Schlagwort-Archiv: Fruchtbier

Brasserie des Légendes – Ducassis

Erst im Jahr 2000 kamen die ersten Biere der Brasserie des Légendes in den Verkauf. Heute vertreibt die Brauerei ihre Biere unter neun Markennamen und betreibt nbenbei noch eine Schokoladenfabrik sowie eine Destillerie. Auch das Ducassis, das jetzt vor mir steht, ist eine der Marken aus dem wallonischen Irchonwelz.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist fruchtig-süß nach schwarzen Johannisbeeren. Aus dem Hintergrund runden noch einige würzige Noten das Aroma ab.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure abgemildert wird. Auf der Zunge bleibt die Süße bestehen, aber mir fehlen jetzt die würzigen oder bitteren Aromen. So wirkt das Bier eher wie Limonade, halt süß und etwas künstlich. Auch im Abgang erinnert das Bier an einen Fruchtnektar mit zugesetzten Aromen.

Ich will das Bier nicht schlechtmachen. Wenn ich im Sommer unterwegs bin und ein leichtes Fruchtbier zum Durststillen trinken möchte, könnte ich mir durchaus vorstellen, noch einmal ein Ducassis zu kaufen. Wenn es darum geht, ein Fruchtbier zu genießen, würde ich eher zu einem anderen Bier greifen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Konzentrat aus dem Saft schwarzer Johannisbeeren (13 %), Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

3 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue du Castel 19
7801 Irchonwelz
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Leffe – Ruby

Die belgischen Schwergewichte von Leffe sind heutzutage allgegenwärtig und das aus gutem Grund. Das Bier wird in der Tradition der Abtei gebraut, ein Teil des Gewinns wird an die Abtei gespendet, mit der sie ihren Namensvetter teilt, und es handelt sich um eine der kultigsten belgischen Brauereien. Leffe Ruby soll Leffes Vorstoß in die Welt der Fruchtbiere sein. Gedacht ist dieses Bier als perfekte Begleitung zu einem Dessert oder Käse. Ob es diesen Anspruch auch erfüllen kann, will ich jetzt feststellen.

Die rote Farbe des gefilterten Bieres sieht durchaus edel aus. Bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Duft nach Holunder in die Nase. Außerdem bildet sich eine recht voluminöse hellrosa Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Auch im Glas bleibt der Duft nach Holunder absolut dominant, dazu kommt die Süße des Malzes sowie ein Hauch Alkohol.

Wie erwartet ist der Antrunk süß, was gut zur reichlich vorhandenen feinperligen und sanften Kohlensäure passt. Leider lässt das Bier anschließend nach. Auf der Zunge erscheint es fast wie ein Helles, das mit Holundersaft gemischt wurde. Die meisten anderen Fruchtbiere aus Belgien gefallen mir deutlich besser. Der Abgang ist mild mit sehr kurzen Nachklang, bei dem ich auch erstmals Bitterstoffe feststelle, die an Marzipan erinnern.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, Gerste, konzentrierter Holundersaft, Hopfen, Hopfenextrakt, natürliches Aroma

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Abbaye de Leffe s.a/n.v.
Place de l’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com

Flying Dutchman – Free Your Mind and Your Ass Will Follow

Alkoholfreie Biere liegen im Trend. Auch Flying Dutchman will da nicht abseits stehen und hat mit „Free Your Mind and Your Ass Will Follow“ in dieser Kategorie ebenfalls ein Bier im Angebot. 2020 wurde das Bier bei den World Beer Awards sogar mit der Silbermedaille als Belgiens zweitbestes Bier ausgezeichnet. Na, wenn das kein Anreiz ist, das Bier zu verkosten.

Strohgelb und nur leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist eher durchschnittlich – durchschnittlich voluminös und auch die Zeit, die sie zum Zusammenfallen benötigt, ist durchschnittlich. Für ein alkoholfreies Bier ist das aber schon gut.

Im Aroma sticht vor Allem der Ingwer hervor. Dazu kommen einige Fruchtnoten, von denen ich vor Allem Ananas zu erkennen meine. Die leicht grasige Note kommt sicher vom Zitronengras, das bei diesem Bier mit verbraut wurde, das ich aber sicher nicht erkannt hätte, wenn ich nicht die Zutatenliste gelesen hätte.

