Wirtshausführer Bierwirte 2022 erschienen

Es sind nach wie vor schwierige Zeiten auch für die österreichische Gastronomie. Wiederholte Lockdown-Phasen und der daraus resultierende Fachkräftemangel machen der gesamten Branche zu schaffen. Umso mehr gilt es jetzt, die Gastgeber und Gastgeberinnen des Landes zu unterstützen und vor den Vorhang zu holen. Und so wurden auch in diesem Jahr wieder die Auszeichnungen der „Wirtshausführer Bierwirte des Jahres“ an ausgewählte GastwirtInnen verliehen, die sich in besonderem Maße der Pflege der Bierkultur widmen. Die traditionelle, feierliche Übergabe in der Stiegl-Brauwelt im vergangenen Herbst musste pandemiebedingt erneut abgesagt werden. Die „BierwirtInnen 2022“ erhielten die begehrten Auszeichnungen in ihren Betrieben.

Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren kürt der bekannte Lokal-Guide „Wirtshausführer“ gemeinsam mit Stiegl die „Wirtshausführer Bierwirte des Jahres“. Für Österreichs führende Privatbrauerei spielt die Pflege der heimischen Bierkultur naturgemäß eine wichtige Rolle, so werden jährlich in jedem Bundesland sowie in Südtirol besonders Bier-affine Gastwirtschaften mit dem begehrten Preis ausgezeichnet. Bei der Auswahl und Bewertung legte die Jury in bewährter Weise das Augenmerk vor allem auf die Zapf- und Glaskultur, das Service und das kulinarische Know-how rund ums Bier. Beurteilt wurde auch nach den Kriterien, wie gut das jeweilige Speisenangebot zu den Bierspezialitäten passt, sowie „Kochen mit Bier“.

Für Stiegl-Eigentümer Dr. Heinrich Dieter Kiener sind die Auszeichnungen in Zeiten wie diesen auch ein Zeichen der Wertschätzung: „Die heimischen Unternehmen und besonders die Gastronomiebetriebe sind seit vielen Monaten vor enorme Herausforderungen gestellt – umso mehr ist es uns ein Bedürfnis, die heimischen Gastwirtinnen und Gastwirte vor den Vorhang zu holen und sie bewusst zu stärken. Als österreichisches Familienunternehmen wollen wir für die vielen Betriebe gerade in schwierigen Zeiten mehr denn je ein verlässlicher Partner sein.“ Die Herausgeber des Wirtshausführers, Renate Wagner-Wittula sowie Elisabeth und Klaus Egle, betonen vor allem die Bedeutung der Gastronomie: „Eine ganz wesentliche Erkenntnis aus der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen ist, dass das Wirtshaus als ‚Begegnungszone‘ für alle Generationen unverzichtbar ist und bleibt.“ In der neuen Ausgabe 2022 widmen sie sich auch den aktuellen Gastronomie-Trends sowie den Veränderungen in der Branche: „Ein Jahr der Recherche in diesen herausfordernden Zeiten zeigt klar, dass das Wirtshaus der Zukunft anders aussehen wird, als wir es bisher gewohnt sind. Neue Services wie etwa Take-Away, entstanden durch wiederholte Lockdowns, sind ein Indikator für flexibles und innovatives Unternehmertum“, so die Herausgeber.

Wirtshausführer Bierwirte in neun Bundesländern & Südtirol

Als „Wirtshausführer Bierwirte des Jahres 2022“ wurden ausgezeichnet: Oliver Jauk vom Restaurant „Ludwig van“ (Wien), Christian Keller vom Gasthof Keller (Gumpoldskirchen/ Niederösterreich), Franz Gotthardt vom Café-Restaurant „Gotthardts Bank“ (Oberwart/ Burgenland), Melanie und Michael Leitner vom „Metzenhof“ (Kronstorf/Oberösterreich), Christina und Christian Schoberleitner vom Gasthof „Martinhof“ (St. Martin im Sulmtal/ Steiermark), Andreas Morolz vom „Gasthof Kropf“ (Griffen/Kärnten), Margit und Hannes Brandstäter vom Gasthof „Rohrerwirt“ (Großarl/Salzburg), Andrea Posch und Martin Huber vom „Mocking Wirtshaus“ (Kitzbühel/Tirol), Daniela Pfefferkorn vom Hotel-Restaurant „Goldener Berg“ (Oberlech/Vorarlberg) sowie Ilse und Arno Kaslatter vom „La Stua“ (Wolkenstein/Südtirol).

