Archiv der Kategorie: Craft Beer

Corsendonk Rousse

Corsendonk ist eine Marke der Brasserie du Bocq, unter der immerhin 12 verschiedene Biere gebraut werden. Der Name leitet sich vom gleichnamigen Augustinerkloster in der Nähe von Oud Turnhout ab. Aber kommen wir zum Bier.

Bernsteinfarben und klar läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht voluminöse feinporige und weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an dem Bier absolut nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell und Trockenfrüchten, unterstützt durch einige blumige und Lakritznoten.

Der Antrunk ist recht süß. Diese Süße wird durch eine feinperlige Kohlensäure begleitet. Auf der Zunge dominiert der Karamellgeschmack, zu dem sich ein passendes freundliches Bitter gesellt. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang kommt noch der Geschmack nach Lakritz dazu, auch wenn die Süße weiterhin dominiert. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Alkoholgehalt:

8% Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

22 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Corsendonk N.V.
Slachthuisstraat 27
2300 Turnhout
Belgien
www.corsendonk.com

Uerige – Jrön

Einmal im Jahr wird der Hopfen geerntet und keine Brauerei, die etwas auf sich hält, lässt es sich nehmen, dann ein Grünhopfenbier zu brauen, also ein Bier mit frischem Hopfen. So auch die Brauerei Uerige in der Altstadt von Düsseldorf, die sich im letzten Jahr zu diesem Zweck mit Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg zusammengetan hat. Der Hopfen stammt aus Polen und wurde sofort nach der Ernte (und dem Zupfen) so schnell es irgend ging im PKW nach Düsseldorf gebracht, um dort zum Jrön zu werden, einer Sticke mit dem frischen Hopfen.

Einen Nachteil hat das Jrön allerdings: die Düsseldorfer wollen das Bier nicht wirklich gerne freigeben. Deshalb erfolgt der Anstich traditionell am 11. 11., also an dem Tag, an dem jeder Auswärtige das Rheinland und damit auch Düsseldorf tunlichst meidet. Wer schon einmal am 11. November oder an Rosenmontag im Rheinland oder auch nur in der weiteren Umgebung war, wird verstehen, was ich meine. Aber zum Glück hält das Jrön ja länger als der Karneval. Kommen wir also zum Bier.

Dunkelbraun mit einer sahnigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Damit macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet röstig nach Kaffee. Dieses Aroma wird durch eine leichte fruchtige Säure begleitet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süe sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt das Jrön seine ganze Komplexität: dunkle Schokolade mischt sich mit Espresso, dazu kommen leichte Rauchnoten sowie ein angenehmes freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist rund und voll. Im Abgang steht zunächst die Süße im Vordergrund, dann wird das Bitter kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2% Vol.

Bittereinheiten:

55 IBU

Farbe:

50 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer
gemeinsam mit

Uerige Obergärige Hausbrauerei
Berger Str. 1
40213 Düsseldorf
www.uerige.de

Gordon Scotch Ale

Der Name Gordon bezieht sich auf den gleichnamigen schottischen Clan, während die Distel auf dem Etikett für Schottland steht. Das Bierglas von Gordon Scotch Ale nimmt diese Form der Distel im Design des Glases auf. Von der schottischen Geschichte inspiriert ehrte der englische Braumeister Antony Martin mit diesem Bier liebevoll seine Liebe zu Schottland und braute dieses Bier nach seiner Auswanderung in Belgien.

Bordeauxrot und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große beige und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Der Duft nach roten Früchten steigt mir in die Nase, dazu Düfte nach dunkler Schokolade, Kaffee und Whisky.

Der Antrunk ist recht süß und mich beeindruckt die sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure. Auf der Zunge wird das Bier trockener. Das Malz steht im Mittelpunkt, begleitet durch eine leichte Säure sowie den Geschmack nach Kaffee. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Der Alkohol wärmt. Im Abgang kommt der Geschmack des Scotch nach vorne. Dazu kommen bittere und süße Noten, die sehr lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, geröstete Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,6 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

40 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Anthony Martin s.a
rue du cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.be

Maisel & Friends – Black IPA 2.0

Black IPAs sind in Deutschland bisher eine Seltenheit und erst wenige Brauereien haben sich an diesen Bierstil herangewagt. 2017 hat Maisel & Friends das Abenteuer Black India Pale Ale schon einmal gestartet und es als limitierten Sondersud auf den Markt gebracht. Das war auch das erste Mal, dass ich mit diesem Bierstil in Kontakt gekommen bin. Damals war ich beim Namen dieses Bierstils reichlich verwirrt, denn Pale und Black schließen sich ja irgendwie aus. Schnell habe ich aber bemerkt, dass die fruchtig-bitteren Aromen des IPA sehr gut mit den Röstnoten des dunklen Malzes zusammenpassen. Da ist es doch wohl kein Problem, über den sprachlichen Holperer im Namen des Bierstils hinwegzusehen. Und so war ich auch sehr angenehm überrascht, als in der letzten Woche ein Paket von Maisel & Friends bei mir eintraf, das nach fünf Jahren mal wieder ein Black IPA enthielt. Inzwischen habe ich es gekühlt und will es jetzt verkosten.

