EU-Kommission gefährdet Mehrwegsystem beim Bier

Mit einer für alle 27 Mitgliedstaaten verbindlichen Verordnung will die EU die wachsende Flut des Verpackungsmülls in Europa eindämmen und die Kreislaufwirtschaft stärken. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das die richtigen Ziele setzt: Mehrweg stärken, den Ressourcenverbrauch senken und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen verbindlich vorschreiben – wichtige Meilensteine für den Umwelt- und Klimaschutz.

An einer entscheidenden Stelle jedoch fördert der Entwurf der „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (PPWR) nicht den Umweltschutz, sondern hebelt ihn auf absurde Weise aus: Obwohl die Stärkung von Mehrwegsystemen gerade auch im Bereich der Getränkewirtschaft das erklärte Ziel der geplanten EU-Verordnung ist, werden bereits etablierte erfolgreiche und seit Jahrzehnten funktionierende Mehrwegsysteme durch die vorgesehenen Regelungen in ihrer Existenz gefährdet.

In Deutschland hatten Brauereien und Mineralbrunnen schon vor über 70 Jahren damit begonnen, eigene Mehrwegsysteme aufzubauen, die bis heute bestehen. Allein die 1.500 überwiegend handwerklichen und mittelständischen Brauereien in Deutschland haben aktuell etwa vier Milliarden Mehrwegpfandflaschen im Umlauf und erreichen damit einen Mehrweganteil von ca. 80 Prozent. Ausgerechnet solche bewährten umweltfreundlichen Verpackungssysteme im Bereich der mittelständisch geprägten Getränkewirtschaft werden nun durch die PPWR-Pläne gefährdet – nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten der EU. Und dies, obwohl das Ziel der Regulierung eigentlich eine klare Stärkung von Mehrweg ist.

Vier Beispiele, die zeigen, wie widersprüchlich die Pläne der EU-Kommission sind:

  • Deutschland als größte Volkswirtschaft der EU unterhält eine Vielzahl höchst unterschiedlicher, aber erfolgreicher und umweltfreundlicher Mehrwegsysteme – von den offenen Flaschenpools der Brauereien bis hin zum geschlossenen und gesteuerten Pool der Genossenschaft Deutscher Brunnen. Die Mehrwegquoten in Deutschland liegen seit Jahrzehnten weit oberhalb der von der EU für 2040 vorgesehenen Zielquoten. Die Rücklaufquoten von Mehrwegflaschen und -kästen setzen mit nahezu 99 Prozent europaweit den Maßstab für erfolgreiche Mehrwegsysteme. Die EU will nun allen Mehrwegsystemen in Europa eine einheitliche, zentralistische Verwaltungsbürokratie vorschreiben und eine Vielzahl fragwürdiger Vorschriften überstülpen – ein kompliziertes Regelwerk, das für die Kreislaufwirtschaft in Deutschland mit Milliarden-Investitionen verbunden wäre, ohne einen ökologischen Mehrwert zu bieten, und das funktionierende Mehrwegkreisläufe in der Fläche zerstören würde.
  • Im Rahmen neuer Deklarationspflichten wird eine „dauerhaft angebrachte Kennzeichnung“ von Mehrwegverpackungen gefordert – im deutschen Mehrwegsystem, wo seit jeher mit abwaschbaren Etiketten gearbeitet wird, würde dies den Weiterbetrieb der erfolgreichen Systeme unterbinden und auf eine vollständige Vernichtung der existierenden Mehrwegflaschen- und Kastenpools hinauslaufen, weil diese dann künftig nicht mehr genutzt werden dürften, obwohl sie noch viele Jahre im Einsatz sein könnten.
  • Den Leerraumanteil zu begrenzen, also die Luft in Transportverpackungen, mag mit Blick auf den Versandhandel sinnvoll sein – übertragen auf Wasser- oder Bierkästen würde die von Brüssel geplante Regulierung jedoch den Transport und die Lagerung von Mehrwegflaschen künftig unmöglich machen. Nur einer von vielen Punkten, an denen eine gut gemeinte Regelung weit übers Ziel hinausschießt. Offenbar hat man dabei vergessen, dass die Rückführung im leeren Zustand ein wesentliches Merkmal von Mehrwegverpackungen ist.
  • Die im deutschen Verpackungsgesetz verankerte Rücknahmepflicht für Mehrwegverpackungen durch Letztvertreiber, die als eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Betrieb von Mehrwegsystemen gilt, ist in der PPWR hingegen nicht vorgesehen. Stattdessen werden die – in Deutschland nicht vorhandenen – Systembetreiber verpflichtet, für die Rücknahme zu sorgen, ohne dass erkennbar wird, wie dies erfolgen soll.

