Schlagwort-Archiv: Fruchtbier

Hakuna Matata

Hakuna Matata ist Suhaeli und bedeutet „Keine Sorgen“. Es handelt sich dabei um ein Saison aus der Westindien Compagnie in Flensburg. Dem Bier wurden während des Brauvorgangs Aprikosen zugegeben, so dass ich eine sehr kräftige Fruchtigkeit erwarten kann.

Bernsteinfarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die sich recht flott auflöst.

Wie ich es erwartet habe duftet das Bier sehr fruchtig, was zusammen mit dem Biskuitduft des Malzes ein rundes Dufterlebnis bildet.

Der Antrunk ist nur leicht süß und mich verwundert etwas die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich noch eine fruchtige Säure zur Süße. Das Mundgefühl bleibt dabei aber recht schlank, wodurch das Hakuna Matata sich gut für heiße Tage eignet. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch kräftiger. Bitterstoffe kommen kaum zum Tragen; da würde ich mir etwas mehr wünschen.

Alles in Allem ist das Hakuna Matata ein angenehmes Bier ohne Ecken und Kanten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Aprikose

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Westindien Compagnie Seehandelsges. mbH
Brauereiweg 21
24939 Flensburg
www.westindien.com

BierSelect

Österreich: Waldbier Edition 2021 im Zeichen des Bergwaldes

Zu einem ungewöhnlichen Ernte-Einsatz rückten dieser Tage Braumeister Axel Kiesbye und die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) in den Tuxer Alpen aus, um auf rund 2.000 Metern Seehöhe die Zutaten für das diesjährige Waldbier zu gewinnen. Zirbenzapfen und Schwarzbeeren sind die Ingredienzen des Jahrgangs 2021 „Edition Tiroler Bergwald“ ­- zum ersten Mal stellen die Bundesforste damit einen ganzen Waldlebensraum in den Geschmacksfokus. „Es sind die besonderen Zutaten aus unserer Natur, die unserem jährlichen Waldbier seinen unvergleichlichen Geschmack verleihen“, sagt Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager. „Nun wollen wir künftig auch auf ihre Herkunft noch mehr Bezug nehmen. Denn Wald ist nicht gleich Wald. Die Gebirgswälder des Oberinntals zeichnen sich durch besondere Artenvielfalt und einen hohen Anteil an Schutzwäldern aus. Zwei für diesen Lebensraum besonders typische Pflanzen haben wir für das heurige Waldbier ausgewählt – Zirben und Schwarzbeeren.“

60 Kilogramm Waldgeschmack – von Hand gepflückt

Anfang August ist in den Gebirgswäldern des Oberinntals Schwarzbeerzeit. Die tiefwurzelnde, blauschwarze und hocharomatische Wildform der Heidelbeere gedeiht prächtig in den alpinen Wäldern und ist für Mensch und Tier ein ganz besonderer Leckerbissen. An der Baumgrenze im Gebirge reifen sehr langsam die Zapfen der Zirbe heran, bis zur ersten Frucht vergehen mehrere Jahrzehnte. Das hochalpine Kieferngewächs, auch „Königin der Alpen“ genannt, gilt als wichtige Mischbaumart im Wald der Zukunft. Sie trotzt extremen Temperaturschwankungen und kann bis zu tausend Jahre alt werden.

Etwa 10 Kilogramm noch unreifer Zirbenzapfen sowie 50 Kilogramm kleiner, aromatischer Schwarzbeeren ernteten Braumeister Axel Kiesbye mit seinem Team und Revierleiter Ephräm Unterberger in den ersten Augusttagen in Handarbeit im ÖBf-Forstrevier Inntal. „Das war heuer eine besondere Herausforderung für den Körper“, so der Braumeister schmunzelnd. „Entweder war man tief gebückt am Boden oder hoch oben am Baum. Zirben können ja bis zu 25 Meter hoch werden.“ Direkt nach der Ernte wurde eingebraut. Das disjährige Waldbier wird nach Einschätzung des Braumeisters geschmacklich von den harzig-würzigen Zapfen geprägt sein, hinzu kommt eine leichte Beerenaromatik. Durch den Schwarzbeerensaft erhält das Bier einen zarten Rotton. Genaueres dazu wird sich Ende September weisen, wenn das Bier erstmals verkostet wird.

