Archiv der Kategorie: Biertest

Barcelona Beer Company – Sr. Lobo

Sr. Lobo ist ein weiteres Bier, das mir die Barcelona Beer Company zugeschickt hatte, nachdem ich auf der Messe ProWein in Düsseldorf erstmals Kontakt mit dem Unternehmen hatte. Lobo ist das spanische Wort für Wolf. Dass es eine ganze Reihe Brauereien gibt, die den Wolf als namensgebendes Tier für ihr Bier verwenden, liegt vermutlich an der Ähnlichkeit der lateinischen Namen für den Echten Hopfen (Humulus lupulus) und für den Wolf (Canis lupus). Dabei handelt es sich meist um kräftige Biere. So auch bei Sr. Lobo. Hier handelt es sich um Milk Stout mit einem Alkoholgehalt von 7,0 Volumenprozent. In diesem Fall wurde beim Brauen auch noch Orange und Schokolade verwendet.

Bickdicht schwarz präsentiert sich das Sr. Lobo im Glas. Die gemischtporige haselnussbraune Schaumkrone ist eher klein ausgefallen, bleibt aber lange erhalten. Daher ist an der Optik dieses Bieres nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Kandis und Lakritz. Zusätzlich kommt aus dem Hintergrund diskret der Duft der Orangen.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und die sehr feinperlige Kohlensäure schmeichelt meinem Gaumen. Auf der Zunge wird die Süße etwas kräftiger, begleitet durch ein passendes freundliches Bitter. Süße und Bitterstoffe sind so kräftig, dass die Röstaromen überdeckt werden und ein samtiges Mundgefühl entstehen kann. Im Abgang wird das Bier etwas trockener. Die Röststoffe und der Schokoladengeschmack kommen gemeinsam mit einem Hauch Lakritzgeschmack in der Kehler wieder zum Vorschein und sie klingen sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caramunich, Carafa, Münchener, geröstete Gerste), Hopfen (Centennial, Fuggles), Hefe, Fruchtfleisch von Orangen, Laktose

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 10° Celsius

​Brauerei:

Barcelona Beer Company
C/ Farmacia 4
08450 LLinars del Vallès
Spanien
www.barcelonabeercompany.com

Hildesheimer Braumanufaktur – Moritzberger Felsenkeller-Bock


Moritzberg ist ein Stadtteil von Hildesheim und meiner Meinung nach vermutlich der Stadtteil mit der besten Lebensqualität. Außerdem ist es ein Stadtteil mit einer Biertradition, die bis ins 19. Jarhundert zurückreicht. Bis ins Jahr 1906 war in der Elzer Straße die Victoria-Brauerei beheimatet, die dort im Felsenkeller ihr Eis lagerte, das sie im Winter aus dem Eisteich gewann. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Härke-Brauerei eine Niederlassung in der Brauereistraße, aber das ist eine andere Geschichte. Der Felsenkeller wird vom Verein zur Erhaltung des Eiskellers der ehemaligen Victoriabrauerei Hildesheim e.V. restauriert und wieder zugänglich gemacht. Dieser Verein erhält auch den Erlös aus den Felsenkeller-Bieren aus der Hildesheimer Braumanufaktur.

Intensiv orangefarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt auch flott in sich zusammen.

Das Aroma ist würzig nach Brotkrume und Karamell.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es von anderen hellen Bockbieren gewohnt bin. Gut gefällt mir die sehr feinperlende Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Bier für ein Bockbier ungewöhnlich bitter. Die Süße bleibt aber erhalten. Zusammen ergeben sich ein intensiver Geschmack und ein volles Mundgefühl. Auch im Abgang ist das Bier würzig-bitter; der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zu diesem Bier passt gut ein Schweine- oder Sauerbraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeffer und Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

für

Verein zur Erhaltung des Eiskellers
der ehemaligen Victoria Brauerei
Hildesheim-Moritzberg e.V.
c/o Michael Kriegel
Bergsteinweg 38
31137 Hildesheim
www.felsenkeller-moritzberg.de

Dubuisson – Bush Caractère

Bereits im Jahr 1933 wurde erstmals „Bush Beer“ gebraut. Damit handelt es sich um eine der ältesten noch aktiven Biermarken Belgiens und sie ist das Aushängeschild der Brasserie Dubuisson. Das Bush Caractère Ambrée hat die Brauerei im Jahr 2008 aus Anlass ihres 75jährigen Bestehens auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um ein Tripel, das aber eine Besonderheit aufweist: während Tripel in der Regel eine Nachgärung in der Flasche durchlaufen, ist dieses Bier gefiltert. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich schon einmal ein gefiltertes Tripel verkostet habe. Auf jeden Fall macht dieses Bier mich neugierig.

