Archiv der Kategorie: Biertest

Altenburger – Winterbier

Altenburg ist vor Allem für seine Spielkarten bekannt, aber auch das Bier, das von dort kommt, kann durchaus gefallen. Das Winterbier, das jetzt vor mir steht, wird im Spätsommer gebraut und wird von Oktober bis April verkauft. Auch wenn die Biere aus dem östlichen Thüringen hier im Westen eher selten zu finden sind, ist es mir doch gelungen, eine Flasche zu ergattern, die ich jetzt und hier vorstellen möchte.

Rotbraun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist sahnig und bleibt sehr lange erhalten. Ein winterliches Bier wie gemalt.

Wie ich es von einem Winterbier erwarte wird das Aroma durch die verwendeten Malze dominiert. Ich rieche Noten nach Karamell und Toffee, nach Kaffee und Trockenpflaumen. Ich muss sagen, das passt alles zusammen.

Der Antrunk ist frisch und er besticht durch seine leichte Malzsüße. Auf der Zunge schmecke ich Aromen nach dunkler Schokolade, Karamell und Dörrobst. Bitter ist nur wenig vorhanden, so dass das Mundgefühl weich und rund ist. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Es bleibt aber immer zurückhaltend und klingt trotzdem sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Melatoninmalz, Karamellmalz), Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 Vol.-%

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

28 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 11° Celsius

Brauerei:

Altenburger Brauerei GmbH
Brauereistraße 20
04600 Altenburg
www.brauerei-altenburg.de

BierSelect

Brasserie de l‘Abbaye des Rocs – La Montagnarde 1979 Ambrée

Südlich von Mons liegt in der Provinz Hennegau das Dorf Montignies-sur-Roc. Die offizielle Tourismusseite www.visitwallonia.be nennt es eines der schönsten Dörfer der Wallonie. Die dortigen Einwohner werden Montagnards genannt, so dass es mir logisch erscheint, dass das dort gebraute Bier La Montagnarde heißt. Ich habe vier dieser Biere bei mir im Kühlschrank stehen und heute werde ich das Montagnarde 1979 Ambrée verkosten.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist klein und sie fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Karamell und Brotkrume. Dazu kommen würzige Noten sowie der Duft nach roten Früchten. Das Aroma ist sehr ansprechend.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß und fruchtig. Mir gefällt die feinperlige Kohlensäure. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt eine überraschende Fruchtigkeit zum Tragen. Neben Erdbeeren meine ich auch unreife Birnen zu schmecken. Dazu kommen eine leichte angenehme Säure sowie ein cremiges Mundgefühl. Erst im Abgang kann ich in der Kehle ein leichtes und dabei fruchtiges Bitter schmecken. Obwohl es eher zurückhaltend dosiert ist, hat es einen überraschend langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Farbe:

1 EBC

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs s.a.
14, Chaussée Brunehault
7382 Audregnies
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Brauhaus Tegernsee – Max I. Joseph

Um das Jahr 1000 herum wurde in Tegernsee ein Kloster gegründet, aus dem das heutige Brauhaus Tegernsee hervorgegangen ist. Dafür war allerdings noch eine längere Vorlaufzeit erforderlich, denn erst im Jahr 1675 erhielt das Kloster das Braurecht. Gerüchteweise wurde auch bereits vor diesem Termin im Kloster Bier gebraut, aber das ist unter den Historikern umstritten und diesen Streit will ich ihnen auch gerne überlassen. Sicher ist nur, dass der bayerische König Myx I. Joseph das Kloster samt Brauerei erwarb. Seitdem lief die Brauerei unter dem Namen „Königlich braunes Brauhaus Tegernsee“. Seit dem Kauf befindet sich die Brauerei in wittelsbachschem Familienbesitz und wird heute von Maria Anna in Bayern, einer Tochter von Max Emanuel Herzog in Bayern, geleitet.