Bergwald als Lebensraum und Schutz vor Naturgefahren

Große Bedeutung kommt dem Bergwald in der Region als Lebensraum und Schutz vor Naturgefahren zu. Unter den zahlreichen 3.000er-Gipfeln der Alpen sind Gams, Reh, Rot- und Steinwild, aber auch Auer- und Birkwild sowie Murmeltiere, Steinadler und Bartgeier zuhause. Seit jeher schützen die Wälder die Bewohner*innen der Alpentäler auf natürliche Weise vor Lawinen oder Steinschlag, speichern große Mengen an Wasser und festigen gleichzeitig den Boden. Aber auch im Bergwald ist der Einfluss des Klimawandels zu spüren: Trockenheit, Hitzewellen und extreme Wettereignisse sowie der Waldschädling Borkenkäfer und die oft hohe Belastung durch Wildtiere setzen ihm mancherorts stark zu. „Intakte Bergwälder machen die dichte Besiedelung des Alpenraumes überhaupt erst möglich“, so Freidhager. „Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Schutzwälder nachhaltig betreuen und pflegen und damit ihre vielfältigen Leistungen auch zukünftig erhalten!“

Limitierte Waldbier-Auflage

Das Waldbier 2021 „Edition Tiroler Bergwald. Schwarzbeere/Zirbe“ wird wie seine Vorgänger in limitierter Auflage in Gourmet-Flaschen zu 0,75 und 0,33 Litern angeboten und ist ab Ende September im ausgewählten Fachhandel und über den Shop der Kiesbye Naturbrauerei erhältlich. Aufgrund seines hohen Alkoholgehalts verfügt das Kreativbier über eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und kann mehrere Jahre bis zu seinem Genuss gelagert werden. Bisherige Waldbier-Jahrgänge sind nahezu ausverkauft und nur mehr als Sammlerstücke verfügbar. Weitere Bezugsquellen unter www.waldbier.com.

Jahrgangsbier in elf Sorten

Während in den ersten fünf Jahren Nadelbäume – Tanne, Zirbe, Lärche, Schwarzkiefer, Fichte – die Zutaten aus der Natur lieferten, lag das Augenmerk danach auf Waldsträuchern und Wildobst wie dem Alpen-Wacholder, der Trauben-Kirsche, der Holzbirne und der Elsbeere. Die Jubiläumsedition 2020 „Eiche“ wurde in einem Eichenholzfass aus dem Wienerwald gereift. Mit dem Waldbier 2021 „Edition Tiroler Bergwald. Schwarzbeere/Zirbe“ beginnt ein neuer Zyklus, bei dem das Augenmerk auf die Herkunft gerichtet ist.

Zur Geschichte des Waldbiers

Anlässlich des Internationalen Jahres des Waldes 2011 brachten die Österreichischen Bundesforste mit Braumeister Axel Kiesbye erstmals ein Waldbier heraus. Ursprünglich als einmalige Sonderedition geplant, folgten aufgrund des hohen Zuspruchs weitere Jahrgänge und bald wurde das jährlich neu herausgebrachte Waldbier zu einer fixen Größe im kulinarischen Waldjahr. Das Prinzip bleib dabei immer das gleiche: Zutaten, Ernteorte und Waldwissen kommen von den Bundesforsten, die Rezeptur für die Biere stammt von Braumeister Axel Kiesbye, eingebraut wird in der Trumer Brauerei in Obertrum (Sbg.).

Das Bild zu diesem Artikel wurde mir den den Österreichischen Bundesforsten zur Verfügung gestellt.

Liefmans Fruitesse – On The Rocks Alcohol Free

In einem 300 Jahre alten Gebäude in der belgischen Stadt Oudenaarde befindet sich die Liefmans-Brauerei. Am Ufer der Schelde gelegen, ist dies wahrscheinlich eine der am schönsten gelegenen Brauereien Belgiens. Die Brauerei besteht bereits seit dem 17. Jahrhundert und ist vor allem für ihre Fruchtbiere bekannt. Anfangs wurden die Biere aus den überschüssigen Kirschen der örtlichen Landwirte hergestellt, aber mit der Zeit wurden auch andere Obstsorten in die Biere integriert. Vor kurzem wurde eine alkoholfreie Version von Liefmans Fruitesse On The Rocks in das Sortiment aufgenommen.

