Passion Bie

Die Brauerei De Bie entstand 1992 in den Hopfengärten des Brauereidorfs Watou in der Nähe von Poperinge und der französischen Grenze. Sie war eine der kleinsten handwerklichen Brauereien in Flandern. Zatte Bie, Hellekapelle und Helleketelbier waren die ersten Biere, die in diesem Haus gebraut wurden. Sie wurden in einfachen Plastiktüten verkauft und konnten auch im Café d’Hellekapelle neben der Brauerei verkostet werden.

Im Jahr 1998 wurde die Brauerei von Jos Tjoen übernommen, der sie modernisierte, um ihr Wachstum zu ermöglichen. Der Standort erwies sich bald als zu klein für eine Expansion, und 2001 verlegte er die Brauerei De Bie in ein großes Gasthaus in Loker mit dem gleichen Namen: d’Hellekapelle. Dort wurde eine völlig neue Brauerei mit einer Verkaufsstelle, einer Bierbar und einem Pub errichtet. Außerdem wurde ein Bierladen eingerichtet.

Durch den großen Erfolg der traditionellen regionalen Biere wurde auch dieser Standort zu klein. Deshalb ist die Brauerei De Bie im Jahr 2011 auf einen viel größeren Bauernhof in Wakken (Dentergem) umgezogen.

Was einst als Hausbrauerei mit 3 Bieren begann, hat sich inzwischen zu einer renommierten Brauerei mit 10 Bieren entwickelt. Dazu gehören drei Fruchtbiere, von denen ich jetzt zwei kaufen konnte. Das erste der Fruchtbiere, das mit Passionsfrucht gebraut wurde, steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Rot und hefetrüb präsentiert sich das Passion Bie im Glas. Die grobporige rosa Schaumkrone ist recht klein und fällt flott in sich zusammen.

Das Aroma ist fruchtig mit süßen und sauen Noten. Irgendwie erinnert es mich mehr an Limonade als an Bier.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und er wartet mit einer kräftigen Kohlensäure auf. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig, aber eine gewisse Künstlichkeit lässt mich vermuten, dass beim Brauen auch Fruchtaromen verwendet wurden, auch wenn diese in der Zutatenliste nicht erwähnt werden. Aber eventuell täusche ich mich auch. Das Mundgefühl ist eher schlank. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte Säure mit kurzem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Passionsfrucht, Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Brewery De Bie
Vijvestraat 47
8720 Dentergem
www.brouwerijdebie.be

Insel-Brauerei – Strandfass

So, wieder mal ein Bier aus Rambin auf Rügen, wo Markus Berberich ständig neue Biere kreiert. Nicht jedes Bier gefällt mir, aber eines ist klar: alle seine Biere haben Charakter. Zum Strandfass, das jetzt vor mir steht, schreibt Markus lt. Craftbeer-Shop.com: „Wir geben bei diesem Bier zerhackte Whisky-Fässer im Sudhaus zu. Die Holznoten werden frisch verbraut und frisch vergoren. Im Ergebnis steht ein erfrischendes Bier mit Holznoten ohne die sonst typischen Holz-Alterungsnoten – sehr selten.“ Dann will ich mal testen, ob dieses Vorgehen zu einem guten Ergebnis geführt hat.

Das Rot des Bieres sieht mit seiner leichten Hefetrübung schon mal richtig gut aus. Der elfenbeinfarbene Schaum ist feinporig und bleibt recht lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu kommen weinartige Noten und Rosinen, abgerundet wird alles durch das Aroma der Whiskyfässer.

Der Antrunk ist recht süß und die reichlich vorhandene Kohlensäure ist zwar feinperlig, aber auch kräftig. Der Körper ist malzbetont und jetzt kommt das Holz stärker zum Vorschein. Das könnte eventuell auch der Grundsein, dass das Bier stärker wirkt als die 5,6 Volumenprozent Alkohol, die es tatsächlich hat. Ich vermute auch, dass die Holznote den Eindruck nach Wein hervorruft. Obwohl praktisch kein Bitter zu schmecken ist, ist das Mundgefühl voll und weich. Der Abgang ist anfangs schlank, bevor sich ein überraschendes leichtes Bitter mit sehr langem Nachklang entwickelt.

Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn jemand von diesem Bier nicht begeistert ist, aber ich mag die Überraschungen, die dieses Bier zu bieten hat.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Weizenmalz, Traubenzucker (vollständig vergoren während der Flaschenreifung)

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Chapeau Exotic

Nun habe ich bereits die meisten der Fruchtbiere aus der Chapeau-Reihe der Brouwerij de Troch verkostet. Nun steht das Exotic vor mir, das mit 20 % Ananas gebraut wurde, einer Kombination, die es vermutlich nur in diesem Bier gibt. Beginne ich also direkt mit der Verkostung.

Kupferfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die sehr kleine gemischtporige Schaumkrone löst sich praktisch sofort auf, was bei einem Lambic aber stiltypisch ist.

Auch das Aroma ist stiltypisch mit seinem leicht sauren Duft, der im Vordergrund steht, während die Ananas aus dem Hintergrund einige süße und fruchtige Töne beisteuert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Die Säure des Lambic zeigt sich erst, nachdem sich das Bier auf der Zunge ausgebreitet hat. Aber auch die leichte Süße bleibt erhalten und mischt sich mit der Säure und der Fruchtigkeit der Ananas. Auch das Exotic ist ein sehr erfrischendes Bier. Im Abgang kommt die Fruchtigkeit in den Mittelpunkt, ohne aber den Geschmack des Lambic zu verdrängen. Dieser Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Ananas (20%)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Ternat
Belgien
http://www.detroch.be

Heute ist der Tag der nachhaltigen Gastronomie

Am 18. Juni begehen die UN in jedem Jahr den Tag der nachhaltigen Gastronomie. Mit CO2-neutralem Brauen, Mehrweg-Gebinden und Green Cooling können auch die Brauereiunternehmen dazu beitragen.

Nachhaltigkeit hat in allen Bereichen des Lebens Einzug gehalten, natürlich auch in der Gastronomie. Dem zollen die Vereinten Nationen mit dem „Tag der nachhaltigen Gastronomie“, der am 18. Juni begangen wird, Tribut. Auch die Lieferanten können dabei selbstverständlich eine Rolle spielen, für die ich hier die Brau Union Österreich als ein Beispiel nehme. Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & CSR der Brau Union Österreich, führt aus: „Unsere nachhaltige Agenda stoppt nicht am Brauereitor. Für die Gastronomen heißt das, dass wir sie etwa mit unserer ‚Green Cooling‘-Initiative unterstützen, Mehrweggebinden den Vorzug geben und sie mit CO2-neutral gebrauten Bieren sowie Biersorten in Bioqualität beliefern. Wie wir wissen, wird das auch dem Endkonsumenten, dem einzelnen Biergenießer, immer wichtiger.“

„Green Cooling“ – Maßnahmen in der Gastronomie

Mit der „Green Cooling“-Initiative setzt die Brau Union Österreich gemeinsam mit Lieferanten für Kühlschränke auf innovative Kühltechnik. Dadurch entsprechen heute 100 % der Kühlgeräte, die bei Kunden in der Gastronomie – aber auch im Lebensmittelhandel – eingesetzt werden, „Green Cooling“-Richtlinien. Diese schreibt etwa das verwendete Kühlmittel, die Lebensdauer eines Geräts, die Beleuchtung, die Ventilatoren oder auch den Einbau eines Energiesparsystems vor.

Mehrweg: ein Gewinn für die Umwelt

Verpackung ist ein veritabler Verursacher von CO2-Emissionen – bei der Brau Union Österreich ist dieser Bereich der zweitgrößte. Umso bedeutender ist es, hier Einsparungen vorzunehmen. Mehrwegverpackung ist hier ein besonders smarter Weg, wie Straka erklärt: „64% unserer Biere kommen in umweltfreundlichen Mehrweggebinden – also Glasflaschen und Fässern – zu den Konsumenten. Mehrwegbierflaschen etwa können rund 40mal wieder befüllt werden – das spart natürlich wertvolle Ressourcen.“

CO2-neutrales Brauen: in drei Brauereien bereits Realität

Eine Vorreiterfunktion hatte die Grüne Brauerei Göss: Hier wird bereits seit 2016 völlig CO2-neutral gebraut. Aber auch die Biere der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg und jene aus Schladming sind nachhaltig. Bei letzteren beiden gibt es auch Biere in bester Bio-Qualität im Sortiment, etwa das Fohrenburger Braumeister BIO Hofbier, das Schladminger Bio Zwickl oder das Weizenbier Schladminger Schnee Weisse Bio. „Mit derartigen Bieren im Angebot hilft die Brau Union Österreich auch den Gastronomen, das anzubieten, was sich der Konsument wünscht – bestes Bier, bei dem man auch im nachhaltigen Sinne verantwortungsvoll genießen kann“, schließt Straka.

