Archiv der Kategorie: Biertest

Braumanufaktur Sonnenberger – Sommer Dark

Eime ist ein Dorf im Westen des Landkreises Hildesheim und gehört zur Gemeinde Leinebergland. Im Jahr 1854 machte dort die letzte Brauerei dicht. Jetzt hat der Landgasthof Knoche wieder begonnen, Bier zu brauen. Und dort bedeutet handwerklich auch wirklich Handarbeit – bis zum Füllen der Flaschen per Hand. Auf jeden Fall muss in diesem Bier viel Herzblut stecken. Jetzt steht vor mir das Sommer Dark, das mit 4,8 Volumenprozent Alkohol seinem Namen alle Ehre macht, denn was gibt es an einem warmen Sommerabend besseres als ein kühles Bier mit nicht zu viel Alkohol?

Indunklem Rubinrot fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und getrockneten Feigen. Dazu kommen einige würzige Noten.

Der Antrunk wird durch die Röststoffe dominiert und weist eine sanfte Kohlensäure auf. Auf der Zunge zeigen sich eine leicht eSüße und ein dazu passendes Bitter. Die Fruchtigkeit hält sich im Hintergrund, so dass sie zum ebenfalls vorhandenen Schokoladengeschmack passt. Das Mundgefühl ist schlank und weich. Der Abgang ist mild mit durchschnittlichen Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Sonnenberger Biermanufaktur
Elzer Weg 5
31036 Eime
www.knoche-landgasthof.de

Rittmayer – Smoky George

Am Rauchbier scheiden sich bekanntlich die Geister – die einen lieben es aufgrund der geschmacklichen Besonderheit des Rauchs und die anderen hassen diesen Bierstil genau aus diesem Grund. Ich mag die rauchigen Biere in der Regel und freue mich, dass ich nun wieder einmal ein solches Bier vor mir stehen habe.

Immer wieder taucht die Frage auf, wie der Rauch ins Bier kommt. Im Grunde ist es ganz einfach. Früher wurde das Malz immer über Holz gedarrt, was dazu führte, dass das Aroma und der Geschmack des Rauchs in das Malz gelangten. Damals waren fast alle Biere Rauchbiere. Erst im Rahmen der Industrialisierung war es möglich, die Darre mit Strom oder Gas zu betreiben. Damit begannen die Rauchbiere auszusterben. Zwischenzeitlich wurde nur noch in Bamberg Rauchbier in erheblichen Mengen hergestellt. Inzwischen gibt es aber immer mehr Brauereien, die das Rauchbier für sich neu entdeckt haben. So, jetzt will ich aber endlich den Smoky George öffnen.

Kupferfarben und fefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große sahnige Schaumkrone hat einen leichten Gelbstich und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Schinken und Whisky. Die 7,0 Volumenrozent Alkohol sind gut in das Aroma eingearbeitet und unterstützen die anderen Düfte.

Der Antrunk offenbart eine angenehme Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure. Sofort fallen kräftige Whisky-Aromen auf. Dazu kommt ein zur Süße passendes Bitter, ehe der Rauch in den Vordergrund tritt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Gegensatz zu vielen anderen Rauchbieren wirkt das Smoky George angenehm frisch. Der Abgang ist rauchig und süß mit wenig Bitter. Der Geschmack des Rauches klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Brauerei Rittmayer oHG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

The Crafty Brewing Co. – Lager

Wieder einmal steht ein Bier von Lidl vor mir, diesmal ein Lager. Und auch wenn ich nicht abstreiten kann, dass ich gegenüber Bieren von Discountern so manches Vorurteil hege, muss ich mich in diesem Fall wohl doch korrigieren. Immerhin hat das Irish Lager, das ich gleich verkosten werde, acht internationale Auszeichnungen gewonnen, unter anderem in diesem Jahr die Silbermedaille bei den World Beer Awards. Dann will ich auch nicht lange lamentieren, sondern beginne damit, die Flasche zu öffnen und mir das Bier einzuscheinken.

Weizengelb und leicht hefetrüb läuft das Bier Ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig mit deutlichen würzigen Noten.

Der Antrunk ist süß mit einer feinperligen Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge bestehen und ein passendes Bitter kommt dazu. Ansonsten hätte ich mir von diesem Bier eigentlich mehr erwartet. Ich vermisse jegliche Fruchtigkeit, weshalb es auf mich einen eher langweiligen Eindruck macht. Trotzdem ist das Bier recht vollmundig. Der Abgang ist vergleichsweise mild mit einem freundlichen Bitter, das lange nachklingt.

Obbwohl der Geschmack wirklich sauber und rein ist, vermag dieses Bier mich nicht zu begeistern. Ich möchte aber positiv anmerken, dass die Brauerei die Zutatenliste sehr transparent handhabt, eine Eigenschaft, die bei Discounter-Bieren eher selten zu beobachten ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Carapils, Pilsner Malz), Hopfen (Herkules, Hersbrucker, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Rye River Brewing Company
Donaghcumper
Bublin Road
Celbridge, Co.
Kildare
Irland
www.ryeriverbrewingco.com

Maisel & Friends – Hopfenreiter 2021

Inzwischen ist es Tradition: jedes Jahr zum Herbstanfang besucht uns der Hopfenreiter, in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal. Leider konnte er wegen Corona auch in diesem Jahr nicht beim Craft Brauer Festival in Bayreuth vorgestellt werden, sondern das Team von Maisel & Friends stellte das diesjährige Bier im Rahmen einer Online-Verkostung vor. Auch bei mir ist eine Flasche eingetroffen, die ich nun verkosten möchte.

Hell bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große und größtenteils feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Wichtiger aber ist, dass mir bereits beim Einschenken ungeheuer fruchtige Aromen in die Nase steigen.

Und schon stehe ich vor einem Problem: wie soll ich das Aroma beschreiben? Für dieses Bier wurden so viele gute Aromahopfen verwendet, dass mir eigentlich bei jedem Schnuppern andere Eindrücke in die Nase steigen. Im Vordergrund stehen aber Grapefruit, Kokos, Trockenfrüchte wie Rosinen, Waldhonig… Dazu kommen noch viele andere Aromen, die ich nicht sicher identifizieren kann. Ich meine aber, Mandarine und Pflaume zu riechen, dazu Pfirsich. Aber da jede Nase etwas anders reagiert und hier wirklich sehr viele Aromen zusammenkommen, ist es sicherlich die beste Lösung, Sie bestellen sich die eine oder andere Flasche und stellen fest, was Sie selbst riechen können. Jedenfalls ist es jetzt Zeit für den ersten Schluck.

Süß und reichlich Kohlensäure – das sind die ersten Eindrücke, die das Bier vermittelt. Dazu kommt selbstverständlich die kräftige Fruchtigkeit. Bereits bevor ich mich bemüht habe, die Geschmacksnuancen dieses Biers zu ergründen, weiß ich bereits, dass es mir gefallen wird. Und tatsächlich – auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und es gesellt sich noch ein kräftiges Bitter dazu. Aber es gibt noch mehr. Je länger das Bier im Glas steht und daher mit dem Sauerstoff der Luft reagiert und sich gleichzeitig erwärmt, desto mehr neue uancen kommen zum Vorschein. Ich kann Ihnen nur noch einmal raten, dieses Bier selbst zu probieren und festzustellen, welchen Geschmack Sie herausfinden. Auf jeden Fall sind die 8,5 Volumenprozent sehr gut in die Geschmackskomposition eingearbeitet, so dass sie nur gering durchschmecken. Dabei ist das Mundgefühl weich und voll. Im Abgang wird das Bier deutlich trockener, während das Bitter knackiger wird und sehr lange nachklingt.

Dazu noch ein indisches Curry oder ein Krabbencocktail und der Abend ist perfekt, zumindest aus Genusssicht.

Wenn Sie sich jetzt fragen, welche Brauereien an diesem Bier beteiligt waren, indem sie Hopfen zugegeben haben, können Sie dies hier noch einmal nachlesen. Bestellen können Sie das Bier unter www.maiselandfriends.com/shop. Und nicht vergessen: wenn weg, dann weg.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

19° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95455 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

BRLO + Lervig – Rosinenbomber

Wer kennt sie nicht, die berühmten Rosinenbomber, die die Versorgung der westberlinger Bevölkerung sicherstellten, als ab dem 24. Juni 1948 die Sowjetunion den Landweg von der BRD nach Westberlin dichtmachte. Daran erinnert dieser Collab Brew der Brauereien BRLO und Lervig (Stavanger, Norwegen). Mit 12 Volumenprozent Alkohol ist der Rosinenbomber ein echtes Schwergewicht im Angebot von BRLO. Jetzt steht er vor mir. Und er ist auch ein Sieger, nämlich in der Kategorie Imperial Stout beim European Beer Star 2019.