Um Liefmans Fruitesse Alcohol-Free zu brauen, verwenden die Braumeister die gleiche Methode wie für das klassische Fruitesse mit Alkohol. Die Brauerei verspricht, dass der Brauer den Gärungsprozess rechtzeitig stoppt, sodass das Bier alkoholfrei bleibt und der Geschmack und der typische Charakter von Liefmans Fruitesse erhalten bleiben.

Außerdem steht auf der Flasche von Liefmans Fruitesse On The Rocks eindeutig, dass das Bier in einem mit Eis gefüllten Glas serviert werden sollte. An heißen Tagen sorgt das Eis dafür, dass das Bier erheblich länger kalt bleibt. Fülle ich also mein Glas mit Eiswürfeln, öffne die Flasche und gieße ein.

Und dabei mache ich bereits meinen ersten Fehler, indem ich mit ganz normaler Geschwindigkeit eingieße. Sofort habe ich eine richtig dicke rosafarbene Schaumschicht im Glas, die aber relativ schnell in sich zusammenfällt, so dass ich fortfahren kann, das kirschrote alkoholfreie Liefmans einzuschenken. Diesmal bin ich aber vorsichtiger und gieße langsam ein. Jetzt sieht das Bier richtig einladend aus.

Der Duft roter Früchte steigt mir in die Nase, dazu süße Noten, so dass das Bier beinahe an Kuchen erinnert.

Der Antrunk ist dann nicht so süß wie erwartet. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Auf der Zunge ist das Bier intensiv fruchtig und erinnert an einen Obstwein aus gemischten Früchten; allerdings ist das Bier nicht so süß wie die meisten Obstweine. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist mild und der Geschmack der Früchte klingt kurz nach.

Alles in allem ist dieses Liefmans-Bier ein echtes Sommerbier, das bei sommerlichen Temperaturen auf jede Terrasse und jeden Balkon passt.

Zutaten:

Wasser, Frucht (15 %: Kirschen, Himbeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Erdbeeren), Gerstenmalz, flüssiger Zucker, Fructose-Glucose-Sirup, Aroma, Schwarzes Karottenkonzentrat, Nahrungsmittelsäure, Zitronensäure, Acesulfame-K, Sucralose, Hopfen, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Liefmans
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
Belgien
www.liefmans.com

Imperial Blackberry Stout

Wohin mit den ganzen Brombeeren, die im Garten der Brauerei reif werden? Vor dieser Entscheidung standen die Jungs der Hildesheimer Braumanufaktur. Dabei lag die Lösung doch so nahe: Die Früchte kommen in ein Imperial Stout. Das Ergebnis ihrer Arbeit steht jetzt vor mir.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist mittelbraun und bleibt recht lange erhalten.

Düfte nach Schokolade und Rübensirup steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft nach Vanille. Auch die Brombeeren kann ich riechen, allerdings halten sie sich diskret im Hintergrund.

Der Antrunk ist süß, wirklich süß und die Kohlensäure ist sehr feinperlig. Auf der Zunge kommen die Brombeeren stärker in den Vordergrund und auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist schwer und voll. Im Abgang kommen die Beeren in den Vordergrund, wo sie sich mit dem Schokoladengeschmack eigentlich gut vertragen. Allerdings würde ich mir etwas mehr Bitter wünschen und die Süße ist mir deutlich zu kräftig geraten. Das Bier wirkt geradezu marmeladig.

