Schlagwort-Archiv: Franken

Alt-Bamberg – Urstoff

„Brauen ist unser Handwerk – Wir haben unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht“. Unter diesem Motto wurde die Braumanufactur Alt-Bamberg von jungen, passionierten Bierbrauern aus der Region Bamberg im Frühjahr 2011 gegründet. Unterstützt werden die Gründer von Senior-Braumeistern, die sich bereits im Ruhestand befinden und – wie ehemals in Franken üblich – sich ihr berufliches Leben lang ausschließlich mit Brauen beschäftigt haben. Auch ein zertifizierter Biersommelier befindet sich mit in diesem erlauchten Brauerkreis. Das Aufspüren alter Rezepturen ebenso wie das Streben auch neue Biere mit besonderen Geschmacksnoten zu entwickeln, bereitet den Brauern in der Gemeinschaft viel Freude und ist für sie Voraussetzung, hervorragende Biere zu erschaffen. Für das Brauen der Biere verwenden die Brauer vornehmlich regionale Rohstoffe wie Malz, Hopfen und Hefe. Auch andere Fremdleistungen beziehen sie aus der Region. So sind die meisten von der Brauerei beauftragten Handwerker fränkische Urgesteine und die landwirtschaftlichen Lieferungen kommen beispielsweise aus dem fränkischen Jura und aus Spalt. Viel fränkischer kann ein Bier wohl kaum werden. Öffne ich also die Flasche und beginne mit der Verkostung.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt ziemlich schnell in sich zusammen. Zumindest an der Optik sollte die Braumanufactur noch einmal arbeiten.

Das Bier duftet nach Getreide und Honig. Wie bei fränkischen Bieren üblich sind die Hopfenaromen eher zurückhaltend vorhanden.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein überraschend kräftiges freundliches Bitter zum Vorschein. Das ist keine Kritik – im Gegenteil, das Bitter ist gut mit der Süße abgeglichen. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang lässt das Bitter etwas nach und es klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Braumanufactur Alt-Bamberg GmbH
Breitäckerstr. 9
96049 Bamberg
http://alt-bamberg.com/

Maisel’s Weisse Alkoholfrei erringt Silber bei den World Beer Awards 2022

Die Verleihung der World Beer Awards sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Hochstimmung beim Team der Brauerei Gebr. Maisel – und auch in diesem Jahr konnte Maisel’s Weisse Alkoholfrei zum wiederholten Mal überzeugen. Mit der Silbermedaille in der Kategorie der leichten und alkoholfreien Weißbiere konnte die Familienbrauerei an vergangene Erfolge anknüpfen. Nachdem 2018 und 2019 der Weltmeistertitel nach Bayreuth ging, gab es 2020 und 2021 durch den Gewinn von Silbermedaillen ebenfalls Grund zur Freude.

„Ich bin sehr stolz auf diese tolle Teamleistung. Dass wir trotz starker internationaler Konkurrenz zum fünften Mal in Folge auf dem Siegertreppchen stehen, ist der hervorragenden Arbeit unserer Brauer und Braumeister zu verdanken und beweist die hohe Qualität unserer Maisel’s Weisse“, freut sich Jeff Maisel, der die Brauerei bereits in der vierten Generation führt. Die Wiederholungserfolge stehen allerdings nicht nur für die Qualität des alkoholfreien Weißbiers, sondern zeigen auch, dass man sich in Bayreuth nicht auf seinen Lorbeeren ausruht. „Top-Platzierungen bei so renommierten Verkostungswettbewerben zeigen, dass sich unsere leidenschaftliche Arbeit lohnt – und spornt uns an, das Niveau weiterhin so weit oben zu halten“, zeigt sich Erster Braumeister und Geschäftsführer Marc Goebel motiviert.

Maisel’s Weisse Alkoholfrei steht nicht alleine auf dem Siegertreppchen: Mit Maisel’s Weisse Kristall konnte ein weiteres Weißbier aus der Brauerei Gebr. Maisel überzeugen und holte in der Kategorie „Weißbier Kristall“ ebenfalls eine Silbermedaille. Für Maisel’s Weisse Original gab es die Bronzemedaille in der Kategorie „Hefe-Weißbier Bavarian Style“.

