Timmermans – Framboise Lambicus

Timmermans gehört zur Firmengruppe Anthony R. Martin, die im wallonischen Genval beheimatet ist. Timmermans selbst befindet sich im flandrischen Itterbeek. Dort wurde das Sauerbier, das jetzt vor mir steht, mit 10 % Himbeersaft und 0,8 % Holunderbeersaft gebraut.

Die Himbeeren verleihen dem hefetrüben Bier ein sehr schönes Rot. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist süß-fruchtig nach Himbeeren, unterstützt durch das Holzaroma der Eichenfässer, in denen das Bier gereift wurde.

So verwundert mich auch die Süße im Antrunk nicht, aber die Frische ist für ein Sauerbier doch erstaunlich. Auch auf der Zunge bleibt die Frucht im Vordergrund. Dabei bleibt auch die Malzsüße deutlich zu schmecken; sie wird aber nicht aufdringlich. Der Abgang ist sehr mild und die frische Fruchtigkeit klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Fruchtsaft (Himbeere 10 %, Holunderbeere 0,8 %), Zucker, Weizen, Hopfen, Antioxidationsmittel E300 und E330)

Alkoholgehalt:

4%.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Brasserie Timmermans
Kerkstraat 11
1701 Itterbeek
www.brtimmermans.be

Belgien

für

Brasserie Anthony R. Martin
Rue du Cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.brtimmermans.be

Hoppebräu – Daubern Sour

Daubern ist der bayrische Name für Blaubeeren. Blaubeeren und Bier? Weshalb nicht. Aus Belgien kommen viele Sauerbiere, die mit Früchten vergoren wurden. Ein belgisches Bier mir Blaubeeren habe ich zwar noch nicht gefunden, kann es mir aber gut vorstellen. Dazu kommt noch, dass ich sowohl Hoppebräu als auch Yankee&Kraut als Brauer sehr guter Biere kenne und schätze. Außerdem haben die Brauer satte 600 kg Blaubeeren organisiert, auf denen sie ihr Sauerbier gereift haben. Mit diesem Wissen öffne ich jetzt mal die Dose und schenke mir das Bier ein.

Bonbonrot und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige rosa Schaumkrone, die bis auf einen Rest recht schnell in sich zusammenfällt. Aber das war bei einem Sauerbier nicht anders zu erwarten.

Das Aroma ist süß mit Aromen nach Banane und Heidelbeere, abgerundet durch einen Hauch Vanille.

Der Antrunk ist für ein Sauerbier überraschend süß. Begleitet wird die Süße, die an Honig erinnert, durch eine fruchtige Säure. Wenn ich nicht wüsste, dass das Bier mit Blaubeeren gebraut wurde, würde ich die Frucht vermutlich nicht identifizieren können. Aber das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein; bislang habe ich noch kein mit Blaubeeren gebrautes Bier gefunden, das es Geschmacksmäßig mit einem Bier aufnehmen kann, das mit Sauerkirschen oder Schwarzen Johannisbeeren gebraut wurde. Das Daubern Sour ist mit seinem eher schlanken Mundgefühl erfrischend. Der Abgang ist sehr mild mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe, Laktose, Heidelbeeren

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
www.yankeeundkraut.de

gemeinsam mit

Hoppebräu
Edelweißstr. 21
83666 Waakirchen
www.hoppebraeu.de

In München am Start: Vinzentiner Bräu

Wenige deutsche Städte haben mehr Brauereien als München. Jetzt kommt noch eine Marke dazu: Vinzentiner Bräu. Mit einem naturtrüben Hellen startet die Marke Vinzentiner Biere ihr Marktdebüt. Mirco Hell, früher für die Energy Drink Marken Red Bull und 28 BLACK unterwegs, hat den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und seine eigene Biermarke kreiert. Für den Launch setzt Hell auf die Sorte Helles naturtrüb, die sich inzwischen als Trend und fester Bestandteil im deutschen Biermarkt etablieren konnte.

Wie es sich für Hell-Biere gehört, wird auch das Vinzentiner Hell naturtrüb in der 0,5 Liter Mehrweg-Flasche ab Mitte April im Handel erhältlich sein (20er Kasten und 6er Open Basket); für ein frisch Gezapftes steht Vinzentiner Hell naturtrüb der Gastronomie zusätzlich als Fassbier (30 Liter) zur Verfügung. Zur Markteinführung präsentiert sich Vinzentiner deutschlandweit auf zahlreichen Bierbörsen.

