Zötler – Heilewelt

Die Privat-Brauerei Zötler soll die älteste noch aktive Familienbrauerei der Welt sein.Hier entstehen seit über fünf Jahrhunderten Biere und andere Getränke. Als jüngste Herausforderung hat sich der Junior-Bräu Niklas Zötler an das Herstellen von aktuell drei Craft Beeren gewagt. Jetzt steht das Heilewelt vor mir. Es ist die Hommage an die Oma Mimi des Juniorchefs, die zu ihrer Zeit bereits kräftig im Betrieb mitgearbeitet hat.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und fällt in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit in sich zusammen.

Das Bier duftet zart nach Zitrus und Orangen, dazu kommt eine angenehme Würze des Hopfens. Das Aroma des Malzes ist dabei kaum festzustellen und unterstützt lediglich die Hopfenaromen.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Auf der Zunge dominieren wie in der Nase die fruchtigen Noten, jetzt begleitet durch ein leichtes Bitter. Obwohl das Bier moderate 4,9 Volumenprozent Alkohol enthält, ist das Mundgefühl cremig. Im Abgang würde ich mir etwas mehr Bitter wünschen, so dass der Geschmack länger nachklingen könnte.

Insgesamt ist das Heilewelt ein angenehmes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara Munich, Gerstenmalz dunkel), Hopfen (Perle, Cascade, Lemondrop), Hefe (Englische Ale-Hefe)

Alkoholgehalt:

4,9% vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstraße 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

De Bie – Peachy Bie

Die Brouwerij De Bie wurde 1992 in den Hopfengärten des belgischen Brauereidorfs Watou in der Nähe von Poperinge und der französischen Grenze gegründet. Früher war sie eine der kleinsten handwerklichen Brauereien in Flandern.

1998 wurde die Brauerei von Jos Tjoen übernommen, der sie modernisierte und erweiterte. Bald stellte sich heraus, dass die Räumlichkeiten für die geplante Erweiterung zu klein waren, und so zog er 2001 mit der Brouwerij De Bie an einen größeren Standort in Loker um.

So entstand eine völlig neue Brauerei mit einer angeschlossenen Kneipe, in der man sich mit guten Freunden bei einem guten Bier unterhalten kann. Gleichzeitig eröffneten sie eine Bierboutique.

Aufgrund des enormen Erfolgs der regionalen Craft-Biere war dieser Standort bald viel zu klein. Deshalb zog die Brouwerij De Bie 2011 auf einen deutlich größeren Bauernhof in Wakken (Dentergem) um. Was als Handwerksbrauerei mit 3 Bieren begann, ist heute zu einer renommierten Brauerei mit 10 Bieren herangewachsen. Aber sie hat ihre handwerklichen Qualitäten nicht verloren.

Der Hopfen, der Weizen und die Gerste stammen von den eigenen Feldern rund um den Bauernhof der Brauerei. Der Treber wird an die Limousin-Rinder verfüttert, die auf ebenso natürliche Weise gezüchtet werden. Es handelt sich also um einen geschlossenen Kreislauf, bei dem keine chemischen Produkte ins Spiel gebracht werden. Voller gesunder Aromen!

In dem vollständig renovierten Bauernhof können die Besucher den Prozess der Bierherstellung von Anfang bis Ende verfolgen. Sie können auch die 10 unglaublich leckeren regionalen Biere probieren, jedes mit seinem eigenen Geschmack und seiner eigenen Geschichte. Jetzt steht das Peachy Bie vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die mittelporige Schaumkrone ist Anfangs sehr voluminös. Sie fällt zunächst schnell in sich zusammen. Lediglich ein kleiner Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Pfirsich. Nur aus dem Hintergrund kann ich die Malzsüße erahnen.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Auf der Zunge steht der Pfirsich im Vordergrund. Dabei ist das Bier nicht ganz so süß wie ein Pfirsichnektar. Fruchtsäure oder Bitterstoffe kann ich nicht feststellen. Daher ist das Mundgefühl auch eher schlank. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und jetzt kann ich auch erstmals ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang feststellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Pfirsich, Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Brewery De Bie
Vijvestraat 47
8720 Dentergem
www.brouwerijdebie.be

Internationaler Tag des Bieres: ein Prost auf die Bierkultur

Der erste Freitag im August steht weltweit für Bierkultur. Gerade Österreich ist ein Paradebeispiel für bierige Tradition und Innovation – und Vorreiter in eine „grüne“ Bierzukunft.