Der Antrunk ist recht süß und auch hier sticht der Ingwer hervor. Dabei sorgt die feinperlige Kohlensäure für eine ordentliche Frische, zu der auch die angenehme fruchtige Säure beiträgt. Auf der Zunge wird die Säure kräftiger und erinnert mich jetzt daran, dass in diesem Bier auch Zitronensaft beim Brauprozess verwendet wurde. Zusammen mit der Süße des Malzes ergibt sich ein volles, wenn auch nicht ganz rundes, Mundgefühl. Der Abgang wird durch die Zitrusnoten dominiert, die auch einige Zeit nachklingen.

Erfrischend und durstlöschend. Das sind für mich die hervorstechenden Eigenschaften dieses Biers. Und auch wenn es im Geschmack doch eher an Limonade erinnert, werde ich es sicher noch einmal kaufen, wenn ich es im Regal sehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Zitronensaft, Zitronengras, Ingwer, Hopfen (Nelson Sauvin), Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Flying Dutchman – The Gothic Prince of Darkness Black Currant Sour Porter

Der Brauer beschreibt dieses Bier wie folgt: „Haftungsausschluss. Dieses unheimliche Bier sollte nur in einer düsteren Stimmung getrunken werden. Von Kopf bis Fuß schwarz gekleidet und Joy Division Love zuhörend. Dies ist ein ernstes Bier für ernsthafte Menschen. Seien Sie jedoch gewarnt, das Zusammenspiel von schwarzen Johannisbeeren und Schokolade mit etwas Vanille- und Eichenchips, das von unserem glücklichen Brauer verwendet wird, kann Sie unerwartet aus der Leere existenzieller Schmerzen herausholen, die Sie so genossen haben. Und dann fühlst du dich plötzlich gut. Das ist wirklich nicht gut.“ OK, sonst noch was? Ja, im Jahr 2019 hat das Bier bei den World Beer Awards den ersten Platz unter den belgischen Bieren gewonnen. Das ist doch was.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Espresso, unterstützt durch den Duft schwarzer Johannisbeeren. Diese Kombination ist auch kein Zufall – auch wenn es zu diesem Bier keine formale Zutatenliste gibt, verrät das Rückenetikett doch, dass es mit schwarzen Johannisbeeren und Kakaonibs gebraut wurde.

Der Antrunk ist recht süß und obwohl das Bier recht wenig Kohlensäure enthält, gefällt mir das Verhältnis. Auf der Zunge gesellt sich noch eine fruchtige Säure dazu, die zusammen mit dem Geschmack nach Schokolade meine Zunge erfreut. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang kommt zur Fruchtigkeit erstmal ein leichtes Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Um dieses Bier wirklich genießen zu können muss der Konsument die Verbindung von Frucht und Schokolade mögen.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

55 IBU

Getreide:

Gerstenmalz, Hafer

Hopfen:

Amarillo

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Flying Dutchman – Tight Lipped, Dry Humored, Why so Serious Nordic Berry Sour

Manchmal frage ich mich, ob die Jungs von der Flying Dutchman Brewing Company mehr Zeit mit dem Brauen ihres Biers oder mit dem Texten der sperrigen Namen für ihre Biere verbringen. Auch wenn ich diese Frage nicht beantworten kann, haben mir die Biere bislang immer gut gefallen. Jetzt steht vor mir erstmals ein Sauerbier aus dieser Brauerei, das mit einigen roten Beeren gebraut wurde. Mal sehen, ob mir auch dieses Bier so gut gefällt.

Echte Zweifel habe ich eigentlich nicht, denn dieses Bier, dessen Name mir zu lang erscheint, um ihn hier noch einmal zu nennen, hat bereits sechs internationale Preise gewonnen, davon zwei Goldmedaillen bei den World Beer Arwards als bestes belgisches Bier und Bronze bei der Brussels Beer Challenge. Da kann ich es wirklich nicht abwarten, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Bordeauxrot mit einem feinporigen pinken Schaum fließt das Bier ins Glas. Der Schaum bleibt angenehm lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig nach roten Früchten, dazu kommt eine ordentliche Hopfenwürze. Auch wenn ich die Früchte im Einzelnen nicht erschnuppern kann, erfahre ich doch auf der Website der Brauerei, dass in diesem Bier Vogelbeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren verbraut wurden.

