Lamspringer Klosterbräu – Hell

Etwa 60 Kilometer südlich von Hannover liegt Lamspringe. Wenn Sie einmal durch diese Gegend kommen, sollten Sie unbedingt eine Pause einplanen, denn das Örtchen ist wirklich sehenswert. Vermutlich ist es sinnvoll wenn Sie zuerst die historische Klostermühle ansteuern. Die liegt am Backhausteich, versorgte einst das Kloster mit Mehl und wurde später zur Unterkunft für kreative Stipendiaten verwandelt. Heute sitzt dort auch das Tourismusbüro und kann Sie mit vielerlei Infos versorgen. Etwa zum prächtigen Abteigebäude des Klosters von 1731, in dem heute die Erdteilhalle und der historische Abtsaal bei Führungen zu besichtigen sind und häufig kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Oder Sie erkunden die noch ältere Klosterkirche, deren herrliche Orgel eine der schönsten der Diözese Hildesheim ist. Später flanieren Sie vielleicht an der Lammequelle und den glitzernden Teichen im Klosterpark vorbei und bewundern die Skulpturen, die hier während eines Bildhauersymposiums entstanden. Ihr Nachwuchs vergnügt sich derweil auf dem Spiel- oder Minigolfplatz. Und wenn in Lamspringe gerade eine Veranstaltung stattfindet, haben Sie vermutlich auch die Möglichkeit, das Lamspringer Klosterbräu zu erwerben. Eine Flasche steht jetzt vor mir und wartet auf ihre Verköstigung.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse Schaumkrone, die zwar eher grobporig ist, aber trotzdem lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Im Antrunk fällt die kräftige Kohlensäure auf, die gemeinsam mit einer zurückhaltenden Süße daherkommt. Auf der Zunge gesellt sich noch eine leichte Säure dazu. Bitterstoffe sind stiltypisch nur wenige vorhanden. Das Mundgefühl ist eher schlank. Dies trifft auch auf den Abgang zu, bei dem eine leichte fruchtige Säure im Vordergrund steht, die aber nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Heinder Naturtrüb GbR
Wulfeskuhle 3
31162 Heinde
www.heinder-naturtrueb.de

Bocq – Tête de Mort – Triple Red

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Brasserie Bocq im wallonischen Purnode vor mir. Diesmal ist es das Tête de Mort Red, eine Mischung aus roten Früchten und dem original Tête de Mort Triple. Das Bier verspricht eine Reise zwischen Erfrischung und Bitterkeit, also ein Bier, das den Tod wieder zum Leben erweckt. Ob es diese Ansage auch erfüllen kann?

Rubinrot und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es reichlich feinporigen Schaum, der anfangs flott in sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Damit macht das Bier optisch eine gute Figur.

Das Bier duftet nach roten Früchten, anfangs besonders nach Kirschen und Marzipan. Dieser Duft verfliegt aber recht schnell und macht Aromen nach Steinfrüchten und schwarzen Johannisbeeren Platz. Das Malz ist lediglich im Hintergrund festzustellen.

Der Antrunk ist süß und zeichnet sich durch eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge erinnert die Süße mich an Kandiszucker. Die Fruchtaromen, die mir in der Nase noch gefallen haben, wirken jetzt künstlich. Das könnte daran liegen, dass ich keinerlei Säure schmecke und auch nur ein minimales Bitter. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Auch in der Kehle ist das Bitter nur minimal festzustellen und der Geschmack klingt auch nur kurz nach.

So sehr ich ansonsten die Biere der Brasserie Bocq mag – das Tête de Mort Triple Red enttäuscht mich auf der ganzen Linie. Es bringt wirklich nichts, zu versuchen, ein Bier zu brauen und es anschließend mit Holundersaftkonzentrat, Süßungsmitteln und Aromen zu mischen. Genauere Angaben zu den Inhaltsstoffen verrät die Brauerei nicht.

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie, 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Reininghaus Jahrgangspils: 2022 zeigt Charakter

Das Reininghaus Jahrgangspils gilt als das wahre Gourmet-Bier. Das Verkosten des neuen Jahrgangs bietet einen Höhepunkt für Biergenießer: ein jahrgangstypisches Geschmackserlebnis.

Abhängig vom Jahrgangscharakter der Leutschacher Aromahopfen-Sorte Celeja, aus der es exklusiv gebraut wird, präsentiert sich das Reininghaus Jahrgangspils jedes Jahr auf unvergleichliche Weise. Als eines der exklusivsten Biere der österreichischen Bierkultur wird diese bierige Spezialität ausschließlich in etwa 1000 gehobenen Restaurants serviert. Um die Frische zu gewährleisten, wird das Pils stets nur in kleinen Mengen jeden Monat vom Braumeister höchstpersönlich neu gebraut. Das Reininghaus Jahrgangspils ist ein anspruchsvolles Bier, das zum bewussten Genießen einlädt.