Das Bier macht seinem Namen alle Ehre, zumindest was die Farbe betritt. Bernsteinfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dass dabei nur eine keine feinporige Schaumkrone entsteht, die sich auch schnell auflöst, ist vermutlich auf den hohen Alkoholgehalt von immerhin 12,0 Volumenprozent zurückzuführen.

Das Bier duftet nach Karamell, begleitet durch die Fruchtigkeit von reifen Birnen. Auch der Alkohol kommt deutlich zum Vorschein. Er drängt sich aber nicht in den Vordergrund, sondern unterstützt die anderen Aromen.

Der Antrunk ist durch die Süße des Karamellmalzes geprägt, die durch eine feinperlige, dabei aber kräftige, Kohlensäure unterstützt wird. Während sich das Bier mit seinem sehr intensiven Geschmack auf der Zunge erwärmt, kommen immer neue Geschmacksnuancen zum Vorschein. Nussaromen mischen sich mit Kräuternoten. Der Alkohol wärmt und brennt leicht auf der Zunge. Das Mundgefühl ist schwer und samtig. Erst im Abgang, der mild und ebenfalls weich ist, kommen erstmals einige Bitterstoffe zum Tragen, die aber nur kurz nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Restzucker

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Stammwürze:

24 °Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Dubuisson Brewery
Chaussée de Mons 28
7904 Pipaix
Belgien
www.dubuisson.com

Altenburger – Premium-Pils

Das Premium Pils der Altenburger Brauerei geht auf ein Rezept aus dem Jahr 1871 zurück und wird traditionell mit Hopfensorten aus der Elbe-Saale-Region gebraut. Der regionale Hopfen lässt mich hoffen, dass das Altenburger Pils eine andere Hopfennote mitbringt als viele andere Pilsbiere, die sich doch häufig sehr ähneln. Dafür spricht auch, dass das Altenburger Premium Pils seit dem Jahr 2018 an etlichen Bierwettbewerben im In- und Ausland erfolgreich teilgenommen hat.

Golden und glanzfein fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feste und schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Ein herbes Hopfenaroma steigt mit in die Nase, dazu der Duft nach Kräutern und floralen Noten. Aus dem Hintergrund unterstützt der Duft nach Brotkrume das Aroma.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge bildet sich ein freundliches Bitter in zur Süße passender Stärke. Somit entsteht ein klarer herber Pilsgeschmack, so wie er sein soll. Das Mundgefühl dieses süffigen Bieres ist schlank. Im Abgang erfreut ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang meine Kehle.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol

Stammwürze:

11 ° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Altenburger Brauerei GmbH
Brauereistraße 20
04600 Altenburg
www.brauerei-altenburg.de

BierSelect

Brew and Spirits – John Lee Blues

Seit dem Jahr 2011 wird in Valencia Craft Beer gebraut. Die dortigen Brauer haben eine Leidenschaft für guten Geschmack und gute Musik. Diese Leidenschaft treibt sie an. Im Jahr 2019 wurde die Brauerei zum zweitgrößten Craft Beer-Produzenten in der valencianischen Gemeinschaft für Craft Beer. Seit der Gründung hat die Brauerei 24 nationale und internationale Auszeichnungen errungen. So kann ich mich auf die Verkostung freuen, die ich jetzt vornehmen werde.

Dunkel kupferfarben fließt das Bier ins Glas. Die Intensität der Farbe ist beachtenswert. Dazu kommt eine voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Zumindest optisch ist dieses Bier beeindruckend.

Düfte nach dunkler Schokolade, nach Trockenfrüchten und Lakritz steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine geringe Karamellsüße sowie eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge nimmt der Karamellgeschmack zu, begleitet vom Geschmack nach Lakritz und ein dazu passendes Bitter. Auch wenn das Mundgefühl samtig ist, fehlt mir doch etwas fruchtige Säure, die den Geschmack abrunden würde. Im Abgang erfreut ein angenehmes Bitter meine Kehle, das sehr lange nachklingt.

Das Strong Ale von B&B Brew and Spirits John Lee Blues ist eine würdige Hommage an die Blues-Legende John Lee Hooker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Bittereinheiten:

38 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

B&B Brew and Spirits, S.L.
C/ Ildefonso Carrascosa, 18
46560 Massalfassar
Spanien
www.brewandspirits.com

Masterfully Dark

In jedem Jahr richtet die Brauerei Störtebeker in Stralsund die Deutschen Meisterschaften der Hobbybrauer aus. In diesem Jahr bin ich zum Finale gefahren, das diesmal in München auf der DrinkTec stattfand und ich muss sagen, ich war mehr als beeindruckt von den Leistungen der Hobbybrauer. Nicht nur, dass mich dort wirklich hervorragende Biere erwarteten, sondern die Hobbybrauer haben dort Biere präsentiert, die vermutlich nicht kommerziell zu brauen wären, weil der Brauprozess extrem aufwändig war.