Freunde treffen und zusammen Bier trinken, Bierbrauer ehren und Biere aller Nationen feiern und damit die Welt zu vereinen – diese Ziele haben sich die Begründer des internationalen Feiertages des Bieres im Jahr 2007 auf die Fahnen geheftet. Auch für viele Österreicher ein Grund, unsere Bierkultur hochleben zu lassen. „In Österreich trifft eine lange Biergeschichte und unglaubliche Vielfalt auf eine hohe Innovationskraft – und auch das schon mit Tradition: Vor über 180 Jahren ging von Schwechat eine Bierrevolution aus, das untergärige Lagerbier eroberte von dort aus die Welt. Heute ist die Brauerei Wieselburg federführend bei der Entwicklung von absolut alkoholfreien Bieren – 0,0 Prozent-Biere mit sehr viel Geschmack. Revolutionen spielen sich heutzutage aber auch in der Bierproduktion ab: Man denke nur an die Grüne Brauerei Göss, die weltweit als erste Großbrauerei völlig CO2-neutral brauen konnte“, erläutert Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & ESG Sustainability bei der Brau Union Österreich.

Bierkulturbericht belegt ungebrochen hohen Stellenwert von Bier in Österreich

Die aktuelle Marktforschung zum noch unveröffentlichten Bierkulturbericht 2022 belegt: Der Stellenwert von Bier für die Getränkekultur in Österreich ist ungebrochen. Knapp 90% der Alpenländler bewerten Bier als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ für die österreichische Getränkekultur. Auch die Regionalität ist hier Thema: 80 Prozent der Befragten geben an, dass das Angebot von regionalen Bieren für die heimische Bierkultur sehr wichtig bzw. eher wichtig ist. Straka erklärt: „Bier ist traditionell eine regionale Sache. Auch heute noch greifen unsere Nachbarn sehr gern zum Bier aus der eigenen Gegend, quasi rund um den Schornstein der Brauerei zeigt sich die Tendenz, dieses regionale Bier zu bevorzugen. Schon die Biermarken verweisen ja meistens auf die Herkunft: Das Zipfer kommt aus Zipf, Fohrenburger aus Fohrenburg und Schwechater aus Schwechat. Internationalem Bier geben nur 5 Prozent der Österreicher den Vorzug.“

Aber auch der Nachhaltigkeitsgedanke wird im bierigen Kontext zunehmend wichtiger: 76 Prozent der Österreicher geben an, dass CO2-neutrale Bierproduktion wichtig für die Zukunft ist. Gut, dass viele österreichische Brauereien hier bereits Pionierarbeit leisten.

Tradition trifft Innovationskraft: Wie Bier die Welt Schluck für Schluck besser machen kann

Neben der produktseitigen Innovationskraft ist die Bierkultur am Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Straka: „Als größtes Brauereiunternehmen Österreichs ist sich die Brau Union Österreich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst und ist bestrebt, eine nachhaltige Bierkultur zu schaffen. Dank unserer erfahrenen Braumeister sowie langjähriger Partner haben wir es in der Brau Union Österreich geschafft, bereits an drei Standorten CO2-neutral zu brauen und ausschließlich erneuerbare Energie zu verwenden: in der Brauerei Göss in Leoben, in der Brauerei Schladming und in der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg. In Schwechat und Puntigam/Graz werden ganze Stadtteile mit der biogenen Abwärme aus der Bierproduktion beheizt. Ein weiteres innovatives Energieversorgungskonzept, das als Beispiel auch für andere Branchen dienen kann und soll“, so Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & CSR bei der Brau Union Österreich.

Insel-Brauerei – East Coast IPA

Wenige deutsche Brauereien verfügen über ein so großes Sortiment wie die Inselbrauerei in Rambin auf Rügen. Jetzt steht vor mir das East Coast IPA der Brauerei, das mit dem Hopfen Chinook gebraut wurde.