Eventuell sollte die Braumanufaktur aus den Brombeeren in Zukunft lieber einen richtig guten Brombeerwein machen. Eine Alternative wäre sicherlich auch ein Sauerbier mit Brombeeren zu brauen, so wie es die Belgier gerne machen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gerstenröstmalz, Brombeeren (15 %), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

19 %

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer und Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstraße 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Big Bold Marigold Flower Power Apple Sour

Der Flying Dutchman Ronald de Waal hat immer einprägsame Namen für seine Biere, so auch für dieses Bier. Gebraut für The Flying Dutchman in Finnland, allerdings von der Proef Brouwerij im belgischen Lochristi. Das Big Bold Marigold Flower Pour Apple Sour könnten wir auch als eine Mischung aus Cidre und Saison betrachten. Es wurde mit Pilsner- und Weizenmalz und dem Zusatz von Apfelsaft gebraut. Aber das wäre noch kein echtes Bier vom Flying Dutchman, wäre dieses Bier nicht auch noch auf Chips aus Ringelblume und französischer Eiche gereift. Anschließend wird es noch einmal mit Nelson Sauvin Hopfen trockengehopft und schon ist es fertig. Und wie ist das Ergebnis?

Weizengelb und opalisieren läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch eine fruchtige Säure dominiert, die durch die Äpfel beigetragen wird. Der Malzkörper hält sich diskret im Hintergrund, von wo auch die würzigen Noten des Eichenholzes durchkommen.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich genau der Geschmack, den die Zutaten nahelegen: das Big Bold Marigold Flower Power Apple Sour wirkt wie eine Mischung aus Bier und Cidre. Es ist weniger sauer als ich es erwartet hatte, aber mit seinem weichen Mundgefühl ist es wirklich erfrischend. Genau das richtige Getränk für heiße Tage. Im Abgang wird das Bier trockener und die Säure etwas stärker. Bitter ist kaum zu schmecken und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Apfelsaft, Ringelblume, Hefe

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Grimbergen – Rouge

Früchte beim Bierbrauen einzusetzen hat in Belgien schon seit dem Mittelalter Tradition. Da es in Belgien kein Reinheitsgebot gab, war es den Brauern möglich, mit allem möglichen Obst zu experimentieren. Auch die Abtei in Grimbergen hat sich diesem Trend nicht entzogen und bietet das Grimbergen Rouge an, das mit den Aromen von Erdbeere, Cranberry und Holunder auftrumpft.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nur klein und fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet süßlich entfernt nach roten Johannisbeeren oder Kirschen. Auf jeden Fall habe ich den Eindruck, dass hier künstliche Aromen im Spiel sind.

Der Antrunk ist ziemlich süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist nur knapp dosiert. Der Eindruck künstlicher Aromen setzt sich auf der Zunge fort. Die Süße bleibt und ein leichtes Sauer gesellt sich dazu. Der Geschmack erinnert mich eher an eine Limonade als an ein Bier. Der Abgang ist mild und ohne Bitterstoffe. Der künstliche Geschmack bleibt einige Zeit erhalten.

Schade, von Grimbergen hätte ich wirklich ein besseres Bier erwartet. Von dieser Kreation bin ich ehrlich enttäuscht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Weizenmalz, Saccharosesirup, natürliches Aroma, Karottenkonzentrat, Gerstenmalzextrakt, Säuremittel: Zitronensäure, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

13 IBU

Brauerei:

Brasserie Alkon-Maes S.A.
Stationsstraat 2
3570 Alken
Belgien
www.grimbergenbeer.com

Pinta – Mini Maxi Red

Jetzt steht mal wieder eine Premiere vor mir – mein erstes alkoholfreies Sauerbier. Es stammt aus Polen, einem Land, in dem die Brauer sehr experimentierfreudig sind und durchaus auch bereit zu sein scheinen, Grenzen zu überschreiten.

Die Jungs von Pinta gehören zu den Urgesteinen der Craft Beer-Bewegung in Polen. Ihre große Reise begann am 28. März 2011, als sie die erste Charge von „Atak Chmielu“ (deutsch: „Angriff des Hopfens“) brauten – das erste kommerzielle IPA in Polen.

Seitdem brauen die drei immer wieder neue Ales, Lagerbiere und Sauerbiere. Dies geschieht entweder alleine oder in Zusammenarbeit mit ihren Freunden aus polnischen und ausländischen Brauereien.

