La Botteresse – Noël

Lüttich (Liége) ist die Hauptstadt und auch das kulturelle Zentrum der Wallonie. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und noch ein Tipp, wenn Sie dort sind: Nicht weit davon entfernt liegt Saint Georges sur Meuse, der Sitz der Brauerei La Botteresse, aus der das Weihnachtsbier stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist haselnussbraun und fällt relativ schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet röstig-süß nach Kaffee und Nuss, auch der Alkohol macht sich bereits in der Nase bemerkbar.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und obwohl die Kohlensäure feinperlig ist, ist sie doch wirklich kräftig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt eine leichte fruchtige Säure, die an Birnen erinnert. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank. Auch in der Kehle macht sich die leichte Säure bemerkbar, die recht lange nachklingt.

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie La Botteresse SCRL
6 Rue Fond Méan
4470 Saint-Georges-sur-Meuse
Belgien
www.labotteresse.be

Die ProWein findet 2022 wieder offline in Düsseldorf statt

Vom 27. bis 29. März 2022 ist es endlich wieder so weit: Die ProWein, die weltweit wichtigste und größte Fachmesse für Weine und Spirituosen, findet wie in guten, alten Zeiten wieder als Präsenzveranstaltung statt. „Sowohl von unseren weltweiten Austellern als auch unseren Besuchern bekommen wir ein sehr positives Feedback. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause ist die Sehnsucht der Branche ausgesprochen groß, sich persönlich zu treffen, zu netzwerken, zu verkosten – und natürlich zu ordern“, bringt es Bastian Mingers, Project Director der ProWein, auf den Punkt. Das hat auch die gerade zu Ende gegangene A+A 2021 – internationale Leitmesse für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – bestätigt. 1.204 Aussteller aus 56 Nationen und mehr als 25.000 Fachbesucher aus 100 Ländern – darunter USA/Kanada, Asien, Südamerika und Europa – waren vom 26. bis 29. Oktober persönlich in Düsseldorf.

So bietet die ProWein 2022 wieder ein umfassendes Angebot an Weinen und Spirituosen, das in dieser Breite weltweit einmalig ist. Die internationalen Markenführer sind ebenso vertreten wie Im- und Exporteure, Handelsagenturen, erlesene Winzer oder die regionalen Anbauregionen aus den großen Weinnationen. Um die nötigen Abstandsregeln zu gewährleisten, wird die kommende ProWein um drei auf insgesamt 13 Messehallen erweitert. Rund 5.500 Aussteller werden sich voraussichtlich auf die 13 Hallen verteilen. Die klare Aufteilung nach Ländern und Regionen wird dabei beibehalten. So findet sich dieses Mal das komplette Angebot aus Italien in den Hallen 15 bis 17. Alle Regionen Italiens sind vertreten, darunter die größten Gemeinschaftsbeteiligungen aus dem Veneto, dem Piemonte und der Toscana. Neben den umsatzstärksten Unternehmen Italiens wie Zonin, Botter Vini und Fratelli Martini präsentieren sich viele Top-Erzeuger. Darunter zum Beispiel Castello di Ama aus der Toscana, Elena Walch aus Südtirol oder Elio Altare aus dem Piemonte.

Die Hallen 9 bis 11 sind fest in der Hand der französischen Weinwirtschaft. Alle Anbauregionen zeigen Flagge, ebenso große Namen wie Castel Frère, Albert Bichot, Bernard Magrez, Dourthe, Paul Mas oder Gèrard Bertrand. Abgerundet wird das frankophile Angebot durch die Champagne Lounge. Zur ProWein 2022 treten hier rund 200 Produzenten auf und geben einen umfassenden Überblick über die edlen Schaumweine aus der Champagne.

In den Hallen 1, 4 und 5 präsentieren sich alle relevanten deutschen Anbaugebiete. Voraussichtlich sind rund 800 Aussteller aus Deutschland vertreten, so zum Beispiel Dreissigacker, Schneider, Hensel, Weil Herres Layat, Schlumberger und Weinkontor Freund. Auch der Bio-Bereich mit den internationalen Bioverbänden und einzelnen Ausstellern wie das Weingut Can Axartell ist hier zu finden. Ebenfalls dabei sind die Bioverbände Ecovin, Bioland, Demeter und Biodyvin. Für die beliebte Sonderschau „Organic World“ haben sich 45 Winzer aus Europa wie z.B. Italien, Griechenland, Frankreich, Spanien angemeldet.