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Düfte nach Zitrusschalen, Südfrüchten, roten Beeren und Vanille steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß und dabei spritzig. Auf der Zunge bildet sich ein passendes freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist für ein IPA überraschend mild, der Geschmack klingt aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Traubenzucker, Naturhopfen (Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Service-Roboter im Liebesbier

Die Gastronomie der Zukunft können Gäste im „Liebesbier Restaurant & Bar“ im fränkischen Bayreuth erleben. Dort setzt das Team mehr denn je auf persönlichen Kontakt, Gastlichkeit und einen hohen Servicegedanken – und nutzt dabei die moderne Technik in Form eines Service-Roboters. Doch wie passt das zusammen?

Wer das Liebesbier Restaurant & Bar in Bayreuth besucht, staunt nicht schlecht: Seit einigen Wochen rollt Bella durch die Gänge, ein Service-Roboter, der die Servicekräfte bei der Arbeit unterstützt, sie jedoch keineswegs ersetzt. Anfangs noch skeptisch, ob ein solcher Roboter beim Team Akzeptanz findet, wurde der Service-Roboter BellaBot von Thomas Wenk, einem der Geschäftsführer des Liebesbiers, nach der Entdeckung auf der Internorga in Hamburg für eine Testphase bestellt. Zu Beginn war das Team zurückhaltend, haben Gastlichkeit und Kontakt zu den Gästen im Liebesbier doch einen hohen Stellenwert, weshalb in diesen Bereichen die Nutzung eines Roboters keine Option sein konnte. Doch mittlerweile ist Bella, wie sie im Liebesbier genannt wird, ein fester Bestandteil der Crew. Das betont auch Mathias Locker, Küchenchef im Liebesbier: „Die Integration lief schnell, denn Bella ist eine enorme Arbeitserleichterung für unser Servicepersonal“. Sie soll dabei niemanden ersetzen, sondern den Servicekräften unter die Arme greifen und sie beim Auf- und Abtragen der Speisen unterstützen. Sie sparen sich dadurch lange Wege und somit natürlich auch Zeit. Zeit, die sie dann wiederum in die Betreuung und Beratung der Gäste investieren können. Denn Bella kümmert sich nur um die „Lieferung“ – serviert wird das Essen weiterhin vom Service.

Bella ist nicht nur eine Erleichterung für das Team, sondern bietet auch den Gästen besondere Unterhaltung. Sie sind begeistert von Bella und mittlerweile wird bereits bei Reservierungen gefragt, ob der Roboter die Bestellung bis zum Tisch bringen kann. Das Liebesbier-Team versucht das nach Möglichkeit umzusetzen, auch hier nur als Unterstützung. Alle Bereiche kann Bella sowieso noch nicht erreichen, denn das Treppensteigen liegt ihr nicht – noch nicht. Mathias Locker und Thomas Wenk sind davon überzeugt, dass die Entwicklung der nächsten Generation von Service-Robotern in diese Richtung gehen wird. Schon jetzt ist die Technik beeindruckend: Bella scannt ihren Weg genau ab und kann so Hindernisse umgehen. Sie erkennt dabei auch sich bewegende Menschen, Hundepfoten und Taschen und bittet freundlich um Durchlass, wenn sie nicht vorbeikommt. Für Sympathie sorgt ebenfalls das „Gesicht“ von Bella, das an das einer Katze erinnert. Wo sie hin muss, weiß Bella durch den Tischplan, den Mathias Locker zu Beginn einprogrammiert hat. Aufgeladen wird Bella über Nacht und kann dann tagsüber für etwa zehn bis zwölf Stunden eingesetzt werden, bevor die nächste Ladung notwendig wird.

So weit die Pressemitteilung von Liebesbier. Ich war bereits einige Male im Liebesbier und war begeistert. Eine frische junge Küche wird genau wie die vielen Bieren von einem Service angeboten, der weiß, was er dort verkauft. In der deutschen Gastronomie ist das eher eine Ausnahme. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich von einem Roboter bedient werden möchte. Sicherlich ist das einmal eine nette Spielerei, aber ob mir das auf Dauer gefällt, muss sich erst noch herausstellen. Ich befürchte, dass in vielen Fällen die Qualität des Service leiden wird. Aber ich hoffe auch, dass das im Liebesbier nicht der Fall sein wird.

Corsendonk Rousse

Corsendonk ist eine Marke der Brasserie du Bocq, unter der immerhin 12 verschiedene Biere gebraut werden. Der Name leitet sich vom gleichnamigen Augustinerkloster in der Nähe von Oud Turnhout ab. Aber kommen wir zum Bier.