Der Antrunk ist sauer, wirklich sauer. Da hat der fliegende Holländer auf dem Etikett nicht zu viel versprochen. Die Säure bleibt auch auf der Zunge der hervorstechende Eindruck. Das Bier erinnert an einen guten Fruchtessig, bei dem der Geschmack der Früchte sehr gut erhalten geblieben ist. Bei aller Fruchtigkeit – mir ist das Bier zu sauer. Erst im Abgang wird das Bier milder und auch trocken.

Wie gesagt, mir ist das Bier zu sauer, zumindest zum Trinken. Ich habe es nicht ausprobiert, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Bier einen Obstessig ersetzen kann und dabei besser wird als das Original.

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Hopfensorte:

Nelson Sauvin

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Liefmans – Kriek Brut 2020

Die Kirschbiere gehören zu meinen Favoriten unter den belgischen Fruchtbieren. Dabei sticht das Liefmans Kriek Brut aus diesen Bieren noch einmal heraus. Während andere Kriek Biere mit Fruchtsaft gebraut werden, verwendet Liefmans für dieses Bier 13 kg ganze Kirschen je Hektoliter. Anschließend hat das Bier eineinhalb Jahre Zeit für die Reifung, was zu einem beeindruckenden Aroma führt. Basisbier für dieses Kriek ist ist Verschnitt aus bis zu 20 Chargen Liefmans Goudenband und Liefmans Oud Bruin. Jetzt steht der Jahrgang 2020 vor mir.

Sehr dunkel rubinfarben, praktisch schwarz, schaut mich das Bier aus dem Glas an. Die hellbraune Schaumkrone ist gemischtporig und fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist frisch-säuerlich nach Kirschen, unterlegt durch den Duft nach dunkler Schokolade.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure frisch und fruchtig. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt die ganze Macht der Frucht zum Tragen. Die fruchtige Säure ist der hervorstechende Geschmack dieses trockenen Biers. Auch im Abgang dominiert die Fruchtigkeit und jetzt kommt auch der Geschmack nach Mandeln dazu. Leider klingt er nur kurz nach.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

7 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Celsius

Brauerei:

Liefmans Brouwerij
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
Belgien
www.liefmans.com

DjuDju – Banana Beer

Wieder einmal steht ein DjuDju vor mir, eines der Fruchtbiere, die die flämische Brouwerij Huyghe im Auftrag der New Allied African Breweries in Ghana braut. Diesmal handelt es sich um das Bananenbier. Dies war das erste Fruchtbier dieser Brauerei, das erstmals im Jahr 2002 im Raum Berlin zu kaufen war. Inzwischen sind die Biere aber deutschlandweit erhältlich, zumindest ab und an.

Weizengelb und kristallklar fließt das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone bleibt dabei klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Banane und Honig, abgerundet durch einige blumige Noten. Bereits in der Nase wird klar, dass es sich hier um ein recht süßes Bier handelt.

Der Antrunk bestätigt die Süße, wobei die reichlich enthaltene Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auch auf der Zunge bleibt die Süße erhalten. Der fruchtige Geschmack nach Banane wird kräftiger. Bitter ist aber nicht zu schmecken. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Auch im Abgang sind keine Bitterstoffe zu schmecken und der Nachklang ist kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Bananen, Hefe, Hopfen, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

im Auftrag von:

New Allied African Breweries
P.O.Box 674
Tema
Ghana

DjuDju – Mango Beer

Dju Dju Mango ist ein exotisches Fruchtbier mit Mango nach afrikanischer Rezeptur. Gebraut wurde das Bier in Flandern, allerdings ist nicht wie bei den meisten belgischen Fruchtbieren ein Sauerbier die Grundlage, sondern ein Witbier. Mal sehen, wie sich das so macht.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. Optisch gefällt mir das Bier schon mal besser als die Fruchtbiere auf Sauerbierbasis.

Das Aroma duftet intensiv fruchtig nach Mango, während der Duft nach Karamell sich diskret im Hintergrund hält.