Die Wein-Nation Österreich hat auf der kommenden ProWein ihre Heimat in Halle 5, Portugal in Halle 13, Spanien in den Hallen 13 und 14. Die Halle 12 gehört ganz den Produzenten aus Übersee, unter anderem mit dem Wine Institute of California, Wines of Chile und Wines of Argentina. Der Fokus in Halle 11 liegt auf den Spirituosen.

In Halle 7.0, in der Trendshow „same but different“ können Fachbesucher wie in den letzten Jahren schon auf Entdeckungstour gehen und in stylischer Atmosphäre neue Craft-Drinks erkunden. Rund 120 Aussteller sind zur ProWein 2022 dabei. Das Angebot reicht von Gin über Mezcal und Craft Beer bis hin zu Whisky und Rum.

Ticketshop geht Mitte Dezember online

Unter www.prowein.de können sich die Fachbesucher bereits jetzt einen ersten Einblick über das Produktangebot auf der ProWein vom 27. bis 29. März 2022 verschaffen. Die Vorbereitungen – und hier vor allem die Aufplanung der Hallen – laufen auf Hochtouren. Mitte Dezember geht dann auch der Ticketshop online; dort – und auch nur dort/online – können sich die Fachbesucher ihr Tages-Ticket (Kosten: 50,00 Euro) kaufen. Geöffnet ist die ProWein wie gewohnt von Sonntag bis Dienstag, täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr.

Engel – Weihnachtsbier

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt das beschauliche Crailsheim, wo auch die Biermanufaktur Engel ihren Sitz hat, von der das Weihnachtsbier stammt, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, unterstützt durch eine leichte Fruchtigkeit, die an Zitrusfrüchte erinnert.

Der Antrunk ist leicht süß mit einer feinperligen aber kräftigen Kohlensäure. Auf der Zunge tritt ein überraschend kräftiges Bitter dazu, das aber der Malznote durchaus ihren Platz überlässt und sie nicht in den Hintergrund drängt. Der Abgang ist recht schlank. Obwohl das Bitter in der Kehle schwächer wird, klingt es überraschend lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

 

Die Sieger des European Beer Star 2021 kommen aus 26 Ländern

Beim European Beer Star 2021 haben über 120 internationale Bierexperten im Rahmen einer zweitägigen Blindverkostung 213 Biere mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Insgesamt wetteiferten in diesem Jahr 2395 Biere in 70+1 Kategorien um die begehrten Awards. In der neu geschaffenen Kategorie „Free-Style Beer“ ging erstmals in der bereits 18-jährigen Geschichte des European Beer Star neben der geruchlichen und geschmacklichen Bierqualität auch das Storytelling – die Geschichte hinter dem Bier – in die Bewertung der Fachjury mit ein.

Die Gläser sind leer, die Gewinner des European Beer Star 2021 stehen fest! In einer zweitägigen Blindverkostung am 4. und 5. November bei der Doemens Akademie in Gräfelfing bei München hat eine rund 120-köpfige, internationale Expertenjury, bestehend aus Braumeistern, Fachjournalisten, Biersommeliers und weiteren Bierexperten, die eingereichten Biere nach Optik, Schaum, Geruch und Geschmack sowie sortentypischen Merkmalen objektiv beurteilt. In den 70+1 Kategorien des Bierwettbewerbs wurden nach dem olympischen Prinzip nur jeweils die drei besten Biere mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Insgesamt traten 2395 Biere aus 44 Ländern rund um den Globus beim European Beer Star 2021 an.

Stefan Stang, Hauptgeschäftsführer Private Brauereien Bayern e.V., ist stolz auf die diesjährige Ausgabe des Bierwettbewerbs: „Nach schwierigen eineinhalb Jahren für die gesamte internationale Braubranche freuen wir uns sehr über eine so große Resonanz auf den European Beer Star 2021. Nach einer Delle bei den Anmeldezahlen im vergangenen Jahr sind wir nun wieder fast auf dem Rekordniveau von 2019.“ Mit den knapp 2400 in diesem Jahr eingereichten Bieren lagen die Anmeldungen 17 % über den Anmeldungen im Vorjahr. „Der European Beer Star 2021 ist rein von den Anmeldezahlen der zweitbeste in seiner nunmehr 18-jährigen Geschichte“, ergänzt Stang.