Die Verbände der Getränkewirtschaft haben sich im Mai 2023 in einem gemeinsamen Schreiben an Mitglieder des Europäischen Parlaments gewandt, um auf den drohenden Kollateralschaden der PPWR für die umweltfreundlichen Mehrwegsysteme hinzuweisen. Die unterzeichnenden Verbände repräsentieren einige der ältesten und erfolgreichsten Mehrwegsysteme in der Europäischen Union, die nun durch bürokratische Überregulierung akut gefährdet werden. Welche ökonomischen und ökologischen Folgen ein Kollaps der nationalen Mehrwegsysteme gerade im Getränkesektor für Deutschland nach sich ziehen würde, haben die Verbände mehrfach auch im Dialog mit der Bundesregierung deutlich gemacht.

„Wir sehen den positiven Ansatz, den die EU-Kommission mit ihrem Verordnungsentwurf verfolgt. Als Vertreter aller Stufen der Mehrweg-Lieferketten unterstützen wir ausdrücklich das Ziel, Mehrweg zu fördern und zu stärken. Mehrwegsysteme leisten einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz und damit zu den Zielen des Green Deal“, heißt es in dem Verbändeschreiben an das Europäische Parlament, das dieser Tage über die Vorschläge der Kommission beraten hat. Wenn es die Politik wirklich ernst meine mit der Förderung und dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft, dürfe sie aber nicht jene Unternehmen bestrafen, die seit Jahrzehnten in funktionierende Mehrwegsysteme investieren, warnen die Verbände. „Wir appellieren, alles zu unterlassen, was erfolgreiche bestehende Systeme in ihrer Existenz gefährdet.“ Die vor vielen Jahren in Deutschland und auch anderen Staaten der EU etablierten Mehrweglösungen seien durch intelligente, individuelle Lösungen groß und erfolgreich geworden – sie lassen sich nicht nachträglich in bürokratische Schablonen pressen. Die Forderung der Mehrweg-Verbände: „Erfolgreich etablierte und funktionierende Mehrwegsysteme in den Ländern Europas müssen durch einen garantierten unbefristeten Bestandsschutz gesichert werden. Gefährdet die Europäische Union durch eine unbedachte Umweltpolitik ausgerechnet die Zukunft von Mehrweg, macht sie sich unglaubwürdig.“

Quelle: Pressemitteilung Deutscher Brauer Bund

Zichovec – Krahulik 11

Die Brauerei Zichovec entstand ursprünglich in der Gemeinde Zichovec zwischen Louny und Slaný, die laut Google nur 93 Einwohner hat. Aufgrund der Qualität seiner Biere konnte es jedoch Kunden aus der ganzen Region anziehen, so dass die alten Produktionsanlagen nicht mehr ausreichten und die Brauerei umziehen musste. Jetzt braut die Brauerei Zichovec Bier in einem neuen modernen Komplex am Stadtrand von Louny. Die Brauerei ist mit der neuesten Technologie ausgestattet und ihre Anlagen werden auch von einer Reihe tschechischer Gypsybrauer genutzt.

