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Ratsherrn – Hamburger Senatsbock 2022

Winterzeit ist Bockbierzeit. Diese Erkenntnis haben viele Brauer schon vor Jahrzehnten gehabt und auch die Brauer aus Hamburg machen da keine Ausnahme. Eine Ausnahme ist aber, dass sich bis in die 1950er Jahre die dortigen Brauer zusammengeschlossen und gemeinsam ein Bockbier gebraut haben, den Senatsbock. Nachdem diese Tradition in den 1950er Jahren eingeschlafen war haben 2015 die Kleinbrauer in der Hansestadt zusammengeschlossen und die Tradition wieder aufleben lassen. Jetzt steht vor mir die 2022er Edition des Senatsbocks aus der Ratsherrn-Brauerei in den Schanzenhöfen.

Dunkelbraun präsentierts sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine haselnussbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kandis steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge geben sich der Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso ein Stelldichein, zur Süße gesellt sich ein mäßiges Bitter. Das Mundgefühl ist cremig und der Alkohol ist sehr gut in den Geschmack eingearbeitet. Das freundliche Bitter wird in der Kehle kräftiger, wo es auch sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Röstmalz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Farbe:

40 EBC

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

www.senatsbock.de

Wildwuchs – Senatsbock 2022

Nicht nur in Einbeck, sondern auch in Hamburg ist die Bockbierzeit die fünfte Jahreszeit. Dann schließen sich die die acht Hamburger Kleinbrauereien zusammen und brauen mit viel Liebe zum Handwerk nach guter Hamburger Tradition ihren Senatsbock. Mit von der Partie sind Blockbräu, Brauhaus Joh. Albrecht, Gröninger Privatbrauerei, Kehrwieder Kreativbrauerei, Landgang Brauerei, Ratsherrn Brauerei, Überquell Brauwerkstätten und Wildwuchs. In diesem Jahr hat sich Wildwuchs noch mehr angestrengt und bietet den Senatsbock erstmals als Biobier an.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber zeigt sich eine durchschnittlich voluminöse feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das Bier ist eine Augenweide.

Aromen nach dunkler Schokolade, nach Kaffee, Karamell, Pumpernickel und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt die Süße nach. Der Geschmack dunkler Schokolade dominiert und ich stelle jetzt auch eine leichte fruchtige Säure fest, die an rote Früchte erinnert. Dazu wärmt der Alkohol meinen Magen. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Erst in der Kehle kann ich erstmals ein deutliches Bitter feststellen, das gut zum Schokoladengeschmack passt, der das Bitter begleitet und lange nachklingt.

Zu einem passenden Dessert, beispielsweise einem Karamellpudding oder einem Marzipansoufflé ist dieser dunkle Bock ein perfekter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brauwerk Hamburg KG
Jaffestr: 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Grimbergen – Blonde

Im Jahr 1128 baten die Herren von Grimbergen Norbert van Xanten, den Gründer des Prämonstratenserordens (oder Norbertinerordens), eine Abtei zu errichten, und er erfüllte ihnen diesen Wunsch. Kurz darauf, im selben Jahr, begannen die Patres der Abtei Grimbergen, ein lokales Bier zu brauen. Im Jahr 1142 lehnten sich die Herren von Grimbergen gegen den Herzog von Brabant auf. Dies war der Beginn des Krieges von Grimbergen. Die Abtei wurde völlig zerstört, aber in den Jahren nach dem Krieg wurde sie Stein für Stein wiederaufgebaut. 1566 wurde die Abtei während der Religionskriege zum zweiten Mal zerstört. Die Patres flohen nach Brüssel und konnten erst 30 Jahre später zurückkehren, um die Gemeinschaft wieder aufzubauen. Im Jahr 1629 wurde die Abtei in Grimbergen wiedererrichtet. Von diesem Zeitpunkt an beschlossen die Patres und die Gemeinschaft, den Phönix als Symbol der Wiedergeburt in ihr Wappen aufzunehmen, zusammen mit dem Motto „ardet nec consumitur“, was so viel bedeutet wie „verbrannt, aber nicht zerstört“ (kann aber auch anders übersetzt werden). Die Abtei Grimbergen wird während der Französischen Revolution wieder abgerissen. Mit dem Phönix, der die Lebensgeister der Patres weckt, fließt das Grimbergener Bier bald wieder. Doch es lauerte eine neue Gefahr: Im 18. Jahrhundert, während der Französischen Revolution, wurden alle Güter in Kirchen und Klöstern verkauft. Im Jahr 1798 mussten die Patres wieder gehen. Und die Abtei mit ihrer Brauerei wurde zum dritten Mal zerstört. Als vierte Wiederbelebung von Grimbergen markiert die Rückkehr des Bierbrauens in die Abtei Grimbergen im Jahr 2021 ein besonderes Kapitel in unserer Geschichte. Die Herstellung neuer Biere in limitierter Auflage in den Mauern der Abtei zum ersten Mal seit über 200 Jahren ist ein großer Erfolg für die Patres, für die Gemeinschaft von Grimbergen und für alle, die Grimbergen-Bier lieben.

