Archiv der Kategorie: Biertest

Sonnenberger Helles

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt aus Eime. Das Dorf gehört zur Samtgemeinde Leinetal, deren Hauptsitz sich in Gronau (Leine) befindet. Mehr als 150 Jahr wurde dort nicht mehr gebraut, bis im Jahr 2020 die Sonnenberger Biermanufaktur vom Bierbrau-Enthusiasten Marc Schneider gegründet wurde.

Weizengelb und opalisieren präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt mir lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont nach Biskuitteig; aber auch fruchtige Noten nach Pfirsich steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische leichte Süße aus, er ist kräftig malzig und sehr rezent. Auf der Zunge steht die Malzsüße im Vordergrund. Auch wenn der Hopfen deutlich zu schmecken ist, hält er sich vornehm im Hintergrund. Ich schmecke ein leichtes Bitter sowie eine diskrete Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ist voll. Der Abgang ist mild und wenig bitter, trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Sonnenberger Helle ist eines der wenigen Hellen, die mich begeistern können.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Sonnenberger Biermanufaktur
Elzer Weg 5
31036 Eime

St. Paul – Double

Seit 1651 braut die Brouwerij Sterkens in Meer, einem kleinen Dorf im Norden Belgiens, traditionelle obergärige Abteibiere. Dabei achtet sie beim Brauen mit den alten Rezepten sowohl die Tradition als auch das Wissen und die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte. Auf diese Weise entstehen dort ausdrucksstarke Biere. Jetzt steht vor mir das Double aus der Serie St. Paul.

Dunkel rubinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone ist sahnig und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Kaffee und Rübenkraut.

Der Antrunk ist leicht süß und rezent. Das Bier ist aber nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas vermutet habe. Auf der Zunge wird die Süße aber kräftiger und es kommt ein passendes Bitter sowie der Geschmack nach Schokolade hinzu. Damit ist das Bier gut ausbalanciert. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es gesellt sich eine leichte fruchtige Säure hinzu. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer
Belgien
www.brouwerijsterkens.be

Cuxhavener Bierbrise – Gelb

Jetzt steht vor mir das letzte Bier aus Cuxhaven, die Bierbrise mit einem gelben Etikett. Und mir diesem Bier erlebe ich auch eine Premiere: dies ist das erste Bier dieser Reihe, bei dem die Brauerei auf dem Etikett verrät, um was für ein Bier es sich handelt: es ist ein helles Weizenbier.

Kupferfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine grobporige Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt. Ein helles Weizen sieht für mich anders aus und auch von der Schaumkrone erwarte ich mir eigentlich mehr.

Aromen nach Karamell und Rübensirup steigen mir in die Nase, die Fruchtigkeit ist nicht sehr ausgeprägt, aber sie steigt mir mit den Düften nach Banane und Birne in die Nase. Auch der Alkohol meldet sich her bereits zu Wort.

Der Antrunk ist für ein Weizenbier ungewöhnlich süß, was aber zur angenehm feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund, begleitet durch den Geschmack nach Rübensirup. Das Mundgefühl ist für ein Weizenbier ungewöhnlich voll und schwer. Dass auch der Alkohol durchschmeckt passt durchaus. Der Abgang ist fruchtig und ohne Bitter. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Hätte ich nicht auf dem Etikett gelesen, dass es sich um ein Weizenbier handelt, wäre ich wirklich nicht drauf gekommen. Ich sehe zwei Möglichkeiten: entweder es ist kein Weizenbier und wurde einfach falsch etikettiert oder das Bier ist nicht zu Ende entwickelt worden. Aber es könnte durchaus noch ein richtig gutes Bier werden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Köhnfinefood UG
Heerstr. 101
27478 Cuxhaven
www.bierbrise.de

Liefmans – Kriek Brut 2020

Die Kirschbiere gehören zu meinen Favoriten unter den belgischen Fruchtbieren. Dabei sticht das Liefmans Kriek Brut aus diesen Bieren noch einmal heraus. Während andere Kriek Biere mit Fruchtsaft gebraut werden, verwendet Liefmans für dieses Bier 13 kg ganze Kirschen je Hektoliter. Anschließend hat das Bier eineinhalb Jahre Zeit für die Reifung, was zu einem beeindruckenden Aroma führt. Basisbier für dieses Kriek ist ist Verschnitt aus bis zu 20 Chargen Liefmans Goudenband und Liefmans Oud Bruin. Jetzt steht der Jahrgang 2020 vor mir.