Über Maisel’s Weisse Alkoholfrei

„Maisel’s Weisse Alkoholfrei“ ist wie viele andere alkoholfreie Biere ein ideales Fitness- und Wellnessgetränk für aktive und ernährungsbewusste Genießer. Die sportliche Variante von Maisel’s Weisse ist vitaminhaltig, isotonisch und hat dabei 33% weniger Kalorien als eine Maisel’s Weisse Original. Mit einem eigens entwickelten Brauverfahren ist es den Braumeistern gelungen, den Alkohol schonend zu entziehen, wodurch die charakteristischen Eigenschaften von Maisel’s Weisse erhalten bleiben. So glänzt auch diese Variante mit der einzigartig rötlich leuchtenden Bernsteinfarbe und einem würzig-fruchtigen Geschmackseindruck.

Service-Roboter im Liebesbier

Die Gastronomie der Zukunft können Gäste im „Liebesbier Restaurant & Bar“ im fränkischen Bayreuth erleben. Dort setzt das Team mehr denn je auf persönlichen Kontakt, Gastlichkeit und einen hohen Servicegedanken – und nutzt dabei die moderne Technik in Form eines Service-Roboters. Doch wie passt das zusammen?

Wer das Liebesbier Restaurant & Bar in Bayreuth besucht, staunt nicht schlecht: Seit einigen Wochen rollt Bella durch die Gänge, ein Service-Roboter, der die Servicekräfte bei der Arbeit unterstützt, sie jedoch keineswegs ersetzt. Anfangs noch skeptisch, ob ein solcher Roboter beim Team Akzeptanz findet, wurde der Service-Roboter BellaBot von Thomas Wenk, einem der Geschäftsführer des Liebesbiers, nach der Entdeckung auf der Internorga in Hamburg für eine Testphase bestellt. Zu Beginn war das Team zurückhaltend, haben Gastlichkeit und Kontakt zu den Gästen im Liebesbier doch einen hohen Stellenwert, weshalb in diesen Bereichen die Nutzung eines Roboters keine Option sein konnte. Doch mittlerweile ist Bella, wie sie im Liebesbier genannt wird, ein fester Bestandteil der Crew. Das betont auch Mathias Locker, Küchenchef im Liebesbier: „Die Integration lief schnell, denn Bella ist eine enorme Arbeitserleichterung für unser Servicepersonal“. Sie soll dabei niemanden ersetzen, sondern den Servicekräften unter die Arme greifen und sie beim Auf- und Abtragen der Speisen unterstützen. Sie sparen sich dadurch lange Wege und somit natürlich auch Zeit. Zeit, die sie dann wiederum in die Betreuung und Beratung der Gäste investieren können. Denn Bella kümmert sich nur um die „Lieferung“ – serviert wird das Essen weiterhin vom Service.

Bella ist nicht nur eine Erleichterung für das Team, sondern bietet auch den Gästen besondere Unterhaltung. Sie sind begeistert von Bella und mittlerweile wird bereits bei Reservierungen gefragt, ob der Roboter die Bestellung bis zum Tisch bringen kann. Das Liebesbier-Team versucht das nach Möglichkeit umzusetzen, auch hier nur als Unterstützung. Alle Bereiche kann Bella sowieso noch nicht erreichen, denn das Treppensteigen liegt ihr nicht – noch nicht. Mathias Locker und Thomas Wenk sind davon überzeugt, dass die Entwicklung der nächsten Generation von Service-Robotern in diese Richtung gehen wird. Schon jetzt ist die Technik beeindruckend: Bella scannt ihren Weg genau ab und kann so Hindernisse umgehen. Sie erkennt dabei auch sich bewegende Menschen, Hundepfoten und Taschen und bittet freundlich um Durchlass, wenn sie nicht vorbeikommt. Für Sympathie sorgt ebenfalls das „Gesicht“ von Bella, das an das einer Katze erinnert. Wo sie hin muss, weiß Bella durch den Tischplan, den Mathias Locker zu Beginn einprogrammiert hat. Aufgeladen wird Bella über Nacht und kann dann tagsüber für etwa zehn bis zwölf Stunden eingesetzt werden, bevor die nächste Ladung notwendig wird.

