Traugott Simon – Weizen Alkoholfrei

Lange stand sie bei mir im Kühlschrank, jetzt vor mir, und wartet auf ihre Verkostung – die Flasche Weizen Alkoholfrei von Traugott Simon. Unklar ist mir immer noch, wo das Bier überhaupt herkommt. Vertrieben wird die Marke von der Getränkemarktkette Trinkgut, die zu Edeka gehört. Als Herkunft wird auf dem Rückenetikett der Flasche eine Firma Traugott Simon Brau- und Vertriebsgesellschaft angegeben. Andererseits liegt mir ein Artikel der Wirtschaftswoche vor, in dem steht, dass das Bier von der Herforder Brauerei gebraut wird, einem Unternehmen der Firma Warsteiner. Was stimmt? Ich habe keine Ahnung, aber eventuell erfahre ich es noch irgendwann einmal. Kommen wir also zum Bier.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist durchschnittlich groß, fest und bleibt sehr lange erhalten. Für ein alkoholfreies Bier ist die Optik schon mal beeindruckend.

Der Antrunk ist recht süß und auf der Zunge gesellt sich noch ein leichtes Sauer dazu. Das Mundgefühl ist weich und schlank. Erst im Abgang betritt ein leichtes Bitter die Bühne, mischt sich mit der Süße und klingt überraschend lange nach.

Auch dieses Bier hat sicherlich seine Fans, aber mich kann es nicht begeistern.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

Silly – Forest Blonde

Von der Brasserie de Silly habe ich bereits eine ganze Reihe Biere getestet, die mir in der Regel recht gut gefallen haben. Aber die Brauerei stellt nicht nur viele unterschiedliche Biere her, sondern die Brauer sind auch bereit, ungewöhnliche Wege zu gehen. So haben sie vor einigen Jahren die erste belgische – und europäische – Mikrobrauerei in einem Supermarkt eröffnet. Seit Dezember 2015 ist La Cave A Bières im Carrefour Les Grands Prés in Mons zu finden. Jeden Mittwoch und Freitag braut Guillaume Legrain dort und produziert rund 50.000 Liter pro Jahr. Drei Viertel der Produktion werden von Carrefour verkauft, der Rest ist für die örtlichen Cafés und Restaurants bestimmt. Die blonde Chambourlette, die hier aus den Tanks fließt, ist eine Hommage an die lokale Folklore. Während des farbenfrohen Ducasse-Festes kämpfen die Einheimischen gegen einen mythischen Drachen. Wer von außerhalb der Stadt kommt, wird mit dem Spitznamen Chambourlette belegt. Aber jetzt wollen wir uns nicht mit dem Chambourlette beschäftigen, sondern mit dem Forest Blonde, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die grobporige Schaumkrone ist sehr voluminös und das Bier neigt stark zum Überschäumen.

Das Aroma ist malzbetont nach Brot mit einigen blumigen Noten.

Der Antrunk ist mäßig süß und die reichlich dosierte Kohlensäure ist feinperlig, aber trotzdem kräftig. Auf der Zunge bestimmen Getreide und Hofe den Geschmack, dazu kommt ein leichtes Bitter. Das Mundgefühl ist überraschend schlank. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter gewinnt etwas an Fahrt und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Die Internorga 2022 wird auf Ende April – Anfang Mai verschoben

Die Internorga wird in diesem Jahr nicht wie ursprünglich geplant im März, sondern vom 30. April bis 4. Mai 2022 auf dem Hamburger Messegelände stattfinden. Der rasante Verlauf der vierten Corona-Welle mit täglich neu gemeldeten Höchstständen des Infektionsgeschehens, lässt aktuell keine zuverlässige Prognose darüber zu, ob zum ursprünglich geplanten Termin Mitte März mit einer Beruhigung der Lage zu rechnen ist. Es werden stattdessen weitere herausfordernde Wochen in Aussicht gestellt, verbunden mit einem erhöhten Krankenstand in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Die Hamburg Messe und Congress hat aus diesen Gründen gemeinsam mit dem INTERNORGA-Beirat die Entscheidung getroffen, die INTERNORGA 2022 auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Damit tragen die Messeverantwortlichen dafür Sorge, die Veranstaltung in gewohnter Qualität durchführen und dem Fachpublikum bei größtmöglicher Sicherheit präsentieren zu können