Bernsteinfarben und klar läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht voluminöse feinporige und weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an dem Bier absolut nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell und Trockenfrüchten, unterstützt durch einige blumige und Lakritznoten.

Der Antrunk ist recht süß. Diese Süße wird durch eine feinperlige Kohlensäure begleitet. Auf der Zunge dominiert der Karamellgeschmack, zu dem sich ein passendes freundliches Bitter gesellt. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang kommt noch der Geschmack nach Lakritz dazu, auch wenn die Süße weiterhin dominiert. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Alkoholgehalt:

8% Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

22 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Corsendonk N.V.
Slachthuisstraat 27
2300 Turnhout
Belgien
www.corsendonk.com

Uerige – Jrön

Einmal im Jahr wird der Hopfen geerntet und keine Brauerei, die etwas auf sich hält, lässt es sich nehmen, dann ein Grünhopfenbier zu brauen, also ein Bier mit frischem Hopfen. So auch die Brauerei Uerige in der Altstadt von Düsseldorf, die sich im letzten Jahr zu diesem Zweck mit Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg zusammengetan hat. Der Hopfen stammt aus Polen und wurde sofort nach der Ernte (und dem Zupfen) so schnell es irgend ging im PKW nach Düsseldorf gebracht, um dort zum Jrön zu werden, einer Sticke mit dem frischen Hopfen.

Einen Nachteil hat das Jrön allerdings: die Düsseldorfer wollen das Bier nicht wirklich gerne freigeben. Deshalb erfolgt der Anstich traditionell am 11. 11., also an dem Tag, an dem jeder Auswärtige das Rheinland und damit auch Düsseldorf tunlichst meidet. Wer schon einmal am 11. November oder an Rosenmontag im Rheinland oder auch nur in der weiteren Umgebung war, wird verstehen, was ich meine. Aber zum Glück hält das Jrön ja länger als der Karneval. Kommen wir also zum Bier.

Dunkelbraun mit einer sahnigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Damit macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet röstig nach Kaffee. Dieses Aroma wird durch eine leichte fruchtige Säure begleitet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süe sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt das Jrön seine ganze Komplexität: dunkle Schokolade mischt sich mit Espresso, dazu kommen leichte Rauchnoten sowie ein angenehmes freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist rund und voll. Im Abgang steht zunächst die Süße im Vordergrund, dann wird das Bitter kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2% Vol.

Bittereinheiten:

55 IBU

Farbe:

50 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer
gemeinsam mit

Uerige Obergärige Hausbrauerei
Berger Str. 1
40213 Düsseldorf
www.uerige.de

Fading Hill Single Malt Whisky: Fass 693 – die erste Single Cask Warehouse Selection

Das Warehouse der in Nistertal im nördlichen Rheinland-Pfalz gelegenen Birkenhof-Brennerei birgt diverse Kostbarkeiten. Als Single Cask Warehouse Selection kommt jetzt eine davon mit nur 320 Flaschen in den Verkauf.

Das Fass mit der Nummer 693 hat eine bewegte Geschichte. In ihm reifte ein intensiv aromatischer Ximenez-Spinola Sherry. Im Warehouse der Birkenhof-Brennerei reiht es sich zwischen Kostbarkeiten wie Premier Grand Cru Sauternes-Fässern, fantastischen Pinot-Noir- und außergewöhnlichen Bourbon-Fässern namhafter amerikanischer Destillerien ein.

Persönlich von Steffi und Peter Klöckner vor Ort in Spanien ausgewählt, warteten die Destillateure der Brennerei damals lange Wochen, bevor die Fässer aus dem Süden – darunter auch das Fass mit der Nummer 693 – endlich in Nistertal ankamen. Nach einer ausführlichen Qualitätskontrolle wurden sie mit verschiedenen Destillaten befüllt und fanden anschließend ihren Platz im Warehouse, um Whisky & Co. in Ruhe reifen zu lassen.

Das Fass mit der Nummer 693 gibt sein hochprozentiges Geheimnis preis

Der im Dezember 2015 destillierte Single Malt Whisky wurde Anfang Juli dieses Jahres – also mit 6,5 Jahren – in nur 320 Flaschen abgefüllt und ist mit 53% eine prominente Overproof-Variante der FADING HILL Single Malt Serie der Westerwälder Destillerie.

