405er – Pils

Seit 2015 kreieren Sven und Dennis mit großer Freude solide und ausgefallene Biere. Die Vielfalt, die Wasser, Malz, Hopfen und Hefe einem Brauer bieten, ist beeindruckend. Die Biere werden ausschließlich mit natürlichen Zutaten gebraut. Da diese nicht filtriert werden haben sie einen vollmundigen und runden Geschmack. Ob diese Aussage auch auf das Pils zutrifft will ich jetzt testen. Das Bier haben Sven und Dennis mir zur Verfügung gestellt.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet stiltypisch nach Karamell, abgerundet durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine passende Dosierung der feinperligen Kohlensäure aus. Das Karamellaroma bleibt auch auf der Zunge erhalten, begleitet durch ein überraschend kräftiges freundliches Bitter. Damit habe aufgrund des Aromas nicht gerechnet. Trotzdem ist das Mundgefühl angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Cara hell), Hopfen (Perle, Saazer), Hefe (W-34/70)

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

36 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

405er Brauerei
Käthe-Kollwitz-Str. 19
31832 Springe

Amazon Forest Bacuri

Die erfolgreiche Craft Bier Brauerei Amazon Beer wurde im Jahre 2000 in Belém (Bethlehem), ganz im Norden von Brasilien an der Bucht von Marajó gegründet. Belém ist die Hauptstadt des Bundesstaates Pará mit etwa 1,4 Millionen Einwohnern. Wegen der vielen Mangobäume in den Straßen wird sie auch die Stadt der Mangobäume genannt.

Wikipedia beschreibt Bacuri (lat. Platonia insignis), einen immergrünen Baum, der in den Regenwältern des Amazonas wächst, und von dem ich vorher noch nie gehört hatte, als etwa 25 Meter hoch mit kugeligen und hartschaligen Früchten, die bis zu 15 Zentimeter groß sowie bis 1 kg schwer werden. Sie enthalten meist 2 – 4 Samen sowie ein weißliches und cremiges Fruchtfleisch, das aufgrund seiner Saftigkeit und seinem süßsäuerlichen Geschmack geschätzt wird. Die Brauerei hat die Frucht beim Brauen des Biers verwendet, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist nicht allzu kräftig nach Brotkrume sowie mit einer süßsäuerlich-fruchtigen Note. Damit kann mich der Duft dieses Biers nicht wirklich beeindrucken, auch wenn er nicht schlecht ist.

Der Antrunk ist recht süß mit einer sehr feinperligen aber kräftigen Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sie sich mit der Fruchtigkeit der Bacuri vereint, die mich an den Geschmack von Litschis erinnert, allerdings mit einer diskreten zusätzlichen Säure. Das Mundgefühl ist schlank. Erst im Abgang kann ich erstmals ein leichtes Bitter schmecken, das aber zusammen mit dem Fruchtgeschmack lange nachklingt.

Gut gekühlt ist das Amazon Forest Bacuri ein angenehmes erfrischendes Bier am Ende eines heißen Sommertags.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Rohrzucker, Säuerungsmittel Zitronensäure, natürliches Bacuri-Frucht-Aroma

Alkoholgehalt:

4,1 % Vol.

Stammwürze:

11,2° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Amazon Beer
Estação das Docas
BR-Belém
Brasilien
www.bemybeer.com/amazon-beer/

Wildwuchs – Kein Weizen!

