Maisel & Friends – Bourbon Bock 2022

Mittlerweile ist es bereits fast eine Tradition: in jedem Jahr wird der Bourbon Bock von Maisel & Friends neu aufgelegt. Jetzt steht der Jahrgang 2022 vor mir, es ist immerhin bereits der fünfte Bock, der in den Holzfässern in Bayreuth unter den Augen der Gäste der Brauereigaststätte Liebesbier gereift ist. Der Jahrgang 2021 war der erste, den ich verkostet habe, und er hat mir sehr gut gefallen. Jetzt will ich herausfinden, ob der Jahrgang 2022 ebenso gut gelungen ist.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum ist elfenbeinfarben, fällt aber leider recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Karamell, intensive Whiskeynoten und Trockenpflaumen, dazu Marzipan und einige würzige Noten, aus denen ich Muskat herauszuriechen meine. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet zeichnet sich der Antrunk durch eine kräftige Karamellsüße aus und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Allerdings würde ich mir eine etwas kräftigere Karbonisierung wünschen.

Auf der Zunge kommt der Geschmack nach getrockneten oder karamellisierten Früchten in den Vordergrund. Sehr gut darauf abgestimmt ist der Geschmack nach Whiskey und Eichenholz, den das Whiskeyfass auf das Bier übertragen hat. Abgerundet wird der Geschmack durch Aromen nach Vanille und würzige Noten. Die 8,0 Volumenprozent Alkohol wärmen Körper und Geist. Dazu kommt ein cremiges und volles Mundgefühl. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Obwohl die Bittere im Abgang etwas kräftiger wird, bleibt doch auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominant. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Die Homebrew in Bayreuth war ein voller Erfolg

Am 1. April war die Euphorie bei Maisel & Friends in Bayreuth groß: Nach zwei Jahren Pause konnte das beliebte Hobbybrauerevent, die HOME BREW Bayreuth, endlich wieder stattfinden. Die Resonanz war überwältigend und man durfte sich über zahlreiche Bierinteressierte freuen, die sich durch die Biere der Hobbybrauer probierten, fachsimpelten und dem Gewinner des Hobbybrauerwettbewerbs zujubelten. Paul Schüßler gewann mit seinem Hoppy Dunkel den begehrten ersten Platz.

Mit der dritten HOME BREW Bayreuth am 1. April 2023 konnte Maisel & Friends nahtlos an die Erfolge der beiden bisherigen Ausgaben des Hobbybrauerevents anknüpfen – und diese noch einmal toppen. Ca. 2.500 Gäste aus ganz Deutschland pilgerten am Samstag nach Bayreuth zu Maisel & Friends, um sich mit anderen Bierenthusiasten auszutauschen, Neues zu lernen und Biere zu probieren. 36 Hobbybrauer schenkten auf zwei Stockwerken ihre Biere an die Besucher aus und ergatterten die ein oder andere heißbegehrte Stimme für den Gewinn des Publikumspreises. Sieger wurden die „Nordlichter“ aus Bremen, die von ihrer Teilnahme bei der Home Brew Bayreuth nicht nur deshalb überaus begeistert waren.

Fachmesse und -vorträge für Bierbegeisterte und passionierte Hobbybrauer

Das größte Hobbybrauerevent Süddeutschlands wartete jedoch nicht nur mit schmackhaften Bieren verschiedener Hobbybrauer auf, sondern bot allerlei Gelegenheiten, um sich bei einer Vielzahl an Fachausstellern über Hefe, Malz und Hopfen, aber auch über die Must-haves an Heimbrauer-Utensilien zu informieren. Die Besucher konnten außerdem live dabei sein, wie vor Ort Bier gebraut wurde. Wertvolle Informationen und Gelegenheit zum Austausch gab es auch im Rahmen einer Vielfalt an Fachvorträgen, die sich Themen wie Fehlaromen im Bier oder der Holzfassreifung widmeten.

Gewinner des sechsten Hobbybrauerwettbewerbs 2023

Highlight des Tages war die Preisverleihung, bei der mit dem Gewinner des Publikumspreises auch der Sieger des Hobbybrauerwettbewerbs verkündet wurde. Bereits am Vortag des Events traf sich die Jury aus 16 renommierten Bierexperten, um den Gewinner zu bestimmen. Biersommeliers, Braumeister und Journalisten führten eine Blindverkostung der 148 eingereichten Biere zum Thema „Münchner Dunkel (Modern Style)“ durch. Freuen konnte sich bei der feierlichen Siegerehrung dann Paul Schüßler aus Hessen, auch bekannt unter Friedies Brauhaus, der mit seinem Hoppy Dunkel die Jury überzeugen konnte. Zufrieden war er mit seiner Braukreation erst nach dem zweiten Sud, den er mit deutlich mehr Hopfen stopfte. Dabei hatte er offensichtlich ein glückliches Händchen und konnte die Expertenjury restlos für sein Bier begeistern. Im Herbst wird Paul Schüßler ein weiteres Mal nach Bayreuth kommen, um gemeinsam mit den Maisel & Friends Braumeistern sein Bier auf dem 25-Hektoliter-Sudwerk nachzubrauen und an der Etikettengestaltung mitzuwirken, ehe es das Bier dann im Onlineshop von Maisel & Friends und vor Ort in Maisel’s Bier-Shop zu kaufen gibt. Im November geht es für ihn nach Nürnberg, wo er sein Bier auf der BrauBeviale, der wichtigsten Investitionsgütermesse für die Getränkeindustrie, präsentieren darf. Die kreativen Brauer aus Bayreuth haben sich bereits 2018 mit BrauBeviale zusammengetan, um der wachsenden Gemeinschaft der Heimbrauer eine passende Plattform zu bieten. Das Konzept ist überaus erfolgreich und erfreut sich steigender Beliebtheit. Bei Maisel & Friends und BrauBeviale freut man sich bereits auf das Ende dieses Jahres, wenn die Anmeldung für die siebte Ausgabe des Wettbewerbs beginnt.

Abbaye des Rocs – Brune

Ende der 1970er Jahre war eine schwere Zeit für die Brauereien in Belgien. Gleich zwei multinationale Konzerne verdrängten sie vom Markt oder kauften sie auf – InBev und Heineken. In dieser Situation hatte das Ehepaar Eloir den Mut, eine neue Mikrobrauerei zu gründen. Die Brasserie Abbaye des Rocs im wallonischen Montignies-sur-Roc, einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt, war geboren. Heute wird die Brauerei in 2. Generation von der gemeinsamen Tochter Nathalie und ihrem Ehemann Georges geführt. Beim Abbaye des Rocs Brune hat sich das Team besondere Mühe bei der Entwicklung des Rezepts gegeben und braut das Bier mit einer zweifachen Vergärung, mit sieben verschiedenen Malzen und drei unterschiedlichen Hopfenarten aus Belgien, Deutschland und Tschechien.

Braun läuft das Bier ins Glas. Die Schaumkrone löst sich sofort auf und ist daher keiner Erwähnung wert.

Das Bier duftet nach Karamell, Trockenfrüchten wie Rosinen, nach Vanille und leicht nach Rauch. Abgerundet und unterstützt werden die Aromen durch die 9,0 Volumenprozent Alkohol.

Im Antrunk fällt zunächst die kräftige Kohlensäure auf, die aber durchaus zur Süße des Bieres passt. Auf der Zunge dominiert vor Allem der Geschmack nach Rosinen, dazu kommt eine leichte fruchtige Säure. Der Alkohol ist in den Geschmack sehr gut eingearbeitet. Er unterstützt die anderen Aromen und krängt sich nicht in den Vordergrund. Aber er wärmt, besonders im Abgang. Jetzt kommt auch ein leichtes Bitter zur Fruchtigkeit, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs s.a.
Chaussée Brunehault
7387 Mintignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Hofmühl – Hell

Die Privatbrauerei Hofmühl wurde im Jahr 1492 in Eichstätt gegründet. Das ist zwar schon sehr lange her, aber noch nicht weiter erwähnenswert. Aber Hofmühl gehört zu den ersten Solarbrauereien weltweit und spart durch den Einsatz der Sonnenenergie in jedem Jahr etwa 80.000 Liter Heizöl ein. Das ist doch schon was.

Aber die Brauerei ist nicht nur alt und umweltfreundlich, sondern von dort stammt auch gutes Bier. Hier die Auszeichnungen für das Helle, das jetzt vor mir steht:

  • 2006 World Beer Cup: Gold
  • 2013 Monde Selection: Silber
  • 2015: World Beer Awards: Gold

Na, dann kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen. Öffne ich also die Flasche und schenke das Bier ein.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist nicht allzu ausgeprägt, aber das Bier duftet angenehm nach Karamell und gelben Früchten, abgerundet mit einige würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine angenehme Karbonisierung aus. Das Mundgefühl ist sanft und weich und voller, als ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Das Bitter ist gut auf die Süße abgestimmt. Das milde Bitter dominiert mit seinem überraschend langen Nachklang auch den Abgang.

Alles in Allem ist das Hofmühl Hell wunderbar süffig. Auch wenn ich die Hellen sonst eher meide, weil ich sie in der Regel für langweilig halte – an das Hofmühl Hell könnte ich mich gewöhnen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Hofmühl GmbH
Hofmühlstr. 10
85072 Eichstätt
www.hofmuehl.de

Tarifverhandlungen für die bayrischen Brauer ergebnislos abgebrochen

Am 29. März fand im oberbayerischen Fürstenfeldbruck die erste Verhandlungsrunde zum Abschluss eines Anschluss-Entgelttarifvertrages für die Beschäftigten der Mitgliedbrauereien der Bayerischer Brauerbund Tarifgemeinschaft e.V. statt. Nach 6-stündigen Verhandlungen vertagten sich die Tarifparteien ergebnislos.

Eingangs wurde arbeitgeberseitig die schwierige Lage der deutschen und bayerischen Brauwirtschaft vor dem Hintergrund der zurückliegenden Corona-Jahre und der Folgen des Ukraine-Krieges eingehend dargelegt. Die Vertreter der Unternehmen verwiesen auf enorme Kostensteigerungen in allen Brauereibereichen, die gerade den in Bayern vorherrschenden brauwirtschaftlichen Mittelstand stark belasten.

In dieser Lage würden, so die Vertreter der Brauereien, überhöhte Gehaltsanpassungen die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Brauwirtschaft gegenüber ihren außerbayerischen Konkurrenten gefährden. Die Brauereien seien sich, so betonte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft, Dr. Jörg Lehmann (Paulaner) jedoch ihrer Verantwortung auch gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst und sähen die Herausforderungen, mit denen diese durch die aktuell hohe Inflationsrate konfrontiert seien.

So wurde brauereiseitig angeboten, die Bezüge der Beschäftigten zunächst rückwirkend zum 1.3.2023 über alle Bewertungsgruppen einheitlich um 115,00 € monatlich anzuheben und innerhalb des ersten Laufzeitjahres eine Inflationsausgleichsprämie in zwei Raten à 500 € auszuzahlen. Für ein zweites Laufzeitjahr (1.3.2024 – 28.2.2025) boten die Arbeitgebervertreter eine Anpassung der Bezüge um weitere 115,00 € monatlich an sowie die nochmalige Auszahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von insgesamt 1.000 €. In Summe entspricht das Arbeitgeberangebot – umgerechnet auf die Monate der angebotenen 24-monatigen Vertragslaufzeit – einer Erhöhung der monatlichen Bezüge um gut 10% bezogen auf den derzeitigen Ecklohn.

Die Arbeitnehmervertreter waren ungeachtet dieses Angebotes nicht bereit, von ihren Forderungen (Erhöhungen der Bezüge um 12% bei einer Laufzeit von 12 Monaten) abzurücken. Darauf wurden die Tarifverhandlungen zunächst ergebnislos vertagt.

Dunekeun – Tripel

Nach langer Zeit steht mal wieder ein Bier aus der Kustbrouwerij im flämischen Middelkerke vor mir. Die Brauerei steht für originelle und hochwertige Biere, die überraschen. Beim Dunekeun, das jetzt vor mir steht, verstehe ich bereits den Namen nicht so ganz. Dune ist das niederländische Wort für Düne, der zweite Wortteil Keun erinnert an das niederländische Konijn, Kaninchen. Da neben dem Namen ein Hase abgebildet ist, nehme ich mal an, dass meine Interpretation stimmt und da bald Ostern ist, passt das Bier auch genau in die Jahreszeit.

Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik des Dunekeun ist schon mal sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Banane, abgerundet durch kräftige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine durch die reichlich vorhandene Kohlensäure angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt schnell der Hopfen in den Vordergrund. Dabei ist das Bier eher gering bitter, die Würzigkeit steht im Vordergrund. Der Geschmack ist stiltypisch intensiv, das Mundgefühl voll und rund. Die 8,5 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut in das Bier eingearbeitet, so dass sie den Geschmack des Bieres unterstützen. Der Abgang ist recht mild mit einem geringen freundlichen Bitter, das aber trotzdem sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gewürze

Alkoholgehalt:

8,5% Vol.

Bittereinheiten:

34 IBU

Farbe:

18 EBC

Brauerei:

Kustbrouwerij

Kuipersstraat 9
8432 Middelkerke
Belgien
www.kustbrouwerij.be

Auf der BrauBeviale 2023 trifft sich die Branche wieder

Die Vorbereitung für die BrauBeviale, eine der führenden Investitionsgütermessen für die Getränkeindustrie, laufen auf Hochtouren. Vom 28. bis 30. November wird das Nürnberger Messezentrum endlich wieder der Dreh- und Angelpunkt für die internationale Getränkebranche sein. Vier Jahre musste die BrauBeviale Corona-bedingt pausieren. Eine Zeit, die die Veranstalter genutzt haben, um das Messeprofil zu schärfen. Altbewährtes gepaart mit Neuem – es wird ein wahres Wiedersehensfest für die gesamte Getränkebranche. Aussteller präsentieren Produkte, Lösungen und Trends für die Herstellung und Vermarktung von Bier, Wasser, alkoholfeien Getränken, Spirituosen, Wein und Sekt – ergänzt durch ein passgenaues und abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Der November kann kommen!

„Das Wir verbindet Vielfalt“ – das neue Motto ist richtungsweisend für die BrauBeviale. „Wer die BrauBeviale kennt, weiß, dass wir dieses Motto schon lange leben und umsetzen“, erläutert Andrea Kalrait, Executive Director BrauBeviale bei der NürnbergMesse. „Doch nun haben wir es uns endlich auch offiziell auf die Fahnen geschrieben, um ein starkes Wir in der Branche zu fördern und die Welt der Getränke noch zielgerichteter und gewinnbringender unter einem Dach zu vereinen.“ Die BrauBeviale blickt auf eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte zurück. Ihren Ursprung hat sie im Thema Bier und Brauen. Das Wir-Gefühl in dieser Branche spürt man auf der BrauBeviale von jeher. Heute verbindet sich diese Tradition mit der modernen Vielfalt der gesamten Getränkeindustrie. Brauer und Mälzer bilden nach wie vor den Kern der Fachbesucher. Bei der diesjährigen Veranstaltung wird der Schwerpunkt darüber hinaus auf die Themen Wein und Sekt gelegt. Und auch im Bereich der alkoholfreien Getränke tut sich auf der BrauBeviale einiges: Hier halten knapp 70 Prozent der bereits gemeldeten Aussteller explizit Produkte und Lösungen für Hersteller im AfG-Bereich bereit. Interessierte Fachbesucher können sich im Vorfeld eine Auswahl der Aussteller für einzelne Getränkebranchen anzeigen lassen, um sich vorab Anregungen zu holen und ihren Messebesuch so effizient wie möglich zu planen.

Bewährte Hallenaufteilung

Effizienz ist auch das Stichwort für die Hallenbelegung: Die Aussteller sind wie gewohnt entlang der Prozesskette der Getränkeherstellung rund um den Messepark angeordnet: von den Rohstoffen über Maschinen und Anlagen, Verpackung sowie Marketing bis hin zu Komponenten. So bleibt das gewisse Wir-Gefühl, das die BrauBeviale so einzigartig macht, erhalten. Für die Experten aus dem technischen und kaufmännischen Management der gesamten Getränkewirtschaft lässt sich der Messebesuch kompakt und übersichtlich planen. Eine erste Ausstellerliste ist bereits online auf der Website der BrauBeviale einsehbar.