Der Plan lautet: CO2-neutral bis 2030

Nachhaltigkeit nennt die Brau Union Österreich schon lange als einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Bier ist ein natürliches Getränk und kann nur so gut sein wie die Rohstoffe, die zum überwiegenden Teil aus Österreich verwendet werden. Daher ist für die Brau Union Österreich ein nachhaltiger und schonender Verbrauch der Ressourcen wichtig. Darauf achtet das Unternehmen angefangen bei den Rohstoffen über die Produktion, den Brauprozess bis hin zur Auslieferung an die Kunden. Mit der Strategie „Brew a Better World“ wird die Brau Union Österreich gemeinsam mit dem gesamten Heineken-Konzern als erstes Brauereiunternehmen weltweit bis zum Jahr 2030 in der gesamten Produktion CO2-neutral sein, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette. Wenn das klappt, setzt das Unternehmen diesen Schritt zehn Jahre vor dem Ziel des Pariser-Klimaabkommens um.

Paderborner – Pils Alkoholfrei

Die Paderborner Brauerei wurde im Jahr 1852 gegründet und gehört seit 1990 zur Warsteiner-Gruppe. Seit einigen Jahren braut das Unternehmen auch ein alkoholfreies Bier, das jetzt vor mir steht. Die Brauerei schreibt dazu: „Mit 0,0% Alkoholgehalt verspricht unser Paderborner Alkoholfrei vollen, klassischen Pilsgeschmack mit feinherber Bittere.“ Na, mal sehen, wie mir das Bier so gefällt.

Hell goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch geht das Bier voll in Ordnung.

Das Bier duftet nach Kandis mit würzigen Noten, dazu steigt mir eine leichte Säure in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine angenehme Karbonisierung aus. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund und überdeckt zusammen mit einer leichten Säure die Süße. Wie die meisten alkoholfreien Biere ist das Mundgefühl schlank. Der Abgang ist mild und der Geschmack klingt nur sehr kurz nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 8° Celsius

Brauerei:

Paderborner Brauerei
Haus Cramer GmbH
Halberstädter Str. 45
33106 Paderborn
www.paderborner-brauerei.de

Namyslów Pils

Von meiner letzten Reise nach Polen habe ich mir auch das Namyslów Pils mitgebracht, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet. Die südpolnische Brauerei bewirbt ihr Bier so: „Namyslów ist ein traditionelles polnisches Bier mit einem einzigartigen Geschmack, ausgezeichnet mit Medaillen auf der ganzen Welt. Das traditionelle Rezept für die Herstellung basiert auf der Verwendung von kristallklarem Wasser und natürlichen Zutaten. Es wird jedoch moderne Produktionstechnologie verwendet, so dass es wie kein anderes Bier schmeckt.“ Na ja, bei dieser Beschreibung kann ich mich ja auf ein richtig gutes Bier einstellen. Obwohl – die Medaillen werden in diesem Werbetext zwar erwähnt, aber ich konnte nirgends einen Hinweis darauf finden, welche Preise die Brauerei mit diesem Bier gewonnen hat. Irgendwie werde ich jetzt doch etwas misstrauisch. Aber gut, das Bier steht hier, mache ich es also auf und schenke es ein.

Intensiv goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich nur eine kleine feinporige Schaumkrone, die sich schnell auflöst. Mit dieser Optik hat das Bier sicher keine Preise gewonnen.

Das Bier duftet nach Malz und Honig. Aromen des Hopfens suche ich vergebens und auch das Malzaroma verfliegt recht schnell. Hoffentlich macht das Bier auf der Zunge eine bessere Figur als in der Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt ein nicht allzu angenehmes Bitter dazu; ansonsten ist das Bier eher wässrig. Das Mundgefühl ist schlank. Auch der Abgang ist wässrig und unangenehm bitter. Glücklicherweise klingt der Geschmack nur kurz nach.

Ich habe bereits einige Biere aus Polen verkostet. Meist haben sie mir recht gut gefallen, etliche konnten mich sogar begeistern. Das Namyslów beweist aber, dass die Polen nicht nur gute Biere brauen können.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gerste, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Grupa Zywiec S.A.
34-300 Zywiec
Polen

1. 7. – 3. 7. 2022: Bierpassie Weekend in Antwerpen

Zwei Jahre musste die Bierpassie wegen Corona ausfallen, aber in diesem Jahr kann sie wieder stattfinden. Mehr als 20 Brauereien stellen über 200 Biere vor, davon 38 neue. Und nicht nur das, der Groenplaats in Antwerpen ist eine der schönsten Locations, an denen ich mir ein Bierfest in dieser Größe vorstellen kann. Die gesamte Elite der belgischen Brauer ist dann vor Ort. Damit ist die Bierpassie ein Event, das wir nicht verpassen sollten. Der Eintritt ist wie immer frei und das Bier (20 cl) kostet € 3,00.

Selbstverständlich ist auch für Unterhaltung gesorgt:

Freitag, 1. JulI

19:00 Uhr: Dixieland Street Band

Samstag, 2. Juli

15:00 Uhr: Ekerse Big Band featuring Gustavo de Hostos, einen Sänger aus der Dominikanischen Republik

18:oo Uhr: Just Born

19:00 Uhr: Dixieland Street Band

20:00 Uhr: Chain of Fools

Sonntag, 3. Juli

14:00 Uhr: Harmonie Con Animo Oosterzele

15:00 Uhr: Dixieland Street Band

Öffnungszeiten:

Freitag: 17:00 Uhr – 24:00 Uhr
Samstag: 13:00 Uhr – 24:00 Uhr
Sonntag: 11:00 Uhr – 20:00 Uhr

Camba Bavaria – Braumeister-Edition #49 (Korbinian Häußler) – Maibock

So einen umfangreichen Namen wie der Maibock von Camba Bavaria hat noch kein anderes Bier gehabt, das ich in diesem Blog beschrieben habe. Das ist für mich Grund genug, einmal auf der Website der Brauerei nachzusehen, was es damit auf sich hat. Camba schreibt dazu:

„Die Neue Braumeister-Edition ist ein Maibock von unserem Braumeister Korbinian Häußler. Zusammen mit ein paar Mitarbeitern hat er die 49. Edition gebraut.

Zu seiner Kreation haben wir Korbinian folgende Fragen gestellt:

Warum hast du diesen Bier-Stil gewählt und was ist das Besondere an deiner Rezeptur?

Ich habe mich für diesen Bierstil entschieden, da er eher selten Platz im Biersortiment findet. Frisch interpretiert mit dem gewissen Etwas. Den gewissen Kick bringt das Zusammenspiel frischer, fein-fruchtiger Hopfenaromen in der Nase und die ausgewogene Malzsüße.

Wie würdest du den Geschmack beschreiben und wie passt der Name dazu?

Klassisch eingebraut mit vollmundigem Körper, feiner malziger, nussiger Charakter und cremiger Schaumkrone, einem Hauch fruchtiger Hopfennoten, das meinen Maibock zu einem frischen Trinkerlebnis und Lust auf mehr macht.

Zu welcher Gelegenheit passt dieses Bier?

Ob zum Feierabend, als Gipfelbier oder zu einem guten Essen – durch seine hohe Drinkability passend für jede Gelegenheit.“

So – damit wäre das geklärt. Kommen wir also zum Bier.

Kupferfarben und ohne Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich nur eine kleine Schaumkrone, die auch schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont nach Karamell, abgerundet mit dem Duft nach Waldhonig.

Der Antrunk weist die die stiltypische Süße auf, die durch eine reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu und sorgt für ein volles Mundgefühl. Fast erscheint es, als wäre das Bier dickflüssig. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Caramünch Typ 2), Hopfen (Tettnanger, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16,1° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.camba-bavaria.de

Chapeau Abricot

Die Geschichte der Brauerei De Troch ist eine Geschichte der Familienerbschaften und Landkäufe, die bis etwa 1795 zurückreichen, als Joannes Franciscus De Troch (1766-1808) und seine Frau einen ausgedehnten Bauernhof mit einer Reihe von Nebengebäuden kauften. Um 1818-1820 wurden eine Brauerei und eine Zichorienrösterei hinzugefügt. Nach dem Tod der Ehefrau von Joannes De Troch im Jahr 1818 ging die Brauerei mehrmals in den Besitz der Familie über. Im Jahr 1857 heiratete Petronella Schoonjans ihren Neffen Egidius De Troch.