Jetzt hat BRLO in Berlin noch einen draufgesetzt und hat die Sieger der Meisterschaften der Jahre 2017 bis 2021 eingeladen, einen Gemeinschaftssud zu brauen. Herausgekommen ist das Black India Pale Ale, das jetzt vor mir steht.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma gefällt mir sogar noch besser als die Optik. Ich rieche dunkle Schokolade, Biskuit und Vanille. Dazu kommt aus dem Hintergrund noch ein grasiger Duft.

Der Antrunk ist recht süß und dabei angenehm spritzig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein freundliches Bitter kommt dazu und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener und das freundliche Bitter klingt sehr lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Columbus, Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Farbe:

80 EBC

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Str. 16
10963 Berlin
www.brlo.de

La Trappe – Puur

Skal ist ein europäisches Bio-Siegel, das von niederländischen Behörden eingeführt wurde und kontrolliert wird. Das Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelkontrolle hat das Siegel entwickelt. Produzenten, deren Lebensmittel Skal-zertifiziert sind, werden mindestens einmal im Jahr ohne vorherige Ankündigung kontrolliert.

Auch die Bierbrouwerij de Koningshoeven, von der jetzt das La Trappe Puur (puur ist niederländisch für rein) vor mir steht, hat einige Biere mit diesem Siegel im Angebot. Es handelt sich um ein Ale, das von den Mönchen zu 100 % aus biologischen Zutaten gebraut wurde.

Golden fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große Schaumkrone. Obwohl der Schaum grobporig ist, bleibt er lange erhalten und macht auf dem minimal hefetrüben Bier eine gute Figur.

Das Aroma ist würzig-hopfenbetont. Aus dem Hintergrund unterstützt der Duft hellen Malzes die Eindrücke, die an Kräuter und Zitrusschalen erinnern.

Der Antrunk ist spritzig-frisch mit einer angenehm feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge steht ein kräftiges Bitter im Vordergrund, umrahmt von Kräuteraromen und einer leichten Süße. Der Abgang ist bitter-würzig und trockener mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven B. V.
Eindhovenseweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

Braufactum – The Brale

Braufaktum ist einer der Pioniere der Craft Beer-Szene in Deutschland. Jetzt steht The Brale vor mir, ein Brown Ale, das bereits viele Auszeichnungen errungen hat:

  • Country Winner bei World Beer Award 2017 in der Kategorie „American Brown Ale
  • Gold bei Frankfurt International Trophy 2020 in der Kategorie „Red Ale“
  • Gold bei World Beer Award 2019 in der Kategorie „American Brown Ale“
  • Gold beim Meininger Craft Beer Award 2018 in der Kategorie „Brown Ale (American Style)“
  • Silber bei World Beer Challenge 2020 in der Kategorie „American Style Brown Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2019 in der Kategorie „American Style Brown Ale“
  • Silber bei World Beer Award 2018 in der Kategorie „American Brown Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2017 in der Kategorie „American-Style Brown Ale“
  • Silber bei Meininger Craft Bier Award 2016 in der Kategorie „Brown Ale (American Style)“
  • Bronze bei International Beer Challenge 2019 in der Kategorie „New World-style Brown Ale 2.9% and up)“
  • Bronze bei World Beer Challenge 2018 in der Kategorie „American Style Brown Ale“
  • Bronze bei International Beer Challenge 2018 in der Kategorie „New World-Style Brown Ales“
  • Bronze bei International Beer Challenge 2017 in der Kategorie New World-Style Brown Ales

Brown Ales galten während der Industrialisierung als Belohnung nach schwerem Tagewerk, wurden jedoch im zweiten Abschnitt des 20. Jahrhunderts mehr und mehr von hellen Bieren verdrängt. Das erste amerikanische Brown Ale wurde Ende 1900 gebraut, hatte jedoch stärkere Röstaromen und einen kräftigeren Geschmack als das englische Pendant.“ Dieser Stil hatte den Beinamen „the dog“, da man mit der Ankündigung „ich gehe noch mit dem Hund raus“ einen Besuch im Pub einleitete.

Bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse und größtenteils feinporige Schaumkrone. Anfangs fällt der Schaum schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt doch lange erhalten.