Das Aromenspiel des Destillates ist beeindruckend: Vollreifes, dunkles Beerenobst – auch rote Johannisbeere ist dabei – und saftige Kirschen, kombiniert mit feinen herbalen Noten und deutlichen Anklängen von Vanille und Schokolade, zeigen sich an Gaumen und Zunge bei der ersten Verkostung dieser Warehouse Selection. Das für die Whiskys der BIRKENHOF-BRENNEREI charakteristische Aroma von reifer Mostbirne ist ebenfalls präsent. Ein intensiver, voluminöser Whisky, breit und rund am Gaumen, mit langem, intensiven Nachhall.

Diese Warehouse Selection ist – neben weiteren FADING HILL Single Malt und Single Rye-Whiskys – direkt auf dem Birkenhof oder dem hauseigenen Online-Shop erhältlich. Natürlich nur, solange der Vorrat reicht.

Und die Destillerie ist nicht irgendeine. Ausgezeichnet als Beste Destillerie Deutschlands im Rahmen der Frankfurt Trophy, bietet die preisgekrönte Traditionsdestillerie im nördlichen Rheinland-Pfalz ein vielfältiges Besucherangebot mit faszinierenden Einblicken in den hochprozentigen Alltag einer klassischen“Working Distillery“.

Eine Tour durch die „Manufaktur des guten Geschmacks“ beinhaltet nicht nur einen ausführlichen Blick in die Destillerie und das einmalige Whisky-Warehouse, sondern kombiniert außergewöhnliche Einblicke in echtes Handwerk, viel Know-how und hochprozentigen Genuss.

Zum Beispiel dunkle Schokolade und edle Destillate. Diese beiden Begriffe finden seit Jahrhunderten gut zueinander. Doch was passiert, wenn zu dieser Kombination neue, unbekannte Faktoren finden? Wenn eine Aromabrücke zwischen Salbei und Ziegenjoghurt geschaffen wird? Oder ein Apfel-Marzipan-Confit eine unerwartete Harmonie zwischen Apfelbrand und Käse definiert? Wenn auf herzhaften Schinken und Pasteten unkonventionelle regionale Spirituosen-Spezialitäten treffen? An einem Genussabend auf dem Birkenhof gibt es auf diese Fragen ausführliche – und vor allen Dingen sehr schmackhafte – Antworten.

Das Workshop- und Seminarangebot der Birkenhof-Brennerei bietet neben dem Genussabend als moderiertem Abend für alle Sinne viele Möglichkeiten, in die Welt edler Brände einzutauchen:

Wer einen Einblick in die Vorgänge einer „Working Whisky Distillery“ erhalten und gleichzeitig in die Welt dieses grandiosen Lebenswassers eintauchen möchte, sollte sich zu einem Whisky-Blending anmelden, um aus erster Hand vom Destillateurmeister alles über Pot-Still-Verfahren, New Spirit, Würze & Co. zu erfahren.

Ins Detail des Handwerks gehen Teilnehmer der Destillateur-Kurse. Über 6 Stunden hinweg wird von ersten Begriffserklärungen, der Zubereitung von Maische oder Würze bis hin zur Herstellung eines Likörs, ein ausführlicher, spannender Einblick in die Abläufe und Tätigkeiten innerhalb einer Destillerie ermöglicht.

Das Team um Geschäftsführer Steffi und Peter Klöckner freut sich, ihre Gäste zum Besucherprogramm der Destillerie begrüßen zu können. Dabei dürfen diese nicht nur ausgewählte, hochprozentige Schätze des Hauses probieren, sondern erhalten auch einen interessanten Einblick in die Abläufe in einer echten „Working Distillery“ – und natürlich entsprechend einem geprüften Hygiene-Konzept.

Das Programm ist für Einzelpersonen und Kleingruppen geeignet. Für größere Gruppen sind Termine flexibel buchbar. Alle Teilnehmer müssen sich aufgrund der derzeitigen Gegebenheiten rund um CoVid19 verbindlich anmelden.

Bevor ich es vergesse: das Bild zeigt Jonas Klöckner, Destillateurmeister und Young Craft Distiller 2021, im Warehouse der Birkenhof-Brennerei.