So weit die Pressemitteilung von Liebesbier. Ich war bereits einige Male im Liebesbier und war begeistert. Eine frische junge Küche wird genau wie die vielen Bieren von einem Service angeboten, der weiß, was er dort verkauft. In der deutschen Gastronomie ist das eher eine Ausnahme. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich von einem Roboter bedient werden möchte. Sicherlich ist das einmal eine nette Spielerei, aber ob mir das auf Dauer gefällt, muss sich erst noch herausstellen. Ich befürchte, dass in vielen Fällen die Qualität des Service leiden wird. Aber ich hoffe auch, dass das im Liebesbier nicht der Fall sein wird.

Maisel & Friends – Black IPA 2.0

Black IPAs sind in Deutschland bisher eine Seltenheit und erst wenige Brauereien haben sich an diesen Bierstil herangewagt. 2017 hat Maisel & Friends das Abenteuer Black India Pale Ale schon einmal gestartet und es als limitierten Sondersud auf den Markt gebracht. Das war auch das erste Mal, dass ich mit diesem Bierstil in Kontakt gekommen bin. Damals war ich beim Namen dieses Bierstils reichlich verwirrt, denn Pale und Black schließen sich ja irgendwie aus. Schnell habe ich aber bemerkt, dass die fruchtig-bitteren Aromen des IPA sehr gut mit den Röstnoten des dunklen Malzes zusammenpassen. Da ist es doch wohl kein Problem, über den sprachlichen Holperer im Namen des Bierstils hinwegzusehen. Und so war ich auch sehr angenehm überrascht, als in der letzten Woche ein Paket von Maisel & Friends bei mir eintraf, das nach fünf Jahren mal wieder ein Black IPA enthielt. Inzwischen habe ich es gekühlt und will es jetzt verkosten.

Zunächst einmal – Nomen est Omen. Das Bier ist wirklich schwarz. Lediglich wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert es bordeauxrot durch. Über dem Bier prankt eine hellbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist den Bayreuthern mal wieder ein Meisterwerk gelungen.

Bereits meine Nase verrät mir, dass die Brauer sich bei der Entwicklung dieses Bieres etwas gedacht haben. Es handelt sich nicht um ein schwarzes Bier, das mit reichlich Aromahopfen gestopft wurde bis sich das Malz nicht mehr feststellen lässt. Im Gegenteil – die Aromen des Malzes mit ihren Schokoladen-, Kaffee-, Karamell- und leichten Rauchnoten stehen gleichberechtigt neben dem Duft des Hopfens mit Noten nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten. So stelle ich mir ein wirklich gutes IPA vor und ich bekomme richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine überraschende Süße beim ersten Kontakt des Biers mit der Zunge, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Aber dann geht es erst richtig los. Auf der Zunge kommen zunächst die Geschmackseindrücke des Malzes zum Tragen. Der Rauchgeschmeck meldet sich zu Wort, dazu kommt der Geschmack nach Karamell, dunkler Schokolade und Espresso. Für ein IPA hält sich das Bitter diskret im Hintergrund, auch wenn es selbstverständlich deutlich zu schmecken ist. Die fruchtigen Noten unterstützen diese Geschmacksnuancen und gemeinsam sorgen sie für ein volles und rundes Mundgefühl. Im Abgang dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und Rauch. Jetzt kommt auch das Bitter mehr zum Tragen und es klingt sehr lange nach.

Wie bei allen Sondersuden gilt: wenn weg, dann weg. Aber bis es soweit ist, gibt es das Black IPA im Brauereishop von Maisel & Friends sowie bei einigen Versandhändlern. Ich würde mir wünschen, dass dieses Bier ins Standardprogramm aufgenommen wird, so dass ich es auch hier in Niedersachsen im Getränkemarkt um die Ecke bekommen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Amarillo, Chinook, Mosaic, HBC 431, Ariana, Idaho7), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Delsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Göller Original

In Franken ist die Brauerei Göller beheimatet, die sich seit dem Jahr 1908 im Familienbesitz befindet. Die Brauer legen bei der Wahl der Rohstoffe höchsten Wert auf Regionalität. So werden beispielsweise Braugerste und Weizen im direkten Umkreis von Zeil a. Main von heimischen Landwirten für uns angebaut und anschließend in Bamberg und Schweinfurt zu Malz verarbeitet.

