Das helle Lager, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Reckendorfer Schlossbrauerei. Sollten Sie Reckendorf zufällig kennen und sich wundern, weil Reckendorf überhaupt kein Schloss hat – das Schloss gibt es wirklich nicht mehr, aber es stand einst dort, wo in der heutigen Zeit in jedem Jahr das große Kirchweihzelt steht. Genau dort baute im 14. Jahrhundert Eckart von Schefstal die erste Schlossanlage. Urkunden der Staatsarchive Bamberg und Würzburg belegen, dass spätestens ab 1597 das Schlossanwesen mit einer Schank- und Braugerechtigkeit ausgestattet war, die seit dieser Zeit ununterbrochen besteht und ausgeübt wird. So weit die Historie, kommen wir zum Bier.
Glänzend golden präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier eine gute Figur.
Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume, abgerundet durch einige feinwürzige Noten.
Der Antrunk ist recht süß, dabei aber angenehm spritzig. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße ein passendes Bitter. Gemeinsam sorgen sie für ein weiches Mundgefühl und eine gute Süffigkeit. Im Abgang wird das Bier trockener und ein leichtes Bitter kitzelt meine Kehle mit einem überraschend langen Nachklang.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Alkoholgehalt:
4,8 % Vol.
Farbe:
10 EBC
Brauerei:
Schlossbrauerei Reckendorf
Mühlweg 16
96182 Reckendorf
www.recken.de
Bereits seit 1834 geht die Familie Krug dem Brauerhandwerk nach. Drei Generationen wohnen und arbeiten in der Traditionsbrauerei Krug unter einem Dach. Inzwischen vertreibt der Familienbetrieb das Bier, ohne groß Werbung zu machen, in ganz Deutschland. So ist jetzt eine Flasche des dunklen Lagerbiers auch zu mir gekommen und wartet jetzt auf seine Verkostung. Nebenbei bemerkt ist das dunkle Lagerbier für fast 80 % des Ausstoßes der Brauerei verantwortlich.
Im Jahr 1688, also ein Jahr nach dem dreißigjährigen Krieg, ließ sich Johann Meinel der Ältere in der Vorstadt in Hof nieder. Ein Jahr später beendete er sein Singleleben und heiratete. Dadurch erhielt er das Bürger- und auch das damit verbundene Brau- und Schankrecht, das die Familie aber erst Mitte des 18. Jahrhunderts ernsthaft ausübte und damit eine
Die Brauerei Gradl, von der das Leupser Dunkel stammt, das ich jetzt verkosten will, ist bereits seit 1683 in Familienbesitz. Aktuell hält Braumeister Stephan Wolfring die fränkische Brautradition im Dorf am Leben. Er braut feinste Biere, betreibt eine gemütliche Gaststube samt Biergarten, organisiert das legendäre Schupfenfest im Juli und die Kerwa im September. Im Prinzip lebt er also so, wie sich ein Norddeutscher einen fränkischen Brauer vorstellt. Eine Besonderheit gibt es aber doch: Stephan braut nur zwei Biere: das Leupser Dunkel und das Leupser Pils. Dazu kommen noch im Laufe des Jahres die traditionellen saisonalen Biere im Mai und zu Weihnachten. Mehr gibt es nicht. Aber wenn er nur vier Biere braut, kann er die doch gewiss besonders gut hinbekommen. Ob dieses Vorurteil von mir stimmt, will ich jetzt am Beispiel des Leupser Dunkel überprüfen.
Die Brauerei Maisel steht für Biervielfalt. Dabei beschränkt sie sich nicht auf die traditionellen Bierstile, sondern bietet unter dem Namen Maisel & Friends viele Biere an, die nach dem Reinheitsgebot gebraut wurden und trotzdem aus dem üblichen Rahmen fallen. Und das Friends im Namen ist durchaus wörtlich zu nehmen. Maisel unterstützt auch andere kreative Brauer, sowohl gewerbliche als auch Hobbybrauer. So fand im Jahr 2023 bereits zum vierten Mal der Hobbybrauerwettbewerb statt, den Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale bereits zum sechsten Mal ausrichtete.
Die Holsten-Brauerei AG wurde 1879 in Altona gegründet, das damals noch ein Vorort von Hamburg in Holstein war. Seit 2004 gehört es zur Carlsberg A/S. Ich weiß nicht so recht, was ich von Carlsberg halten soll. Das Unternehmen gehört zu den größten Brauereikonzernen der Welt und ist in Deutschland nicht unbedingt für hochwertige Genussbiere bekannt (ein alter Spruch in Hamburg lautet: „Holsten knallt am dollsten“). Andererseits stammen aus anderen Ländern durchaus bemerkenswerte Biere, die von Carlsberg-Tochterfirmen gebraut werden. Dabei denke ich an die Biere von Marston’s in England und an Zywiec aus Polen. Nun ja, dann will ich das Bernstein Lager mal öffnen, ein Bier, das ich kürzlich zum ersten Mal im Getränkemarkt gesehen habe und das die Brauerei als „die Spezialität in unserem Sortiment“ nennt.
Ich kann mich ja irren, aber ich meine, dass das Budvar Nealko das erste alkoholfreie Bier aus Tschechien ist, das ich verkoste. Bevor ich das Bier im Getränkemarkt gesehen habe, war mir überhaupt nicht bewusst, dass es auch aus dem Mutterland des Pilseners alkoholfreie Biere gibt. So musste ich mich erst einmal über das Nealko schlaumachen.
Einmal im Jahr geht Kalea auf Tour und braut als Gipsy Brewer den Perlenzauber. Im Jahr 2022 waren die Braumeister der Memminger Brauerei an der Reihe, ein unfiltriertes Kellerpils zu brauen. Dieses Bier steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.
Das Kniesenack Dunkelbier, das jetzt vor mir steht, stammt von der Weinhandlung Schollenberger in Rostock. Das Unternehmen hat auch vier Biere im Angebot, die speziell für Schollenberger gebraut werden. Ich habe das Bier in einem kleinen Laden in der Altstadt von Stralsund gefunden, wo es neben vielen Produkten aus der Region, die für die Touristen angeboten wurden, auch Kaffee und Kuchen gibt. Schön, dass es solche inhabergeführten Geschäfte noch gibt. Aber kommen wir zum Bier.
Die Brauerei Zywiec wurde im Jahr 1856 von Erzherzog Albrecht von Österreich-Teschen als Erzherzögliche Brauerei Saybusch bei Żywiec gegründet. Bereits zuvor hatte sein Vater Erzherzog Karl von Österreich die Schlossbrauerei Teschen auf der westlichen Seite der Schlesischen Beskiden 1848 gegründet. Die Brauerei blieb über drei Generationen im Besitz der Habsburger (Albrecht, Karl Stephan und Karl Albrecht). Sie wurde im Zuge der Sowjetischen Besetzung Polens 1944 verstaatlicht sowie nach 1989 privatisiert und kam 1998 an die Grupa Żywiec. In Deutschland ist in erster Linie das Lager dieser Brauerei bekannt, auch wenn meiner Meinung nach das Porter deutlich besser ist. Jetzt steht ein