Die Brauerei gehört heute zum Carlsberg-Konzern. Da es sich dabei um ein internationales Unternehmen handelt, kann es zu der absurden Situation kommen, dass Sie in Deutschland ein belgisches Bier kaufen, das aber in Stettin, also in Polen, gebraut wurde. Auch wenn Carlsberg in Deutschland nicht unbedingt den besten Ruf hat (Astra, Holsten & Co. sind bekanntlich nicht als Genussbiere bekannt), beweist der Konzern besonders in Polen, dass er auch in der Lage ist, wirklich gute Biere zu liefern und das mit einem erstaunlich guten Preis-/Leistungsverhältnis. Auch das Grimbergen Blonde, das jetzt vor mir steht, stammt aus Stettin (polnisch: Szczecin).

Hell bernsteinfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die auch flott in sich zusammenfällt. Optisch kann das Bier mich nicht wirklich überzeugen.

Aromen nach Karamell und Harz, abgerundet durch würzige Noten nach Nelken und Waldhonig steigen mir in die Nase und versöhnen mich wieder mit diesem Bier.

Der Antrunk ist süß und fällt vor Allem durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure auf. Auf der Zunge spielen der Geschmack nach Karamell mit dem nach reifen Birnen und etwas Zitrus zusammen. Bitterstoffe sind kaum vorhanden. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, aber leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfenextrakt, karamellisierter Zucker

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Carlsberg Deutschland GmbH
Holstenstraße 224
22765 Hamburg
(gebraut in Polen)
www.carlsbergdeutschland.de

Kehrwieder – Hamburger Senatsbock

Einmal im Jahr tun sich die Craft Beer-Brauer aus Hamburg zusammen, um eine alte Tradition neu aufleben zu lassen – sie brauen den Senatsbock. Jetzt steht die 2022er Version des Senatsbocks der Kehrwieder-Brauerei vor mir.

Blickdicht schwarz und mit recht wenig feinporigem haselnussbraunem Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Auch wenn die Schaumkrone anfangs eher dürftig erscheint, bleibt sie doch lange erhalten. Damit ist die Optik dieses Bieres schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma dieses Senatsbocks ist komplex. Ich rieche dunkle Schokolade, eingelegte Kirschen, Kandis und Vanille. Dabei bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich alle Aromen identifiziert habe.

Der Antrunk ist recht süß, überzeugt aber durch eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure. Auf der Zunge zeigen sich die Aromen so, wie ich es erwartet habe: die Röstaromen zeigen sich in Form des Geschmacks nach dunkler Schokolade, Espresso, nach Karamell und Vanille. Bitter ist nur gering festzustellen und das Mundgefühl ist angenehm samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt zusammen mit der Vanille lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Lactose, Hopfen, Vanille, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei GmbH
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Wildwuchs – Kein Weizen!

Diplom- Braumeister & Biersommelier Friedrich Carl Richard Matthies, genannt Fiete, stammt aus Hamburg- Finkenwerder. Das Brauwerk betreibt er seit 2014 mit Unterstützung seiner Brüder als Familienunternehmen. Fiete gründete zunächst 2012 die „Kehrwieder Kreativbrauerei“ in Hamburg. Zuvor war er als Brauer in Rostock und Berlin, im Brauanlagenbau in Frankreich, außerdem als Ausbilder in zwei neuen Brauereien in Spanien tätig. Die Zutaten der Wildwuchs-Biere stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Ein Weizen ohne Weizen oder doch nicht? Genau dieser Herausforderung stellte sich der Braumeister Fiete vom Wildwuchs Brauwerk Hamburg. In einem Weizenbier ist die Hefe der Taktgeber und produziert die typischen Bananenaromen, die das Weizenbier so einmalig machen. Beim Wildwuchs Ale kam kein Weizenmalz zum Einsatz, sondern Pilsnermalz und Weißbierhefe. Das Wildwuchs Kein Weizen ist auf Basis des Rezeptes des Fastmoker Pils gebraut. Die Hefe macht den Unterschied. Statt einer untergärigen Lagerbierhefe hat Fiete von Wildwuchs eine Weißbierhefe verwendet. Somit also Kein Weizen!