„Wirtshaus-Trends“ im Wirtshausführer Österreich

In der neuen, bereits 23. Ausgabe 2022 stellt der Wirtshausführer insgesamt 1.000 beste Genießer-Wirtshäuser in Österreich, Südtirol sowie an der Adria und in Friaul, Istrien und Slowenien vor. Mit handverlesenen Empfehlungen von erfahrenen Kulinarik-Redakteuren bietet Österreichs umfassendster Lokalguide auf einen Blick, wo man gut essen, trinken und auch schlafen kann bzw. welche Gastronomen besonders „nachhaltig wirten“. Neu aufgenommen wurden in diesem Jahr 71 Lokale. Dazu kommen auch 500 Tipps, wo man laktose- und glutenfrei essen kann. Der beliebte Gastronomie-Guide steht – inkl. großer Österreichkarte – in Buchform, als App und unter www.wirtshausfuehrer.at zur Verfügung.

Gold Ochsen – Ulmer Rotbock

Bereits seit dem frühen Mittelalter wird in Nürnberg Rotbier gebraut. Ich hatte schon immer den Verdacht, dass es sich dabei um einen roten Bock handelt, aber wenn ich einen Brauer aus Nürnberg danach gefragt habe, wurde diese Frage immer vehement verneint. Die dortigen Brauer legen absolut Wert auf die Feststellung, dass es sich beim Rotbier um einen eigenständigen Bierstil handelt. Jetzt habe ich die Bestätigung für meine Annahme erhalten – allerdings nicht aus Nürnberg, sondern aus Ulm. Die dortige Brauerei Gold Ochsen hat als Jahrgangsbier 2021 einen Rotbock kreiert, den Sie ausdrücklich in die Tradition des Rotbiers aus Nürnberg stellen.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die cremefarbige gemischtporige Schaumkrone bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet stiltypisch intensiv nach Karamell, dazu einige würzige Noten und Pinie. Abgerundet wird das Aroma durch einige Zitrusnoten und roten Johannisbeeren sowie einem Duft, der an Gras erinnert. Dabei ordnen sich dem Karamellduft alle anderen Aromen unter.

Der Antrunk ist kraftig und süß mit der passenden Menge Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten. Dazu kommt ein leichte aber deutliches Bitter. Das Mundgefühl ist schwer, fast dickflüssig. Dabei ist das Bier sehr schön ausgewogen. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, ohne dass das Bitter zu sehr in den Vordergrund tritt. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Das Bier ist sehr intensiv. Es eignet sich daher nicht, um es nebenbei zu trinken. Es ist aber ein perfekter Begleiter zu einem Dessert, beispielsweise zu einer Bayrisch Creme oder einer Mousse au Chocolat.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Rottenburger, Petit Blanc, Perle)

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Pater Lieven – Tripel

aJetzt steht mal wieder ein Abteibier vor mir, das Pater Lieven von der Brouwerij van den Bossche im flandrischen Herzele. Es handelt sich um ein Tripel mit einem Alkoholgehalt von acht Volumenprozent. Dann will ich mich mal nicht lange mit der Vorrede aufhalten, direkt die Flasche öffnen und mir ein Glas einschenken.

Rotgolden und opalisierend strahlt das Bier mich an. Die sahnige Schaumkrone ist sehr voluminös und bleibt auch sehr lange erhalten. So stelle ich mir ein gutes belgisches Tripel vor.

Düfte nach Brotkrume und Karamell steigen mir in die Nase, dazu eine würzige Bitterkeit, gemischt mit einigen blumigen Noten.

Im Antrunk dominiert die Süße des Malzes und die Kohlensäure ist sanft. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken. Er wird aber nicht dominant, sondern unterstützt die anderen Geschmckseindrücke. Das Mundgefühl ist voll. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Nachgärungszucker

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Bittereinheiten:

13 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brouwerij van den Bossche
Sint-Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Bergmann – Schwarz

Die Geschichte der Brauerei beschreibt Wikipedia so: „Die Brauerei Bergmann wurde 1796 von Wilhelm Dietrich Johann Bergmann im Dortmunder Stadtteil Rahm gegründet. 1966 hatte sie 109 Mitarbeiter und produzierte 96.000 Hektoliter Bier. Die Brauerei wurde 1971 von der Dortmunder Ritter Brauerei übernommen und 1972 als eigenständige Braustätte in der Rahmer Straße 262 geschlossen. An der Stelle der Braustätte ist heute ein Supermarkt, der über Fotos im Innern an den historischen Ort erinnert. Der ehemalige Braukeller, auf dem der Supermarkt steht, ist heute noch vorhanden, jedoch nicht öffentlich zugänglich. Die Markenrechte hielten die Rechtsnachfolger bis ins Jahr 2003 hinein.

2005 wurden die zuvor aufgegebenen Markenrechte an dem Namen Dortmunder Bergmann Bier vom Dortmunder Mikrobiologen Thomas Raphael für 300 Euro erworben, nachdem dieser zufällig in einer Online-Markendatenbank gesehen hatte, dass die Marke Bergmann für die ehemalige Braustätte in Dortmund-Rahm stand, jedoch nicht mehr vergeben war. Raphael reaktivierte anschließend die Marke, um die Rechte daran zu behalten. Nachdem er auf einer Feier im Jahr 2007, bei der ein Dortmunder Journalist anwesend war, die ersten Flaschen Exportbier verteilte, erschien ein großer Artikel in einer Samstags-Ausgabe der Ruhr Nachrichten. Aufgrund der anschließend überaus positiven Resonanz vieler Dortmunder fühlte sich Raphael bestärkt, die Brautätigkeiten auszuweiten. Gebraut wurden anfangs die Sorten Export, Spezialbier, Pils und Schwarzbier in der Brauerei Bosch. Das neue Unternehmen betreibt er seitdem mit seinem Geschäftspartner Herbert Prigge. Die Expansion wurde anfangs mit der Ausgabe von 30 Genussscheinen mit einem Gesamtwert von 210.000 Euro finanziert, die mit vier Prozent verzinst werden. Ende 2008 wurde im Dortmunder Hafen eine eigene Braustätte bezogen, in der ab der Fertigstellung im April 2010 die Craft Bier-Spezialitäten gebraut wurden . Seit 2017 wurde eine neue Braustätte im Gewerbegebiet Phoenix West im Dortmunder Stadtteil Hörde mit einer Kapazität von 5.000 Hektolitern in Betrieb genommen, in der alle Biersorten produziert werden.“

Intensiv schwarz präsentiert sich das Bier im Glas und hebt sich damit deutlich deutlich von vielen anderen Schwarzbieren ab, die eher wässrig aussehen. Die mittelbraune Schaumkrone ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Düfte nach Schokolade, Karamell und Kaffee steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist mäßig süß und die Kohlensäure überzeugt durch ihre Sanftheit. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu und die Aromen spiegeln sich wider. Das Mundgefühl ist angenehm voll. Obwohl das Bitter auch in der Kehle nur leicht ist, klingt der Geschmack lange nach.

Das Schwarzbier von Bergmann ist angenehm und leicht zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Bergmann Brauerei GmbH
Elias-Bahn-Weg 2
44263 Dortmund
www.bergmann-brauerei.de

De Dolle Brouwers – Oerbier

De Dolle Brouwers aus Esen im flandrischen Teil von Belgien sind für ihre guten und außergewöhnlichen Biere bekannt. Das Oerbier ist das Flaggschiff der Brauerei. Es war ihr erstes kommerzielles Bier und wird seit 1980 produziert. Es handelt sich um ein dunkles Bier, das durch die Verwendung verschiedener Malzsorten und einen stundenlangen Kochprozess entsteht.

Seit zwanzig Jahren bringen De Dolle Brouwers außerdem fast jedes Jahr spezielle Gran Reserva-Ausgaben ihres Oerbiers heraus (die nach einem Jahr abgefüllt werden) (es begann mit der Gran Reserva 2002 und seitdem wurde nur 2003 ausgelassen). Es gab auch eine Geburtstagsedition, eine Version mit Eichenholzreifung (abgefüllt nach zwei Jahren) und eine helle Version, um nur einige der besonderen Oerbier-Sorten der Vergangenheit zu nennen. Leider handelt es sich dabei um Sondersude, die nicht mehr erhältlich sind. Aber jetzt will ich mich mit dem standardmäßigen Oerbier beschäftigen.

Rubinrot und mit einer voluminösen gemischtporigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Düfte nach Brotkrume, getrockneten Birnen und roten Beeren sowie nach Rotwein. Auch der Alkohol kommt leicht zum Tragen.

Im Antrunk fällt zuerst die sehr reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure auf, die durch eine leichte Süße begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Säure sowie ein leichtes Bitter dazu. Auch der Alkohol kommt durch, er wird aber nicht dominant, sondern unterstützt die anderen Geschmacksrichtungen. Das Mundgefühl ist rund und schwer. Alles in Allem macht das Bier einen fast weinartigen Eindruck. Der Abgang ist anfangs kurz fruchtig, bevor dieser Geschmack durch ein leichtes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang abgelöst wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Malz, Hopfen (Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

De Dolle Brouwers
Roeselarestraat 12B
8600 Esen
Belgien
www.dedollebrouwers.be

Traugott Simon – Weizen Hefetrüb

Nun steht mal wieder ein Bier von Traugott Simon vor mir, der Hausmarke der Getränkemarktkette Trinkgut. Bislang war ich von den Bieren dieser Marke nicht sonderlich beeindruckt und so bin ich auch froh, dass ich diese Biere bald hinter mir habe. Aber eventuell kann mich das hefetrübe Weizen jetzt ja überraschen.

Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Beir. Darüber eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Zumindest die Optik ist schon mal richtig gut.

Das Aroma ist typisch für ein naturtrübes Weizenbier. Es duftet nach Biskuitteig, Banane und Nelken.

Der Antrunk besticht durch eine leichte Süße und reichlich kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge schmecke ich Banane und die Hefe. Bitter ist kaum vorhanden, was ich bei einem Weißbier allerdings auch nicht erwartet habe. Das Mundgefühl ist recht voll. Lediglich die reichliche und immer noch kräftige Kohlensäure stört mich etwas. Auch der Abgang ist fruchtig nach Banane und der Geschmack klingt überraschend lange nach.

So, das war der erste Eindruck. Das Bier ist nicht perfekt, aber das beste Bier, das ich von dieser Marke bislang getrunken habe. Wenn ich noch den recht niedrigen Preis von Traugott Simon bedenke, muss ich das Preis-/Leistungsverhältnis durchaus loben. Zwischenzeitlich wurde ich aber von meinem Bier weggeholt und nach einigen Minuten hatte ich das Aroma verflüchtigt und was übrigblieb konnte mich absolut nicht mehr begeistern. Es blieb eigentlich nur noch eine trübe Brühe, die weder in der Nase noch auf der Zunge überzeugen konnte. Daher jetzt die Einschränkung: wenn Sie durstig nach Hause kommen, ist dieses Bier für einen schnellen Genuss durchaus geeignet, für das zweite Bier, das dann langsamer getrunken wird, sollten Sie aber doch auf eine andere Marke ausweichen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon
Brau- und Vertriebsgesellschaft mgH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

Arend Winter

Die Brauerei De Ryck, aus der das Bier stammt, das jetzt vor mir steht, ist ein Familienunternehmen mit einer reichen Geschichte und Tradition. Die Brauerei wurde 1886 von Gustave De Ryck als „Brauerei zum Steinadler“ im östlichen Teil Flanderns vor der Kirche in Herzele gegründet. Heute steht die Brauerei für qualitativ hochwertige Biere, die das Ergebnis einer von Generation zu Generation weitergegebenen Handwerkskunst sind.

Seit 1965 braut An De Ryck das Arend Winter für die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel ein. Die Brauer beschreiben das Bier wie folgt: „Arend Winter ist ein dunkles, bernsteinfarbenes obergäriges belgisches Ale und einer sekundären Gärung in der Flasche. Dieses Winterbier hat ein würziges Aroma und wird immer noch nach der ursprünglichen Methode mit reinem Malz und Hopfen gebraut. Ein idealer Begleiter an kalten Winterabenden!“ Na, dann will ich mal testen, ob ich diese Aussagen ebenfalls unterschreiben kann.

Rubinrot mit einer durchschnittlich großen mittelporigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. An der Optik gibt es schon mal nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet süß nach Kandis und roten Johannisbeeren, dazu einige würzige Noten.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zunge hinterlässt, ist die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure. Dabei ist das Bier weniger süß als ich es nach dem Aroma erwartet hätte. Ich schmecke Karamell und Schokolade, begleitet durch den Geschmack roter Früchte. Der Alkohol ist mit sieben Volumenprozent für ein belgisches Winterbier sicher nicht übertrieben vorhanden, schmeckt aber vom ersten Moment durch. Langsam schiebt sich der Geschmack nach Schokolade zusammen mit den fruchtigen Aromen in den Vordergrund, wobei die Süße erhalten bleibt. Die einzelnen Geschmackskomponenten sind gut abgestimmt. Der Alkohol wärmt und erzeugt auf der Zunge ein leichtes Brennen. Trotzdem ist das Mundgewühl weich. Im Abgang wird das Arend Winter etwas trockener und es taucht ein leichtes Bitter mit langem Nachklang.

