Archiv der Kategorie: Craft Beer

De Ranke – Franc Belge

Anfang der achtziger Jahre waren die Gründer von De Ranke als Bierliebhaber besorgt über das Verschwinden vieler kleiner und mittlerer Brauereien. Es waren gerade diese Brauereien, die schöne Biere herstellten. Außerdem war es beunruhigend, dass in dieser Zeit viele ausgezeichnete bittere Biere kräftig gesüßt wurden. Dies geschah unter dem Vorwand, dass der Geschmack des Verbrauchers süß sei und die Menschen nicht mehr an Bitterkeit gewöhnt seien.

Die Realität sah jedoch so aus, dass neue Techniken die Verwendung von Hopfenextrakten anstelle von Hopfendolden ermöglichten. Dadurch wurde die Produktion erheblich billiger möglich. Darüber hinaus war die industrialisierte Bierwelt immer mehr davon überzeugt, dass das Bier an mehr Menschen verkauft werden könnte, wenn der Geschmack neutral bliebe (mit etwas zusätzlicher Werbung).

Diese Entwicklungen veranlassten die Gründer, selbst aktiv zu werden, um zu beweisen, dass Qualität nur mit den besten Rohstoffen und unter Berücksichtigung traditioneller Methoden garantiert werden kann. Eines der Ergebnisse dieser Entscheidung ist das Franc Belge, das jetzt vor mir steht.

Orangefarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Biskuitteig, abgerundet durch kräftige blumige Noten. Insgesamt macht das Aroma einen angenehm weichen Eindruck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie den Geschmack nach Karamell aus. Auf der Zunge gesellt sich ein angenehmes freundliches Bitter zur Süße und sorgt für ein weiches und rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und klingt zusammen mit dem Karamellgeschmack sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Fuggles), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brauerei De Ranke
Rue du Petit Tourcoing 1a
7711 Dottignies (Mouscron)
Belgien
www.deranke.be

Raschhofer – Bad Santa XMS SPCL 2022

In jedem Jahr bringt der österreichische Bier-Versandhändler Kalea zusammen mit einer Brauerei aus dem Alpenland ein Weihnachtsbier mit dem Namen Bad Santa auf den Markt, das im Kalea-Adventskalender hinter dem 24. Türchen verborgen wird. Im Jahr 2022 hat es die Brauerei Raschhofer aus dem Inntalviertel getroffen. Da auch der Bierstil jährlich wechseln kann, war ich gespannt, welches Bier nun auf mich zukommt. Es wurde ein IPA. Auch wenn ich diesen Bierstil nicht wirklich als einen Bierstil für den Winter betrachte, bin ich doch neugierig und öffne die Flasche.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine weiße und feste voluminöse Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach Karamell und Zitrusschale, nach Grapefruit und Ananas steigen mir in die Nase, abgerundet mit einem Hauch Waldhonig.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine ordentliche Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes freundliches Bitter dazu. Jetzt scheint mir das Bier noch komplexer als in der Nase. Ich schmecke Biskuitteig und Karamell, dazu ein ganzer Obstsalat mit Noten nach Grapefruit, Ananas und Mango. Das Mundgefühl ist samtig und da das Bier auch nicht übermäßig bitter ist, hat es eine ungeheure Drinkability. Auch im Abgang wird das Bittere nicht zu kräftig; trotzdem klingt es sehr lange nach.

Selten habe ich ein so ausgewogenes und dabei doch charaktervolles IPA erlebt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,7° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Raschhofer
Braunauer Straße 12
4950 Altheim
Österreich
www.raschhoferbier.at/

Distelhäuser – Winter Festbier

Die Distelhäuser Brauerei ist eine mittelständische inhabergeführte Brauerei im nordbadischen Tauberbischofsheim. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Unternehmen in der Region verwurzelt ist. Gerste und Weizen stammen aus der Region von Bauern, mit denen die Brauerei langjährige Verträge hat. Bei 18 unterschiedlichen Bieren ist für jeden Geschmack etwas dabei und der gesamte Vertrieb findet in der Region statt – das Verbreitungsgebiet der Biere sind 100 km rund um die Brauerei.