„Wir wissen um die zunehmende Verunsicherung der letzten 14 Tage bei allen Akteuren und nehmen diese Ernst. Doch auch das Bedürfnis der Branche, sich endlich wieder persönlich zu treffen und auszutauschen ist sehr groß. Insofern freuen wir uns, diesen Ausweichtermin anbieten zu können. Unseren Ausstellenden möchten wir mit der Verschiebung der INTERNORGA größtmögliche Planungssicherheit geben und ihnen Kosten ersparen. Und auch unsere Besuchenden sollen Ende April mit einem guten Gefühl durch unsere Messetore gehen“, erklärt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung, Hamburg Messe und Congress.

Der neue Durchführungszeitraum der INTERNORGA ist von Samstag, 30. April bis Mittwoch 4. Mai 2022 in den Hamburger Messehallen. Das Internationale Foodservice-Forum findet am 29. April im CCH statt.

Alle wichtigen Informationen zur Verschiebung sind auf der INTERNORGA Website zusammengestellt für:

Besuchende: https://www.internorga.com/info/besucher/faq-internorga-2022-besucher

Ausstellende: https://www.internorga.com/info/aussteller/faq-internorga-2022-aussteller

Die INTERNORGA findet für alle Teilnehmenden vom 30. April. bis 4. Mai 2022 unter den dann in Hamburg gültigen Hygieneregeln statt.

König Pilsener – Alkoholfrei

Es ist wirklich nicht die schönste Gegend, in der sich die König-Brauerei im Norden Duisburgs befindet. Aber eines muss ich den Ruhris ja lassen – sie machen dort ein richtig gutes Pils. In meinen Augen gehört es zu den besten Pilsenern aus industrieller Brauerei, vielleicht ist es auch das beste Pils. Jetzt steht allerdings das alkoholfreie Pilsener vor mir, was eine andere Herausforderung ist. Mal sehen, wie es sich so macht.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone darüber ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Bei einem alkoholfrein Bier ist das bereits keine Selbstverständlichkeit.

Das Bier duftet angenehm nach Biskuit mit blumigen Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und offenbiert eine reichliche Dosierung der Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt scih noch ein angenehmes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang kommt noch die Würzigkeit des Hopfens zum Tragen, die das milde Bitter unterstützt und lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

Gut gekühlt bei 6° – 8 °Celsius

Brauerei:

König-Brauerei GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 308
47139 Duisburg
www.koenig.de

Brehon – Irish Ember

Das war ja gestern eine Überraschung, als ich im Kühlschrank tatsächlich noch eine Flasche Weihnachtsbier gefunden habe. Es handelt sich um ein Porter mit 7,7 Volumenprozent Alkohol, das als Collaboration Brew von St. Erhard aus Bamberg und dem Brehon Brewhouse aus dem irischen Carrickmacross entstanden ist. Und auch wenn die Brauer auf dem Etikett von „feinen Gewürznoten“ schwärmen, wurden beim Brauen dieses Bieres keine Gewürze oder Kräuter verwendet, sondern ausschließlich Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine sehr kleine mittelbraune Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, nach Lakritz und Brotkruste.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und ich stelle fest, dass die sehr feinperlige Kohlensäure wirklich knapp bemessen ist. Aber irgendwie passt die Kohlensäure doch zum Rest des Bieres. Die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, spiegeln sich auf der Zunge. Überraschend ist, dass sie auf der Zunge auch in der gleichen Intensität wie in der Nase auftreten. Dazu kommt ein leichtes Bitter, das sich aber im Hintergrund hält. Der Alkohol ist gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorsticht, sondern die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ich voll und weich. Den Abgang teilen sich der Geschmack nach Lakritz sowie ein leichtes Bitter. Beide Aromen klingen lange nach.