OK, streng genommen handelt es sich hier um ein helles Kellerbier, denn ein Helles ist per Definition gefiltert. Andererseits kommt mir das Nichtfiltern entgegen, da durch das Filtern einiges an Geschmack und damit Vollmundigkeit verloren geht. Da immer mehr Helle auch ohne Filterung auf den Markt kommen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass in naher Zukunft auch naturtrübe Biere als Helles anerkannt werden.

Schelde Brouwerij – ‘n Toeback 2

Eine der Produktlinien der Schelde Brouwerij im flandrischen Meer heißt ’n Toeback. Die Biere aus dieser Linie haben alle einige Gemeinsamkeiten. Sie wurden alle mir nur einer Hopfensorte gebraut. Diese Hopfensorte wird während des Brauens viermal zugegeben: während des Würzekochens als Bitterhopfen und später als Aromahopfen, im Whirlpool und letztendlich während der Reifung. Damit wird jedes Bier dieser Produktlinie zu einer Ode an den jeweiligen Hopfen. Das Bier, das jetzt vor mir steht, ist das zweite dieser Serie. Hier wurde der Hopfen Idaho 7 verwendet.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist hopfenbetont. Neben würzigen Noten kommen vor Allem Zitrusdüfte zum Tragen, besonders nach Mandarine. Aus dem Hintergrund runden harzige Aromen den Duft ab.

Der Antrunk ist süß, unterstützt durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Trockenfrüchten zusammen mit einem leichten angenehmen Bitter, wobei die Süße erhalten bleibt. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird der fruchtige Geschmack kräftiger, ebenso das Bitter. Der Nachklang ist recht lang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Idaho 7), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

9 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 11° Celsius

Brauerei:

Schelde Brouwerij
Wenenstraat 5
2321 Meer
Belgien
info@scheldebrouwerij.com

Auf den Spuren des alkoholfreien Bieres in Österreich

Die 13. Ausgabe des österreichischen Bierkulturberichtes, der von der Kommunikationsabteilung der Brau Union Österreich herausgegeben wird, wirft 2021 einen umfassenden Blick auf das alkoholfreie Bier. Persönlichkeiten der Branche erklären in Interviews, wie sich das alkoholfreie Bier im Lauf der Zeit entwickelt hat, welche Methoden es zur Herstellung gibt, wie etabliert alkoholfrei in der Gastronomie ist und wie sich alkoholfreies Bier auf die Gesundheit auswirkt.

Basierend auf den Ergebnissen einer breit angelegten Studie des „market“ Marktforschungsinstituts zur Bierkultur in Österreich wird auch ein vielfältiger Blick auf das heutige Konsumverhalten geworfen. Mittlerweile ist ersichtlich, dass sich die Coronapandemie auf das Konsumverhalten der österreichischen Bevölkerung ausgewirkt hat. Zumindest mehrmals pro Monat, also regelmäßig, trinken 61 % der Österreicher Bier, 4 % mehr als im Vorjahr. Fragt man, wo das Bier am besten schmeckt, geben ein Drittel der Österreicher (36 %) unterwegs an, in Bars, Lokalen, Gasthäusern. Zuhause schmeckt es hingegen nur 18 % besser. Aber ebenfalls einem Drittel (35 %) kommt es nur auf das Bier an, das ihnen überall gleich gut schmeckt.

Konsumtrends Alkoholfrei und Regionalität

Legt man den Fokus auf alkoholfreies Bier zeigt sich, dass fast die Hälfte der Österreicher (45 %) findet, der Umgang mit alkoholfreiem Bier hat sich zum Positiven verändert, es ist mittlerweile schick und angesehen, zu alkoholfreiem Bier zu greifen. Entsprechend trinkt ein Viertel der Österreicher (26 %) gerne alkoholfreies Bier, Tendenz seit Jahren leicht steigend. An den Konsumgründen hat sich kaum etwas geändert. Nahezu die Hälfte der Österreicher (46 %) greift zu alkoholfreiem Bier, wenn man Lust auf ein Bier hat, aber ohne Alkohol trinken zu wollen sowie beim Autofahren. Letzterer Grund hat durch die pandemiebedingten Lockdowns um 4 % abgenommen. Alkoholfreies Bier ist für die Österreicher vor allem Durstlöscher (45 %), steht für Genuss (34 %) und Gesundheit (32 %).

