Archiv der Kategorie: Craft Beer

Gold Ochsen – Dinkel-Weizenbock

Der Dinkel-Weizenbock, das Jahrgangsbier der Ulmer Brauerei Gold Ochsen, wird in einem eleganten schwarzen Karton geliefert.Bereits im Jahr 1597 wurde die Brauerei Gold Ochsen in Ulm gegründet. Sie ist bis heute in der Gegend um Ulm für ihre qualitativ hochwertigen Biere bekannt und in jedem Jahr brauen die Schwaben ein Jahrgangsbier, das pünktlich zur Vorweihnachtszeit fertig ist. Im Jahr 2023 war es die elfte Ausgabe des Jahrgangsbiers, von dem in Erinnerung an das Gründungsjahr der Brauerei 1597 Flaschen von Hand abgefüllt, mit Naturkorken verschlossen und anschließend für 15,97 Euro das Stück verkauft werden. Eine der Flaschen steht jetzt vor mir und wartet auf ihre Verkostung. In diesem Jahr handelt es sich um einen Dinkel Weizen Bock.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine cremige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal einen sehr guten Eindruck.

Düfte nach Banane und Nelke, nach Biskuitteig und gerösteten Nüssen steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige sanfte Kohlensäure aus. Aber erst wenn das Bier sich auf der Zunge verteilt hat, entfaltet es seine ganz Kraft. Die Fruchtigkeit kommt mit Wucht und lässt den Bananengeschmack des Weizenbocks auf der Zunge regelrecht explodieren. Dazu kommen der nussige Geschmack des Dinkelmalzes sowie einige würzige Noten. Außerdem sind die 7,1 Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet, so dass sie nicht durchschmecken, sondern die anderen Aromen unterstützen und für ein samtiges Mundgefühl sorgen. Die Bittere des Hopfens ist stiltypisch nur schwach wahrnehmbar. Auch in der Kehle steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara Münch), Dinkelmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

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100 Watt – Hop Me Just a Little Bit More

Weizenbiere werden in aller Regel nur mild gehopft und leben von den Bananenaromen der Hefe und der Süße des Malzes. Weshalb das so ist? Diese Frage haben sich wohl auch die Brauer bei 100 Watt in Eindhoven gestellt und wollten etwas anderes machen. Herausgekommen ist das „Hop Me Just a Little Bit More“. Es handelt sich um ein Weizenbier, das einer Trockenhopfung mit drei Hopfensorten unterzogen wurde, das also nicht nur „ein kleines Bisschen mehr“ gehopft wurde.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich nur eine kleine Schaumkrone, die sich auch schnell auflöst.

Aromen nach Grapefruit, Karamell und Walnuss steigen mir in die Nase. Der Duft dieses Bieres gefällt mir schon besser als die Optik.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße und Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit nicht so stark zum Zug wie ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Dafür mischt sich eine freundliche Bittere mit der Süße. Außerdem würde ich mich jetzt über mehr Kohlensäure freuen, was für zusätzliche Frische sorgen und das Bier noch weiter aufwerten würde. In der Kehle kommt noch kurz der Geschmack nach Zitrusfrüchten zum Vorschein, aber das vorherrschende Bittere klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Crystal), Weizenmalz, Dinkelmalz, Reisflocken, Hopfen (Wai-iti, Azacca, Strata), Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbve:

10 EBC

Brauerei:

100 Watt Brewery
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Gose-Brauerei – Odinator

Jetzt steht vor mir der Odinator, ein Doppelbock aus dem Brauhaus Goslar. Eigentlich ist das Brauhaus für seine Gose bekannt (was aufgrund des Ortsnamens und des Flüsschens Gose, das durch Goslar fließt, auch naheliegend ist), aber auch ein Bockbier passt durchaus in die südniedersächsische Gegend. Schließlich ist Einbeck, die Heimat der Bockbiere, auch nur gut 50 Kilometer von Goslar entfernt. Und nein, der Odinator hat seinen Namen nicht vom nordischen Göttervater, sondern der Name ich noch naheliegender: der Braumeister und Inhaber des Brauhauses Goslar heißt Odin Paul. Aber kommen wir zum Bier.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine Schaumkrone mit einem Stich ins elfenbeinfarbene. Der Schaum ist zwar feinporig, fällt aber leider doch recht schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Karamell mit einer leichten Fruchtigkeit, die an Stachelbeeren erinnert. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie durch eine feinperlige Kohlensäure aus. Besonders die nicht zu kräftige Malzsüße begeistert mich. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte fruchtige Säure zur Süße. Obwohl ich bis jetzt keine Bittere schmecke, ist das Mundgefühl angenehm samtig. Erst in der Kehle kann ich eine geringe Bittere feststellen. Die Bittere ist etwas kratzig, aber ich meine, dass das einen angenehmen Kontrast zur Weichheit bildet, die ich auf der Zunge verspürt habe. Die Bittere klingt in der Kehle lange nach.