Golden strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an dem Bier nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu kommen würzige Noten und ein butteriger Duft. Die Butterigkeit, die durch das Vorhandensein von Diacetyl entsteht. Bei einem deutschen Pilsener wären die butterigen Noten ein Fehlaroma, für ein tschechisches Pilsener ist Diacetyl aber stiltypisch. Dort wäre es sogar ein Bierfehler, wenn das Diacetyl fehlen würde. Was nun richtig ist und was falsch ist eine Geschmacksfrage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber auch spritzig. Die Süße bleibt auf der Zunge zunächst dominant, bevor die Butterigkeit hervorkommt, gefolgt von einem überraschend kräftigen Bitter. Alles in Allem ist das Bier angenehm vollmundig und süffig. Das gilt selbstverständlich nur, wenn einen das Diacetyl nicht stört. Im Abgang wird das Bitter etwas zurückhaltender. Trotzdem klingt es sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenprodukte (Rubin, Harmonie)

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

1. Zichovecká s.r.o.
Zichovec 46
273 74 Klobuky
Tschechien
www.pivovarzichovec.cz

Weihenstephan räumt bei den Australian International Beer Awards ab

So einen Erfolg gab es noch nie: Jede einzelne Einsendung der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan wurde bei den Australian International Beer Awards (AIBA) ausgezeichnet. Bei den AIBA, einem der größten Bierwettbewerbe der Welt mit über 2600 Einsendungen von 350 Brauereien aus 20 Ländern, ist es immer besonders spannend – und mit dem Kristallweißbier konnte eine Spezialität aus dem Hause Weihenstephan Gold holen.

Der 25. Mai wird den Weihenstephanern noch eine Zeit lang in Erinnerung bleiben: Gespannt saß man zur deutschen Mittagszeit vor dem Livestream aus Australien, die Daumen waren gedrückt. Bei der Gala in Australien wurden zunächst nur die Goldgewinner vorgestellt – und in Weihenstephan rechnete man sich große Chancen in der Kategorie „Best Wheat Beer“ aus. Bis zu 20 Punkte können pro Bier erreicht werden – bewertet in den Kategorien Erscheinungsbild, Aroma, Geschmack und Körper, Technische Qualität sowie Stil. Von 17 bis 20 gibt es Gold, 15,5 bis 16,9 Silber und von 14 bis 15,4 Punkten Bronze.

Umso größer war die Freude, als im Livestream das Kristallweißbier in der Flasche als Goldgewinner vorgestellt wurde – zum dritten Mal in Folge bei den AIBA! Die dezenten Bananennoten, die erfrischende Spritzigkeit und die edel filtrierte Erscheinung im Glas haben die Jury vollends überzeugt.

Doch damit nicht genug: Als die weiteren Resultate veröffentlicht wurden, durfte am Nachmittag auf dem Weihenstephaner Berg noch einmal gejubelt werden: Acht (!) weitere Medaillen gab es für die Bierspezialitäten der ältesten Brauerei der Welt. Silber erhielten das Original Helle und der Weizenbock Vitus (je in der Flasche), Bronze gab’s für das Kristallweißbier (dieses Mal im Fass) das Original Helle, das Hefeweißbier (ebenso im Fass) sowie für das Kellerbier 1516, das Hefeweißbier und das Hefeweißbier Dunkel (je in der Flasche). Damit wurde jedes einzelne eingereichte Bier der Brauerei Weihenstephan mit dem Qualitätssiegel der AIBA ausgezeichnet.

Klar, dass Prof. Dr. Josef Schrädler, Direktor der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan, in Feierlaune war: „Das ist ein großartiges Ergebnis!“ Er war zum Zeitpunkt der Verkündung in einer längeren Sitzung – und konnte die frohen Botschaften nach einer kurzen Nachricht auf seinem Handy gleich weitergeben. „Für unser Kristallweißbier ist diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes. Zum dritten Mal in Folge bei den AIBA mit demselben Bier geehrt zu werden, schafft fast keine Brauerei.“ Diese Erfolge zeigen, dass die Spezialitäten der Brauerei Weihenstephan weltweit höchste Wertschätzung erfahren, erklärte Prof. Dr. Schrädler weiter.