Das Irish Ember ist ein Dessertbier, das sich gut zu einem Vanille- oder Karamellpuddig passt, aber auch ein Tiramisu wird sich gut mit diesem Bier verstehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brehon Brewhouse Ltd.
Dunelty
Iniskeen
Carickmacross
Co Monaghan
Irland
www.brehonbrewhouse.ie

in Zusammenarbeit mit

St. ERHARD GmbH
Hafenstraße 13
96052 Bamberg
http://www.st-erhard.com/

Exporte und Trend zum Bayerischen Hellen stimmen die Brauwirtschaft optimistisch

Wie der Bayerische Brauerbund mitteilt, hat sich der Gesamtbierabsatz der bayerischen Brauwirtschaft gegenüber dem desaströsen ersten Corona-Jahr um 2,1% verbessert. Die deutsche Brauwirtschaft insgesamt weist dagegen ein Absatzminus von 2,2% auf. Dennoch haben Bayerns Brauer die Talsohle der Corona-Krise noch nicht durchschritten. Vor allem die geschlossene Gastronomie, der fehlende Tourismus und die ausgefallene Volksfestsaison dämpften den Inlandsabsatz, sodass zum Vorkrisen-Absatzniveau noch immer rund 50 Millionen Maß fehlen.

Lichtblicke Hell-Bier-Trend und Exportrekord

Die schmerzlichen Verluste im Inlandsabsatz konnten in Bayern durch den anhaltenden Trend zum Bayerischen Hellen und durch ein Allzeithoch beim Bierexport aufgefangen werden. Wie Brauerpräsident Georg Schneider mitteilte, gewinnt das Bayerische Helle vor allem außerhalb Bayerns Marktanteile auf Kosten von Pils. Die Exporterfolge insbesondere in Drittländer haben Bayerns Brauer aber vor allem den Weißbieren und anderen Bierspezialitäten mit dem Siegel der Schutzbezeichnung „Bayerisches Bier g.g.A.“ zu verdanken.

Brauereien kämpfen mit enormen Preissteigerungen und Verschiebungen in den Absatzwegen

Die allgemeine Lage der Branche spiegelt jedoch lediglich einen Mittelwert wider, hinter dem sich viele einzelbetriebliche Schicksale verbergen. So haben mittlerweile fünf weitere bayerische Traditionsbrauereien aufgeben müssen und den Braubetrieb eingestellt. Die individuelle Betroffenheit von den gravierenden Verschiebungen der Bierabsatzwege sei, so Georg Schneider, zwar nicht unmittelbar eine Frage der Brauereigröße, dennoch träfen sie gerade Betriebe, die ihren Absatzschwerpunkt auf die Gastronomie sowie auf Feste und Veranstaltungen gelegt hätten, und die seien eben vor allem im brauwirtschaftlichen Mittelstand zu finden.

Zum herben Absatzverlust erreicht die Brauereien eine regelreichte Kostenexplosion in vielen Bereichen: Rohstoffe, Verpackungen, Energie, Logistik und sogar Etiketten und Kronenkorken verzeichneten in kürzester Zeit gewaltige Preisanstiege, sodass von manchen Brauereien angekündigte Preiserhöhungen zum Frühjahr bereits heute von den Kosten eingeholt wurden. Erst im Januar hatten die Betriebe zudem eine Lohnerhöhung um 2,3% zu verkraften.

Konkrete Erwartungen der bayerischen Brauwirtschaft

Brauerpräsident Georg Schneider hat für die Branche konkrete Erwartungen und fordert von der Politik Planungssicherheit für Bayerns Brauereien. „Es wird herausfordernd sein, nach der Pandemie gerade im Gastgewerbe wieder Tritt zu fassen. Ob die Menschen auf die Einladung zum Besuch eines Volksfestes oder größerer Veranstaltungen wieder mit Unbefangenheit und Freude reagieren, ist alles andere als sicher. Die notwendige Sicherheit in der Planung und Durchführung der Volksfeste und Veranstaltungen ist jedoch eine Grundvoraussetzung, damit wir wieder zur „alten Normalität“ und zu einem bayerischen Lebensgefühl zurückfinden, wie wir das für ein gedeihliches Umfeld im Biergeschäft brauchen“, so Schneider.

