Apostelbräu – 5 Korn

So, jetzt steht wieder einmal ein Bier von Apostelbräu in Hauzenberg vor mir. Dieses Mal ist es das 5 Korn. Diese Bezeichnung kennen wir vermutlich alle vom Bäcker, aber als Bier habe ich die Mischung von Gerste, Weizen, Dinkel, Roggen und Emmer noch nicht erlebt. Was ich erwarte? Die Brauerei teilt mit, dass sie das Bier wie ein Helles gehopft hat; dieses Bier dürfte also mild und malzbetont sein. Allerdings wird das 5 Korn im Gegensatz zum Hellen mit obergäriger Hefe vergoren.

Golden und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Ein malzbetontes Aroma steigt mir in die Nase. Ich rieche Karamell, Rosinen, Walnüsse und Honig.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und die Aromen spiegeln sich. Bitter kann ich nicht feststellen. Daher wirkt das Bier eher lasch, erzeugt aber trotzdem ein volles Mundgefühl. Auch der Abgang ist mild. Erstmals kann ich ein leichtes Bitter feststellen, das dann aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Gersten-, Weizen-, Dinkel-, Roggen- und Emmermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5%

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11 – 13
94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de

Anthony Martin – Waterloo Double Dark

Waterloo liegt etwa zwanzig Kilometer von Brüssel entfernt und ist weltweit als Schauplatz der berühmtesten Schlacht von Napoleon bekannt: der Schlacht von Waterloo. Diese legendäre Schlacht fand am 18. Juni 1815 statt und endete mit dem entscheidenden Sieg der Alliierten (Briten, Deutsche und Niederländer) unter dem Kommando des Herzogs von Wellington und der Preußen – beide standen der französischen Armee unter der Führung von Kaiser Napoleon I. gegenüber. Tatsächlich fanden die Kämpfe nicht in Waterloo statt, sondern etwas weiter südlich, auf dem Gebiet der heutigen Städte Lasne, Braine und Genappe. In Frankreich wurde die Schlacht oft als „Schlacht am Mont-Saint-Jean“ bezeichnet, anstatt des üblichen Titels. Diese Schlacht war die letzte, an der Napoleon persönlich teilnahm, nachdem er während des Hunderttägigen Krieges die Kontrolle über Frankreich übernommen hatte. Trotz seines Wunsches, den Kampf mit neu aufgestellten Truppen fortzusetzen, sah er sich vier Tage nach seiner Rückkehr nach Paris aufgrund mangelnder politischer Unterstützung gezwungen, abzudanken. Die Schlacht von Waterloo gilt als ein bedeutendes historisches Ereignis, das die napoleonische Eroberung Europas beendete und die Grenzen des künftigen Kontinents festlegte.

Heute ist das Schlachtfeld von Waterloo eine der größten historischen Stätten in Europa, die fast vollständig erhalten ist. Jedes Jahr strömen mehr als 300 000 Besucher aus aller Welt dorthin und besteigen den berühmten Löwenhügel, um die Weite des Geländes zu sehen, auf dem die Truppen so hart gekämpft haben.

Im Jahr 2015 wurde in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden ein umfangreiches Projekt zur Feier des zweihundertjährigen Jubiläums der Schlacht durchgeführt. Ein neues unterirdisches Museum, die Renovierung der Hofbrauerei in Mont-Saint-Jean, eine „Napoleonstraße“ und eine noch nie dagewesene Nachstellung mit 6 500 Schauspielern lockten in diesem Sommer rund 200 000 Besucher an.

Sehr dunkel rotbraun mit einer feinporigen mittelbraunen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Damit hat das Bier seinen Namen mehr als verdient.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, nach Holz sowie nach würzigen Noten des Hopfens. Auch der Alkohol steigt mir in die Nase, unterstützt das Aroma aber und überdeckt es nicht.

Der Antrunk ist süß mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Die Süße war bei dieser Optik und dem Aroma auch zu erwarten. Auf der Zunge gesellt sich ein minimales Bitter dazu und das Bier schmeckt nach Kaffee und dunkler Schokolade, auch wenn der Geschmack nicht zu kräftig ist wie ich es erwartet hätte. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Es klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, geröstete Gerste, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6 ° Celsius

Brauerei:

Anthony Martin
Chaussee de Charleroi 591
1410 Waterloo
Belgien
www.waterloo-beer.com

Insel-Brauerei – Snap IPA

Nun steht vor mir die Flasche Nummer 5707 von 20.000 des Snap IPA aus Rambin auf Rügen. Auf der Rückseite des Papiers, das die Flasche einhüllt, wird das Bier als weinartig, sauer, herb und harzig mit kräftigen Zitrusnoten beschrieben. Ich kann also ein IPA erwarten, das mich etwas fordert, das mir aber auch ein nicht alltägliches Erlebnis verspricht.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten, Mango, Melone und Vanille steigen mir in die Nase. Das Aroma des Malzes hält sich im Hintergrund und begnügt sich damit, die fruchtigen Noten abzurunden.

