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Herforder Maibock

Heute steht der Herforder Maibock vor mir. Ich habe ihn kürzlich erstmals im Handel gefunden, auch wennes ihn wohl bereits seit langer Zeit zu kaufen gibt. Aber irgendwie ist er mir noch nie über den Weg gelaufen. Aber nun ist er endlich mit einer Rezension dran.

Kupferfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier damit schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell, unterstützt durch einige Waldhonignoten sowie würzige Aromen. Auch der Alkohol steigt mir in die Nase, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.

Der Antrunk ist stiltypisch weich und süß. Die Kohlensäure ist zwar feinperlig, aber auch überraschend kräftig. Auf der Zunge gesellt sich noch ein nicht sonderlich angenehmes Bitter sowie eine leichte Säure dazu. Das Mundgefühl ist weiterhin weich. Im Abgang lässt das Bitter etwas nach und ein Hauch Lakritz kommt dazu. Der Nachklang ist recht lang.

Mit einer geänderten Hopfung und besonders einer Gabe eines Aromahopfens würde mir das Bier sicherlich recht gut gefallen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,4° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Herforder Brauerei GmbH
Gebr.-Uekermann-Str. 1
32120 Hiddenhausen
www.herforder.de

Gaffel Kölsch Frei 0.0 %

Die Kölner Brauer sind stolz auf ihr Kölsch, ein obergäriges Bier, das in den Stadtgrenzen von Köln gebraut werden muss, um sich Kölsch nennen zu dürfen. Weshalb so ein Gewese um das Kölsch gemacht wird, kann ich nicht wirklich verstehen, muss dabei allerdings auch zugeben, dass ich bislang nur industriell hergestelltes Bier getrunken habe. Sollte es mich wirklich einmal nach Köln verschlagen, werden ich mit Sicherheit versuchen, eine Gaststätte zu besuchen, die selber braut. Dort wird mir das Kölsch sicher besser gefallen.

Heute steht aber erst einmal ein Kölsch aus der Brauerei Gaffel Becker vor mir. Diese Brauerei stellt nach eigenen Angaben das meistverkaufte Kölsch im Fass her. Und das heutige Kölsch stellt für mich noch eine Premiere dar, denn es ist erste alkoholfreie Kölsch, das ich verkoste.

Intensiv goldfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist einwandfrei.

Das Bier duftet getreidig mit einigen würzigen Hopfennoten. Bei diesem Aroma beginnt meine Begeisterung für dieses Bier zu schwinden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine diskrete Süße aus. Leider ist die feinperlende Kohlensäure sehr knapp dosiert; eine andere Dosierung hätte sicherlich für einen frischeren Geschmack gesorgt. Auf der Zunge wirkt das Bier eher wässerig und dünn. Auch der Abgang ist schlank ohne angenehmen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG
Welserstraße 16
51149 Köln
www.gaffel.de

15. 6. – 18. 6. 2022: Festival der Dortmunder Bierkultur

Im Jahr 2016 fand das Festival der Dortmunder Bierkultur erstmals statt. Seitdem wurde es mit Ausnahme der Corona-Jahre jährlich wiederholt. Vom 15. – 18. Juni ist es wieder so weit: nicht mehr wie anfangs unter dem U, sondern auf dem Parkplatz A4 der Dortmunder Westfalenhallen bauen verschiedene Brauer ihre Stände auf und bieten ihre Produkte an. Es soll mehr als 12 Biere geben. Leider verraten die Veranstalter nicht, welche Brauer vor Ort sein werden. Und da sich die Veranstalter so bedeckt halten, bleibt mir nur noch, die Öffnungszeiten mitzuteilen:

  • Mittwoch (15.06.22): 17:00 – 24:00 Uhr
  • Donnerstag (16.06.22): 17:00 – 24:00 Uhr
  • Freitag (17.06.22): 17:00 – 24:00 Uhr
  • Samstag (18.06.22): 14:00 – 24:00 Uhr

Nach zwei Jahren Pause: Bierakademie Bochum startet wieder

Endlich ist es so weit: nach einer Unterbrechung von zwei Jahren geht die Trinkhalle ab Mai wieder mit der Bierakademie an den Start. Wegen des späten Starttermins werden in diesem Semester auch nur zwei Veranstaltungen angeboten.

In dieser Zeit hat sich in der Szene allen viel getan. Einige geschätzte Brauereien haben den Betrieb eingestellt und eine ganze Reihe sind neu dazugekommen. Zwei dieser „Newcomer“ wird die Bierakademie in diesem Frühjahr vorstellen.

Am 03. 5. 22 beginnt sie mit „Brauwerk Schacht 8“ aus Haltern. Bisher gab es vom Brauwerk traditionelle Biere mit einem modernen Twist. So war das „Grubenpils“ dank der Kalthopfung kräftig fruchtig und das Schwarzbier röstig bis rauchig. Seit neuestem gibt es mit dem Wit auch ein Bier in einem Stil, der in unserer Region noch nicht so verbreitet ist. Alle Biere werden vom Brauer Markus Stewens präsentiert.

