Archiv der Kategorie: Craft Beer

De Block – Satan Black

Im 14. Jahrhundert, als die ersten Brauereizünfte sehr populär wurden, hatte Henricus De Bloc bereits als Vasall des Herzogs von Brabant und Burgund das Braurecht erhalten. Es war jedoch Louis De Block, gleichzeitig Müller und Landwirt und verheiratet mit einer Brauerstochter aus dem ländlichen Baardegem, der 1887 den Grundstein für die Brauerei De Block legte. Mit Ehrgeiz, Ausdauer und Liebe zur Arbeit sollten sie sicherlich Erfolg haben. Unterstützt von ihren Kindern, die sich immer mehr in die Feinheiten und Details des Handwerks einarbeiteten, war es eine Freude, zu arbeiten. Alle mochten das Bier sehr und die ganze Familie wurde für ihre großartige Arbeit geehrt und anerkannt. Und mit der Zeit vergingen die Generationen, die wilden Zwanziger mit Vater Alfons De Block, seinen Brüdern und Schwestern, später der Wachwechsel und jeder Jahreszeitenwechsel. Heute leiten Mieke De Block und ihr Ehemann Paul Saerens die Brauerei.

Schwarz und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert noch ein leichtes Rubinrot durch das Bier. Die haselnussbraune Schaumkrone ist gemischtporig, bleibt aber sehr lange erhalten. Die Optik dieses Bieres gefällt mir schon mal.

Das Bier duftet nach Kaffee mit einigen rauchigen und würzigen Noten. Aus dem Hintergrund rundet der Duft von Kandis das Aroma ab. Nun ist es Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist, dass das Bier süß und spritzig mit einer feinperligen Kohlensäure daherkommt. Auf der Zunge drängen sich die Röstaromen in den Vordergrund und bringen auch etwas Rauch mit. Die Säure ist gering, genau wie die Bittere, so dass sich ein weiches Mundgefühl ergibt. In der Kehle werden die Bittere und die Säure kräftiger und besonders die Bittere klingt recht lange nach.

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brewery „De Block“
Nieuwbaan 92
1785 Merchtem-Peizegem
Belgien
www.brewerydeblock.com

National-Jürgens-Brauerei – Gala Hell

Das Helle ist ein Bierstil, der im Vergleich zum Pilsener mit einer milderen Hopfenbittere daherkommt und durch den erhöhten Malzanteil mit einem volleren Körper aufwartet. Auch wenn das Helle derzeit voll im Trend liegt, ist dieser Bierstil nicht unumstritten. Vielen Konsumenten erscheint er als langweilig. Ich kenne nur wenige Helle, die aus der Menge der Biere dieses Stils positiv herausstechen und trotzdem die Kriterien dieses Bierstils erfüllen. Außerdem gilt das Helle als der am schwierigsten zu brauende Bierstil, der jeden Braufehler sofort sichtbar und schmeckbar macht. Jetzt will ich feststellen, ob das Gala Hell der National-Jürgens-Brauerei aus Braunschweig zu den positiven Ausnahmen gehört.

Golden und glanzfein fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine gemischtporige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Getreide, abgerundet durch blumige Noten und einen Haus Zitrus.

Der Antrunk ist relativ süß und dabei durch die feinperlige Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge tritt die Blumigkeit in den Mittelpunkt. Dabei bleibt die Süße aber bestehen. Stiltypisch ist die Bittere nur wenig zu schmecken. Dafür ist das Mundgefühl aber weich, fast samtig. Erst in der Kehle kommt die Bittere richtig zum Tragen und obwohl sie immer noch zurückhaltend bleibt, klingt sie lange nach.

Das Gala Hell der National-Jürgens-Brauerei überrascht mich. Eines ist dieses Helle mit Sicherheit nicht: langweilig. Im Gegenteil, es handelt sich um ein Genussbier, bei dem alle Werte stiltypisch sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Sauermalz), Hopfen (Cascade, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

National Jürgens Brauerei Braunschweig
Rebenring 31
38106 Braunschweig
Eingang B8
www.njb-brauerei.de

De Dochter van de Korenaar – Sans Pardon

Nun steht mal wieder ein Bier von „De Dochter van de Korenaar“ vor mir, dieses mal ein Imperial Stout. Dies ist ein Bierstil, der sich gut für eine Fassreifung eignet. Das lassen sich die Brauer aus Baarle selbstverständlich nicht nehmen. Und sie haben noch einen draufgesetzt. Sie lassen das Bier für ein Jahr nur in Bourbon-Fässern reifen, die frisch geleert wurden. Nun sind diese Fässer in Belgien nicht einfach zu bekommen, so dass das Sans Pardon nicht ständig im Angebot ist, sondern nur dann, wenn wieder eine neue Charge Fässer aus Kentucky eingetroffen und die Reifezeit vorüber ist. Dieses Bier, das ich jetzt öffnen werde, ist also eine Rarität.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine haselnussbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Das Bier sieht wirklich so aus, dass es in einer Werbung verwendet werden könnte.