Die Bierspezialitäten aus der „Alten Freyung“ haben bereits zahlreiche Auszeichnungen ergattert: Den European Beerstar, den World Beer Award, Meininger’s International Craftbeer Award oder die DLG-Prämierung. Dann kann bei der Verkostung des Original, eines Pilseners, ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Golden und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Wenn das Bier so schmeckt wie es aussieht, kommt bei mir sicher gleich helle Begeisterung auf.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten. Dem Aroma nach könnte es sich hier auch um ein Helles handeln.

Der Antrunk ist eher schlank mit seiner leichten Süße und der feinperligen Kohlensäure. Erst als das Bier sich auf der Zunge verteilt, lässt es seine Muskeln spielen und präsentiert sich überraschend voll. Die Süße verstärkt sich und ein passendes Bitter kommt dazu. Dabei bleibt das Mundgefühl weich. Im Abgang wird das Bitter wieder etwas zurückhaltender, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Göller KG
Wildgarten 12
97475 Zeil a. Main
www.brauerei-goeller.de

Meinel-Bräu – Weizen

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, genauer gesagt 1688 ließ sich Johann Meinel der Ältere in der Vorstadt in Hof nieder, der Weiß- und Sämischgerber. Mit ihm beginnt die Ahnenreihe unserer heutigen Brauerei Meinel, mit ihm beginnt die Geschichte der Brauereigaststätte “ Meinels Bas“ und mit ihm beginnt ein Stück Stadtgesichte in der Hofer Vorstadt.

1689 beendet Johann Meinel d. Ältere sein Singeldasein und heiratet – hier beginnt die Geschichte einer Liebe und eines wunderbaren Handwerks. Die Familie Meinel erlangt das Bürgerrecht und das damit verbundene Brau- und Schankrecht. In Aufzeichnungen des Stadtmagistrats von 1731 ist die Familie als Brauberechtigt aufgeführt. Erst gegen das Jahr 1750 ließ der Weiß-und Sämischgerbermeister Nikolaus Salomon Meinel der älteste Sohn des Johann Meinel (dem Älteren), einen Felsenkeller in das Gestein des ehemaligen Steinbruchs am Sand treiben, damit wurden die Voraussetzungen für eine ernsthafte Nutzung des Braurechts geschaffen. Nach dieser langen Zeit sollte die Brauerei wohl in der Lage sein, ein Weizenbier zu brauen, das mich begeistern kann. Mache ich also die Flasche auf.

Orangefarben, hefetrüb und mit einer agilen Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Ein Weizen wie gemalt.

Das Bier duftet stiltypisch fruchtig nach Banane und Birne, abgerundet durch einen Hauch Nelke. Die Hefe vervollständigt das Aroma mit dem Duft nach Biskuitteig.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine diskrete Süße aus und die kräftige Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, unterstützt durch den Karamellgeschmack des Malzes. Bitter ist allerdings nur wenig zu schmecken. Dafür ist das Mundgefühl weich und voll. Auch der Abgang ist mild und die Fruchtigkeit klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Familienbrauerei Georg Meinel GmbH
Alte Plauener Str. 24
95028 Hof
www.meinel-braeu.de

 

Maisel & Friends – Marc’s Chocolate Bock

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus dem fränkischen Bayreuth vor mir, Marc’s Chocolate Bock stammt aus der Reihe der Signature Biere, einer Reihe, die lediglich drei Biere umfasst und damit wohl als die exklusivste Serie von Maisel betrachtet werden kann.

Schon der Name des Bieres sagt eine Menge über das Bier aus. Schokoladige Noten, die kräftig genug sind, um im Namen aufzutauchen, würde ich eher bei einem Stout erwarten. Damit sagt mir bereits der Name dieses Bieres, dass es sich um einen Hybrid eines Bockbiers mit einem Stout handeln könnte. Mal sehen, ob das Bier diesen Anspruch erfüllt oder ob ich eventuell in den Namen zu viel hineininterpretiere.