Sehr dunkel rubinfarben, praktisch schwarz, schaut mich das Bier aus dem Glas an. Die hellbraune Schaumkrone ist gemischtporig und fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist frisch-säuerlich nach Kirschen, unterlegt durch den Duft nach dunkler Schokolade.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure frisch und fruchtig. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt die ganze Macht der Frucht zum Tragen. Die fruchtige Säure ist der hervorstechende Geschmack dieses trockenen Biers. Auch im Abgang dominiert die Fruchtigkeit und jetzt kommt auch der Geschmack nach Mandeln dazu. Leider klingt er nur kurz nach.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

7 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Celsius

Brauerei:

Liefmans Brouwerij
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
Belgien
www.liefmans.com

BRLO – Berliner Weisse

Lange hat die Berliner Weiße ein Schattendasein im Bierregal geführt. Es gab nur wenige Brauereien, die diesen Bierstil überhaupt anboten und was angeboten wurde, war eher traurig. Sauer wie Hölle und nur mit irgendwelchen Sirups zu trinken, die dem furchtbaren Geschmack noch einen künstlichen Touch verliehen.

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei und etliche Craft Beer-Brauer bieten diesen Bierstil inzwischen an. Und plötzlich ist dieses Bier auch genießbar. Und zwar pur, ohne süße Zusätze. Und jetzt wird auch klar, was Napoleon meinte, als er die Berliner Weiße als „Champagne du Nord“ bezeichnete.

Jetzt steht die Weiße von BRLO vor mir und wartet auf ihre Verkostung.

Hell gelb und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine Schaumkrone ist gemischtporig und löst sich sehr schnell auf.

Das Bier duftet nach Rhabarber, Limone und einem guten Weißweinessig.

Der Antrunk weist eine geringe Süße auf. Die Kohlensäure ist feinperlig, aber trotzdem kräftig. Auf der Zunge zeigt sich eine leichte fruchtige Säure nach Zitrone und grünen Äpfeln. Das Mundgefühl ist schlank. Im Abgang wird das Bier trocken, die fruchtige Säure erhält weitgehend die Oberhand, unterstützt nur durch ein sehr leichtes Bitter. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Auch wenn das Bier nicht so ganz meins ist, muss ich doch zugeben, dass es sich um ein schönes Sommerbier handelt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Stammwürze:

10 ° Plato

Bittereinheiten:

5 IBU

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de

DjuDju – Banana Beer

Wieder einmal steht ein DjuDju vor mir, eines der Fruchtbiere, die die flämische Brouwerij Huyghe im Auftrag der New Allied African Breweries in Ghana braut. Diesmal handelt es sich um das Bananenbier. Dies war das erste Fruchtbier dieser Brauerei, das erstmals im Jahr 2002 im Raum Berlin zu kaufen war. Inzwischen sind die Biere aber deutschlandweit erhältlich, zumindest ab und an.

Weizengelb und kristallklar fließt das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone bleibt dabei klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Banane und Honig, abgerundet durch einige blumige Noten. Bereits in der Nase wird klar, dass es sich hier um ein recht süßes Bier handelt.

Der Antrunk bestätigt die Süße, wobei die reichlich enthaltene Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auch auf der Zunge bleibt die Süße erhalten. Der fruchtige Geschmack nach Banane wird kräftiger. Bitter ist aber nicht zu schmecken. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Auch im Abgang sind keine Bitterstoffe zu schmecken und der Nachklang ist kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Bananen, Hefe, Hopfen, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

im Auftrag von:

New Allied African Breweries
P.O.Box 674
Tema
Ghana

Beck’s Unfiltered

Die Brauerei Beck’s aus Bremen gehört vermutlich zu den bekanntesten Brauereien in Deutschland. Genau wie die Jever-Brauerei hat sie sich bereits vor dem Erscheinen der Craft-Biere durch einen höheren Hopfenanteil im Bier von den anderen Fernsehbieren abgesetzt. Das neueste Erzeugnis der Hanseaten ist das Unfiltered, ein naturtrübes Pils, das jetzt vor mir steht. Die Brauerei beschreibt es als ein Beck’s in seiner ursprünglichsten Form. OK, dann will ich jetzt mal die Flasche öffnen und das Bier verkosten.

Weizengelb und hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt schnell in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei noch etwas feilen.

Auch das Aroma ist nicht umwerfend. Es ist schwach ausgeprägt. Mir steigen die Düfte der Hefe sowie einige würzige Noten in die Nase.

Der Antrunk ist durch eine leichte Süße sowie durch reichlich Kohlensäure geprägt. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Fruchtigkeit fehlt vollständig, lediglich einen leichten Anklang nach Karamell kann ich schmecken. Der Abgang zeigt ein leichtes Bitter mit recht langem Nachklang.

Wirklich schlecht ist das Beck’s Unfiltered nicht, aber es enthält weder eine Überraschung noch ein Highlight. Es ist gut trinkbar, auch wenn es mir für einen regelmäßigen Genuss zu langweilig ist.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Beck & Co. GmbH
Am Deich 18/19
28199 Bremen
www.becks.de

Troubadour Westkust

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei The Musketeers in Ost-Flandern vor mir. Es stammt aus der Serie Troubadour und es handelt sich bei diesem Bier um ein schwarzes Imperial IPA.

Und wirklich – im Glas präsentiert sich das Bier in blickdichtem Schwarz. Die durchschnittlich große feste Schaumkrone ist haselnussbraun und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach geröstetem Malz, Kaffee, dunkler Schokolade sowie einem Hauch Vanille. Dazu kommt noch ein leichter Duft nach Grapefruit, dunklen Beeren und Nüssen.

Im Antrunk konkurriert der Geschmack nach Mokka mit dem nach Nüssen. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist recht knapp dosiert. Auf der Zunge gesellt sich noch etwas fruchtige Säure dazu, so dass ich auch etwas Cassis schmecke. Außerdem taucht jetzt ein passendes Bitter mit etwas Lakritz auf. Das Mundgefühl ist voll und dickflüssig. Im Abgang kommen die Bitterstoffe noch einmal stärker durch und sie klingen sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,6 % Vol.

Bittereinheiten:

55 IBU

Farbe:

100 EBC

Brauerei:

Brouwerij The Musketeers
Tramstraat 8
9910 Ursel
www.themusketeers.be

Engel – Keller Bock

Aus der Biermanufaktur Engel im baden-württembergischen Crailsheim stammt das naturtrübe Bockbier, das jetzt vor mir steht. Als ich das Etikett erstmals sah, fiel mir auf, dass die Brauerei nicht angegeben hat, ob es sich um einen dunklen oder einen hellen Bock handelt. Ein Blick auf das Rückenetikett brachte aber bereits die Lösung des Rätsels: Auf einer Farbskala, die von hellgelb über rot bis tiefschwarz reichte, wurde auf die rote Farbe verwiesen. Ein roter Bock? Das ist doch mal was Neues.

Rotgolden und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal was her.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont nach Karamell, dazu kommen ein Hauch Zitrusfrüchte sowie der Duft von Trockenfeigen und Honig.

Der Antrunk ist rezent mit einer kräftigen, aber nicht übertriebenen, Süße. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und es gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, begleitet von einer diskreten Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ich weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank mit kurzem Nachklang.

Der Bock macht einen wirklich soliden Eindruck und er passt zu jedem kräftigen Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

Kozel Černý – Dark

Das Bierbrauen lässt sich im böhmischen Ort Velke Popovice, der sich ca. 30 km südöstlich von Prag in einer malerischen Schlucht in der Nähe des Flusses Sávaza befindet, bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits damals wurde in einer Chronik erwähnt, dass man hier ein ausgezeichnetes Bier braute. Die Brauerei in Popovice überstand die Wirren vieler Jahrhunderte und sorgte für eine kontinuierliche Brautradition.

Das Kozel Černý Dark ist ein dunkles Lager. Im Gegensatz zu vielen dunklen Bieren ist dieses aber kein Schwergewicht beim Alkohol, sondern kommt mit nur 3,8 Volumenprozent aus. Ich bin mal gespannt, ob sich der geringe Alkoholgehalt mit der Malzigkeit eines dunklen Lagerbiers verträgt.

Dunkel rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone ist größtenteils feinporig und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma wird durch das dunkle Malz dominiert; der Duft erinnert an dunkle Schokolade und getrocknete Birnen.

Der Antrunk ist recht süß mit sanfter feinperliger Kohlensäure. Wie ich es bei einem Bier mit nur 3,8 Volumenprozent erwarte, ist das Mundgefühl schlank, aber es ist auch weich. Sicherlich wäre das Bier bei mir besser angekommen, wenn die Brauerei nicht so geizig mit dem Hopfen gewesen wäre. Mir fehlen einfach die Bitterstoffe. So ist auch der Abgang enttäuschend dünn mit einem leichten Schokoladengeschmack, der kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge, Zucker

Alkoholgehalt:

3,8 % Vol.

Stammwürze:

9,55 %

Brauerei:

Kompania Piwowarska SA
ul. Szwajcarska 11
61-285 Poznan
Polen