Zunächst einmal – Nomen est Omen. Das Bier ist wirklich schwarz. Lediglich wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert es bordeauxrot durch. Über dem Bier prankt eine hellbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist den Bayreuthern mal wieder ein Meisterwerk gelungen.

Bereits meine Nase verrät mir, dass die Brauer sich bei der Entwicklung dieses Bieres etwas gedacht haben. Es handelt sich nicht um ein schwarzes Bier, das mit reichlich Aromahopfen gestopft wurde bis sich das Malz nicht mehr feststellen lässt. Im Gegenteil – die Aromen des Malzes mit ihren Schokoladen-, Kaffee-, Karamell- und leichten Rauchnoten stehen gleichberechtigt neben dem Duft des Hopfens mit Noten nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten. So stelle ich mir ein wirklich gutes IPA vor und ich bekomme richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine überraschende Süße beim ersten Kontakt des Biers mit der Zunge, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Aber dann geht es erst richtig los. Auf der Zunge kommen zunächst die Geschmackseindrücke des Malzes zum Tragen. Der Rauchgeschmeck meldet sich zu Wort, dazu kommt der Geschmack nach Karamell, dunkler Schokolade und Espresso. Für ein IPA hält sich das Bitter diskret im Hintergrund, auch wenn es selbstverständlich deutlich zu schmecken ist. Die fruchtigen Noten unterstützen diese Geschmacksnuancen und gemeinsam sorgen sie für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und Rauch. Jetzt kommt auch das Bitter mehr zum Tragen und es klingt sehr lange nach.

Wie bei allen Sondersuden gilt: wenn weg, dann weg. Aber bis es soweit ist, gibt es das Black IPA im Brauereishop von Maisel & Friends sowie bei einigen Versandhändlern. Ich würde mir wünschen, dass dieses Bier ins Standardprogramm aufgenommen wird, so dass ich es auch hier in Niedersachsen im Getränkemarkt um die Ecke bekommen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Amarillo, Chinook, Mosaic, HBC 431, Ariana, Idaho7), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Delsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Chapeau Framboise

Belgische Fruchtbiere auf der Basis von Sauerbieren sind im Sommer die ideale Erfrischung. Die Brauerei De Troch aus dem flandrischen Wambeek bietet eine sehr große Auswahl an Fruchtbieren an. Die meisten dieser Biere habe ich in diesem Blog bereits beschrieben und jetzt steht das letzte Lambic vor mir, das Framboise, das also mit Himbeeren gebraut wurde.

Rotbraun, hefetrüb und wie üblich ohne Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Soweit ist alles stiltypisch und auch wenn mir Biere ohne Schaum eigentlich nicht gefallen – hier muss es so sein.

Das Bier duftet intensiv fruchtig nach Himbeeren, dazu kommt das typische saure Aroma des Lambic. Auch das ist genau wie erwartet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Ich würde mir wie so häufig etwas mehr der feinperligen Kohlensäure wünschen. Auf der Zunge zeigt sich as Bier süßsauer und fruchtig, der Geschmack der Himbeeren überdeckt die Aromen des Lambic weitgehend. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Auch der Abgang ist mild-fruchtig und der Geschmack der Himbeeren klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Aroma, Himbeeren (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Ternat
Belgien
http://www.detroch.be

De Keukenbrouwers – Hip Hop Double IPA

Craft-Brauereien werden häufig auch als Mikrobrauereien bezeichnet. Bei den Keukenbrouwers ist diese Bezeichnung Programm, genau wie der Firmenname. Die gesamte Brauerei ist in einem 3 mal 6 Meter großen Bürocontainer untergebracht. Auf der einen Seite befindet sich der 3 x 3 Meter große Brauraum, auf der anderen Seite der Lagerraum mit Rohstoffen und hergestellten Produkten. Auf dieser kleinen Fläche von 18 Quadratmetern stellen die Brauer so viel Bier her, dass es sogar über den Großhandel vertrieben wird und eine Flasche hat jetzt ihren Weg zu mir nach Niedersachsen gefunden.

Kupferfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die sehr voluminöse feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Daher sollten wir vorsichtig einschenken, um ein Bier wie gemalt zu erhalten.

Das Bier duftet nach Zitronenschalen und Ananas, unterstützt durch einige florale Noten.

Der Antrunk ist spritzig und er zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Auf der Zunge ist das Bitter im Vordergrund, das zusammen mit den fruchtigen Aromen für ein weiches angenehmes Mundgefühl sorgt. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, wobei es trotzdem dominant bleibt und sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz), Hopfen (Kolumbus, Columbus, Cascade), Hefe (US-05 korrel)

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

76 IBU

Farbe:

24 EBC

Brauerei:

De Keukenbrouwers
Vredestraat 147
2540 Hove
Belgien
www.dekeukenbrouwers.be/

Schelde Brouwerij – Krab

So, nun steht das letzte Bier aus der Schelde Brouwerij vor mir, das Krab. Dieses Bier hat im Jahr 2019 bei den World Beer Awards eine Medaille als bestes Bier aus Belgien gewonnen; es kann also nicht schlecht sein. Andererseits wundert es mich, dass die Brauerei offensichtlich selbst nicht weiß, in welchen Bierstil sie das Bier einordnen soll. Auf der Flasche ist als Stil American Pale Ale angegeben, während das gleiche Bier auf der Website unter IPA läuft. Na gut, diese beiden Bierstile sind sich recht ähnlich, so dass eine Diskussion darüber eher akademischer Natur wäre. Beginne ich also mit der Verkostung.

Kupferfarben und opalisierend läuft das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber lang erhalten bleibt. An der Optik gibt es nichts auszusetzen.

Das Aroma ist fruchtig nach Grapefruit und Ananas.

Im Antrunk ist das Bier angenehm trocken und spritzig. Auf der Zunge gesellt scih ein überraschend kräftiges und freundliches Bitter zu den Aromen. Das Mundgefühl ist weich und für ein IPA ist das Bier ungeheuer süffig. Im Abgang ist das Bitter dominant ohne aufdringlich zu werden. Dafür klingt der Geschmack lange nach.

Das Krab ist ein einfach zu trinkendes IPA, das einfach Spaß macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Farbe:

24 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Schelde Brouwerij
Wenenstraat 5
2321 Meer
www.scheldebrouwerij.com

Liquid Story – The Morning After

Jeder Bierliebhaber kennt den lästigen Morgen danach. Das Bier hat am Vortag mal wieder zu gut geschmeckt und nun brummt der Schädel. Jetzt benötigt man einen Energieschub, um einen kühlen Kopf zu behalten. Liquid Stoy Brewing kennt dieses Szenario selbst nur zu gut, wodurch dieses schmackhafte Coffee Ale entstanden ist.

Orangefarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine, aber feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet nach Kaffee und Kakao, abgerundet durch einige würzige Noten des verwendeten Korianders aus Indien. Eigentlich passt der Duft nicht so richtig zur hellen Farbe des Biers. Kommen jetzt noch mehr Überraschungen?

Der Antrunk zeichnet sich durch eine diskrete Süße und eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Die ungewöhnliche Kombination von Farbe und Aroma spiegelt sich auch auf der Zunge wider. Während Hopfen und Malz für einen fruchtigen Ale-Geschmack sorgen, bringt der verwendete Kaffee einen Hauch von Stout mit. Ungewöhnlich, aber wirklich gut. Das Mundgefühl ist samtig und weich. Der Abgang ist überraschend schlank. Der Kaffee tritt in den Hintergrund und macht einer leichten Fruchtigkeit Platz. In der Kehle kann ich fast kein Bitter feststellen, so dass der Nachklang leider nur kurz ist. Das ist aber die einzige Eigenschaft, die ich an diesem Bier kritisieren möchte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Kaffee 8Sidamo9, Hopfen (Sabro), Koriandersamen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5% Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Liquid Story Brewing Co.

Liquid Story Brewing UG (haftungsbeschränkt)
Calvördestraße 11
38118 Braunschweig
www.liquid-story.com

Alaryk – Saison

Alaryk ist ein Familienunternehmen und braut im südfranzösischen Béziers mit einer Kapazität von 2880 hl Gourmetbiere in höchster Bio-Qualität. Für dieses Bier haben die Franzosen nicht nur Cascade-Hopfen und verschiedene Malze verbraut, sondern auch die Frucht des Affenbrotbaums. Auf den ersten Blick erscheint die Verwendung des Baobab, wie die Frucht des Affenbrotbaums heißt, nicht so recht logisch, aber sie hat durchaus ihren Grund. Die Brauerei schreibt dazu: „Wir teilten uns mehrmals auf Messeständen mit Matahi (Ratschingsgruppe), dem Hersteller von köstlichen Baobab-Fruchtsäften, und wir wollten diese außergewöhnliche Frucht mit herben Noten und Akazienhonig verwenden. An sie haben wir uns gewandt, um diese kostbare Zutat aus einer biologischen und fairen Landwirtschaft Senegals zu beziehen.“ Na gut, dann will ich mal probieren, was dabei herausgekommen ist.

Sehr hell blond und mit wenig Schaum, der sich sehr schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch sehr schnell in sich zusammen. An der Optik des Saison könnte die Brauerei noch etwas arbeiten.

Leichte Säure steigt mir in die Nase, dazu minimale würzige Noten. Das Aroma dieses Bieres kann mich nicht wirklich begeistern.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine diskrete Süße sowie eine geringe feinperlige Kohlensäure aus. Dazu kommen florale Noten, die den Antrunk angenehm abrunden. Auf der Zunge meldet sich dann die leichte Säure zurück, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist das Mundgefühl recht schlank. Der Geschmack erinnert eher an eine Weinschorle als an ein Bier. Erfrischend ist das Bier aber auf jeden Fall. Der Abgang ist extrem schlank mit leichter Säure.

Erfrischend ist das Bier an einem heißen Sommertag auf jeden Fall, aber dann würde ich wirklich einen geringeren Alkoholgehalt bevorzugen. Bei Hitze steigen die 4,5 Volumenprozent doch machtig in den Kopf.

Zutaten:

Wasser, Malz, Baobab, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

10,8° Plato

Bittereinheiten:

8IBU

Farbe:

9 EBC

Brauerei:

Alaryk Brasserie artisanale
2 Rue des Poiriers
34500 Béziers
Frankreich
www.alaryk.fr

Belgium Peak Beer Triple

Nomen est Omen. Das heißt in diesem Fall, dass die Brauerei Belgium Peak Beer am höchsten Punkt Belgiens beheimatet ist, genauer gesagt in unmittelbarer Nähe zum Signal de Botrange und zur Baraque Michel – die Brauerei bietet in einer atemberaubenden Umgebung unterschiedliche Biersorten an, die in einer einzigartigen Umgebung mit Vennwasser gebraut werden.

Insgesamt braut Belgium Peak Beer vier Biere: ein Helles, ein Dunkles, ein Triple-Bier und die kleine Süße „La Myrtille“. Inhaber der Brauerei sind Martin Luthers, der Braumeister, und Thomas Pleyers, verantwortlich für die Brasserie gleich neben der Brauerei. Zur Geschichte der Brauerei erzählt Thomas: „Zwei Investoren aus Aubel sind mit der Idee auf uns zugekommen. Sie wollten eine Brasserie auf dem Hohen Venn. Und da sie selbst berufstätig sind, haben sie uns gebeten, uns um die Brasserie und Brauerei des Bieres zu kümmern. Martin Luthers war zuerst Teil des Projektes und ich bin dann für die Leitung der Brasserie hinzugekommen.“ Martin ergänzt: „Für die vier Biere, die ich kreiert habe, verwende ich das Wasser des Hohen Venns. Wir haben also eine ganz besondere Wasserqualität, die das Bier kennzeichnet. Zudem ist es aufgrund seines geringen Mineralsalzgehaltes leicht verträglich und lässt sich gut genießen. Und auch die Aromen werden gut freigesetzt, beispielsweise ein leichter Mandarinengeschmack bei unserem hellen Peak-Bier.“

So, jetzt ist es aber genug mit der Vorrede; jetzt wird die Flasche geöffnet und das Bier kommt ins Glas.

Kupferfarben und leicht hefetrüb strahlt das Bier mir entgegen. Die feinporige weiße Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten, so dass es an der Optik schon mal nichts zu meckern gibt.

Karamell ist die Hauptsache im Aroma, dazu kommen die typischen würzigen Noten des belgischen Hopfens, unterstützt durch leichte fruchtige Anklänge nach Birnen und Zitrusfrüchten.

Der Antrunk ist relativ süß und vollmundig, so wie ich es bei einem Triple auch erwarte. Dazu kommt eine reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure. Schnell kommt auf der Zunge die Fruchtigkeit in den Vordergrund und zusammen mit dem weichen Mundgefühl und dem geringen Bitter ergibt sich eine ungeheure Süffigkeit. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt einige Zeit in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

38 IBU

Brauerei:

Belgium Peak Beer SA
Rue de Botrange 123
4950 Sourbrodt
Belgien
www.peakbeer.be