Ein weiterer Konsumtrend hat sich durch Corona noch stärker ausgeprägt, Regionalität. 4 von 10 Österreichern bevorzugen ein Bier aus ihrer Region. Vor allem regelmäßige Bierkonsumenten (44 %), die 50-59-Jährigen (46 %) sowie die Landbevölkerung (47 %) greifen überdurchschnittlich oft lieber zu regionalem Bier. Unter den 18-29-Jährigen ist es hingegen nur ein Drittel, in dieser Altersgruppe fällt die Wahl mit 13 % fast doppelt so oft wie für die Gesamtbevölkerung auf internationales Bier.

Schlussendlich wird noch ein Blick in die Zukunft gewagt, wie es mit der Bierkultur in Österreich und dem Konsumverhalten von (alkoholfreiem) Bier weitergehen könnte. „Für nahezu jeden Österreicher ist Bier (sehr) wichtig für die österreichische Getränkekultur (87 %). Darum ist eines gewiss: Bier ist und bleibt ein Teil unserer österreichischen Kultur. Schon früher ebenso wie heute und sicher auch in Zukunft wurde und wird auf das Brauhandwerk mit Bier angestoßen“, ist Klaus Schörghofer, Vorstandsvorsitzender der Brau Union Österreich, überzeugt.

„In der diesjährigen Bestandsaufnahme zum Thema österreichisches Bier haben wir neben konstanten Fragen, um Vergleiche ziehen und Trends erkennen zu können, den Fokus auf alkoholfreies Bier, Regionalität und Auswirkungen der Coronapandemie gelegt, die erfreulicherweise den Stellenwert von Bier in der österreichischen Getränkekultur nicht negativ beeinflussen“, so Gabriela Maria Straka, Mitglied der Geschäftsleitung und Director Corporate Affairs & CSR der Brau Union Österreich und Diplom-Biersommelière.

Hopfmeister – Way Out

Eigentlich ist Marc Gallo ja Grafik Designer und hatte lediglich vor, schöne Etiketten für Brauereien zu entwerfen. Doch dann kam alles anders … Mit den ersten Kontakten zu anderen Brauern und ersten Versuchen am Kessel war die Leidenschaft schnell entfacht. Nach der Bier-Sommelier-Ausbildung 2014 ging das anfängliche Projekt dann in die Zielgerade und mündete schließlich in der Gründung der Hopfmeister Braumanufaktur. Als Gypsy Brauer besitzt er keine eigene Brauerei, sondern er nutzt freie Kapazitäten in regionalen Braustätten. Auf diese Weise hat er mehr Zeit für seine wahre Leidenschaft: neues auszuprobieren um es vielleicht in die Flasche zu bringen, so wie jetzt das Way Out (das dieses Mal leider in der Dose abgefüllt wurde), ein naturtrübes IPA.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. Top!

Das Bier duftet nach Grapefruit, Orange, Ananas und Vanille.

Der Antrunk ist fruchtig frisch und spritzig. Mir fällt die für ein IPA recht kräftige Malzsüße auf, die mir aber zusagt. Auf der Zunge schiebt sich schnell ein kräftiges und freundliches Bitter in den Vordergrund. Das Bitter ist so intensiv, dass es die Fruchtigkeit fast überdeckt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang zeichnet sich durch ein angenehmes Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Mosaic, Enigma, Galaxy, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° Celsius

Brauerei:

Hopfmeister
Schönchenstraße 4
81545 München
www.hopfmeister.com

Pater Lieven – Wit

Über die Brauerei Van den Bossche habe ich bereits einige Male berichtet und eigentlich habe ich auch bereits oft genug geschrieben, was ein Witbier von einem deutschen Weizenbier unterscheidet. Aber das Pater Lieven Wit hat noch eine Besonderheit: hier wurde auch Hafer mit verbraut. Dieser verleiht dem Bier seine unvergleichliche Milde und Weichheit. Und falls Sie gerade eine Flasche dieses Biers zur Hand haben und sich wundern, dass in der Zutatenliste weder Koriander noch Orangenschalen aufgelistet sind – dabei handelt es sich vermutlich um einen Irrtum – im Internet werden diese beiden Zutaten erwähnt. Sie sind auch erforderlich; schließlich sind Koriander und Orangenschale die typischen Zutaten für diesen Bierstil.

In hellem Gelb und mit leicher Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feimporige Schaumkrone ist durchschnittlich.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, dazu nach Zitrusfrüchten, Bananen und anderen Südfrüchten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Säure zur Süße und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge. Obwohl das Bier stiltypisch kaum Bitterstoffe enthält, ist es sehr vollmundig. Ich vermute, dass der Grund für die Vollmundigkeit in der Verwendung von Weizen und Hafer als Rohfrucht beim Brauen liegt. Im Abgang kommt doch noch ein leichtes Bitter zum Vorschein, das mit einer angenehmen fruchtigen Säure daherkommt. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hafer, Hopfen, Orangenschale, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Pinkus Extra

So, jetzt kommt mal wieder ein Biobier in die Verkostung, das Pinkus Extra. Dabei handelt es sich um ein kräftiger gehopftes Pilsener. Eie Website Ecoinform beschreibt dieses Bier wie folgt: „Pinkus Extra ist ein besonders stark gehopftes, extra herbes Bier Pilsener Brauart. Der Hopfen stammt aus ökologisch bewirtschafteten Hallertauer und Tettnanger Gärten. Die sorgsame Pflege der Hopfenpflanzen garantieren Bioland-Hopfenbauern, die seit Jahrzehnten mit dem Ökolandbau vertraut sind. Wir führen deren Arbeit in der Brauerei fort: mit ausgesuchten Malzen aus deutscher ökologischer Landwirtschaft, nach handwerklicher Tradition und durch verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur.“ OK, dann kann ich ja sofort die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

Intensiv goldfarben und minimal opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich volumniös und bleibt lange erhalten. Die Optik dieses Biers hat schon mal die Qualität, die ich von Pinkus Müller gewohnt bin.

Das Aroma ist weniger hopfenbetont als ich es erwartet habe. Das Malz kommt mit seinen brotigen Noten gut durch und wird durch die blumigen Noten des Malzes angenehm abgerundet.

Im Antrunk fällt neben der leichten Süße die sehr feinperlige Kohlensäure auf. Auf der Zunge kommt der Hopfen dann mit einem für ein Pilsener Bier kräftigen Bitter zurm Tragen. Die blumigen Noten spiegeln sich auf der Zunge. Dazu kommt eine leichte Buttrigkeit, von der ich nicht weiß, ob sie wie bei den böhmischen Pilsener Bieren gewollt ist oder ob das Bier im Handel falsch gelagert wurde. Das Aroma ist aber nicht so kräftig, dass es unangenehm würde. Auf jeden Fall ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenbraumalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Pinkus Müller
Kreuzstr. 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Lagunitas Brewing Company – IPA

Die Lagunitas Brewing Company ist eine der größten und am schnellsten wachsenden Craft Beer Brauereien in den USA. Die Brauerei wurde 1993 in Kalifornien von Tony Magee gegründet. Wie viele der großen Brauer von heute begann er zuhause in seiner eigenen Küche zu brauen. Nach einem großen Küchenbrand (und einem ruinierten Thanksgiving-Essen) verlangte seine Frau Carissa, dass Tony seine Braupraktiken an eine andere Stelle verlegt.

Tony zog mit seiner Minibrauerei in eine alte Scheune, aber auch diese wurde bald zu klein. Der gesamte Betrieb wurde dann nach Petaluma verlegt, wo sich bis heute immer noch die Hauptbrauerei befindet.

Das Bier, das jetzt vor mir steht, wurde zwar nach dem Originalrezept gebraut, allerdings in den Niederlanden, so dass auch der ökologische Fußabdruck für den Transport nach Deutschland nicht so groß ist.

Braumeister Jeremy Marshall verwendet seit 1995 dasselbe Rezept für dieses IPA. Und das aus gutem Grund, denn sein Bier wird heute sowohl von beginnenden Craft Beer Fans als auch von erfahrenen Bierkennern in der ganzen Welt getrunken und bejubelt. Dabei gilt das Lagunitas IPA als eine Ikone, wenn es um amerikanische West Coast IPAs geht. Die Bitterkeit und die fruchtigen Aromen des Hopfens sind perfekt mit der Karamell-Süße des Malzes abgestimmt.

Soweit die Theorie. Jetzt will ich die Flasche öffnen und den Inhalt verkosten, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu überprüfen.

Kupferfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große größtenteils feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik empfinde ich schon mal als sehr ansprechend.

Ein ungeheuer fruchtiges Aroma kitzelt meine Nase. Ich rieche Grapefruit, Ananas und Vanille. Das Sahnehäubchen ist aber der Karamellduft des Malzes, der den Obstsalat wirklich perfekt abrundet.

Der Antrunk ist für ein IPA ungewöhnlich süß. Aber der Karamellgeschmack des Malzes ist wirklich toll. Dazu noch die sanfte und sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommen dann die Obstaromen zum Tragen, die sich aber etwas zurückhalten und das Karamell des Malzes nicht überdecken. Dazu ein freundliches Bitter, das gut auf die anfängliche Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich und samtig, wie ich es bei einem IPA selten erlebt habe. Im Abgang drängt sich das Bitter dann doch in den Vordergrund, verdrängt die Fruchtigkeit und klingt sehr lange nach.