Praktisch blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine hellbraune Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Dunkle Schokolade dominiert das Aroma, zusammen mit dem Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach gerösteten Haselnüssen und einem Hauch getrockneter Blaubeeren. Nicht zu vergessen die Karamellsüße.

Im Antrunk präsentiert sich das Bier mit einer mäßigen Süße, weniger als ich aufgrund des Aromas erwartet habe, und einer reichlichen Gabe Kohlensäure. Aber dann kommt es auf der Zunge zu einer wahren Geschmacksexplosion. Dunkle Schokolade vereint sich mit Karamell, dazu kommt eine leichte Rauchnote. Dazu kommt eine leichte Fruchtigkeit, die mich jetzt eher an Preiselbeeren denken lässt. Alle Geschmackskomponenten sind wunderbar aufeinander abgestimnt, so dass sich ein weiches und leichtes Mundgefühl ergibt. Auch der Alkohol ist gut eingearbeitet und unterstützt die anderen Geschmackseindrücke, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Im Abgang wird das Bier trockener und der Geschmack nach Schokolade tritt mehr in den Vordergrund. Anfangs fehlt mir ein wenig das Bitter, das sich dann aber entwickelt und sehr lange nachklingt.

Marc’s Chocolate Bock ist ein Bier, das mit seiner geschmacklichen Tiefe, seiner Leichtigkeit und Drinkability wirklich überraschen kann. Es eignet sich gut als Begleitung zu Wildgerichten oder auch hellen Desserts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,4° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Maisel & Friends – Fruity Tornado

Seit dem Jahr 2020 brauen die Auszubildenden bei Maisel in Bayreuth im Abschlussjahr ihrer Ausbildung ein eigenes Bier. Von der Entwicklung einer Idee bis zum fertigen Bier vergeht dabei ungefähr ein Jahr. Jetzt im dritten Jahr haben die sechs Auszubildenden, die im Übrigen aus allen Bereichen des Unternehmens stammen, ein hopfengestopftes Weizenbier mit 4,9 Volumenprozent Alkohol kreiert. Dieses Bier steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Goldgelb mit einem Stich ins Orange und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Bei der Optik haben die Auszubildenden wohl irgendetwas richtig gemacht.

Auch das Aroma ist sehr ansprechend. Das Bier duftet nach Banane und Biskuitteig, unterstützt durch einen ganzen Obstsalat, in dem ich Zitrusfrüchte, Ananas, Vanille und Honig rieche. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß mit einer angenehm feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die fruchtigen Aromen und mischen sich mit dem malzigen Geschmack und der Hefe. Insgesamt erzeugen sie ein volles und weiches Mundgefühl. Überraschend ist für mich das geringe Bitter. Auch im Abgang bleibt das Bitter recht schüchtern, passt aber gut zur milden Fruchtigkeit. Bitter und Frucht klingen einige Zeit in der Kehle nach.

Insgesamt gefällt mir das Bier recht gut. Lediglich den Abgang hätte ich mir durchaus etwas kräftiger gewünscht. Aber auch so ist das Fruity Tornado gekühlt getrunken erfrischend und es löscht gut den Durst.

Wie alle Sondersude ist auch das Fruity Tornado im Brauereiladen sowie im Versand erhältlich. Und auch diesmal gilt es, schnell zu sein, denn: wenn weg, dann weg. Und es kommt nicht wieder.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Spitzmalz, Karamellmalz hell, Karamellmalz dunkel), Hopfen (Callista Sabro, Bru1), Hefe

Alkoholgehalt:

11,5° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Auszubildende der Brauerei Gebr. Maisel kreieren ihr Gesellenstück

Mit dem „Project Maisel“ bindet die Familienbrauerei Maisel die Auszubildenden des Abschlussjahrgangs in ein besonders verantwortungsvolles Projekt ein. Sie dürfen als Gesellenstück ihr eigenes Bier brauen und übernehmen die Verantwortung für alle Schritte – von der Kreation über den Brautag bis hin zur Vermarktung. Dabei werden sie von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Fachabteilungen begleitet.

