Zumindest ab und an trinke ich gerne einen Barley Wine. Da dieser Bierstil in Deutschland nicht gar so bekannt ist, hier eine kurze Definition aus Wikipedia: „Barley Wine ist ein starkes, in Holzfässern gereiftes Ale. Dieses Starkbier weist einen komplexen, mächtigen Geschmack und einen Alkoholgehalt von etwa 8–12 % auf… Im späten 18. Jahrhundert wurden aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen mit Frankreich die Weinvorräte in England knapp. Man begann für den Eigenbedarf Starkbiere einzubrauen, die bis zu einem Jahr in Holzfässern ausgebaut wurden, um den beliebten Rotwein zu ersetzen. 1854 begann mit der Produktion von Bass No. 1 der englischen Brauerei Bass die Vermarktung dieses Bierstils. Barley Wine ist ein starkes, in Holzfässern gereiftes Ale. Dieses Starkbier weist einen komplexen, mächtigen Geschmack und einen Alkoholgehalt von etwa 8–12 % auf.“
Der Barley Wine Bommen & Granaten (auf Deutsch Bomben und Granaten), der jetzt vor mir steht, stammt von der niederländischen Brauerei De Molen Brouwerij im niederländischen Bodegraven. So, jetzt reicht es aber mit der Theorie, kommen wir zur Verkostung.
Rotbraun und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Der sehr wenige Schaum ist gelblich und er fällt auch ziemlich schnell in sich zusammen.
Das Aroma ist weinartig mit intensiven Malzaromen, dazu der Duft nach getrockneten Früchten wie Rosinen, abgerundet wurde würzige Noten.
Der Antrunk ist überraschend süß mit einer dezent eingesetzten Kohlensäure. Obwohl der Geschmack sehr intensiv ist, ist die Süße angenehm. Sie bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sie an Rosinen erinnert. Außerdem gesellt sich ein ordentliches Bitter dazu, das mir allerdings nicht ganz so gut gefällt, da es mich an Medikamente erinnert. Trotzdem – das Bier ist durchaus ungewöhnlich und weiß zu gefallen. Das Mundgefühl ist fast dickflüssig, dabei voll und weich. Im Abgang wird das Bitter noch einmal kräftiger und es klingt sehr lange nach, wobei es seinen Medikamentencharakter verliert.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker
Alkoholgehalt:
11,0 % VOL.
Brauerei:
Brouwerij De Molen
Doortocht 4
2411 DS Bodegraven
Niederlande
www.brouwerijdemolen.nl
Die Lagunitas Brewing Company ist eine der größten und am schnellsten wachsenden Craft Beer Brauereien in den USA. Die Brauerei wurde 1993 in Kalifornien von Tony Magee gegründet. Wie viele der großen Brauer von heute begann er zuhause in seiner eigenen Küche zu brauen. Nach einem großen Küchenbrand (und einem ruinierten Thanksgiving-Essen) verlangte seine Frau Carissa, dass Tony seine Braupraktiken an eine andere Stelle verlegt.

Nun steht mal wieder ein Bier des Fliegenden Holländers Ronald de Waal vor mir. Ein Niederländer, der in Finnland wohnt und zum Brauen sich in belgischen Brauereien einmietet. Damit vereint er drei große Biernationen, was sich auch durchaus in seinen Bieren niederschlägt.
Nachdem ich vor einiger Zeit bereits das Zatte Rita bruin verkostet hatte steht Rita nun in Blond vor mir und ich will mich ohne lange Vorrede direkt an die Verkostung machen.
Der Gewinner des vierten Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und BrauBeviale heißt Fernando Coppi. Sein „Tropical Coast“ hat sich in der Juryverkostung gegen 160 andere West Coast IPAs durchgesetzt und wurde in der Zwischenzeit bei Maisel & Friends nachgebraut. Das Hobbybrauer-Gewinnerbier wird im Rahmen des Beviale
Alkoholfreie Biere liegen im Trend. Auch Flying Dutchman will da nicht abseits stehen und hat mit „Free Your Mind and Your Ass Will Follow“ in dieser Kategorie ebenfalls ein Bier im Angebot. 2020 wurde das Bier bei den World Beer Awards sogar mit der Silbermedaille als Belgiens zweitbestes Bier ausgezeichnet. Na, wenn das kein Anreiz ist, das Bier zu verkosten.
Der Brauer beschreibt dieses Bier wie folgt: „Haftungsausschluss. Dieses unheimliche Bier sollte nur in einer düsteren Stimmung getrunken werden. Von Kopf bis Fuß schwarz gekleidet und Joy Division Love zuhörend. Dies ist ein ernstes Bier für ernsthafte Menschen. Seien Sie jedoch gewarnt, das Zusammenspiel von schwarzen Johannisbeeren und Schokolade mit etwas Vanille- und Eichenchips, das von unserem glücklichen Brauer verwendet wird, kann Sie unerwartet aus der Leere existenzieller Schmerzen herausholen, die Sie so genossen haben. Und dann fühlst du dich plötzlich gut. Das ist wirklich nicht gut.“ OK, sonst noch was? Ja, im Jahr 2019 hat das Bier bei den World Beer Awards den ersten Platz unter den belgischen Bieren gewonnen. Das ist doch was.
In Haarlem, in der Nähe von Amsterdam befindet sich die Jopenkerk, eine ehemalige Kirche, die als solche nicht mehr benötigt wurde und die jetzt eine Gastronomie mit eigener Brauerei beherbergt. Von dort stammt auch das Bier „Hop zij met ons“, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Dieses Bier hat eine Besonderheit – es ist glutenfrei. Genau aus diesem Grund schreibe ich meine Erwartungen erheblich zurück. Bislang haben mir alle glutenfreien Biere nicht gefallen, denn ihnen fehlt jegliche Ausgewogenheit. Sie waren alle wirklich langweilig. Mal sehen, ob dieses Bier mich jetzt positiv überrascht.