Deutschland führt den Medaillenspiegel an

Mit insgesamt 78 Awards (29 Gold, 28 Silber, 21 Bronze) gingen die meisten Auszeichnungen beim European Beer Star 2021 nach Deutschland. 32 Awards treten in diesem Jahr die Reise über die Alpen nach Italien (4 Gold, 15 Silber, 13 Bronze) an. Weiterhin waren Brauereien aus den USA (21 Awards) und Belgien (20 Awards) sehr erfolgreich beim weltweit bedeutendsten Bierwettbewerb des Jahres 2021.

Dreimal Gold holten sowohl die Weißbierexperten von der Brauerei Schneider Weisse in Kelheim, als auch die Familienbrauerei Bauhöfer aus Renchen-Ulm, die mit ihren untergärigen Bieren glänzte. Darüber hinaus sammelten die Schlossbrauerei Unterbaar nahe Augsburg sowie die Brauerei Gebrüder Maisel aus Bayreuth mit jeweils vier Auszeichnungen eifrig Awards.

Auf die Frage nach dem besten Pilsner lieferte die Schlossbrauerei Autenried die richtige Antwort und wurde mit der Goldmedaille in dieser Kategorie ausgezeichnet. Das beste „German-Style Helles“ kommt in diesem Jahr aus Pfaffenhofen von der Müllerbräu.

Medaillensammler aus Belgien und Italien

Doch nicht nur in Deutschland gibt es erfolgreiche Brauereien beim European Beer Star 2021. Mit drei Awards in den Kategorien „Belgian-Style Blond Ale“, „BelgianStyle Dubbel“ und „Belgian-Style Tripel“ bewies die Bierbrouwerij de Koningshoeven wieder einmal mehr, dass ihnen bei diesen Bierstilen niemand so schnell etwas vormacht. Weitere vier Awards gehen in die Nähe von Rom zur erst 2015 gegründeten Brauerei Ritual Lab, die besonders mit ihren Interpretationen in den Kategorien „Session Beer“, „New Style Pale Ale“, „New Style India Pale Ale“ und „Ultra Strong Beer“ erfolgreich waren.

Doch auch im 18. Jahr seines Bestehens gibt es immer noch Überraschungen beim European Beer Star. Zum ersten Mal in der Geschichte des Bierwettbewerbs holen die skandinavischen Länder Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark zeitgleich je einen Gold Award. Gold in der Kategorie „German Style Dunkler Bock“ ergatterte die E.C. Dahls Brygerri aus Norwegen, der Preis für das beste „EnglishStyle Strong Ale“ geht an die Panimo Honkavuori Oy aus Finnland. Die schwedische Remmarlöv Gårdsbryggeri konnte die Kategorie „Sweet Stout“ mit Gold für sich entscheiden und die Krenkerup Bryggeri aus Dänemark braute das beste „Smoke Beer“.

Kreativitätspreis geht an Kreativbrauerei

Erstmalig wurden beim European Beer Star eine Kategorie geschaffen, in der nicht ausschließlich die Bierqualität ausschlaggebend für die Bewertung ist. In der neuen Spezialkategorie „Free-Style Beer“ spielte das Storytelling – die Geschichte und die Idee hinter dem Bier – eine besondere Rolle. Die Finaljury am meisten überzeugen konnte die Kehrwieder Kreativbrauerei mit ihrem „El Duderino“. Inspiriert vom Lieblingsgetränk der Hauptfigur im Film „The Big Lebowski“ – dem Cocktail „White Russian“ – überzeugte das Gewinnerbier nicht nur durch ein grandioses Storytelling, sondern auch durch eine kreative Rezeptur und hervorragende Bierqualität.

Boucanier – Christmas Ale

Das Wort Boucanier ist von dem Begriff Boucan abgeleitet, einer alten Grillmethode, die auf den haitianischen Inseln verwendet wird. Dort gab es in der Vergangenheit viele Deserteure, die sich zusammentaten, um vorbeifahrende Schiffe auszurauben. Sie nannten sich Boucanier. Das Bier, das diesen Namen trägt, wird seit 40 Jahren von Vansteenberge gebraut, steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell. Die Süße des Aromas erinnert an Rübensirup. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase und gibt dem Bier eine Likörnote.