Wie viele Lambic-Brauer engagierte sich Egidius De Troch in der Politik und wurde schließlich 1885 zum Bürgermeister von Wambeek gewählt. Während seiner Zeit als Bürgermeister baute Egidius die Brauerei weiter aus und errichtete die Gebäude, die noch heute genutzt werden. Im Jahr 1861 bekamen Egidius und Petronella einen Sohn, Ludovicus (Louis I.), der die Brauerei 1899 übernehmen sollte. Louis I. folgte seinem Vater auch als gewählter Bürgermeister von Wambeek von 1899 bis 1933, als er gegen Lode Willems, einen anderen Lambic-Brauer, verlor. Aus der Ehe zwischen Louis De Troch und Maria Josepha De Neve gingen sieben Kinder hervor, von denen nur zwei ihre Eltern überlebten: der älteste Sohn Ludovicus Albertus (Louis II) und Magdalena Theresia.

1923 installierte Louis De Troch ein neues Brausystem mit gusseisernen Maischebottichen, die noch heute in Gebrauch sind. 1936 übernahm sein Sohn und Nachfolger Louis De Troch II die Brauerei. 1938 wurde er auch Bürgermeister von Wambeek, wo er bis 1976 blieb. Louis I. verstarb 1940. 1964 eröffnete De Troch auch einen Bierladen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Im Jahr 1974 ging Louis De Troch II in den Ruhestand und übergab die Brauerei an seinen Neffen Jos Raes, der seit 1972 in der Brauerei arbeitete. Jos (kurz für Jozef), der Sohn von Magdalena und Raymond Raes, wurde von seinem Onkel Louis und seiner Tante Maria Louisa in der Brauerei aufgezogen. Nach dem Tod seines Onkels Louis II im Jahr 1982 verringerte Jos den landwirtschaftlichen Teil des Unternehmens. Er baute die Brauerei weiter aus, indem er eine Reihe „exotischer“ Biere unter einem neuen Namen einführte, wobei der Name De Troch weiterhin für die traditionelleren Lambics reserviert blieb. Der Name Chapeau wurde erst 1991 offiziell eingeführt. Diese gesüßten Produkte, die mit Fruchtsäften und nicht mit ganzen Früchten hergestellt werden, sollen De Troch in einer Zeit über Wasser gehalten haben, in der viele Lambic-Brauereien und -Mixer ihre Tore schlossen. Viele dieser gesüßten Lambics wurden auf Anfrage oder auf Wunsch von Gruppen oder Einzelpersonen gebraut.

De Troch Barrel Room

Heute befindet sich De Troch in der 7. Generation in Familienbesitz. Nach einem Unfall im Jahr 2002, bei dem Jos Raes zwei Jahre lang nicht brauen konnte, musste sein Sohn Pauwel von dem örtlichen Brauingenieur Gert de Rouck in das Brauen eingewiesen werden. De Rouck, der für kurze Zeit in der Brauerei gearbeitet hatte, bevor er an der Brauereischule von Sint-Lieven eingestellt wurde, kehrte an Weihnachten in die Brauerei zurück, um Pauwel zu unterrichten. Pauwel, der seit 2002 verheiratet ist und zwei Söhne hat, blickt zuversichtlich in die Zukunft, denn er hat sowohl bei der Arbeit als auch im Selbststudium an der Universität Gent gelernt. Im Jahr 2004 hätten die belgischen Gesundheitsbehörden die Brauerei wegen Sicherheits- und Hygieneproblemen fast geschlossen, was De Troch zu einem Kurswechsel veranlasste. Er räumt zwar ein, dass die gesüßten Biere nach wie vor den größten Umsatz bringen, aber De Troch bringt langsam aber sicher sein Oude Gueuze wieder auf den Markt und liefert auch gelegentlich Lambic für mindestens einen anderen Abfüller, Vanberg & DeWulf.

Ab 2015 begann De Troch, seine Biere ohne den Namen Chapeau zu vermarkten. Ebenfalls 2015 brachte die Brauerei ein Oude Kriek in 37,5-cl-Flaschen heraus, das erste seit fast 30 Jahren.

Bei einer so traditionellen Brauerei kann ich davon ausgehen, dass die Brauer wissen, was sie tun, öffne jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Kupferfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dass sich dabei keine Schaumkrone bildet ist für ein Lambic typisch.

Auch das Aroma ist für ein Lambic typisch. Eine fruchtige Säure steht im Vordergrund. Unterstützt wird sie durch Düfte nach Waldhonig und Trockenpflaumen.

Der Antrunk ist frisch. Dabei wurde die sehr feinperlige Kohlensäure sehr zurückhaltend eingesetzt. Auf der Zunge entfaltet sich die fruchtige Säure, während die Süße sich eher im Hintergrund hält. Die Aromen, die ich in der Nase erkannt habe, spiegeln sich auf der Zunge wider. Aprikosen hätte ich allerdings nicht erkannt. Bitter ist so gut wie nicht zu schmecken. Das Mundgefühl ist angenehm weich und voll. Auch der Abgang ist mild und die Fruchtigkeit meldet sich noch einmal in der Kehle, wo sie durchschnittlich lang nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Aromen, Aprikosen (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Ternat
Belgien
www.detroch.be

Brauerei Gold-Ochsen feiert ihr 425jähriges Jubiläum

Im Jahr 1597 gründete der Wirt Gabriel Mayer in der Ulmer Herdbruckerstraße die Brauerei Gold Ochsen. Seitdem ist der Werdegang des Unternehmens, das sich seit 1867 im Besitz der Familie Leibinger befindet, fest mit der Ulmer und Neu-Ulmer Stadtgeschichte verbunden. Anlässlich des 425. Jubiläums gratulierte IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Engstler-Karrasch am 9. Juni 2022 im Namen der Industrie- und Handelskammer Ulm. Sie überreichte Ulrike Freund (geborene Leibinger), die seit 1991 die Traditionsbrauerei leitet, die Jubiläumsurkunde. Zu den Ehrengästen des in der Brauerei ausgerichteten Festakts gehörten u.a. Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu-Ulm, Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, sowie Ivo Gönner, Ulmer Oberbürgermeister von 1992 bis 2016.

Dass dieses 425. Jubiläum etwas ganz Besonderes ist, stellte Petra Engstler-Karrasch bei der Urkundenübergabe klar heraus. Damit gehöre die Brauerei Gold Ochsen laut der IHK-Hauptgeschäftsführerin in jedem Fall zu den ältesten Unternehmen der Region – eine Leistung, die große Anerkennung verdiene. Die erfolgreiche Unternehmens­geschichte führte Ulrike Freund in ihrer eigenen Rede auf den Dreiklang von Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsvermögen zurück. „In diesen 425 Jahren musste die Brauerei viele Talsohlen durchschreiten und etliche wirklich große Herausforderungen meistern. Um den sich immer wieder in den Weg stellenden Widrigkeiten zu trotzen, war stets ein enorm hohes Maß an Beharrlichkeit und Mut erforderlich.“ In dem Zusammenhang dankte Ulrike Freund nicht nur den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Brauerei, sondern auch den vielen Unterstützern außerhalb des Unternehmens. „Wir können heute auf ein Gemeinschaftswerk zurückblicken, das zurecht stolz macht“, betont Freund. Die Verbundenheit der Brauerei mit der Region wurde in der Vergangenheit nicht zuletzt durch das große kulturelle und soziale Engagement immer wieder deutlich. Und so nutzte Ulrike Freund auch diesen Anlass und überreichte Katrin Albsteiger und Gunter Czisch jeweils einen Spendenscheck für eine in der Ulmer bzw. Neu-Ulmer Bürgerschaft verankerte Organisation. 4.250 Euro gehen an die Ulmer Bürger Stiftung. Über die gleiche Summe kann sich die Stiftung Neu-Ulm – Helfen mit Herz freuen.

Brauereifest im Herbst

Die am 9. Juni erfolgte Urkundenübergabe markiert den Startpunkt weiterer Jubiläumsfeierlichkeiten seitens der Brauerei Gold Ochsen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für ein großes, zweitägiges Fest am Unternehmensstandort im Veitsbrunnenweg auf Hochtouren. Dieses soll Anfang Oktober stattfinden, wie Ulrike Freund bereits verrät. „Dass wir seit 425 Jahren für Ulmer Brautradition einstehen können, verdanken wir nicht zuletzt den Menschen der Region, die unser Bier seit jeher zu schätzen wissen. Somit ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, das 425. Jubiläum auch gemeinsam mit ihnen zu feiern“, so die Geschäftsführerin. Details zu den Planungen folgen in Kürze.