Schlagwort-Archiv: Bockbier

Brau Union Bremen – Bremer Stadtmusikanten Bier

Das Etikett zeigt in schwarz die Bremer Stadtmusikanten auf goldenem Grund.Von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. November, findet in den Hallen der Messe Bremen die Genussmesse Fisch&Feines mit dem Craft Beer Event statt. Für Bierfreunde und -freundinnen haben sich die Veranstaltenden eine besondere Leckerei einfallen lassen: das Bremer Stadtmusikanten Bock. Ein Bockbier, welches extra für das Craft Beer Event gebraut und dort erstmalig ausgeschenkt wird.

„Vor einigen Jahren gab es schon einmal eine Gemeinschaftsproduktion Bremer Brauereien für das Craft Beer Event. Das kam gut an. Nun legen wir die Idee neu auf“, sagt Boris von Schaewen, Lehrer am Schulzentrum Rübekamp in Bremen. Er und seine Brauer-Klasse produzieren eine Charge des Bremer Stadtmusikanten Biers. Die Bremer Braumanufaktur, die Freie Brau Union Bremen sowie die Gasthausbrauerei Schüttinger stellen weitere her.

Alle Beteiligten haben sich im Vorfeld auf die Zutaten geeinigt. Aromahopfen, Hallertauer Tradition und Mittelfrüh. Wiener Malz, Münchener Malz sowie Karamell-Malze. Und untergärige Hefe. „Das ist der Rahmen, den wir uns gesteckt haben“, so von Schaewen. Rubinrot bis Kastanienbraun wird das Bier vermutlich werden. Der Geschmack wird wegen der einmaligen Handwerkskünste der Beteiligten allerdings variieren. Wie sehr die Nuancen abweichen werden, bleibt die Überraschung. Ich habe bereits vorab eine Flasche des Biers von der Freuen Brau Union bekommen und will sie jetzt verkosten.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste Schaumkrone, weiß mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht der dunkle Bock eine richtig gute Figur.

Karamell und Brotkruste sind die hervorstechenden Aromen, abgerundet durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere dazu, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Insgesamt ein sehr süffiges Bier. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Das Bremer Stadtmusikanten Bier der Freien Brau Union Bremen ist ein typisches dunkles Bockbier, traditionell und ohne Schnörkel. Es passt sowohl zu kräftigen Fleischgerichten als auch zu vielen süßen Desserts mit Marzipan oder zusammen mit getrocknetem Obst. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch zum Kochen geeignet ist. Das konnte ich aber nicht testen, da mir nur eine Flasche zur Verfügung stand.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Münchener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Tradition, Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Augustiner – Heller Bock

Auf dem Etikett ist ein gelber springender Bock auf blauem Grund abgebildet.Über die Augustiner Bräu aus München muss ich wohl nicht viel schreiben; sie wird vermutlich jedem für ihr Weizenbier bekannt sein. Jetzt steht aber das helle Bockbier vor mir und ich kann es kaum erwarten, die Flasche zu öffnen, um das Bier zu verkosten.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik hat die Brauerei schon mal perfekt hinbekommen.

Das Bier duftet nach hellem Malz, dazu kommen einige würzige Noten. Für ein helles Bockbier ist dieser helle Bock vergleichsweise wenig gehopft, aber zumindest im Aroma passt das. Mal sehen, ob mir auch der Geschmack gefällt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Leider ist die Kohlensäure recht gering dosiert. Da hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine passende Bittere. Die Würzigkeit des Aromas wird auf der Zunge in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Der Alkohol wirkt wärmend. In der Kehle wird das Bier etwas trockener, während die Bittere zunimmt und dann auch lange nachklingt.