Im Jahr 2015 begannen sie, verschiedene saure Biere zu brauen. Alles begann mit einem Roggen Sour Ale namens Kwas Alfa, gebraut mit Tobias Emil Jensen von der dänischen To Øl Brauerei. Pinta war auch die erste polnische Brauerei, die die Grenze überschritt und internationales Kooperationsbier außerhalb Polens braute. So haben sie Lublin to Dublin produziert – ein Stout, das 2014 in Dublin, Irland, von den Brauereien Pinta und O’Hara’s gebraut wurde. Im Jahr 2015 folgte die bereits erwähnte Zusammenarbeit mit der französischen Brasserie du Pays Flamand und dem dänischen To Øl. Sogar bis nach Japan sind die Brauer gereist, um gemeinsam mir der dortigen Baird Brewing Co ein Bier zu kreieren. Das hat vorher noch keine andere polnische Brauerei geschafft.

Rot, fast wie Johannisbeersaft, und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige rosa Schaumkrone, die sehr stabil erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal toll.

Das Bier duftet intensiv nach roten Johannisbeeren, Hiumbeeren und Kirschen, dazu kommen würzige Noten des Hopfens, die das Aroma perfekt abrunden. Das Malz kann ich nicht riechen.

Der Antrunk offenbart eine leichte spritzige Süße. Die leichte angenehme Säure kommt auf der Zunge zum Vorschein, wo sie gut mit der Herbheit des Hopfens harmoniert. Jetzt erinnert mich das Bier an einen guten und nicht zu süßen Obstwein. Obwohl es sich beim Mini Maxi Red um ein alkoholfreies Bier handelt, ist das Mundgefühl rund und voll. Der Abgang ist mild-fruchtig mit kurzem Nachklang.

Nach Mini Maxi Mango ist Mini Maxi Red der zweite alkoholfreie Knaller aus dem Hause Pinta. Das fruchtige Sauerbier wird mit frischen Kirschen und Himbeeren und dem Saft roter Johannisbeeren eingebraut und ist dementsprechend köstlich.

Der Antrunk präsentiert einen leichtfüßigen Körper mit feinsinnig ausgewogener Säure. Eine zarte Bittere balanciert die saftig-süße Fruchtsäure von Kirschen, Himbeeren und Johannisbeeren elegant aus, während eine kräftige Hopfennote dem Aromenspiel einen tollen Kick verleiht. Eine leicht prickelnde Kohlensäure lässt die Geschmacksnuancen auf der Zunge tanzen und trägt zum erfrischenden Charakter des Bieres bei. Das Finish ist knackig sauer und schmeckt vollmundig nach saftigen, roten Johannisbeeren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Johannisbeersaft, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Browar PINTA Sp. z o.o.
ul. Na Oklu 22
34-300 Żywiec
Polen
www.grupazywiec.pl

Coedo Beniaka

Die Japanische Esskultur ist dafür bekannt, ausschließlich makellose Rohstoffe zu verwenden. Wenn alle Rohstoffe optisch einwandfrei sein sollen, führt das selbstverständlich zu einer ungeheuren Verschwendung, da alle Lebensmittelrohstoffe, die die kleinste Stelle aufweisen oder eine falsche Größe haben, vernichtet werden. Die Brauer von Coedo haben daher aussortierte Süßkartoffeln genommen und daraus dieses Bier kreiert, das bereits viele Auszeichnungen erhalten hat:

  • Meininger International Craft Beer Award 2017 Silver Award
  • Australian International Beer Award Bronze Award 2015/2017
  • LA International Beer Competition 2016 Bronze Award
  • Classic Lager Style vor Feb 2015
  • European Beer Star Gold Award 2012
  • 2010 World Beer Cup Silver Award
  • 2010 European Beer Star Gold Award
  • 2009 European Beer Star Silver Award
  • 2007-2009 iTQi Three Stars Award in Folge dann ausgezeichnet „Crystal Taste Award“
  • 2008 Ausgewählt als eine der 88 besten Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Handel und Industrie.
  • Monde Selection Grand Gold Award 2007

Bei so vielen Auszeichnungen muss dieses Bier aus Japan ja gut sein.