Zum 200. Geburtstag der Gründung des Königreichs Bayern durch Max I. Joseph hat die Brauerei ein Exportbier auf den Markt gebracht, das jetzt vor mir steht.

Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine schneeweiße sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Düfte nach Brotkrume, abgerundet durch einige blumige Noten, steigen mir in die Nase. So soll ein Export sein.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein leichtes angenehmes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Obwohl das Bittere auch in der Kehle einigermaßen zurückhaltend ist, klingt es sehr lange nach.

Das Max I. Joseph ist ein wunderbar süffiges Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Herzoglich Bayerisches
Brauhaus Tegernsee KG
Schloßplatz 1
83684 Tegernsee
www.brauhaus-tegernsee.de

Wolf – Vliegend Varken

Die Brouwerij Wolf wurde im Mai 2008 im flämischen Begijnendijk gegründet, damals noch unter dem Namen Brouwerij Lupus. Vermutlich sind die Inhaber der Brauerei Fans von Pink Floyd, denn nur bei Pink Floyd bin ich ansonsten auf ein fliegendes Schwein getroffen. Aber das ist nur eine Annahme, beginne ich jetzt mit der Verkostung.

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Orange, Banane und Honig steigen mir in die Nase. Dabei macht das Bier aber keinen süßen Eindruck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus, was auf eine recht lange Reifung schließen lässt. Auf der Zunge ist das Bier sehr fruchtig. Die Aromen spiegeln sich wider und auch die geringe Süße bleibt erhalten. Das Mundgefühl ist cremig. Im Abgang erfreut ein fruchtiges Bitter mit einem langen Nachklang meine Kehle, das sehr gut auf die anderen Aromen abgestimmt ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brouwerij Wolf bvba
Zandstraat 25
3130 Begijnendijk
Belgien
www.wolfbelgium.com

Staffelberg-Bräu – Querkerla

Rund um den fränkischen Staffelberg ranken sich viele Sagen und Legenden. Das Buch „Sagen und Legenden des Lichtenfelser Landes“ von E. und K. Radunz listet für diese Gegend 14 Sagen auf. Dazu gehört auch die Sage von den Querkerla. Die gleiche oder zumindest ähnliche Sage kennen wir auch aus anderen Gegenden Deutschlands. Dort haben die Querkerla allerdings andere Namen, beispielsweise werden sie in Köln als Heinzelmännchen bezeichnet. Die Geschichte ist immer die gleiche: Kleine Helferlein kommen in der Nacht und erledigen die Arbeiten, die die Menschen am Tage nicht gemacht haben. Dafür erhalten sie einen kleinen Lohn, im Falle der Querkerla sind es Kartoffelklöße. Einige Menschen waren aber zu geizig, den Helfern den geringen Lohn zu zahlen, so dass die Helferlein sich irgendwann auf den Weg machten und nicht wieder gesehen wurden. Nun hat die Brauerei Staffelberg den Querkerla ein Denkmal in Form eines eigenen Bieres gesetzt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Kupferfarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier uns Glas. Dabei bildet es eine voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Ein leichtes Raucharoma, das an Schinken erinnert, steigt mir in die Nase. Der Duft nach Rauch ist nicht aufdringlich, aber kräftig genug, um die anderen Aromen nach Malz und Hopfen in den Hintergrund zu drängen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig. Obwohl sie eher gering dosiert ist, passt sie irgendwie zur Süße. Auf der Zunge kommt der Rauch überraschend kräftig zum Tragen. Damit hatte ich beim Duft nicht gerechnet. Dafür kommt jetzt auch der Karamellgeschmack des Malzes hervor. Bitterstoffe des Hopfens sind nur wenige zu schmecken. Insgesamt ist das Bier gut komponiert, so dass ein angenehmes volles Mundgefühl entsteht. Die Bitterstoffe kommen auch in der Kehle nur gering zum Tragen, klingen aber sehr lange nach.

Das Querkerla ist ein süffiges und angenehmes Bier mit einem eleganten Raucharoma, das es auch für Einsteiger bei den Rauchbieren gut trinkbar sein lässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rauchmalz, Hopfen.

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Staffelberg-Bräu GmbH & Co. KG
Mühlteich 7
96231 Bad Staffelstein OT Loffeld
www.staffelberg-braeu.de

 

Jessenhofke – Maya

Um es gleich klarzustellen: der Name dieses Bieres hat nichts mit den südamerikanischen Ureinwohnern zu tun. Trotzdem ist das Bier, das jetzt vor mir steht, sehr speziell. Aber beginnen wir vorne.

Das Bier ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der flämischen Brauerei Jessenhofke und der Seitan-Manufaktur Maya. Seitan ist auch als Weizeneiweiß oder Gluten bekannt und ist in der vegetarischen Küche recht beliebt. Während der Herstellung wird der Stärkeanteil aus dem Weizenmehl gewaschen und das verbleibende Gluten mit Wasser geknetet und gekocht. Allerdings kann die Verwendung von Seitan ethische Bedenken aufwerfen, da für die Herstellung von Weizen große Flächen an Land benötigt werden und bei der Herstellung des Seitans große Anteile des ursprünglichen Produkts als Abfall anfallen. Nur wenn diese „Abfälle“ wieder der menschlichen Ernährung zugeführt werden können, wird der ökologische Fußabdruck des Seitans verringert. Einen Schritt in diese Richtung macht Jessenhofke bei der Zusammenarbeit mit Maya, da für das Brauen dieses Bieres das stärkehaltige Wasser verwendet wird, das bei der Seitanherstellung anfällt.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sehr voluminöse sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich daher, das Bier vorsichtig einzuschenken.

Das Bier duftet nach Karamell, aberundet durch kräftige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Karamell und ein passend dosiertes freundliches Bitter gesellt sich dazu. Aus dem Hintergrund kommt noch ein leichtes Sauer dazu. Gemeinsam sorgen diese Aromen für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Eines wundert mich aber doch an dem Bier. Es enthält lediglich sechs Volumenprozent Alkohol, macht im Mund aber den Eindruck eines deutlich kräftigeren Biers. Ich vermute mal, dass das am stärkehaltigen Wasser aus der Seitanproduktion stammt. Und noch eine Bemerkung zum Schluss: Alle verwendeten belgischen Bio-Hopfen stammen von Joris Cambie aus Poperinge.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsener), stärkehaltiges Wasser aus Maya-Seitan, Hopfen (Challenger, Goldings, Fuggles), Rohrzucker, Gewürze

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Brauerei:

Bio-Brauerei Jessenhofke
Simpernelstraat 17
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be

Schneeeule – Hot Irmi

Die Schneeeule Brauerei ist ein Berliner Craft-Brewery, die sich dem Erhalt der Berliner Weisse verschrieben hat. Während die industriell hergestellte Berliner Weiße für mich eine eher unangenehme Einheitsbrühe ist, die sich nur mit Sirup trinken lässt (von genießen will ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden), ist die Berliner Weisse von Schneeeule auch ohne Süßungsmittel ein Genuss. Ich muss aber auch anerkennen, dass nicht jeder die sauren Biere mag, aber dafür gibt es ja abseits der Industriebiere eine große Auswahl, die wohl jeden Geschmack abdecken können. Die Schneeeule bietet sechs ständige Bieren an, dazu zwei saisonale Bier sowie ab und an einen einmaligen Sondersud, alles Berliner Weisse, die aber alle unterschiedlich schmecken. Es kommen also nicht nur unterschiedliche Etiketten zum Einsatz.

Jetzt will ich mich mit Hot Irmi beschäftigen. Es handelt sich dabei um das Bier Irmgard, das ebenfalls von Schneeeule gebraut wird. Hot Irmi enthält aber noch Chillies, genauer gesagt die feurigen Habaneros. Ich darf also gespannt sein, was mich jetzt erwartet.

Hell und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Schaum hat sich beim Einschenken nur wenig gebildet und er hat sich auch sofort aufgelöst.

Ingwer ist das dominante Aroma von Hot Irmi. Selbstverständlich rieche ich auch die Säure, die hier frisch mit dem Duft nach Zitronensaft daherkommt (im Gegensatz zu den Berliner Weißen aus industrieller Produktion, die eher nach Essig riechen). Der Duft nach Zitrusschalen komplettiert das Aroma mit eher trockenen Noten. Insgesamt macht der Duft wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk überrascht mich mit einer leichten Säure und einer zwar feinperligen aber doch kräftigen Kohlensäure. Die Säure kommt erst zum Tragen, als sich das Bier auf der Zunge verteilt, dann aber mit Macht, so dass die Süße nahezu zugedeckt wird. Auch die Habeneros kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht schmecken. Mich verwundet etwas, dass Hot Irmi trotz der nur 3,5 Volumenprozent Alkohol ein recht volles Mundgefühl erzeugen kann. In der Kehle kommen die Habaneros richtig zum Tragen, wo sie zusammen mit der jetzt wieder erwachenden Süße für einen angenehmen Nachtrunk sorgen und noch lange nachbrennen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Ingwer (frisch), Granatapfelschalen, Orangenschalen, Zitronenschalen, Habanero, Hopfen, Zucker, Hefe, Milchsäurebakterien

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Stammwürze:

8° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Schneeeule Brauerei GmbH
Edinburger Straße 59
13349 Berlin
www.schneeeule.berlin

Gotlands Bryggeri – Winter Bulldog

Visby wurde bereits im 8. Jahrhundert gegründet. Zumindest sind aus dieser Zeit die ältesten Zeugnisse einer ständigen Bevölkerung gefunden worden. Aufgrund des Namens (Visby bedeutet Opferplatz) gehen die Archäologen aber davon aus, dass Visby bereits vor unserer Zeitrechnung zumindestzeitweise genutzt wurde. Heute gehört Visby mit seiner mittelalterlichen Ringmauer zu Gotlands kulturellem Erbe. Inmitten dieser Idylle (zumindest die Touristen empfinden Visby so) liegt die Gotlands Bryggeri, aus dem das Winter Bulldog stammt, das jetzt vor mir steht. Zwei Kupferkessel, zwei Braumeister und jede Menge Ideen haben seit dem Start im Jahr 1995 einige der beliebtesten Biere Schwedens produziertso dass ich mich vermutlich auf die gleich stattfindende Verkostung freuen kann.

Glänzend dunkelbraun strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Dafüber prangt eine sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Neben Röstaromen nach Schokolade und Mokka steigen mir Düfte in die Nase, die mich an Zitrusschalen und Trockenfrüchte denken lassen. So sollte ein Winterbier duften.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Das Bier ist nicht so schwer und so süß wie ich es nach der Farbe eigentlich erwartet habe. Dies ist ein weiterer Pluspunkt für dieses Bier. Auf der Zunge kommen die Röstaromen zusammen mit würzigen Aromen in den Vordergrund. Auch freundliche bittere Geschmacksrichtungen melden sich an. Der Geschmack ist intensiv, ohne dass das Bier dabei schwer wirkt. Im Gegenteil – das Mundgefühl wirkt fast schlank. Dieses Bier kann mich wirklich überraschen. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches und nicht zu starkes Bitter aus, das sehr lange nachklingt.

Ich kann jetzt nicht einmal schlüssig begründen, weshalb das so ist, aber während ich das Bier trinke, wünsche ich mir, dass ich dazu frisch geräucherten Fisch hätte. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal. Dieses Bier ist auf jeden Fall einen zweiten Kauf wert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

15,6° Plato

Bittereinheiten‍:

52 IBU

Farbe:

90 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Gotlands Bryggeri
S:t Hansgatan 47
621 56 Visby
Schweden
www.gotlandsbryggeri.se

Brauhaus Tegernsee – Der blaue Page

Vom Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee stammt das Bier, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um ein helles Bockbier mit dem Namen „Der blaue Page“. Die Brauerei hält sich leider sehr bedeckt, was die Herkunft dieses Namens betrifft. Na ja, es soll mir auch egal sein, ob die Eigenschaft „blau“ aufgrund der blauen Kleidung des Pagen auf dem Etikett stammt oder von seinem Zustand, nachdem er zu viel dieses Bieres mit seinen 6,8 Volumenprozent Alkohol getrunken hat. Ich verlasse mich einfach auf die Kenntnisse der Brauer, die sie seit der Gründung der Brauerei im Jahr 746 gesammelt haben und hoffe auf eine angenehme Verkostung. Etwas anderes verwundert mich dann aber doch: während hier in Niedersachsen das Bockbier ganzjährig angeboten wird, bieten bayerische Brauereien ihre Böcke nur im Winter an, so auch die Brauerei vom Tegernsee ihren blauen Pagen. Das finde ich eigentlich schade, kann es aber auch nicht ändern. Beginne ich also mit der Verkostung.

Intensiv goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumbildung ist sehr zurückhaltend und bis auf einen Rest fällt der Schaum auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und Karamell, abgerundet durch intensive blumige Noten. Damit gefällt mir das Bier schon richtig gut.

Der Antrunk zeichnet sich durch seine stiltypische Süße sowie die sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich das Bier würzig und wie erwartet malzbetont. Auch ansonsten macht das Bier seinem Stil mit der weichen Vollmundigkeit und dem geringen Bitter alle Ehre. In der Kehle wird das Bitter nur etwas kräftiger, klingt aber trotzdem sehr lange nach.

Damit ist der blaue Page ein herausragender Vertreter aus der Familie bayrischer Bockbiere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Herzoglich Bayerisches
Brauhaus Tegernsee KG
Schloßplatz 1
83684 Tegernsee
www.brauhaus-tegernsee.de

BrewDog – Hoppy Xmas

:

Weihnachten ist nun bereits einige Zeit vorbei und trotzdem habe ich noch die eine oder andere Flasche Weihnachts- und Winterbier im Kühlschrank. Was sich die Brauer bei Brewdog in Schottland dabei gedacht haben, als Weihnachtsbier ausgerechnet ein IPA zu brauen, kann ich auf den ersten Blick nicht erkennen. Ich sehe das IPA eigentlich als typische Sommerbier, das bei warmem Wetter mit seiner Fruchtigkeit erfrischt. Mit Winter, Schnee, Tannenbaum und Lebkuchen kann ich diesen Bierstil nicht zusammenbringen. Aber was soll’s, eventuell geht mir ja während der Verkostung ein Licht auf.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große und schneeweiße Schaumkrone ist fest und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal eine sehr gute Figur.

Auch das Aroma kann mich begeistern. Ich rieche Grapefruit, Zitrusschalen, Ananas, andere Südfrüchte und Harz. Aber auch das Malz kommt mit einem Karamellduft zu seinem Recht.

Der Antrunk verwöhnt mich mit einer angenehmen Malzsüße und einer dazu passend dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge treffe ich alle Aromen wieder, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dazu kommt ein kräftiges Bitter, das aber auch noch Platz lässt für den Karamellgeschmack des Malzes. Insgesamt entsteht so ein weiches und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und deckt in der Kehle die Malzsüße zu. Dafür kommt auch in der Kehle die Fruchtigkeit zu ihrem Recht, wo der Geschmack lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

BrewDog PLC
Balmacassie Industrial Estate
Ellon
AB41 8BX Aberdeenshire
Großbritannien
www.brewdog.com