Der helle Bock der Augustiner-Brauerei ist angenehm süffig und aufgrund der geringen Hopfung kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass er beim Kochen in der Soße Verwendung finden könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Augustiner-Bräu Wagner KG
Landsberger Straße 31-35
80339 München
www.augustiner-braeu.de

Zötler – St. Stephans Bock

Das Etikett zeigt im unteren Teil eine kleine Dorfszene.Jetzt steht der St. Stephans Bock der Brauerei Zötler im Allgäu vor mir. Ich muss zugeben, dass dieses Bier bei mir einen gewissen Vertrauensvorschuss genießt, da es das Slow Brewing-Siegel trägt. Genau wie ein Brotteig seine Reifung benötigt und auch eine Mahlzeit, deren Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt, besser mundet als Fast Food, tut es auch einem Bier gut, wenn sich die Brauer Zeit lassen und dem Bier die Möglichkeit geben, zu reifen. Und ich habe noch einen weiteren Grund, auf ein gutes Bier zu hoffen. Bei saisonal gebrauten Bieren geben sich die Brauer häufig besondere Mühe bei der Entwicklung des Rezepts. Der St. Stephans Bock wird ausschließlich vom Brauersilvester bis zum Ende der Fastenzeit gebraut.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große haselnussbraune und feinporige Schaumkrone.

Starke Röstaromen steigen mir in die Nase, so dass ich fast den Eindruck habe, dass die Brauer es mit dem Röstmalz übertrieben haben, denn ich kann auch deutlich verbrannte Aromen riechen. Dazu kommen deutliche Noten nach Kaffee und Schokolade.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und ich stelle fest, dass das Bier recht wenig der feinperligen Kohlensäure enthält. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sich Aromen nach Mokka, dunkler Schokolade und Lakritz dazu gesellen. Jetzt lässt auch der verbrannte Eindruck nach. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle ist das Bier mild mit einem leichten Bitter und etwas Lakritz. Obwohl die Aromen nicht allzu kräftig sind, klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittere:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 13° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstr. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Kalea – Sündenbock 2022

Nun haben wir bereits Mitte September 2023 und jetzt habe ich noch ein Bier aus dem Kalea-Adventskalender 2022 bekommen. Es handelt sich beim Sündenbock um eine Eigenentwicklung von Kalea, die in jedem Jahr von einer anderen Brauerei gebraut wird. 2022 fiel die Wahl auf die Schlossbrauerei Herrngiersdorf. Diese Brauerei liegt zwischen Kehlheim und Landhut und hat viel Erfahrung mit dem Brauen von Starkbieren.

Kupferfarben präsentiert sich der Sündenbock im Glas. Gegen das Licht gehalten strahlt er mahagonifarben. Dass sich die feinporige beige Schaumkrone recht flott auflöst, ist bei einem Bier mit gut sieben Volumenprozent Alkohol nicht ungewöhnlich.

Das Bier duftet süß nach Karamell und Sirup, nach dunkler Schokolade, Rosinen und Kandis. Damit ist das Aroma schon mal vielversprechend.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er zeichnet sich durch ein sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Rübensirup im Vordergrund, abgerundet durch ein leichtes freundliches Bitter. Aus dem Hintergrund meldet sich auch der Geschmack nach Trockenfrüchten zu Wort. Das Mundgefühl ist samtig. Auch in der Kehle bleibt die Süße erhalten, die Bittere wird etwas kräftiger und der Geschmack klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Kalea Deutschland GmbH
Schlenkenstraße 2
83395 Freilassing
www.kalea.com

Husarentrunk Regimentsbock

Im ostwestfälischen Brakel, genauer gesagt im Stadtteil Rheder, ist die „Gräflich Mengersen’sche Dampfbrauerei“ beheimatet, von der das Bier stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Den Namen begründet die Brauerei auf dem Rückenetikett der Flasche so: „Der Brauereibesitzer Adolf Freiherr Spiegel von und zu Peckelsheim war Rittmeister im 1. Westfälischen Husarenregiment. Vor allem in der kalten Jahreszeit soll diese charakterstarke Bierspezialität dem Regiment Energie, Kraft und Mut verliehen haben!“ Dann will ich mal sehen, ob das Bier wirklich diese Kräfte hat, die schon fast an den Zaubertrank bei Asterix und Obelix erinnern.