Zukunftsthemen der Brauwirtschaft

Trotz der extremen Umbrüche und Belastungen, die die Corona-Krise auch für sie mit sich bringt, blickt die bayerische Brauwirtschaft in die Zukunft und bemüht sich insgesamt um nachhaltiges Wirtschaften. Auch wenn bereits viele Brauereien erhebliche Einsparungen bei Energie, Wasser und Verpackungen umgesetzt haben, ist es das gemeinsame Ziel der Branche, bereits geleistetes systematisch zu erfassen, vergleichbare Standards zu erfüllen und den erreichten Stand weiter zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) stellt der Bayerische Brauerbund seinen Mitgliedern einen onlinebasierten Nachhaltigkeitsmanager zur Verfügung, der die Unternehmen Schritt für Schritt unterstützt, nachhaltiger zu wirtschaften.

Moritz Fiege – Bernstein

Seit 2012 hat die Privatbrauerei Moritz Fiege aus Bochum auch das Bernstein im Angebot, ein Amber Lager. Die Farbe kommt vom Karamellmalz, das dem Bier nicht nur eine ansprechende Farbe verleiht, sondern vor Allem ein angenehmes Aroma sowie einen weichen und vollen Geschmack. Daher will ich auch nicht lange um den heißen Brei herumreden, sondern ich öffne jetzt sofort die Flasche und verkoste den Inhalt

Bernsteinfarben und gefiltert strahlt mir das Bier entgegen. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. So gefällt mir das Bier.

Karamell ist auch das hervorstechende Aroma des Fiege Bernstein. Die würzigen und blumigen Noten des Hopfens treten dabei weitgehend in den Hintergrund.

Der Antrunk ist mäßig süß und er besticht durch die feinperlende Kohlensäure. Wie erwartet steht der Geschmack nach Karamell im Vordergrund, dazu kommt ein leichtes Bitter. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und das Karamell sowie das Bitter klingen einige Zeit nach.

Ein mildes und angenehmes Bier, das sich wohltuend von den im Ruhrgebiet vorherrschenden Pilsbieren abhebt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmal (Pilsener Malz, Karamellmalz, Melanoidinmalz, Spitzmalz), Hopfen (Herkules, Tradition, Saphir)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,2° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

MORITZ FIEGE GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de

Het Nest – Klevere Tien

Angeblich waren zwei Jahre Entwicklung und acht Testsude erforderlich, bis die Brauer in Oud-Turnhout mit dem Ergebnis ihrer Arbeit zufrieden waren und mit dem Bier, das jetzt vor mir steht, in Produktion gingen. Die 10 ist dabei Programm. Turnhout ist die Stadt der Spielkarten und Klevere Tien bezeichnet im örtlichen Dialekt die Kreuz 10. Außerdem enthält das Bier zehn Volumenprozent Alkohol und wurde zum zehnten Jahrestag des „Orden des Sperlingsspatzes“, einem Club von Bierbegeisterten, die die Biere der Brauerei Het Nest verkosten.

Die Brauerei beschreibt ihr Bier wie folgt: „Denken Sie an kalten Winterabend und fallenden Schnee … Klevertien mit seinem Kaffee- und Schokoladengeschmack wird Sie auf jeden Fall aufwärmen. Mit 10 Volumenprozent Alkohol ist dies das mit Abstand stärkste Bier von Het Nest. Die „10“ im Namen bezieht sich nicht nur auf den Alkoholgehalt, sondern auch auf den 10. Geburtstag des Bierverkostungsclubs.“

In sehr dunklem Rubin, beinahe schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine hellbraune gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ja, so gefällt mir ein Bier.

Das Bier duftet nach Espresso, wobei die Röstung des Malzes schon auf die Grenze des Machbaren gestoßen ist, denn das Aroma enthält auch deutliche verbrannte Noten. Aber das wird durch die anderen Aromen nach Waldhonig, Trockenfrüchten und Lakritz wieder wettgemacht. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase.

Der Antrunk überrascht mich, denn er ist weniger süß als erwartet. Die fein perlende Kohlensäure ist zwar nur wenig vorhanden, aber irgendwie passt es doch. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Espresso im Mittelpunkt. Außerdem schmecke ich Rosinen, Süßholz und Vanille. Eine leichte fruchtige Säure sowie die zunehmende Süße sorgen für ein schweres und samtiges Mundgefühl. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten und zusammen mit einem leichten freundlichen Bitter klingt sie sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Kräuter

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Het Nest
Beyntel 17
2360 Oud-Turnhout
Belgien
www.brouwerijhetnest.be

Peter Hahn zum Geschäftsführer der MPB Mehrwegpool der Brauwirtschaft eG bestellt

Rechtsanwalt Peter Hahn wurde mit Wirkung zum 1. Februar 2022 zum Geschäftsführer der MPB Mehrwegpool der Brauwirtschaft eG bestellt und in den Vorstand berufen.

