Archiv der Kategorie: Biertest

Warsteiner – Alkoholfrei Herb

Warsteiner ist seit mehreren Jahrzehnten als Hersteller von Fernsehbieren bekannt. Dabei gehört das Warsteiner Pilsener durchaus zu den besseren Angeboten dieser Kategorie, aber es ist halt austauschbar. Nachdem die alkoholfreien Biere in den letzten Jahren einen Boom erlebten (und das zu Recht, denn die Qualität der alkoholfreien Biere hat sich in dieser Zeit auch deutlich gebessert), wollten auch die Brauer im sauerländischen Warstein nicht abseits stehen und brachten mit dem Warsteiner Alkoholfrei Herb bereits ihr zweites alkoholfreies Bier auf den Markt. Das andere alkoholfreie Bier aus diesem Haus wurde bereits von der Stiftung Warentest als bestes alkoholfreies Bier im Test ausgezeichnet und so erhoffe ich mir auch von diesem Erzeugnis einiges. Öffne ich also die Flasche und schenke mir ein.

Bereits während das Bier ins Glas läuft steigt mir der Duft des Hopfens in die Nase. Auch optisch macht das Bier eine gute Figur. Golden und gefiltert strahlt es mir entgegenund die feinporige und durchschnittlich große Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Malz dominiert das Aroma mit seinen würzigen Noten auch weiterhin. Das Malz kann ich in der Nase nur erahnen.

Der Antrunk ist überraschend süß und leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Da würde ich mir mit Sicherheit mehr wünschen. Die Hopfenaromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist weich und überraschend vollmundig. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Dieses Bier hat durchaus das Zeug, mein Favorit unter den alkoholfreien aus dem Getränkemarkt zu werden.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Warsteiner Brauerei
Haus Cramer KG
Domring 4-10
59581 Warstein
www.warsteiner.de

La Trappe – Quadrupel

Dieses niederländische Spezialbier wurde bekannt als eines erstes Quadrupel der Welt und wird noch heute von Mönchen gebraut, die im Brauprozess auf einen nachhaltigen Herstellungsprozess achten.

Intensiv bernsteinfarben und leicht trüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse Krone aus feinporigem Schaum, die relativ lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist kräftig süß und erinnert an Sirup und Karamell, dazu kommen nussige Noten und ein Hauch Vanille rundet den Duft ab.

Wie ich es erwartet habe ist der Antrunk wirklich malzig-süß und mich überrascht nur, dass die sehr feinperlige Kohlensäure sehr knapp dosiert ist. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und der Alkohol wärmt. Die Süße bleibt auch im Abgang erhalten, bittere Noten sind nur wenig vorhanden. Der Alkohol kommt jetzt erstmals richtig heraus, ohne dass dies unangenehm würde. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 14° Celsius

Brauerei:

Abdij Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven Brouwerij
Eindhovenseweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.koningshoeven.nl

Glossner – Neumarkter Torschmied’s Dunkel

Die Brauerei Glossner ist in Neumarkt in der Oberpfalz beheimatet. Am besten stellt das Unternehmen sich selbst einmal vor: „Wir sind die inhabergeführte, unabhängige Privatbrauerei, seit 444 Jahren in einer patrilinearen Familientradition seit 1574, heute in der 14. Generation. Die Inhaberfamilie, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu einem stets pfleglichen, herzlichen und fördernden persönlichen Kontakt zu unseren Kunden, Partnern und Freunden verpflichtet. Unser unternehmerisches Handeln ist von der Verantwortung für die nächsten Generationen unserer Mitarbeiterfamilien und für unsere Gesellschaft geprägt. Die Verantwortung für hochfeine GLOSSNER BIERE liegt bei uns als Inhaber persönlich und leidenschaftlich. Wir verwenden soweit möglich ausschließlich Rohstoffe von Landwirten aus der Region, die nach den Richtlinien des neutral kontrollierten Vertragsanbaus produzieren. Unser Hopfen stammt aus den Anbaugebieten von Spalt, Hersbruck sowie aus der Hallertau. Wir brauen hochfeine GLOSSNER BIERE schon immer mit klassischer Gärung und kalter Reifung unter Verzicht auf Druck und Wärme sowie andere beschleunigende Faktoren. Wir geben unseren Bieren Zeit zum Reifen. Hierbei beachten wir wirtschaftliche, ökologische, ethische und klimaverantwortende Grundsätze. Wir bekennen uns zu frischen Bieren und achten stets auf ein frisches Ausschankerlebnis bei unseren Kunden. Die Qualität und Reinheit unserer GLOSSNER BIERE wird ständig in unserem eigenen Labor sowie in externen Labors qualifiziert und zertifiziert. Wir fördern die Biervielfalt durch ein breites Angebot von obergärigen, untergärigen und Saisonbieren – aus konventioneller sowie aus biologischer Herstellung. Damit soll dem individuellen Anspruch eines jeden Bierkenners erfüllt werden können. Die Gesellschaft, die Gastlichkeit, die Zünftigkeit und die bayerische Bierkultur liegen uns persönlich am Herzen und sollen weiterhin unterstützt und gelebt werden. Wir füllen unsere Biere ausschließlich in umweltfreundliche Mehrwegflaschen ab.“

