Archiv der Kategorie: Biertest

Ramsey Brewing – Immer wieder Blonde Ale

Aus dem fränkischen Herzogenaurach stammt das Immer wieder Blonde Ale, das jetzt vor mir steht. Die Brauerei preist es as süffiges Helles und als Sommerbier an. Mal sehen, was von dieser Aussage zu halten ist.

Intensiv goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet unmittelbar nach dem Einschenken nach Zitrusfrüchten, bevor der Malzkörper mit seinen Karamellnoten sich anschickt, in den Vordergrund zu treten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge stehen die Zitrusfrüchte im Mittelpunkt, dazu kommt eine Note, die ich nicht richtig einschätzen kann. Ist es Holz, ist es Butter? Meinen Geschmack trift es so nicht, obwohl das Mudgefühl schön rund und voll ist. Diese Note wird im Abgang noch kräftiger und wie im Aroma kommt der Geschmack des Malzes auch während des Nachklangs langsam immer mehr in den Vordergrund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Ramsay’s Brewing
Gleiwitzer Str. 26
91074 Herzogenaurach
www.ramsaysbrewing.com

Buffalo Anno 1907

Um das Jahr 1907 schlug der amerikanische Zirkus „Buffalo Bill“ seine Zelte auf dem Dofplatz des flämischen Dorfes Herzele auf. Zu Ehren dieses Ereignisses braut die Brouwerij van den Bosschebis heute das Buffalo Anno 1907, das jetzt vor mir steht. Dabei handelt es sich um ein Belgian Dark Ale mit 6,5 Volumenprozent Alkohol.

In dunklem Rubinrot, fast schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. An der Optik des Buffalo Anno 1907 ist wirklich nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Karamell. Auch der Alkohol ist zu riechen, ergänzt die anderen Aromen aber und überdeckt sie nicht.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure frisch. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und wird durch ein leichtes Bitter ergänzt. Der Alkohol wärmt. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Der Abgang ist überraschend mild, klingt aber trotzdem lange nach. Jetzt kommt auch der Geschmack nach Rosinen zum Vorschein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, vergärbarer Zucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Wolfscraft – Brutal Alkoholfrei

Nun steht wieder einmal ein Bier von Wolfscraft vor mir, der Bio-Brauerei aus München. Die Brauer beschreiben ihre Philosophie so: „Alles begann mit ein paar Bier (zuviel) und der Feststellung, dass inzwischen fast alle Biere gleich schmecken. Dabei sollte Bier unangepasst wie ein Wolf sein, fanden wir. Aus der Bieridee wurde eine Mission und so entstehen durch viel Handwerk, Alpenquellwasser und reichlich Gabe an regionalen Qualitätszutaten klassische deutsche Biere mit modernem „Twist“. Und dass der Wolf dabei unser Symbol für den Widerstand gegen Einheitsbiere werden würde, lag wohl auf der Hand.“ OK, dann will ich mal das erste alkoholfreie Bier aus Bayern verkosten.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Wolfscraft Brutal Alkoholfrei im Glas. Darüber steht eine kleine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Grapefruit, anderen Südfrüchten und Waldhonig. Ich staune, wie fruchtig ein alkoholfreies Bier sein kann und freue mich auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, aber die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt trotzdem für eine angenehme Frische. Die fruchtigen Noten spiegeln sich auf der Zunge wider, dazu gesellt sich ein leichtes Bitter. Für ein alkoholfreies Bier ist das Wolfscraft Brutal Alkoholfrei erstaunlich vollmundig. So sehr das Bier bis hierhin begeistern kann, ist der Abgang dann doch etwas enttäuschend. Er ist sehr schlank mit extrem kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
Hopfenstr. 8
80355 München
www.wolfscraft.de

Flying Dutchman – Beast of the East, The Bear is there

Das Russian Imperial Stout „Beast of The East The Bear is There“ von Flying Dutchman ist ein dunkles Imperial,das mit Ceylon-Zimtstangen, Vanille, geräuchertem Chili und amerikanischen Eichenchips gereift wird. Für solch ungewöhnliche und dabei sehr schmackhafte Biere ist der Flying Dutchman bekannt und ich freue mich bereits darauf, die Flasche zu öffnen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große haselnussbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Vanille sowie einen Hauch Zimt.