Das Project Maisel

Hintergrund für die Entstehung des Projekts war der Wunsch innerhalb der Brauerei Gebr. Maisel, den Auszubildenden nach erfolgreich bestandener Ausbildung mehr mit auf den Weg geben zu wollen, als einen beglückwünschenden Händedruck. In Eigenregie arbeiteten die technischen und kaufmännischen Lehrlinge im Rahmen dieses Projekts über ein halbes Jahr zusammen, um ihr Abschlussprojekt zu verwirklichen. Die Azubis haben den gesamten Prozess begleitet und aktiv an allen wichtigen Entscheidungen mitgewirkt: von der Namensfindung und der Rezeptentwicklung, über die Rohstoffbestellung und das Etikettendesign, bis hin zur Vermarktung und der Organisation des Release-Events. Unterstützung gab es dabei vom erfahrenen Maisel & Friends Team.

Brautag in der Maisel & Friends Brauwerkstatt

Am 6. Mai fand das Projekt einen ersten aufregenden Höhepunkt: Am Brautag konnten die Auszubildenden nun endlich starten und ihr selbst erarbeitetes Sortenrezept im Sudhaus einbrauen. Unter Anleitung des Maisel & Friends Braumeisters Markus Briemle und dem Brauer-Azubi Konstantin Karl haben auch die Industriekaufleute Alina Hofmann, Florian Dormann und Jonas Görl, der Mechatroniker Dustin Bauer und die Fachkraft für Lagerlogistik Lukas Käfferlein tatkräftig mit angepackt.

Hopfig-fruchtiges Weizen „Fruity Tornado“

Das „Project Maisel“-Team hatte schon vorher eine klare Idee vom Bier: Eine fruchtige Erfrischung für warme Sommertage, die wie ein frischer Hopfensturm mit einer guten Drinkability überzeugt. So kam es auch zum Namen „Fruity Tornado“. Weil Weißbier zur DNA der Brauerei Gebr. Maisel gehört, sollte es die Ausgangsbasis darstellen, aber jung und frech interpretiert werden. Ergebnis sollte ein hopfig-fruchtiges Weizen werden, welches aufgrund von neuartigen Hopfensorten und dem Verfahren des Hopfenstopfens für ein völlig neues Geschmackserlebnis sorgt. Fruity Tornado beweist, wie frisch, fruchtig und frech Weißbier sein kann! Beim ersten Schluck macht sich ein cremig weiches Mundgefühl breit, das zu einem süffigen Trinkvergnügen führt. Beim Geruch und Geschmack kommen neben dem Bananenaroma der Hefe die tropischen Fruchtnoten zur Geltung. Zu Pfirsich, Ananas und Aprikose gesellt sich ein Hauch von Kokos, im Abgang kommt die Zitrusaromatik mehr in den Vordergrund und mit einer dezenten, harmonischen Bittere hebt der fruchtig-frische Hopfensturm den Bierfreund direkt in den Bierhimmel.

Release des Limited-Bieres „Fruity Tornado“

Ab dem 14. Juni 2022 ist das limitierte Bier im Maisel & Friends Online-Shop und im Maisel’s Bier-Shop in Bayreuth erhältlich. Da es nur dieses eine Mal gebraut wurde, ist es nur verfügbar, solange der Vorrat reicht.

Im Übrigen: die Auszubildenden haben auch ein Video über ihr Projekt gemacht, das Sie hier ansehen können:

Meinel-Bräu – Mephisto

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Brauerei Meinel in Hof vor mir. Über die Brauerei habe ich bereits geschrieben, so dass ich direkt mit der Verkostung beginnen kann.

Rotgolden mit Kupferreflexen und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Leichte Rauchnoten, die an Schinken erinnern, steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft nach Karamell und Nüssen.

Der Antrunk ist recht süß, was gut mit der feinperligen Kohlensäure harmoniert. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu; ansonsten dominiert der Rauchgeschmack, allerdings ohne unangenehm zu werden. Das Mundgefühl ist rund und weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt gemeinsam mit dem Rauchgeschmack einige Zeit nach.

Das Mephisto von Meinel-Bräu ist ein Raubier für Einsteiger.

Zutaten:

Wasser, Hopfen, Gerste

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Familienbrauerei Georg Meinel GmbH
Alte Plauener Straße 24
95028 Hof
www.meinel-braeu.de