Masterfully Dark

In jedem Jahr richtet die Brauerei Störtebeker in Stralsund die Deutschen Meisterschaften der Hobbybrauer aus. In diesem Jahr bin ich zum Finale gefahren, das diesmal in München auf der DrinkTec stattfand und ich muss sagen, ich war mehr als beeindruckt von den Leistungen der Hobbybrauer. Nicht nur, dass mich dort wirklich hervorragende Biere erwarteten, sondern die Hobbybrauer haben dort Biere präsentiert, die vermutlich nicht kommerziell zu brauen wären, weil der Brauprozess extrem aufwändig war.

Jetzt hat BRLO in Berlin noch einen draufgesetzt und hat die Sieger der Meisterschaften der Jahre 2017 bis 2021 eingeladen, einen Gemeinschaftssud zu brauen. Herausgekommen ist das Black India Pale Ale, das jetzt vor mir steht.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma gefällt mir sogar noch besser als die Optik. Ich rieche dunkle Schokolade, Biskuit und Vanille. Dazu kommt aus dem Hintergrund noch ein grasiger Duft.

Der Antrunk ist recht süß und dabei angenehm spritzig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein freundliches Bitter kommt dazu und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener und das freundliche Bitter klingt sehr lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Columbus, Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Farbe:

80 EBC

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Str. 16
10963 Berlin
www.brlo.de

La Trappe – Puur

Skal ist ein europäisches Bio-Siegel, das von niederländischen Behörden eingeführt wurde und kontrolliert wird. Das Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelkontrolle hat das Siegel entwickelt. Produzenten, deren Lebensmittel Skal-zertifiziert sind, werden mindestens einmal im Jahr ohne vorherige Ankündigung kontrolliert.

Auch die Bierbrouwerij de Koningshoeven, von der jetzt das La Trappe Puur (puur ist niederländisch für rein) vor mir steht, hat einige Biere mit diesem Siegel im Angebot. Es handelt sich um ein Ale, das von den Mönchen zu 100 % aus biologischen Zutaten gebraut wurde.

Golden fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große Schaumkrone. Obwohl der Schaum grobporig ist, bleibt er lange erhalten und macht auf dem minimal hefetrüben Bier eine gute Figur.

Das Aroma ist würzig-hopfenbetont. Aus dem Hintergrund unterstützt der Duft hellen Malzes die Eindrücke, die an Kräuter und Zitrusschalen erinnern.

Der Antrunk ist spritzig-frisch mit einer angenehm feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge steht ein kräftiges Bitter im Vordergrund, umrahmt von Kräuteraromen und einer leichten Süße. Der Abgang ist bitter-würzig und trockener mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven B. V.
Eindhovenseweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

Braufactum – The Brale

Braufaktum ist einer der Pioniere der Craft Beer-Szene in Deutschland. Jetzt steht The Brale vor mir, ein Brown Ale, das bereits viele Auszeichnungen errungen hat:

  • Country Winner bei World Beer Award 2017 in der Kategorie „American Brown Ale
  • Gold bei Frankfurt International Trophy 2020 in der Kategorie „Red Ale“
  • Gold bei World Beer Award 2019 in der Kategorie „American Brown Ale“
  • Gold beim Meininger Craft Beer Award 2018 in der Kategorie „Brown Ale (American Style)“
  • Silber bei World Beer Challenge 2020 in der Kategorie „American Style Brown Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2019 in der Kategorie „American Style Brown Ale“
  • Silber bei World Beer Award 2018 in der Kategorie „American Brown Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2017 in der Kategorie „American-Style Brown Ale“
  • Silber bei Meininger Craft Bier Award 2016 in der Kategorie „Brown Ale (American Style)“
  • Bronze bei International Beer Challenge 2019 in der Kategorie „New World-style Brown Ale 2.9% and up)“
  • Bronze bei World Beer Challenge 2018 in der Kategorie „American Style Brown Ale“
  • Bronze bei International Beer Challenge 2018 in der Kategorie „New World-Style Brown Ales“
  • Bronze bei International Beer Challenge 2017 in der Kategorie New World-Style Brown Ales

Brown Ales galten während der Industrialisierung als Belohnung nach schwerem Tagewerk, wurden jedoch im zweiten Abschnitt des 20. Jahrhunderts mehr und mehr von hellen Bieren verdrängt. Das erste amerikanische Brown Ale wurde Ende 1900 gebraut, hatte jedoch stärkere Röstaromen und einen kräftigeren Geschmack als das englische Pendant.“ Dieser Stil hatte den Beinamen „the dog“, da man mit der Ankündigung „ich gehe noch mit dem Hund raus“ einen Besuch im Pub einleitete.

Bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse und größtenteils feinporige Schaumkrone. Anfangs fällt der Schaum schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt doch lange erhalten.

Eine erste Überraschung hält das Aroma für mich bereit. Ich rieche überraschend wenige Röststoffe. Stattdessen stehen Orangen, roter Pfeffer und einige nussige Aromen im Mittelpunkt. Das ist zwar unerwartet, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist aufgrund seiner feinperligen Kohlensäure angenehm spritzig. Jetzt kommen erstmals auch die Malznoten mit ihren Röstaromen zum Tragen, die für einen angenehmen Karamellgeschmack sorgen. Die Aromen des Hopfens spiegeln sich und sorgen für ein ausgewogenes Geschmackserlebnis. Im Abgang sticht das Pfefferaroma hervor, das mit dem Geschmack nach roten Früchten daherkommt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamellmalz), Hopfen (Mosaic, East Kent, Golding, Herkules)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

14 EBC

Brauerei:

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
Darmstädter Landstraße 185
60598 Frankfurt am Main
www.braufactum.de

Barcelona Beer Company – La Niña Barbuda

Bei dem Bier, das jetzt vor mir steht, verwundern zunächst das Bild auf dem Etikett und auch der Name. Ein kleines Mädchen mit einem Rauschebart? Die Brauerei erklärt dies mit einer kurzen Geschichte: „Ramon, der Hipster, traf eine Fee. ‚Ich erfülle dir einen Wunsch‘, sagte sie. Ramon wollte gerade sagen, er wünsche sich, wieder ein kleiner Junge zu sein, aber im letzten Moment überlegte er es sich anders und wünschte sich ein kleines Mädchen zu sein. Jetzt ist Ramon ‚La Niña Barbuda‘.

La Niña Barbuda ist ein Brown Ale aus Barcelona, und die Brauerei betont mehrfach, dass die Biere der Barcelona Beer Company mit einem ungeheuer reinen Wasser gebraut werden. So, jetzt bin ich aber neugierig auf La Niña Barbuda und will sie nicht länger warten lassen.

Braun mit einer hellbraunen feinporigen Schaumkrone und leichter Hefetrübung präsentiert sich La Niña Barbuda im Glas. Da die Schaumkrone lange erhalten bleibt, ist die Optik schon mal einwandfrei.

Die Röstaromen sind mit ihrer leichten Rauchigkeit eindeutig dominant, aber auch der Duft nach Feigen sowie nach Lakritz kommt zu seinem Recht. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen. Das Bier ist mild und sorgt für ein weiches und frisches Mundgefühl. Dazu sorgt auch das leichte Bitter dabei, das für einen ausgewogenen Geschmack sorgt. In der Kehle zeigt sich ein überraschend kräftiges Bitter mit einem sehr langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caramunich T2, Carafa, Flacked Wheat), Hopfen (Northern Brewer, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

46 IBU

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Barcelona Beer Company
Farmacia 8
08450 Llinars Del Vallés
Spanien
www.barcelonabeercompany.com

Brewdog – Lost Lager

Über die berliner Brauerei Brewdog habe ich bereits häufiger geschrieben. Die dort gebrauten Biere haben mir gut gefallen, lediglich dass Brewdog so viele Biere in Dosen abfüllt, lehne ich aus ökologischen Gründen ab.

Beim Lost Lager, das jetzt vor mir steht, ist einiges anders als bei allen anderen Bieren. Die Brauerei spricht vom ersten CO2-negativen Bier der Welt. Gebraut mit Ökostrom und überschüssigem Brot soll das Bier doppelt so viel CO2 aus der Atmosphäre holen wie für das Brauen benötigt wird. Löblich, insbesondere bei einer so energieintensiven Tätigkeit wie dem Brauen von Bier, auch wenn diese Aussage mir eher wie ein Werbeslogan vorkommt. Ich hoffe, dass Brewdog beim Bemühen, möglichst umweltfreundlich zu sein, die Qualität des Bieres trotzdem im Blick behalten hat.

Kupferfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist hopfenbetont, angenehm würzig nach Kräutern, so dass die Aromen des Brotes und Malzes kaum durchkommen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine reichlich dosierte Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein freundliches Bitter dazu und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Das Lost Lager ist angenehm und einfach zu trinken, obwohl es eher unsprektakulär ist, vielleicht auch gerade deshalb. Der Abgang ist schlank und ich schmecke in der Kehle ein leichtes Bitter, das erstaunlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Brot (Weizen, Roggen, Dinkel, Gerstenmalz, Hartweizengrieß, Hefe, Salz), Hopfen (Select, Spalter, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brewdog
Im Marienpark 23
12107 Berlin
www.brewdog.com

Maisel sichert den Fortbestand der fränkischen Traditionsbrauerei Püls-Bräu

Das 1798 gegründete Familienunternehmen Püls-Bräu aus dem fränkischen Weismain wurde zuletzt in sechster und siebter Generation von Hans Püls und seinem Sohn Johannes geführt. Um langfristig den erfolgreichen Fortbestand des Familienunternehmens zu sichern, haben sie nun entschieden, ihre Brauerei in gute Hände zu übergeben und mit der seit langen Jahren befreundeten Brauerfamilie Maisel den perfekten Partner gefunden. So hat die Familie Maisel aus dem nur etwa 30 Kilometer entfernt liegenden Bayreuth die Gesellschafteranteile der Traditionsbrauerei Weismainer Püls-Bräu zum 1. Oktober 2022 übernommen.

Nicht nur die menschliche Komponente, sondern auch die vertriebliche Stärke der Brauerei Gebr. Maisel war ein unschlagbares Argument. Hans Püls ist erleichtert, dass er mit dem Verkauf den Fortbestand seines Familienunternehmens sichern kann: „In den Gesprächen mit Jeff Maisel hatte ich von Beginn an ein gutes Gefühl und lege die Zukunft unserer Brauerei sehr gerne und vertrauensvoll in seine Hände.“ Ihm war es wichtig, dass seine Brauerei eigenständig im Sinne der Familie Püls weitergeführt wird. Jeff Maisel freut sich auf das neue Team und sieht in der Püls-Bräu großes Potenzial: „Die Mannschaft der Brauerei hat über viele Jahre einen tollen Job gemacht, denn die Biere haben hervorragende Qualität und die Produktionsstätte ist top in Schuss. Besonders spannend wird es für mich sein, nun auch den Markt der alkoholfreien Getränke zu bearbeiten.“ Die Püls-Bräu hat neben etwa einem Dutzend verschiedener fränkischer Bierspezialitäten auch Biermischgetränke, Mineralwasser, alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Libella Limonaden im Portfolio.

Die Familie Maisel hat 1887 im fränkischen Bayreuth die Brauerei Gebr. Maisel gegründet, die heute unter anderem für das Weißbier Maisel’s Weisse und die modernen Maisel & Friends Bierspezialitäten bekannt ist. Zudem hält die Familie Maisel die Aktienmehrheit an der Bayreuther Bierbrauerei AG, die mit Bayreuther Hell eines der erfolgreichsten Hellbiere Deutschlands im Portfolio hat. Jeff Maisel ist Familienunternehmer in vierter Generation und aus dem gleichen Holz geschnitzt wie Hans Püls. Beide Brauereichefs sind stolz auf ihre fränkische Herkunft und auf ihre erfolgreichen Familienunternehmen, deren Bierspezialitäten bei verschiedenen weltweiten Wettbewerben immer wieder ihre hohe Qualität unter Beweis stellen.

Boerken

Es ist schon merkwürdig – ich versuche im Internet mehr über das Bier zu erfahren, das jetzt vor mir steht. Dafür rufe ich die Website auf, die auf dem Etikett angegeben ist, und alles was die Site enthält, ist der Rahmen – Design und Menü, alles ist zu sehen, aber kein Inhalt. Kein Wort. Aber immerhin ist ein Copyright angegeben. Danach ist die Seite seit dem Jahr 2013 ohne Inhalt im Netz. Das ist für mich doch etwas unverständlich.

Ein Blick auf die Zutatenliste des Boerken teilt mir mit, dass beim Brauen dieses Bieres auch der Zusatzstoff E150C eingesetzt worden ist. Diese E-Nummern machen mich ja immer neugierig, so dass ich erst einmal im Internet nachsehen musste, um was es sich dabei handelt. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um Ammoniak-Zuckerkulör handelt, einen Zusatzstoff, der in der Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Arzneimittelindustrie Verwendung findet. Nun frage ich mich, was Ammoniak im Bier zu suchen hat und – noch wichtiger – ob dieser Stoff schädlich ist oder nicht.

Die Website Lebensmittel-Zusatzstoffe schreibt, dass E150C als unbedenklich gelte, solange die Höchstmenge von 300 mg je Kilo Körpergewicht eingehalten werde.

Anders sieht es die Website alternativ-gesund-leben.de. Dort wird der gleiche Farbstoff als gefährlich und krebserregend beschrieben. Außerdem wird dort darauf hingewiesen, dass E150C in den USA verboten wurde.

Bei so unterschiedlichen Einschätzungen habe ich noch eine Quelle gesucht, die nicht im Verdacht steht, ihre Einschätzung aufgrund wirtschaftlicher Interessen getroffen zu haben. Was liegt da näher als das Deutschen Zusatzstoffmuseum auf dem Gelände des Großmarkts in Hamburg? Das Museum schreibt auf seiner Website folgendes: „Es handelt sich dabei nicht, wie immer wieder behauptet, um leckeres Karamell, das durch vorsichtiges Erhitzen von Zucker entsteht, sondern um diverse Zuckerarten, die mit Natronlauge, (E 524) Ammoniak (E 527) oder Sulfit (E 220) chemisch umgesetzt wurden. Dabei entstehen auch die umstrittenen Imidazole“.

Ein Klick auf die Links bringt Sie zu den Einträgen auf den jeweiligen Websites. Dort finden Sie auch die vollständigen veröffentlichten Informationen bzw. Desinformationen. Ich würde mich aufgrund der hier (nicht) erlangten Kenntnisse vermutlich gegen den Kauf dieses Bieres entscheiden. Aber da es jetzt nun mal vor mir steht, werde ich es auch verkosten.

Praktisch blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber dümpelt wenig gemischtporiger Schaum, der aber schnell in sich zusammenfällt. Jetzt erinnert das Bier ein wenig an Cola.

Röstaromen, die an dunkle Schokolade erinnern, dominieren den Duft des Bieres. Auch die 9,5 Volumenprozent Alkohol sind durchaus zu riechen, wirken aber nicht aufdringlich.

Der Antrunk ist süß, was aber zur reichlich vorhandenen sanften und feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und paart sich mit dem Schokoladengeschmack sowie einer leichten fruchtigen Säure. Mich verwundert die Säure etwas, da ich sie in der Nase nicht festgestellt habe. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Der Abgang ist mild und in der Kehle zeigt sich ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Farbstoff E150C

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Verstraeten H&S
9120 Beveren-Waas
www.boerkenenboerinneken.be

15. 10. – 16. 10. 2022: Geneverfest Hasselt

Das Geneverfest in Hasselt gehört zwar nicht direkt zum Thema Bier, aber wenn es um Genuss geht, können wir ja auch mal über den sprichwörtlichen Gartenzaun schauen. Hasselt und Jenever, das ist bekanntlich eine untrennbare Verbindung. Seit rund 400 Jahren wird in und um Hasselt der berühmte Branntwein aus Wacholderbeeren hergestellt. Und deshalb feiert die ganze Stadt an jedem dritten Oktoberwochenende das traditionelle Jeneverfest – ein buntes, ausgelassenes Spektakel und eines der größten Stadtfeste des Landes. Auch in diesem Jahr, genauer bei der 33. Ausgabe am 15. und 16. Oktober 2022 können Besucher wieder Jenever in allen Geschmacksrichtungen und Farben sowie Cocktails auf Jeneverbasis an zahlreichen Schankständen verkosten. Außerdem locken kulinarische Verführungen: Beim Show-Kochen werden kreative Rezepte von Jenever-Pastete bis Jenever-Schokolade ausprobiert. Musik, Tanz und Straßentheater sorgen für Unterhaltung. Höhepunkte sind wieder die Umzüge, das Wettrennen der Schankkellner sowie der Stadtbrunnen, dessen Wasser in Wacholderschnaps verwandelt wird. Wer tiefer in die Geschichte des Jenever in Hasselt eintauchen möchte, kann im Jenevermuseum bei freiem Eintritt das traditionelle Handwerk hautnah erleben und den frisch destillierten Museumsjenever kosten. Das Fest findet in der gesamten Innenstadt von Hasselt statt (die nebenbei bemerkt auch ohne das Fest einen Besuch wert ist).

Hildesheimer Braumanufaktur – #1001

Seien wir ehrlich – wer denkt bei der Zahl 1001 nicht an die Geschichten aus tausendundeiner Nacht? Mir geht es jedenfalls so. Und so kam ich auch zu dieser Flasche Bier. Ich sah die Zahl und dachte an ein Bier, mit Karamellmalzen und exotischen Gewürzen gebraut, vielleicht so etwas wie ein Weihnachtsbier. Aber da hatte ich mich getäuscht. Hier geht es nicht um den Genuss des Orients, sondern ganz profan um die Wiederholung des 1001ten Suds, den Jan und Malte angesetzt hatten. Na ja, wer lesen kann ist klar im Vorteil und wer nicht liest ist selber Schuld. Also will ich mich mal so ganz ohne Vorurteile an dieses Bier heranwagen.

Goldfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist eher minimal und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Brotkrume, Zitrusfrüchten und weißem Pfeffer, unterstützt durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist erfrischend mit einer leichten Süße und einer prickelnden Kohlensäure. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Die Aromen speigeln sich auf der Zunge und sorgen für ein weiches Mundgefühl. Der Abgang ist schlank, Bitterstoffe sind nur wenig zu schmecken und sie klingen nur kurz nach.

Das #1001 erinnert stark an ein Witbier, bei dem die Brauer die Bitterorangenschalen und den Koriander vergessen haben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Dinkel, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Barcelona Beer Company – Miss Hops

Die Brauer beschreiben ihre Biere und ihre Arbeit so: „Bier, das mit Liebe, von den Händen guter Braumeister und mit den besten Rohstoffen hergestellt wird. Die authentischen Handwerksbiere. Eines Tages, als wir ein tolles Bier getrunken hatten, beschlossen wir, unsere eigene Brauerei zu gründen und selber auch tolle Biere zu brauen. Ehrliche und hochwertige Biere. Biere, die unserer Stadt, Barcelona, würdig sind. Wir sind die authentische Handwerksbrauerei in Barcelona. Und hier sind die besten Biere, von denen wir wissen, wie man sie herstellt. Mit einer sorgfältigen Auswahl an exzellenten Malzen, Hopfen und Hefe. Ohne Zusatzstoffe, versteht sich. Und mit einem unglaublich reinen Wasser aus dem Naturpark Montseny, dem Agua de Font del Regàs.“ Die Jungs formulieren an sich also hohe Ansprüche, aber bei den Bieren, die ich bislang verkostet habe, wurden diese Ansprüche auch erfüllt. Mal sehen, ob dies auch auf Miss Hops zutrifft, das von der Brauerei als High IPA beschrieben wird. Ich vermte mal, dass das mehr oder weniger einem Double IPA entspricht.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist groß und bleibt sehr lange erhalten.

Der Duft nach Grapefruit steht im Mittelpunkt des Aromas, dazu kommt ein ganzer Obstsalat aus Südfruchten, unterstützt aus dem Hintergrund durch die Malzsüße. Ja, das Aroma macht schon mal einen guten Eindruck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig mit einer angenehmen Süße. Der Süße des Malzes gesellt sich auf der Zunge ein kräftiges freundliches Bitter hinzu, aber auch das Malz kommt mit seinem Karamellgeschmack zur Geltung. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und das Bitter des Hopfens klingt sehr lange nach.

Dieses IPA lässt sich mit einem Wort als „elegant“ beschreiben. Dazu ein kräftiger Käse oder ein indisches Curry und der Abend ist gerettet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Münchner, Cara hell), Hopfen (Simcoe, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

C/ Farmacia 4
08450 LLinars del Vallès
Spanien
www.barcelonabeercompany.com