Archiv der Kategorie: Biertest

Löwenbräu – 1747 Dunkles

Häufig wird der Begriff „der ewige Zweite“ als etwas abwertend angesehen. Jetzt habe ich einen „ewigen Zweiten“ vor mir stehen, „1747 Dunkles“ genannt, aus der Brauerei Zum Löwenbräu aus Adelsdorf in Franken. In diesem Fall ist aber alle Abwertung oder Häme fehl am Platze, denn dieses Bier wurde viermal in Folge Silbermedaillengewinner beim European Beer Star und zusätzlich im Jahr 2017 ebenfalls mit der Silbermedaille bei Meiningers International Craft Beer Award ausgezeichnet. Insbesondere die Preise beim European Beer Star sind etwas besonderes, denn dort wird je Kategorie jeweils nur eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille verliehen.

Kupferfarben läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik dieses Dunklen ist durchaus in der Lage, mich zu begeistern.

Wie erwartet dominieren die Röststoffe das Aroma, aber auch Düfte nach Brotkruste sowie eine leichte Fruchtsüße steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist weniger süß als ich erwartet hätte, dafür frisch mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge wird die Süße langsam etwas kräftiger und der Geschmack dunkler Schokolade gesellt sich dazu. Bitterstoffe sind nur sehr diskret zu schmecken. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Auch im Abgang sind die Bitterstoffe zurückhaltend, aber sie klingen überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Zum Löwenbräu
Neuhauser Hauptstr. 3
91325 Adelsdorf
www.brauerei-zum-loewenbraeu.de

 

Super Bock

Ups, jetzt steht das vermutlich einzige Bier aus Portugal vor mir, das im deutschen Wikipedia über einen eigenen Eintrag verfügt: „Super Bock ist ein portugiesisches Bier. Es wurde 1927 erstmals gebraut und wird bis heute von der Super Bock Group hergestellt. Die beiden Biermarken Super Bock und Sagres sind die bekanntesten Biere in Portugal, mit einem Marktanteil von zusammen 89,5 %. Super Bock wurde international mit 35 Goldmedaillen (u. a. der Monde Selection) ausgezeichnet und wird in 21 weiteren Ländern vertrieben, unter anderem in Bermuda, Kanada, Luxemburg, Mosambik, Spanien, Vereinigtes Königreich und den USA. In Angola errichtet die Unicer eine eigene Super Bock-Brauerei. Zuvor war sie bereits der größte portugiesische Exporteur nach Angola, insbesondere mit Super Bock-Bier, von dem sie 2010 bereits 120 Millionen Liter in das Land einführte.“ Wenn das mich mal nicht neugierig macht. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Intensiv golden und gefiltert glänzt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und sie bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Frische Aromen nach Malz und würzigem Hopfen steigen mir in die Nase, dazu einige fruchtige Noten, die aber eindeutig eine untergeordnete Rolle spielen.

Eine feine Malzsüße ist auch der tragende Eindruck im Antrunk, zusammen mit einer angenehmen feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich ein zur Süße passendes Bitter. Das Mundgefühl ist samtig. Insgesamt ein wirklich süffiges Bier. Der Abgang wird durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das aber leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, ungemälzte Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Super Bock Bebidas, S.A
Via Norte
4465-764 Leca do Ballo – Matosinhos
Portugal
http://www.superbock.pt/

Ayinger Bräuweisse

Im bayrischen Nirgendwo, ungefähr auf halbem Weg zwischen München und den Alpen, existiert seit fast eineinhalb Jahrhunderten die Ayinger Privatbrauerei, aus der ich bereits einige tolle Biere verkostet habe. Jetzt steht vor mir die Bräuweisse, die von der Brauerei in viele Länder exportiert wird. Immerhin steht auf dem Rückenetikett die Zutatenliste in acht Sprachen gedruckt. Dann bin ich ja mal gespannt, wie mir dieses Bier gefällt.

Immerhin hat dieses Bier bereits viele Auszeichnungen gewonnen:

  • World Beer Awards Country Winners 2016 Wheat Beer/Bavarian Hefeweiss Silber
  • European Beer Star 2015 Gold/Consumers Favourite
  • European Beer Star 2014 Silber

Na, dann kann ja nicht mehr viel schiefgehen. Mache ich also die Flasche auf und schenke mir das Bier ein.

