Archiv der Kategorie: Biertest

Silly – Bio Pils

Pilsener Biere aus Belgien sind recht selten. Umso erstaunlicher finde ich es, dass dieBrasserie de Silly gleich zwei Pilsener im Angebot hat – eines aus konventionellen Zutaten und ein Biobier. Die Brauerei schreibt, dass das Biobier milder sei als das konventionelle Bier. Mal sehen, ob das stimmt.

Intensiv goldfarben läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Toffee, dazu kommt ein buttriger Duft. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, wirkt aber durch die gut auf die Süße abgestimmte Karbonisierung auch frisch. Auf der Zunge dominieren neben der Süße des Malzes die würzigen Noten. Bitter ist eher verhalten festzustellen. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt überraschend lange nach.

Das Bio-Pils aus Silly ist ein leichtes Pilsbier mit einem Geschmack, der durchaus Überraschungen bereithält.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Wunderbräu – Weizen Alkoholfrei

So umweltfreundlich wie möglich, selbstverständlich Bio – die Philosophie von Cemal Cattaneo und Manfred Jus, den Gründern von Wunderbräu, habe ich bereits an anderer Stelle vorgestellt. Kommen wir also sofort zum Bier, diesmal einem hellen und alkoholfreien Weizen.

Goldgelb und hefetrü präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist fest und wirklich haltbar. Besser kann ein alkoholfreies Weizen kaum aussehen.

Das Bier duftet nach Banane, Zitrusfrüchten und Biskuit. Das ist etwas ungewöhnlich, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist durch die reichliche Karbonisierung wirklich spritzig. Auf der Zunge tritt das Malz etwas in den Hintergrund und die Fruchtigkeit des Hopfens übernimmt das Kommando. Das Mundgefühl ist weich. Der Abbgang ist schlank mit einer leichten Fruchtigkeit. Bitter kann ich kaum schmecken. Der Nachklang ist mittellang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Wunderbräu
Hopfenstr. 8
80335 München
www.wunderbraeu.de

Belgoo – Saisonneke Extra

Belgoo Saisonneke Extra ist ein Session IPA der belgischen Kleinbrauerei Belgoo. Die 2007 gegründete Brauerei arbeitet nach wie vor in kleinem Rahmen und stellt eine Reihe von intensiv gehopften belgischen Bieren her. Belgoo Saisonneke Extra ist ein belgisches IPA, das reichlich mit belgischem Bitterhopfen dosiert ist, bevor es mit Nelson Sauvin trockengehopft wird. Jetzt steht das Bier vor mir und möchte verkostet werden.

Weizenblond und opalisierend strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Die voluminöse feinporige Schaumkrone bleibt mir durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Biskuit, Zitrusschalen, Ananas, Honig und Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist reht süß, aber das Bier enthält auch eine ordentliche Portion Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen. Das Mundgefühl ist weich und voll. Überraschend diskret fällt das Bitter aus. Insgesamt ist das Bier sehr fruchtig. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen (Belgischer Bitterhopfen, Nelson Sauvin), Hefe

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Belgoo
G. Wittouckstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien
www.belgoobeer.com

Argus – 11 Granat

Argus ist ein tschechisches Lagerbier, das exklusiv für Lidl in Tschechien gebraut wird. Der Name der Brauerei ist wird von Lidl nicht genannt. Das könnte darauf hindeuten, dass diese Brauerei im Normalfall Markenbier braut und ihren Namen nicht im Zusammenhang mit Lidl genannt sehen möchte. Ab und an kommt auch mal ein Teil des Bieres nach Deutschland und wird in den hiesigen Lidl-Filialen verkauft. Insgesamt gibt es derzeit elf unterschiedliche Biere dieser Marke, jetzt steht vor mir das Granat, benannt nach seiner Farbe.

Und das Bier trägt seinen Namen zu Recht, satt kupferfarben und gefiltert strahlt es mir aus dem Glas entgegen. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, abgerundet durch einige würzige Noten. Leider steigt mir auch der Geruch nach Alkohol in die Nase, was bei einem Bier mit lediglich 4,3 Volumenprozent Alkohol ungewöhnlich ist.

Der Antrunk ist recht süß, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge schiebt sich ein nicht allzu angenehmes Bitter in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist aber recht voll. Der Abgang ist überraschend mild mit sehr kurzem Nachklang.