Schwerpunktthemen Wein und Sekt

Die BrauBeviale ist schon lange die Heimat für die internationale Getränkebranche – aus der Historie heraus rund um das Thema Bier, seit der Konzeptanpassung vor vielen Jahren für sämtliche Getränkesparten und damit auch für Wein und Sekt. In diesem Jahr hat die BrauBeviale explizit nachgefragt: 60 Prozent der bereits angemeldeten Aussteller geben an, Produkte und Lösungen speziell für diese Besuchergruppen im Portfolio zu haben. Bei der BrauBeviale 2023 legen die Veranstalter den Fokus auch im Rahmenprogramm verstärkt auf diese Themenbereiche. So wird es unter anderem in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) eine Sonderschau „Traubenverarbeitung und Kellerwirtschaft“ geben, die Winzer und Sekthersteller gezielt anspricht.

Vielfalt auch im Rahmenprogramm

Durch das Rahmenprogramm der BrauBeviale zieht sich das neue Motto wie ein roter Faden. Bewährte Elemente, neue Formate – gemeinsam mit und für die gesamte Branche: Das Wir verbindet Vielfalt. Das Forum BrauBeviale steht für Inspiration und Wissensvermittlung und beleuchtet aktuelle und kommende Themen und Herausforderungen für die Getränkebranche in Deutschland und Europa. In diesem Jahr werden die Aussteller bei der Programmgestaltung deutlich mehr mit eingebunden. Fokusthemen, die sämtliche Getränkesparten gleichermaßen beschäftigen, sind unter anderem Nachhaltigkeit, Energie, Rohstoffe, Export, Verbotspolitik und das europäische Verpackungsgesetz. Details zu den einzelnen Programmpunkten folgen rechtzeitig vor der Veranstaltung.

Auch die Craft Drinks Area wird es bei der BrauBeviale 2023 wieder geben. An vier verschiedenen Bars können interessierte Messebesucher an geführten Verkostungen von Bier, Wein, Spirituosen und alkoholfreien Getränken teilnehmen. Der Fokus der Craft Drinks Area liegt auf der fachlichen Vermittlung sowie innovativen Getränken.

Neu ist in diesem Jahr das Young Talents Camp. Fachkräftemangel und Nachwuchs-Sorgen sind auch in der Getränkebranche an der Tagesordnung. Aus diesem Grund bietet die BrauBeviale 2023 Unternehmen sowie Auszubildenden oder Studierenden und Young Professionals gleichermaßen die Gelegenheit, sich miteinander zu vernetzen.

Darüber hinaus im Rahmenprogramm: Der Gemeinschaftsstand „Innovation made in Germany“ ermöglicht es Startups und jungen Unternehmen aus Deutschland, sich auf der BrauBeviale der Fachöffentlichkeit vorzustellen und Produktinnovationen zu präsentieren. Außerdem wird es erstmals eine Area für internationale Startups geben. Für interessierte Fachbesucher gibt es Guided Tours über die Messe zu einzelnen Branchen oder spezifischen Themenschwerpunkten der BrauBeviale. Auch Heim- und Hobbybrauer finden ihre Heimat wieder auf der BrauBeviale mit einem speziellen Programm. Gestalter und Designinteressierte profitieren von der Kooperation mit bayern design: Neben einer eigens für die BrauBeivale konzipierten Sonderschau wird es einen Designwalk über die Messe sowie Beiträge im Forum BrauBeviale geben. Wer arbeiten kann, kann auch feiern: das beliebte Party- und Networking-Event „Schanzenbräu & Friends“ findet auch 2023 wieder statt – wie gewohnt am ersten Messetag, dieses Jahr direkt auf dem Messegelände.

European Beer Star – zuhause auf der BrauBeviale

Als einer der bedeutendsten Bierwettbewerbe weltweit bricht der European Beer Star immer neue Beteiligungsrekorde. Ins Leben gerufen wurde er vor genau 20 Jahren von den Privaten Brauereien, dem ideellen Träger der Messe, dem deutschen und dem europäischen Dachverband. Seine Messeheimat hat er auf der BrauBeviale. Die Preisverleihung des European Beer Star findet wie gewohnt am zweiten Messetag der BrauBeviale statt. Erstmals ist der renommierte Wettbewerb auch zur Verkostung der eingereichten Biere durch eine rund 130-köpfige Expertenjury in Nürnberg zu Gast.

Das Bild wurde mir von der BrauBeviale zur Verfügung gestellt.

Lang-Bräu – Pils

In Oberfranken liegt Wunsiedel-Schönbrunn, die Heimat des Lang-Bräu Pils, das jetzt vor mir steht. Pils ist nicht gerade die Spezialität der Franken, aber eventuell schafft es die Brauerei ja trotzdem, ein Pils zu brauen, das mich begeistern kann.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal 1a.

Das Bier duftet angenehm nach Getreide und Karamell, abgerundet mit kräftigen würzigen Noten. Offensichtlich handelt es sich hier um eine gelungene Umsetzung eines traditionellen Pilseners.

Im Antrunk ist das Bier etwas süßer als ich es erwartet habe. Die Karbonisierung ist etwas knapp ausgefallen, dafür ist die Kohlensäure aber sehr schön feinperlend. Das Mundgefühl ist weich und voll. Außerdem ist die Bittere gut auf die Süße abgestimmt. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter mit recht langem Nachklang aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,7° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Lang-Bräu OHG
Bayreuther Str. 19
95632 Wunsiedel-Schönbrunn
www.lang-braeu.de

 

Brasserie de l‘Abbaye des Rocs – Blanche des Honnelles 1979

Aus Montignies-sur-Roc in der Wallonie stammt das Blanche des Honnelles 1979, das als „Dubble Wit“ angeboten wird. Ein Dubble Wit bzw. Blanche Double habe ich vorher noch nicht gesehen. Dass die Brauerei noch angibt, dass das Bier dreifach vergoren ist, macht die Sache nicht einfacher. Eigentlich müsste es dann doch wohl als Triple Wit beworben werden.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine nur kleine Schaumkrone, die sich sofort auflöst. An der Optik muss die Brauerei aber wirklich noch arbeiten.

Das Aroma ist vollkommen anders als erwartet. Ich rieche keine Orangenschale und nur wenig Koriander. Dafür dominieren für ein Wit untypische Aromen nach Karamell, Walnuss und hellen Früchten. Auch die 6,0 Volumenprozent Alkohol sind deutlich zu riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine anfangs reichliche Karbonisierung aus. Die Kohlensäure verflüchtigt sich aber schnell. Übrig bleibt eine leichte Fruchtigkeit, die an helle Früchte erinnert. Obwohl das Mundgefühl recht schlank ist, bietet das Bier eine ordentliche Süffigkeit. Nur die Bittere ist eher knapp ausgefallen. Auch der Abgang ist fruchtig und schlank mit kurzem Nachklang.

In der Regel ist ein Witbier leicht mit einem deutlichen Geschmack nach Orangenschale und Koriander. Der Koriander ist bei diesem Bier in Anklängen vorhanden, die Orangenschale vermisse ich vollständig. Von einem Dubbel Wit würde ich eine schwerere Version eines Witbiers erwarten. So ist das Blanche des Honnelles 1979 ein gut trinkbares Bier, das meine Erwartungen aber leider absolut nicht erfüllt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs s.a.
Chaussée Brunehault 37
7387 Mentignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Bald könnte es auch Pils aus der Schweiz geben

Eine Kuriosität der europäischen Geschichte dürfte bald beendet werden: es geht um einen Staatsvertrag zwischen der Schweiz und der Tschechoslowakei. Obwohl die Tschechoslowakei bereits im Jahr 1992 aufgelöst wurde, galt der Vertrag weiter. Er besagt, dass in der Schweiz kein Bier verkauft werden durfte, das als Pils, Pilsener oder ähnlich bezeichnet wird und nicht aus Pilsen stammt. Dieser Gebietsschutz ist jetzt ausgelaufen (oder läuft demnächst aus, das widersprechen sich meine Quellen), so dass auch in der Schweiz Bier mit diesen Bezeichnungen gebraut und verkauft werden darf.

Nun ist es nicht so, dass die Schweizer kein Pilsener brauen könnten – sie dürfen es lediglich nicht unter diesem Namen vertreiben. Daher heißt das Bier bei den Eidgenossen Spezial. Das Spezial ähnelt weitgehend dem böhmischen Pilsener. Es ist mit untergäriger Hefe gebraut, die Farbe ist identisch und das Bier enthält auch Diacetyl, hat also das typische buttrige Aroma tschechischer Biere.

In der Vergangenheit führte die nun wohl ausgelaufene Regelung zu kuriosen Entscheidungen. So musste der Getränkehändler «Drinks of the World» einmal von Hand die Bezeichnung Pils auf den Etiketten übermalen, eine Bezeichnung, die im Ursprungsland vollkommen legal war, in der Schweiz aber verboten.