Mit einem leuchtenden Goldton, leicht hefetrüb und mit einer sehr agilen Kohlensäure läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine extrem große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist intensiv und für ein Hefeweizen absolut stiltypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Biskuitteig steigen mir in die Nase. Da bekomme ich direkt Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist die tolle Frische dieses Biers, zusammen mit einer leichten Süße. Auf der Zunge gesellt sich noch der Geschmack nach Getreide und Teig dazu, begleitet von einigen würzigen Hopfennoten. Auch die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist rund und weich. Im Abgang kommt noch ein leichtes Bitter dazu, der Geschmack nach Banane wird etwas stärker und klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
Münchener Str. 21
85653 Aying
www.ayinger.de/

Belle-Vue – Gueuze Lambic

Lange habe ich kein belgisches Sauerbier mehr verkostet. Jetzt ist es einfach an der Zeit, dies nachzuholen. Dafür steht jetzt die Gueuze von Belle-Vue vor mir.

Die Brasserie Belle-Vue hat eine lange und wechselvolle Geschichte von Innovation und Übernahme hinter sich. Sie wurde 1913 von Philémon Vandenstock (1886 – 1945) gegründet. Der Besitzer einer Bar in Brüssel, Vandenstock, kaufte zusammen mit seiner Frau Würze von verschiedenen Brauereien in der Stadt und begann, Fondgeuze für das Establishment zu mischen. Kurz danach brach der Erste Weltkrieg aus und ließ nur noch wenige Ressourcen übrig. 1927 wurde schließlich das Belle-Vue Café in Anderlecht zur Verfügung eröffnet. Vandenstock kaufte das Gebäude als Verkaufsstelle für seine Lambics, die fünf weitere Cafés in der Umgebung bediente und gleichzeitig direkt an die Endverbraucher verkaufte.

Das Geschäft blühte unter Philémon auf, was 1943 zur ersten Brauereiübernahme durch Belle-Vue führte: Vos-Kina, eine Lambic-Brauerei in Sint-Jans-Molenbeek. Der Erwerb der Brauerei kam zu einer schwierigen Zeit in der Geschichte Europas, mitten im Zweiten Weltkrieg. Während viele Brauereien durch den Krieg kämpften, wuchs Belle-Vue. Vandenstock, der nun in der Lage war, sein eigenes Lambic zu brauen, brachte auch seinen Sohn Constant Vandenstock und seinen Schwiegersohn Octave Collin Vandenstock ins Geschäft, um bei der Verwaltung zu helfen. Leider wurde Philémon 1944 von den Besatzungstruppen verhaftet und in das Konzentrationslager Neuengamme geschickt, wo er bis zu seiner Befreiung im Mai 1945 blieb. Er starb nur eine Woche nach der Befreiung des Lagers.

Die Reise von Belle-Vues Abgleiten ins nicht-traditionelle Lambik begann unmittelbar nach dem Tod von Philémon, als sein Sohn Constant das Geschäft übernahm. Bis dahin produzierte Belle-Vue nur traditionelle Fondgeuze; jedoch, wie viele andere Lambic Brauereien zu der Zeit, begann Constant, künstliche Aromen zu verwenden, um sich an die wechselnden Gaumen der belgischen Lambictrinker anzupassen. Belle-Vue begann zu versüßen, zu filtern, zu pasteurisieren und seine Gueuze zu karbonisieren, so dass es mehr wie ein traditionelles europäisches blasses Lager als ein traditionelles Lambic konsumiert werden konnte. Belle-Vue war auch eine der ersten, wenn nicht die erste, Lambic Brauereien, die sich von der Verwendung der traditionellen 75 cl-Flaschen hin zu den kleineren 25 cl-Flaschen bewegte. Dies bot eine einfache „eine Flasche für ein Glas“ Strategie und beseitigte die Notwendigkeit die größeren Flaschen mit einem Korkenzieher zu öffnen.

Die Reise an die Spitze der Lambics begann in der Saison 1949-1950, als Belle-Vue begann, Lambic durch das Land und nach Frankreich und in die Niederlande zu versenden. Belle-Vue, die damals die einzige Lambicbrauerei mit gefiltertem und pasteurisiertem Gueuze war, gelang es, der Hitzewelle zu trotzen, die in dieser Saison zu explodierenden Flaschen nicht pasteurisierter Lambics führte. Das Geschäft lief so gut, dass die Brauerei zwei weitere Übernahmen durchführte und 1952 die Lambic-Brauerei Louis & Emile De Coster und 1955 Timmermans übernahm.