Rubinrot läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist leicht süß, ich vermute, dass dies von der Süßkartoffel kommt. Dazu gesellen sich der Duft nach Karamell und die Würzigkeit des Hopfens. Erstaunlich – insgesamt erinnert das Aroma an einen Rotwein.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur kräftigen und feinperligen Kohlensäure passt. Und auf der Zunge? Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Auf jeden Fall ist der Geschmack ungewönlich. Ist das Bier im Holzfass gereift? Kommt der ungewöhnliche aber ausnehmend gute Geschmack von der Süßkartoffel? Jedenfalls ist das Bier nur gering bitter und enthält wenig Säure. Trotzdem ist es vollmundig und macht einfach einen edlen Eindruck. Eindeutig herauszuschmecken ist nur das Karamellmalz. Im Abgang kommen die Bitternoten deutlicher zum Vorschein und auch mein Eindruck, dass das Bier im Holzfass gereift ist, verstärkt sich. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Süßkartoffel, Hopfen

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Kyodoshoji Corporation Limited
2-20-1 Nakadaiminami
Kawagoe, Saitama
Japan
www.coedobrewery.com

Wittekerke Rosé

Die Brauerei De Brabandere kann auf eine umfangreiche Geschichte zurückblicken, blickt aber mit gleicher Zuversicht in die Zukunft. Der Traum, den der Gründer Adolphe De Brabandere Ende des neunzehnten Jahrhunderts hegte, als er den Grundstein für seine Brauerei im flandrischen Bavikhove legte, ist im erfolgreichen Unternehmen von heute Wirklichkeit geworden. Mit einem reichhaltigen Sortiment an Bieren, die von Kennern weit über unsere Grenzen Belgiens hinaus genossen werden. Mit Wittekerke Rosé brachte die Brauerei das erste und originale Rosé-Bier auf den Markt. Dieses Bier wird auf Basis von Wittekerke White unter Zusatz von reinem Himbeersaft gebraut. Jetzt steht es vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange Zeit erhalten bleibt.

Im Aroma ist der Duft der Himbeere sehr dominant und verdrängt die Düfte nach Hopfen und Malz fast vollständig.

Der Antrunk offenbart eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlende Kohlensäure. Wie in der Nase dominiert auch auf der Zunge der Geschmack nach Himbeeren, aber jetzt kommt eine Süße hinzu, die künstlich wirkt. Bitterstoffe kann ich keine feststellen, so dass das Bier trotz des weichen Mundgefühls nicht ausgewogen wirkt. Der Abgang ist fruchtig mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Himbeersaft (18 %), Fruktose, Hopfen, Süßmittel (Aspartam), Holundersaft, Aromen

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
8531 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be

Raspberry Dipping, Chocolate Dripping, Super Trouper Sour Porter

Ronald de Waal alias der Fliegende Holländer ist ein echter Gypsy-Brauer. Mit über 25 Jahren Brauerfahrung ist Ronald einer der Fackelträger der Craft-Bier-Bewegung in den Niederlanden. Er hat Biere in Finnland, den Niederlanden und Belgien gebraut und arbeitet mit den besten Craft-Brauereien zusammen. Er liebt es, von einer Brauerei zur anderen zu reisen und von spannenden neuen Bierrezepten zu träumen. Er liebt die Freiheit der Wahl und die Freiheit der Straße. Vielen Dank dafür!

Wenn es jemals einen Mann gegeben hat, der zum Braunomaden geeignet war, dann ist es Ronald de Waal. Er ist ein Seelensucher, ein Reisender der Erde, ständig in Bewegung, forschend und beobachtend. Ronald ist ein echter Braunomade. Oder genauer gesagt, ein NoMad-Brauer. Wenn Sie Ronald das erste Mal treffen, sind Sie von seiner zenartigen Aura beeindruckt. Er lächelt, schaut Ihnen in die Augen und Sie fühlen sich sofort wohl. Er ist ein zufriedener, glücklicher Mann, der das tut, was er am meisten liebt: große Biere mit großer Freiheit zu brauen.