Kupferfarben und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Da der feinporige elfenbeinfarbene Schaum lange erhalten bleibt, ist an der Optik des Husarentrunks nichts auszusetzen.

Der Duft nach Karamell steigt mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Trockenpflaume und Haselnuss. Auch der Alkohol ist deutlich zu riechen.

Der Antrunk überzeugt durch die stiltypische Süße sowie die dazu passende Karbonisierung. Auf der Zunge zeigt sich das Bier fruchtig und nussig. Die Süße des Karamells bleibt erhalten. Bitterstoffe des Hopfens sind nur gering zu schmecken. Für ein Bockbier ist das Mundgefühl überraschend leicht. Im Abgang kommt der Geschmack nach den Trockenpflaumen in den Vordergrund und bringt auch etwas mehr Bittere mit sich. Obwohl die Bittere auch jetzt noch stiltypisch gering ausgeprägt ist, klingt sie lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Gräflich von Mengersen’sche Dampfbrauerei GmbH & Co. KG
Nethetalstraße 10
33034 Brakel-Rheder
https://www.schlossbrauerei-rheder.de/

Goldochsen – Zirbenbock

Die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm hat im letzten Jahr ihr 425-jähriges Bestehen gefeiert. Außerdem braut sie in jedem Jahr ein Jahrgangsbier, inzwischen ist es das zehnte. In diesem Jahr ist es der Gold Ochsen Zirbenbock. Seinen Namen hat das Bier von der Zirbelkiefer, auch Zirbenkiefer genannt. Dieser Baum wächst in den Alpen und in den Karparten. Der Baum, dessen Holz für die Reifung dieses Biers verwendet wurde, ist in den Bergen des Ahrntals in Tirol gewachsen und wurde von Braumeister Alexander Maier persönlich gefällt. Selbstverständlich ist dieses Bier wie in jedem Jahr auf 1.597 Flaschen limitiert, was auf das Gründungsdatum der Brauerei im Jahr 1597 hinweist.

So edel die Herkunft dieses Bieres, so vornehm ist auch das Erscheinungsbild. Eine dunkelbraune Flasche, mit Naturkorken verschlossen und mit Aufdruck in Rot und Gold. Das ganze in einem schwarzen Karton, der in den gleichen Farben bedruckt ist. Bereits vor dem Einschenken ist dieses Bier ein Genuss.

Orangefarben mit einem Farbton, der an dunklen Honig erinnert und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet frisch und fruchtig, das Harz der Zirbenkiefer ist deutlich wahrzunehmen. Die harzigen Noten passen sehr gut zum Aroma der Hefe.

Der vollmundige Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine gut darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Während sich das Bier im Mund ausbreitet bilden sich auch die harzigen Aromen heraus und kommen zum Vorschein. Sie sind gut auf die Süße des Bockbiers abgestimmt. Das Bitter unterstützt den Geschmack und jetzt kommen noch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an helle Früchte erinnern und den Geschmack abrunden. Jetzt kann mich das Bier noch überraschen. Zeigte es anfangs noch die für ein Bockbier stiltypische Süße, wird es jetzt von Schluck zu Schluck trockener. Auch im Abgang ist das Bier trocken und das Harz steht im Mitelpunkt. Zusammen mit dem itter klingt der Geschmack sehr lange nach.

