Archiv der Kategorie: Biertest

30167 Haltenhopf II

Ich muss zugeben, dass ich mit einigen Vorurteilen an dieses Bier herangehe. Der Name gibt Rätsel auf, die ich trotz intensiver Recherche nicht lösen konnte. Das „30167“ am Beginn ist die Postleitzahl der Genossenschaft „Nordstadt braut“. Die römische 2 am Ende zeigt an, dass dieses Bier das zweite war, das die Genossenschaft auf den Markt gebracht hat. Was diese Information, die ich erst aus dem Internet erhalten habe, im Namen zu suchen hat, erschließt sich mir bislang nicht. Erscheint in fünf Jahren ein Bier mit dem Namenszusatz „XXIIV“? Was ein Haltenhopf sein soll ist mir allerdings vollständig schleierhaft. Ich kenne nur einen Wiedehopf, aber der hat mit Bier nun so garnichts zu tun. Eine Internetrecherche brachte auch keine wirkliche Klarheit. Der einzige ähnliche Begriff, der zumindest eine minimale Verbindung zu Hannover hat, ist der Name „Holger Haltenhof“. Dieser Fußballspieler war Anfang der 1970er Jahre beim HSV und spelte am 7. 10. 1972 für drei Minuten gegen Hannover 96. Aber diese Erklärung erscheint mir doch etwas zu abgedreht. Vermutlich handelt es sich bei Haltenhopf um eine vollkommen sinnfreie Worschöpfung. Schade. Wenn ich ein mir nicht bekanntes Bier im Regal sehe, hätte ich schon gerne schnell eine Ahnung davon, was ich da vor mir habe. Aber auf den zweiten Blick sehe ich noch den Schriftzug „Maerzen“, den ich jetzt mal als Märzen lese. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben mit einer feinporigen Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Leider ist es vollkommen stiluntypisch hefetrüb.

In die Nase steigt mir der angenehme Duft des Malzes nach Brotrinde. Leider wird dieser Duft durch den Hopfen fast überdeckt.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure recht frisch. Auf der Zunge kommt der Hopfen in den Vordergrund und verdrängt den für ein Märzen typischen Geschmack des Malzes fast vollständig. So ist das Bier für ein Märzen ungewöhnlich bitter und auch das weiche Mundgefühl kann dieses Bier nicht mehr retten. Im Abgang verstärkt sich das Bitter noch einmal und es klingt sehr lange nach.

Jetzt drängt sich mr die Frage auf, ob ich mich total irre oder das Bier wirklich seinen Stil so weit verfehlt hat. Schaue ich mal in meinen Unterlagen nach. In der Kategorieliste der Frankfurt International Beer Trophy wird das German-Style Märzen wie folgt beschrieben: „B ernsteinfarben. Vollmundig, oft mit süßer Malznote. Nicht betonter bis leichter Karamellcharakter. Kräftigere Version des Kellerbies, aber klar filtriert.“ Ähnlich sieht auch die Kategoriebeschreibung für das German-Style Märzen beim European Beer Star aus: „bernsteinfarben – malzbetont, mit süßer Malznote – leicht röstartig, jedoch nicht betont karamellartig – leichter Brot- oder Bisuitcharakter im Geruch und Geschmack – Hopfengeruch und -geschmack gering aber erkennbar und rein – keine fruchtigen Ester- oder Diacetylnoten – das Bier ist filtriert – keine Kältetrübung“.

Offensichtlich hat die Genossenschaft den Bierstil vollkommen verfehlt. Damit will ich nicht behaupten, dass das Bier als solches nur schlecht wäre. Im Gegenteil – als Zwickl würde es durchaus durchgehen. Sehr gelungen finde ich eigentlich die Hopfengabe, die zusammen mit einem kräftigen roten Malzkörper ein wirklich gutes Irish Red Ale ergeben würde. Aber als Märzen? Ich frage mich hier wirklich, ob ein falsches Bier abgefüllt wurde (oder ob die Flaschen mit falschen Etiketten beklebt wurden).