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Ryck
Kerkstraat 24
9550 Herzele
Belgien
www.brouwerijderyck.be

Riegele – Aechtes Dunkel

Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, klingt schon mal sehr altertümlich – Aechtes Dunkel. Diese sehr altmodische Schreibweise hat allerdings auch ihren Grund – denn der Name ist tatsächlich Progrmm. Heute werden nur wenige Biere mit doppelt gedarrtem Malz eingebraut. Der Aufwand für das Malzen ist einfach zu groß. Aber genau durch dieses Verfahren soll es möglich sein, einen besonders röstaromatischen Geschmack zu erzielen. Ich bin ja mal gespannt, ob mir dieser Unterschied auch auffällt.

Dunkel Rubinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene und sahnige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Brotkrume und Karamell. Dabei ist die Süße bereits in der Nase sehr angenehm.

Der Antrunk ist recht süß, was gut zur reichlichen und kräftigen Carbonisierung passt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Süße bleibt erhalten und eine leichte fruchtige Säure kommt dazu. Das Mundgefühl ist weich. Erst im Abgang kommt ein deutliches Bitter zum Vorschein, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Inh. Riegele KG
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Watou Tripel

Die Brauerei St. Bernardus wurde kurz nach dem Krieg im Jahr 1946 von Evariste Deconinck gegründet. Er schloss einen Vertrag mit der Abtei Sint-Sixtus in Westvleteren, die beschlossen hatten, ihr Bier nicht mehr selbst zu brauen und sicherte sich die Rechte an den Trappistenbieren für 30 Jahre. Außerdem übernahm er den Braumeister der Abtei und stellte auf diese Weise eine gleichbleibende Qualität des Bieres sicher. Die Brauerei trägt das Label „Belgian Family Brewers“, die in etwa im dem Siegel „Die freien Brauer“ in Deutschland vergleichbar ist.

Das Watou Tripel ist ein helles obergäriges Starkbier mit Flaschengärung, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Weizengelb mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es wirklich nichts zu meckern.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, dazu würzige Noten sowie eine leichte Fruchtigkeit, die an Aprikosen erinnert. Es ist ein Aroma, das für belgische Biere typisch ist. Obwohl das Bier mir 7,5 Volumenprozent Alkohol nicht übermäßig stark ist, kommt der Alkoholduft doch deutlich durch.

Der Antrunk ist recht süß und sehr rezent. Auf der Zunge kommt die fruchtige Säure erheblich stärker zum Vorschein als in der Nase. Dazu kommt ein überraschendes kräftiges Bitter.Das Mundgefühl ist voll und schwer. Erst im Abgang wird das Bier trockener und auch das Bitter lässt in der Kehle etwas nach. Trotzdem klingt das Bitter lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

14 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 8° Celsius

Brauerei:

St.Bernardus
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be

Insel-Brauerei – Rumble IPA

Nun steht endlich mal wieder ein Bier aus der Insel-Brauerei in Rambin aus Rügen vor mir, in meinen Augen eine der besten Brauereien Deutschlands. Das Rumble IPA gehört zur Reihe IPA Expedition, einer Serie limitierter Biere. Vir mir steht die Flasche 14237 von 20000. Dass von diesem Bier lediglich 20000 Flaschen abgefüllt wurden beweist, dass dieses Bier seinen Titel „Seltenes Bier“ mit Fug und Recht trägt. 20000 Flaschen eines Bieres sind für eine Brauerei, die in fast jedem Supermarkt Deutschlands vertreten ist, wirklich nicht die Welt. Genug der Vorrede, jetzt ist es an der Zeit, die Flasche zu öffnen.

Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone hat einen leichten Stich ins elfenbeinfarbene und bleibt sehr lange erhalten. Kann die Optik eines Bieres perfekt sein? Falls ja, ist dieses Bier sehr nahe an der Perfektion.

Düfte nach Grapefruit, Zitrusschalen, Pinie und Vanille steigen mir in die Nase und machen Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur sehr feinperligen und doch kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge zeigt sich, dass die Süße erforderlich ist, um sich gegen die ungeheure Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt, und das kräftige Bitter durchzusetzen. Erstaunlich finde ich, dass das Bier zwar 60 Bittereinheiten aufweist, dass das Bitter sich aber nicht in den Vordergrund drängt und die anderen Geschmackseindrücke in den Hintergrund drängt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener. Das Bitter wird jetzt noch kräftiger und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Traubenzucker, Naturhopfen (Cascade, Mosaic, Citra, Centennial, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei TmgH
Hauptstr. 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de