Zutaten:

Trinkwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenerzeugnisse

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Brauerei:

Unbekannt, das Bier wird aber exklusiv gebraut für:

Lidl Stiftung & Co. KG
Stiftsbergstr. 1
74167 Neckarsulm
www.lidl.de

Hildesheimer Braumanufaktur – Buche

Seit 2016 existiert die Hildesheimer Braumanufaktur und braut im alten Wasserwerk ein immer größer werdendes Sortiment an Craft-Bieren. Die meisten Biere aus der Oststadt haben mir bislang gut gefallen und jetzt steht die Buche vor mir, das erste Rauchbier aus dieser Brauerei. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Bier brandneu ist oder ob es sich um einen Sondersud handelt, der inzwischen ausverkauft ist und von dem ich noch ein Restexemplat im Handel entdeckt habe. Auf der Website der Brauer wird dieses Bier jedenfalls nicht erwähnt.

Rotgolden mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Das Bier ist nur wenig hefetrüb und die Schaukrone bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal was her.

Im Aroma mischen sich Karamell und würzige Noten, unterstützt durch ein leichtes Raucharoma.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge schmecke ich einen überraschend kräftigen Rauchgeschmack, wie ich ihn aufgrund des eher zarten Raucharomas in der Nase nicht vermutet hätte. Dazu kommt ein kräftiges Bitter, das im Abgang milder wird und durchschnittlich lange nachklingt.

Das Buche ist ein Bier, das auch Einstiger in die Welt der Rauchbiere nicht überfordert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Agnus, Premiant, Saaz), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Belgoo – Magus

Nun steht wieder einmal ein Bier aus der Brouwerij Belgoo in Flandern vor mir. Das Belgoo Magus ist ein helles Belgian Ale mit 6,6 Volumenprozent Alkohol. Es wird mit vier Getreidearten gebraut, so dass ich mir ein recht komplexes Bier vorstelle.

Intensiv golden und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige weiße Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Kräutern, auch einige würzige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, aber die Kohlensäure sorgt für eine angenehme Frische. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Säure dazu, die an gelbe Pflaumen erinnert. Das Mundgefühl ist weich, schwer und wärmend. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz , Hafer, Dinkel, Hopfen, Hefe, Orangenschale

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Belgoo
G. Wittouckstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
www.belgoobeer.com

Traugott Simon – Landbier naturtrüb

Traugott Simon ist die Hausmarke der Getränkemarktkette trinkGut. Sie umfasst neben den gängigen Bierstilen auch eine Reihe Bier-Mischgetränke. Bei der Beurteilung der Biere dieser Marke müssen wir auf jeden Fall den Preis im Auge behalten. Von einem wirklich niedrigpreisigen Bier dürfen wir keinen allzu großen Genuss erwarten, auch wenn das Preis-/Leistungs-Verhältnis wirklich gut sein sollte. Aber genug der Vorrede – ich werde jetzt die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

Rubinrot mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist sahnig und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Kaffee, unterstützt durch eine leicht eFruchtigkeit, die an Trockenfrüchte erinnert.

Der Antrunk ist durch reine reichlich vorhandene Kohlensäure dominiert, dazu der Geschmack der Röststoffe. Auf der Zunge kommt ein dezentes Bitter dazu; das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist schlank, einige Röstaromen melden sich in der Kehle, die aber nur kurz nachklingen.

Diese Eindrücke habe ich nach den ersten Schlucken aufgezeichnet und zu diesem Zeitpunkt war ich von dem Bier angenehm überrascht. Leider lässt der gute Eindruck von Schluck zu Schluck weiter nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon
Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

St. Paul – Speciale

Das St. Paul Speciale ist ein belgisches Abteibier aus der Brouwerij Sterkens im flämischen Meer. Meer ist ein Ortsteil von Hoogstraaten, der nördlichsten Gemeinde Belgiens. Das Bier wurde bei den Hong Kong International Beer Awards 2010 als bestes Bier in der Kategorie „Best Belgian Style Below 6%“ ausgezeichnet. Das ist nun mehr als zehn Jahre her und ich bin gespannt, wie das Bier heute schmeckt.

Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist feinporig und etwas mehr als durchschnittlich groß. Sie bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist nicht sonderlich kräftig, enthält aber einen sehr angenehmen Kaffeeduft.

Der Antrunk ist recht süß; die Kohlensäure ist feinperlig aber kräftig. Auf der Zunge lässt die Süße etwas nach und eine leichte Fruchtigkeit kommt hervor. Zu meiner Überraschung kann ich nur wenig Bitter schmecken. Das Mundgefühl ist weich. Der Abgang ist schlank und auch hier sind die Bitterstoffe rar gesät. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5%

Brauerei:

Brouwerij Sterkens NV
Wenenstraat 9
2321 Meer
www.brouwerijsterkens.be

Joybräu – Proteinbier Light 7G

Jetzt steht mal wieder ein Bier von Joybräu in Hamburg vor mir. Wie alle anderen Biere von Joybräu ist auch dieses alkoholfrei. Obwohl alkoholfreie Biere bereits von Haus aus deutlich weniger Kalorien enthalten als Biere mit Alkohol, wird das 7G, das jetzt auf seine Verkostung wartet, noch einmal mit dem Begriff „Light“ beworben. Dann bin ich ja mal gespannt, wie sich dieses Bier so macht.

Weizengelb und gefiltert läuft das Bier ins Glas und lässt dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone erstehen, die lange erhalten bleibt. Das Bier erscheint etwas blass, ansonsten aber wirklich ansehnlich.

Das Bier duftet nach Karamell, unterstützt durch einige blumige Noten des Malzes sowie einem dezenten Duft nach Vanille.

Der Antrunk ist leicht süß und sehr rezent. Auf der Zunge kommt ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter bleibt und klingt lange nach.

Ein alkoholfreies Bier mit reduziertem Zuckergehalt hat es bei mir schwer. Da poppt bei mir doch gleich mein Vorurteil auf, dass dieses Bier ziemlich wässrig sein könnte. Das Joybräu light kann mich aber geschmacklich überzeugen. Ob die zugesetzten Proteine und Eiweiße etwas bringen kann ich nicht beurteilen; darüber müssen andere entscheiden.

Zutaten:

alkoholfreies Bier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen), Aminosäurenzubereitung (Wasser, BCAA (L-Leucin, L-Isoleucin, L-Valin), α-L-Alanin, L-Carnitin)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

JoyBräu GmbH
Doormannsweg 43
20259 Hamburg
www.joybraeu.de

Silly – Scotch

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der wallonischen Kleinstadt Silly vor mir, Das Scotch. Zur Entwicklung dieses Biers gibt es eine Geschichte, die mir ziemlcih wahrscheinlich klingt, auch wenn ich für deren Authentität nicht granantieren kann.

Im ersten Weltkrieg wurde vor den Toren der Stadt ein schottisches Regiment untergebracht. Die Soldaten sprachen in der örtlichen Brauerei vor und wollten dort ein Scotch Ale erwerben. Dieser Bierstil war den Brauern nicht bekannt und auch den Umgang mit Zucker während des Brauvorgangs waren sie nicht gewöhnt. Außerdem waren viele Brauereien zur Materialgewinnung demontiert worden und auch die Rohstoffe für den Brauprozess, also Malz, Hopfen und Zucker waren entweder nicht erhältlich oder zumindest knapp.

Der Kommandant des Regiments nutzte seine Verbindungen in die Heimat, um Hopfen aus Kent zu bestellen, so dass zunächst ein belgisches Scotch Ale gebraut werden konnte. Das jetzige Bier benötigte aber noch eine weitere Entwicklungsstufe. Nach dem Krieg heiratete der schottische Soldat Jack Peyne eine Belgierin und ließ sich in Silly nieder, wo er in der dortigen Brauerei arbeitete. Die Brauerei versichert, dass das damalige Rezept bis heute Bestand hat und dass noch immer der Hopfen Golding aus Kent verwendet wird. Aber genug der Vorrede, kommen wir jetzt zum Bier.

Bordeauxrot und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die recht kleine feste und elfenbeinfarbene Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier besticht durch süße Aromen von dunkler Schokolade, Toffee, braunem Zucker, Karamell und Ahornsirup. Die acht Volumenprozent Alkohol machen sich im Aroma ebenfalls bemerkbar, sie halten sich aber im Hintergrund. So unterstützen sie die anderen Aromen.

Der Antrunk ist süß mit einer angenehmen Karbonisierung. Auch als sich das Bier auf der Zunge verteilt, bleibt die Süße erhalten und es gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, begleitet durch den Geschmack nach dunkler Schokolade. Das Mundgefühl ist voll und schwer und der Alkohol entfaltet seine wärmende Wirkung. Im Abgang wird das Bier etws trockener, Bitter kann ich fast nicht feststellen, aber jetzt kommt auch ein leichter Geschmack nach Lakritz zum Vorschein. Der Geschmack nach dunkler Schokolade klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, helles Ale-Malz, Karamellmalz, Aromamalz, Kandiszucker, Hefe, Hopfen (Kent Golding, Hallertauer)

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brasserie Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com