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Cara Medium), Hopfen (Centennial, Columbus, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Nordstadt braut eG
Engelbosteler Damm 126
30167 Hannover
www.nordstadt-braut.de

Budels White Gose

Normalerweise ist eine Gose bekanntlich ein leicht saures Bier, das einen minimalen Salzgeschmack mit sich bringt. Früher wurde für die Säure die Spontangärung verwendet, während heute Milchsäurebakterien eingesetzt werden. Der Name stammt vom niedersächsischen Flüsschen Gose, das auch der Stadt Goslar seinen Namen verlieh. Diese Gose ist einzigartig: es ist die erste Gose, die ich erlebe, deren Zutaten aus biologischem Anbau stammen. Außerdem ist es die bislang einzige mir bekannte Gose aus den Niederlanden. Außerdem kenne ich keine andere Gose, die biozertifiziert ist. Die White Gose wird seit 2019 gebraut.

Blassgolden und leicht hefetrüb zeigt sich die White Gose im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und löst sich sehr schnell auf. Die Optik enttäuscht mich, da bin ich aus Budels wirklich etwas besseres gewöhnt.

Das Aroma verrät eine leichte frische und fruchtige Säure, die an Birnen und grüne Äpfel erinnert. Das Getreide, besonders der Weizen, hält sich diskret im Hintergrund und rundet die anderen Aromen eher ab.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Er erinnert mit seiner Rezenz und leichten Säure eher an einen guten Sekt.Und so geht es auch weiter. Fruchtig und süßsauer präsentiert sich die Gose auf der Zunge. Selten habe ich eine so fruchtige Gose erlebt. Sie erinnert mich an einen Obstwein. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist mild und trocken.

Für den Sommer ist die White Gose aus Budels unübertrefflich. Die frische Säure macht munter und auch für heiße Tage sollte der moderate Alkoholgehalt nicht zu viel sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Zitrus, Koriander, Salz

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Budelse Brouwerij B.V.
Nieuwstraat 9
6021 Budel
Niederlande
www.budels.nl

Weltenburger – Asam Bock

Der Weltenburger Asam Bock verdankt seinen Namen dem genialen, barocken Maler und Baumeister des Spätbarocks Cosmas Damian Asam. Er wurde am 28. September 1686 geboren und verstarb am 10. Mai 1739 in München. Cosmas Damian Asam arbeitete hauptsächlich mit seinem Bruder, dem Stuckateur und Bildhauer Egid Quirin Asam zusammen. Er gilt ein Hauptmeister der süddeutschen Deckenmalerei zwischen Barock und Rokoko. Er wirkte bei der Ausgestaltung der Schlösser in Bruchsal, Ettlingen und Mannheim und der Klosterkirche Weingarten mit. Die Deutsche Bundespost gab zu Asams 250. Todestag im Jahr 1989 eine Gedenkmarke mit dem Wert 60 Pfennig heraus; sie zeigt Cosmas Damian Asam vor dem Deckenfresko in der Klosterkirche Weltenburg. Von dort stammt auch das Bier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet, der Weltenburger Asam Bock.

Sehr dunkel rubinrot, praktisch schwarz ist dieses preisgekrönte Bockbier. Der mittelbraune Schaum ist sahnig und bleibt sehr lange erhalten. Optisch macht das Bier auf jeden Fall richtig was her.

In der Nase dominieren die Röstaromen. Düfte nach dunkler Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, aber auch süße Noten mit einigen würzigen Anklängen fehlen nicht.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und paart sich mit dem Geschmack nach Mokka, ohne dass verbrannt wirkende Noten dazukommen. Das Mundgefühl ist schwer und rund. Der Abgang ist überraschend mild und der Geschmack nach Espresso klingt lange nach.

Der Asam Bock ist ein wunderbares Bier, das gut zu Pudding und anderen auf Milch basierenden Desserts passt, aber auch zu Wildgerichten oder Sauerbraten ist es eine passende Begleitung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Dunkles Gerstenmalz, Caramelmalz, Farbmalz), Hopfen (Perle)

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

18,2 %

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Bischofshof GmbH & Co. KG
Heitzerstraße 2
93049 Regensburg
www.weltenburger.de

Texels Dubbel

Jetzt habe ich bereits länger kein Bier mehr von der westfriesischen Insel Texel getestet. Es wird also mal wieder Zeit. Vor mir steht das Dubbel aus der Texelse Bierbrouwerij. Dubbels sind eher dunkle Starkbiere mit einem Alkoholgehalt von meist sechs bis acht Volumenprozent. Ursprünglich stammt der Bierstil Dubbel aus der Brautradition der Trappistenklöster, aber beretis seit den Tagen des zweiten Weltkriegs werden diese Biere nachgebraut.