Der Antrunk ist leicht süß und voll. Auf der Zunge mischen sich die Geschmäcker nach dunkler Schokolade und Espresso, dazu ein Hauch Zimt und Eiche. Das leichte Bitter ist angenehm und freundlich und passt zum schweren Mundgefühl. Insgesamt macht das Bier einen sehr gut ausgewogenen Eindruck. Im Abgang wird das Bitter etwas geringer und zusammen mit dem Geschmack nach Kakao klingt es sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Bittereinheiten:

90 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Wunderbräu – Dunkles Weizen Alkoholfrei

Über die ökologische Firmenpolitik von Wunderbräu habe ich ja an anderer Stelle bereits geschrieben. So kann ich direkt zum Bier kommen, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich dabei um ein biologisches und alkoholfreies Weizenbier handelt.

Trüb braun präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Dabei stehen Malze mit röstigen Aromen im Mittelpunkt, die durch würzige und fruchtige Noten des Hopfens ergänzt werden.

Der Antrunk ist leicht süß und für meinen Geschmack enthält das Bier etwas zu wenig der feinperligen Kohlensäure. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Auch auf der Zunge dominieren die Röststoffe mit ihrem Schokoladengeschmack. Für ein alkoholfreies Bier ist das dunkle Weizen von Wunderbräu überraschend vollmundig. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein. Dieser Eindruck verblasst aber recht schnell.

Insgesamt ist das Dunkle Weizen erfrischend und die richtige Wahl, wenn man an einem heißen Sommertag ein Bier auswählt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Wunderbräu
Hopfenstr. 8
80335 München
www.wunderbraeu.de

Belgoo – Keekebisj Export

Keekebisj wird seit Ende 2016 gebraut, wurde aber bis vor kurzem nur in Fässer abgefüllt. Das Bier ist seit kurzem leichter erhältlich, da das Unternehmen es in sein lokales „Craft“-Sortiment aufgenommen hat. Im Jahr 2007 begann Jo van Aert in Binche mit dem Bierbrauen, und die ersten Belgoo-Biere wurden kreiert. Das Brauen wurde schnell zu einer Vollzeitbeschäftigung. Heute braut er seine Biere in seiner eigenen Brauerei in Sint-Pietersleeuw und jetzt will ich das Keekebisj mal verkosten.

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma erinnert an einen tropischen Obstsalat. Ich rieche Zitronenschale, Ananas und eine reichhaltige Mischung anderer Südfrüchte. Abgerundet wird der Duft durch den Biskuitduft des Malzes. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine reichlich dosierte Koahlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich eine geringe fruchtige Säure sowie ein freundliches Bitter dazu. Für ein Bier mit acht Volumenprozent Alkohol ist das Mundgefühl erstaunlich leicht. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, so dass das Bitter mehr in den Vordergrund rückt und für einen langen Nachklang sorgt.

Alles in Allem ein elegantes Bier, das keine Wünsche offenlässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Weizen, Hopfen (Simcoe, Mandarina Bavaria), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Belgoo Brewery
G. Wittouckstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien
www.belgoobeer.com

Oberdorfer Helles

Der Name „Oberdorfer“ stammt vom Ortsnamen „Markt Oberdorf“ ab, aus dem vor rund fünf Jahrzehnten die Stadt Marktoberdorf wurde. Dort wird im Ortsteil Leuterschach Oberdorfer Helles nach altbayerischer Tradition handwerklich gebraut, auch wenn die Brauerei inzwischen zur Radeberger Gruppe gehört. Jetzt steht es vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Intensiv Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist knapp durchschnittlich groß und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont mit würzigen Hopfennoten, die aber nicht dominieren. Nach diesem Aroma könnte die Definition für ein Helles geschrieben worden sein.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße aus, wobei die reichlich dosierte Kohlensäure für eine ordentliche Frische sorgt. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang bleibt das leichte Bitter mit einem langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Brauerei:

Altenmünster Brauer Bier GmbH
Schwendener Str. 18
87616 Marktoberdorf-Leutersbach
www.altenmuenster-brauerbier.de

Dunekeun – Winter

Die Kustbrouwerij in Leffinge (Middelkerke)begann als Hausbrauerei. Nach vielen erfolgreichen Experimenten haben die Inhaber beschlossen, den nächsten Schritt zu wagen. Seit Juni 2014 ist ihr erstes Bier „Dunekeun“ auch im Rest der Welt erhältlich. Derzeit arbeiten sie als Gypsy-Brauer auf den Anlagen von Deca Services in Woesten.

Das Sortiment der Kustbrouwerij besteht derzeit aus 4 Bieren: Dunekeun Goudblond, Dunekeun Bruin, Dunekeun Tripel und Dunekeun Winter. Außerdem wird eine Reihe von exklusiven Bieren gebraut, die unter dem Markennamen Sirius erscheinen. Aber jetzt will ich mich mit dem Dunekeun Winter beschäftigen. Zu diesem Bier schreibt die Brauerei, dass es sechs Monate in Holzfässern unter Zugabe von Wacholder gereift wurde. Da bin ich wirklich gespannt.

Dunkelbraun und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die feinperlige und elfenbeinfarbige Schaumkrone ist recht groß, fällt aber bis auf einen Rest schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet süß nach Karamell und Rübensirup, aber auch nach dem für die Reifung verwendeten Holz und nach Gewürzen. Ja, so stelle ich mir ein Winterbier vor.

Der Antrunk ist malzig-süß, wirkt aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure frisch. Auf der Zunge vertragen sich die würzigen und salzigen Noten gut mit der Würze, lediglich etwas Bitter fehlt. Der Alkohol wärmt und sorgt für ein schweres und weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener. Bitter ist immer noch kaum zu schmecken, dafür kommt die Würzigkeit in den Vordergrund und sorgt für einen langen Nachklang.

Zu diesem Bier fehlt mir nur noch etwas Weihnachtsgebäck, zum Beispiel ein Elisenlebkuchen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kräuter

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

34 IBU

Farbe:

61 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8-14°C

Brauerei:

De Kustbrouwerij Middelkerke
Kuipersstraat 9
8432 Middelkerke (Leffinge)
Belgien
info@kustbrouwerij.be

Schoppe Bräu – No Juice

Kein Fruchtsaft, aber trotzdem alkoholfrei. Immer noch kein Fruchtsaft, aber trotzdem extrem fruchtig. Das verspricht die Berliner Brauerei Schoppe bei ihrem alkoholfreien Pale Ale. Mal sehen, ob sie diese Versprechen halten kann.

Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt leider auch ziemlich schnell in sich zusammen.

Das Aroma zeigt, dass die Berliner sich viel Mühe bei der Zusammenstellung der Malze gegeben haben. Der Duft nach frischem Brot steigt mir in die Nase, aber er ist nur die Unterlage für die Düfte nach Grapefruit und Pfirsich, die durch den Duft nach Waldhonig und Kräutern abgerundet werden.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße. Dabei sorgt die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Auf der Zunge wird das Bier trockener und ein kräftiges Bitter unterstützt die Aromen, die sich auf der Zunge widerspiegeln. Das Mundgefühl ist voll und rund. Damit hebt sich das No Juice von vielen anderen alkoholfreien Bieren ab. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Mosaic, Citra, Simcoe), Ale-Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

Silly – Blanche

Ich mag die belgischen Witbiere einfach. Von den deutschen Weizenbieren unterscheiden sie sich insofern, dass sie einen geringeren Anteil Weizenmalz enthalten. Außerdem werden sie traditionell mit Koriandersamen und Orangenschale eingebraut. Manchmal kommen auch noch andere Kräuter und Gewürze zum Einsatz, was aber beim Silly Blanche, das jetzt vor mir steht, nicht der Fall ist. Gerade die Orangenschale und der Koriander sorgen für die besondere Fruchtigkeit und Würze der belgischen Witbiere. Jetzt will ich feststellen, ob diese Aussage auch für dieses Bier gilt.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große und feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet fruchtig nach Ananas, Banane, Biskuit, Zitrusfrüchten und Koriander.

Auch der Antrunk ist frisch, süß und fruchtig. Auf der Zunge wird die Fruchtigkeit noch kräftiger, während das Bier trockener wird. Das Mundgefühl ist weich. Auch wenn das Bier nicht ganz rund ist, lässt es sich doch angenehm trinken. Der Abgang ist trocken mit wenig Bitter, aber die Fruchtigkeit klingt lange nach.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5-7°C

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse, 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com