Verantwortlich für die Qualität der Biere sind Tobias Zollo, Technischer Leiter, und sein Team: „Neun Medaillen sind unglaublich“, zeigte er sich am Donnerstag überwältigt. „Es lohnt sich immer, dass wir in vielerlei Hinsicht die Extra-Meile gehen. Hier haben wir es schwarz auf weiß, dass sich die Arbeit unserer Brauerinnen und Brauer auszahlt.“

Gösser Zapfmeisterin 2013 kommt aus Oberösterreich

Seit September ging es an vielen Tourismusschulen mit bierigem Ernst zur Sache. Unterstützt von der Brauerei Gösser standen Inhalte zum richtigen Umgang mit Bier und Regelkunde über Schankpflege bis zum Zapfvorgang ebenso am Lehrplan wie Wissenswertes zu den Rohstoffen, dem Brauprozess und das Wissen um verantwortungsvollen Alkoholkonsum und alkoholfreie Alternativen. Am 19. und 20. April wurden die besten aus allen Bundesländern nach Göss / Leoben eingeladen, um dort im Live Congress Leoben das Bundesfinale zu bestreiten.

Dabei konnte sich Isabella Haider aus der Berufsschule Altmünster gegen die Konkurrenz durchsetzen – sie darf nun den Titel „Gösser Zapfmeisterin 2023“ tragen. Der zweite Platz ging an Leandro Emini aus Niederösterreich, der für die LBS Waldegg ins Rennen ging. Den dritten Platz am Stockerl belegt Viktoria Meier aus der Tourismusschule Klessheim / Salzburg.

Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & ESG Sustainability bei der Brau Union Österreich und selbst Diplom-Biersommelière, erklärt: „Gäste erwarten in der Gastronomie perfektes Service bei allen Facetten der Bierkultur von kompetenter Beratung über Hygiene der Schankanlage bis zur richtigen Trinktemperatur und zum perfekt gezapften Bier im passenden Glas. Diese Kompetenzen wollen wir genauso schulen wie den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol, ein Aspekt, der in der Ausbildung immer wichtiger werden wird. Die Konsumenten greifen vermehrt zu alkoholfreien Bieren. Die zukünftigen Gastronomen sollen in der Beratung der Gäste auch alkoholfreie Alternativen anbieten können.“

Rege Teilnahme: Rund 1000 Teilnehmer aus 50 Schulen

Die Gösser Zapfmeisterschaften wurden ins Leben gerufen, um bei Österreichs Gastronomienachwuchs ein Bewusstsein für gute Zapfqualität zu schaffen. Um „Gösser Zapfmeister“ oder „Gösser Zapfmeisterin“ zu werden, braucht es vor allem zwei Dinge: Ausdauer und kontinuierliche Leistung. Alle österreichischen Gastronomie- und Hotelleriefachschüler ab 16 Jahren waren zum Zapfwettbewerb eingeladen – in den schuleigenen Vorrunden wurden seit Anfang des Jahres die Teilnehmer für das Landesfinale ermittelt. Die jeweils drei Landesbesten zogen in das Bundesfinale ein. Dass das Thema Zapfqualität bei den Nachwuchszapfern eine große Rolle spielt, zeigt die rege Teilnahme: Mehr als 1000 junge Zapfer aus 50 Schulen waren in die Vorrunden gestartet.

Die Gastronomen von morgen

Gösser stand den Schülern mit Rat und Tat zur Seite: Mit ausführlichen Bier- und Zapfschulungen wurden die Teilnehmer auf den Wettbewerb vorbereitet. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur bierigen Weiterbildung der Nachwuchs-Gastronomen geleistet. „Die Teilnehmer der Gösser Zapfmeister sind die Gastronomen von morgen. Ein perfekt gezapftes Bier ist ein Zeichen gelebter Bierkultur – kompetente Beratung und vollendete Zapfkunst sind den österreichischen Biergenießern wichtig. Ich freue mich, so viele motivierte und fähige Schülerinnen und Schüler im Wettbewerb und zukünftig auch in der Gastronomie zu haben“, betont Markus Kapl, Leitung Geschäftsfeld Gastronomie bei der Brau Union Österreich.

Das Wiener Lagerbier und Weltausstellungen – eine 161-jährige Verbindung

Am 1. Mai wurde Schwechater Wiener Lager bei der Gleichenfeier der Rotunde, die in Erinnerung an die Weltausstellung 1873 gebaut wird, ausgeschenkt. Damit wurde in Anwesenheit von Bürgermeister Michael Ludwig und anderen geladenen Gästen eine Verbindung wiederbelebt, die 161 Jahre alt ist, wie Historiker und Buchautor Prof. Alfred Paleczny berichtet: Bereits im Jahr 1862 bei der vierten Weltausstellung in London konnten Experten und Bierkenner dieses Bier verkosten und gaben ihm – immerhin im Mutterland der modernen Braukunst – eine hohe Auszeichnung. Es blieb dann ein fixer Bestandteil aller Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts – natürlich auch jener des Jahres 1873 in Wien.

Das Wiener Lager wurde erstmals 1841 gebraut und war damals ein neuer Biertyp, der völlig anders als die damaligen Biere schmeckte und die Geschichte dieses Getränkes revolutionierte. Weltausstellungen gibt es seit 1851 und sie revolutionierten die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, weil sie im 19. Jahrhundert die einzigen Möglichkeiten boten, sich quer über alle Kontinente über den technischen Fortschritt und die Produktinnovationen dieser Zeit zu informieren.

Vor 161 Jahren, bei der vierten Weltausstellung 1862 in London, gab es die erste Präsentation des Lagerbiers. Der ältere Anton Dreher, der der Erfinder dieses Bieres war, schickte einige Flaschen nach England und erhielt erstmals eine Medaille, mit denen die besten Produkte einer Branche ausgezeichnet wurden. Zu diesem Land hatte er eine enge Beziehung, weil er sich dort dreißig Jahre vorher bei einer Studien- oder besser Erkundungsreise das Rüstzeug für seine späteren Erfolge geholt hatte. Ab diesem Jahr begann auch der Export des Lagerbiers in andere europäische Länder, unter anderem ins Osmanische Reich und nach Ägypten.

Bei der nächsten Weltausstellung 1867 in Paris war Dreher bereits tot, aber die interimistischen Brauerei-Verwalter, unter ihnen der spätere Wiener Bürgermeister Cajetan Felder, vollbrachten eine organisatorische Meisterleistung, weil sie hunderte Hektorliter Lagerbier in erstmals gebauten Eiswaggons per Bahn nach Paris brachten und es dort kellerkalt aus Fässern bei der Weltausstellung in einem eigenen Pavillon ausschenkten. Sie erzielten damit einen riesigen Erfolg, begründete den Weltruhm des Lagerbiers und machten angeblich auch die bis dahin nur weintrinkenden Pariser zu begeisterten Biertrinkern.

Somit war klar, dass der gleichnamige Sohn des älteren Drehers sein Wiener Lagerbier bei der nächsten Weltausstellung präsentieren musste. Sie fand vor 150 Jahren also 1873, in Wien statt, ihr Wahrzeichen war bekanntlich die Rotunde. Wenn dort auch seine beiden größten Wiener Konkurrenten, die Brauereien in St.Marx und Liesing vertreten waren, war er mit seinem Pavillon eindeutig die Nr. 1 der Brauwirtschaft. Dieser Pavillon, in dessen Zentrum sich ein überdimensionaler kupferner Braukessel im orientalischen Stil befand, war von dekorativen Plastiken in Form von griechischen Karyatiden und Atlanten umrahmt und galt als eines der architektonisch auffallendsten Ausstellungsobjekte dieser Ausstellung. Daneben richtete der jüngere Dreher wieder wie in Paris einen großen Gratis-Bierausschank ein und konnte viele illustre Gäste, vor allem Kaiser Franz Josef und seine Gemahlin Sisi, dort begrüßen. Sein Pavillon stand in unmittelbarer Nähe der Rotunde und war mit seiner „schreienden Reklame“ das Vorbild für die späteren Großbauten im Wurstelprater.

Dreher führte damals bereits die größte Brauerei des kontinentalen Europas und sein Lagerbier zählte zu den besten der Welt. Er exportierte es in alle Kontinente, bis nach Australien und Japan. Natürlich war er auch bei den folgenden Welt- und anderen Ausstellungen immer wieder meist als einziger Brauer der Monarchie vertreten und sein Lagerbier erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, mehr als jedes andere Bier dieser Welt.