Am 07. 6. 22 kommt Alexander Pieper von „Piepnitz“ zu Besuch. Mit seiner Brauerei in Wattenscheid hat er es ja auch nicht weit bis zur Trinkhalle. Piepnitz ist mittlerweile seit zwei Jahren aktiv. Neben vier Bieren, die ständig verfügbar sein sollen (Wit, Kellerbier, Stellaris und Delta) gibt es immer wieder interessante Experimentalsude. Das IPA das mit einer Kveik Hefe vergoren wurde, ist ein gutes Beispiel dafür.

Die Veranstaltungen finden weiterhin am ersten Dienstag jeden Monats ab 19.00 Uhr statt. Der Kostenbeitrag beträgt 25 €.

Pinkus Special

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Pinkus Müller in Münster vor mir. Die Brauerei gehörte zu den ersten Brauereien, die Biere aus biologischen Zutaten brauten. Und bis heute verwendet die Brauerei Rohstoffe aus „echtem“ Bio, nicht aus EU-Bio, das für viele als „Bio light“ gilt.

Das Special ist ein Pilsener, das nicht gefiltert wurde, aber nicht so hefetrüb ist wie ein Kellerbier oder Zwickl, sondern es wurde bei etwa 0° Celsius ein Viertel Jahr gelagert und auf diese Weise geklärt. Außerdem weist die Brauerei auf ihrer Website darauf hin, dass Pinkus Special nicht mit Eiweißstabilisierungsmitteln behandelt wird.

In hellem Gelb und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt sich nur eine kleine sahnige Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist damit jedenfalls sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach Brotkrume. Dieses Aromoa wird durch deutliche würzige und florale Noten abgerundet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine verhaltene Süße aus, die durch eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge zeigt sich ein mildes Bitter, das es den Aromen aus der Nase überlässt, auch hier zum Vorschein zu kommen. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bitter nur wenig kräftiger, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

7,8 EBC

Brauerei:

Brauerei Pinkus Müller GmbH & Co. KG
Kreuzstraße 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Bolten – Alt

Nach meinem Wissen ist Bolten die am längsten existierende und noch arbeitende Altbierbrauerei der Welt. So etwas gibt es vermutlich am Niederrhein nicht noch einmal. Jetzt steht das Bier endlich auch bei mir auf dem Tisch und möchte verkostet werden.

In dunklem Braun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine elfenbeinfarbene feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Damit macht das Altbier im Düsseldorfer Stil eine wirklich gute Figur.

Das Aroma ist leider nicht allzu intensiv, aber trotzdem duftet das Bier angenehm nach dunkler Schokolade mit leichten rauchigen Anklängen. Bei der Malzauswahl hat die Brauerei also ein glückliches Händchen gehabt. Lediglich beim Hopfen waren die Brauer dann doch etwas kniepig, denn er kommt im Aroma nicht zum Tragen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Auch auf der Zunge geht es süß-malzig weiter, wobei sich jetzt auch eine leichte Säure dazugesellt. Der Schokoladengeschmack bleibt, aber auch jetzt vermisse ich die Bitterstoffe des Hopfens, die nur sehr zurückhaltend zum Tragen kommen. Damit ist auch das Mundgefühl sehr schlank. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt

Stammwürze:

11,7° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei. Bolten GmbH & Co. KG
Rheydter Str. 138
41352 Korschenbroich
www.bolten-brauerei.de

Pott’s Landbier Hell

Über die kleine Brauerei Pott’s im ostwestfälischen Oelde habe ich wohl bereits alles geschrieben, so dass ich mich direkt auf das Bier stürzen kann, das jetzt vor mir steht. Dabei handelt es sich um ein Helles. Es verwundert mich nicht, dass jetzt auch aus Ostwestfalen ein Helles kommt, denn derzeit wird dieser Bierstil ja kräftig gehypt.

Weizenblond strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet malzbetont nach Brotkruste, aber auch der Hopfen kommt mit einigen fruchtigen und floralen Noten zu seinem Recht. Nachdem die Optik eher Durchschnitt war, gefällt mir das Aroma durchaus.

Der Antrunk fällt recht süß aus, was aber zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und wird dort durch ein leichtes freundliches Bitter ergänzt. Die anderen Aromen kommen auch zum Tragen, aber leider so diskret, dass ich sie auch jetzt nicht genauer definieren kann. Immerhin sorgen sie für ein volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,7% vol.

Bittereinheiten:

16 IBU

Stammwürze:

11,4 %

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Pott’s Brauerei GmbH
In der Geist 120
59302 Oelde
www.potts.de

Pinkus Pils

Pinkus Müller ist die Traditionsbrauerei aus dem westfälischen Münster. Schon seit mehreren Jahrzehnten wird dort mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut, also nicht aus EU-Bioanbau, sondern mit Hopfen und Malz aus Bioloand-Betrieben.

Weizengelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch relativ schnell in sich zusammen, ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma teilen sich die Süße des Malzes und die Zitrusnoten des Hopfens. Dazu kommen noch einige grasige Nuancen, die den Duft abrunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge entwickelt sich die fruchtige Säure und mir fällt auf, dass das Bier für ein Pils sehr wenig Bitter mitbringt. Das Mundgefühl ist aber trotzdem voll. Erst im Abgang rückt das Bitter mehr in den Mittelpunkt und es klingt auch einige Zeit nach.

Das Pinkus Pils ist ungewöhnlich, aber ein sehr schönes Bier für den Sommer.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,0 %

Stammwürze:

11,6 %

Bittereinheiten:

32 IBU

Farbe:

7,2 EBC

Brauerei:

Pinkus Müller GmbH & Co. KG
Kreuzstraße 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Pinkus Extra

So, jetzt kommt mal wieder ein Biobier in die Verkostung, das Pinkus Extra. Dabei handelt es sich um ein kräftiger gehopftes Pilsener. Eie Website Ecoinform beschreibt dieses Bier wie folgt: „Pinkus Extra ist ein besonders stark gehopftes, extra herbes Bier Pilsener Brauart. Der Hopfen stammt aus ökologisch bewirtschafteten Hallertauer und Tettnanger Gärten. Die sorgsame Pflege der Hopfenpflanzen garantieren Bioland-Hopfenbauern, die seit Jahrzehnten mit dem Ökolandbau vertraut sind. Wir führen deren Arbeit in der Brauerei fort: mit ausgesuchten Malzen aus deutscher ökologischer Landwirtschaft, nach handwerklicher Tradition und durch verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur.“ OK, dann kann ich ja sofort die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

Intensiv goldfarben und minimal opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich volumniös und bleibt lange erhalten. Die Optik dieses Biers hat schon mal die Qualität, die ich von Pinkus Müller gewohnt bin.

Das Aroma ist weniger hopfenbetont als ich es erwartet habe. Das Malz kommt mit seinen brotigen Noten gut durch und wird durch die blumigen Noten des Malzes angenehm abgerundet.

Im Antrunk fällt neben der leichten Süße die sehr feinperlige Kohlensäure auf. Auf der Zunge kommt der Hopfen dann mit einem für ein Pilsener Bier kräftigen Bitter zurm Tragen. Die blumigen Noten spiegeln sich auf der Zunge. Dazu kommt eine leichte Buttrigkeit, von der ich nicht weiß, ob sie wie bei den böhmischen Pilsener Bieren gewollt ist oder ob das Bier im Handel falsch gelagert wurde. Das Aroma ist aber nicht so kräftig, dass es unangenehm würde. Auf jeden Fall ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenbraumalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Pinkus Müller
Kreuzstr. 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Bergmann Export

Das Export der Bergmann Brauerei soll eine Erinnerung an „die gute alte Zeit“ sein. Bis in die 1970er Jahre war nämlich das Exportbier das am meisten verkaufte Bier in Deutschland und außerhalb von Bayern meist auch der einzige Bierstil, den es neben dem Pils zu kaufen gab. Auch die Bergmann Brauerei hat zu diesem Zeitpunkt eine ganze Menge Export gebraut, bis die Brauerei von Ritter aufgekauft und wenige Jahre später geschlossen wurde.

Viele fragen sich, was ein Export überhaupt ist. Genau wie ein Helles oder Pils ist es ein (meist) helles, untergäriges Vollbier. Es gibt tatsächlich aber auch dunkle Exportbiere, die dann mit dunklerem Gerstenmalz gebraut werden. Das Export der Bergmann Brauerei ist golden, sehr klar und hat eine leuchtend weiße Schaumkrone. Im Vergleich zum Pils ist es aber weniger gehopft, also nicht ganz so bitter und daher für Leute, die eher ausgewogene Biere mögen, geeignet. Auch schmeckt man beim Export deutlich stärker die Malze als beim Pils. Wie sehr das Export zu Dortmund gehört erkennen wir daran, dass es im englischsprachigen Raum „Dortmunder“ heißt. Mal sehen, wie sich das Export von Bergmann so macht.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Zwar ist die sahnige Schaumkrone eher klein, aber sie bleibt dafür sehr lange erhalten. An der Optik gibt es also nichts zu mäkeln.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkruste mit einigen blumigen Noten, aber auch die Süße des Malzes steigt mir in die Nase.

Der Antrunk ist mäßig süß und die feinperlige Kohlensäure ist eher knapp bemessen. Auf der Zunge gesellst sich ein leichtes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und rund. Auch im Abgang wird das Bitter nicht kräftiger, aber es überrascht mit einem wirklich langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2%

Stammwürze:

12,4° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Bergmann Brauerei GmbH
Elias-Bahn-Weg 2
44263 Dortmund
www.harte-arbeit-ehrlicher-lohn.de