Rabenschwarz präsentiert sich der Rosinenbomber im Glas. Die mittelbraune und gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Aromen nach Rosinen, dunkler Schokolade, Vanille, Kaffee und getrockneten Birnen steigen mir in die Nase. Obwohl das Bier satte 12 Volumenprozent Alkohol enthält, hält er sich diskret im Hintergrund und unterstützt von dort die anderen Aromen.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß und ich stelle fest, dass die sehr milde Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Auf der Zunge kommen die Röststoffe in den Vordergrund mit dem Geschmack nach dunkler Schokolade, Vanille, Karamell und kondierten Früchten. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Erst im Abgang kommt erstmals das Bitter in den Vordergrund und auch der Alkohol ist deutlich zu schmecken. Dabei wirkt das Bier aber ausgewogen und mild. Langsam kommt auch der Geschmack nach Expresso auf.

Der Rosinenbomber ist ein ungewöhnliches Bier, das aus der Masse der Imperial Stouts deutlich hervorsticht. Wenn es ein Bier gibt, das sich dem perfekten Bier annähert, dann habe ich es jetzt vor mir stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstgerste, Hopfen (Herkules), Hefe, Rosinen

Alkoholgehalt:

12,0 % Vol.

Stammwürze:

27° Plato

Bittereinheiten:

80 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 14 ° Celsius

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Str. 16
10963 Berlin
www.brlo.de

in Zusammenarbeit mit

Lervig Aktiebryggeri
Vierveien 1
Hillevåg
4016 Stavanger
Norwegen
www.lervig.no

Nothelfer Pils

Das Pils, das jetzt vor mir steht, stammt aus Bad Staffelstein in Franken. Auch wenn sich die Franken in der Regel eher darauf verstehen, ein Helles zu brauen, kommen auch so manche ordentliche Pilsbiere von dort. Ich will jetzt mal testen, ob das Hothelfer Pils dazugehört.

Strohgelb und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist feinporig und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Getreide, unterstützt durch ein leichtes Zitrusaroma sowie würzige und erdige Noten.

Der Antrunk offenbart eine reichliche Kohlensäure, die mit einiger Süße daherkommt. Auf der Zunge ist das Bier für ein Pils überraschend mild und erinnert eher an ein Helles. Bitterstoffe sind nur wenig zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Trunk GmbH & Co. KG
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein
www.brauerei-trunk.de

 

Hildesheimer Braumanufaktur – Godehard 2020

Namensgeber für das Bockbier, das jetzt vor mir steht, ist die Godehardikirche in Hildesheim, die im späten 12. Jahrhundert erbaut und bis heute nicht wesentlich verändert wurde. Es handelt sich um das erste Bier, bei dem die beiden Brauer die Flasche zum Zeichen des besonderen Inhalts mit Papier ummantelt haben. Außerdem versprechen die Brauer, dass Godehard in jedem Jahr im November neu erscheinen wird. Jetzt steht jedenfalls der Jahrgang 2020 vor mir.

Es handelt sich um ein helles Bockbier, das mit einem warmen Goldton ins Glas läuft und dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone erzeugt, die recht lange erhalten bleibt.

Das Ber duftet nach Brotkrume, Holz, Heu, abgerundet durch einige würzige Noten. Dazu kommt noch ein leichter Hauch Weißwein.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße aus, gepaart mit einer sehr gut dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich noch fruchtige Geschmäcker dazu. Dieses Aroma hatte ich in der Nase nicht wahrgenommen. Ein leichtes und angenehmes Bitter spielt ebenfalls mit. Gemeinsam sorgen die Aromen für ein rundes und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter tritt in den Vordergrund und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Premiant), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur

Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Rittmayer – Bitter 58

Jetzt steht vor mir das Bitter 58 aus der Brauerei Rittmayer, die im oberfränkischen Hallerndorf beheimatet ist. Allerdings bin ich mir beim Bitter 58 etwas unsicher – auf der website der Brauerei ist nur ein Bild dieses Bieres zu sehen, beschrieben wird es nicht. Ich vermute jetzt einmal, dass dieses Bier aus der Produktion genommen wurde.

Den Namen Bitter 58 erklärt die Brauerei auf dem Rückenetikett der Flasche – das Bier enthält schlicht und einfach 5,8 Volumenprozent Alkohol.

Golden und minimal hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist wirklich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich fruchtig und mir steigt ein ganzer Fruchtsalat in die Nase. Düfte nach Maracuja, Grapefruit, Zitronenschale und Honig steigen mir in die Nase.

Eine reichliche Portion Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit, durch die die Fruchtaromen untertützt werden. Alle Aromen, die mir bereits aus der Nase bekannt sind, spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist voll, rund und samtig-weich. Im Abgang tritt das Bitter in den Vordergrund und klingt ewig lange nach.

Ein Pils für echte Hopheads.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Brauerei Rittmayer oHG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Flying Dutchman – Tight Lipped, Dry Humored, Why so Serious Nordic Berry Sour

Manchmal frage ich mich, ob die Jungs von der Flying Dutchman Brewing Company mehr Zeit mit dem Brauen ihres Biers oder mit dem Texten der sperrigen Namen für ihre Biere verbringen. Auch wenn ich diese Frage nicht beantworten kann, haben mir die Biere bislang immer gut gefallen. Jetzt steht vor mir erstmals ein Sauerbier aus dieser Brauerei, das mit einigen roten Beeren gebraut wurde. Mal sehen, ob mir auch dieses Bier so gut gefällt.

Echte Zweifel habe ich eigentlich nicht, denn dieses Bier, dessen Name mir zu lang erscheint, um ihn hier noch einmal zu nennen, hat bereits sechs internationale Preise gewonnen, davon zwei Goldmedaillen bei den World Beer Arwards als bestes belgisches Bier und Bronze bei der Brussels Beer Challenge. Da kann ich es wirklich nicht abwarten, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Bordeauxrot mit einem feinporigen pinken Schaum fließt das Bier ins Glas. Der Schaum bleibt angenehm lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig nach roten Früchten, dazu kommt eine ordentliche Hopfenwürze. Auch wenn ich die Früchte im Einzelnen nicht erschnuppern kann, erfahre ich doch auf der Website der Brauerei, dass in diesem Bier Vogelbeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren verbraut wurden.

Der Antrunk ist sauer, wirklich sauer. Da hat der fliegende Holländer auf dem Etikett nicht zu viel versprochen. Die Säure bleibt auch auf der Zunge der hervorstechende Eindruck. Das Bier erinnert an einen guten Fruchtessig, bei dem der Geschmack der Früchte sehr gut erhalten geblieben ist. Bei aller Fruchtigkeit – mir ist das Bier zu sauer. Erst im Abgang wird das Bier milder und auch trocken.

Wie gesagt, mir ist das Bier zu sauer, zumindest zum Trinken. Ich habe es nicht ausprobiert, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Bier einen Obstessig ersetzen kann und dabei besser wird als das Original.

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Hopfensorte:

Nelson Sauvin

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Herrenhäuser – Spezial

Nach langer Zeit steht mal wieder ein Bier aus dem Norden Hannovers vor mir, das Herrenhäuser Spezial. Dabei handelt es sich um ein Export. In meiner Jugend war das Export neben dem Pils und dem Bockbier aus Einbeck der einzige Bierstil, der hier im mittleren Niedersachsen angeboten wurde. Lange ist das Export dann in Vergessenheit geraten, aber seit 2012 braut die Herrenhäuser Brauerei auch wieder Exportbier. Und damit steht sie nicht allein. Aber jetzt will ich erst einmal das Bier aus Hannover verkosten.

Intensiv goldfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Der Antrunk ist recht süß und mich stört etwas, dass die feinperlige Kohlensäure doch arg knapp dosiert ist. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bitter milder und klingt nur kurz nach.

Das Herrenhäuser Spezial lässt sich gut trinken. Zu einem Genussbier fehlt für mich aber doch noch eine gute Dosis Aromahopfen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Bittereinheiten:

16 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Privatbrauerei Herrenhausen GmbH
Herrenhäuser Straße 83 – 99
30419 Hannover
www.herrenhaeuser.de

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