So, dass sind ja etliche Ansprüche, die die Brauerei an sich selbst stellt und die es zu erfüllen gilt. Mal sehen, ob das hier geklappt hat.

Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine feinporige und hellbraune Schaumkrone löst sich schnell auf. An der Optik sollte die Brauerei wirklich noch etwas feilen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, aber das Mundgefühl ist recht schlank. Das Bitter bleibt auch im Abgang erhalten und es klingt einige Zeit nach.

Das Bier hat keinen Fehler, aber irgendwie ist es auch nicht in der Lage, mich zu begeistern.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Neumarkter Glossnerbräu KG
Deininger Weg 88
92318 Neumarkt i.d. OPf.
www.glossner.de

Postel Blond

Das Postel Blond ist ein Abteibier, das in der Brouwerij Alken-Maes im belgischen Opwijk hergestellt wurde.

Bernsteinfarben mit reichlich feinporigem Schaum läuft das Bier ins Glas. Die agile Kohlensäure sorgt für ein lange Verweildauer der Schaumkrone auf dem Bier.

Das Bier duftet nach Biskuit und der typisch belgischen Hefe. Aus dem Hintergrund kommt noch ein schwacher Bananenduft hizu.

Der Antrunk ist malzbetont und leicht süß. Die Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Auf der Zunge kommt noch ein oassendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und angenehm. Der Abgang ist mild mit wenig Bitter, dazu eine leichte fruchtige Säure.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Alken-Maes S.A.
Ringlaan 18
1745 Opwijk
Belgien
www.alken-maes.be

BRLO – C4PO

C4PO – dieser Name hat mir zunächst einige Rätsel aufgegeben, aber nachdem ich die Lösung gefunden hatte, erschien mir der Name durchaus logisch. C4 steht für die vier verwendeten Hopfensorten Citra, Chinook, Centennial und Cascade, die alle mit einem „C“ beginnen und die alle hocharomatisch und mit viel Geschmack daherkommen.

Dieses IPA des Berliner Labels BRLO besteht ausschließlich aus deutschen Zutaten. Das Rezept orientiert sich am amerikanischen Craft-Beer-Stil India Pale Ale von der West Küste, wobei eine starke Hopfenbitterkeit mit einem fruchtigen Arome und einem relativ hohen Alkoholgehalt kombiniert werden.

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist mild, aber intensiv. Düfte nah Orangenschale, Banane, Melone und Vanille steigen mir in die Nase. Auch einige dunkle Früchte spielen in diesem Reigen mit. Fruchtig und süß – das sind die Attribute, die mir zu diesem Aroma einfallen.

Als das Bier erstmals meine Zunge erreicht hällt mir vor allem die feinperlige Kohlensäure auf, die dem Bier eine angenehme Frische verleiht. Dabei erscheint das Bier zunächst auch recht süß. Dieser Eindruck relativiert sich aber schnell, als sich auf der Zunge ein überraschend kräftiges Bitter bildet. Das hätte ich bei dem Aroma eigentlich nicht erwartet. Jetzt ist die Süße des Malzes gefragt, die sich gegen das Bitter durchsetzen muss. Auch die Aromen kommen durch und spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter verstärkt sich und klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Citra, Cascade, Centennial, Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Str. 16
10963 Berlin

www.brlo.de

More Complicated than Your Girlfriend

Ronald de Waal begann 2015 in Belgien sein eigenes Bier als Gypsy-Brauer zu brauen. Dies ist ein Brauer ohne eigene Brauerei, der aber nur einzigartige Biere in einer Brauerei braut, von der er derzeit die Anlagen nutzt. Dieser kreative Mann ist Niederländer, lebt aber in Finnland. Und ja … er braut seine Biere in Belgien. Auf www.flyingdutchmancompany.com können Sie alles über Ronald lesen.