Bestechend ist auch der Duft des Sans Pardon. Aromen nach dunkler Schokolade und Espresso steigen mir in die Nase, perfekt kombiniert durch den Duft von Whiskey und Eiche und abgerundet durch den Duft nach gerösteten Haselnüssen. Zusätzlich unterstützen noch 11 Volumenprozent Alkohol die Aromen. Das Bier ist bereits in der Nase ein Genuss und fast zu schade, um es zu trinken.

Der Antrunk ist stiltypisch süß mit eine feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge verstärken sich die Aromen von Espresso und Whiskey noch, dazu gesellt sich eine leichte fruchtige Säure. Die Bittere ist sehr moderat. Obwohl der Alkohol leicht auf der Zunge brennt und das Mundgefühl eher schwer ist, wirkt das Bier frisch. In der Kehle wird das Bier mild, die Röstaromen treten in den Mittelpunkt und klingen lange nach, während der Alkohol den Magen wärmt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstgerste, Weizenmehl, Hopfen, Roibusch

Alkoholgehalt:

11 % Vol.

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Oordeekstraat 38
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Freie Brau Union – Lime Time

Im Jahr 1907 gründeten Wirte aus Bremen die Union Brauerei Bremen, die bis 1968 Bestand hatte. In diesem Jahr machte die Brauerei dicht. So blieb es bis zum Jahr 2015, als die Freie Brau Union Bremen öffnete, wenn auch in erheblich kleinerem Rahmen als die alte Union Brauerei. Jetzt steht vor mir das Lime Time, ein Witbier.

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine schneeweiße gemischtporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma überrascht mich etwas. Es ist nicht so wuchtig-fruchtig wie viele andere Witbiere, auch wenn die Aromen von Zitrus und Ananas deutlich zu riechen sind. Dazu kommt der Duft von Biskuitteig und Koriander, die aber eher aus dem Hintergrund den Gesamteindruck abrunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit deutlich kräftiger zum Tragen als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Begleitet wird sie durch eine gut abgestimmte Bittere. Ich würde mir lediglich etwas mehr den Geschmack des Korianders wünschen, aber das ist eine individuelle Vorliebe. Auch so lässt sich das Bier mit dem schlanken Körper sehr gut genießen. In der Kehle wird die Bittere noch einmal kräftiger, wo sie auch sehr lange nachklingt.

Das Lime Time ist ein wirklich leckeres Bier, das aus der Masse der Witbiere heraussticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Sauermalz), Hafermalz, Zitronengras, Hopfen (Citra, Mandarina Bavaria), Kaffir-Limetten-Blätter, Koriandersamen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:         

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Minne – La Super Françoise

Die Brasserie Minne wurde im Jahr 2008 unter dem Namen Brasserie de Bastogne gegründet. Die Etiketten ihrer Biere sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert, da sie Zeichnungen von Tieren zeigen, die in den Ardennen heimisch sind, beispielsweise das Wildschwein und der Wolf.

Jetzt steht das Super Françoise vor mir, ein Fruchtbier nach belgischer Art. Für das Brauen dieses Bieres wurden auch keine Farb- oder Aromastoffe verwendet, auch kein Himbeersaft, sondern ganze Himbeeren. Ich hoffe, dass sich auf diese Weise die gesamte Geschmacksfülle der Himbeeren im Bier wiederfindet.

Intensiv rot und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine voluminöse gemischtporige rosa Schaumkrone, die sich anfangs schnell auflöst. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist weniger intensiv als ich es aufgrund der Farbe angenommen habe. Brotkrume ist der Duft im Mittelpunkt, dazu kommt der typische Duft belgischer Hefe und erst dann verlangt die Himbeere in der Nase ihr Recht.

Der Antrunk ist angenehm, denn er ist nicht zu süß, dafür aber kräftig karbonisiert. Im ersten Moment kann ich leider nur enttäuschend wenig Frucht schmecken. Die Frucht kommt aber schnell in den Vordergrund, zusammen mit einer angenehmen fruchtigen Säure, die gut auf die Süße des Malzes abgestimmt ist. Eine Hopfenbittere kann ich nicht feststellen. Das Mundgefühl ist schlank. Auch in der Kehle ist das Bier mild.