Eine erste Überraschung hält das Aroma für mich bereit. Ich rieche überraschend wenige Röststoffe. Stattdessen stehen Orangen, roter Pfeffer und einige nussige Aromen im Mittelpunkt. Das ist zwar unerwartet, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist aufgrund seiner feinperligen Kohlensäure angenehm spritzig. Jetzt kommen erstmals auch die Malznoten mit ihren Röstaromen zum Tragen, die für einen angenehmen Karamellgeschmack sorgen. Die Aromen des Hopfens spiegeln sich und sorgen für ein ausgewogenes Geschmackserlebnis. Im Abgang sticht das Pfefferaroma hervor, das mit dem Geschmack nach roten Früchten daherkommt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamellmalz), Hopfen (Mosaic, East Kent, Golding, Herkules)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

14 EBC

Brauerei:

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
Darmstädter Landstraße 185
60598 Frankfurt am Main
www.braufactum.de

Barcelona Beer Company – La Niña Barbuda

Bei dem Bier, das jetzt vor mir steht, verwundern zunächst das Bild auf dem Etikett und auch der Name. Ein kleines Mädchen mit einem Rauschebart? Die Brauerei erklärt dies mit einer kurzen Geschichte: „Ramon, der Hipster, traf eine Fee. ‚Ich erfülle dir einen Wunsch‘, sagte sie. Ramon wollte gerade sagen, er wünsche sich, wieder ein kleiner Junge zu sein, aber im letzten Moment überlegte er es sich anders und wünschte sich ein kleines Mädchen zu sein. Jetzt ist Ramon ‚La Niña Barbuda‘.

La Niña Barbuda ist ein Brown Ale aus Barcelona, und die Brauerei betont mehrfach, dass die Biere der Barcelona Beer Company mit einem ungeheuer reinen Wasser gebraut werden. So, jetzt bin ich aber neugierig auf La Niña Barbuda und will sie nicht länger warten lassen.

Braun mit einer hellbraunen feinporigen Schaumkrone und leichter Hefetrübung präsentiert sich La Niña Barbuda im Glas. Da die Schaumkrone lange erhalten bleibt, ist die Optik schon mal einwandfrei.

Die Röstaromen sind mit ihrer leichten Rauchigkeit eindeutig dominant, aber auch der Duft nach Feigen sowie nach Lakritz kommt zu seinem Recht. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen. Das Bier ist mild und sorgt für ein weiches und frisches Mundgefühl. Dazu sorgt auch das leichte Bitter dabei, das für einen ausgewogenen Geschmack sorgt. In der Kehle zeigt sich ein überraschend kräftiges Bitter mit einem sehr langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caramunich T2, Carafa, Flacked Wheat), Hopfen (Northern Brewer, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

46 IBU

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Barcelona Beer Company
Farmacia 8
08450 Llinars Del Vallés
Spanien
www.barcelonabeercompany.com

Brewdog – Lost Lager

Über die berliner Brauerei Brewdog habe ich bereits häufiger geschrieben. Die dort gebrauten Biere haben mir gut gefallen, lediglich dass Brewdog so viele Biere in Dosen abfüllt, lehne ich aus ökologischen Gründen ab.

Beim Lost Lager, das jetzt vor mir steht, ist einiges anders als bei allen anderen Bieren. Die Brauerei spricht vom ersten CO2-negativen Bier der Welt. Gebraut mit Ökostrom und überschüssigem Brot soll das Bier doppelt so viel CO2 aus der Atmosphäre holen wie für das Brauen benötigt wird. Löblich, insbesondere bei einer so energieintensiven Tätigkeit wie dem Brauen von Bier, auch wenn diese Aussage mir eher wie ein Werbeslogan vorkommt. Ich hoffe, dass Brewdog beim Bemühen, möglichst umweltfreundlich zu sein, die Qualität des Bieres trotzdem im Blick behalten hat.

Kupferfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist hopfenbetont, angenehm würzig nach Kräutern, so dass die Aromen des Brotes und Malzes kaum durchkommen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine reichlich dosierte Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein freundliches Bitter dazu und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Das Lost Lager ist angenehm und einfach zu trinken, obwohl es eher unsprektakulär ist, vielleicht auch gerade deshalb. Der Abgang ist schlank und ich schmecke in der Kehle ein leichtes Bitter, das erstaunlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Brot (Weizen, Roggen, Dinkel, Gerstenmalz, Hartweizengrieß, Hefe, Salz), Hopfen (Select, Spalter, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brewdog
Im Marienpark 23
12107 Berlin
www.brewdog.com