Schlagwort-Archiv: Bockbier

Duckstein – Rubin Bock

Nun steht wieder einmal ein Bier vor mir, das nur jahreszeitlich erhältlich ist. Es handelt sich um den Rubin Bock von Ducksteiner in Hamburg. Ducksteiner ist ein Tochterunternehmen von Holsten, das wiederum zu Carlsberg gehört. Um ehrlich zu sein: die deutschen Marken, die zu Carlsberg gehören, können mich nicht so richtig überzeugen. Meiner Meinung nach sind sie eher zum Wirkungstrinken geeignet als zum Genuss oder auch, um nach einem anstrengenden Arbeitstag den Stress abzuschütteln. Andererseits fallen die Standardbiere von Duckstein durchaus etwas aus dem Rahmen und wenn von dort ein Bier kommt, das für einen speziellen Anlass gebraut wurde (in diesem Fall für den Winter), dann kann ich doch einige Qualität erwarten. Dies gilt besonders, weil ich weiß, dass aus Polen einige Biere aus dem Hause Carlsberg stammen, die mich begeistern konnten. Mal sehen, was jetzt auf mich zukommt.

Hell bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone hat einen leichten Gelbstich und bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Bier also schon mal wirklich ansprechend.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu kommen leichte Töne nach Rauch, Holz und Whiskey. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße aus. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp vorhanden. Da würde ich mir etwas mehr wünschen. Auf der Zunge überrascht die Kraft des Rauchgeschmacks, die deutlich stärker ist als ich es in der Nase wahrgenommen habe. Die Süße wird jetzt durch ein gut abgestimmtes Bitter begleitet, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang ist der Rubin Bock leicht bitter mit durchschnittlichem Nachklang.

Mit diesem leider nur saisonal angebotenen Bier beweisen die Brauer aus Hamburg, dass sie Biere brauen können, die aus dem Mainstream herausstechen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Cara hell, Rauchmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Hüll Melon, Tettnanger Aroma, sowie ein nicht näher benannter Aromahopfen)

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Duckstein GmbH
Jürgen-Töpfer-Str. 50, Haus 18
22763 Hamburg
www.duckstein.de

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2021

Seit fünf Jahren stellt die Brauerei Maisel & Friends Jahrgangsbiere her, die in Holzfässern gereift wurden, in denen vorher Spirituosen lagerten. Eines dieser Biere ist der Boubon Bock, von dem jetzt der Jahrgang 2021 vor mir steht.

Die Reifung in den Fässern dauerte mehrere Monate. Die Fässer stammen aus verschiedenen namhaften amerikanischen Destillerien und auch ein paar frisch getoastete Eichenholzfässer kamen für das perfekte Ergebnis zum Einsatz, bevor das Bier in die auffälligen Flaschen mit 0,75 Liter Inhalt gefüllt wurde.

Kupferrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die gemischtporige Schaumkrone fällt leider recht schnell in sich zusammen, aber die wunderbare Farbe des Bieres sorgt dafür, dass dies dem optischen Eindruck keinen Abbruch tut.

Das Aroma ist malzbetont, so dass die Düfte nach Whiskey und Karamell mir in der Nase kitzeln, ohne die anderen Aromen zu verdrängen. Im Gegenteil – es bleibt reichlich Platz für Düfte nach Holz, Waldhonig, Mandeln, Vanille sowie einige würzige Noten nach Pfeffer und Muskat. Diese Komposition ist betörend, so dass das Bier fast zu schade zum Trinken ist.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und die feinperlige Kohlensäure ist sehr gut dosiert. Auf der Zunge gesellt sich noch der Geschmack nach Karamell zur Süße und verbindet sich mit den Aromen nach Honig, Holz und Vanille sowie einem ganz leichten Bitter zu einem Ganzen. Dazu wärmen die 8,0 Volumenprozent Alkohol. Das Mundgefühl ist voll und sehr weich. Auch der Abgang ist mild mit wenig Bitter. Dafür kommt jetzt die Vanille kräftiger durch. Das Bier klingt durchschnittlich lange nach.

Das streng limitierte Bier ist das perfekte Geschenk für jeden Bier- und Whiskeyliebhaber.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfrends.com

Flensburger Winterbock

Die Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG wurde im Jahr 1888 gegründet und befinet sich seitdem im Familienbesitz. Auch aus dieser Brauerei kommt seit dem Jahr 2004 ein Winterbier und es ist nicht verwunderlich, dass es sich dabei um ein Bockbier handelt. Jetzt steht es erstmals vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Hell bernsteinfarben und gefiltert läuft das Bier ins glas und bildet dabei eine ordentliche feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach Karamell, abgerundet durch den Duft nach Waldhonig sowie einige blumige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist stiltypisch süß. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure sehr knapp bemessen. Da würde ich mir durchaus etwas mehr wünschen. Auf der Zunge kommt zur Süße ein passendes Bitter. Für ein Bockbier ist der Flensburger Winterbock recht schlank; trotzdem weiß er mit seiner Süffigkeit und Würze zu begeistern. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter aus, das trotzdem überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

18 EBC

Brauerei:

Flensburger Brauerei
Emil Petersen GmbH & Co. KG
Munketoft 12
D-24937 Flensburg
www.flens.de

BierSelect

Herforder Weihnacht

Die Herforder Weihnacht ist ein Märzen aus dem ostwestfälischen Herford, nördlich von Bielefeld gelegen. Auch die dortige Brauerei, die zur Warsteiner-Gruppe gehört, will sich das Geschäft mit den etwas kräftiger eingebrauten Bieren vor Weihnachten nicht entgehen lassen und stellt daher das Märzen her, das jetzt vor mir steht. Ich bin gespannt, ob die Ostwestfalen auch ein Märzen brauen können, einnen Bierstil, der eigentlich in ayern und Österreich verortet wird.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige beige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist leicht röstig und nussig, wobei der Duft nach Karamell dominiert und mit den leichten alkoholischen Nuancen gut harmoniert.

Der Antrunk zeigt dann auch einige Süße, zu der die geringe Dosierung der sehr feinperligen Kohlensäure nicht so recht passen will. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Karamell in den Vordergrund, begleitet durch ein sehr leichtes Bitter. Für ein Weihnachtsbier ist die Herforder Weihnacht schlank, sorgt aber trotzdem für ein weiches Mundgefühl. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten und auch das Bitter bleibt weiterhin im Hintergrund. Trotzdem klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,4° Plato

Brauerei:

Herforder Brauerei GmbH
Gebr.-Uekermann-Str. 1
32120 Hiddenhausen
www.herforder.de

Heinder Bock

Bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte das Dorf Heinde, einige Kilometer südlich von Hildesheim gelegen, eine eigene Brauerei. Vermutlich im Zuge der Industrialisierung wurde das Brauen dort aufgegeben und die Bewohner bezogen ihr Bier von außerhalb. Heute erinnern nur noch einige ausgehöhlte Baumstämme, die der Brauerei als Wasserrohre dienten, die vom Lehrbach zum Brauereigebäude auf dem Rittergut führten und die bei Bauarbeiten ans Licht kamen, an die Heinder Brautradition. Nachdem in Heinde mehr als 100 Jahre nicht mehr gebraut wurde, fanden sich sechs Bierenthusiasten zusammen, um die Tradition wieder aufleben zu lassen. Von ihnen stammt auch das Bockbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine durchschnittlich große Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, begleitet von den würzigen Noten des Hopfens.

Wie ich es erwartet habe, ist der Antrunk recht süß. Obwohl die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert ist, ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. Auf der Zunge lässt die Süße etwas nach, wobei die Röstnoten des Karamells mehr in den Vordergrund treten. Dazu tritt eine leichte Säure auf den Plan. Das Mundgefühl ist weich und voll. Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Säure gefällt. Einerseits ist sie nicht stiltypisch, auf der anderen Seite sorgt sie für eine erhöhte Komplexität des Geschmacks. Vermutlich muss jeder für sich entscheiden, ob das gefällt oder nicht. Erst im Abgang taucht ein leichtes Bitter auf, das aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hüll Melon),Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

33 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Heinder Naturtrüb GbR
Wulfskuhle 3
31162 Heinde
www.heinder-naturtrueb.de

Hildesheimer Braumanufaktur – Godehard 2020

Namensgeber für das Bockbier, das jetzt vor mir steht, ist die Godehardikirche in Hildesheim, die im späten 12. Jahrhundert erbaut und bis heute nicht wesentlich verändert wurde. Es handelt sich um das erste Bier, bei dem die beiden Brauer die Flasche zum Zeichen des besonderen Inhalts mit Papier ummantelt haben. Außerdem versprechen die Brauer, dass Godehard in jedem Jahr im November neu erscheinen wird. Jetzt steht jedenfalls der Jahrgang 2020 vor mir.

Es handelt sich um ein helles Bockbier, das mit einem warmen Goldton ins Glas läuft und dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone erzeugt, die recht lange erhalten bleibt.

Das Ber duftet nach Brotkrume, Holz, Heu, abgerundet durch einige würzige Noten. Dazu kommt noch ein leichter Hauch Weißwein.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße aus, gepaart mit einer sehr gut dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich noch fruchtige Geschmäcker dazu. Dieses Aroma hatte ich in der Nase nicht wahrgenommen. Ein leichtes und angenehmes Bitter spielt ebenfalls mit. Gemeinsam sorgen die Aromen für ein rundes und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter tritt in den Vordergrund und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Premiant), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur

Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Engel – Keller Bock

Aus der Biermanufaktur Engel im baden-württembergischen Crailsheim stammt das naturtrübe Bockbier, das jetzt vor mir steht. Als ich das Etikett erstmals sah, fiel mir auf, dass die Brauerei nicht angegeben hat, ob es sich um einen dunklen oder einen hellen Bock handelt. Ein Blick auf das Rückenetikett brachte aber bereits die Lösung des Rätsels: Auf einer Farbskala, die von hellgelb über rot bis tiefschwarz reichte, wurde auf die rote Farbe verwiesen. Ein roter Bock? Das ist doch mal was Neues.

Rotgolden und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal was her.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont nach Karamell, dazu kommen ein Hauch Zitrusfrüchte sowie der Duft von Trockenfeigen und Honig.

Der Antrunk ist rezent mit einer kräftigen, aber nicht übertriebenen, Süße. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und es gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, begleitet von einer diskreten Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ich weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank mit kurzem Nachklang.

Der Bock macht einen wirklich soliden Eindruck und er passt zu jedem kräftigen Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

Broeder Jacob – Gijle Bock

Die meisten Menschen haben das Lied von dem Mönch, der zu lange schlief, bereits in der Schule kennengelernt, Bruder Jakob. Aber warum kam der arme Mönch nicht rechtzeitig zur Frühmesse? Die Legende lautet wie folgt:

„Wir schreiben das Jahr 1385. Jacobus Klaaszn ist ein sechzehnjähriger Novize, und sein Abt gibt ihm den Auftrag, bei Bruder Isidoor in die Lehre zu gehen. Bruder Isidoor ist der Braumeister des Klosters. Aber der gute Mann nähert sich dem reifen Alter von achtzig Jahren. Und der Abt will verhindern, dass Isidoor seine Brauereigeheimnisse mit ins Grab nimmt. Das Bier von Isidoor ist ein angenehmes, leicht alkoholisches Bier. Die Mönche trinken es gerne während ihres Mittagesses.

Bruder Jakob – wie der Junge nun genannt wird – ist ein eifriger Schüler. Eines Tages schickt ihn Bruder Isidoor ins Kloster von Rochefort. Dort wird ihm ein Bier serviert, das ihm sehr gut schmeckt. Er kommt mit dem Mönch/Braumeister ins Gespräch und lernt so einiges. Zurück zu Hause beichtet er dem Abt, was er in Rochefort gelernt hat. Er bittet um die Erlaubnis, selbst solches Bier zu brauen. Vater Abt gibt seinen Segen, aber nur unter der Bedingung, dass Bruder Jakob in seiner freien Zeit experimentiert.

Deshalb ist Bruder Jakob auch mitten in der Nacht mit Pfannen, Kesseln und Fässern beschäftigt. Er ist so vertieft in seine Arbeit, dass er viel zu spät in seine Zelle zurückkehrt. Mit dem bekannten Ergebnis. „Bruder Jakob, schläfst du noch?“ (Frère Jacques, dormez-vous?)

Aber die Arbeit von Bruder Jakob hat gute Früchte getragen. Eines Tages ist sein Bier komplett fertig. Er präsentiert sein erstes Fass dem Vater Abt. Dieser ist erfreut, aber auch beunruhigt. Das Bier schmeckt köstlich und reichhaltig, enthält aber mehr Alkohol, als die Mönche und Brüder gewöhnt sind. Deshalb ordnet er an, dass das Bruder-Jacob-Bier nur unter strengster Geheimhaltung gebraut werden darf. Und nur für ihn und den Bruder-Brauer. Und so wurde es gemacht … bis Johan Claes im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder auf den Geschmack kommt. Sie machen sich ans Werk und brauen ein neues Bier mit dem Segen von Bruder Jakob.

Kupferfarben, hefetrüb und mit einer feinporigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich der Gijle Bock im Glas.

Das Bier duftet nach Mokka und dunkler Schokolade, dabei aber nicht zu süß.

Anders der Antrunk, der stiltypisch eine kräftige Süße aufweist sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Süße bleibt erhalten, während sich das Bitter diskret im Hintergrund hält. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter kommt etwas mehr zum Vorschein und klingt lange nach.

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

EBU 18

Farbe:

60 EBC

Brauerei:

BVBA Brouwerij Broeder Jacob
Beninkstraat 28
3111 Wezemaal
Belgien
www.broederjacob.com

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2020

Dass von der Brauerei Maisel & Friends im fränkischen Bayreuth richtig gute Biere kommen ist ja bekannt. Aber einmal im Jahr setzen die Franken noch einen drauf und veröffentlichen ihren Bourbon Bock. Dieses Bier hatte mehrere Monate Zeit, in verschiedenen Bourbon-Fässern zu reifen. Auch wenn das Jahr 2020 bereits einige Zeit vorüber ist, steht doch jetzt erst dieser Jahrgangsbock vor mir.

Bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist größtenteils feinporig und bleibt relativ lange erhalten.

Das Aroma ist sehr komplex. Ich rieche Süße, Mandeln, Trockenfrüchte, Kokos und Vanille. Der Duft des Whiskys bündelt diese Düfte zu einem bunten Strauß, der richtig Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist weniger süß aus ich es erwartet habe. Im Gegenteil ist er erstaunlich frisch mit einer angenehm feinporigen Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Die Frische bleibt präsent und nur wenig Bitter gesellt sich zu den Aromen. Dabei ist das Mundgefühl weich. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter kommt etwas mehr in den Vordergrund. Dabei bleibt der Geschmack freundlich und mild und er sorgt trotzdem für einen langen Nachklang.

Zutaten    :

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Stammwürze:

17,2° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Super Bock

Ups, jetzt steht das vermutlich einzige Bier aus Portugal vor mir, das im deutschen Wikipedia über einen eigenen Eintrag verfügt: „Super Bock ist ein portugiesisches Bier. Es wurde 1927 erstmals gebraut und wird bis heute von der Super Bock Group hergestellt. Die beiden Biermarken Super Bock und Sagres sind die bekanntesten Biere in Portugal, mit einem Marktanteil von zusammen 89,5 %. Super Bock wurde international mit 35 Goldmedaillen (u. a. der Monde Selection) ausgezeichnet und wird in 21 weiteren Ländern vertrieben, unter anderem in Bermuda, Kanada, Luxemburg, Mosambik, Spanien, Vereinigtes Königreich und den USA. In Angola errichtet die Unicer eine eigene Super Bock-Brauerei. Zuvor war sie bereits der größte portugiesische Exporteur nach Angola, insbesondere mit Super Bock-Bier, von dem sie 2010 bereits 120 Millionen Liter in das Land einführte.“ Wenn das mich mal nicht neugierig macht. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Intensiv golden und gefiltert glänzt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und sie bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Frische Aromen nach Malz und würzigem Hopfen steigen mir in die Nase, dazu einige fruchtige Noten, die aber eindeutig eine untergeordnete Rolle spielen.

Eine feine Malzsüße ist auch der tragende Eindruck im Antrunk, zusammen mit einer angenehmen feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich ein zur Süße passendes Bitter. Das Mundgefühl ist samtig. Insgesamt ein wirklich süffiges Bier. Der Abgang wird durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das aber leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, ungemälzte Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Super Bock Bebidas, S.A
Via Norte
4465-764 Leca do Ballo – Matosinhos
Portugal
http://www.superbock.pt/