Durch seine Fruchtigkeit ist das Bier sehr gut als Durstlöscher geeignet, auch wenn ich mir eine stärkere Komplexität wünschen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Weizen, Himbeeren

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Minne
ZA Nord Bailonville 9
5377 Somme Leuze
Belgien
www.brasserieminne.be

Heimathafen – Jack

Jetzt steht erstmals ein Bier aus der Erfurter Braumanufaktur vor mir, Heimathafen genannt. Ich habe keine Informationen über die Brauerei, weshalb ich die Brauer selbst zu Wort kommen lasse. Auf ihrer Website schreiben sie: „Da kommt ein leidenschaftlicher Bierbrauer, der das Brauhandwerk von der Pike auf gelernt hat, nach über 10 Jahren in die Thüringer Heimat zurück und muss feststellen, dass die Bierlandschaft in der Landeshauptstadt rar gesät ist und schafft Abhilfe.

Der gebürtige Erfurter Jan Schlennstedt eröffnet am 22. April 2017 die Heimathafen – Erfurter Braumanufaktur im altehrwürdigen Zughafen. Seitdem glüht regelmäßig der Braukessel in einer ehemaligen Lagerhalle am alten Güterbahnhof.“ Die meisten ihrer Biere benennen die Erfurter mit Namen. So auch das Heimathafen Jack, ein Pale Ale, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige weiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. An der Optik dieses Bieres gibt es wirklich nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet angenehm nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten, abgerundet durch die Süße des Karamelldufts sowie einige würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist recht süß und verwöhnt meinen Gaumen durch die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich die Fruchtigkeit und eine passende Bittere zur Süße und sorgen für ein weiches Mundgefühl. Die freundliche Bittere wird in der Kehle kräftiger und klingt dort sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmal, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:       

5,1 % Vol.

Stammwürze:        

12° Plato

Bittereinheiten:     

40 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:         

6-8° Celsius

Brauerei:

Heimathafen
Erfurter Braumanufaktur
Zum Güterbahnhof 20
99085 Erfurt
www.heimathafen-bier.de

Sterkens – St. Paul White

Die Brauerei Sterkens (Brouwerij Sterkens) wurde 1651 im Dorf Meer im Norden Belgiens gegründet. Damals war sie eine traditionelle Brauerei und Farm, die über Generationen hinweg, mittels Sorgfalt und überlieferter Rezepte, belgische obergärige Abteibiere herstellte. Bereits im Jahr 1836 verweisen Dokumente auf eine zunehmende Produktionskapazität: Die Familie verfügte über Brauhaus, Lagerstätten, Stallungen und nahezu 27 Hektar Land — das Brauen war mehr als nur ein Familienhobby geworden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Brauerei einen Aufschwung, so dass ab dem Jahr 1957 verschiedene zusätzliche Biere gebraut wurden. Das Sortiment umfasst unter anderem die Marken St. Paul und St. Sebastiaan. Jetzt steht vor mir das St. Paul White, ein Witbier, das ich jetzt öffnen werde. Nebenbei bemerkt: das St. Paul White gewann die Bronzemedaille in der Kategorie „Weißbier” bei der Brussels Beer Challenge 2015.

Hell goldfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Optisch ist an dem Bier nichts auszusetzen.

Das Bier duftet stiltypisch nach Biskuitteig mit einigen floralen Noten und dem Aroma von Orangenschale.

Der Antrunk ist überraschend süß, was aber zur kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine leichte Bittere, während mir die für ein Witbier typische Fruchtigkeit fehlt. Das Bier ist mit seinem weichen Mundgefühl angenehm zu trinken, aber nicht komplex. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, klingt aber nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Gewürze

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer (Hoogstraten)
Belgien
www.brouwerijsterkens.be

Finne – Friedensbier

Ein besonderes Bier für das Jubiläumsjahr sollte es werden, das den Geschmack von möglichst vielen Bewohnern von Münster, Osnabrück und natürlich darüber hinaus trifft: Die Rede ist vom „Friedensbier“, das die FH Münster und die Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der lokalen Finne Brauerei aus Münster anlässlich des 375-jährigen Westfälischen Friedens entwickelt haben.