Gordon Scotch Ale

Der Name Gordon bezieht sich auf den gleichnamigen schottischen Clan, während die Distel auf dem Etikett für Schottland steht. Das Bierglas von Gordon Scotch Ale nimmt diese Form der Distel im Design des Glases auf. Von der schottischen Geschichte inspiriert ehrte der englische Braumeister Antony Martin mit diesem Bier liebevoll seine Liebe zu Schottland und braute dieses Bier nach seiner Auswanderung in Belgien.

Bordeauxrot und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große beige und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Der Duft nach roten Früchten steigt mir in die Nase, dazu Düfte nach dunkler Schokolade, Kaffee und Whisky.

Der Antrunk ist recht süß und mich beeindruckt die sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure. Auf der Zunge wird das Bier trockener. Das Malz steht im Mittelpunkt, begleitet durch eine leichte Säure sowie den Geschmack nach Kaffee. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Der Alkohol wärmt. Im Abgang kommt der Geschmack des Scotch nach vorne. Dazu kommen bittere und süße Noten, die sehr lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, geröstete Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,6 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

40 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Anthony Martin s.a
rue du cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.be

Maisel & Friends – Black IPA 2.0

Black IPAs sind in Deutschland bisher eine Seltenheit und erst wenige Brauereien haben sich an diesen Bierstil herangewagt. 2017 hat Maisel & Friends das Abenteuer Black India Pale Ale schon einmal gestartet und es als limitierten Sondersud auf den Markt gebracht. Das war auch das erste Mal, dass ich mit diesem Bierstil in Kontakt gekommen bin. Damals war ich beim Namen dieses Bierstils reichlich verwirrt, denn Pale und Black schließen sich ja irgendwie aus. Schnell habe ich aber bemerkt, dass die fruchtig-bitteren Aromen des IPA sehr gut mit den Röstnoten des dunklen Malzes zusammenpassen. Da ist es doch wohl kein Problem, über den sprachlichen Holperer im Namen des Bierstils hinwegzusehen. Und so war ich auch sehr angenehm überrascht, als in der letzten Woche ein Paket von Maisel & Friends bei mir eintraf, das nach fünf Jahren mal wieder ein Black IPA enthielt. Inzwischen habe ich es gekühlt und will es jetzt verkosten.

Zunächst einmal – Nomen est Omen. Das Bier ist wirklich schwarz. Lediglich wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert es bordeauxrot durch. Über dem Bier prankt eine hellbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist den Bayreuthern mal wieder ein Meisterwerk gelungen.

Bereits meine Nase verrät mir, dass die Brauer sich bei der Entwicklung dieses Bieres etwas gedacht haben. Es handelt sich nicht um ein schwarzes Bier, das mit reichlich Aromahopfen gestopft wurde bis sich das Malz nicht mehr feststellen lässt. Im Gegenteil – die Aromen des Malzes mit ihren Schokoladen-, Kaffee-, Karamell- und leichten Rauchnoten stehen gleichberechtigt neben dem Duft des Hopfens mit Noten nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten. So stelle ich mir ein wirklich gutes IPA vor und ich bekomme richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine überraschende Süße beim ersten Kontakt des Biers mit der Zunge, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Aber dann geht es erst richtig los. Auf der Zunge kommen zunächst die Geschmackseindrücke des Malzes zum Tragen. Der Rauchgeschmeck meldet sich zu Wort, dazu kommt der Geschmack nach Karamell, dunkler Schokolade und Espresso. Für ein IPA hält sich das Bitter diskret im Hintergrund, auch wenn es selbstverständlich deutlich zu schmecken ist. Die fruchtigen Noten unterstützen diese Geschmacksnuancen und gemeinsam sorgen sie für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und Rauch. Jetzt kommt auch das Bitter mehr zum Tragen und es klingt sehr lange nach.

Wie bei allen Sondersuden gilt: wenn weg, dann weg. Aber bis es soweit ist, gibt es das Black IPA im Brauereishop von Maisel & Friends sowie bei einigen Versandhändlern. Ich würde mir wünschen, dass dieses Bier ins Standardprogramm aufgenommen wird, so dass ich es auch hier in Niedersachsen im Getränkemarkt um die Ecke bekommen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Amarillo, Chinook, Mosaic, HBC 431, Ariana, Idaho7), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Delsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com