Der Antrunk ist recht trocken und zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Der trockene Charakter des Bieres bleibt auch auf der Zunge erhalten, während die Aromen auf der Zunge beinahe zu explodieren scheinen. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet, so dass er nicht durchschmeckt und lediglich die Aromen unterstützt. Dazu kommt ein nicht übertrieben kräftiges freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas stärker und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Traubenzucker Naturhopfen (Hallertau Blanc, Magnum, Nelson Sauvin, Huell Melon), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstraße 2 c
18573 Rambin auf Rügen
www.insel-brauerei.de

Stone – Arrogant Bastard Ale

Das Arrogant Bastard kann ich wohl mit Fug und Recht als eines der bekanntesten Biere der Craft Beer-Bewegung in den USA bezeichnen. Brauer Steve Wagner gabe einem Rezept zuviel Malz bei, was zu einem ungewöhnlichen Bier führte, jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Anfangs zögerten die Gründer Wagner und Koch, das Bier auf den Markt zu bringen. Schließlich entschied sich Koch für ein aggressives Marketingkonzept, das zur kompromisslosen Natur des Bieres passte. Daraus entstand der wahrscheinlich erste Etikettentext, der potentielle Käufer beleidigte, ihnen den Mumm und die geschmackliche Reife absprach, ein solches Bier zu würdigen. Damit traf er allerdings genau den Geist der Zeit. Das Bier wurde so erfolgreich, dass das Arrogant Bastard Ale in den USA sogar von einer eigenen Tochterfirma vertrieben. In Deutschland produziert die Stone Brewing GmbH das Bier wie alle anderen Stone-Produkte in Berlin-Mariendorf. Nachdem ich bereits viel über das Arrogant Bastard Ale gelesen habe, alle Rezensenten waren von dem Bier begeistert, ist es mir jetzt endlich gelungen, dieses Bier in der amerikanischen Originalversion zu kaufen. Auch wenn es in eine Dose abgefüllt wurde, habe ich die Dose gekauft, obwohl ich eigentlich Bier in Flaschen eindeutig bevorzuge. Na, dann will ich mal.

Dunkel rotbraun fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Das Aroma teilt mir bereits recht beeindruckend mit, was mich bei diesem Bier erwartet. Vom Hopfen kommen Zitrusnoten, Harz sowie grasige und kräuterige Düfte. Dazu kommen vom Malz Düfte von nach dunkler Schokolade und Karamell. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Während in der Nase eindeutig die Hopfenaromen im Mittelpunkt stehen, überrascht mich der Antrunk mit einer überraschend kräftigen Malzsüße. Während sich das Bier auf der Zunge ausbreitet schlägt das Bitter voll zu. Der Geschmack des Malzes wird weitgehen vom Hopfen überdeckt. Der Geschmack nach Bitterorangen konkurriert mit den harzigen Noten und dem Geschmack nach grünem Apfel um die Vorherrschaft. Abgerundet wird der Geschmack durch die Süße und Schokonoten des Malzes. Das Mundgefühl ist überraschend weich. Im Abgang wird das Bitter für kurze Zeit noch kräftiger. Das Bitter lässt aber anschließend schnell nachund klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Stone Brewing GmbH
Citracado Parkway 1999
CA 92029 Escondido
USA
www.stonebrewing.com

Bayern bietet Entdeckertouren auf den Spuren des „grünen Goldes“

Schon die alten Ägypter wussten, dass Bier mit Hopfen besser schmeckt. Seitdem sind die Bitterextrakte der Hanfpflanze ein fester Bestandteil beim Bierbrauen. Besonders gefragt: Der Hopfen aus der bayerischen Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Hallertauer Hopfen wird heute in über 100 Länder der Erde exportiert, um den besten Bieren der Welt ihr einzigartiges Aroma zu verleihen. Die Pflanze, die dem Bier seine Würze gibt, entwickelt sich in Ostbayern zunehmend auch zur Touristenattraktion: Rad- und Wandertouren bieten ein außergewöhnliches Bild, eine phantastische Landschaft und für jede Kondition das passende Erlebnis.

