Maisel & Friends – Artbeer #4 – Elle

Bereits zum vierten Mal unterstützt die Brauerei Maisel & Friends aus Bayreuth einen Streetart-Künstler, mit dem die Brauer gemeinsam eine Bieridee entwickeln und der ein Etikett gestaltet, bevor die Brauer das dazu passende Bier brauen. In diesem Jahr ist ELLE die Künstlerin.

ELLE begann ursprünglich als illegale Graffiti-Künstlerin in New York. Inzwischen gilt sie als eine der besten Street-Artists, ist eine der gefragtesten Frauen der Szene und arbeitet überall auf der Welt. ELLE ist eine von 50 Künstler*innen, die unser Liebesbier Urban Art Hotel zu einem weltweit einzigartigen Kunstwerk gemacht hat. Sie liebt Bier und schnell entstand die Idee, dass sie genau die Richtige für unser nächstes Artbeer-Projekt ist und wir haben zusammen einen Bierstil ausgesucht, den sie selbst sehr gerne mag: es sollte ein Juicy IPA werden.

Stark und kantig wie das IPA sollte auch das Etikett werden und deshalb hat ELLE ihre Collage extra zackig und dynamisch dargestellt. Die fünf verwendeten Hopfensorten finden sich auf dem Etikett ebenso wieder, wie der cremige-Touch, der durch die soften Lippen dargestellt wurde. Soweit die Theorie. Mache ich jetzt die Flasche auf und schenke mir das Bier ein.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt dafür aber lange erhalten.

Das Aroma eines ganzen Obstkorbes steigt mir in die Nase. Ich rieche Düfte nach Grapefruit, Orange, Mango und anderen Südfrüchten, und die Hefe vervollständigt das Bouquet zu einem Duft, der an Biskuitteig erinnert. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und die feinperlige Kohlensäure sorgt von Anfang an für ein angenehmes Mundgefühl. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Besonders Orange und Grapefruit stehen im Mittelpunkt, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Dazu kommt das stiltypische kräftige Bitter. Das Mundgefühl ist weich und fast samtig. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und meine Kehle wird durch ein fruchtiges Bitter mit langem Nachklang verwöhnt.

Die Brauerei hat schon Recht, wenn sie schreibt: „Das Artbeer #4 von und mit Künstlerin ELLE ist definitiv ein Kunstwerk!“

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hafermalz, Hopfen (Idaho 7, Callista, Citra, Mosaic, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7.4% Vol.

Stammwürze:

15,5° Plato

Bittereinheiten:

42 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Bolten – Jecken Spezial

Auch 2022 herrscht Corona und sorgt in ganz Deutschland dafür, dass der Karneval ausfällt. In ganz Deutschland? Nein. Im Nordrhein-Westfälischen Korschenbroich gibt es eine kleine Brauerei, die nicht müde wird, den Karneval gegen die Krankheit zu verteidigen. Die Brauer von Bolten begründen das so: „Jecken Spezial – Die Sonderedition. Eigentlich hatte die fünfte Jahreszeit schon begonnen. Eigentlich war es schon viel zu spät, um an einem neuen Bier zu tüfteln.

Aber bei bester Laune an einem jecken Abend im November war die Idee plötzlich im Raum: Lasst uns ein Bier speziell für die Jecken brauen. Und wie es bei Jecken so ist, ließ sich die Idee trotz aller Schwierigkeiten und Widrigkeiten nicht mehr einfangen.“ Na, dann will ich mal sehen, was bei der schnellen Aktion herausgekommen ist.

Intensiv goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist gemischtporig und fällt recht flott in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkruste, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß und die feinperlige Kohlensäure ist für meinen Geschmack zu knapp dosiert. Auf der Zunge übernimmt das Bitter die Führung und überlagert die Süße. Das Mundgefühl ist schlank. Auch im Abgang bleibt das Bitter der hervorstechende Geschmack, der lange nachklingt.