Zahl der Hobbybrauer in Deutschland steigt

Das Brauen von Bier wird in Deutschland als Hobby immer beliebter. Wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) meldet, waren Ende vergangenen Jahres bundesweit rund 10.000 Haus- und Hobbybrauer offiziell gemeldet. Damit hat sich die Zahl der Hobbybrauerinnen und Hobbybrauer in Deutschland innerhalb von nur acht Jahren mehr als verdreifacht. 2014 hatte die Zahl der bei den Zollbehörden gemeldeten Heimbrauer noch bei 3.000 gelegen.

„Das Brauen erlebt eine Renaissance. Mittlerweile gibt es in Deutschland ein großes Netzwerk von Hobbybrauern und Hobbybrauerinnen – sie alle eint die Leidenschaft für das Bier und für die Braukunst“, sagt DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die Brauer tauschen untereinander regelmäßig ihr Knowhow und ihre Rezepte aus, aber auch Rohstoffe und Technik. „Denn um gutes Bier zu brauen, sind neben Wasser, Malz, Hopfen und Hefe natürlich auch Erfahrung und Können wichtig. Mit ihren kreativen Ideen und immer neuen Varianten gelingen den Hobbybrauern genussvolle und überraschende Biere. Von diesem Wissenstransfer profitieren auch viele Brauereien, die die Hobbybrau-Szene seit Jahren aktiv unterstützen“, so Eichele. So öffnen Brauereien teilweise auch ihre Hefebanken für Interessierte oder organisieren Wettbewerbe für Hobbybrauer. Bereits zum siebten Mal wird am 9. September 2023 in Stralsund die Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer stattfinden, bei der sich jedes Jahr mehrere hundert Heimbrauer aus ganz Deutschland mit eigenen Bierkreationen um den Titel bewerben.

Deutsche Braukunst als Kulturerbe

Seit März 2020 zählt das handwerkliche Bierbrauen in Deutschland zum Immateriellen Kulturerbe. Auf Antrag des Deutschen Brauer-Bundes und weiterer Organisationen sowie auf Empfehlung des Expertenkomitees der Deutschen UNESCO-Kommission beschlossen die Kultusministerkonferenz der Länder und die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien im Kanzleramt die Aufnahme der deutschen Braukunst in das bundesweite Verzeichnis. Das Expertenkomitee der UNESCO würdigte das handwerkliche Bierbrauen, das sich gerade in den letzten Jahren als „sehr wandlungsfähig“ erwiesen habe. Auch die enge Vernetzung der Brauerinnen und Brauer untereinander wurde positiv hervorgehoben.

Vor wenigen Wochen wurde der Trägerkreis durch die Deutsche UNESCO-Kommission nun erstmals erweitert: Seither zählt auch die „Schwalenberger Brauzunft“ zum Trägerkreis des deutschen Braukulturerbes. Schon seit mehr als 360 Jahren ist das Brauen im nordrhein-westfälischen Schwalenberg Tradition. Vor ungefähr 20 Jahren nahm die Brauzunft als privater Verein die Herstellung von Bier nach traditionellen Brauverfahren wieder auf, seither treffen sich die Hobbybrauer regelmäßig im örtlichen Brauhaus zur Pflege ihres Hobbys.

Der Tag des Deutschen Bieres

Traditionell steht der 23. April jedes Jahr ganz im Zeichen des Bieres, denn am 23. April 1516 wurde das Reinheitsgebot für Bier verkündet. Es ist das älteste, noch unverändert gültige Verbraucherschutzgesetz der Welt und steht für Transparenz, Klarheit und Reinheit. Gerade in einer Zeit globalisierter Warenströme und immer vielfältigerer, oft künstlicher Inhaltsstoffe bildet das Reinheitsgebot eine der seltenen Ausnahmen. Obwohl für die Bierherstellung nach dem Reinheitsgebot nur die vier natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe erlaubt sind, entsteht in 1.500 deutschen Brauereien jeden Tag eine weltweit einzigartige Vielfalt von rund 7.500 unterschiedlichen Bieren.

Radeberger Pilsener Alkoholfrei

Alkoholfrei ist seit Jahren der große Trend beim Bier. Immerhin gehören Biere mit dem Attribut „alkoholfrei“ zu den wenigen, die noch ein mengenmäßiges Wachstum aufweisen können. Auch wenn sich die alkoholfreien Biere in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, kann ich den Hype um die alkoholfreien Biere nicht so recht nachvollziehen. Schließlich ist Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger und Bier ist von Haus aus ein alkoholhaltiges Getränk. Wenn nun der Alkohol aus dem Bier herausgenommen wird (das gilt für alle Methoden, ein alkoholfreies Bier herzustellen), dann fehlt dem Bier etwas. Die alkoholfreien Biere schmecken mehr oder weniger flach, einige erinnern sogar mehr an eine Brause als an ein Bier. Dabei bin ich durchaus ein Verfechter alkoholfreier Getränke. Da sollten sich aber die Getränkeindustrie und die Gastronomie mal Gedanken machen, wie sie alkoholfreie Getränke kreieren können, die wie das Bier eher herzhaft sind und die das Bier während der Mahlzeiten und bei geselligen Anlässen ersetzen können. Der Genuss von Bier wie auch von anderen alkoholischen Getränken sollte meiner Meinung nach auf den Abend beschränkt bleiben und selbstverständlich sollten diese Getränke nur dann genossen werden, wenn das Auto stehenbleibt.

So ist es auch kein Wunder, dass auch die Brauerei aus dem sächsischen Radeberg ein Stück vom Kuchen abhaben möchte und ein alkoholfreies Pilsener auf den Markt gebracht hat, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Intensiv goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier auf jeden Fall schon mal ein Volltreffer.

Das Bier duftet nach Getreide und Karamell, dazu kommen einige blumige Noten des Aromahopfens. Insgesamt erinnert mich das Aroma eher an einen Malztrunk, weniger an ein Bier.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine angenehme Dosierung der Kohlensäure aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, dazu kommt ein sehr leichtes Bitter. Trotzdem ist das Mundgefühl eher schlank. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Obwohl es auch dann immer noch eher dezent ist, klingt es überraschend lange nach.

Insgesamt ist das alkoholfreie Radebacher sehr gut trinkbar. Trotzdem ist es für mich nicht der alkoholfreie Favorit.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Callista)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Radeberger Exportbierbrauerei GmbH
Dresdner Str. 2
01454 Radeberg
www.radeberger.de

Ab sofort in Österreich im Handel: Corona Cero

Anheuser Busch InBev (AB InBev), der größte Brauereikonzern der Welt, führt im österreichischen Markt ein neues alkoholfreies Bier ein. Mit Corona Cero bietet AB InBev eine Alternative zum bekannten Corona Extra. Das mit 100 Prozent natürlichen Zutaten gebraute Corona Cero ist seit Kurzem im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel erhältlich.

Corona Cero: das neue alkoholfreie Corona-Bier

Das neue Corona Cero und richtet sich an Verbraucher, die eine alkoholfreie Alternative suchen. Es bietet nach Angaben des Unternehmens weiterhin den klassischen Geschmack von Corona und ist mit 100 Prozent hochwertigen natürlichen Zutaten gebraut. Seit Anfang Mai ist Corona Cero bei Billa Plus, Spar, Eurospar, Interspar und M-Preis in Österreich erhältlich. Corona Cero wird in den charakteristischen 0,355 Liter Flaschen im Sechserpack angeboten. Nach der Umstellung auf die Mehrwegflasche bei Corona Extra, steht auch Corona Cero in der nachhaltigen Pfandflasche zum Verkauf.

Francesca Marzano, Corona Senior Brand Manager, dazu: „Corona war schon immer eine Einladung, die großen Momente des Lebens draußen zu genießen, mit engen Freunden und einem Bier in der Hand – natürlich gibt es viele Gelegenheiten, bei denen wir dabei keinen Alkohol konsumieren wollen. Es geht darum, den Menschen so viel Auswahl wie möglich zu bieten, unser natürliches Ethos noch weiter zu erforschen und auf eine schnell wachsende Kategorie zu reagieren.“

AB InBev definiert Ziele zum bewussten Konsum von Alkohol

Das neue alkoholfreie Corona-Bier ist ein wichtiger Schritt in Richtung der Smart Drinking-Ziele der Brauerei. Die Smart Drinking-Initiativen von AB InBev werden durch globale Ziele untermauert, die anstreben, soziale Normen, das Verbraucherverhalten und die eigenen Geschäftspraktiken zu ändern, um einen spürbaren Beitrag zur Reduzierung des Alkoholkonsums weltweit zu leisten. In den letzten fünf Jahren hat sich das alkoholfreie Portfolio von AB InBev von 26 auf 42 Marken erweitert, wobei die Einführung von Corona Cero einen weiteren wichtigen Meilenstein in den Smart Drinking-Ambitionen der Brauerei darstellt.