Der Zirbenbock aus Ulm ist kein Bier, das man den ganzen Abend trinken kann. Ich stelle es mir eher statt eines Champagner als Aperitif vor.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2022

Mittlerweile ist es bereits fast eine Tradition: in jedem Jahr wird der Bourbon Bock von Maisel & Friends neu aufgelegt. Jetzt steht der Jahrgang 2022 vor mir, es ist immerhin bereits der fünfte Bock, der in den Holzfässern in Bayreuth unter den Augen der Gäste der Brauereigaststätte Liebesbier gereift ist. Der Jahrgang 2021 war der erste, den ich verkostet habe, und er hat mir sehr gut gefallen. Jetzt will ich herausfinden, ob der Jahrgang 2022 ebenso gut gelungen ist.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum ist elfenbeinfarben, fällt aber leider recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Karamell, intensive Whiskeynoten und Trockenpflaumen, dazu Marzipan und einige würzige Noten, aus denen ich Muskat herauszuriechen meine. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet zeichnet sich der Antrunk durch eine kräftige Karamellsüße aus und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Allerdings würde ich mir eine etwas kräftigere Karbonisierung wünschen.

Auf der Zunge kommt der Geschmack nach getrockneten oder karamellisierten Früchten in den Vordergrund. Sehr gut darauf abgestimmt ist der Geschmack nach Whiskey und Eichenholz, den das Whiskeyfass auf das Bier übertragen hat. Abgerundet wird der Geschmack durch Aromen nach Vanille und würzige Noten. Die 8,0 Volumenprozent Alkohol wärmen Körper und Geist. Dazu kommt ein cremiges und volles Mundgefühl. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Obwohl die Bittere im Abgang etwas kräftiger wird, bleibt doch auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominant. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Einbecker Winterbock – Aged Bock

Einbeck ist eine ehemalige Hansestadt und als die Heimat des Bockbiers bekannt. Ursprünglich gab es aus der dortigen Brauerei neben dem für Niedersachsen typischen Pils nur den hellen und den dunklen Bock sowie ab März das Maibock. Später, es muss jetzt wohl ungefähr 20 Jahre her sein, kam auch noch das Winterbock dazu. Im Jahr 2015 kam jemand auf die Idee, ein gereiftes Bier anzubieten. So nahm die Brauerei das für den Winter 2015/2016 gebraute Bockbier (meine Flasche hat das Mindesthaltbarkeitsdatum 19. 7. 2016) packte jede einzelne Flasche lichtdicht in Papier und lagerte das so geschützte Bier in den historischen Gewölben unterhalb des Einbecker Marktplatzes ein, um es Ende 2022 wieder aus dem Dornröschenschlaf zu befreien und den geneigten Konsumenten anzubieten. Auf der Verpackung steht auch ein neues MHD: der 31. 12. 2030.

Und das Papier dient nicht nur dem Schutz des Bieres vor Licht, sondern es sind auch die Ereignisse des Jahres 2015 aufgedruckt, die so manche Erinnerung wecken. So wird an die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 erinnert, an den 34. Tag der Niedersachsen in Hildesheim, der Europäische Gerichtshof erklärt aus datenschutzrechtlichen Gründen das Safe Harbor-Abkommen für ungültig, es tritt der deutschlandweit geltende Mindestlohn in Kraft und selbstverständlich darf auch der nach wie vor nicht vergessene Abgasskandal bei VW nicht fehlen. Na, hätten Sie sich an alle diese Ereignisse erinnert? Mir musste erst einmal auf die Sprünge geholfen werden.

Sehr dunkel kupferfarben und leicht opalisierend läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist eher klein und löst sich schnell auf. Damit entspricht die Optik des gereiften Winterbocks meinen Erwartungen.

Auch das Aroma ist für ein gereiftes Bier typisch. Düfte nach dunklem Malz und Karamell, nach Trockenpflaumen und eingelegten Kirschen, nach Waldhonig und Holz steigen mir in die Nase. Abgerundet wird der Duft durch das Aroma eines Likörweins. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet süß, was aber zu der reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt und während sich das Bier im Mund erwärmt kommen langsam die anderen Aromen zum Vorschein, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Das Mundgefühl ist schwer und weich und die 7,5 Volumenprozent Alkohol wärmen angenehm. In der Kehle wird das Bier überraschend trocken, Karamell steht jetzt im Mittelpunkt, begleitet vom Geschmack frischer Brotkruste. Obwohl das Bier nur wenige Bitterstoffe enthält, klingt der Geschmack sehr lange nach.

