühl des Pelforth überrascht. Erst recht spät kann ich auch die Kaffeearomen schmecken. Der Abgang ist mild und erneut kann mich das Bier überraschen, denn das wenige Bitter klingt wirklich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Service Consommateurs Heineken Entreprise
2 Rue des Martinets
92500 Rueil-Malmaison
Frankreich

Bolten – Alt

Nach meinem Wissen ist Bolten die am längsten existierende und noch arbeitende Altbierbrauerei der Welt. So etwas gibt es vermutlich am Niederrhein nicht noch einmal. Jetzt steht das Bier endlich auch bei mir auf dem Tisch und möchte verkostet werden.

In dunklem Braun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine elfenbeinfarbene feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Damit macht das Altbier im Düsseldorfer Stil eine wirklich gute Figur.

Das Aroma ist leider nicht allzu intensiv, aber trotzdem duftet das Bier angenehm nach dunkler Schokolade mit leichten rauchigen Anklängen. Bei der Malzauswahl hat die Brauerei also ein glückliches Händchen gehabt. Lediglich beim Hopfen waren die Brauer dann doch etwas kniepig, denn er kommt im Aroma nicht zum Tragen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Auch auf der Zunge geht es süß-malzig weiter, wobei sich jetzt auch eine leichte Säure dazugesellt. Der Schokoladengeschmack bleibt, aber auch jetzt vermisse ich die Bitterstoffe des Hopfens, die nur sehr zurückhaltend zum Tragen kommen. Damit ist auch das Mundgefühl sehr schlank. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt

Stammwürze:

11,7° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei. Bolten GmbH & Co. KG
Rheydter Str. 138
41352 Korschenbroich
www.bolten-brauerei.de

Timmermans – Faro

Das Faro ist ein Lambic, dem Wasser sowie Kandiszucker zugegeben wurden, um auf diese Weise den Säuregehalt des Bieres zu verringern. Faro war im 19. Jahrhundert in der Region Brüssel sehr beliebt. Das Timmermans Faro wird bis heute nach der traditionellen Methode gebraut.

Kupferfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß, löst sich aber sehr schnell auf, weshalb sie nicht weiter erwähnenswert ist.

Das Aroma ist wie erwartet süß und erinnert mich eher an eine Kräuterlimonade als an ein Bier.

Auch der Antrunk ist süß, aber die lebhafte Kohlensäure sorgt für eine angenehme Erfrischung. Jetzt kommt auch die leichte fruchtige Säure durch, die mich an einen grünen Apfel denken lässt. Gleichzeitig bleibt aber die Süße erhalten. Das Mundgefühl ist weich. Erst im Abgang kommt auch das Bitter zum Tragen, wenn auch lediglich in Spuren. Die fruchtige Säure ist jetzt dominant und sie klingt kurz nach.

Das Timmermans Faro erinnert nur entfernt an die Biere, die wir kennen. Mir erscheint das Bier eher wie eine Limonade, aber auch diese ist durchaus angenehm und erfrischend zu trinken. Es ist halt ein Bier für einen warmen Sommerabend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kandiszucker, Weizen, 1,2 % Apfelsaftkonzentrat, Hopfen, Antioxidant E 300

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Timmermans
Kerkstraat 11
1711 Itterbeek
Belgien
http://www.brtimmermans.be

Bier unterstützt Hilfsprojekte in der Ukraine

Anheuser-Busch InBev, der größte Braukonzern der Welt, startet nun eine außergewöhnliche Aktion, um den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen. Chernigivske, die beliebteste Biermarke der Ukraine, wird bereits im Vereinigten Königreich und ab sofort über den Lebensmitteleinzelhandel in Österreich vertrieben.

Alle Einnahmen durch den Verkauf des beliebten Bieres kommen zivilgesellschaftlichen Initiativen wie der Caritas International zugute, um humanitäre Hilfsmaßnahmen in der Ukraine zu finanzieren und den Menschen vor Ort schnell und unbürokratisch zu helfen. AB InBev garantiert, unabhängig von den Verkaufszahlen, eine Mindestspende in der Höhe von fünf Millionen US-Dollar (4,63 Millionen Euro).

Aus der Ukraine geflüchtete Managerin startet bierige Hilfsaktion

Die Idee zur Unterstützung für die humanitäre Hilfe hatte Chernigivske-Marketingdirektorin Anna Rudenko. Sie musste vor einigen Wochen selbst mit ihrer Familie aus der Ukraine vor den Gefahren der Kriegswirren nach Belgien flüchten. Nach Großbritannien kommen nun auch Verbraucher in Österreich in den Genuss von Chernigivske.

„Ich bin stolz, dass wir Chernigivske in Österreich einführen können, um die humanitäre Hilfe für die Ukraine zu unterstützen“, sagt Anna Rudenko und ergänzt: „Als Brauerei können wir unsere tägliche Interaktion mit den Konsumentinnen und Konsumenten nutzen und ihnen die Möglichkeit geben, humanitäre Hilfsmaßnahmen zu unterstützen, indem wir dieses Bier auf den Markt bringen.“

Weitere Informationen zu Chernigivske auf www.chernigivske.ua. Leider ist die URL seit mehr als einer Woche nicht mehr zu erreichen (Stand: 7. 9. 2025). Aus diesem Grund habe ich den Link entfernt. Sollte er wieder erreichbar sein, teilen Sie mir dies bitte über die im Impressum genannte Mailadresse mit.

Meinel-Bräu – Helles

Die Stadt Hof im Nordwesten Bayerns kenne ich eigentlich nur aus der Zeit bis 1990 als Grenzübergangspunkt in die DDR sowie als Beginn einer der Transitrouten nach Westberlin. Von dort stammt das Helle der Brauerei Meinel-Bräu, das jetzt vor mir steht.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist zwar relativ klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont nach Karamell, das durch blumige Noten und dem Duft nach frischem Heu unterstützt wird.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, das auch eine geringe Fruchtigkeit mit sich bringt. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Im Abgang verwöhnt ein mildes angenehmes Bitter meine Kehle, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

9-11° Celsius

Brauerei:

Familienbrauerei Georg Meinel GmbH
Alte Plauener Straße 24
95028 Hof
www.meinel-braeu.de

 

Brasserie des Légendes – Quintine Ambrée

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Reihe Quintine der Brasserie des Légendes vor mir, diesmal das Ambrée. Dass diese Bierserie der letzten in Belgien verbrannten Hoxe gewidmet ist, habe ich ja bereits an anderer Stelle erwähnt. So kann ich ohne Umschweife die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Blas. Die feinporige beige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier jedenfalls was her.

Karamellduft steigt mir in die Nase, gemischt mit Düften nach dunkler Schomolade sowie einigen würzigen Noten, die an Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist recht süß und mir fällt die geringe Dosierung der feinperligen Kohlensäure auf. Auf der Zunge bleibt die Süße mir dem Geschmack nach Karamell bestehen und ein leichtes Bitter gesellt sich dazu. Dabei ist das Mundgefühl überraschend schwer, wobei der Alkohol gut in den Geschmack eingearbeitet ist und kaum durchschmeckt. Der Abgang ist mild mit geringem Bitter und einem leider nur kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue de castel 19
7801 Ath
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be