Dieses Bier hat die Besonderheit, dass es auf Kaffeebohnen, Kakaobohnen sowie auf Bourbon- und Tahiti-Vanilleschoten reift. Wenn das mal nicht ein ganz besonderes Bier verspricht.

Blickdicht schwarz mit einer reichlichen mittelbraunen und festen Schaumkrone, die extrem lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Aroma ist röstig und süß. Düfte nach dunkler Schokolade, Espresso und Vanille steigen mir in die Nase.

Wie erwartet ist auch der Antrunk süß. Mich überrascht, dass das Bier mit recht wenig Kohlensäure aufwartet, die dafür aber sehr feinperlig ist. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt ein leichtes Bitter. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und gemeinsam mit dem Geschmack von dunkler Schokolade bleibt der Geschmack sanft und mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Zucker, Hopfen (Galena), Kaffee, Kakao, Vanille, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

85 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Brewdog – Kiez Keule

Um die Eröffnung ihres neuen Brauereistandortes in Berlin-Mariendorf standesgemäß zu feiern, haben es sich die Brauer von Brewdog nicht nehmen lassen, gleich mehrere Testbiere zu brauen. Die Besucher des Fests und die Fans der Brauerei konnten unter diesen Prototypen abstimmen und haben Kiez Keule zum Sieger gewählt.

Kiez Keule ist ein dryhopped Dortmunder Export mit 5,8% Alkoholgehalt und einer Tradition, die weit zurückreicht. Ursprünglich wurde das Bier – wer hätte es gedacht – für den Export gebraut. Um den Freunden Dortmunder Biere auch fernab der Stadtgrenzen Dortmunds ein frisches, gutes Produkt bieten zu können, haben die ortsansässigen Brauer beschlossen, ihrem Bier eine Extraportion Alkohol zu verpassen. Ergebnis war ein Bier, das nicht nur hochprozentiger sondern auch haltbarer und geschmacksintensiver war. In der Tat war es so lecker, dass es bald nicht mehr nur zu Exportzwecken sondern auch für den Verkauf in der Stadt gebraut wurde. Jetzt will ich einmal überprüfen, wie die Berliner diesen Bierstil interpretiert haben.

Golden wie die untergehende Sonne läuft das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. Die Optik gefällt mir schon mal.

Im Aroma mischen sich würzige Noten mit Zitrusfrüchten, grünem Apfel und Südfrüchten.

Der Antrunk ist überraschend süß, dabei aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure frisch.Auf der Zunge dominieren die würzigen Noten, die Aromen spiegeln sich wider. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter mit einem mittleren Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simco, Cascade, Attanum, Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

BrewDog plc
Balmcassie Industial Estate
Balmcassie Crive
AB418BX
Ellon
Großbritannien

für

BrewDog GmbH
Im Marienpark 23
12107 Berlin
www.brewdog.com

Schelde Brouwerij – Oesterstout

Seit mehr als 25 Jahren gibt es im flandrischen Meer die Scheldebrauerei. Die Brauer dort sind ständig auf der Suche nach der perfekten Balance des Geschmacks ihrer Biere. Bei dieser Suche sind etliche ungewöhnliche und einzigartige Biere herausgekommen, die mich begeistern können.

In den frühen 90er Jahren begann Peter van den Eijnden in seinem Hinterhofschuppen mit dem Brauen seiner Bierspezialitäten. Jetzt, so viele Jahre und Liter weiter, ist die Mission des Braumeisters immer noch dieselbe: Biere zu brauen, die weder langweilen noch enttäuschen. Ungewöhnlich ist auf jeden Fall die Herstellung dieses Bieres. Ursprünglich wurde die leichte Salzigkeit des Oesterstout erreicht, indem das Bier über Austernschalen filtriert wurde. Von dieser Vorgehensweise ist die Brauerei aber abgewichen und gibt während des Kochens der Würze Meerfenchel und Seelavendel hinzu. Das Oesterstout ist mittlerweile also vegan.