1969 erwarb Belle-Vue zwei weitere Brauereien: De Boeck und Goossens, zusammen bekannt als Brasseries Unies (United Breweries). Diese beiden Brauereien zusammen hatten bereits Brasseries Brasserie de la Couronne (De Kroon), Espagne, De Coster-Heymansund Vandenkerckhoven übernommen. Auch 1970 erwarb Belle-Vue Brabrux, das bereits andere bekannte Lambic-Brauereien De Keersmaeker, Vaan Haelen-Coche, Bécasse-Steppéund Vandenperreerworben hatte. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Belle-Vue etwa 75% des Marktes.

Belle-Vue ritt eine Welle des Erfolgs, die nur sehr wenige Lambic-Brauereien zu dieser Zeit erreichten, aber um dies zu tun, brauchte Belle-Vue die Hilfe einer Brauerei, die noch größer war als sie in Belgien: Artois. Belle-Vue hat sich mit Artois zusammengetan, um seine Marke im Exportmarkt auszubauen. Die Kosten dafür betrugen 43 % Minderheitsanteil für Artois an Belle-Vue, wobei Constant weiterhin für Belle-Vue verantwortlich blieb. Als Artois 1988 mit Piedboeuf (am meisten als Brauer von Jupiler bekannt) fusionierte, um Interbrew zu gründen, endete die Beteiligung der Vandenstock-Familie an Belle-Vue.

Heute existiert die Brasserie Belle-Vue unter dem DACH von AB-InBev und stellt konsequent nicht-traditionelle, gesüßte Lambiken für den Massenkonsum her. Belle-Vue-Biere werden heute in der Brauerei in St. Pieters-Leeuw vor den Toren der Region Brüssel-Hauptstadt im flämischen Brabant hergestellt.

Kupferfarben und klar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten.

Der Duft nach Karamell steigt mir zusammen mit einer fruchtigen Säure in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten.

Der Antrunk offenbart neben der von mir erwarteten Säure auch eine leichte Süße. Die feinperlige Kohlensäure sorgt für einen angenehmen Geschmack. Auf der Zunge dominiert dann die Säure. Sie wird aber nicht penetrant, sondern wirkt eher elegant und frisch. Der Abgang ist mild, so dass kaum ein Nachklang zu verspüren ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Aromen, Grapefruitschale, Koriander

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

5 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 6° Celsius

Brauerei:

Brasserie Belle Vue
Bergensesteenweg 144
B-1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien

Maisel & Friends – Artbeer #3 Hera

Jetzt stellt die Brauerei Maisel & Friends die dritte Edition ihres Artbeers vor, die in Zusammenarbeit mit Streetartkünstlerin Hera entstanden ist. Aber das ist noch nicht alles. Diese Edition ist meines Wissens das erste Sauerbier, das aus dieser fränkischen Brauerei stammt. Wenig überraschend war es Hera, die das Etikett mit dem ausdrucksstarken Frauengesicht entworfen hat, das mich jetzt neugierig macht auf den Inhalt der Flasche.

Golden und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinperlige Schaum ist durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten.

Ein ganzer tropischer Obstsalat steigt mir in die Nase. Der Duft nach Orangen und Zitrusschalen sorgt für eine fruchtige Säure, der Mangoduft bringt eine angenehme Süße mit, und abgerundet wird das Aroma durch die Karamellnoten des Malzes. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Eine leichte Süße steht anfangs im Vordergrund, die Säure entwickelt sich erst auf der Zunge. Aber auch dort dominiert die Fruchtigkeit. Ich schmecke Orange und Grapefruit. Abgerundet wird der Geschmack durch die Karamellnoten des Malzes sowie durch weitere fruchtige Nuancen des Malzes. Auch der Abgang ist fruchtig, wobei der Geschmack nach Grapefruit mehr in den Vordergrund tritt. Dabei entwickelt sich auch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang.

Das Artbier #3 ist ein Sauerbier für Einsteiger. Die Säure ist unaufdringlich und angenehm. Endlich ein Sauerbier, das einfach zu trinken ist. Und wie bei allen Sondersuden von Maisel & Friends gilt auch hier: Schnell bestellen, denn wenn das Bier weg ist, dann ist es weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz), Weizenmalz, Hopfen (Sorachi, Ace Mosaic, Citra, Callista, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Coedo Shikkoku

Shikkoku ist ein japanisches Wort, das die strahlschwarze Farbe von Onyx beschreibt. Der Onyx ist ein Stein, dem wundersame, mächtige Kräfte nachgesagt werden. In spirituellen Kreisen gilt der Onyx als Kriegerstein mit schützender Wirkung. Mit ihrem onyxfarbenen Bier stellt sich Coedo der internationalen Konkurrenz im Kampf um das beste dunkle Bier der Welt. Jetzt will ich testen, wie mir dieses Bier gefällt. Eigentlich habe ich in diesem Fall hohe Erwartungen, denn ich kenne die Liste der Auszeichnungen, die dieses Bier erhalten hat:

  • Meininger International Craft Beer Award Platinum Award 2017
  • Australian International Beer Award 2017 Bronze Award
  • Hong Kong & Macau Beer Cup Gold Award 2016
  • Australian International Beer Award 2016
  • LA International Beer Competition 2016 Gold Award
  • European Beer Star Gold Award 2015
  • Hong Kong International Beer Award 2014 Best Dark Beer
  • European Beer Star Gold Award 2011
  • 20072011 iTQi Two Stars Award in row
  • 2008 Monde Selection Grand Gold Award
  • Monde Selection Grand Silver Award 2007

Das Bier trägt seinen Namen zu Recht, denn es ist wirklich blickdicht schwarz. Die gemischtporige hellbraune Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Gerade von einem preisgekrönten Bier aus Japan hätte ich mehr Perfektion erwartet.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Wie erwartet dominieren die Röststoffe des Malzel mit ihren Düften nach dunkler Schokolade und Kaffee, die durch Noten nach Rauch und Karamell vervollständigt werden. Langsam scheint sich auch der Duft nach Trockenfeigen zu entwickeln.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt ein leichter vertrannter Geschmack. Die Bitterstoffe sind bestenfalls zu erahnen und das Bier ist nicht so vollmundig wie ich es erwartet habe. Erst im Abgang bemerke ich ein kurzes leichtes Bitter, ansonsten fällt der Nachklang eher mager aus.

Das Bier hatte sein Mindesthaltbarkeitsdatum bereits leicht überschritten. Normalerweise stellt das bei dunklen und malzbetonten Bieren kein Problem dar, sie reifen häufig sogar noch nach. Bei diesem Bier habe ich aber den Verdacht, dass es irgendwann im Laufe des Transports und der Lagerung nicht sachgemäß behandelt wurde. Wenn ich es noch einmal irgendwo sehe, werde ich es erneut testen. Irgendwo müssen die vielen Auszeichnungen schließlich herkommen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Kyodoshoji Corporation Limited Coedebrewery
Kawagoe-shi
Imafuku, 2
350-1151 Saitama-ken
Saitama
Japan (JP)
www.coedobrewery.com

Riedenburger – Ur-Helles

Jetzt steht das Ur-Helle aus Riedenburg vor mir und wartet auf seine Verkostung. Riedenburg liegt im Altmühltal, einer der schönsten Gegenden Deutschlands. Ins Auge sticht mir auch das Bioland-Logo, das anzeigt, dass es sich bei den Rohstoffen für dieses Bier um „echtes“ Bio handelt, nicht um EU-Bio, das zumindest einen weniger guten Ruf als beispielsweise Bioland und Demeter hat. Außerdem steht auf dem Etikett, dass die Brauerei für sich in Anspruch nimmt, die älteste Brauerei Bayerns zu sein, die ausschließlich Rohstoffe aus biologischem Anbau verwendet. Mit diesem Anspruch steht sie allerdings nicht allein; auch die Altstadtbrauerei in Nürnberg erhebt diesen Anspruch. Welche der beiden Brauereien nun Recht hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist aber auch nicht wirklich wichtig. Kommen wir nun zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

In der Nase unterstützt der Duft des Malzes den Hopfen, der Noten nach Kräutern und Blumen beiträgt. Das Aroma ist gut ausgewogen und ich hoffe, eines der wenigen Hellen vor mir zu haben, die mich begeistern können.