Auch der Antrunk ist fruchtig-süß mit einer feinperligen und sanften Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt dieser Eindruck erhalten, wird mir persönlich aber fast zu extrem. Der Geschmack erinnert eher an einen Fruchtcocktail als an ein Bier. An einem warmen Sommerabend kann das aber durchaus passend sein. Der Abgang ist sehr mild und der Fruchtgeschmack klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Mango, Hefe, Hopfen, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

im Auftrag von:

New Allied African Breweries
P.O.Box 674
Tema
Ghana

Silly Rouge

Jetzt steht vor mir ein Kirschbier aus Belgien, genauer gesagt aus dem Dorf Silly, das etwa 50 Kilometer südöstlich von Brüssel in der Provinz Hennegau liegt. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Kriek – also nicht um ein Sauerbier, das mit Kirschen vergoren wurde – sondern um das Scotch de Silly, ein Dark Ale, das mit natürlichem Kirschsaft gebraut wurde.

Tief bordeauxrot und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste blassrosa Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Fruchtbier wie gemalt.

Anfangs steigen mir ausschließlich die Düfte der Kirschen in die Nase, erst langsam entwickeln sich auch andere Aromen. Jetzt rieche ich auch würzige Noten des Hopfens, dazu Anklänge von Nüssen sowie die Süße von Ahornsirup.

Der Antrunk verhält sich wie die Aromen in der Nase. Anfangs rieche ich ausschließlich die Düfte der Kirschen, bevor zunächst die Süße nach Ahornsirup zu schmecken ist. Erst langsam kommen ein leichtes Bitter, das an Marzipan erinnert, sowie eine passende Säure zum Vorschein. Zum Schluss kann ich auch die an Karamell erinnernden Geschmacksnoten des dunklen Malzes schmecken. Die gesamte Zeit über bleibt aber die überwältigende Fruchtigkeit der Kirschen erhalten. Dies gibt auch für den Abgang. Neben der Fruchtigkeit schmecke ich wenig Bitter und die gebannten Noten des Malzes kommen deutlicher zum Vorschein. Der Nachklang ist leider nur kürz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Freigeist Bierkultur – Got to Love a Rhubarb Sour

Vor mir steht ein ungewöhnliches Bier, das in der Zeit von Corona entstanden ist. Die Bierothek beschreibt das Zustandekommen dieses Biers wie folgt: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Das hat sich auch Felix vom Endt gedacht und sich für seine neuste Collaboration in die unendlichen Weiten des World Wide Webs begeben. Dort hat er sich in virtueller Form mit seinen Freunden von Freigeist Bierkultur und Demory Paris getroffen und zusammen mit ihnen ein Bier kreiert. Natürlich gestaltet sich dies über räumliche Distanzen hinweg etwas schwieriger, aber Felix hat keine Kosten und Mühen gescheut, um Euch auch in komplizierten Zeiten feinstes Bier zu servieren.“

Herausgekommen ist bei dieser Zusammenarbeit ein Sour Ale, bei dem neben den üblichen Zutaten auch eine Menge Rhabarber in den Kessel wanderte. Außerdem wurden beim Brauen dieses Bieres Milchsäurebakterien eingesetzt, die dem Bier seinen besonderen Touch verleihen sollen. Jetzt will ich mal herausfinden, ob das auch geklappt hat.

Intensiv goldfarben fließt das Bier ins Glas. Es ist leicht hefetrüb und entwickelt nur wenig feinporigen Schaum, der sich sehr schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Biskuit, Rhabarber und Banane, beinahe wie ein Kuchen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus, die mit einer ordentlichen Fruchtigkeit daherkommt. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist eher knapp bemessen. Auf der Zunge tritt die fruchtige Säure des Rhabarbers in den Vordergrund. Gleichzeitig nimmt die Süße ab, das Bier wird trockener. Jetzt kommt das Malz kaum durch, auch vom Hopfen ist kein Bitter zu erkennen. Das Bier erinnert jetzt eher an Fruchtwein bzw. an einen Fruchtsekt. Das Mundgefühl ist weich. Auch der Abgang ist trocken und fruchtig mit mittlerem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Rhabarber, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Felix vom Endt
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de