„Smart Drinking ist ein wichtiger Teil unserer Unternehmenskultur, und als weltweit führende Brauerei wollen wir, dass jede Erfahrung mit Bier eine positive ist. Unsere globalen Smart Drinking-Ziele leiten uns das ganze Jahr über dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen und unsere Verbraucher zu ermutigen, bewusst Alkohol zu konsumieren“, so Marzano.

„Mit der Markteinführung von Corona Cero in Österreich haben wir jetzt noch mehr Möglichkeiten, eine Kultur der Verantwortung unter unseren Kunden zu fördern und eine würdige Ergänzung zu unserem wachsenden Angebot an Bieren ohne und mit niedrigem Alkoholgehalt“, so Maarten Schürmann, General Manager für Österreich und Schweiz bei AB InBev.

Der Markt für alkoholfreies Bier wächst weltweit

Angetrieben durch mehrere Markenerweiterungen und lokale Markteinführungen verzeichnete das alkoholfreie Bierportfolio von AB InBev im Jahr 2021 weltweit ein zweistelliges Umsatzwachstum. Die Getränkemarkt Analyse vom britischen Marktforschungsinstitut IWSR prognostiziert, dass das Gesamtvolumen der Kategorie alkoholfreies/alkoholarmes Bier bis 2024 weltweit um 31 Prozent wachsen wird, was sie zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Brauereiportfolios macht.

6. 5. 2023: Flanieren mit Bieren in Erfurt

Am Samstag, den 6. Mai 2023 ist es soweit: erstmals hat auch Erfurt sein Bierfest. Eigentlich beginnt es bereits einen Tag früher, also am Abend des 5. Mai, wenn sich die Aussteller schon einmal beim Tap-Takeover vorstellen. Richtig los geht es dann am 6. Mai 2023 ab 10 Uhr in der Halle 6 im Zughafen. Leider teilen die Veranstalter, die Rechtsanwaltskanzlei Spilker und Collegen nicht mit, welche Brauer in der Landeshauptstadt von Thüringen vor Ort sein werden. Verraten wird lediglich, dass es auch Angebote mit Wein, Gin, Kaffee und selbstverständlich Streetfood geben wird. Mit dem Eintritt (wie hoch dieser ausfallen wird ist ebenfalls noch ein Geheimnis der Veranstalter) erhalten die Gäste ein Sammelglas. Und die Veranstalter versprechen bereits jetzt, dass sie die Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen werden.

De Halve Maan – Sport Zot

Sport Zot ist eines der wenigen alkoholfreien Biere aus Belgien, nach Angaben der Brauerei De Halve Maan war es sogar das erste alkoholfreie Bier. Es entsteht auf der Basis des Brugse Zot Blond, dem der Alkohol entzogen wird. Die Brauerei verspricht, dass es bei diesem Prozess nicht zu Geschmacksverlusten kommt.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Bier makellos.

Die Aromen des Malzes steigen mir in die Nase, es duftet nach Getreide und Karamell, abgerundet durch blumige und würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich neben seiner angenehmen Süße auch durch die reichlich dosierte Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich noch ein leichtes und freundliches Bitter dazu. Dabei ist das Mundgefühl weich, so dass wir es hier mit einem sehr süffigen Bier zu tun haben. Im Abgang dominiert das Bitter mit einem durchschnittlichen Nachklang. Nebenbei bemerkt: Meiner Frau gefiel das Aroma nicht sonderlich, sie meinte aber, dass das Bier deutlich besser schmeckt als es duftet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

13 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein, 26
8000 Brügge
Belgien
www.halvemaan.be