Alljährlich verwandelt sich das „Hopfenland“ Hallertau in ein Meer aus bis zu sieben Meter hohen Hopfenpflanzen, die sich auf rund 17.000 Hektar Anbaufläche über das bayerische Hügelland zwischen Regensburg, Ingolstadt und München erstrecken. Mit dem Start der Ernte fahren die fast 1.000 Hopfenbetriebe der Region jährlich fast 40.000 Tonnen der gefragten Pflanze ein – das sind fast 90 Prozent der gesamten deutschen Hopfenernte und mehr als ein Drittel der weltweiten Produktion.

Unterwegs umgeben sein von viel Natur und frischer Luft: Danach sehnen sich jetzt viele Menschen. Sanfte Hügel, romantische Flusstäler und endlose Hopfengärten, in denen die Hopfenpflanzen die meterhohen Spanndrähte erklimmen, sind in Bayerns Hallertau das Rezept, das immer mehr Menschen zu Entdeckern auf den Spuren des „grünen Goldes“ werden lässt.

Der Radrundweg Hallertauer Hopfentour, der auf rund 170 Kilometern entlang der Flusstäler der Abens und Ilm und durch die Hopfengärten verläuft, vereint leichte und anspruchsvolle Streckenabschnitte. Bäuerliche Hopfenhöfe, Weiler und Dörfer liegen auf der Runde, gekrönt von traditionellen Gasthäusern zur zünftigen Einkehr. Fünf Querverbindungen erlauben es, die Hallertauer Hopfentour beliebig zu ändern oder zu verkürzen. Mehr Infos unter: https://www.hopfenland-hallertau.de/touren/.

Auf dem rund 15 Kilometer langen Erlebnispfad Hopfen und Bier wandern Naturfans von Mainburg aus durch das Herz der Hallertau. Wissenswertes über das „Grüne Gold“ und das in der Region gebraute Bier erfahren sie auf 17 Informationstafeln entlang des Weges. Durch das idyllische Abenstal, vorbei an zahlreichen Hopfengärten und über beschattete Waldwege, führt der Erlebnispfad nach Ratzenhofen. Dort lädt der Biergarten des Schlosses zum Genuss bayerischer Schmankerl unter Kastanienbäumen ein, bevor es anschließend wieder zurück nach Mainburg geht. Auch an Wanderer, die sich nach der Einkehr nicht mehr zu Fuß auf Weg machen wollen, haben Ostbayerns Touristiker gedacht: Im Sommer lässt sich der Rückweg auch bequem und komfortabel mit einem Freizeitbus zurücklegen. Mehr Informationen: www.rauszeit.bayern/de/tour/themenweg/erlebnispfad-hopfen-bier/18988460.

Maisel & Friends – Jeff’s Bavarian Ale

Den Bayern ist ihr Weißbier bekanntlich heilig. Trotzdem haben sich die Brauer von Maisel & Friends an diesen Klassiker gewagt und ihn vollkommen neu interpretiert. Herausgekommen ist Jeff’s Bavarian Ale, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist elfenbeinfarben und bleibt lange erhalten.

Düfte nach Banane und Brotkrume sowie nach schwarzen Johannisbeeren steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße aus. Obwohl die feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert ist, passt sie doch zur Süße. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Die Aromen siegeln sich, begleitet durch ein passendes Bitter. Das Mundgefühl ist rund und weich und die 7,1 Volumenprozent Alkohol wärmen. Der Abgang wird sowohl durch ein mildes freundliches Bitter als auch durch die Fruchtigkeit ausgezeichnet, wobei die Fruchtigkeit länger nachklingt als das Bitter.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Brasserie des Légendes – Ducassis

Erst im Jahr 2000 kamen die ersten Biere der Brasserie des Légendes in den Verkauf. Heute vertreibt die Brauerei ihre Biere unter neun Markennamen und betreibt nbenbei noch eine Schokoladenfabrik sowie eine Destillerie. Auch das Ducassis, das jetzt vor mir steht, ist eine der Marken aus dem wallonischen Irchonwelz.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist fruchtig-süß nach schwarzen Johannisbeeren. Aus dem Hintergrund runden noch einige würzige Noten das Aroma ab.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure abgemildert wird. Auf der Zunge bleibt die Süße bestehen, aber mir fehlen jetzt die würzigen oder bitteren Aromen. So wirkt das Bier eher wie Limonade, halt süß und etwas künstlich. Auch im Abgang erinnert das Bier an einen Fruchtnektar mit zugesetzten Aromen.