Begeistern kann mich das Jecken Spezial absolut nicht. Es ist aber durchaus ausreichend, um sich im Karneval die Kante zu geben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Bolten
41352 Korschenbroich
www.bolten-brauerei.de

Hausbrauerei zur Sonne – Urtyp Hell

Nur etwa fünf Kilometer von Bamberg entfernt liegt Bischberg. Dort ist die Hausbrauerei zur Sonne beheimatet, von der das Helle stammt, das jetzt vor mir steht. Auch wenn ich kein ausgesprochener Fan dieses Biertyps bin, erwarte ich von einer kleinen fränkischen Brauerei auf jeden Fall doch ein Bier, das aus der Masse der langweiligen Hellen hervorsticht. Mal sehen, ob es diesem Bier gelingt.

Zumindest bei der Farbe des Bieres macht die Hausbrauerei zur Sonne ihrem Namen alle Ehre. Sonnengelb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine ordentliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik erfüllt das Bier meine Erwartungen.

Düfte nach Brotkrume und Stroh, dazu gut dosierte würzige Noten und ein minimales Zitrus steigen mir in die Nase. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine verhaltene Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge vergnügt sich karamellisiertes Getreide mit den würzigen Noten. Die Aromen sind gut aufeinander abgestimmt. Auch wenn das Mundgefühl eher schlank ist, ist das Bier sehr süffig und es hat Charakter. Erst im Abgang macht sich auch ein leichtes Bitter bemerkbar, das überraschend lange nachklingt.

Na, wer sagt es denn – auch ein Helles kann überraschen und muss nicht langweilig sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei & Gasthof „Zur Sonne“
Regnitzstraße 2
96120 Bischberg
www.sonnenbier.de

BroBier – Vokuhila Summer Ale

Aus der Leidenschaft zum Trinken guter Biere entstand diese ganz besondere kleine Brauerei. BroBier ist eine sogenannte Gypsybrauerei. BroBier, das sind die Freunde Andreas Eckschmidt und Johannes Lurz, die sich dieses Geschäftsmodell zu Nutzen gemacht haben um ihre Heimbrauerei vom Hobby zum professionellen Unternehmen zu pushen.

Vom Glühweinkocher zum Braukessel

Wer gerne Bier trinkt, der sollte sich auch damit auskennen. So oder so ähnlich lautete der Grundgedanke der Brauer und Gründer von BroBier. Mittels zahlloser Bücher arbeiteten sich Andreas und Johannes so lange in die Thematik ein, bis sie soweit waren ihren allerersten Brauversuch zu starten. In einem Glühweinkocher setzten sie ihren ersten Sud an und wurden mit einem soliden Amber belohnt. Auf Basis dieser guten Erfahrung wurde von nun an experimentiert, probiert und verbessert. Die Jungs wollten keinesfalls einfach etwas nachbrauen, sie wollten von Anfang an ihr eigenes Ding machen und ihr Bier nach neuen Rezepten brauen. Aus diesem Ehrgeiz erwuchs ein dicker Ordner mit eigenen Rezepturen und die Nachfrage im Freundes- und Bekanntenkreis, der sie schon bald nicht mehr gerecht wurden. 2017 wichen die Brauer von BroBier deshalb erstmals auf eine professionelle Brauerei aus und brauten fortan dort ihr zunehmend beliebter werdendes Bier, so auch das Vokuhila, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine voluminöse feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier ist wie erwartet sehr fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Ananas und Waldhonig steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft frisch gebackenen Brotes.

Der Antrunk ist recht süß und dazu passen carbonisiert. Vom ersten Moment an macht das Bier einen absolut vollmundigen Eindruck. Auf der Zunge gesellt sich zur an Karamell erinnernden Malzsüße ein passendes Bitter und zusammen mit den Aromen, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe, ist das Bier sehr fruchtig. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter kommt stärker zur Geltung, so dass es lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

BroBier UG (haftungsbeschränkt)
Im Grund 7
96182 Reckendorf
www.brobier-brewing.com

 

Bergmann Pils

Dass es sich bei der Bergmann-Brauerei in Dortmund um eine Traditionsmarke handelt, die vor einigen Jahren wieder belebt wurde, habe ich an anderer Stelle bereits beschrieben. Von dort kommt das Pils, das jetzt vor mir steht. Dass im Ruhrgebiet Pils ganz hoch im Kurs steht und alle anderen Bierstile dort einen schweren Stand haben, ist wohl allgemein bekannt, auch wenn die Fixierung auf das „Pilsken“ heute wohl nicht mehr so extrem ist wie noch vor einigen Jahren. Aber wenn in einer Gegend über Jahrzehnte nur Pils getrunken wurde, kann ich wohl davon ausgehen, dass die Brauer in dieser Gegend dieser Bierstil sehr gut beherrschen. Mal sehen, ob es stimmt.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten. Die Optik ist also in Ordnung.

Das Bier duftet sehr angenehm nach Brotkrume mit einigen blumigen Noten.

Der Antrunk ist relativ süß und mich stört die doch sehr kräftige Kohlensäure. Während sich das Bier auf der Zunge ausbreitet entwickelt sich ein überraschend kräftiges Bitter, das der Süße des ersten Augenblicks durchaus Paroli bieten kann. Das Mundgefühl ist aber recht schlank. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und der Geschmack klingt einige Zeit nach.

Von allen Bergmann-Bieren, die ich bislang verkostet habe, gefällt mir das Pils am Wenigsten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Bergmann Brauerei GmbH
Elias-Bahn-Weg 2
44263 Dortmund
www.bergmann-brauerei.de

Die Salvator-Probe der Paulaner-Brauerei findet 2022 wieder statt

2020 kam kurzfristig die Absage, 2021 die erste digitale Salvator-Probe ohne Gäste und ohne Singspiel – in den vergangenen zwei Jahren herrschte Ausnahmezustand am Nockherberg. Doch dieses Jahr feiern geladene Gäste und Singspiel ein Comeback: Am Sonntagabend, 24. April lädt die Paulaner Brauerei zur traditionsreichen Veranstaltung.

„Wir wollten die Salvator-Probe als eine der traditionsreichsten Veranstaltungen unserer Heimatstadt München in gewohnter Form stattfinden lassen, endlich wieder Gastgeber sein und gemeinsam anstoßen. Deswegen haben wir uns für einen späteren Termin, Sonntag den 24. April, entschieden. Natürlich ist ein Nockherberg im April etwas ungewöhnlich, aber was ist in Zeiten wie diesen schon normal“, so Andreas Steinfatt, Geschäftsführer der Paulaner Brauerei. Eine Salvator-Probe im April ist im Übrigen nicht so speziell wie man denkt: Denn die Paulaner Mönche begingen im 17. und 18. Jahrhundert diesen Brauch immer rund um den 2. April, dem Tag des Ordensgründers Franz von Paola.

Neben den Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft feiert auch das Singspiel eine Rückkehr auf die Nockherberg Bühne. Stefan Betz und Richard Oehmann werden wieder für Buch und Regie verantwortlich sein. Sie und alle Mitwirkende freuen sich schon jetzt auf einen Live-Auftritt nach zwei Jahren Pause. Auch Maximilian Schafroth hält nicht wie zuletzt seine Fastenrede in den leeren Saal, sondern kann die Politiker direkt von der Bühne aus derblecken.

Arcobräu – Schloss Hell

Nun will ich mal wieder ein Helles verkosten. Ich muss ja zugeben, dass es nur wenige Helle gibt, die mich begeistern können. Vermutlich wäre es die schlimmste Strafe für mich, als Jurymitglied bei einem Wettbewerb 20 Helle hintereinander verkosten zu müssen. Aber ab und an mal ein Helles zum Essen – daran kann ich mcih schon gewöhnen. Jetzt will ich mal sehen, ob das Arcobräu Schloss Hell mich vom Gegenteil überzeugen kann.

Weizengelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es jedenfalls nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet nach Getreide mit einigen blumigen Noten. Das ist nun nichts, das mich begeistert, aber der Duft macht einen sauberen Eindruck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine kraftige Kohlensäure aus. Auch auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein passendes Bitter gesellt sich hinzu. Das Mundgefühl ist recht rund. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und das Bitter klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Arcobräu GmbH
Schlossallee 1
94554 Moos
www.arcobraeu.de

 

Markus Stüttgen aus Dormagen gewinnt den fünften Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und BrauBeviale

Den fünften Hobbybrauerwettbewerb von Maisel & Friends und der BrauBeviale gewinnt Markus Stüttgen. Sein „Flaming Amber“ stach aus insgesamt 106 eingereichten Amber/Red Ales heraus und damit geht der Hobbybrauerpokal ins nordrhein-westfälische Dormagen. Auf den Erstplatzierten wartet ein Brautag bei Maisel & Friends in Bayreuth, an dem er seine Kreation auf dem professionellen Sudwerk nachbrauen darf. Das Gewinnerbier wird ab November erhältlich sein.

Wie schon 2021, konnte auch der Hobbybrauerwettbewerb 2022 aufgrund der Corona-Pandemie nicht im Rahmen des Hobby- und Heimbrauerevents „HOME BREW Bayreuth“ stattfinden. Trotzdem traf sich die Expertenjury am Freitag, 4. Februar bei Maisel & Friends in Bayreuth, um die 106 eingereichten Biere professionell zu bewerten und daraus die Gewinner zu ermitteln. Hobby-, Heim- und Garagenbrauer aus dem gesamten Bundesgebiet haben ihre Amber und Red Ales im American-Style eingereicht und diese wurden von der zwölf-köpfigen Jury – bestehend aus Braumeistern, Brauern, Biersommeliers, Hobbybrauern und Fachpresse – nach Optik, Geruch, Geschmack, Bittere, Rezenz und persönlichem Eindruck verkostet und bewertet. Die besten zehn Biere kamen in eine Finalrunde und wurden von allen Jurymitgliedern nochmals beurteilt. Am Ende der Verkostung war sich die Jury sehr schnell einig, welche Biere auf das Treppchen gehören.

Klassisches Amber Ale gewinnt

Die Siegerehrung fand am Samstag, 5. Februar live auf dem YouTube und Facebook-Channel von Maisel & Friends statt. Brauereichef Jeff Maisel, Braumeister Markus Briemle und Biersommelier Michael König führten durch das Programm und schalteten den Mitveranstalter BrauBeviale, die Sponsoren Barth Haas, Braupartner und „Hopfen & mehr“ sowie die zehn Erstplatzierten zu. Der dritte Platz ging an Florian Erdel von Chaos Homebrewing und Rang zwei erreichte Johst Dallmann von Hobbybrauer Nordheide. Beide Biere sind moderne Amber/Red Ales, die mit Hopfen gestopft wurden. Das Gewinnerbier ist ein klassisches und sehr süffiges Amber Ale mit schönem Malzcharakter und dezenten Aromen nach roten Beeren, Honig und Karamell. Kreiert hat es Markus Stüttgen von der Hausbrauerei Bestes! in seinem Keller. Dort braut der 35-Jährige seit Beginn der Pandemie manchmal alleine und manchmal zusammen mit seinen Freunden, die bei der Preisverleihung mit ihm um die Wette jubelten. Als ehemals selbstständiger Gastronom hat Markus eine große Affinität zu Lebensmitteln und trug schon lange die Idee mit sich herum, einmal sein eigenes Bier zu brauen. Niemals hätte er damit gerechnet, beim Hobbybrauerwettbewerb direkt den ersten Platz zu erreichen. Sein „Flaming Amber“ hat er mit 5,8 % Vol. Alkohol, 38 Bittereinheiten und 14° Plato Stammwürze angegeben und hat es mit den Hopfensorten Mittelfrüh, Magnum, Hallertauer Blanc, Pacific Gem, Motueka und Zamba gebraut.

Im September wird Markus Stüttgen nach Bayreuth kommen, um gemeinsam mit dem Team von Maisel & Friends sein Bier im 25 Hektoliter-Sudhaus nachzubrauen und bei der Etikettengestaltung mitzuwirken. Als Gewinn bekommt er eine Palette seines Gewinnerbieres nach Hause geliefert und darf seine Kreation im Herbst auf myBeviale.com der interessierten Getränke-Community präsentieren. Das streng limitierte Bier wird dann über den Onlineshop von Maisel & Friends käuflich zu erwerben sein.

Gutmann – Weizenbock

Titting liegt im Landkreis Eichstätt. Dort ist die Brauerei Gutmann beheimatet, die für den Winter ihren Weizenbock braut, der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas Die sahnige Schaumkrone weist eine sahnige Konsistenz auf und bleibt sehr lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach Biskuitteig und Banane steigen mir in die Nase, dazu einige grasige Noten und ganz aus dem Hintergrund heraus unterstützt auch der Alkohol diese Aromen.

Der Antrunk ist recht süß und eine sanfte feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Gaumen. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit der Banane im ittelpunkt, unterstützt durch ein Vanillearoma und selbstverständlich die Hefe. Das Mundgefühl ist voll und cremig. Der Alkohol ist gut eingearbeitet und unterstützt die anderen Aromen. Der Abgang ist stiltypisch mild und die Fruchtigkeit klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brauerei Gutmann
Am Kreuzberg 1
85135 Titting
www.brauerei-gutmann.de

Maisel & Friends – Slyrs Bock 2021

Holzfassgereifte Biere haben vielschichtige Aromen und einen außergewöhnlichen Geschmack. Wie edle Weine sollen sie nicht vorrangig den Durst löschen, sondern den Genießer in neue, komplexe Geschmacksdimensionen entführen. Für den Großteil der deutschen Bierliebhaber sind fassgereifte Bierspezialitäten ein vollkommen neues Genusserlebnis, aber das Interesse an der noch kleinen Kategorie wächst stetig.

Bereits 2015 hat die Brauerei Maisel & Friends sich ein Fasslager eingerichtet, das sich inmitten ihres Restaurants Liebesbier befindet. Seitdem experimentieren die Brau- und Kellermeister mit verschiedenen Kombinationen aus höherprozentigen Bieren und Holzfässern. Verwendet werden zum Teil frische getoastete Eichenholzfässer, zum Teil aber auch Fässer, die zuvor mit schweren Rotweinen, andalusischem Sherry, feinen Whiskys, süßen Likören und anderen Spirituosen belegt waren. Während der mehrmonatigen Ruhezeit nimmt das Bier die Aromen des Fasses an und es entstehen ganz spannende neue Geruchs- und Geschmackserlebnisse. Abgefüllt werden die Barrel Aged Bierspezialitäten in 0,75 Liter-Flaschen, so dass die Spezialitäten zu einem besonderen Anlass oder Genussmoment zelebriert werden können. Jetzt steht vor mir der Slyrs Bock der Bayreuther.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie bleibt durchschnittlich lange erhalten. Mehr ist bei knapp zehn Volumenprozent Alkohol aber auch nicht zu erwarten.

Florale Noten stehen im Aroma im Vordergrund. Aber erst beim zweiten Riechen erschließt sich mir die Komplexität der Aromen. Der Duft nach Brotkrume mischt sich mit Düften nach Karamell und Kandis, dazu leichte rauchige und erdige Noten. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase, allerdings drängt er sich nicht in den Vordergrund, sondern er unterstützt die anderen Aromen. Wow, das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und die feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Gaumen. Auch auf der Zunge übernehmen wie in der Nase die floralen Noten die Führung, aber auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Jetzt kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass das Bier im Whiskeyfass gereift wurde. Außerdem stelle ich jetzt auch den Geschmack von Mandeln fest. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Der Alkohol wärmt. Trotzdem ist das Mundgefühl samtig und weich. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und die floralen Noten klingen lange nach.

Damit ist der Slyrs Bock 2021 ein Bier, das mich begeistern kann. Eine Warnung muss ich allerdings doch loswerden: obwohl ich vor dem Verkosten dieses Bieres eigentlich recht gut zu Abend gegessen habe, hat es doch meinen Appetit angeregt und bei mir die Lust auf etwas Süßes geweckt. Eine Tüte getrocknete Ananas passte gut zu diesem Bier und sie war auch fast gleichzeitig mit dem Bier leer. Also – dieses Bier ist nichts für eine Diät.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,7 % Vol.

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com