Im Jahr 1648 wurden in den Rathäusern von Münster und Osnabrück historische Friedensverträge unterzeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten. Dieses bedeutende Jubiläum wollte Finne gebührend feiern – und zwar über die Stadtgrenzen hinaus. Aus diesem Grund haben sich Finne, kreative Köpfe der Hochschulen und lokalen Brauereien aus Münster und Osnabrück zusammengeschlossen, um dieses einzigartige Friedensbier zu kreieren. Jetzt steht es vor mir.

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Die weiße und sahnige Schaumkrone ist zwar vergleichsweise klein, bleibt aber lange erhalten.

Düfte nach Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, gepaart mit einem Hauch Hefe.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge ist das Bier angenehm fruchtig, wobei die Süße erhalten bleibt und sich eine passende Bittere dazu gesellt. Das Bier wirkt frisch und erzeugt ein leichtes Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere kurz kräftiger, lässt dann aber schnell nach, bis auf einen Rest, der lange nachklingt.

Gut gekühlt ist das Friedensbier von Finne sehr erfrischend.

Zutaten:       

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:       

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:              

6-8° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Lemke – Dunkles Lager

1999 wurde die Brauerei Lemke in Berlin gegründet. Damit gehört sie zu den Urgesteinen der Craft Beer-Szene in der Hauptstadt. Das erste Bier, aus den Kesseln von Lemke war das Dunkle Lager, das jetzt vor mir steht und das aus diesem Grund auch das Wort Original im Etikett trägt. Mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist zwar klein, aber sehr stabil, so dass sie lange erhalten bleibt.

Die Röstaromen dominieren den Duft des Bieres. Ich rieche Espresso und dunkle Schokolade, dazu Kandis und einen Hauch Pfeffer. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure sowie die erwartete Süße aus. Auf der Zunge stehen wie in der Nase die Röstaromen im Mittelpunkt, dazu kommt eine leichte Rauchigkeit. Süße und Bittere sind gut aufeinander abgestimmt. Trotz allem ist der Körper eher schlank. In der Kehle ist das Bier überraschend mild; trotzdem klingen die Röstaromen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum), Hefe

Alkoholgehalt‍:       

5,4 % Vol.

Bittereinheiten‍:     

26 IBU

Farbe:

47 EBC

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Rochstraße 6a
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Brasserie Dulion – Blanche

Die kleine Brasserie Dulion ist in Lyon beheimatet und bezeichnet sich selbst auf LinkedIn als „Pionier des Brauens aus ungemälztem Getreide“ und nimmt für sich in Anspruch, eine neue Generation von Brauereien zu repräsentieren, die direkt mit Landwirten zusammenarbeiten, um Bier aus lokalem Biogetreide zu brauen und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Feld bis zum Fass zu gewährleisten.

Dazu führt die Brauerei aus, es handele sich um „ein weltweit einzigartiges Know-how, das mehrere Vorteile bietet:

  • Die Garantie, dass seit der Gründung der Brauerei im Jahr 2013 zu 100 % LOKALES & BIO-Getreide verwendet wird.
  • Die Umsetzung eines zu 100 % natürlichen Verfahrens, das energie- und wassersparender ist.
  • Die Achtung der biologischen Vielfalt durch die Verwendung verschiedener Getreidesorten, die für den Landwirt auch lukrativer sind: Buchweizen, Dinkel, Roggen, Hirse usw.

Die Brauerei ist von Natur aus anders und setzt sich auf ihre Weise für den ökologischen Wandel ein, indem sie Ethik und Qualität in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt.“

Das Dulion Blanche ist ein Dinkelweißbier. Ich habe es mir bei meinem letzten Besuch in Lyon mitgebracht und jetzt habe ich endlich die Gelegenheit, es zu verkosten.

Hell goldfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber recht lange erhalten. Optisch macht das Bier also etwas her.

Das Bier duftet nach Getreide und nach Biskuitteig, der mit belgischer Hefe hergestellt wurde. Eine angenehme Fruchtigkeit erinnert an reife Äpfel.

Der Antrunk ist spritzig und angenehm trocken. Da die Fruchtigkeit jetzt mehr in den Vordergrund rückt, erinnert mich das Bier kurz an Cidre. Auf der Zunge gesellt sich dann auch eine leichte fruchtige Säure zur dominierenden Fruchtigkeit, während die Bittere sehr diskret im Hintergrund bleibt. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle wird das Bier noch trockener und es bleibt mild. Die Fruchtigkeit klingt aber einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Dinkel, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Dulion-Lyon
130, Avenue de l’Industrie
69140 Rilleux-La-Pape
Frankreich
www.brasseriedulion.com