Ich will das Bier nicht schlechtmachen. Wenn ich im Sommer unterwegs bin und ein leichtes Fruchtbier zum Durststillen trinken möchte, könnte ich mir durchaus vorstellen, noch einmal ein Ducassis zu kaufen. Wenn es darum geht, ein Fruchtbier zu genießen, würde ich eher zu einem anderen Bier greifen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Konzentrat aus dem Saft schwarzer Johannisbeeren (13 %), Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

3 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue du Castel 19
7801 Irchonwelz
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Birkenhof-Brennerei als World’s Best Craft Distillery ausgezeichnet

Handgemachte Spirituosen, regional verankert und nachhaltig aus natürlichen Zutaten produziert – eben „Spirits mit Geist“. Genau diese Qualitäten stehen auf dem Birkenhof hoch im Kurs und ganz oben in den Leitlinien der Destillerie, die schon seit 1848 nach diesen Vorgaben ihre edlen Tropfen brennt. Dafür wurde sie nun im Rahmen der Craft Spirits Berlin 2022 – neben einer Silbermedaille für den Weinaperitif VINN white sowie der dritten Goldmedaille / Best In Class für den Salbeigeist mit Honig – mit dem Titel World’s Best Craft Distillery ausgezeichnet.

Die Westerwälder Destillerie ist eine der erfolgreichsten des Landes: „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagt Steffi Klöckner, Geschäftsführerin der Birkenhof-Brennerei mit einem Lächeln. „Vor allem, weil sie einfach von Kollegen kommt – die Bewertung der Produkte und der Leistungen in diesen Wettbewerben geht auf die Wertungen aus den Reihen von Fachleuten aus unserer Branche zurück. Gerade in diesen aufregenden Zeiten ist ein solcher Gewinn wirklich etwas ganz Besonderes. Eine Bestätigung, dass trotz aller aufreibenden Dinge im Zuge von CoVid-19 alles gepasst hat. Solche Titel schafft man nur mit viel Leidenschaft und vor allen Dingen einem großartigen Team an Charakterköpfen, das unsere Begeisterung für ausgezeichnete Produkte mitträgt „, führt die Impulsgeberin der Destille aus.

1848 begann das Unternehmen seine Geschichte als klassische Getreidebrennerei. Westerwälder Korn, Kümmel & Co. wurden gebrannt, häufig noch mit Getreide aus eigenem Anbau. Stefanie Klöckner läutete 1999 gemeinsam mit ihrem Mann, Destillateurmeister und Inhaber Peter Klöckner, den Umbau des Unternehmens in eine moderne Genuss-Manufaktur ein.

„Ich mag es, außerhalb vorgeschriebener Bahnen zu denken. Wieso sollte man nur Korn und Obst destillieren? Also haben wir unsere Ideen in die Tat umgesetzt, haben mit Botanicals und Kräutern aus unserem Kräutergarten – direkt neben der Destillerie – experimentiert, sie mit in den Prozess einbezogen und einfach neu gedacht“, erklärt Steffi Klöckner.

Da der Westerwald im nördlichen Rheinland-Pfalz ein nicht unbedingt mediterranes Klima aufweist, bezieht die Brennerei auch Obst und Kräuter von überregionalen, nachhaltig produzierenden Anbau-Partnern. Zum Beispiel Amalfi-Zitronen oder Kumquats, die u.a. in der neuen Weinaperitif-Serie VINN und dem preisgekrönten Gin GENTLE 66 der Destillerie verarbeitet werden.

„Die Kontrolle der Früchte ist der erste Schritt auf dem Weg zum fertigen Likör oder Edelbrand. Hier, bei der ersten Geschmacks- und Duftprobe, entscheidet sich im Grunde schon, in welche Richtung sich das spätere Destillat entwickeln wird. Deshalb ist Sensorik in unserer Arbeit ein wichtiger Punkt. Gleich für welches Produkt – meistens entscheidet schon der erste Blick in die Obstkiste“, erklärt Jonas Klöckner, Destillateurmeister und Best Young Distiller 2021 während er gemeinsam mit seinen Destillateur-Kollegen eine Lieferung von Zitronen und Kumquats prüft.