Der Antrunk ist moderat süß, was zu der recht sparsam vorhandenen und sehr feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund, das durch eine leichte fruchtige Säure unterstützt wird. Im Vergleich zu anderen Hellen hält sich das Malz hier im Hintergrund. Das Mundgefühl ist weich und recht voll. Insgesamt habe ich ein wirklich süffiges Bier vor mir. Der Abgang ist mild und mit kurzem Nachklang.

Anfangs konnte mich das Ur-Helle von Riedenburger wirklich begeistern. Leider wird der sehr positive Eindruck durch den schwachen Abgang zunichte gemacht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

Jessenhofke – RGLR

Aus Flandern stammt das Pale Ale mit dem merkwürdigen Namen, das jetzt vor mir steht. Eine Besonderheit ist, dass die Zutaten für das Bier aus biologischem Anbau stammen. Obwohl – das ist nicht wirklich überraschend, wenn wir uns die Geschichte dieses Biers ansehen: Der ökologische Caterer Dauranta wollte ein leichtes Bier zur Mittagszeit und Empfänge servieren. Jessenhofke braute diesen niedrig-alkoholischen Durstlöscher für das Unternehmen. Dafür verwendeten sie drei biologische Hopfensorten, die Joris Cambie aus Poperinge anbaut und die die Brauerei auch in anderen Bieren verwendet.

Hell golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts zu meckern.

Das Aroma ist gleichzeitig frisch und herb. Mir gefällt, dass sich der Malzkörper mit seinem Biskuitduft gut gegen den Hopfen durchsetzen kann. Obwohl für dieses Bier drei Hopfensorten verwendet wurden, drängt sich der Hopfen nicht in den Vordergrund und trumpft eher mit holzig-harzigen und würzigen Noten aus dem Hintergrund auf. Langsam stellt sich bei mir Begeisterung ein.

Der Antrunk weist eine mittlere Süße sowie sehr viel kräftige Kohlensäure auf. Der Körper ist eher schlank und mit überraschend wenig Bitter, trotzdem aber rund. Im Abgang wird das Bier trockener und es bleibt mild mit einem kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen( Challenger, Goldings, Fuggles), Hefe

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Jellenhofke
Simpernelstraat 17
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be

Libertus – Frankonian Dark

Frankonian Dark ist ein dunkles Lagerbier mit 5,3% Alkoholgehalt aus dem Hause Libertus Craft Brewing. Da ich Libertus an anderer Stelle bereits vorgestellt habe, werde ich ohne lange Vorrede jetzt sofort die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

In einem dunklen Mahagoniton fließt das Bier ins Glas und bildet dabei wenig elfenbeinfarbenen gemischtporigen Schaum, der recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma verwöhnt mich mit dem Duft nach dunkler Schokolade, nach getrockneten Früchten und Sirup.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene Kohlensäure spritzig und überraschend süß. Ansonsten bestätigt er die Erwartungen, die das Bier in der Nase erweckt hat, indem mir eine ganze Palette Geschmacksnuancen des Malzes geboten wird. Das Mundgefühl ist weich und schlank. Erst im Abgang kommt der Hopfen auch zu seinem Recht und steuert eine moderate Bitterkeit bei, die lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Libertus Craft Brewing
Am Hahn 3
97762 Untererthal
www.libertus.beer

Tongerlo Nox – Bruin

Aus der Brauerei Haacht in Flandern stammt das Tongerlo Nox, das jetzt vor mir steht. Der Name leitet sich vom lateinischen Nox für Nacht ab. Es soll halt an eine gemütliche Nacht erinnern.

Und wirklich, das dunkle Rubinrot, das schon fast ins Schwarze übergeht, erinnert an die letzten Lichtstrahlen eines Sonnenuntergangs an einem lauen Sommerabend. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist sehr voluminös und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Die Röststoffe dominieren das Aroma dieses Biers. Ich rieche dunkle Schokolade und Vanille, abgerundet durch einen Hauch Lakritz.

Der Antrunk offenbart eine kräftige Süße, die mmit einer reichlichen Portion Kohlensäure einhergeht. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase fesgestellt habe. Zur dunklen Schokolade und Vanille kommt der Geschmack nach Rosinen. Bittere und säuerliche Noten fehlen. Dadurch ist das Bier nicht wirklich rund, sondern eher schlank und es erinnert an ein Lightbier. Im Abgang dominiert zunächst der Schokoladengeschmack und erstmals stelle ich ein leichtes und diskretes Bitter fest, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brauerei Haacht
Provinciensteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com