„Wir freuen uns“, so Aufsichtsratsvorsitzender Michael Hollmann, „mit Peter Hahn einen Kenner der Brauwirtschaft gewonnen zu haben, der in seiner 14-jährigen Tätigkeit als Hauptgeschäfts­führer des Deutschen Brauer-Bundes e.V. unter Beweis gestellt hat, dass er die Interessen einer heterogenen Branche zusammenführen kann.“ Mit seiner Tätigkeit werde die Initiative für ein genossenschaftlich organisiertes, ökologisch vorteilhaftes Mehrwegpoolsystem der deutschen Brauwirtschaft gestärkt. Dabei kommen Hahn nicht nur die Kenntnis der Strukturen der Brau­wirtschaft zugute, sondern auch seine Vernetzung zum Parlament, zu den Ministerien und NGO´s.

In der MPB eG ( www.mpbeg.de ) sieht Hahn einen „Gewinn für die deutsche Brauwirtschaft“. Die hier organisierten Brauereien können gemeinsam einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und zum weiteren Ausbau des Mehrwegsystems leisten. „Das politische Bekenntnis zur Kreislauf­wirtschaft erfährt durch Einheitsgebinde und deren multilaterale und häufige Wiederverwendung neuen Schub, weil hier auf bewährte Standardformen zurückgegriffen werden kann“, unterstreicht Peter Hahn. Durch einheitliche Flaschen werde die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit gestärkt. Das hierfür erforderliche Instrumentarium sei mit den im Markt befindlichen und bewährten Flaschen und Gebinden vorhanden. Durch den genossenschaftlichen Zusammenschluss könne nun eine Optimierung von Glas-Mehrweg nicht nur im Interesse der Brauwirtschaft, sondern auch des Getränkefachgroßhandels und nicht zuletzt der Umwelt erreicht werden, anstatt unnötige Kosten durch neue Gebinde oder Individualflaschen zu verursachen und die Sortier­problematik weiter anzuheizen. Den am Pool teilnehmenden Brauereien garantiert die Genossenschaft aufgrund ihrer Rechtsform und ihrem Regelwerk die gleichberechtigte Teilhabe ungeachtet ihrer unterschiedlichen Größe.

Bild: Bayerischer Brauerbund e.V.

Insel-Brauerei – Baltic Farm

Das Farmhouse Ale ist ein alter belgischer Bierstil, der ursprünglich auf den Bauernhöfen für die Tagelöhner auf den Feldern gebraut wurde. Wir können wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass es sich dabei früher um ein recht dünnes Bier mit manchmal zweifelhaftem Geschmack gehandelt hat. Heute sieht die Welt anders aus und das Farmhouse Ale ist ein Bierstil, der mit seiner Vielseitigkeit und Qualität zu begeistern weiß. Dies gilt insbesondere, wenn das Bier wie in diesem Fall aus einer Brauerei stammt, die für ihre hervorragenden Biere bekannt ist. Und wenn das Bier auch noch im Jahr 2020 sowohl bei den World Beer Awards als bestes deutsches Bier als auch bei Meiningers International Craft Bier Awards mit Gold ausgezeichnet wurde, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Kupferfarben und hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine durchschnittlich große feste und schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier eine Pracht.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Mandarine und Orange, nach Melone und Biskuit steigen mir in die Nase. Dieser frische und appetitliche Duft macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist durch die Malzsüße sowie eine kräftige Kohlensäure geprägt. Schnell kommen der Geschmack der typischen belgischen Hefe sowie eine angenehme fruchtige Säure dazu, die durch ein leichtes Bitter begleitet wird. Zusammen mit einige würzigen Noten ergibt sich ein angenehmes und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter kommt in den Vordergrund. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Traubenzucker, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstraße 2 c
18573 Rambin auf Rügen
www.insel-brauerei.de