Diplom- Braumeister & Biersommelier Friedrich Carl Richard Matthies, genannt Fiete, stammt aus Hamburg- Finkenwerder. Das Brauwerk betreibt er seit 2014 mit Unterstützung seiner Brüder als Familienunternehmen. Fiete gründete zunächst 2012 die „Kehrwieder Kreativbrauerei“ in Hamburg. Zuvor war er als Brauer in Rostock und Berlin, im Brauanlagenbau in Frankreich, außerdem als Ausbilder in zwei neuen Brauereien in Spanien tätig. Die Zutaten der Wildwuchs-Biere stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Ein Weizen ohne Weizen oder doch nicht? Genau dieser Herausforderung stellte sich der Braumeister Fiete vom Wildwuchs Brauwerk Hamburg. In einem Weizenbier ist die Hefe der Taktgeber und produziert die typischen Bananenaromen, die das Weizenbier so einmalig machen. Beim Wildwuchs Ale kam kein Weizenmalz zum Einsatz, sondern Pilsnermalz und Weißbierhefe. Das Wildwuchs Kein Weizen ist auf Basis des Rezeptes des Fastmoker Pils gebraut. Die Hefe macht den Unterschied. Statt einer untergärigen Lagerbierhefe hat Fiete von Wildwuchs eine Weißbierhefe verwendet. Somit also Kein Weizen!

Golden und mit leicher Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die zwar nur klein ist, aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig. Der Bananenduft der Hefe steht im Mittelpunkt, begleitet durch Düfte nach Zitrusfrüchten und einer frisch gemähten Wiese.

Der Antrunk ist fruchtig-frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wunderbar prickelnd. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Zitrone mit einer frischen Säure in den Vordergrund. Die Banane kann ich jetzt nicht mehr feststellen. Das Mundgefühl ist weich und schlank. In der Kehle kann ich praktisch kein Bitter schmecken, dafür aber eine leichte fruchtige Säure, die überraschend lange nachklingt.

Das Kein Weizen! Ist ein angenehm und einfach zu trinkendes Bier für einen Sommerabend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Blond Ale, Pilsener), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5% Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestr. 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Marston’s – 13 Guns

Auch wenn das Bier, das jetzt vor mir steht, aus Großbritannien stammt, soll der Name an die 13 Gründerstaaten der USA erinnern, also an Virginia, New Hampshire, Rhode Island, Massachusetts, Maryland, Connecticut, North Carolina, South Carolina, Delaware, New Yersey, New York, Pennsylvania und Georgia. So verwundert es auch nicht, dass für dieses Bier sieben Hopfensorten und sechs Malze verwendet wurden. Das lässt mich dann doch neugierig werden.

Braun und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist klein und löst sich schnell auf. An der Optik könnte die Brauerei durchaus noch Verbesserungen planen.

Das Aroma gefällt mir schon besser. Düfte nach Karamell, Zitrusschalen, Ananas und Lakritz steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht ein kräftiges Bitter im Vordergrund, das die Fruchtigkeit in den Hintergrund drängt und den Geschmack des Malzes beinahe überdeckt. Trotzdem ist das Mundgefühl voll und weich. Im Abgang wird das Bier trockener und die bitteren Noten klingen sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Crystal, Dark Crystal, Cara, Munich), Roggenmalz, Hopfen (Columbus, Chinook, Cascade, Citra, Centennial, Amarillo, Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

46 IBU

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Carlsberg Marston’s Brewing Co. Ltd.
Wolverhapton
WV14JT
Großbritannien
www.marstonsbrewery.co.uk

Zötler – Korbinian Dunkel

Am Fuße der Allgäuer Alpen hat die Familienbrauerei Zötler ihren Sitz, mitten in der Ferienregion Oberalpsee-Grünten im Ferienort Rettenberg. Das Unternehmen beschäftigt etwa 75 Arbeiter und Angestellte und wird von Niklas Zötler geführt, der es 2018 von seinem Vater übernahm.

Beim Brauen setzt das Familienunternehmen aus dem Allgäu auf heimische Rohstoffe: Gerste und Weizen für die Malze kommen aus Bayern, der Hopfen aus den Anbaugebieten Tettnang und Hallertau. Insgesamt werden sieben verschiedene Hopfensorten verwendet. Auf den Einsatz von Hopfenextrakt wird verzichtet.

Das Korbinian Dunkel, das jetzt bei mir auf seine Verkostung wartet, wird bereits seit mehr als 500 Jahren gebraut. Außerdem wird das Bier lange bei 0° Celsius gelagert, eine bessere Reifung gibt es wohl für ein Bier nicht. Es handelt sich also um ein Bier mit langer Tradition, das es vermutlich auch nicht so lange geben würde, wenn die Qualität nicht stimmen würde. Ich kann mich also auf eine angenehme Verkostung freuen.

Kastanienbraun, fast schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Röstaromen steigen mir in die Nase, zusammen mit Düften nach dunkler Schokolade und einem Hauch Kaffee.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Wie erwartet stehen auf der Zunge die Röststoffe im Vordergrund, aber auch die anderen Aromen kommen zum Tragen und bringen ein angenehmes Bitter sowie ein weiches bis cremiges Mundgefühl mit sich. Der Abgang ist recht schlank, und obwohl das Bitter in der Kehle schwächer ausgeprägt ist als auf der Zunge klingt es lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstr. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

La Cambre – HopSession

Das La Cambre HopSession, das jetzt vor mir steht, ist auf drei Arten ungewöhnlich: Nicht nur für ein belgisches Bier, sondern auch für ein Abteibier und ebenfalls für ein IPA ist ein Alkoholgehalt von lediglich 3,9 Volumenprozent ungewöhnlich. Mal sehen, ob sich der geringe Alkoholgehalt auch auf den Geschmack auswirkt.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Grapefruit und Ananas, das Malz unterstützt das Aroma nur diskret aus dem Hintergrund.

Der Antrunk überzeugt mit einer leichten Süße sowie einer feinperligen aber kräftigen Kohlensäure. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Bitter ist nur sehr zurückhaltend zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich und schlank. Erst im Abgang wird das Bitter etwas stärker. Obwohl es weiterhin für ein IPA sehr gering ist, klingt es doch überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner), Hopfen (Cascade, Centennial, Columbus, Mosaic, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

3,9 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brasserie de la Cambre SPRL
Avenue de la Couronne 236B
1050 Brüssel
Belgien
www.brasseriedelacambre.be

7. 10. 2022: ErnteTankFest in Wien-Ottakring

Frischer geht es kaum. Erstmals findet am 7. Oktober in der Ottakringer Brauerei das Ottakringer ErnteTankFest statt. Die Familienbrauerei lädt dabei alle Bierliebhaber ein, das beliebte Ottakringer Bier direkt aus dem Lagertank zu genießen. Die Veranstaltung beginnt ab 16 Uhr und der Eintritt ist kostenfrei.

Neben den Ottakringer Bierspezialitäten rundet ein buntes Programm das Fest ab: Food Trucks, BBQ, Modern Brass Music und geselliges Beisammensein am Brauerei-Vorplatz, bevor gegen 20 Uhr indoor in der hauseigenen Eventlocation „Alte Technik“ die Liveband SKOLKA sowie das anschließende DJ-Line-Up rund um KSOT/SOUNDSYSTEM für reichlich Stimmung bis in die Früh sorgen werden.

Mit dem neuen Eventformat zeichnet sich Ottakringer einmal mehr als lebendige Erlebnisbrauerei aus und bietet den Wienern ein neuartiges, bieriges Format für Genuss und Freude an.

Tankbier lebt von Frische, kurzen Wegen und ressourcenschonender Distribution. Als ein führender Gastronomie-Partner in Wien liefert Ottakringer sein Tankbier mittlerweile an über 30 Betriebe, die Nachfrage am Tankbier-Genuss steigt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ottakringerbrauerei.at.

Wann:

7. 10. 2022 ab 16:00 Uhr

Wo:

Ottakringer Brauerei
Ottakringer Platz 1
1160 Wien

405er – Pale Ale

Wundern Sie sich über den Namen der Brauerei? 405er klingt ja wirklich etwas ungewöhnlich. Aber auch dieser Name hat seinen Grund. Die 405er Brauerei in Springe wurde von Sven und Dennis, zwei Freunden, gegründet. Sie wohnen auf gegenüberliegenden Seiten des Deisters, einem kleinen Gebirgszug südlich von Hannover. Die höchste Erhebung des Deister ist 405 Meter hoch. Nachdem nun der Name der Brauerei erklärt ist, kann ich ja direkt mit der Verkostung des Pale Ale beginnen.

Bersteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik des Pale Ale ist nichts auszusetzen.

Zitrus, Mango und Honig sind die hervorstechenden Aromen. Sie werden aus dem Hintergrund durch den Malzduft nach Karamell unterstützt.

Der Antrunk ist ungeheuer spritzig und er zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Auf der Zunge tritt die Fruchtigkeit in den Vordergrund, besonders der Geschmack nach Zitrusfrüchten. Das deutliche freundliche Bitter drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern unterstützt die Fruchtigkeit. Dabei ist das Mundgefühl weich. Im Abgang wird das Bier trockener und ein fruchtig-bitterer Geschmack schmeichelt meiner Kehle. Auch wenn das Bitter nicht allzu kräftig ist, klingt der Geschmack doch sehr lange nach.

Das 405er Pale Ale ist ein einfach zu trinkendes Bier, das trotzdem auch höhere Ansprüche erfüllt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Pilsener, Melandoidin, Cara hell), Hopfen (Magnum, Blanc, Citra, Saatzer), Hefe (Nottingham Ale)

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,4° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Farbe:

13 EBC

Brauerei:

405er Brauerei
Sven Stoffregen und Dennis Schulte GbR
Käthe-Kollwitz-Str. 19
31882 Springe
www.405er.de

Am 30. 9. 2022 ist Brausilvester und Tag des österreichischen Bieres

Bier ist ein Getränk mit Historie – geht die Geschichte des Gerstensaftes doch mehrere Jahrtausende zurück. Nicht zuletzt die Österreicher verbinden damit heute wie früher ein Stück Kultur – 86 Prozent der Österreicher bewerten Bier laut aktuellem, noch unveröffentlichten Bierkulturbericht als wichtig für die Getränkekultur in Österreich. Kein Wunder, dass auch knapp zwei Drittel der Österreicher (61%) regelmäßig, also mindestens mehrmals pro Monat, zu diesem Getränk greifen.

Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs und ESG Sustainability bei der Brau Union Österreich, erklärt: „Heutzutage ist Bier – in seiner ganzen Bandbreite an Sorten, zunehmend auch ohne Alkohol, ganzjährig nicht aus dem Alltag der Österreicher wegzudenken. Bis vor rund 180 Jahren gab es allerdings eine bierige Sommerpause: Bevor Anton Dreher das Lagerbier erfand und damit ausgehend von der Brauerei Schwechat eine bierige Revolution auslöste, konnte temperaturbedingt nur zwischen Ende September und Mitte April gebraut werden. Darauf gehen die Feierlichkeiten zum Brausilvester zurück – heute wird am 30. September auch der österreichische Tag des Bieres gefeiert.“

Brautradition und bierige Zukunft

Solange die Tradition des Bieres zurückgeht und so verdienstvoll sie ist, ist doch auch bereits der Weg in eine bierige Zukunft geebnet – die sich unter anderem durch Nachhaltigkeit auszeichnet. „Als größtes Brauereiunternehmen Österreichs ist sich die Brau Union Österreich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst und ist bestrebt, eine nachhaltige Bierkultur zu schaffen. Dank unserer erfahrenen Braumeister sowie langjähriger Partner haben wir es in der Brau Union Österreich geschafft, bereits an drei Standorten CO2-neutral zu brauen und ausschließlich erneuerbare Energie zu verwenden: in der Brauerei Göss in Leoben, in der Brauerei Schladming und in der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg. In Schwechat und Puntigam/Graz werden ganze Stadtteile mit der biogenen Abwärme aus der Bierproduktion beheizt. Ein weiteres innovatives Energieversorgungskonzept, das als Beispiel auch für andere Branchen dienen kann und soll“, erläutert Gabriela Maria Straka.

Wertschöpfung, Tradition und Regionalität im Bierglas

Straka: „Gut, dass es eine regionale Biervielfalt mit insgesamt über 1.000 Bieren im Land gibt. Diese verdanken wir einer hohen Brauereidichte. Die neun Brauereien der Brau Union Österreich sind im ganzen Land verteilt, um rund 2.700 regionale Arbeitsplätze zu schaffen und Wertschöpfung in Form von Investitionen in die Standorte und Steuern wie die Biersteuer in die Staatskasse zu spülen. All das, noch bevor die Österreicherinnen und Österreicher ihr Bier überhaupt genießen können. Zudem werden Dreiviertel des Beschaffungsvolumens, von Rohstoffen über Verpackungsmaterialien bis zu Dienstleistungen, direkt aus Österreich bezogen.“

Denn auch was die Rohstoffe angeht ist Bier ein traditionelles Lebensmittel: Hopfen und Gerste sind althergebrachte, wertvolle Rohstoffe, die in Österreich gedeihen und zu einem Gutteil in die österreichischen Bierspezialitäten wandern. Das ist mit ein Grund dafür, dass zu regionalen Bieren gegriffen wird: 63 Prozent der Österreicher sehen den Vorteil, dass regionale Biere auch mit regionalen Rohstoffen gebraut werden. Auch die Unterstützung der regionalen Wirtschaft und heimischen Bauern wird den regionalen Bierspezialitäten zugutegehalten (79%), ebenso wie die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen (78%) und die Umweltfreundlichkeit durch weniger Transportwege etc. (78%).

Aufgrund all dieser Argumente sagen 70 Prozent der Befragten in der Studie zum österreichischen Bierkulturbericht, dass sie regionales Bier sehr gern oder eher gern konsumieren, sogar 80 Prozent erachten es als wichtig für die heimische Bierkultur. Dies wurde durch die Corona-Pandemie sogar noch verstärkt: 34 Prozent der Landsleute geben an, bei Bier noch stärker als vor der Pandemie auf die regionale Herkunft zu achten.

Hilferuf aus der Brauwirtschaft: „Es ist 5 vor 12“

In einer der schwersten Krisen der heimischen Brauwirtschaft haben die deutschen Brauer einen Hilferuf an die Politik formuliert. In einem offenen Appell mahnen der Deutsche Brauer-Bund und dessen sechs Regionalverbände in ihren Augen dringend erforderliche energie- und wirtschaftspolitische Weichenstellungen an, um weiteren Schaden von den durch die Verbände vertretenen über 1.500 deutschen Brauereien, weit überwiegend familiengeführte, mittelständische Traditionsbetriebe, abzuwenden.

Es sei „5 vor 12“ für Deutschlands Brauer, erheben sie mahnend ihre Stimme und verweisen darauf, dass die Kosten für Strom und Gas explodieren, in der Folge auch die Preise für viele andere Güter in bislang ungekannte Höhen steigen, Lieferketten gestört sind, CO2 kaum noch verfügbar sei.

Gleichzeitig beklagen die Fachverbände der Brauer, dass die Politik in ihren Augen Maßnahmen von fragwürdiger Wirksamkeit ergreift (immer neue teure Hilfspakete) bzw. in einer Phase energiepolitisch irrlichtert („Gasbeschaffungsumlage“), in der ihres Erachtens alles getan werden muss, den Energieeinsatz für Wirtschaft und Endverbraucher schnell zu verbilligen.

Sie fordern deshalb

  • eine Deckelung des Gas- und Strompreises,
  • die ideologiefreie Nutzung aller verfügbaren Energieträger zur Stromerzeugung,
  • die Senkung / Aussetzung aller Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom und Gas sowie
  • die Aussetzung/Korrektur der „Merit-Order-Regelung“, um deren Einfluss auf den Strompreis auszuschalten.

Der Deutsche Brauer-Bund und seine sechs Regionalverbände sehen unter den derzeitigen Bedingungen den Bestand vieler Jahrhunderte alter Traditionsbrauereien gefährdet. Durch ihren gemeinsamen Appell möchte auch sie einen Beitrag leisten, die Politik für den Ernst der Lage zu sensibilisieren, zu raschem und wirksamem Handeln zu bewegen und damit Unternehmen und Arbeitsplätze in ihrer traditionsreichen Branche zu erhalten.