Der Antrunk überzeugt durch die Süße der Karamellmalze sowie die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein passendes Bitter kommt zusammen mit der Würzigkeit des Hopfens dazu. Aus dem Hintergrund meine ich, auch den Geschmack von Nüssen wahrzunehmen. Das Mundgefühl ist cremig und rund und der Alkohol wirkt wärmend. Auch den trockneren Abgang teilen sich bittere und süße Geschmacksnoten, die durchschnittlich lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Icobes b.v.b.a.
Durmakker 23
9940 Evergem
Belgien

Fassgereifte Bierspezialitäten werden immer beliebter

Holzfassgereifte Biere haben vielschichtige Aromen und einen außergewöhnlichen Geschmack. Wie edle Weine sollen sie nicht vorrangig den Durst löschen, sondern den Genießer in neue, komplexe Geschmacksdimensionen entführen. Für den Großteil der deutschen Bierliebhaber sind fassgereifte Bierspezialitäten ein ganz neues Genusserlebnis und das Interesse an der noch kleinen Kategorie wächst stetig.

Maisel & Friends sind bekannt für ihre kreative Ader und haben sich mit ihren modernen Bierspezialitäten längst einen Namen gemacht. Die innovativen Braumeister aus dem fränkischen Bayreuth zählen auch zu den deutschen Vorreitern bei Barrel Aged Bieren. Bereits 2015 haben sie sich ein Fasslager eingerichtet, das sich inmitten ihres Restaurants Liebesbier befindet. Seitdem experimentieren die Brau- und Kellermeister mit verschiedenen Kombinationen aus höherprozentigen Bieren und Holzfässern. Verwendet werden zum Teil frische getoastete Eichenholzfässer, zum Teil aber auch Fässer, die zuvor mit schweren Rotweinen, andalusischem Sherry, feinen Whiskys, süßen Likören und anderen Spirituosen belegt waren. Während der mehrmonatigen Ruhezeit nimmt das Bier die Aromen des Fasses an und es entstehen ganz spannende neue Geruchs- und Geschmackserlebnisse. Abgefüllt werden die Barrel Aged Bierspezialitäten in edle 0,75 Liter Flaschen, so dass die Spezialitäten zu einem besonderen Anlass oder Genussmoment zelebriert werden können.

Durch die natürliche Limitierung der Holzfässer entstehen immer nur sehr kleine Mengen einer fassgelagerten Bierspezialität, was sie besonders begehrt macht. Bislang waren alle Barrel Aged Biere von Maisel & Friends binnen weniger Wochen ausverkauft. Momentan ist der Maisel & Friends Bourbon Bock 2021 verfügbar und für die Vorweihnachtszeit werden außerdem die Kombinationen Rum-Bock, Slyrs-Bock und Bajuwarus-Weizenbock-Aquavit angekündigt. Erhältlich sind die Barrel Aged Biere von Maisel & Friends über den Onlineshop: www.maiselandfriends.com/shop

Hofbräu – Winterzwickl

Auch das Hofbräuhaus in München hat ein Winterbier gebraut, ein dunkles untergäriges Zwicklbier. Dieses Bier wird nur von Ende Oktober bis Mitte Januar gebraut und wenn es dann weg ist, müssen sich die Konsumenten bis zum nächsten Herbst gedulden. Selten war ich von den Bieren aus dem Hofbräuhaus enttäuscht, so dass ich jetzt auf das Winterzwickl gespannt bin.

Fast blickdicht schwarz strahlt mich das Bier an. Darüber prangt eine fest elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts zu meckern.

Das Aroma ist erwartungsgemäß malzbetont nach Schokolade und Karamell.