So entstehen in der Genuss-Manufaktur seit vielen Jahren innovative Gemüse- und Kräuterbrände, Liköre und traditionelle Klassiker. Anfang der 2000er Jahre auch der erste Fading Hill-Whisky der Destillerie und Begründer der Master Edition. Diese Edition wurde durch LUK, einen außergewöhnlicher Vintage-Korn und JON, einen Handcrafted Rum komplettiert. Alle sind inzwischen mehrfach national und international goldprämiert.

Auch eine Serie außergewöhnlicher Gins gehört zur BIRKENHOF-BRENNEREI: Sie begann mit GENTLE 66, einem inzwischen mehrfach preisgekrönten London Dry Gin. Inzwischen zählen zwei weitere, ebenso ungewöhnliche Vertreter der traditionellen Gin-Kultur zum Portfolio der Destillerie: GUSTUS, ein wacholderbetonter Gin mit kräftigen Aromen von rosa Pfefferbeeren, Dill und Kardamom. Auch GOATS GIN, ein besonders eleganter und milder Gin, der durch seine intensive, harmonisch eingebundene Wacholdernote überzeugt, gehört mit dazu. Das Besondere: Die Klärung des Destillates durch Ziegenmilch von Weißen Deutschen Edelziegen. Dieses historische Verfahren gibt dem Gin seine besondere Reinheit und einen samtigen, fast cremigen Charakter.

Ein gleichbleibend erstklassiges, anspruchsvolles Qualitätsniveau muss gehalten und gelebt werden – genau dieser Anspruch gehört zu den Grundfesten der Traditions- und Innovations-Destillerie Birkenhof im Westerwald. Ein Besuch und eine Verkostung der außergewöhnlichen Produkte lohnen sich.

Die erstklassigen Destillate der Destillerie gibt es im gut sortierten Einzelhandel ebenso wie im Online-Shop des Hauses unter www.birkenhof-brennerei.de.

Emma – Heimspiel

In Freiburg ist Almut Zinn beheimatet. Dort entwickelt sie ihre Biere, die sie anschließend als Gypsy Brauerin für den Markt produziert und vertreibt. Das Heimspiel ist nun mein zweites Bier von ihr. Das erste Bier, das ich von ihr verkostet habe, war das Salto Orale, das mir ausgesprochen gut gefallen hat. So freue ich mich bereits auf das Heimspiel, ein Pale Ale, das ich mir jetzt vornehmen werde.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist fest und bleibt sehr lange erhalten. Gegen die Optik ist wirklich nichts einzuwenden.

Das Aroma ist fruchtig nach Grapefruit, Mandarine und Pfirsich. Im Prinzip also so, wie ich es erwartet habe.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase verspürt habe. Obwohl das Bier für ein Pale Ale ungewhönlich Bitter ist, gefällt mir das weiche Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter überraschend mild und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade,Hüll Melon,Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Rogg KG
Bonndorferstraße 61
79853 Lenzkirch/Schwarzwald
http://www.brauerei-rogg.de

für

Emma – Biere ohne Bart
Hugstetter Str. 40
79106 Freiburg
www.biereohnebart.de

Der Bierpreis auf der Wiesn steigt auch in diesem Jahr

Zwei Jahre lang musste das Oktoberfest aufgrund der Corona-Pandemie pausieren, 2022 stehen die Zeichen auf einen Neustart. Und prompt besinnen sich die Bayern auf ihre Traditionen, insbesondere auf zwei Traditionen, die ihnen vermutlich besonders wichtig sind:

In jedem Jahr wird das Bier auf der Wiesn teurer. Auch wenn der Preis der Maß in diesem Jahr noch nicht endgültig feststeht, ist nach Medienberichten doch bereits ziemlich sicher, dass der Literkrug mit dem Gerstensaft von 11,40 Euro im Jahr auf mindestens 12,50 Euro ansteigen wird. Ich vermute aber, dass auch diese Preiserhöhung die Münchner und ihre Gäste nicht vom reichlichen Konsum abhalten wird.

Die zweite Tradition besteht darin, sich über die Preiserhöhung furchtbar aufzuregen. Allerdings geht die Aufregung nicht so weit, dass ein Boykott der Wiesn ins Auge gefasst wird. Außerdem schreibt die Tradition vor, dass sich diese Aufregung rechtzeitig vor Beginn der Wiesn wieder gelegt hat.

Na dann: Prost.