Der Odinator ist ein süffiges und nicht zu süßes Bockbier. Würde ich es bei uns in der Gegend bekommen, würde ich es sicherlich regelmäßig kaufen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchener Malz, Karadunkel), Aromahopfen (Hallertauer Perle, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

18,1° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

14 EBC

Brauerei:

Brauhaus Goslar
Inh. Odin Paul e. K.
Marktkirchhof 2
38640 Goslar
www.brauhaus-goslar.de

100 Watt – Zwarte Bliksem

Nun steht das Zwarte Bliksem vor mir, ein Black IPA aus der Brauerei 100 Watt im niederländischen Eindhoven. Da ich über die Brauerei bereits alles geschrieben habe, öffne ich sofort die Flasche und beginne mit der Verkostung.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feste und haselnussbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach Grapefruit und Ananas verbinden sich mit einem dunklen Schokoladenaroma und steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich, dass sich die Bittere für ein IPA recht zurückhaltend verhält. Die Aromen nach dunkler Schokolade, nach Kaffee und tropischen Früchten stehen im Mittelpunkt und sorgen für ein weiches und volles Mundgefühl. In der Kehle werden Schokolade und Bittere noch kräftiger und sie klingen sehr lange nach.

Das Zwarte Bliksem ist ein einfach zu trinkenden und dabei doch komplexes IPA, das trotz der vielen Aromen nicht überhopft ist. Einfach gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Maris Otter, Münchner, CaraCrstral, Röstmalz), Hopfen (Dentennial, Amarillo, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Bittereinheiten:

55 IBU

Farbe:

55 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

100 Watt Brewery BV
Bleekweg 1
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Klosterbrauerei Furth – Kloster Hell

Nun steht ein Bier aus der Klosterbrauerei Furth vor mir. Furth liegt im niederbayerischen Landkreis Landshut. Allerdings wird dieses Bier nicht in der Klosterbrauerei gebraut, sondern im Auftrag der Klosterbrauerei in der Brauerei Hohenthann. Die Klosterbrauerei verfügt lediglich über eine Schaubrauanlage. Das damit gebraute Bier kann nur vor Ort genossen werden. Befassen wir uns also mit dem Kloster Hell, das mit Zutaten aus Naturland-Anbau gebraut wurde.

Goldgelb und glanzfein läuft das Bier ins Glas. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bie schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet getreidig mit einigenwürzigen Noten.

Der antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie die reichliche Karbonisierung aus, feinperlig und doch spritzig. Auf der Zunge kommt zur Süße noch eine leichte Säure. Eine Bittere ist bis hierhin noch nicht zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich, aber nicht ganz rund. Erst in der Kehle kann ich eine leichte Bittere schmecken, die dann aber überraschend lange nachklingt.

Das Kloster Hell ist ein schönes Bier als Begleitung einer bayrischen Brotzeit, aber alleine nicht wirklich ein Genussbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

für

Klosterbrauerei Furth GmbH
Am Klosterberg 5
84095 Furth bei Landshut
www.klosterbrauerei-furth.de

Mount Saint Bernard – Tynt Meadow

Ursprünglich lebten die Benediktinermönche am Mount Saint Bernard von der Landwirtschaft. Als diese Einkommensquelle immer spärlicher floss, begannen sie, nach einer alternativen Einkommensquelle und gemeinsamer Arbeit zu suchen. Das Brauereiwesen erfüllte die Anforderungen. Nach vielen sorgfältigen Untersuchungen und Diskussionen in der Gemeinschaft wurde beschlossen, die Tradition des Bierbrauens in der Abtei wiederzubeleben. Sicher ist, dass im neunzehnten Jahrhundert in dem Kloster Bier gebraut wurde, und entgegen der weit verbreiteten Meinung war das klösterliche Bierbrauen nicht nur auf die Niederlande beschränkt.

In den Jahren 2017 und 2018 haben die Mönche das Refektorium, die Küche und die Wäscherei verlegt, um Platz für die Installation einer neuen handwerklichen Brauerei zu schaffen. Das Produktionsvolumen haben sie bewusst relativ klein gehalten, gerade groß genug, um ihre Ausgaben zu decken und die karitativen Verpflichtungen zu unterstützen. 2018 wurde die Brauerei das Hauptarbeitsfeld. Alle Arbeiten, vom Brauen bis zum Abfüllen und Verpacken, werden von den Mönchen ausgeführt. Damit entstand eine der wenigen Trappisten-Brauereien außerhalb von Belgien.

All dies war das Ergebnis einer langen Vorbereitung und Forschung. Nachdem die Mönche sich entschlossen hatten, eine Brauerei zu gründen, begannen sie mit einer kleinen Heimbrauanlage zu üben. Dabei haben sie mit einer Reihe verschiedener Biere experimentiert, um Erfahrungen zu sammeln und auf ein endgültiges Rezept hinzuarbeiten. Die Mönche von Norcia, Saint-Wandrille und Zundert haben ihnen dabei geholfen und ihnen viel Wissen vermittelt, indem sie die Mönche am Mount Saint Bernard großzügig an ihrer eigenen Brauerfahrung teilhaben ließen. Auch mehrere lokale Brauer haben den Mönchen mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Dunkelbraun, fast schwarz, fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine hellbraune Schaumkrone, die sich leider recht flott auflöst. Schade. An der Optik könnten die Mönche noch arbeiten.

Düfte nach dunkler Schokolade und Lakritz steigen mir in die Nase, abgerundet durch das Aroma nach getrockneten Feigen. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Abgerundet wird der erste Geschmackseindruck durch die Fruchtigkeit des Bieres. Auf der Zunge bleibt die Süße vorhanden, auch wenn der Schokoladengeschmack in den Vordergrund tritt. Jetzt kommt auch der Lakritzgeschmack zum Vorschein. Dabei sind die bitteren Geschmacksnoten nur sehr dezent zu schmecken. Damit ist das Mundgefühl angenehm weich. In der Kehle legen der Schokoladengeschmack und die Bittere noch einmal nach und sie klingen sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,4%

Bittereinheiten:

38 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° Celsius

Brauerei:

Mount Saint Bernard Abbey
LE67
5UL
Großbritannien
www.mountsaintbernard.org

Force Majeure – Bruin

Das Etikett ist wie bei allen Bieren von Force Majeure schlicht gehalten und gibt außer dem Namen der Brauerei und dem Bierstil keine Informationen preis.Mit diesem Braunbier will Force Majeure auf eine echte belgische Tradition setzen. Ein Hauch von Karamell, Zimt und ein Hauch von geröstetem Malz: ein echtes belgisches Braunbier und doch 0% Alkohol.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse elfenbeinfarbene und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Eine solche tolle Optik habe ich bei einem alkoholfreien Bier selten erlebt.

Das Bier duftet nach dunklem Malz und Karamell, abgerundet mit einer Note Zimt. Ich könnte das Aroma auch durchaus als etwas bonbonartig beschreiben, aber dabei bleibt das Aroma durchaus angenehm.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie die reichliche feinperlige Karbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere zur Süße, auch etwas Kaffeegeschmack kommt dazu. Typisch für viele alkoholfreie Biere ist eine gewisse Wässrigkeit, die zu einem schlanken Mundgefühl führt. Bitter ist nur in geringem Maße zu schmecken. Im Abgang wird der Geschmack nach Kaffee etwas kräftiger und er klingt in der Kehle sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kräuter, Sucralose

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Hanscraft – 7 Haze a Week

Die Zahl Sieben nimmt in vielen Mythologien und Märchen eine besondere Rolle ein. Sie gilt als magisch und ist allgegenwärtig. Da stehen die Protagonisten vor sieben Aufgaben, es gibt die sieben Weltwunder der Antike, die Juden haben ihren siebenarmigen Leuchter, die Christen kennen sieben Todsünden, Schneewittchen zog es zu den sieben Zwergen und nun gibt es von Hanscraft das Bier z Haze a Week, das, wenig verwunderlich, mit sieben Hopfensorten gebraut wurde und das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist gemischtporig und fällt leider recht flott in sich zusammen.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Düfte nachAnanas, Zitrusfrüchten, Mango und Papaya steigt mir in die Nase. Aus dem Hintergrund meldet sich auch die Hefe. Neben der Fruchtigkeit fällt mir auch die Süße des Aromas auf.

So ist auch der Antrunk wie erwartet süß und fruchtig, dabei auch spritzig und frisch. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Dazu kommt eine passende freundliche Bittere, die für ein volles und weiches Mundgefühl sorgt. In der Kehle lässt die Fruchtigkeit nach und die Bittere übernimmt das Kommando. Obwohl sie für ein IPA recht mild ist, klingt der Geschmack doch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Hopfen (Bru 1, Cashmere, Cascade, Comet, Saphir, Simcoe, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

HansCraft & CO.
Inh. Christian Hans Iocca
Landingstr. 24
63739 Aschaffenburg
www.hc-co.de

für

Die Bierothek® Bamberg
Untere Königstraße 1
96052 Bamberg
www.bierothek.de

Dorpsbrouwerij De Pimpelmeesch – Winter Doll Koud

Das Etikett zeigt eine weißhaarige junge Frau auf Schlittschuhen.Die Dorpsbrouwerij de Pimpelmeesch wurde im Jahr 2000 als eine der ersten Craft-Brauereien in den Niederlanden gegründet. Es handelt sich bei dieser Brauerei also um einen Pionier der Craft Beer-Bewegung. Die Brauerei befindet sich in Chaam in Brabant, nahe der Grenze zu Belgien. Die Brabanter betrachten sich selbst als Genießer, als Burgunder, die die Geselligkeit lieben. Der Name der Brauerei in Chaam spielt mit diesem Selbstverständnis. Pimpelmeesch ist zusammengesetzt aus den Worten pimpelen, gutes Getränk, trinken und meesch, im brabantischen Dialekt bedeutet dieses Wort Mensch. Ein Pimpelmeesch ist also ein fröhlicher Trinker. Der Ortsname Chaam bezieht sich vermutlich auf das mittelalterliche lateinische canaba: Taverne, Getränkekeller. Davon ist eventuell das lateinische Wort camba abgeleitet, was Mälzerei bedeutet. Der Ortsname Chaam würde also auf einen Ort hinweisen, an dem Gerste keimt. Und dort braut Ad Kusters, der Dorfbrauer von Chaam, seine Biere, die auf bekannten Bierstilen basieren. Dabei verzichtet er auf besondere Zutaten und extreme Hopfenladungen.

Während die meisten Winterbiere in die Kategorie Starkbier gehören, kommt das Winter Doll Koud mit nur 0,3 Volumenprozent Alkohol daher, ist also alkoholfrei. Daher bin ich gespannt, wie sich dieses Bier macht, das seit dem Jahr 2022 gebraut wird.

Hell und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone fällt recht schnell in sich zusammen, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht ungewöhnlich ist.

Fruchtigkeit steht im Mittelpunkt der Aromen, die mir in die Nase steigen. Ich rieche Zitrusfrüchte, Pfirsich und Biskuit. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge steht wie in der Nase die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Zur Süße kommt eine gut ausgewogene fruchtige Säure. Bitter kann ich jetzt nicht schmecken. Das Mundgefühl ist schlank und doch voll. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte freundliche Bittere schmecken, die überraschend lange nachklingt.

Obwohl das Bier von der Brauerei für den Winter angeboten wird, sehe ich es eher als ein schönes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Dopsbrouwerij de Pimpelmeesch
Elsakkerpad 11
4861 TA Chaam
Niederlande
www.pimpelmeesch.nl

100 Watt – Back By Hop Demand

Das gelb und weiß gestreifte Etikett Zeigt eine stilisierte Glühbirne und darunter auf einem Banner den Namen des Bieres.Die Stadsbrouwerij Eindhoven existiert seit 2012 im Zentrum von Eindhoven. Die Brauerei befindet sich in den Räumlichkeiten der Schellens-Fabrik und ist mit einer großen und modernen Brauanlage ausgestattet, um ausreichend viele Biere für den eigenen Verkostungsraum und für verschiedene Gastronomiebetriebe in Eindhoven zu brauen. Das Ziel der Brauerei ist es, die Biere aus Eindhoven so in den Eindhovener Gaststättenbetrieb zu bringen, genau wie es früher der Fall war. Und mit der Liste der Biere im Sortiment kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie dieses Ziel erreichen. Heute steht aus Hop Demand vor mir, ein Double IPA.

Golden und mit starker Hefetrübung steht das Bier vor mir. Darüber prangt eine sehr voluminöse feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das Bier ist fast zu schön um echt zu sein.

Düfte nach Zitrusfrüchten und anderen gelben Früchten steigen mir in die Nase, nach Biskuitteig, Pinie und Banane. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine wunderbare Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt ein freundliches Bitter in den Vordergrund. Die Fruchtigkeit ist zurückhaltender als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Obwohl die Bittere in der Kehle nicht allzu kräftig ist, klingt sie doch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Mild Ale), Weizenflocken, Roggenflocken, Hopfen (Sabro, Idaho 7), Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,1° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

11 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

100 Watt Brewery BV
Bleekweg 1
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl