Ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Maibockfan bin. Und auch wenn der Mai für dieses Jahr inzwischen vergangen ist, fand ich jetzt doch noch einen Maibock im Kühlschrank. Finne ist eine kleine Biobrauerei in Münster, die den meines Wissens einzigen Maibock mit Zutaten aus biologischem Anbau braut. Dann will ich mal testen, wie sich der Bock so macht.
Goldfarben mit einem Stich ins Orange und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein ausgefallen, aber sie bleibt lange erhalten.
Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, abgerundet durch fruchtige Noten.
Der Antrunk weißt die stiltypische Süße auf, begleitet von einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist mild mit einem leichten Bitter und leider einem nur kurzen Nachklang.
Insgesamt ist der Laue Lenz von Finne ein wunderbares Bier für einen Frühlingsabend.
Jeder kennt vermutlich Corona, Mexikos führende Biermarke, die auch nach Europa exportiert wird. In Deutschland wird sie vorwiegend von jugendlichen Wirkungstrinkern konsumiert. Jetzt überrascht Anheuser-Busch (AB InBev), der größte Braukonzern der Welt, die österreichischen Konsumenten mit der Markteinführung der weltweit beliebtesten mexikanischen Biermarke Corona im Fassbierformat in Österreich. Ab sofort gibt es das ikonische Bier mit der auffälligen Schriftart, dem berühmten Limettenritual und den einzigartigen Glasflaschen in Bars und Restaurants frisch vom Fass gezapft. Nachdem das Interesse an ausländischen Premium-Bieren auch im Bierland Österreich stetig steigt, ist Corona Bier im Fassbierformat ein bedeutender Schritt für die Marke.
„Mit der Einführung von Corona im Fassbierformat trifft AB InBev, das mit 600 Jahren Brautradition ein vielfältiges Markenportfolio von 500 Biermarken vertreibt, den Puls der Zeit und bietet Gastronominnen und Gastronomen die perfekte Ergänzung zum bereits bestehenden Corona Bier in der Flasche“, so Andrea Vincenzotti, Trade Marketing Executive bei AB InBev Österreich und Schweiz.
Speziell designte Biergläser für das berühmte Limettenritual
Das obligatorische Limettenritual bleibt auch beim Servieren von Corona Bier vom Fass fester Bestandsteil, um den erfrischenden Charakter des Biers hervorzuheben. Da für die Markteinführung speziell designte Gläser mit einer Aussparung auf dem Glasrand für die Limette entworfen wurden, darf auch beim Ausschank von Corona vom Fass die berühmte Limette natürlich nicht fehlen. Maßgeschneiderte Werbematerialien für den Point-of-Sale wie hölzerne Limettenhalter, Abtropfschalen und Schriftzüge sowie Untersetzer und Aufsteller unterstützen die Markteinführung in der Gastronomie und ziehen die Aufmerksamkeit von Bierliebhabern und Barbesuchern auf sich. Die Markteinführung hierzulande wird auch von unterschiedlichen digitalen Maßnahmen begleitet.
Als ich im März in Lyon war, habe ich in einem Supermarkt das La Blonde aus der Brasserie du Mont Blanc gefunden. Ich muss zugeben, dass ich die Brauerei nicht kannte. Inzwischen habe ich etwas recherchiert und dabei festgestellt, dass die Biere der Brauerei eine ganze Reihe an Preisen gewonnen haben. La Blanche du Mont-Blanc hat 2015 eine Auszeichnung erhalten und wurde zum besten Weißbier der Welt in allen Kategorien gekürt. Mit dieser Auszeichnung ist die Brasserie du Mont-Blanc die erste Handwerksbrauerei, die in den elitären Club der acht Gewinner aufgenommen wurde. Dieser Preis ist ein außergewöhnlicher Erfolg, da über 1 000 Biere aus 30 Ländern am Wettbewerb teilnahmen. Bereits 2013 war das Blanche zum besten Weißbier der Welt in seiner Kategorie gewählt worden. Im Jahr 2017 war die Brasserie du Mont Blanc beim Internationalen Brauereiwettbewerb die erste französische Brauerei seit ihrer Gründung, die einen weltweiten Goldtitel erhielt. La Rousse du Mont Blanc wurde kürzlich beim Internationalen Brauereiwettbewerb, einem der renommiertesten internationalen Wettbewerbe, an dem mehr als 2.000 Biere aus 46 Ländern teilnehmen, zum besten Bier der Welt gewählt. 2014 wurde La Rousse du Mont-Blanc bei den Global Craft Beer Awards erneut als weltbestes Amberbier ausgezeichnet. Bereits 2011 war La Rousse bei den World Beer Awards zum besten Bernsteinbier der Welt gekürt worden. Auch wenn sich das La Blonde nicht unter den Preisträgern findet, kann ich wohl mir Fug und Recht davon ausgehen, dass auch die anderen Biere aus La Motte-Servolex wirklich gut sind. So kann ich beruhigt die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.
Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier eine sehr gute Figur.
Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet mit einigen würzigen Noten sowie fruchtigen Noten nach Zitrone.
Der Antrunk ist mit seiner zurückhaltenden Süße und der feinperligen Kohlensäure sehr angenehm. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit nach vorne, die jetzt nicht nur an Zitrusfrüchte erinnert, sondern auch an getrocknete Birnen. Bitter ist nur wenig zu schmecken. Dafür ist das Mundgefühl angenehm weich. Auch der Abgang ist fruchtig mit einer angenehmen Säure und Würzigkeit, die leider nur kurz nachklingt.
Das La Blonde der Brasserie du Mont Blanc eignet sich im Sommer gekühlt gut als Erfrischung im Freien.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hafer, Hopfen, Kräuter
Alkoholgehalt:
5,8 % Vol.
Bittereinheiten
17 IBU
Farbe
10 EBC
Brauerei:
Brasserie du Mont Blanc
128, avenue René Cassin
73290 La Motte-Servolex
Frankreich www.brasserie-montblanc.com
Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird der ehrwürdigen Lokalität im 15. Bezirk dem leiblichen Wohle der Wiener gedient. Fast 80 Jahre lang war hier das Weinhaus Kraft beheimatet, bevor es nach einigen kurzen Intermezzi zum Hawidere wurde.
Am 16. März 2001 öffnete das Hawidere in der Ullmannstraße zum ersten Mal seine Pforten. Seit 7.777 Tagen (Stand 1. Juli 2022) steht das Bier im Mittelpunkt dieses Hauses. Vorwiegend kleine österreichische Brauereien belieferen seit den Anfangstagen das Bierlokal. Im Jahr 2015 wurde ein High End Kühlhaus für die perfekte Lagerung der Fassbiere errichtet, seit damals gibt es auch 14 verschiedene frisch gezapfte Fassbiere, mittlerweile auch aus der hauseigenen Nomadenbrauerei Collabs Brewery. Zwei Biergärten bieten Gelegenheit sich durch die Biervielfalt durchzukosten.
Für die perfekte Bierberatung stehen den Gästen drei Biersommeliers zur Seite. Sie empfehlen auch zu jedem Burger eine passende Bierbegleitung. „Wir lieben einfach Bier und Biervielfalt“, so Dominique Schilk, diplomierte Biersommelière, „und geben diese Liebe sehr gerne an unsere Gäste weiter.“
Burger wurden im Hawidere erstmals 2007 gegrillt, lange bevor die Burgermania über Wien hereinbrach. Mittlerweile werden über 33, teils außergewöhnliche, Burgerkreationen mit zahlreichen veganen und vegetarischen Optionen angeboten. Das Rindfleisch kommt zu 100% aus österreichischer Landwirtschaft, hauptsächlich aus dem Schneebergland und dem Burgenland. Die Erdäpfel für die Steak Fries kommen aus dem Weinviertel, Salat, Tomaten und Gemüse frisch vom Markt. Das Burgerbrot wird im Holzofen auf Fladenart gebacken und täglich frisch geliefert.
Eine lange Tradition hat auch das Benefiz Burger Essen im Hawidere, zuletzt für das Integrationshaus Wien. Im Rahmen dieser Benefizreihe wurden bereits über 55.000 € gespendet.
Seit 2016 brauen Jan Pfeiffer und Malte Feldmann in der Hildesheimer Oststadt ihre Biere, von denen mich die meisten bislang begeistern konnten. Immer wieder kommen neue Kreationen von der Goslarschen Landstraße und jetzt steht die Blutbuche vor mir. Längere Zeit hat sie in meinem Kühlschrank gestanden und auf ihre Verkostung gewartet, jetzt ist es endlich so weit. Eventuell ist das Bier sogar zu lange im Kühlschrank gereift, denn auf der Website der Hildesheimer Braumanufaktur wird die Blutbuche gar nicht mehr aufgeführt. Vermutlich hat es sich um einen Sondersud gehandelt, der mittlerweile ausgetrunken ist und ich öffne jetzt die letzte Flasche.
Rubinrot und ziemlich klar, so dass es fast wie gefiltert aussieht, fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt es eine durchschnittlich große feinporige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.
Für ein Rauchbier ist das Raucharoma überraschend dezent, auch wenn der Duft von Räucherschinken deutlich zu riechen ist. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft frischer Brotkruste und von Kaffee.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert der Rauchgeschmack zusammen mit Noten nach Karamell und Brotkrume. Das Bitter ist sehr verhalten. Insgesamt ergeben die Aromen ein weiches und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter zusammen mit dem Rauch etwas kräftiger, wobei der Rauchgeschmack länger nachklingt.
Im Vergleich zu Rauchbieren aus Bamberg ist der Rauchgeschmack bei der Blutbuche sehr zurückhaltend. Es handelt sich hier um ein Rauchbier für Einsteiger und ich hoffe, dass die Hildesheimer Braumanufaktur die Blutbuche wieder ins Sortiment nimmt.
Mit dem „Project Maisel“ bindet die Familienbrauerei Maisel die Auszubildenden des Abschlussjahrgangs in ein besonders verantwortungsvolles Projekt ein. Sie dürfen als Gesellenstück ihr eigenes Bier brauen und übernehmen die Verantwortung für alle Schritte – von der Kreation über den Brautag bis hin zur Vermarktung. Dabei werden sie von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Fachabteilungen begleitet.
Das Project Maisel
Hintergrund für die Entstehung des Projekts war der Wunsch innerhalb der Brauerei Gebr. Maisel, den Auszubildenden nach erfolgreich bestandener Ausbildung mehr mit auf den Weg geben zu wollen, als einen beglückwünschenden Händedruck. In Eigenregie arbeiteten die technischen und kaufmännischen Lehrlinge im Rahmen dieses Projekts über ein halbes Jahr zusammen, um ihr Abschlussprojekt zu verwirklichen. Die Azubis haben den gesamten Prozess begleitet und aktiv an allen wichtigen Entscheidungen mitgewirkt: von der Namensfindung und der Rezeptentwicklung, über die Rohstoffbestellung und das Etikettendesign, bis hin zur Vermarktung und der Organisation des Release-Events. Unterstützung gab es dabei vom erfahrenen Maisel & Friends Team.
Brautag in der Maisel & Friends Brauwerkstatt
Am 6. Mai fand das Projekt einen ersten aufregenden Höhepunkt: Am Brautag konnten die Auszubildenden nun endlich starten und ihr selbst erarbeitetes Sortenrezept im Sudhaus einbrauen. Unter Anleitung des Maisel & Friends Braumeisters Markus Briemle und dem Brauer-Azubi Konstantin Karl haben auch die Industriekaufleute Alina Hofmann, Florian Dormann und Jonas Görl, der Mechatroniker Dustin Bauer und die Fachkraft für Lagerlogistik Lukas Käfferlein tatkräftig mit angepackt.
Hopfig-fruchtiges Weizen „Fruity Tornado“
Das „Project Maisel“-Team hatte schon vorher eine klare Idee vom Bier: Eine fruchtige Erfrischung für warme Sommertage, die wie ein frischer Hopfensturm mit einer guten Drinkability überzeugt. So kam es auch zum Namen „Fruity Tornado“. Weil Weißbier zur DNA der Brauerei Gebr. Maisel gehört, sollte es die Ausgangsbasis darstellen, aber jung und frech interpretiert werden. Ergebnis sollte ein hopfig-fruchtiges Weizen werden, welches aufgrund von neuartigen Hopfensorten und dem Verfahren des Hopfenstopfens für ein völlig neues Geschmackserlebnis sorgt. Fruity Tornado beweist, wie frisch, fruchtig und frech Weißbier sein kann! Beim ersten Schluck macht sich ein cremig weiches Mundgefühl breit, das zu einem süffigen Trinkvergnügen führt. Beim Geruch und Geschmack kommen neben dem Bananenaroma der Hefe die tropischen Fruchtnoten zur Geltung. Zu Pfirsich, Ananas und Aprikose gesellt sich ein Hauch von Kokos, im Abgang kommt die Zitrusaromatik mehr in den Vordergrund und mit einer dezenten, harmonischen Bittere hebt der fruchtig-frische Hopfensturm den Bierfreund direkt in den Bierhimmel.
Release des Limited-Bieres „Fruity Tornado“
Ab dem 14. Juni 2022 ist das limitierte Bier im Maisel & Friends Online-Shop und im Maisel’s Bier-Shop in Bayreuth erhältlich. Da es nur dieses eine Mal gebraut wurde, ist es nur verfügbar, solange der Vorrat reicht.
Im Übrigen: die Auszubildenden haben auch ein Video über ihr Projekt gemacht, das Sie hier ansehen können:
Das Cuvée Watou Rouge, das jetzt vor mir steht, stammt aus der flämischen Brauerei Leroy, die in Watou beheimatet ist. Die Brauerei ist inhabergeführt, wobei der Inhaber auch die Brauerei Van Eecke besitzt, die sich ebenfalls in Watou direkt am Markt befindet. Die beiden Brauereien teilen sich im Übrigen auch die Verwaltung. Aber kommen wir zum Bier. Den Entstehungsprozess beschreibt die Brauerei so: „Die Cuvée Watou Rouge wurde 2019 auf Wunsch unserer Kunden auf den Markt gebracht. Nach einer einjährigen Forschungsphase war unser Braumeister mit der Fruchtkombination, die er zusammengestellt hatte, zufrieden. Dieses typische Rouge kann sowohl Männer als auch Frauen verführen und ist als Fruchtbier mit Geschmackscharakter zu verstehen.“
Rotbraun und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich große mittelbraune und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.
Das Bier duftet nach Karamell und roten Früchten, besonders nach Kirschen und Himbeeren. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk zeigt eine angenehme Süße, die durch eine kräftige Kohlensäure begleitet wird. Aif der Zunge ist der Kirschgeschmack dominant, aber auch die Himbeeren sind zu schmecken und sie runden den Kirschgeschmack gut ab. Die Süße tritt etwas in den Hintergrund und macht einer zu den Aromen passenden fruchtigen Säure Platz. Dazu kommt noch ein leichter Geschmack, der an Marzipan erinnert. Insgesamt ist das Mundgefühl weich und schwer. Im Abgang dominiert der Kirschgeschmack, der die bitteren Marzippannoten perfekt umschließt. Der Nachklang ist nicht allzu lang, macht aber Lust auf mehr.
Zutaten:
Wasser, Malz, Hopfen, natürliche Aromen, Sucralose (E 955)
Vom 01. bis zum 03. Juli 2022 findet in der Domstadt Speyer die erste Bierbörse statt. Im herrlichen Domgarten mit seinen großen und schattenspendenden Bäumen werden drei Tage lang über 200 Biere vom Fass und aus der Flasche aus der ganzen Welt angeboten.
Speyer, mit mehr als 50.000 Einwohnern und ihrem Wahrzeichen, dem Speyerer Dom, ist eine pulsierende Stadt mit einem großartigen Freizeit- und Einkaufsangebot. Verkehrsgünstig direkt an der A61 gelegen, besuchen zahlreiche Touristen und Besucher aus der Metropolregion Rhein-Neckar die historische Innenstadt mit ihrer lebhaften Gastronomie und dem abwechslungsreichen Einkaufsmöglichkeiten.
In der Pfalz wird bekanntlich gerne gefeiert und auch da hat Speyer mit seinen Festen einiges zu bieten. Nun wird die 1. Speyerer Bierbörse das Freizeit- und Festangebot noch weiter bereichern und ganz bestimmt viele Besucher anziehen.
Neben dem außergewöhnlichen Angebot an internationalen, nationalen sowie Bieren aus der Region, wird an allen drei Tagen Live-Musik für tolle Stimmung im größten Biergarten der Stadt sorgen. Der Eintritt zur Bierbörse ist für die Besucher wie immer kostenfrei.
Die Schlossbrauerei Grünbach wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet und hat sich bis heute als inhabergeführtes Familienunternehmen behaupten können. Das ist eigentlich schon mal ein Zeichen, dass ich mich auf ein angenehmes und charakterstarkes Bier freuen kann.
Ich bin mir nicht sicher und kann mich irren – aber irgendwie habe ich die Erinnerung, dass die Weißbiere in den 1980er Jahren deutlich mehr Schaum entwickelt haben als heute. Damals war das Einschenken eines Weizenbieres eine Fähigkeit, über die nicht jeder verfügte. Daran muss ich jetzt denken, während ich das Grünbacher einschenke. Eine wahnsinnig voluminöse feinporige Schaumkrone, die wirklich lange erhalten bleibt. Darunter das goldene Weißbier mit seiner kräftigen Hefetrübung. Ein Bier wie gemalt.
Aromen nach Banane und Nelken steigen mir in die Nase, dazu der typische Hefeduft. Mehr und mehr bekomme ich Lust auf dieses Bier.
Der Antrunk ist angenehm süß und die sehr sanfte feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Daumen. Auf der Zunge kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, während sich die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe auf der Zunge widerspiegeln. Der Geschmack ist wirklich intensiv und das Mundgefühl ist voll und weich. Erst im Abgang schmecke ich ein leichtes Bitter, von dem ich mir wünschen würde, dass es länger nachklingt.
Das Bayrische Weißbier der Schlossbrauerei Grünbach ist sehr süffig, das ideale Bier für den Biergarten.
Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brouwerij Het Anker im flämischen Mechelen vor mir. Das Boscoli ist das einzige Fruchtbier der Brauerei, die neben diversen Bieren auch drei Sorten Sake sowie einen Reisessig braut (nur mal so nebenbei: auch wenn Sake in Deutschland meist als „Reiswein“ bezeichnet wird, handelt es sich streng genommen um ein Bier, denn der Sake wird aus Reis, also einem Getreide, hergestellt). Die Brauerei verwendet im Gegensatz zu einigen anderen für dieses Bier keine Aromen, sondern ganze Früchte, was der Qualität des Bieres in der Regel wirklich gut tut. Mal sehen, ob diese Erfahrung auch auf das Boscoli zutrifft.
Rubinrot und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die rosafarbene Schaumkrone ist zwar recht klein, bleibt dafür aber lange erhalten.
Das Aroma hält, was das Etikett verspricht: eine Mischung der Düfte verschiedener Früchte, die sich zu dem Duft Roter Grütze vereinen. Dieser Duft überdeckt alles, aber er ist wirklich angenehm und natürlich.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr kräftige Kohlensäure aus. Der Geschmack der Früchte gesellt sich auf der Zunge zur Süße und auch hier erinnert die Mischung an Rote Grütze. Ich habe eher das Gefühl, eine flüssige Grütze im Mund zu haben, denn der Geschmack des Bieres wird vollständig überdeckt. Eines muss ich dem Boscoli aber lassen: es ist wirklich erfrischend. Auch im Abgang bleibt die Fruchtigkeit der absolut dominierende Faktor; leider klingt der Geschmack nur kurz nach.