Helles Strohgelb, feinporiger Schaum, typisches Hopfenaroma: ein Höhepunkt für Biergenießer

„Mit dem Reininghaus Jahrgangspils präsentieren wir heuer wieder ein Pils mit Charakter“, sagt Braumeister Andreas Werner. Abhängig vom Jahrgangscharakter der Leutschacher Aromahopfen-Sorte Celeja, aus der es exklusiv gebraut wird, präsentiert sich das Reininghaus Jahrgangspils jedes Jahr auf unvergleichliche Weise. Der Jahrgang 2022 zeichnet sich durch eine helle strohgelbe Farbe und blendend weißen, feinporigen Schaum aus. In der Nase ist das typische Hopfenaroma des Leutschacher Celeja Hopfens sehr elegant wahrnehmbar. Am Gaumen präsentiert sich der Jahrgang 2022 mit einem schlanken Malzkörper, der einen ausgewogenen Kontrapunkt zur sehr deutlichen Hopfenbittere setzt. Die Hopfenaromen sind intensiv und sortentypisch und begleiten einen wunderbar langen Abgang. Dabei wird der Gaumen in vollendeter Weise auf den nächsten Schluck vorbereitet.

Steirische Hopfenqualität

Die Aromatik des Leutschacher Celeja-Hopfens ist rein, sortentypisch und ausgeprägt. Denn neben der unverwechselbaren Handschrift des Braumeisters spielen auch die steirischen Hopfenbauern eine große Rolle bei der Entstehung der Jahrgangs-Spezialität: Es kommt stark auf den Sommer an, in dem der Hopfen – übrigens zu 100 Prozent in der Steiermark – heranreift. Dieser Hopfen ist die Grundlage für das eigenständige Geschmacksprofil, dem das Reininghaus Jahrgangspils jedes Jahr neu seine intensive Hopfennase, zarte Blumigkeit und elegante Bittere verdankt.

Kompetente Bierkultur in der Gastronomie

Das Reininghaus Jahrgangspils ist bei 4,8% Alkoholgehalt ein hopfenbetontes, untergäriges Pilsbier mit schlankem Körper, erfrischender Hopfennote und trockenem Abgang, passt wunderbar als Aperitif sowie zu leichten Speisen wie Salaten oder hellem Fleisch. Um die Hopfenaromatik des Reininghaus Jahrgangspils noch zu betonen, wird das Bier optimalerweise in einer Pilstulpe bei einer Trinktemperatur von 7°C serviert.

Hohmanns – Braggot

Wenn ich ehrlich bin, wusste ich zunächst nicht, was ein Braggot ist. Ich habe daher etwas recherchiert und war über meine Funde doch etwas erstaunt. Kurz gesagt: Braggot ist das, was passiert, wenn Honig auf Bier trifft. Einige Quellen sagen, Braggot sei ein Bier, das mit einem anderen der ältesten bekannten Gärgetränke gemischt wird, mit Met. Andere wiederum sagen, dass Braggot ein Met ist, der mit Getreide und Hopfen vergoren wird. Die Geschichte des Braggot ist, wie fast die gesamte Biergeschichte, umstritten und von Mysterien umgeben. Historische Hinweise deuten darauf hin, dass Braggot ein keltisches Getränk ist, das mindestens auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Braggot war im gesamten Europa des Mittelalters ein gängiges und unverwechselbares Getränk.

Kupferfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen. Ein Rest bleibt aber lange erhalten. Optisch ist das Bier also in Ordnung.

Düfte nach Waldhonig und Karamell steigen mir in die Nase, abgerundet durch die würzigen Noten des Malzes. Das Bier duftet zwar ungewöhnlich, aber wirklich verführerisch.

Der Antrunk ist recht süß und verwöhnt meinen Gaumen durch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich noch die würzigen und bitteren Geschmäcker zur Süße. Fruchtigkeit kann ich nicht feststellen; trotzdem ist das Mundgefühl voll und weich. Die 5,9 Volumenprozent Alkohol haben eine wärmende Wirkung. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches leichtes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Honig, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Hohmanns Brauerei Fulda
Michelsrombacher Str. 51
36039 Fulda
www.hohmanns-brauhaus.de

Grimbergen – Blonde

Im Jahr 1128 baten die Herren von Grimbergen Norbert van Xanten, den Gründer des Prämonstratenserordens (oder Norbertinerordens), eine Abtei zu errichten, und er erfüllte ihnen diesen Wunsch. Kurz darauf, im selben Jahr, begannen die Patres der Abtei Grimbergen, ein lokales Bier zu brauen. Im Jahr 1142 lehnten sich die Herren von Grimbergen gegen den Herzog von Brabant auf. Dies war der Beginn des Krieges von Grimbergen. Die Abtei wurde völlig zerstört, aber in den Jahren nach dem Krieg wurde sie Stein für Stein wiederaufgebaut. 1566 wurde die Abtei während der Religionskriege zum zweiten Mal zerstört. Die Patres flohen nach Brüssel und konnten erst 30 Jahre später zurückkehren, um die Gemeinschaft wieder aufzubauen. Im Jahr 1629 wurde die Abtei in Grimbergen wiedererrichtet. Von diesem Zeitpunkt an beschlossen die Patres und die Gemeinschaft, den Phönix als Symbol der Wiedergeburt in ihr Wappen aufzunehmen, zusammen mit dem Motto „ardet nec consumitur“, was so viel bedeutet wie „verbrannt, aber nicht zerstört“ (kann aber auch anders übersetzt werden). Die Abtei Grimbergen wird während der Französischen Revolution wieder abgerissen. Mit dem Phönix, der die Lebensgeister der Patres weckt, fließt das Grimbergener Bier bald wieder. Doch es lauerte eine neue Gefahr: Im 18. Jahrhundert, während der Französischen Revolution, wurden alle Güter in Kirchen und Klöstern verkauft. Im Jahr 1798 mussten die Patres wieder gehen. Und die Abtei mit ihrer Brauerei wurde zum dritten Mal zerstört. Als vierte Wiederbelebung von Grimbergen markiert die Rückkehr des Bierbrauens in die Abtei Grimbergen im Jahr 2021 ein besonderes Kapitel in unserer Geschichte. Die Herstellung neuer Biere in limitierter Auflage in den Mauern der Abtei zum ersten Mal seit über 200 Jahren ist ein großer Erfolg für die Patres, für die Gemeinschaft von Grimbergen und für alle, die Grimbergen-Bier lieben.

Die Brauerei gehört heute zum Carlsberg-Konzern. Da es sich dabei um ein internationales Unternehmen handelt, kann es zu der absurden Situation kommen, dass Sie in Deutschland ein belgisches Bier kaufen, das aber in Stettin, also in Polen, gebraut wurde. Auch wenn Carlsberg in Deutschland nicht unbedingt den besten Ruf hat (Astra, Holsten & Co. sind bekanntlich nicht als Genussbiere bekannt), beweist der Konzern besonders in Polen, dass er auch in der Lage ist, wirklich gute Biere zu liefern und das mit einem erstaunlich guten Preis-/Leistungsverhältnis. Auch das Grimbergen Blonde, das jetzt vor mir steht, stammt aus Stettin (polnisch: Szczecin).

Hell bernsteinfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die auch flott in sich zusammenfällt. Optisch kann das Bier mich nicht wirklich überzeugen.

Aromen nach Karamell und Harz, abgerundet durch würzige Noten nach Nelken und Waldhonig steigen mir in die Nase und versöhnen mich wieder mit diesem Bier.

Der Antrunk ist süß und fällt vor Allem durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure auf. Auf der Zunge spielen der Geschmack nach Karamell mit dem nach reifen Birnen und etwas Zitrus zusammen. Bitterstoffe sind kaum vorhanden. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, aber leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfenextrakt, karamellisierter Zucker

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Carlsberg Deutschland GmbH
Holstenstraße 224
22765 Hamburg
(gebraut in Polen)
www.carlsbergdeutschland.de

BrewDog – Pale Ale

Die Brauerei BrewDog aus Berlin rühmt sich, die erste Brauerei zu sein, die während der Produktion mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre sammelt als sie in die Umgebung entlässt. Ob es sich dabei um eine belastbare Information handelt oder um Greenwashing kann ich jetzt nicht sagen. Für eine Antwort auf diese Frage wäre eine recht umfangreiche Recherche erforderlich, die den Rahmen einer Besprechung eines Bieres sprengen würde. Auch müsste geklärt werden, ob diese Aussage nur die Brauerei selbst betrifft oder ob wirklich die gesamte Lieferkette CO2-negativ ist. In diesem Fall vermute ich, dass die Aussage die Lieferkette nicht umfasst, einfach weil BrewDog sehr viel Bier in Dosen ausliefert, deren Herstellung ein Vielfaches an Umweltbelastung bedeutet im Vergleich zu einer Mehrwegflasche. Positiv ist aber selbstverständlich, dass BrewDog ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzt. Aber wie bereits erwähnt, die CO2-Belastung durch den Konsum vom Bier soll Thema eines separaten Artikels sein.

Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal eine gute Figur.

Düfte nach Zitrusfrüchten, frisch geschlagenem Nadelholz und Vanille steigen mir in die Nase. Dazu kommt eine kräftige Herbheit der Hopfennote.

Der Antrunk ist süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist gut dazu dosiert. Auf der Zunge zeigen die Aromen überraschend zurückhaltend, dafür gesellt sich ein unerwartet kräftiges Bitter dazu. Auch wenn es die fruchtigen und holzigen Aromen nicht überdeckt. Das Spiel der Geschmäcker führt zu einem vollen und recht schweren Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, aber es dominiert auch in der Kehle und klingt lange nach.

Das Pale Ale von BrewDog ist nicht so leicht wie ich es von einem Pale Ale erwarte, aber es ist angenehm zu trinken und zeigt Charakter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

BrewDog GmbH
Im Marienpark 23
12107 Berlin
www.brewdog.com

Malta Guinness

Seien wir doch mal ehrlich: wenn wir an Guinness denken, kommt uns die Brauerei am St. James‘ Gate in Dublin in den Sinn, eventuell noch die Brauerei in der Brck Street in London. Außerdem denken wir bei Guiness an ein Einheitsbier, das irgendwie nur dort richtig schmeckt, wo es gebraut wird. Tatsächlich wird Guiness auch an anderen Orten, vor allem in Afrika, gebraut. Das Brauen geschieht zumindest teilweise mit regionalen Zutaten und es kommen auch durchaus unterschiedliche Ergebnisse dabei heraus.

Das Malta Guiness, das jetzt vor mir steht, ist ein alkoholfreies Malzbier, das in Lagos in Nigeria gebraut wurde. Dort wird aufgrund der nigerianischen Gesetzgebung als wichtigstes Getreide Sorghum verbraut, das zur Gattung Hirse aus der Familie der Süßgräser gehört. Sorghum verleiht dem Bier Vollmundigkeit sowie ein Aroma, das an Brombeeren erinnert. Außerdem habe ich aus der Nährwerttabelle erfahren, dass das Bier satte elf Gramm Zucker pro 100 ml enthält. Das ist in etwa so viel wie in handelsüblichen Limonaden. Wenn der Kauf des Malta Guiness bloß kein Fehler gewesen ist!

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Die haselnussbraune sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. Die Optik ist für ein alkoholfreies Bier eindeutig überdurchschnittlich gut.

Das Aroma ist süß nach Kandis, dazu kommen reichlich Düfte nach Röststoffen. Alles in Allem erinnert das Aroma an Würze vor der Gärung. Offensichtlich handelt es sich beim Malta Guinness um eine sehr früh abgebrochene Gärung, denn das Bier enthält nur 0,1 Volumenprozent Alkohol. Das Aroma dunkler Beeren ist eher zu erahnen, aber es rundet den Duft gut ab. Conrad Seidl beschreibt dieses Aroma der Hirse als Duft nach Brombeeren, was ich aber nicht riechen kann.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er ist reichlich carbonisiert. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, dazu kommt der Geschmack dunklen Malzes zusammen mit dem Geschmack frisch gebackenen Brotes. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im Abgang kommt ein leichtes fruchtiges Sauer zum Vorschein, das leider nur kurz nachklingt.

Um dieses Bier als Genuss zu betrachten muss man schon sehr auf extrem süße Getränke stehen, aber es ist deutlich besser als ich erwartet habe. Außerdem beweist das Malta Guinness, dass dieser Konzern auch auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Ethnien eingehen kann.

Zutaten:

Kohlensäurehaltiges Wasser, Sorghiumhirse, Zucker, Gerstenmalz, Karamell, Hopfen, Stabilisator E405, Vitamin B1, B2, B3, B5, B6

Alkoholgehalt:

0,1 % Vol.

Brauerei:

Guinness Nigeria PLC
24 Oba Akran Abenue
Ikeja
Lagos State
Nigeria
www.guinness-nigeria.com

Flügge – Olov

Die frankfurter Brauerei Flügge wurde im Jahr 2017 von Dominik Pietsch und Joachim Amrhein gegründet. Schnell wurden sie mit Bieren bekannt, die mit wilden Hefen, alten Bauernhefen oder auch mit ungewöhnlichen Malzen gebraut werden. Nicht alle Biere aus dieser Brauerei, die ich bislang verkostet habe, haben meinen Geschmack getroffen, aber jedes dieser Biere war etwas besonderes.

Jetzt steht Olof vor mir, ein Farmhouse Ale. Das Besondere an diesem Bier ist das Chevalliermalz, das aus dem Frankfurter Raum stammt. Dieses Malz war im England des 19. und 20. Jahrhunderts weit verbreitet und prägte das Aroma unzähliger Ales. Heute erlebt Chevallier in Olov eine Renaissance, auch wird es aufgrund seines robusten, aromaintensiven Geschmacks von Craftbrauern auf der ganzen Welt gerne verwendet.

Hell orangefarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Trauben, hellem Malz, Orange und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus. Die Fruchtigkeit steht im Mittelpunkt und sorgt für ein weiches und samtiges Mundgefühl. Abgerundet wird der Geschmack durch würzige Noten, die an Nelken erinnern. Im Abgang wird das Bier trockener und ein überraschend kräftiges Bitter mit einem sehr langen Nachklang verwöhnt meine Kehle.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brauerei Flügge GmbH
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt
www.brauerei-fluegge.de

Elfique – Triple brune

Wenn ich das nächste Mal in die Wallonie komme, muss ich unbedingt daran denken, die Brasserie Elfique zu besuchen. Nicht nur, dass die Biere vielfach ausgezeichnet wurden, sondern auch die Brauereigaststätte macht auf der Website des Unternehmens einen guten Eindruck und die Brauerei bietet unterschiedlichste Freizeitaktivitäten an, so dass ich den Eindruck gewonnen habe, dass ich es dort sicherlich einen Tag aushalten könnte.

Das Triple brune, das jetzt vor mir steht, wurde im Jahr 2016 dreimal ausgezeichnet:

  • Goldmedaille 2016 auf dem Concours International de Lyon.
  • Bronzemedaille 2016 bei der Barcelona Beer Challenge.
  • Im Mai 2016 wurde es zum besten wallonischen dunklen Bier gewählt.

Dann will ich jetzt mal die Flasche öffnen und mit der Verkostung beginnen.

In einem dunklen Rotbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große sahnige Schaumkrone fällt recht schnell in sich zusammen. Lediglich ein Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Schokolade, Lakritz, Äpfeln und Vanille. Ich empfinde den Duft als sehr angenehm.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, dabei aber auch kräftig. Auf der Zunge dominieren die Röstaromen. Mich wundert, dass kaum Bitterstoffe zu schmecken sind. Auch Säure kann ich keine feststellen. Dadurch ist das Mundgefühl angenehm weich, insbesondere, da der Alkohol sehr gut eingearbeitet ist und nicht durchschmeckt. Im Abgang wird das Bittere kräftiger und mischt sich mit der Süße. Erstmals steht das Bittere im Mittelpunkt, auch wenn es nicht sehr kräftig ist. Dafür klingt es aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gerstenflocken, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brasserie Elfique s.a.
Raborive, 2
4920 Aywaille
Belgien
www.elfique.be

BraufactuM – German Pale Ale

Das Pale Ale, das jetzt vor mir steht, wurde nicht nur von deutschen Brauern in Frankfurt gebraut, sondern es wurde auch ausschließlich mit heimischen Hopfensorten hergestellt. Damit wollte die Brauerei beweisen, dass die deutschen Hopfen durchaus mit den amerikanischen Aromahopfen mithalten können. Dass dieser Beweis gelungen ist, zeigen auch die Auszeichnungen, die dieses Bier erhalten hat:

  • Gold bei Frankfurt International Trophy 2020 in der Kategorie „Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2020 in der Kategorie „American-Style Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2019 in der Kategorie „American-Style Pale Ale“
  • Silber bei International Beer Challenge 2019 in der Kategorie „New World-Style Pale Ale and Bitter“
  • Silber bei World Beer Award 2019 in der Kategorie „American – Style Pale Ale“

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es jedenfalls nichts auszusetzen.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche Düfte nach Grapefruit, Mandarine und Ananas, abgerundet durch die süßen Aromen nach Vanille und einer harzigen Würze.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine fruchtige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sich die Aromen widerspiegeln. Dazu kommt ein passend dosiertes freundliches Bitter. Alle Aromen zusammen sorgen für ein volles und weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener, auch das Bitter lässt nach. Trotzdem klingt der Geschmack sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Comet, Callista, Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
Darmstädter Landstraße 185
60598 Frankfurt am Main
www.braufactum.de