Archiv der Kategorie: Craft Beer

Urban Chestnut – Hallertauer Hopfenperle

Die Urban Chestnut Brewing Company (UCBC) hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2010 einen Namen als eine der innovativsten und dennoch traditionsbewusstesten Brauereien in den USA gemacht. Mit Standorten in St. Louis, Missouri, und Wolnzach, Bayern, verbindet UCBC die reichen Traditionen der europäischen Braukunst mit der kreativen Energie der amerikanischen Craft-Bier-Szene.

Der Name „Urban Chestnut“ spiegelt die Philosophie der Brauerei wider: „Urban“ steht für die städtische, moderne Seite, während „Chestnut“ (Kastanie) die Verwurzelung in traditionellen Werten symbolisiert.

Brauphilosophie: „Revolution and Reverence“

Die Brauphilosophie von UCBC basiert auf zwei Säulen: „Revolution“ und „Reverence“. Diese beiden Prinzipien spiegeln die duale Natur der Brauerei wider und prägen ihre Herangehensweise an die Bierproduktion:

Reverence: Dies bezieht sich auf die Ehrfurcht und den Respekt vor der traditionellen Braukunst. UCBC braut eine Reihe klassischer europäischer Bierstile, die nach traditionellen Methoden und Rezepten hergestellt werden. Diese Biere zeugen von der langen Geschichte und den hohen Standards der europäischen Brautradition.

Revolution: Dies steht für die Innovationsfreude und den experimentellen Geist, der in der amerikanischen Craft-Bier-Szene verwurzelt ist. UCBC kreiert moderne, oft unkonventionelle Biere, die neue Aromen und Brauverfahren erkunden und die Grenzen des Bierbrauens erweitern.

So, genug der Theorie, jetzt ist es an der Zeit die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Hellgolden und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist relativ klein, Anfangs fällt sie auch flott in sich zusammen, aber ein kleiner Rest bleibt lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur.

Besser Roma ist für ein Lagerbier ungewöhnlich intensiv. Stifte nach Brotkrume steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige blumige und Zitrusnoten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich eine deutliche Bittere, die aber die Süße aber nicht überdeckt. Jetzt kommen auch die blumigen Noten zum Tragen. Das Bier ist vollmundig, zeichnet sich aber durch ein schlankes Mundgefühl aus. In der Kehle wird das Bier trockener und eine freundliche Bittere klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Hallertauer Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Urban Chestnut Brewing Company
Deutschland GmbH
Am Brunnen 2
85283 Wolnzach
www.urbanchestnut.de

Goudale – Rhum Finish

Die Brauerei La Goudale legt großen Wert auf Qualität und Handwerkskunst. Der Brauprozess beginnt mit der Auswahl der besten Zutaten. Das Wasser, das für das Brauen verwendet wird, stammt aus einer eigenen Quelle und wird regelmäßig auf seine Reinheit überprüft. Die Malze und Hopfen werden sorgfältig ausgewählt, um sicherzustellen, dass sie den hohen Standards der Brauerei entsprechen.

Der eigentliche Brauprozess folgt traditionellen Methoden, die über Generationen weitergegeben wurden. Gleichzeitig integriert die Brauerei moderne Techniken und Ausrüstungen, um Effizienz und Konsistenz zu gewährleisten. Nach der Gärung wird das Bier sorgfältig gelagert, um den vollen Geschmack zu entwickeln, bevor es abgefüllt und vertrieben wird.

La Goudale achtet nach eigenen Angaben nicht nur auf Traditionen, sondern auch auf das Engagement für Nachhaltigkeit und Innovation. Die Brauerei hat zahlreiche Initiativen ergriffen, um ihre Umweltbilanz zu verbessern. Dazu gehören die Nutzung erneuerbarer Energien, die Reduzierung des Wasserverbrauchs und die Implementierung von Recyclingprogrammen.

Bernsteinfarben und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist recht klein bleibt aber sehr lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal eine sehr gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell. Dazu kommt ein leichter Rauchgeruch. Abgerundet wird das Aroma durch die Eichennote der Holzchips, auf denen das Bier gereift wurde. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Androhung zeichnet sich durch eine kräftige Karamell süße und eine sehr angenehme Rezenz aus. Rauch hält sich weiterhin im Hintergrund dafür ist jetzt der Rum deutlich zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte bittere feststellen die 7,9 Volumenprozent Alkohol wärmen und der Geschmack nach Karamell und auch der Alkohol klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Reis, Zucker, Glukosesirup, Hopfen, Eichenchips (mit Rum getränkt), Koriander, Orangenschale

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brasserie Goudale
Avenue Isaac Newton
62510 Arques
Frankreich
www.brasserie-goudale.com

Brunswiek Alt

Der Name Brunswiek stammt von der ursprünglichen englischen Schreibweise der Stadt Braunschweig ab. Mit dem Brunswiek Alt ruft die National Jürgens Brauerei eine Braunschweiger Biertradition. Jetzt steht das Brunswiek Alt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Dunkel kupferfarben und klar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feinporige hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt und die mich schon erahnen lässt, dass in diesem Bier die Röstmalze im Vordergrund stehen.

Und so ist auch das Aroma. Düfte nach dunkler Schokolade und Haselnuss, nach Karamell, getrockneten Früchten, Vanille und Kaffee steigen mir in die Nase. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist für ein Altbier ungewöhnlich süß. Dafür ist aber die Kohlensäure angenehm mild und feinperlig. Auf der Zunge stehen wie erwartet die Malznoten im Vordergrund, wobei auch eine leichte Bittere des Hopfens mitspielt. Jetzt kann ich auch den Geschmack nach Melasse feststellen. Alles zusammen sorgt für ein weiches Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und obwohl sie nicht stark wird, klingt sie doch recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, CaraRed, Melanoidin, CaraAroma), Hopfen (Magnum, Hallertauer Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

National Jürgens Brauerei Braunschweig
Rebenring 31
Braunschweig
www.njb-brauerei.de

100 Watt – Non de Jus

Jetzt haben wir ja schon fast Sommer und jetzt bekomme ich noch ein Bier aus der alten niederländischen Brauerei 100 bleibt in enthoben und zwar die Winteredition von Non de Juice. Da ich über die Brauerei schon genügend geschrieben habe, kann ich direkt mit dem Verkosten beginnen.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist klein und löst sich auch schnell auf. An der Optik könnte die Brauerei durchaus noch etwas arbeiten.

Bereits beim Einschenken steigen wir Düfte nach Karamell mit einer leichten Alkoholnote in die Nase. Dazu Düfte von Trockenfeigen, Lakritz und Kräutern, Doch, das Aroma ist schon winterlich.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge sind der Geschmack nach Kräutern und Lakritz im Vordergrund. Das Mundgefühl ist weich, aber schwer. Dazu kommt noch etwas Zimt. In der Kehle gesellt sich noch eine leichte Säure dazu. Der Alkohol wärmt und obwohl die Bittere nur gering zum Tragen kommt, klingt der Geschmack doch überraschend lange nach.

Die Winter Edition von 100 Watt ist ein schönes Dessertbier.

Alkoholgehalt:

8,8 % Vol.

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

100 Watt Brewery
Vestdijk 280
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Brauhaus Goslar – Rammelsberger Pils

Auch wenn das Brauhaus Goslar für die originale und ursprüngliche Gose bekannt ist, können Odin Paul und Arne Kosik auch gängige Bierstile brauen. Dazu gehört in Norddeutschland selbstverständlich auch das Pils. Jetzt steht es vor mir – das Rammelsberger Pils aus Goslar.

Orangefarben und wenig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist weiß, löst sich aber leider schnell auf.

Das Bier duftet nach Karamell mit einigen fruchtigen Noten.

Der Antrunk ist spritzig und er punktet mit einer verhaltenen Süße. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, gepaart mit einer leichten freundlichen Bitteren. Der Geschmack ist intensiv und erzeugt ein volles und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist trockener und die Bittere wird kräftiger und klingt lange nach.

Zutaten

Wasser , Gerstenmalz , Hopfen (Hallertauer Perle, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

11,2° Plato

Bittereinheiten:

39 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauhaus Goslar
Marktkirchhof 2
38640 Goslar
www.brauhaus-goslar.de

100 Watt – 200 Watt

So sieht die Flasche aus

Endlich steht mal wieder ein Bier von der 100 Watt Brewery in Eindhoven vor mir. Es handelt sich um das 200 Watt – eigentlich klingt der Name dieses Bieres unscheinbar, fast langweilig. Aber es handelt sich um einen Barleywine, der im Whiskeyfass gereift wurde. Genauer gesagt handelt es sich um Fässer, die mit Heaven Hill Bourbon vorbelegt waren. Ich kann also ein ganz besonderes Bier erwarten. Also will ich nicht lange warten, öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone, die sich während des Einschenkens gebildet hat, löst sich sehr schnell auf. OK, das ist bei einem Barleywine nicht ungewöhnlich.

Düfte nach Karamell, Trockenfeigen und Kandis steigen mir in die Nase. Auch das Fass mit seinen Whisky- und Eichennoten trägt zum Aroma dieses Bieres bei.

Der Antrunk ist süß und durch die reichlich dosierte und sehr feinperlige Kohlensäure spritzig. Auf der Zunge stehen die Trockenfrüchte im Vordergrund, weshalb auch die Süße erhalten bleibt. Die 12 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass der Alkohol die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ist cremig. Erst in der Kehle kann ich erstmals eine leichte Bittere feststellen. Jetzt entfaltet auch der Alkohol seine wärmende Eigenschaft.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Pils, Münchner, Cara, Dark Crystal), Roggenmalz (Crystal), Haferflocken, Hopfen (Green Bullet, Simcoe, Centennial, CTZ), Hefe

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Bittereinheiten:

70 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

100 Watt Brewery
Vestdijk 280
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Samuel Smith – Yorkshire Stingo

Das Etikett des Yorkshire Stingo ist nostalgisch gestaltet und weist klar auf die Reifung des Bieres in Holzfässern hin.Das Yorkshire Stingo ist ein stärker eingebrautes Pale Ale, das in Eichenfässern gereift wurde. Einige der Eichenfässer bei Samuel Smith’s sollen mehr als einhundert Jahre alt sein. Allerdings wurden die einzelnen Dauben im Laufe der Jahre von den Küfern der alten Brauerei ausgetauscht. Die Brauerei Samuel Smith Pflegt den Beruf des Küfers im eigenen Haus und beschäftigt zwei Küfer in Vollzeit. Dieses Bier würdigt das alte Handwerk.

Der Online-Biershop Brauart Düsseldorf beschreibt das Yorkshire Stingo wie folgt: „Das Yorkshire Stingo reift mindestens ein Jahr lang in diesen lange genutzten Eichenfässern in den unterirdischen Kellern der Brauerei und entwickelt dabei Frucht-, Rosinen-, Toffee-, Weihnachtspudding- und leichte Eichenaromen, bevor es auf natürliche Weise in der Flasche nachreift. Bei der Flaschengärung wird Hefe mit abgefüllt. Diese Hefe bleibt bei der Lagerung aktiv und bindet sich auf einzigartige Weise mit der Kohlensäure im Bier ein. Dass führt dazu, dass das Bier eine feine Perlung erhält und die Hefe einen fruchtigen Charakter annimmt. Je länger es reift, desto mehr kann sich der Geschmack des Bieres entwickeln. Viele Bierenthusiasten kaufen sich gleich mehrere Biere der gleichen Charge um diese noch einige Jahre im eigenen Keller nachreifen zu lassen.“ Dann bin ich ja mal gespannt, ob das Bier, das jetzt vor mir steht, dieser begeisterten Beschreibung entspricht.

Dunkelrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige haselnussbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. Wow, was für eine Optik.

Das Aroma ist süß und intensiv. Düfte nach Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen steigen mir in die Nase, dazu Toffee, Waldhonig und Holz. Dazu kommt eine leichte harzige Note. Es muss wohl auch etwas frisches Holz im Fass verbaut gewesen sein.

Wie erwartet ist der Antrunk süß. Die sehr feinperlige Kohlensäure weist auf eine lange Reifung des Bieres hin; dabei ist sie aber erstaunlich kräftig. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig und es spiegelt die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei bleibt das Holzaroma diskret im Hintergrund und es unterstützt die anderen Aromen lediglich. Die Bittere ist nur sehr verhalten vorhanden. Der süße Geschmack erinnert an Melasse. Insgesamt ist das Mundgefühl angenehm samtig. Auch in der Kehle ist die Süße dominant, gepaart mit einer leichten unterstützenden Bitteren. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohrzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

11° Celsius

Brauerei:

Samuel Smith
The Old Brewery
Tadcaster
N.Yorks LS24 958
Großbritannien
www.samuelsmithsbrewery.co.uk

Maisel & Friends – Irish Red

Passend zum Bierstil ist das Etikett mit weißer Schrift auf rotem Grund gestaltet.Irland ist für seine Pubs sowie die vielen kleinen Brauereien bekannt. Bis nach Deutschland schaffen es aber leider meist nur Guinness und Kilkenny. Andere Bierspezialitäten aus Irland müssen hier leider draußen bleiben. So hat sich die fränkische Brauerei Maisel & Friends in Bayreuth drangemacht und selbst ein Irish Red gebraut, das uns die Atmosphäre der grünen Insel nahebringen soll. Mal sehen, ob dies dem Irisch Red gelingt.