Das alleine macht ja noch keine Qualitätsbiere aus. Wenn ich aber die Siegel der Freien Brauer und von Slow Brewing sehe, bin ich bereits überzeugt, dass ich ein Bier vor mir stehen habe, das eine Verkostung lohnt. Slow Brewing steht schon alleine für charaktervolle Biere und auch die Biere der Freien Brauer gefallen mir fast alle überdurchschnittlich gut. Zeit also, die Flasche zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse und feinporige weiße Schaumkrone. Anfangs fällt sie recht flott in sich zusammen, der Rest bleibt aber lange erhalten. An der Optik dieses Märzen ist also nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach malzbetont nach Karamell, abgerundet mit leichten würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt das Bier dann seine Qualitäten spielen. Mit seiner Vollmundigkeit und dem weichen Mundgefühl erinnert es schon fast an ein Bockbier. Die würzigen Noten werden etwas dominanter und die Bittere hält sich stilgerecht im Hintergrund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber zurückhaltend und klingt trotzdem lange nach

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, dunkles Karamellmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer GmbH & Co. KG
Grünsfelder Straße 3
97941 Tauberbischofsheim
www.distelhaeuser.de

Wieninger – Aufzoaga

Aus Teisendorf im Berchtesgadener Land stammt das Bier, das jetzt vor mir steht. Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die dort arbeiten, wo wir Urlaub machen. Schade, dass ich von der Brauerei Wieninger noch nichts gehört hatte, als ich zuletzt in Berchtesgaden war. Ein Besuch in Teisendorf hätte sich sicher gelohnt. Neben einem Brauereigasthof will noch die Brauerei besichtigt werden, hinterher in den Brauerei-Shop und nicht zu vergessen der Teisendorfer Bierwanderweg in der wunderbaren Umgebung des Berchtesgadener Landes.

Und auch das Bier lässt mich aufhorchen, denn die Brauerei beschreibt es so: „Unser Aufzoaga ist Ansagen gewohnt, mit leisen Tönen hält er sich nicht lange auf. Er weiß, was er kann und lässt keine Gelegenheit vergehen, dies auch zu zeigen. Ein Bier wie ein Traditionalist. Selbstbewusst prahlt es mit seinen wuchtigen grasigen Hopfenaromen und spannt dann doch schlank und hinreißend elegant den Bogen zu einem Abgang mit Nachhall.“

Angepriesen wird es auf dem Etikett als Hopfen-Festbier. Auch wenn ich beim Begriff Festbier sofort an ein Märzen denke, ist dieser Gedanke nicht richtig. Laut Definition ist ein Festbier kein eigener Bierstil, sondern ein Bier, das zu einem speziellen Anlass gebraut wurde. Und ich kann bereits jetzt sagen, dass es sich bei diesem Festbier um ein IPA handelt.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch mach das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Kräftige Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Karamell und Zitronenschalen, Grapefruit, Banane und Ananas. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft einer frisch gemähten Wiese.

Der Antrunk ist überraschend trocken und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlende Kohlensäure aus. Wie erwartet dominieren auch auf der Zunge die fruchtigen hopfenbetonten Aromen, die grasige Note kommt noch stärker zum Tragen. Dabei wird das Bier noch trockener. Das Mundgefühl ist weich und voll. Obwohl der Abgang überraschend mild ist, klingt der Geschmack noch sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener, Cara-Eiche) Aromahopfen (Columbus, Ahtanum, Simcoe, Nelson Sauvin), Wieninger Reinzuchthefe Teisanum US05

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei M.C. Wieninger
Poststraße 1
83317 Teisendorf
www.wieninger.de

Zichovec – Krahulik 11

Die Brauerei Zichovec entstand ursprünglich in der Gemeinde Zichovec zwischen Louny und Slaný, die laut Google nur 93 Einwohner hat. Aufgrund der Qualität seiner Biere konnte es jedoch Kunden aus der ganzen Region anziehen, so dass die alten Produktionsanlagen nicht mehr ausreichten und die Brauerei umziehen musste. Jetzt braut die Brauerei Zichovec Bier in einem neuen modernen Komplex am Stadtrand von Louny. Die Brauerei ist mit der neuesten Technologie ausgestattet und ihre Anlagen werden auch von einer Reihe tschechischer Gypsybrauer genutzt.

Golden strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an dem Bier nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu kommen würzige Noten und ein butteriger Duft. Die Butterigkeit, die durch das Vorhandensein von Diacetyl entsteht. Bei einem deutschen Pilsener wären die butterigen Noten ein Fehlaroma, für ein tschechisches Pilsener ist Diacetyl aber stiltypisch. Dort wäre es sogar ein Bierfehler, wenn das Diacetyl fehlen würde. Was nun richtig ist und was falsch ist eine Geschmacksfrage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber auch spritzig. Die Süße bleibt auf der Zunge zunächst dominant, bevor die Butterigkeit hervorkommt, gefolgt von einem überraschend kräftigen Bitter. Alles in Allem ist das Bier angenehm vollmundig und süffig. Das gilt selbstverständlich nur, wenn einen das Diacetyl nicht stört. Im Abgang wird das Bitter etwas zurückhaltender. Trotzdem klingt es sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenprodukte (Rubin, Harmonie)

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

1. Zichovecká s.r.o.
Zichovec 46
273 74 Klobuky
Tschechien
www.pivovarzichovec.cz

Kempisch Vuur – Haver Stout

Kempisch Vuur ist eine belgische Biermarke, die es seit dem Jahr 1998 gibt. Anfangs wurde dieses Bier in der Mikrobrauerei Paeleman in Wetteren gebraut. Da die Nachfrage schnell anstieg und die Brauerei zu klein wurde, wurde die Produktion im Jahr 2001 in die Brauerei De Proefbrouwerij in Lochristi verlagert. Im September 2011 wurde das erste Bier in Zandhoven gebraut und im Anschluss wurde die Produktion systematisch dorthin verlagert.