Auch der Antrunk entspricht meinen Erwartungen, denn er ist recht süß mit einer feinperligen sanften Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße präsent und es gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Obwohl das Aroma nach Schokolade in der Nase im Vordergrund stand, erscheint es auf der Zunge eher zurückhaltend. Mir gefällt das weiche Mundgefühl. Der Abgang ist etwas trockener mit einem mäßigen freundlichen Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Helles Gerstenmalz, Caramelmalz), Hopfen (Herkules, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeu-muenchen.de

Luvanium – Wintertijd Old Genever Infused

In Deutschland sind sie relativ selten – die Weihnachts- oder Winterbiere. Es gibt traditionell einige Bockbiere und speziell in der Craft Beer-Szene kommt langsam auch hierzulande das Bewusstsein für jahreszeitlich wechselnde Bierstile hervor. Anders ist es in Belgien, wo es eigentlich für jede Jahreszeit und jede Gelegenheit eine große Auswahl an Bieren gibt. Besonders in den Wintermonaten waren dort traditionell die dunklen und starken Biere beliebt, aber in letzter Zeit kommen auch häufig hellere Biere für den Winter auf den Markt. Ein solches Bier steht jetzt vor mir. Und seien wir doch mal ehrlich – sich die Winterzeit mit altem Genever zu verschönen hat doch was. Oder?

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feinporige Schaumkrone mit leichtem Gelbstich, die lange erhalten bleibt.

In der Nase mischt scih der Duft nach Karamell und Biskuitteig mit einer leichten Fruchtigkeit, die an Bananen erinnert, mit der Würzigkeit von Wacholder. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Wie ich es erwartet habe, ist der Antrunk süß und schwer. Dazu ist er mild und lässt bereits eine tolle Komplexität des Bieres erahnen. Aber bevor ich mich darauf konzentrieren kann, erfreut mich das wunderbar weiche Mundgefühl dieses Bieres. Dabei kommt zur Süße ein sehr zurückhaltendes Bitter, begleitet durch die Fruchtigkeit nach Banane und auch der alte Genever bringt seine Würzigkeit ein. Das Gesamtbild dieses Bieres ist sehr edel, so dass ich meine, dass dieses Bier immer dann getrunken werden kann, wenn normalerweise ein guter Rotwein auf dem Tisch stehen würde. Der Abgang ist würzig und bitter, wobei die Bittere relativ schnell nachlässt, während der würzige Geschmack noch lange nachklingt.

Zu diesem Bier passt auf jeden Fall ein gutes Wildgericht.

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwhuys de Vaart
Pontstraat 24
1981 Hofstade
Belgien

Heinder Bock

Bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte das Dorf Heinde, einige Kilometer südlich von Hildesheim gelegen, eine eigene Brauerei. Vermutlich im Zuge der Industrialisierung wurde das Brauen dort aufgegeben und die Bewohner bezogen ihr Bier von außerhalb. Heute erinnern nur noch einige ausgehöhlte Baumstämme, die der Brauerei als Wasserrohre dienten, die vom Lehrbach zum Brauereigebäude auf dem Rittergut führten und die bei Bauarbeiten ans Licht kamen, an die Heinder Brautradition. Nachdem in Heinde mehr als 100 Jahre nicht mehr gebraut wurde, fanden sich sechs Bierenthusiasten zusammen, um die Tradition wieder aufleben zu lassen. Von ihnen stammt auch das Bockbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine durchschnittlich große Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, begleitet von den würzigen Noten des Hopfens.

Wie ich es erwartet habe, ist der Antrunk recht süß. Obwohl die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert ist, ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. Auf der Zunge lässt die Süße etwas nach, wobei die Röstnoten des Karamells mehr in den Vordergrund treten. Dazu tritt eine leichte Säure auf den Plan. Das Mundgefühl ist weich und voll. Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Säure gefällt. Einerseits ist sie nicht stiltypisch, auf der anderen Seite sorgt sie für eine erhöhte Komplexität des Geschmacks. Vermutlich muss jeder für sich entscheiden, ob das gefällt oder nicht. Erst im Abgang taucht ein leichtes Bitter auf, das aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hüll Melon),Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

33 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Heinder Naturtrüb GbR
Wulfskuhle 3
31162 Heinde
www.heinder-naturtrueb.de

Auf den Spuren des alkoholfreien Bieres in Österreich

Die 13. Ausgabe des österreichischen Bierkulturberichtes, der von der Kommunikationsabteilung der Brau Union Österreich herausgegeben wird, wirft 2021 einen umfassenden Blick auf das alkoholfreie Bier. Bekannte Persönlichkeiten aus der Branche erklären in Interviews, wie sich das alkoholfreie Bier im Lauf der Zeit entwickelt hat, welche Methoden es zur Herstellung gibt, wie etabliert alkoholfrei in der Gastronomie ist und wie sich alkoholfreies Bier auf die Gesundheit auswirkt.