Kupferrot und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum fällt anfangs recht flott in sich zusammen, ein Rest bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Düfte nach frischer Brotkruste, nach Kräutern und Waldhonig, nach Karamell, Mandarinen und roten Beeren steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk besticht durch eine leichte und nicht übertriebene Süße und eine feinperlige Kohlensäure. Das Bier schmeckt nach frischem Brot, Karamell und würzigem Honig. Dazu kommt eine leichte freundliche Bittere. Zusammen sorgen sie für ein weiches und volles Mundgefühl. In der Kehle wird das Bier trockener. Im ersten Moment scheint die Bittere etwas unterentwickelt zu ein, aber langsam wird sie kräftiger und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Callista, Herkules, Mandarina Bavaria, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Gebr. Maisel GmbH & Co.
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Force Majeure Tripel

Jetzt steht die (vorerst) letzte Flasche Bier von Force Majeure vor mir, jener Brauerei im belgischen Genk, die ausschließlich alkoholfreie Biere braut und dabei wirklich gute Ergebnisse erzielt. Nebenbei bemerkt – ein alkoholfreies Tripel habe ich noch nie verkostet und bin jetzt wirklich gespannt, wie sich ein alkoholfreies Starkbier so macht. Eigentlich sind Starkbier und alkoholfrei schließlich Gegensätze. Aber beginne ich doch mit der Verkostung.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist wirklich einmalig.

Ich bin mir nicht sicher, was ich vom Aroma dieses Bieres halten soll. Es riecht süßlich, irgendwie parfümartig. Außerdem erinnert der Duft an Kaugummi. Obwohl das Aroma irgendwie künstlich erscheint, ist es doch ansprechend.

Auch der Antrunk ist süß und er zeichnet sich durch eine feinperlige und dabei doch kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge macht das Bier den gleichen Eindruck wie in der Nase. Eine undefinierbare Fruchtigkeit erweckt einen künstlichen Eindruck. Jetzt meine ich auch, einige Kräuter schmecken zu können. Der Geschmack ist überraschend intensiv und ich vermute, dass diese Intensivität und Künstlichkeit dem im Bier eingesetzten Aroma geschuldet ist. Erst in der Kehle kommt eine leichte Bittere zum Tragen und der Geschmack der Kräuter tritt in den Vordergrund. Besonders der Kräutergeschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Kräuter, Aroma, Zucker, Hefe

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Batzen – Theresa IGA

Das Runde Etikett mit der grünen Hintergrundfarbe zeigt groß das B, also das Logo der Brauerei Batzen.Italian Grape Ales (IGA) sind ein noch relativ neuer Bierstil aus Italien. Um diesen Bierstil zu brauen werden Trauben oder Traubenmost – der Anteil kann bis 40 Prozent betragen – wahlweise beim Kochen, bei der Gärung oder erst bei der Reifung dieses Biers dazugegeben. Abhängig von der eingesetzten Traube und der Technik des Brauers variieren sowohl Farbe als auch Geschmack und Mundgefühl eines IGAs.

Stiltypisch ist, dass der Charakter eines Italian Grape Ale sich durch eine gewisse Frische und Komplexität auszeichnet und er sich dabei in Abhängigkeit der eingesetzten Trauben unterscheidet. Dabei sollte das Bier sich von einem belgischen Lambic unterscheiden. Inwieweit das bei der Theresa gelungen ist, werde ich jetzt feststellen.

Golden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt sehr lange erhalten. Die Optik von Theresa gefällt mir schon mal.

Das Aroma ist eher weinartig und fruchtig nach Äpfeln. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Biskuitteig. Damit entspricht das Aroma meinen Erwartungen an ein Italian Grape Ale.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine sehr kräftige Karbonisierung aus. Bei dem Geschmack auf der Zunge stellt sich mir dann doch die Frage, ob es sich hier noch um ein Bier handelt. Der Geschmack erinnert mit seiner fruchtigen Säure eher an Weißwein oder an einen Winzersekt. Das ist auch nicht verwunderlich, da das Bier mit Gewürztraminer-Trauben vergoren wurde. Fruchtige Noten stehen jetzt im Mittelpunkt. Aus dem Hintergrund kommt leicht die Süße des Malzes zum Tragen; die Bittere des Hopfens kann ich nicht feststellen. Der Hopfen kommt erst in der Kehle ganz leicht zum Tragen. Jetzt wird das Bier auch trockener. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Alles in Allem ist Italian Grape Ale ein spannender Bierstil und ich hoffe, in Zukunft viele weitere Biere dieses Stils kennenzulernen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weißer Traubenmost (Gewürztraminer), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Bozner Weisse GmbH
Andreas-Hofer-Straße 30
39100 Bozen
www.batzen.it