Golden und mit leicher Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die zwar nur klein ist, aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig. Der Bananenduft der Hefe steht im Mittelpunkt, begleitet durch Düfte nach Zitrusfrüchten und einer frisch gemähten Wiese.

Der Antrunk ist fruchtig-frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wunderbar prickelnd. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Zitrone mit einer frischen Säure in den Vordergrund. Die Banane kann ich jetzt nicht mehr feststellen. Das Mundgefühl ist weich und schlank. In der Kehle kann ich praktisch kein Bitter schmecken, dafür aber eine leichte fruchtige Säure, die überraschend lange nachklingt.

Das Kein Weizen! Ist ein angenehm und einfach zu trinkendes Bier für einen Sommerabend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Blond Ale, Pilsener), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5% Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestr. 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Ratsherrn – Organic Ale

Im Herzen des Hamburger Schanzenviertels ist die Ratsherrn Brauerei beheimatet. Die Brauer haben begonnen, eine Produktlinie aufzubauen, für die ausschließlich Rohstoffe in Bioqualität verwendet werden. Dabei setzt Ratsherrn nicht auf das EU-Bio, das als Bio-Light gilt, sondern das Rückenetikett der Flasche trägt das Siegel von Naturland. In dieser Organisation gelten strengere Regeln als beim Biosiegel der EU. Die Organic Reihe greift außerdem auch die vegane Ernährung auf, die derzeit stark gehypt wird.

Golden und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Zitronen, reifen Beeren, etwas Banane und Brotkruste. Das macht durchaus Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und spritzig. Auf der Zunge dominieren die fruchtigen Aromen nach Zitrusfrüchten. Der Geschmack des Malzes unterstützt aus dem Hintergrund. Das Mundgefühl ist voll. Der Abgang bringt nur wenig Bitter in die Kehle, wo der Geschmack durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Callista, Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

BierSelect

Uerige – Jrön

Einmal im Jahr wird der Hopfen geerntet und keine Brauerei, die etwas auf sich hält, lässt es sich nehmen, dann ein Grünhopfenbier zu brauen, also ein Bier mit frischem Hopfen. So auch die Brauerei Uerige in der Altstadt von Düsseldorf, die sich im letzten Jahr zu diesem Zweck mit Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg zusammengetan hat. Der Hopfen stammt aus Polen und wurde sofort nach der Ernte (und dem Zupfen) so schnell es irgend ging im PKW nach Düsseldorf gebracht, um dort zum Jrön zu werden, einer Sticke mit dem frischen Hopfen.

Einen Nachteil hat das Jrön allerdings: die Düsseldorfer wollen das Bier nicht wirklich gerne freigeben. Deshalb erfolgt der Anstich traditionell am 11. 11., also an dem Tag, an dem jeder Auswärtige das Rheinland und damit auch Düsseldorf tunlichst meidet. Wer schon einmal am 11. November oder an Rosenmontag im Rheinland oder auch nur in der weiteren Umgebung war, wird verstehen, was ich meine. Aber zum Glück hält das Jrön ja länger als der Karneval. Kommen wir also zum Bier.

Dunkelbraun mit einer sahnigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Damit macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur.

Das Bier duftet röstig nach Kaffee. Dieses Aroma wird durch eine leichte fruchtige Säure begleitet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süe sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt das Jrön seine ganze Komplexität: dunkle Schokolade mischt sich mit Espresso, dazu kommen leichte Rauchnoten sowie ein angenehmes freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist rund und voll. Im Abgang steht zunächst die Süße im Vordergrund, dann wird das Bitter kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2% Vol.