Schwarz und praktisch blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Zusammen mit seiner hellbraunen und sahnigen Schaumkrone macht es einen sehr einladenden Eindruck.

Dominiert wird das Aroma des Oesterstout durch die Röststoffe. Intensiv duftet es nach Espresso. Dazu kommt noch eine leichte fruchtige Säure aus dem Hintergrund, die das Aroma gut abrundet.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet hätte. Ungewöhnlich ist auch die kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und wie in der Nase steht auch im Mund Espresso im Vordergrund und die Fruchtigkeit rundet zusammen mit einem Hauch Salz diesen Geschmack ab. Das Mundgefühl ist voll und weich. Es überrascht nicht, dass auch im Abgang die Röststoffe im Vordergrund stehen. Bitterstoffe sind nur moderat vertreten, aber der Geschmack nach Espresso klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Meerfenchel, Seelavendel, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

19 IBU

Farbe:

103 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

De Scheldebrouwerij B.V.
Wenenstraat 7
2321 Meer
Belgien
www.scheldebrouwerij.com

Dockyard 21 – Fjord Wheat

Die Fjorde der Ostsee sind bekannt für ihre reichen Bernstein-Vorräte – was liegt da also näher, als ein bernsteinfarbenes Weizen „Fjord Wheat“ zu nennen? Genau dies dachten sich die Brauer der „Westindien Compagnie“ in Ihrer Manufaktur in Flensburg. Hier erschufen Sie ein Weizen für die „Dockyard 21“ Reihe aus dunklen und hellen Weizenmalzen und noch einigen weiteren Spezialmalzen und nannten es Fjord Wheat. Genau dieses Bier steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sehr voluminöse Schaumkrone ist fest und elfenbeinfarben und sie fällt nur sehr langsam in sich zusammen.

Der Duft ist so, wie er bei einem guten Weizenbier sein muss: Der Duft nach Biskuit und Bananen steht im Vordergrund, dazu eine leichte Note nach Gewürznelken. Das Aroma ist nicht aufdringlich; es lässt sich am Besten mit „elegant“ umschreiben.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus und eine reichliche Portion sehr feinperliger Kohlensäure sorgt für eine angenehme Frische. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Säure dazu. Das Mundgefühl ist voll und weich, so dass das Bier ausgewogen und süffig ist. Im Abgang kommt noch ein minimales Bitter dazu, während die Fruchtigkeit mit einem durchschnittlichen Nachklang weiterhin dominiert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Westindien Compagnie
Seehandelsgesellschaft mbH
Brauereiweg 21
24939 Flensburg
www.westindien.com

BierSelect

Raspberry Dipping, Chocolate Dripping, Super Trouper Sour Porter

Ronald de Waal alias der Fliegende Holländer ist ein echter Gypsy-Brauer. Mit über 25 Jahren Brauerfahrung ist Ronald einer der Fackelträger der Craft-Bier-Bewegung in den Niederlanden. Er hat Biere in Finnland, den Niederlanden und Belgien gebraut und arbeitet mit den besten Craft-Brauereien zusammen. Er liebt es, von einer Brauerei zur anderen zu reisen und von spannenden neuen Bierrezepten zu träumen. Er liebt die Freiheit der Wahl und die Freiheit der Straße. Vielen Dank dafür!

Wenn es jemals einen Mann gegeben hat, der zum Braunomaden geeignet war, dann ist es Ronald de Waal. Er ist ein Seelensucher, ein Reisender der Erde, ständig in Bewegung, forschend und beobachtend. Ronald ist ein echter Braunomade. Oder genauer gesagt, ein NoMad-Brauer. Wenn Sie Ronald das erste Mal treffen, sind Sie von seiner zenartigen Aura beeindruckt. Er lächelt, schaut Ihnen in die Augen und Sie fühlen sich sofort wohl. Er ist ein zufriedener, glücklicher Mann, der das tut, was er am meisten liebt: große Biere mit großer Freiheit zu brauen.

Ende der 1980er Jahre studiert Ronald Lebensmitteltechnologie in den Niederlanden und bekommt ein Praktikum bei der Craft-Brauerei De Raaf. Er wird dann gebeten, als Brauer in die Firma einzusteigen und verbringt dort einige fruchtbare Jahre. Dann kreuzt eine schöne finnische Blondine seinen Lebensweg. Ronald wirft alles hin und zieht nach Finnland. Leider sind es die frühen Neunziger und von Spezialbieren hat dort noch niemand etwas gehört. Es gibt keinen Job für einen niederländischen Brauer. Zum Glück ist Ronald ein hübscher Kerl mit ziemlich langen Haaren, und so bekommt er einen Job als Meerjungfrau in einem Vergnügungspark. Kein feuchter Traum für einen Brauer, aber es bezahlt die Rechnungen. Es gibt keine interessanten Biere auf dem Markt, also beschließt Ronald, eines zu brauen. Wir schreiben das Jahr 1994 und das Bier, an das sich die Fans immer noch gerne erinnern, heißt Bergzigt. Es ist stärker und hopfiger als jedes andere Bier auf dem finnischen Markt. Die Finnen sind erstaunt, kann Bier so schmecken? Bergzigt wird in den Brauereien De Raaf und De Hemel in den Niederlanden gebraut, was Ronald einen ersten Vorgeschmack auf die Wanderbrauerei gibt. Wir schreiben das Jahr 1997 und Ronald arbeitet für eine kleine Handwerksbrauerei in Espoo, Finnland, und entwickelt neue Rezepte. Er fühlt sich bereit, den Sprung zu wagen und gründet die Diamond Beer Brewing Company. Das Brauen in fremden Brauereien geht weiter, dieses Mal in Belgien. Ronald wird zum Trendsetter bei der Entwicklung und Einführung neuer Bierstile bei den Finnen. Er erhält sogar eine offizielle Auszeichnung für seine Arbeit und seinen Einfluss auf die finnische Bierkultur. Neben der Kreation eigener Produkte wird Diamond Beer zum größten Importeur von Bierspezialitäten, indem es mehr als 1000 neue Biere aus der ganzen Welt den nach neuen Erfahrungen dürstenden Finnen vorstellt. Diamond Beer wird erfolgreich und wird im Jahr 2008 verkauft. Ronald arbeitet anschließend als Unternehmensberater.

Das Leben wird zu geschäftsmäßig und der Ruf der Straße wird immer stärker. Ronald springt in sein Wohnmobil und folgt seinem Herzen durch Europa und Nordafrika. Es ist Zeit, in die Sterne zu schauen und das Leben zu genießen. Einige Jahre vergehen und ein Plan beginnt sich zu entwickeln. Ronald beschließt, das zu tun, was er am meisten liebt: große Biere in Freiheit zu brauen. Er wird ein echter Braunomade.

Der Fliegende Holländer ist ein legendäres Geisterschiff, das niemals den Hafen erreichen kann und dazu verdammt ist, für immer über die Weltmeere zu segeln. Ronald de Waal ist ein nomadischer Brauer, der nie ein langweiliges Bier machen kann und dazu verdammt ist, ewig durch die Brauereien zu ziehen. Kommen wir abber nun zum ersten Bier von ihm, das ich verkoste.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine mittelbraune feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt.

Intnsiv steigt mir der Duft der Himbeeren in die Nase, dazu kommt der Duft nach dunkler Schokolade. Obwohl ich normalerweise die Mischung Schokolade und Früchte nicht schätze, passt diese Kombination in diesem Fall überraschend gut.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene Kohlensäure überraschend frisch und die Süße macht einen angenehmen Eindruck. Auf der Zunge kommen zunächst die Himbeeren zu ihrem Recht, bevor sich der Geschmack nach Schokolade entwickelt und sich anschließend mit der Fruchtigkeit der Himbeeren vereint. Das Mundgefühl ist voll und beinahe samtig. Im Abgang kommen die Himbeeren erneut in den Vordergrund und deren Geschmack klingt lange nach. Ansonsten ist der Abgang wirklich mild.

Zutaten:

Eine vollständige Zutatenliste hat Ronald nicht veröffentlicht, aber an unterschiedlichen Stellen konnte ich doch so einiges finden.

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, frische Himbeeren, Hopfen (Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

55 Ibu

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte