Schlagwort-Archiv: Bockbier

Ayinger – Winter Bock

Etwa 25 Kilometer südöstlich von München liegt die Gemeinde Aying, die ich bislang nur aufgrund der Biere aus der dortigen Brauerei kenne. Ansonsten habe ich nur den Ortsnamen auf den Plänen des Münchener Verkehrsverbundes gesehen. Ich hoffe, dass ich demnächst einmal in München die Zeit finde, die dortige Brauerei und die dazu gehörende Brauereigaststätte zu besuchen.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Damit sieht das Bier schon mal sehr verheißungsvoll aus.

Röstmalze dominieren das Aroma mit ihrem Duft nach dunkler Schokolade, nach Haselnüssen und einem Hauch Rauch. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Wie ich es erwartet habe icht der Antrunk recht süß. Dafür wird er durch eine sehr feinperlige Kohlensäure gekrönt. Auf der Zunge kommt zur Süße ein passendes Bitter. Der Kaffeegeschmack ist im Vordergrund, abgerundet mit einem Hauch Schokolade. Das Mundgefühl ist weich und voll, was auch daran liegt, dass der Alkohol gut eingearbeitet ist. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter wird kräftiger und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Aying Franz Inselkammer KG
Verwaltung: Münchener Straße 21
85653 Aying
www.ayinger.de

Hildesheimer Braumanufaktur – Moritzberger Felsenkeller-Bock


Moritzberg ist ein Stadtteil von Hildesheim und meiner Meinung nach vermutlich der Stadtteil mit der besten Lebensqualität. Außerdem ist es ein Stadtteil mit einer Biertradition, die bis ins 19. Jarhundert zurückreicht. Bis ins Jahr 1906 war in der Elzer Straße die Victoria-Brauerei beheimatet, die dort im Felsenkeller ihr Eis lagerte, das sie im Winter aus dem Eisteich gewann. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Härke-Brauerei eine Niederlassung in der Brauereistraße, aber das ist eine andere Geschichte. Der Felsenkeller wird vom Verein zur Erhaltung des Eiskellers der ehemaligen Victoriabrauerei Hildesheim e.V. restauriert und wieder zugänglich gemacht. Dieser Verein erhält auch den Erlös aus den Felsenkeller-Bieren aus der Hildesheimer Braumanufaktur.

Intensiv orangefarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt auch flott in sich zusammen.

Das Aroma ist würzig nach Brotkrume und Karamell.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es von anderen hellen Bockbieren gewohnt bin. Gut gefällt mir die sehr feinperlende Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Bier für ein Bockbier ungewöhnlich bitter. Die Süße bleibt aber erhalten. Zusammen ergeben sich ein intensiver Geschmack und ein volles Mundgefühl. Auch im Abgang ist das Bier würzig-bitter; der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zu diesem Bier passt gut ein Schweine- oder Sauerbraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeffer und Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

für

Verein zur Erhaltung des Eiskellers
der ehemaligen Victoria Brauerei
Hildesheim-Moritzberg e.V.
c/o Michael Kriegel
Bergsteinweg 38
31137 Hildesheim
www.felsenkeller-moritzberg.de

Jahrgangsbier 2022: Gold Ochsen Zirbenbock

In diesem Jahr jagt bei Gold Ochsen in Ulm ein Jubiläum das nächste. Neben dem 425-jährigen Bestehen der Brauerei selbst gibt es im Herbst einen weiteren Grund zum Feiern: Das Gold Ochsen Jahrgangsbier geht in die mittlerweile zehnte Runde. Zu diesem Anlass haben die Braumeister wieder eine echte Rarität kreiert: den Gold Ochsen Zirbenbock. Beim Einschenken präsentiert sich die Starkbierspezialität in einem samtigen Waldhonigton und versprüht sogleich den zarten Duft des Holzes, das von Braumeister und Laborleiter Alexander Maier höchstpersönlich in Südtirol, auf 2.000 Metern Meereshöhe inmitten der herrlichen Berge des Ahrntals frisch geschlagen wurde. Im Antrunk zeigt sich nach der cremigen Schaumkrone ein vollmundiger Körper mit Anklängen von Karamell und Honig, während das unverkennbare Aroma der Zirbelkiefer im Duett mit dem Hopfen im Abgang sanft nachklingt. „Unsere zehnte Sonderedition ist ein wahres Meisterstück der Braukunst. Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt und stolz, mit wie viel Kreativität und Herzblut unsere Braumeister am Werk sind. Sie machen mit ihren Kreationen dem Namen ‚Ulms flüssiges Gold‘ alle Ehre“, so Gold Ochsen Geschäftsführerin Ulrike Freund. Die eleganten, schwarzen 0,75-Liter-Flaschen mit Korkverschluss sind ab dem 17. Oktober 2022 im Brauerei Shop, im Ochsen Shop in der Ulmer Innenstadt sowie bundesweit über den Gold Ochsen Online Shop erhältlich – und wie immer in Anlehnung an das Gründungsjahr der Brauerei auf 1.597 Stück limitiert.

Für Alexander Maier ist Südtirol wie ein zweites Zuhause – und seiner handwerklichen Begabung ist die Idee für den Gold Ochsen Zirbenbock geschuldet. Was mit Zirbenspänen, die mit Bier versetzt wurden, begann, entwickelte sich Stück für Stück zu einer ausgereiften Rezeptur. „Um die Zirbe zur Geltung zu bringen, mussten wir die Balance zwischen einem nicht zu hellen oder zu dunklen Bier finden. Denn je nachdem tritt der Geschmack des Holzes zu wenig oder zu stark in den Vordergrund. Letztendlich war ein heller Bock die richtige Wahl“, erklärt Maier. Für die einzigartige Kreation wurde dem Pilsner Malz zur Abrundung noch etwas Münchner Malz an die Seite gestellt. Diese vereinen sich mit den drei verschiedenen Tettnanger Aromahopfen und dem Zirbenholz, das die lange Reifung des Bieres begleitet, zu einer harmonischen Gesamtkomposition. Dabei trifft der aromatische Zirbenduft auf einen leicht harzigen Geschmack sowie eine markante, aber zugleich angenehme Bitternote. Mit einem Alkoholgehalt von 7,7 Volumenprozent ist das limitierte Jahrgangsbier der ideale Begleiter zu Speck und Schüttelbrot oder kräftigen Wurst- und Käsesorten.

So weit die Pressemitteilung der Brauerei Gold Ochsen. In den letzten Jahren habe ich die Jahrgangsbiere immer verkosten können und ich war in jedem Jahr auf Neue begeistert vom Geschmack und der Kreativität der Brauer in Ulm. Ich hoffe auch in diesem Jahr, das Bier verkosten und hier im Blog vorstellen zu können.

lille – Winterbock

Nun ist es Sommer, die Temperaturen bewegen sich seit Wochen rund um die 30°-Marke und bald kommt der Herbst, den ich in diesem Jahr kaum erwarten kann. Gibt es einen besseren Zeitpunkt, ein Winterbockbier zu verkosten, das außerdem bald sein Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht? Ich glaube nicht. Deshalb werde ich mir den Winterbock der Kieler Brauerei Lillebräu vornehmen. Ich erwarte von diesem Winterbock, dass er mit seinem Ingwer und Zimt mir bereits jetzt im September ein gewisses Vorweihnachtsgefühl verleiht. Doch, auf dieses Bockbier habe ich jetzt richtig Bock.

Kupferfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die bis auf einen Rest recht flott in sich zusammenfällt. Der Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell und weihnachtlichen Gewürzen. Bier, das mit Ingwer und Zimt gebraut wurde, gibt es ja häufiger, aber dieses Bier duftet dabei auch außergewöhnlich frisch. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und samtig und mir gefällt, dass die Gewürze nicht hervorstechen, sondern wirklich diskret eingesetzt wurden. Auf der Zunge wird die Süße kräftiger. Das Bier ist vollmundig, wirkt fast dickflüssig. Dabei wärmt der Alkohol. Im Abgang ist das Bier überraschend schlank und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Dieses Bier von der Küste kann mich wirklich begeistern. Es ist der ideale Begleiter zu Wildgerichten und Gänsebraten. Ich habe es jetzt nicht ausprobiert, könnte mir aber vorstellen, dass der lille Winterbock sich auch hervorragend zur Zubereitung der Soßen zu diesen Braten eignen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Roggenmalz, Hopfen (Mittelfrüh), Hefe (S-23), Ingwer, Zimt

Alkoholgehalt:

7,0% Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

lillebräu GmbH
Eichkamp 9c
24116 Kiel
www.lillebraeu.de

Maisel & Friends – Marc’s Chocolate Bock

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus dem fränkischen Bayreuth vor mir, Marc’s Chocolate Bock stammt aus der Reihe der Signature Biere, einer Reihe, die lediglich drei Biere umfasst und damit wohl als die exklusivste Serie von Maisel betrachtet werden kann.

Schon der Name des Bieres sagt eine Menge über das Bier aus. Schokoladige Noten, die kräftig genug sind, um im Namen aufzutauchen, würde ich eher bei einem Stout erwarten. Damit sagt mir bereits der Name dieses Bieres, dass es sich um einen Hybrid eines Bockbiers mit einem Stout handeln könnte. Mal sehen, ob das Bier diesen Anspruch erfüllt oder ob ich eventuell in den Namen zu viel hineininterpretiere.

Praktisch blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine hellbraune Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Dunkle Schokolade dominiert das Aroma, zusammen mit dem Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach gerösteten Haselnüssen und einem Hauch getrockneter Blaubeeren. Nicht zu vergessen die Karamellsüße.

Im Antrunk präsentiert sich das Bier mit einer mäßigen Süße, weniger als ich aufgrund des Aromas erwartet habe, und einer reichlichen Gabe Kohlensäure. Aber dann kommt es auf der Zunge zu einer wahren Geschmacksexplosion. Dunkle Schokolade vereint sich mit Karamell, dazu kommt eine leichte Rauchnote. Dazu kommt eine leichte Fruchtigkeit, die mich jetzt eher an Preiselbeeren denken lässt. Alle Geschmackskomponenten sind wunderbar aufeinander abgestimnt, so dass sich ein weiches und leichtes Mundgefühl ergibt. Auch der Alkohol ist gut eingearbeitet und unterstützt die anderen Geschmackseindrücke, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Im Abgang wird das Bier trockener und der Geschmack nach Schokolade tritt mehr in den Vordergrund. Anfangs fehlt mir ein wenig das Bitter, das sich dann aber entwickelt und sehr lange nachklingt.

Marc’s Chocolate Bock ist ein Bier, das mit seiner geschmacklichen Tiefe, seiner Leichtigkeit und Drinkability wirklich überraschen kann. Es eignet sich gut als Begleitung zu Wildgerichten oder auch hellen Desserts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,4° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Landgang Brauerei – Hamburger Senatsbock

Die Idee des Senatsbocks ist nicht neu. Bereits in den 1950er Jahren haben sich die Hamburger Brauer zusammengetan und einmal im Jahr einen gemeinsamen Senatsbock gebraut. Irgendwann Ende der 1960er Jahre ist die Tradition dann eingeschlafen und im Jahr 2015 taten sich die fünf Brauereien Block Bräu, das Brauhaus Joh. Albrecht, die Gröninger Privatbrauerei, die Kehrwieder Kreativbrauerei und Ratsherrn zusammen, um die Tradition wieder aufleben zu lassen. Inzwischen haben sich noch drei weitere Brauereien angeschlossen. Die mittlerweile neun Brauereien haben nun den Senatsbock gebraut, der jetzt vor mir steht. Hier nur kurz, welche Brauereien den Senatsbock 2022 verbrochen haben:

  • Astra Brauhaus St. Pauli
  • Blockbräu
  • Joh. Albrecht Hamburg
  • Gröninger Privatbrauerei
  • Kehrwieder Kreativbrauerei
  • Ratsherrn Brauerei
  • Landgang Brauerei
  • Überquell
  • Wildwuchs Brauwerk

Und jetzt will ich mich aber endlich dem Bier widmen und die Flasche öffnen.

Braun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine voluminöse mittelbraune und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist malzbetont mit Noten nach Kaffee, etwas Rauch und einer leichten Fruchtigkeit, die an Trockenbirnen erinnert. Abgerundet wird der Duft mit einigen würzigen Noten.

Der Antrunk ist süß und mir fällt auf, dass die feinperlige Kohlensäure recht knapp bemessen ist. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten, während nun die Röststoffe in den Vordergrund kommen. Bitter ist eher zu erahnen als zu schmecken. Trotzdem ist das Mundgefühl weich und samtig. Der Abgang ist anfangs mild, aber langsam baut sich ein angenehmes Bitter auf, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22761 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Ale-Mania – Maibock

Jetzt habe ich ein Maibock vor mir stehen, der in Zusammenarbeit zweier Brauereien entstanden ist, die mir beide bislang lediglich dem Namen nach bekannt waren. Ale-Mania und Lieber Waldi versprechen, dass dieses Bockbier mit weniger Malz und dafür mit mehr Hopfen gebraut wurde als andere Maiböcke.

Bernsteinfarben und opalisierend läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch haben die Rheinländer schon mal alles richtig gemacht.

Stiltypisch duftet das Bier vorwiegend nach Karamell. Aber auch bittere Düfte steigen mir in die Nase. Das hatte ich nach der Ankündigung der Brauer eigentlich auch so erwartet.

Der Antrunk überrascht mich dann aber doch, denn für einen Maibock enthält das Bier recht wenig Süße, dafür aber reichlich feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein für ein Bockbier ungewöhnlich kräftiges Bitter dazu, das aber die Süße nicht überdeckt. Unerwartet kommt auch ein Hauch von roten Früchten dazu, der sich aber diskret im Hintergrund hält. Das Mundgefühl ist samtig und weich. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klings sehr lange nach.

Insgesamt ein ungewöhnliches Bockbier, aber wirklich nicht schlecht. Mit etwas mehr Aromahopfen, der für mehr Fruchtigkeit sorgt, könnte das noch ein richtig gutes Bockbier werden. Warten wir das nächste Jahr ab.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Karamellmalz), Hopfen (Herkules , Callista , Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Lieber Waldi GbR
Dustin Liebenow, Julian Waldner
Blankenheimer Str. 4
50937 Köln
www.lieberwaldi.de

gemeinsam mit

Ale-Mania
Biersmarck GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

Camba Bavaria – Braumeister-Edition #49 (Korbinian Häußler) – Maibock

So einen umfangreichen Namen wie der Maibock von Camba Bavaria hat noch kein anderes Bier gehabt, das ich in diesem Blog beschrieben habe. Das ist für mich Grund genug, einmal auf der Website der Brauerei nachzusehen, was es damit auf sich hat. Camba schreibt dazu:

„Die Neue Braumeister-Edition ist ein Maibock von unserem Braumeister Korbinian Häußler. Zusammen mit ein paar Mitarbeitern hat er die 49. Edition gebraut.

Zu seiner Kreation haben wir Korbinian folgende Fragen gestellt:

Warum hast du diesen Bier-Stil gewählt und was ist das Besondere an deiner Rezeptur?

Ich habe mich für diesen Bierstil entschieden, da er eher selten Platz im Biersortiment findet. Frisch interpretiert mit dem gewissen Etwas. Den gewissen Kick bringt das Zusammenspiel frischer, fein-fruchtiger Hopfenaromen in der Nase und die ausgewogene Malzsüße.

Wie würdest du den Geschmack beschreiben und wie passt der Name dazu?

Klassisch eingebraut mit vollmundigem Körper, feiner malziger, nussiger Charakter und cremiger Schaumkrone, einem Hauch fruchtiger Hopfennoten, das meinen Maibock zu einem frischen Trinkerlebnis und Lust auf mehr macht.

Zu welcher Gelegenheit passt dieses Bier?

Ob zum Feierabend, als Gipfelbier oder zu einem guten Essen – durch seine hohe Drinkability passend für jede Gelegenheit.“

So – damit wäre das geklärt. Kommen wir also zum Bier.

Kupferfarben und ohne Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich nur eine kleine Schaumkrone, die auch schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont nach Karamell, abgerundet mit dem Duft nach Waldhonig.

Der Antrunk weist die die stiltypische Süße auf, die durch eine reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu und sorgt für ein volles Mundgefühl. Fast erscheint es, als wäre das Bier dickflüssig. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Caramünch Typ 2), Hopfen (Tettnanger, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16,1° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.camba-bavaria.de

Finne – Lauer Lenz

Ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Maibockfan bin. Und auch wenn der Mai für dieses Jahr inzwischen vergangen ist, fand ich jetzt doch noch einen Maibock im Kühlschrank. Finne ist eine kleine Biobrauerei in Münster, die den meines Wissens einzigen Maibock mit Zutaten aus biologischem Anbau braut. Dann will ich mal testen, wie sich der Bock so macht.

Goldfarben mit einem Stich ins Orange und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein ausgefallen, aber sie bleibt lange erhalten.

Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, abgerundet durch fruchtige Noten.

Der Antrunk weißt die stiltypische Süße auf, begleitet von einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist mild mit einem leichten Bitter und leider einem nur kurzen Nachklang.

Insgesamt ist der Laue Lenz von Finne ein wunderbares Bier für einen Frühlingsabend.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner), Hopfen (Spalter Select, Mittelfrüh, Smaragd), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemeratur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Bayreuther Bockbier

In Franken werden bekanntlich viele tolle Biere gebraut. In einem Punkt hängt diese Gegend aber anderen Teilen Deutschlands hinterher – beim Bockbier. Das gibt es dort bei vielen Brauereien nur ab November und wenn es alle ist, heißt es warten bis zum nächsten Bockbieranstich. Es gibt dort traditionell keine Bockbiere, die das ganze Jahr erhältlich sind und auch die Tradition des Maibocks, die besonders in Einbeck hochgehalten wird, hat sich in Franken bislang nicht durchsetzen können. Aber Bockbiere sind bekanntlich haltbar, und so habe ich jetzt im Mai noch ein Bayreuther Bockbier vom letzten Jahr in meinem Kühlschrank gefunden. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, sie zu öffnen.

Kupferfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse elfenbeinfarbene und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es jedenfalls nichts auszusetzen.

Aromen nach Brotkruste und Kandis steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft roter Johannisbeeren.

Der Antrunk überzeugt durch die stiltypische Süße. Dazu kommt eine kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt dann die Überraschung: das Bayreuther Bockbier ist für einen dunklen Bock ungewöhnlich kräftig gewürzt. Dabei gefällt mir das Bier durchaus. Die Süße, der Geschmack nach Karamell und Rosinen sind gut auf das Bitter des Hopfens abgestimmt. Dazu kommt das volle und weiche Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter zunächst kurz noch kräftiger, lässt dann aber schnell nach und sorgt für einen langen Nachklang.

Ich habe einige Rezepte, in denen dunkles Bockbier für eine tolle Bratensoße sorgt. Dafür ist das Bayreuther Bockbier aber nicht geeignet; der ähnlich wie bei hellen Böcken reichlich eingesetzte Hopfen würde die Soße bitter machen. Im Glas kann das Bier aber voll und ganz überzeugen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze;

16,3 °P

Bittereinheiten:

23 IBU

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Bayreuther Bierbrauerei AG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.bayreuther-brauhaus.de