Parallel zum gereiften Bier habe ich eine Flasche des diesjährigen Einbecker Winterbocks zum Vergleich geöffnet. Eines ist klar – die Reifung hat dem Bier wirklich gutgetan. Die Aromen sind intensiver geworden, neue Aromen sind dazugekommen. Das Bier ist einfach komplexer geworden und ich hoffe, dass die lange Lagerung eines Bockbiers keine einmalige Aktion der Brauerei bleibt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18,2° Plato

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

Fürst Carl – Winterbock

Der Winterbock ist eine ganz spezielle Kategorie Bier, die viele Freunde hat. Das Starkbier wird im Herbst gebraut und soll mit seinen wärmenden Umdrehungen und der feinen Würze für gute Laune in den kalten, dunklen Wintermonaten sorgen. Es gibt eine bunte Vielfalt verschiedener Winterböcke, die sich von mächtigen Wuchtbrummen über elegante Meisterwerke bis hin zu festlich gewürzten Glühbieren und kraftvollen Malzbomben erstrecken. Jetzt bin ich mal gespannt, in welche Kategorie der Fürst Carl Winterbock gehört.

Braun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch kann mich das Bier schon mal überzeugen.

Das Aroma verrät mir, dass das Bier stark malzbetont ist. Ich rieche Karamell, dunkle Schokolade und Waldhonig.

Wie erwartet ist das Bier recht süß, was aber gut zu der reichlichen Karbonisierung passt. Auf der Zunge macht das Bier einen schweren und voluminösen Eindruck und macht damit dem Bierstil Winterbock alle Ehre. Der Geschmack erinnert an dunkle Schokolade und Honig. Erst in der Kehle kommen auch die Bitterstoffe des Hopfens diskret zum Tragen und sie klingen dort durchschnittlich lange mit.

Wie erwähnt macht dieser Winterbock seinem Namen alle Ehre. Wert die kräftigen Weihnachts- und Winterböcke mag, wird dieses Bier lieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Select)

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Schlossbrauerei Ellingen
Schlossstraße 10
91792 Ellingen
www.fuerst-carl.de/de

Vielanker – Winterbock

Vielank liegt in Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Würde es dort kein Brauhaus geben, wüsste ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass es Vielank gibt. Aber auch ohne dass ich schon einmal in Vielank war, ist mir das dortige Brauhaus durchaus sympathisch. Verschiedene Biere, Gaststätte mit regionalen Spezialitäten, Hotel und Produkte vom Auerochsen – viel mehr Regionalität kann ein einzelnes Unternehmen kaum bieten. Irgendwann muss ich mal dort hin. Jetzt steht vor mir der Winterbock und wartet auf seine Verkostung.

Kupferfarben und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste elfenbeinfarbene Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Karamell und Trockenpflaumen steigen mir in die Nase. Auf jeden Fall habe ich hier ein recht süßes Bier vor mir, aber auch der Alkohol ist in der Nase deutlich feststellbar. Das Aroma erinnert an Likör. Da bin ich mal gespannt, wie sich das Bier auf der Zunge macht.

Der Antrunk ist wie erwartet süß. Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Die Fruchtigkeit ist auf der Zunge weniger präsent als ich es vom Duft her erwartet hatte. Bitterstoffe sind stiltypisch nur wenige vorhanden und das Mundgefühl ist cremig. Der Abgang ist mild und jetzt kommt in der Kehle doch noch die Fruchtigkeit zu ihrem Recht, die an rote Früchte erinnert und die lange nachklingt.

Der Vielanker Winterbock ist ungewöhnlich, kann aber wirklich gefallen. Ich meine aber, etwas mehr Frische würde diesem Bier gut zu Gesicht stehen.

Zutaten:

Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Brauhefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

18 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Vielanker Brauhaus GmbH & Col. KG
Lindenplatz 1
19303 Vielank
www.vielanker.de

BierSelect