Bittereinheiten:

55 IBU

Farbe:

50 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer
gemeinsam mit

Uerige Obergärige Hausbrauerei
Berger Str. 1
40213 Düsseldorf
www.uerige.de

Landgang Brauerei – Hamburger Senatsbock

Die Idee des Senatsbocks ist nicht neu. Bereits in den 1950er Jahren haben sich die Hamburger Brauer zusammengetan und einmal im Jahr einen gemeinsamen Senatsbock gebraut. Irgendwann Ende der 1960er Jahre ist die Tradition dann eingeschlafen und im Jahr 2015 taten sich die fünf Brauereien Block Bräu, das Brauhaus Joh. Albrecht, die Gröninger Privatbrauerei, die Kehrwieder Kreativbrauerei und Ratsherrn zusammen, um die Tradition wieder aufleben zu lassen. Inzwischen haben sich noch drei weitere Brauereien angeschlossen. Die mittlerweile neun Brauereien haben nun den Senatsbock gebraut, der jetzt vor mir steht. Hier nur kurz, welche Brauereien den Senatsbock 2022 verbrochen haben:

  • Astra Brauhaus St. Pauli
  • Blockbräu
  • Joh. Albrecht Hamburg
  • Gröninger Privatbrauerei
  • Kehrwieder Kreativbrauerei
  • Ratsherrn Brauerei
  • Landgang Brauerei
  • Überquell
  • Wildwuchs Brauwerk

Und jetzt will ich mich aber endlich dem Bier widmen und die Flasche öffnen.

Braun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine voluminöse mittelbraune und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist malzbetont mit Noten nach Kaffee, etwas Rauch und einer leichten Fruchtigkeit, die an Trockenbirnen erinnert. Abgerundet wird der Duft mit einigen würzigen Noten.

Der Antrunk ist süß und mir fällt auf, dass die feinperlige Kohlensäure recht knapp bemessen ist. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten, während nun die Röststoffe in den Vordergrund kommen. Bitter ist eher zu erahnen als zu schmecken. Trotzdem ist das Mundgefühl weich und samtig. Der Abgang ist anfangs mild, aber langsam baut sich ein angenehmes Bitter auf, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22761 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Landgang Brauerei – Helle Aufregung

Mitten in Hamburg befindet sich die Brauerei Landgang, die sich selbst wie folgt beschreibt: „Mitten in Altona haben wir unsere Craft Bier Brauerei neu gebaut. In einer Industriehalle mit Flair haben wir eine moderne Brauanlage eingebaut. Die Anlage ist auf das Brauen von Bierspezialitäten und Craft Bier ausgelegt. Sämtliche Teile der Anlage kommen aus europäischer Produktion, viele von deutschen Mittelständlern. 1000 m Rohre, durch die das beste Getränk der Welt fließt. High Tech für Slow Food.“ Na gut, dann wollen wir mal sehen, ob sich dieser ganze Aufwand auch auszahlt.

Kupferfarben und nur leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die geringe Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Karamell, begleitet durch fruchtige Noten, die an Zitrusfrüchte erinnern, und auch florale Düfte.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet, so dass das würzige Malzaroma, unterstützt durch die kräftige Kohlensäure, gut zum Tragen kommt. Auf der Zunge verstärken sich dann die Karamellaromen und ein leichtes Bitter gesellt sich noch dazu. Zur Abrundung gesellen sich noch fruchtige Noten nach Litschi und Zitronenschale dazu. Im Mittelpunkt steht aber weiterhin das Malz. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang halten sich Karamell und Bitter die Waage und der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Cascade, Saazer, Sladek), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22761 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Superfreunde – Lang Loose

Superfreunde ist eine Gypsy-Brauerei, also ein Brauprojekt, das durch Deutschland zieht und sich bei anderen Brauereien einmietet, die blachliegende Kapazitäten haben. Ich hatte mit den Brauern noch keinen direkten Kontakt und kann daher auch keine Informationen über die Superfreunde aufschreiben. Beginne ich also direkt mit der Verkostung und öffne die Flasche. Nur mal so nebenbei: das ungewöhnliche Etikett wurde von Comic-Zeichner Christian Bögle entworfen.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik des Hang Loose gibt es wirklich nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet nach Zitrusfrüchten und Biskuitteig, abgerundet durch einen Hauch Waldhonig.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine dazu passende Carbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich ein angenehmes Bitter dazu. Die Aromen spieglen sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Ella), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Superfreunde GmbH & Co. KG
Bernstorffstr. 153
22767 Hamburg
www.superfreunde.de