Basierend auf den Ergebnissen einer breit angelegten Studie des „market“ Marktforschungsinstituts zur Bierkultur in Österreich wird auch ein vielfältiger Blick auf das heutige Konsumverhalten geworfen. Mittlerweile ist ersichtlich, dass sich die Coronapandemie auf das Konsumverhalten der österreichischen Bevölkerung ausgewirkt hat. Zumindest 61 % der Österreicher Bier trinken mehrmals pro Monat, also regelmäßig Bier. Das sind 4 % mehr als im Vorjahr. Fragt man, wo das Bier am besten schmeckt, geben ein Drittel der Österreicher (36 %) unterwegs an, in Bars, Lokalen, Gasthäusern. Zuhause schmeckt es hingegen nur 18 % besser. Aber ebenfalls einem Drittel (35 %) kommt es nur auf das Bier an, das ihnen überall gleich gut schmeckt.

Konsumtrends Alkoholfrei und Regionalität

Legt man den Fokus auf alkoholfreies Bier, so zeigt sich, dass fast die Hälfte der Österreicher (45 %) der Meinung ist, dass der Umgang mit alkoholfreiem Bier sich zum Positiven verändert hat und dass es ist mittlerweile schick und angesehen ist, zu alkoholfreiem Bier zu greifen. Entsprechend trinkt ein Viertel der Österreicher (26 %) gerne alkoholfreies Bier, Tendenz seit Jahren leicht steigend. An den Konsumgründen hat sich kaum etwas geändert. Nahezu die Hälfte der Österreicher (46 %) greift zu alkoholfreiem Bier, wenn man Lust auf ein Bier hat, aber ohne Alkohol trinken zu wollen sowie beim Autofahren. Letzterer Grund hat durch die pandemiebedingten Lockdowns um 4 % abgenommen. Alkoholfreies Bier ist für die Österreicher vor allem Durstlöscher (45 %), steht für Genuss (34 %) und Gesundheit (32 %).

Ein weiterer Konsumtrend hat sich durch Corona noch stärker ausgeprägt, die Regionalität. 4 von 10 Österreichern bevorzugen ein Bier aus ihrer Region. Vor allem regelmäßige Bierkonsumenten (44 %), die 50-59-Jährigen (46 %) sowie die Landbevölkerung (47 %) greifen überdurchschnittlich oft lieber zu regionalem Bier. Unter den 18-29-Jährigen ist es hingegen nur ein Drittel, in dieser Altersgruppe fällt die Wahl mit 13 % fast doppelt so oft wie für die Gesamtbevölkerung auf internationales Bier.

Schlussendlich wird noch ein Blick in die Zukunft gewagt, wie es mit der Bierkultur in Österreich und dem Konsumverhalten von (alkoholfreiem) Bier weitergehen könnte. „Für nahezu jeden Österreicher ist Bier (sehr) wichtig für die österreichische Getränkekultur (87 %). Darum ist eines gewiss: Bier ist und bleibt ein Teil unserer österreichischen Kultur. Schon früher ebenso wie heute und sicher auch in Zukunft wurde und wird auf das Brauhandwerk mit Bier angestoßen“, ist Klaus Schörghofer, Vorstandsvorsitzender der Brau Union Österreich, überzeugt.

„In der diesjährigen Bestandsaufnahme zum Thema österreichisches Bier haben wir neben konstanten Fragen, um Vergleiche ziehen und Trends erkennen zu können, den Fokus auf alkoholfreies Bier, Regionalität und Auswirkungen der Coronapandemie gelegt, die erfreulicherweise den Stellenwert von Bier in der österreichischen Getränkekultur nicht negativ beeinflussen“, so Gabriela Maria Straka, Mitglied der Geschäftsleitung und Director Corporate Affairs & CSR der Brau Union Österreich und Diplom-Biersommelière.

Über die Studie

Die Studie wurde vom Market Marktforschungsinstitut unter 2.094 Österreichern ab 18 Jahren in Form von Telefon- und Online-Interviews im März 2021 durchgeführt. Den vollständigen Bierkulturbericht 2021 sowie die Bierkulturberichte aus den Vorjahren finden Sie unter https://www.brauunion.at/bierkultur zum Download.