Kupferfarben läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone hat die Farbe von Elfenbein und bleibt lange erhalten.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes dominiert. Düfte nach Schokolade und dunklen Trockenfrüchten wie Rosinen und Pflaumen steigen mir in die Nase. So weit gefällt mir das Aroma, aber leider steigt mir auch der Alkohol deutlich erkennbar in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, so dass ich denke, dass dieses Dubbel als Dessertbier geeignet ist. Zu diesem Eindruck trägt auch die feinperlige Kohlensäure bei. Auf der Zunge kommt noch der Geschmack nach Schokolade zur Süße, gemeinsam mit Karamell- und Nussnoten. Das Mundgefühl ist weich und der Alkohol wärmt. Im Abgang ist das Texels Dubbel mild und es kommt jetzt auch erstmal eine leichte Fruchtigkeit auf. Leider ist der Nachklag nur kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Brauerei:

Texels Bierbrouwerij BV.
Schilderweg 214b
1792 CK Oudeschild
Niederlande
www.texels.nl

30167 Bock

Seit dem Sommer 2017 gibt es in Hannover die Genossenschaft „Nordstadt braut“. Bislang hat die etwa 500 in der Genossenschaft zusammengeschlossenen Bierliebhaber aus Hannover und Umgebung vier Biere, ein Mischgetränk und zwei Limonaden im Angebot. Eines der Biere ist der 30167 Bock, ein helles Bockbier, das in Zusammenarbeit mit Strecks Brauhaus aus Ostheim vor der Rhön produziert wurde.

Auffällig sind die in diesem Fall minimalen Angaben auf den Etiketten, es wird nicht einmal angegeben, ob es sich um einen hellen oder einen dunklen Bock handelt. Na ja, das werde ich ja gleich feststellen.

Intensiv goldfarben und leicht opalisieren strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Wie die Optik, so ist auch das Aroma. Stiltypisch malzbetont duftet es nach Biskuit, abgerundet durch würzige Aromen nach weißem Pfeffer sowie einigen blumigen Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, die Rezenz ist gut abgetimmt. Auf jeden Fall macht das Bier einen sehr frischen Eindruck. Auf der Zunge überrascht das Bier mit einer ordentlichen Portion Bitter, die sich zur Süße im Vordergrund gesellt. Die Frische bleibt die gesamte Zeit erhalten. Obwohl der Abgang recht mild ist, klingen die Bitterstoffe noch lange nach.

Dieses Bockbier gehört zu den besten Böcken, denen ich bislang gegegnet bin. Zu Wildgerichten ist es ein sehr guter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

16,2 %

Brauerei:

Nordstadt braut eG
Engelbosteler Damm 126
30167 Hannover
www.nordstadt-braut.de

in Zusammenarbeit mit

Streck-Bräu GmbH & Co. KG
Ludwig-Jahn-Straße 11
97645 Ostheim/Rhön
www.strecks-brauhaus.de

Musketeers – Troubadour Obscura

Ich liebe die belgischen Brauer, besonders die aus der Wallonie. Sie haben keine Angst davor, Stile auszuprobieren, die man gemeinhin weniger als „belgische Stile“ betrachtet. Ja, es gibt viele belgische Stile. Aber es gibt auch Stile, die ihren Ursprung anderswo haben und in denen die Belgier ebenfalls hervorragend sind und sich bei aller Kreativität an die Definition der Stile halten. Die belgische Handwerkskunst schimmert oft durch, egal was man gerade trinkt. Sie haben jedoch fast immer einen unverwechselbaren belgischen Geschmack. Die Brauerei Musketeers in Ursel beispielsweise beschreibt ihr Gebräu als „mildes Stout“. Das macht mich neugierig und deshalb will ich das Bier jetzt auch verkosten.

Mahagonifarben mit einer sehr großen mittelbraunen festen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Besser kann ein belgisches Strong Dark Ale nicht aussehen.

Das Aroma wird durch die verschiedenen verwendeten Malze bestimmt. Ich rieche Karamell, dunkle Schokolade und Vanille. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und süß und durch die perfekt dosierte Kohlensäure sehr angenehm. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Ich schmecke Toffee und dunkle Schokolade. Die Süße bleibt bestehen und wird durch ein leichtes Bitter ergänzt. Das Mundgefühl ist voll und rund Im Abgang kommt der Geschmack nach Schokolade in den Vordergrund und er klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

115 EBC

Brauerei:

Brouwerij The Musketeers
Tramstraat 8
9910 Ursel
Belgien
www.themusketeers.be

Veldensteiner – Frühjahrs Märzen

Niedersachsen ist für seine Maiböcke bekannt, aus Franken kommt ein Frühjahrs Märzen. Und dafür gibt es auch einen Grund, den Wikipedia so erklärt: „In der bayerischen Brauordnung von 1539 und per Dekret durch Albrecht V. von 1553 wurde festgelegt, dass nur zwischen Michaeli (29. September) und Georgi (23. April) gebraut werden durfte. In den fünf Monaten danach war das Bierbrauen verboten. Grund war die in den Sommermonaten erhöhte Brandgefahr beim Biersieden. Hinzu kam, dass die Herstellung des in Bayern beliebten untergärigen Biers Temperaturen von unter zehn Grad erfordert.

Um bis zur nächsten Brausaison nicht ohne Bier zu sein, braute man im März ein besonderes, haltbares Bier. Dies erreichte man durch Erhöhung des Gehalts an Stammwürze und Alkohol und durch stärkere Hopfung. Es wurde in tiefen Felsenkellern gelagert. Wenn möglich, wurden diese mit Natureis bestückt. Diese Eisblöcke wurden meist aus nahe gelegenen Flüssen oder dem brauereieigenen Teich entnommen. Um den Keller und seinen Zugang vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, pflanzte man die Rosskastanie darüber, die dank ihrer großen Blätter reichlich Schatten spendete, mit ihren flachen Wurzeln jedoch keine Gefahr für die Kellerdecke darstellte. Eher beiläufig entwickelte sich so aus dem jeweiligen Brauereiausschank mit der Zeit der heute typische bayerische Biergarten bzw. der fränkische Bierkeller, zu dessen vertrauter Optik noch heute schattige Kastanienbäume gehören.“ Dann will ich jetzt mal hoffen, dass mir das Bier gefällt, ich öffne die Flasche und schenke mir ein.

Bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas, darüber eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont mit Düften nach Karamell und Brotkrume, dazu ein Hauch Fruchtigkeit, die an reife Äpfel erinnert. So soll ein Märzen sein.

Der Antrunk ist recht süß und erinnert mich sofort an Karamell. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich ein angenehmes Bitter, die sich mit einer leichten Fruchtigkeit paart. Der Alkohol schmeckt leicht durch. Das Mundgefühl ist rund und leicht. Im Abgang wird das Märzen etwas trockener, auch das Bitter wird etwas schwächer und klingt durchschnittlich lange nach.

Das Veldensteiner Frühjahrs Märzen ist angenehm zu trinken, ganz ohne Ecken und Kanten, aber auch ohne Überraschungen.

Zutaten:

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Kaiser Bräu GmbH & Co. KG
Oberer Markt 1
91284 Neuhaus
www.veldensteiner.de

Budelse – Budels Bio Pilsener

Vor mir steht jetzt Budels Bio Silsener. Es kommt von Budelse Brouwerij B.V. in Budel in der niederländischen Provinz Noord Brabant. Nach Angaben der Brauerei wird das Bier vollständig aus Zutaten gebraut, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Das ist ja nicht in allen Fällen ein Garant für einen guten Geschmack, in der aber schon. Mal sehen, wie es diesmal aussieht.

Kräftig golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Scheumkrone ist nur klein und sie fällt schnell in sich zusammen. Damit ist die Optik schon mal etwas enttäuschend.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu ein Hauch Fruchtigkeit, der an Feigen erinnert. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist überraschend süß und sehr rezent. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist zwar voll, aber irgendwie macht das Bier keinen ausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist dann überraschend mild mit einem sehr kurzen Nachklang.

Ich kann mir nicht helfen, aber dieses Bier enttäuscht mich auf der ganzen Linie. Es macht einen wirklich unfertigen Einduck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° -8° Celsius

Brauerei:

Budelse Brouwerij B.V.
Nieuwstraat 9
6021 HP Budel
Niederlande
www.budels.nl

Bamberger Heinzlein Helles

Die Brauerei Hellerbräu aus Bamberg werde ich nicht vorstellen. Das macht sie besser selber im Interview mit Slowfood. Die Besonderheit des Hellen, das jetzt vor mir steht, ist nicht nur, dass es nach einem alten Familienrezept gebraut wurde, sondern dass es nur 0,9 Volumenprozent Alkohol enthält.

Braumeister Matthias Trum ist eine wahre Bamberger Legende. Er ist der Chef des Hellerbräus, das das bekannteste aller Bamberger Biere braut. Das Schlenkerla ist eine Bamberger Institution und wird auf der ganzen Welt getrunken. Über das Heinzlein erzählt er folgendes: „Für das Heinzlein verwenden wir feinsten Aromahopfen aus Spalt bei Nürnberg. Nach uraltem Brauverfahren kommt davon extra viel zum Einsatz. Kein Wunder also, dass das helle Heinzlein besonders hopfig und voll schmeckt. Die goldene Farbe ist ein Augenschmaus und erfrischt auf den ersten Blick. Das helle Heinzlein ist ein unfiltriertes und damit gewollt naturtrübes, helles Bier mit niedrigem Stammwürzegehalt. Unkompliziert, geschmackvoll und leicht – wie ein Sommertag in Bamberg.“ Dass ein Sommertag in Bamberg etwas Besonderes ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ob das Heinzlein Helles da mithalten kann, will ich jetzt herausfinden.

Die Wurzeln des Heinzleins liegen in einer Zeit, in der es wesentlich sicherer war Bier zu trinken, anstatt zum oftmals gefährlich verschmutzten Wasser zu greifen. Das fast alkoholfreie Heinzlein stillte den Durst der arbeitenden Bevölkerung und wurde auch Kindern kredenzt. Das wird heute aus gutem Grund nicht mehr gemacht, für alle anderen kann das Heinzlein eine gute Alternative zu alkoholhaltigeren Bieren sein.

In sehr hellem Gold und opalisierend strahlt mir das Heinzlein aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. An der Optik lässt sich nun wirklich nichts aussetzen.

Das Bier duftet nach Karamell und Brotkruste, dazu kommen neben grasigen Noten und Zitrusduft auch deutliche würzige Noten des verwendeten Spalter Hopfens.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund. Auch wenn der Körper eher schlank ist, wirkt das Bier nicht wässrig und es bleibt süffig. Beinahe kann ich vergessen, dass ich es hier mit einem Lightbier mit weniger als einem Volumenprozent Alkohol zu tun habe. Im Abgang wird das Bitter milder und der Geschmack klingt tatsächlich durchschnittlich lange nach.

Das Heinzlein ist ein Bier, das mich staunen lässt. Fast alkoholfrei und doch sehr gut zu trinken.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,9 % Vol.

Stammwürze:

3 ° Plato

Brauerei:

Heller-Bräu Trum GmbH
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
www.heinzlein.de

 

Lindeboom – Gouverneur Dubbel

Die Bierbrouwerij Lindeboom st in der Nähe von Venlo in der niederländischen Provinz Limburg beheimatet. Bekannt ist sie für überraschende Biere wie ihr rotes Altbier. Jetzt steht vor mir das Gouverneur Dubbel.

Dunkel Rubinrot, beinahe schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Der elfenbeinfarbene Schaum ist fest und bleibt lange erhalten. Damit präsentiert sich mir ein Dubbel wie gemalt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe bestimmt. Der Duft dunkler Schokolade steigt mir in die Nase, und der Duft nach Rosinen sorgt für eine angenehme Süße. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Vanille.

Beim Antrunk fällt zunächst die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure auf, noch vor der kräftigen Süße. Auf der Zunge gesellt sich noch ein leichtes Bitter dazu, so dass sich zusammen mit den Aromen, die sich auf der Zunge widerspiegeln, der Geschmack dunkler Schokolade bildet. Das Mundgefühl ist schwer und samtig. Im Abgang wird das Bier trockener, die Bitternoten und der Geschmack nach Schokolade kommen in den Vordergrund. Der angenehme Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Klärstoff (Karamell)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Lindeboom Bierbrouwerij B.V.
Postbus 4416
6086 ZG Neer
www.lindeboom.nl