Ende der 1980er Jahre studiert Ronald Lebensmitteltechnologie in den Niederlanden und bekommt ein Praktikum bei der Craft-Brauerei De Raaf. Er wird dann gebeten, als Brauer in die Firma einzusteigen und verbringt dort einige fruchtbare Jahre. Dann kreuzt eine schöne finnische Blondine seinen Lebensweg. Ronald wirft alles hin und zieht nach Finnland. Leider sind es die frühen Neunziger und von Spezialbieren hat dort noch niemand etwas gehört. Es gibt keinen Job für einen niederländischen Brauer. Zum Glück ist Ronald ein hübscher Kerl mit ziemlich langen Haaren, und so bekommt er einen Job als Meerjungfrau in einem Vergnügungspark. Kein feuchter Traum für einen Brauer, aber es bezahlt die Rechnungen. Es gibt keine interessanten Biere auf dem Markt, also beschließt Ronald, eines zu brauen. Wir schreiben das Jahr 1994 und das Bier, an das sich die Fans immer noch gerne erinnern, heißt Bergzigt. Es ist stärker und hopfiger als jedes andere Bier auf dem finnischen Markt. Die Finnen sind erstaunt, kann Bier so schmecken? Bergzigt wird in den Brauereien De Raaf und De Hemel in den Niederlanden gebraut, was Ronald einen ersten Vorgeschmack auf die Wanderbrauerei gibt. Wir schreiben das Jahr 1997 und Ronald arbeitet für eine kleine Handwerksbrauerei in Espoo, Finnland, und entwickelt neue Rezepte. Er fühlt sich bereit, den Sprung zu wagen und gründet die Diamond Beer Brewing Company. Das Brauen in fremden Brauereien geht weiter, dieses Mal in Belgien. Ronald wird zum Trendsetter bei der Entwicklung und Einführung neuer Bierstile bei den Finnen. Er erhält sogar eine offizielle Auszeichnung für seine Arbeit und seinen Einfluss auf die finnische Bierkultur. Neben der Kreation eigener Produkte wird Diamond Beer zum größten Importeur von Bierspezialitäten, indem es mehr als 1000 neue Biere aus der ganzen Welt den nach neuen Erfahrungen dürstenden Finnen vorstellt. Diamond Beer wird erfolgreich und wird im Jahr 2008 verkauft. Ronald arbeitet anschließend als Unternehmensberater.

Das Leben wird zu geschäftsmäßig und der Ruf der Straße wird immer stärker. Ronald springt in sein Wohnmobil und folgt seinem Herzen durch Europa und Nordafrika. Es ist Zeit, in die Sterne zu schauen und das Leben zu genießen. Einige Jahre vergehen und ein Plan beginnt sich zu entwickeln. Ronald beschließt, das zu tun, was er am meisten liebt: große Biere in Freiheit zu brauen. Er wird ein echter Braunomade.

Der Fliegende Holländer ist ein legendäres Geisterschiff, das niemals den Hafen erreichen kann und dazu verdammt ist, für immer über die Weltmeere zu segeln. Ronald de Waal ist ein nomadischer Brauer, der nie ein langweiliges Bier machen kann und dazu verdammt ist, ewig durch die Brauereien zu ziehen. Kommen wir abber nun zum ersten Bier von ihm, das ich verkoste.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine mittelbraune feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt.

Intnsiv steigt mir der Duft der Himbeeren in die Nase, dazu kommt der Duft nach dunkler Schokolade. Obwohl ich normalerweise die Mischung Schokolade und Früchte nicht schätze, passt diese Kombination in diesem Fall überraschend gut.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene Kohlensäure überraschend frisch und die Süße macht einen angenehmen Eindruck. Auf der Zunge kommen zunächst die Himbeeren zu ihrem Recht, bevor sich der Geschmack nach Schokolade entwickelt und sich anschließend mit der Fruchtigkeit der Himbeeren vereint. Das Mundgefühl ist voll und beinahe samtig. Im Abgang kommen die Himbeeren erneut in den Vordergrund und deren Geschmack klingt lange nach. Ansonsten ist der Abgang wirklich mild.

Zutaten:

Eine vollständige Zutatenliste hat Ronald nicht veröffentlicht, aber an unterschiedlichen Stellen konnte ich doch so einiges finden.

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, frische Himbeeren, Hopfen (Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

55 Ibu

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte