Schlagwort-Archiv: Belgian Strong Golden Ale

Het Nest – SchuppenBoer Winter 2020

Nun steht das SchuppenBoer Winter 2020 vor mir, ein saisonales Bier aus der Brauerei Het Nest im flandrischen Oud-Turnhout. Das Bier wurde im Rumfass gereift, ein Grund, weshalb ich mich auf dieses Bier besonders freue.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist opuent und bleibt lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach Biskuit mit fruchtigen Noten nach Zitrusfrüchten. Abgerundet wird der Duft durch das Aroma des für die die Reifung verwendeten Holzfasses, das sowohl den Duft des Rums als auch von Vanille auf das Bier überträgt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine diskrete Süße aus, die durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure ergänzt wird. Auf der Zunge verstärkt sich die Süße und der Geschmack des Rums kommt zum Tragen. Die zehn Volumenprozent Alkohol wärmen den Körper. Das Mundgefühl ist dickflüsig und likörartig. So geht es auch in der Kehle weiter. Der Geschmack des Rums und die Bitterstoffe halten sich in etwa die Waage und besonders der Rum klingt lange nach.

Auch wenn es sich beim SchuppenBoer Winter 2020 um ein recht komplexes Bier handelt, ist es doch einfach zu trinken und der Alkohol ist gut eingearbeitet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker, Kräuter

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Het Nest
Beyntel 17
2360 Oud Turnhout
Belgien
www.brouwerijhetnest.be

Boucanier – Christmas Ale

Das Wort Boucanier ist von dem Begriff Boucan abgeleitet, einer alten Grillmethode, die auf den haitianischen Inseln verwendet wird. Dort gab es in der Vergangenheit viele Deserteure, die sich zusammentaten, um vorbeifahrende Schiffe auszurauben. Sie nannten sich Boucanier. Das Bier, das diesen Namen trägt, wird seit 40 Jahren von Vansteenberge gebraut, steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell. Die Süße des Aromas erinnert an Rübensirup. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase und gibt dem Bier eine Likörnote.

Der Antrunk überzeugt durch die Süße der Karamellmalze sowie die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein passendes Bitter kommt zusammen mit der Würzigkeit des Hopfens dazu. Aus dem Hintergrund meine ich, auch den Geschmack von Nüssen wahrzunehmen. Das Mundgefühl ist cremig und rund und der Alkohol wirkt wärmend. Auch den trockneren Abgang teilen sich bittere und süße Geschmacksnoten, die durchschnittlich lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Icobes b.v.b.a.
Durmakker 23
9940 Evergem
Belgien

Belgoo – Magus

Nun steht wieder einmal ein Bier aus der Brouwerij Belgoo in Flandern vor mir. Das Belgoo Magus ist ein helles Belgian Ale mit 6,6 Volumenprozent Alkohol. Es wird mit vier Getreidearten gebraut, so dass ich mir ein recht komplexes Bier vorstelle.

Intensiv golden und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige weiße Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Kräutern, auch einige würzige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, aber die Kohlensäure sorgt für eine angenehme Frische. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Säure dazu, die an gelbe Pflaumen erinnert. Das Mundgefühl ist weich, schwer und wärmend. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz , Hafer, Dinkel, Hopfen, Hefe, Orangenschale

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Belgoo
G. Wittouckstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
www.belgoobeer.com

Belgoo – Keekebisj Export

Keekebisj wird seit Ende 2016 gebraut, wurde aber bis vor kurzem nur in Fässer abgefüllt. Das Bier ist seit kurzem leichter erhältlich, da das Unternehmen es in sein lokales „Craft“-Sortiment aufgenommen hat. Im Jahr 2007 begann Jo van Aert in Binche mit dem Bierbrauen, und die ersten Belgoo-Biere wurden kreiert. Das Brauen wurde schnell zu einer Vollzeitbeschäftigung. Heute braut er seine Biere in seiner eigenen Brauerei in Sint-Pietersleeuw und jetzt will ich das Keekebisj mal verkosten.

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma erinnert an einen tropischen Obstsalat. Ich rieche Zitronenschale, Ananas und eine reichhaltige Mischung anderer Südfrüchte. Abgerundet wird der Duft durch den Biskuitduft des Malzes. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine reichlich dosierte Koahlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich eine geringe fruchtige Säure sowie ein freundliches Bitter dazu. Für ein Bier mit acht Volumenprozent Alkohol ist das Mundgefühl erstaunlich leicht. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, so dass das Bitter mehr in den Vordergrund rückt und für einen langen Nachklang sorgt.

Alles in Allem ein elegantes Bier, das keine Wünsche offenlässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Weizen, Hopfen (Simcoe, Mandarina Bavaria), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Belgoo Brewery
G. Wittouckstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien
www.belgoobeer.com

Buffalo Bitter

Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Bier aus dem flämischen Herzele vor mir stehen, das an die Westernshow von Buffalo Bill erinnert. Diesmal handelt es sich um ein Strong Golden Belgian Ale mit 8 Volumenprozent Alkohol.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine beeindruckende feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also richtig was her.

Das Aroma ist malzbetont. Neben einem angenehmen Buskuitduft rieche ich auch blumige Noten des Hopfens.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist neben einer angenehmen Süße eine reichlich dosierte Kohlensäure. Auf der Zunge kommt ein kräftiges Bitter dazu, das von würzigen Hopfennoten begleitet wird. Das Mundgefühl ist voll und recht schwer. Im Abgang geht das Bitter etwas zurück, klingt aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, vergärbarer Zucker

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Lefebvre – Hopus

Die Brauerei Lefebvre ist seit ihrer Gründung im Jahr 1876 im Familienbesitz und wird inzwischen in der sechsten Generation geführt. Das erste Bier, das 2009 unter der neuen Geschäftsleitung gebraut wurde, ist das Hopus, ein Golden Strong Ale. Der Name setzt sich zusammen aus den dem englischen Hop für Hopfen und dem lateinischen Opus für Arbeit.

Hell bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist sehr voluminös und sie bleibt auch sehr lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma ist mild-hopfig mit einer leichten Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten und Birne. Das Mälz hält sich zwar weitgehend im Hintergrund, rundet aber die Hopfennoten gut ab.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße. Dazu gesellt sich auf der Zunge ein passendes Bitter, in dem sich die Aromen widerspiegeln. Das Mundgefühl ist rund und weich. Im Abgang dominiert ein angenehmes leichtes Bitter mir kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glucose-Fructose-Sirup, Dextrose, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,3 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Lefebvre
Chemin du Croly , 54
1430 Quenast
Belgien
www.brasserielefebvre.be

Bière du Corsaire

Wieder einmal steht jetzt ein Bier aus der Brouwerij Huyghe im flandrischen Melle vor mir. Obwohl ich bereits etliche Biere aus dieser Brauerei getrunken habe, war mir die Marke Bière du Corsaire bislang nicht bekannt. Aber gut, das muss ja kein Nachteil sein. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Leuchtend golden und gefiltert steht das Bier jetzt im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, aber auch einige würzige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, allerdings ist die sehr reichlich dosierte Kohlensäure der prägende erste Eindruck. Auf der Zunge gesellt sich ein kräftiges Bitter dazu. Das Mundgefühl ist recht schwer, aber leider nicht ganz rund. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter wird etwas schwächer, aber es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,4 % Vol.

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbei:

5 EBC

Brauerei:

Brauerei Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4B
9090 Melle
Belgien
www.brouwerijhuyghe.be

Lamoral

Aus Flandern kommt das Bier, das jetzt vor mir steht. Die Brauerei van den Bossche, von der das Bier kommt, nennt es exzentrisch. Jetzt bin ich selbstverständlich neugierig, zu erfahren, was dieser Begriff bei einem Bier bedeutet. Die Etiketten geben nicht viel her; sie verraten lediglich, dass es sich um ein obergäriges Bier mit einer Nachgärung in der Flasche handelt. Mache ich also die Flasche auf.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte nach Karamell sowie einige würzige Noten steigen mir in die Nase.

Der intensive Antrunk ist zunächst süß und eigt eine feinperlige und sanfte Kohlensäure. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, daneben eine angenehme Schärfe, die an Pfeffer und Ingwer erinnert. Das Mundgefühl ist voll und schwer, so dass ich den Eindruck habe, das Bier könnte mehr als die angegebenen acht Volumeprozent Alkohol enthalten. Allerdings ist der Alkohol gut ins Bier eingearbeitet, so dass er kaum durchschmeckt. Der Abgant ist nur leicht bitter, klingt aber trotzdem lange nach.

Doch, wenn die Flamen von „exzentrisch“ sprechen, dann meinen sie es auch so.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Nachgärungszucker

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van den Boosche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

De Ranke – Franc Belge

Dieses Bier aus der wallonischen Brauerei De Ranke soll an den Belgischen Franc erinnern, also an die Währung vor dem Euro. Dabei handelt es sich um ein Strong Ale, das ausschließlich mit hellen Malzsorten und mit Doldenhopfen gebraut wurde, also ohne den Einsatz von Extrakten oder Pellets. Außerdem wurde dieses Bier weder gefiltert noch pasteurisiert. Es hat einen für belgische Verhältnisse moderaten Alkoholgehalt von 5,2 Volumenprozent. Dann will ich mal sehen, wie mir dieses Bier gefällt.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die sahniger Schaumkrone ist etwas klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma besticht mit Düften nach Biskuitteig und Karamell, unterstützt durch die blumigen und grasigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk verwöhnt mich mit einer recht vollen Süße und aufgrund der feinperligen Kohlensäure angenehmen Frische. Auf der Zunge gesellt sich das passende Bitter des Fuggles-Hopfens. Die Geschmackskomponenten sind gut aufeinander abgestimmt. Dazu kommt ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter stärker und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Pale Ale, Münchner), Hopfen (Fuggles), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Ranke
Rue du Petit Tourcong 1A
7711 Dottignes
Belgien
www.deranke.be

Delirium Deliria

Während die Wallonie beim Brauen eher traditionell eingestellt ist (dabei sind die dortigen Brauer aber ebenfalls sehr kreativ), zeigt sich Flandern offen für neue Wege. Ursprünglich 1906 von Léon Huyghe in einem Gasthaus in der kleinen Stadt Appelhoek gegründet, wurde über die Jahrzehnte Bier gebraut, wenn auch manchmal inoffiziell. Mittlerweile wird in der Stadt Melle in einer Brauerei mit breitem Sortiment gebraut. Die Brauerei ist bekannt dafür, dass alle Flaschen Folien-verschweißt werden, um das Bier ideal vor Sonneneinwirkung zu beschützen.

Die Herstellung des Bieres Delirium Deliria findet seit 2020 einmal im Jahr ausschließlich von Damen für den Weltfrauentag statt. Damit sollen die Frauen im Brau-Business gestärkt werden. Dabei wird das Bier obergärig mit vier Malzsorten und fünf Hopfensorten (dabei kalt gehopft mit Saazer Hopfen) gebraut und dann in der Flasche erneut mit Zucker und Hefe versorgt, was eine zweite Gärung anstößt. Damit entsteht eine höhere Menge an Alkohol und fein perlende Kohlensäure in der Flasche. Die Kohlensäure wird dabei mit einem Naturkorken in der robusten Flasche gesichert.

Blassgolden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist zwar klein, bleibt aber lange erhalten. Die Optik ist schon mal hervorragend.

Das Aroma überrascht mich dann aber wirklich. Anfangs schien es mir eher weinartig zu sein, bevor der Duft nach Biskuitteig durchkommt, dazu würzige Hopfennoten. Auch der Alkohol kommt durch, aber nicht zu kräftig, so dass er die anderen Aromen nicht erschlägt sondern unterstützt.

Der Antrunk ist mit seiner angenehmen leichten Süße frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickeln sich würzige Noten zusammen mit fruchtigen Tönen nach Birnen und Weintrauben. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Das Bier erinnert durchaus an einen trockenen Sekt. Im Abgang wird die Säure etwas kräftiger. Die bitteren Töne sind nur verhalten vorhanden, sie klingen aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Mais, Reis, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be