Das Kempisch Vuur Haver Stout, das jetzt vor mir steht, ist wie der Name schon besagt, ein Stout, das mit Hafermalz gebraut wurde.

Blickdicht schwarz mit einer feinporigen haselnussbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Da der Schaum sehr lange erhalten bleibt, gibt es an der Optik dieses Biers nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Haselnuss, nach Karamell und Kaffee, abgerundet durch den Duft nach Vanille. Auch eine leichte Rauchnote vermeine ich zu riechen.

Der Antrunk weist neben der für ein Stout stiltypischen Süße auch eine angenehme Frische auf. Dann übernehmen aber schnell die Röstnoten das Zepter und auch die rauchigen Noten kommen überraschend kräftig zum Vorschein. Die Süße lässt auf der Zunge nach und macht dem Geschmack nach dunkler Schokolade Platz. Das Mundgefühl ist angenehm cremig. Im Abgang wird das Bier trockener und ein leichtes freundliches Bitter tritt auf den Plan, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Hafermalz, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

80 EBC

Brauerei:

Brouwerij Pirlot
Heistraat 3
2240 Zandhoven
Belgien
www.vlaamsebrouwers.be

Goldochsen – Zirbenbock

Die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm hat im letzten Jahr ihr 425-jähriges Bestehen gefeiert. Außerdem braut sie in jedem Jahr ein Jahrgangsbier, inzwischen ist es das zehnte. In diesem Jahr ist es der Gold Ochsen Zirbenbock. Seinen Namen hat das Bier von der Zirbelkiefer, auch Zirbenkiefer genannt. Dieser Baum wächst in den Alpen und in den Karparten. Der Baum, dessen Holz für die Reifung dieses Biers verwendet wurde, ist in den Bergen des Ahrntals in Tirol gewachsen und wurde von Braumeister Alexander Maier persönlich gefällt. Selbstverständlich ist dieses Bier wie in jedem Jahr auf 1.597 Flaschen limitiert, was auf das Gründungsdatum der Brauerei im Jahr 1597 hinweist.

So edel die Herkunft dieses Bieres, so vornehm ist auch das Erscheinungsbild. Eine dunkelbraune Flasche, mit Naturkorken verschlossen und mit Aufdruck in Rot und Gold. Das ganze in einem schwarzen Karton, der in den gleichen Farben bedruckt ist. Bereits vor dem Einschenken ist dieses Bier ein Genuss.

Orangefarben mit einem Farbton, der an dunklen Honig erinnert und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet frisch und fruchtig, das Harz der Zirbenkiefer ist deutlich wahrzunehmen. Die harzigen Noten passen sehr gut zum Aroma der Hefe.

Der vollmundige Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine gut darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Während sich das Bier im Mund ausbreitet bilden sich auch die harzigen Aromen heraus und kommen zum Vorschein. Sie sind gut auf die Süße des Bockbiers abgestimmt. Das Bitter unterstützt den Geschmack und jetzt kommen noch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an helle Früchte erinnern und den Geschmack abrunden. Jetzt kann mich das Bier noch überraschen. Zeigte es anfangs noch die für ein Bockbier stiltypische Süße, wird es jetzt von Schluck zu Schluck trockener. Auch im Abgang ist das Bier trocken und das Harz steht im Mitelpunkt. Zusammen mit dem itter klingt der Geschmack sehr lange nach.

Der Zirbenbock aus Ulm ist kein Bier, das man den ganzen Abend trinken kann. Ich stelle es mir eher statt eines Champagner als Aperitif vor.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Abbaye des Rocs – 1979 Blonde

Jetzt steht das (vorerst) letzte Bier aus der Abbaye des Rocs vor mir. Die wallonische Brauerei legt Wert auf die Feststellung, dass die Biere ausschließlich aus natürlichen Zutaten (Hopfen, Malz, Wasser, Hefen und Gewürze) gebraut werden. Auch Zucker, der in Belgien häufig verwendet wird, um das Bier leicht zu süßen, verwenden die Brauer nur, um ihn vollständig zu vergären und auf diese Weise ein kräftigeres Bier zu brauen. Süße Aromen in den Bieren stammen aus dem Malz und wurden durch die Hefen nicht vergoren. Auf diese Weise bleibt der volle Geschmack des Getreides erhalten.

Golden und mit einer kräftigen Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Jetzt sehe ich, dass das Bier einen leichten Stich ins Orangefarbene aufweist. Die Schaumkrone ist eher klein und sie löst sich recht flott auf. Schade. Würde der Schaum länger erhalten bleiben, würde das der Optik den letzten Schliff geben.

Das Bier duftet nach Biskuitteig mit kräftigen fruchtigen Noten, die an Orange, Ananas und Honig erinnern. Die Fruchtigkeit steht aber eindeutig im Vordergrund.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich, dass das Bier nicht nur fruchtig duftet, sondern auch eine dazu passende fruchtige Säure mitbringt, so dass ein leichter Zitrusgeschmack entsteht, gemischt mit Honig und Kräutern. Bitter ist auf der Zunge nur wenig zu schmecken. Der Abgang ist zunächst mild und trocken. Weiterhin steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt, bis sich das Bitter in der Kehle aufbaut. Obwohl es nicht allzu kräftig wird, klingt es lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Abbaye des Rocs
Chausée Brunehault 37
7387 Montignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Hertl – Schwiegervater’s Stolz

Die Braumanufaktur Hertl aus dem fränkischen Schlüsselfeld widmet ihre Biere immer einem Familienmitglied. In diesem Fall ist es das Bier für Schwiegervater Alfred. Zumindest auf dem Etikett hat er eine Zigarette zwischen den Fingern, so dass es nahelag, ihm ein Rauchbier zu widmen. Auch die räumliche Nähe von Schlüsselfeld zu Bamberg bringt für sich schon fast die Verpflichtung mit sich, auch ein Rauchbier zu brauen. Jetzt steht es jedenfalls vor mir.

Kupferfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die hellbraune Schaumkrone ich nicht sonderlich ausgeprägt und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Die rauchigen Noten des Aromas sind nicht allzu kräftig, so dass auch Einsteiger in die Welt der Rauchbiere nicht gleich abgeschreckt werden. Aber auch so duftet das Bier angenehm nach Schinken, Buchenrauch und Karamell, abgerundet durch jeweils einen Hauch Waldhonig und Haselnuss.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus, die an Toffee erinnert. Außerdem umschmeichelt eine sehr feinperlige Kohlensäure meinen Gaumen. Obwohl der Rauch in der Nase nicht übertrieben kräftig war, ist er im Mund vom ersten Moment an präsent. Er hält sich aber mit dem Geschmack nach Karamell die Waage. Bitter ist nur wenig zu schmecken, so dass das Mundgefühl angenehm weich ist. In der Kehle wird der Rauch kräftiger, wo er lange nachklingt. Gleichzeitig baut sich auch ein angenehmes Bitter auf.

Offensichtlich wird Schwiegervater Alfred wirklich geliebt, denn sonst würde ihm kein so tolles und überraschendes Bier gewidmet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rauchmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze.

12° Plato

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl GmbH & Co. KG
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

Verzet – Baby Jesus

Inzwischen haben wir Frühjahr und noch immer habe ich ein letztes Weihnachtsbier im Kühlschrank stehen. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich es aus der Kälte hole und verkoste. Und ich muss sagen, die Angaben, die ich über das Bier habe, lassen mich wirklich staunen. Das Baby Jesus ist ein Imperial Stout aus Belgien mit zehn Volumenprozent Alkohol, das mit Kirschen und Kaffee gebraut und anschließend für sechs Monate in Whiskyfässern gereift wurde. Ich weiß noch nicht, ob mir dieses Bier gefällt oder ob es am Ende mit den vielen Aromen einfach überladen ist. Aber eines ist sicher: es ist ein besonderes Bier.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine recht kleine haselnussbraune Schaumkrone, die flott in sich zusammenfällt. An der Optik lässt sich sicherlich noch etwas verbessern.

Das Bier duftet in nach dunkler Schokolade. Unterstützt wird dieses Aroma durch den Duft reifer Kirschen, der sich aber vornehm im Hintergrund hält.

Wie erwartet ist der Antrunk süß. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Hier würde ich mir mehr wünschen. Auf der Zunge kommen jetzt die Kirschen mit einer angenehmen leichten und fruchtigen Säure in den Vordergrund, was gut zum Geschmack nach dunkler Schokolade passt. Der Alkohol ist ebenfalls deutlich zu schmecken, was in diesem Fall aber durchaus angenehm ist, denn dadurch erinnert das Bier an Mon Cherie. Das Mundgefühl ist weich, aber nicht ganz rund. Mir fehlt an dieser Stelle etwas Bitter oder auch der Geschmack nach Marzipan. Der Abgang ist mild mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Kirschen, Kaffee

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Brouwerij ‚t Verzet
Grote Leiestraat 117
8570 Angegem
Belgien
www.brouwerijtverzet.be