Dieses Bier verdient seinen legendären Ruf wirklich. Ich kann es mir gut zu einem indischen oder thailändischen Essen vorstellen. Aber ich denke auch, dass es sich als Zutat eines Dressings für einen Krabbensalat gut machen würde.

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Bittereinheiten:

51 IBU

Brauerei:

Von einer nicht genannten Brauerei in den Niederlanden unter Aufsicht von

The Lagunitas Brewing Company
1280 N. McDowell BLVD.
Petaluma
USA
www.lagunitas.com

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan setzt auf klangvolle Werbekampagne

aDie neue Kampagne der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan feiert die beiden wahrscheinlich besten Dinge der Welt: spontane Geselligkeit und gutes Bier. Dabei werden – ganz nebenbei – auch Geschichten rund um das Bier und seine Herkunft erzählt. Denn alle Motive sind direkt in und um die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan entstanden. Unter dem Kampagnenmotto „Klingt gut“ werden zunächst in vier Motiven unterschiedliche Momente festgehalten, in denen Menschen zusammenkommen und auf etwas Gutes anstoßen. Das Besondere an der Kampagne ist, dass die Models authentische Fans der Weihenstephaner Bierspezialitäten sind und sich nach dem Aufruf der Brauerei hierfür beworben haben. Die Print- und Online-Kampagne wird zudem mit Radio-Spots im Großraum München unterstützt.

„Es war uns besonders wichtig, dass die Models persönlich von unseren Bierspezialitäten überzeugt sind und einen engen Bezug zur Brauerei aufweisen konnten. Zudem wollten wir auf diese Weise die unterschiedlichen Zielgruppen der Weihenstephan Fans authentisch präsentieren. Daher haben wir unsere verschiedenen Kommunikationskanäle genutzt und im Frühsommer 2021 einen Aufruf gestartet. Die Resonanz darauf hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen“, legt Karin Gürtner, Marketingleiterin bei der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan, die Taktik offen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Mitwirkenden am Fotoshooting aus der Region stammt und sich am Weihenstephaner Berg bestens auskennt. Sie alle waren im Sommer beteiligt an der Entstehung von vier ersten Motiven der Kampagne, die längerfristig angelegt ist. Nach und nach werden weitere Geschichten als Motive entstehen, in denen über die Weihenstephaner Bierspezialitäten, ihre Herstellung, die einzigartige Tradition sowie die besondere Liebe und Perfektion, mit der in Weihenstephan Bier gebraut wird, erzählt werden soll.

Das Kampagnenmotto ist vielschichtig angelegt. Zum einen symbolisiert „Klingt gut“ das Zusammensein mit der Familie oder Freunden und die Besonderheit, die in den kleinen Momenten liegen, zum anderen schwingt natürlich auch der Ton mit, der beim Anstoßen zweier Gläser erklingt: Kling!

In der ersten Motivreihe geht es um die knapp 1.000 Jahre Geschichte und Geschichten rund um die Brauerei und Bierkultur, die man gern am Stammtisch oder im Biergarten erzählt und mit der Familie oder Freunden teilt. Es geht aber auch um das Bier, das wie Urlaub in Bayern schmeckt, und zwar so gut, dass es in vielen Ländern dieser Welt den Wunsch auf eine Reise zum Weihenstephaner Berg weckt. Und natürlich wird der Aspekt Geselligkeit intensiv thematisiert, denn ein Weihenstephaner Bier bringt mehr als nur vier Zutaten zusammen, es bringt Freunde zusammen – nicht zuletzt, wie hier, bei einer Brauereiführung. Im vierten Motiv wird die Verbindung der Braukunst mit dem wissenschaftlichen Aspekt angesprochen. Denn die älteste Brauerei der Welt ist nicht nur örtlich eng an die TU München-Weihenstephan gebunden, sondern arbeitet auch im regen Austausch mit den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und ist damit bestens mit den neuesten technischen und technologischen Erkenntnissen versorgt.

Bei einem umfassenden Fotoshooting sind diese vier Motive entstanden, die ab Frühjahr 2022 Geschichten erzählen und die Besonderheiten der Bayerischen Staatsbrauerei kommunizieren. Sie werden in einer Printkampagne sowie in der Kommunikation über die sozialen Kanäle zum Einsatz kommen und durch begleitende Radio-Spots unterstützt.