Einmal im Jahr bringt die Bayreuther Brauerei Maisel & Friends einen Sondersud auf den Markt, dessen Etikett von einem Street Art-Künstler gestaltet wurde. In diesem Jahr ist bereits die fünfte Ausgabe des Artbier erschienen. Diesmal wurde das Etikett von Stefan Thelen entworfen, besser bekannt als Super A. Aber zumindest für mich ist das Bier wichtiger als das Design des Etiketts, also öffne ich sofort die Flasche und schenke mir das Bier ein.
Hellgolden und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feinorige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.
Bereits beim Einschenken duftet das Bier nach einem Fruchtsalat aus Südfrüchten. Ich rieche Zitrone, Ananas, Orange, Waldhonig, Zitrusschalen, Pfirsich und Banane. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft der Hefe. Ja, so muss ein Hazy IPA riechen.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine für ein IPA überraschende Süße sowie eine darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Wie erwartet steht auf der Zunge die Fruchtigkeit im Vordergrund, zu der sich jetzt ein freundliches Bitter gesellt, was zu einem einem weichen und samtigen Mundgefühl führt. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingt die Bittere einige Zeit nach.
Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Adi Schapfl vom Verband Deutscher Hopfenpflanzer. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn am Anfang der Audioaufzeichnung von „Majestäten“ gesprochen wird – es ist auch Tradition, dass die Hopfenköniginnen bei der Pressekonferenz anwesend sind. Hier also das Statement:
Die Hopfenernte 2023 ist in Deutschland schlecht ausgefallen – wieder schlecht. Nach Abschluss der Hopfenzertifizierung am 15. November liegen die offiziellen Abwaagezahlen vor:
In ganz Deutschland produzierten im Jahr 2023 1.041 Betriebe auf einer Fläche von 20.629 Hektar 41.234 Tonnen Hopfen, das sind umgerechnet 824.685 Zentner.
Die Zahlen aus den einzelnen Anbaugebieten in Deutschland stellen sich wie folgt dar:
Ernte 2023 in t
Veränderung zu 2022 in %
Ernte 2022 in t
Hallertau
34.949
19,9 %
29.152
Elbe-Saale
3.056
20,8 %
2.529
Spalt
672
63,5 %
411
Tettnang
2.533
10,0 %
2.302
Bitburg
23
91,7 %
12
Bundesgebiet
41.234
19,8 %
34.406
Die großen Steigerungen zum Vorjahr täuschen darüber hinweg, dass auch 2023 wieder ein schlechtes Hopfenjahr war. Diese sichtbaren Steigerungen sind nur dem geschuldet, dass 2022 ein historisch schlechtes Hopfenjahr war mit einer Minderernte von fast 30 % zum Vorjahr. Die Erntemenge 2023 liegt aber immer noch ca. 10% unter einer Durchschnittsernte.
Auch die Gehalte an Alphasäuren als wesentlicher Wertparameter liegen 2023 unter dem Durchschnitt. Vor allem bei der größten Sorte Herkules war die Ausbildung der Alphasäuren in diesem Jahr vergleichsweise gering. Positiv sticht das Anbaugebiet Elbe-Saale heraus, weil hier höhere Alphawerte erreicht wurden als in früheren Jahren.
Die äußere Qualität der Hopfen war dagegen beim deutschen Hopfen 2023 überwiegend gut.
Die Ursachen für die Ertragsprobleme sind schnell ausgemacht: Wieder machte unseren Hopfen das trockene und heiße Wetter im Sommer Probleme. Wieder müssen wir feststellen, dass diese Jahre häufiger auftreten, 2022 und 2023 zum ersten Mal sogar zweimal hintereinander und wieder wird uns vor Augen geführt, dass wir unsere Anstrengungen erhöhen müssen, die deutsche Hopfenproduktion an den Klimawandel anzupassen.
Dabei hatte das Hopfenjahr 2023 eher mit zu viel Wasser begonnen. Im Frühjahr hatten wir häufige und zum Teil ergiebige Regenfälle, so dass unsere Hopfengärten oftmals gar nicht befahrbar waren und wir mit den anstehenden Arbeiten zum Teil in Verzug gerieten. Diesen Verzug konnten wir aber aufholen. Zahlreiche Saisonarbeitskräfte unterstützen uns beim Aufleiten der jungen Triebe und die Hopfen entwickelten sich bis in den Juni hinein vielversprechend.
Dann blieb aber der Regen aus und wie bereits in 2022 litten unsere Hopfen unter der Hitze und Trockenheit. Im Juli sah es noch so aus, als ob wir auf eine weitere historisch schlechte Ernte zusteuern würden. Dann setzten aber Ende Juli in ganz Deutschland Regen ein und das verhinderte zumindest bei vielen Hopfenbeständen „das Schlimmste“. Der Regen kam spät und konnte deshalb nur mehr ein Stück weit das bereits verlorene Ertragspotential unserer Hopfen ausgleichen. Die meisten Hopfen legten noch etwas in ihrer Ertragsbildung zu, unterstützt durch weitere Regenfälle im August.
Der positive Einfluss auf die Bildung der Alphasäuren viel dagegen offensichtlich geringer aus. Vermutlich waren die Niederschläge dafür dann doch größtenteils zu spät.
Im Anbaugebiet Elbe-Saale liegen die Hopfen in ihrer Entwicklung naturgemäß etwa 8 bis 10 Tage hinter den anderen deutschen Anbaugebieten und das war vermutlich der Grund dafür, dass die einsetzenden Regen dort auch noch zu einer guten Alpha-Bildung führten.
Insgesamt ein weiteres unbefriedigendes Jahr für die deutschen Hopfenpflanzer mit einer unterdurchschnittlichen Ernte.
Neben der pflanzenbaulichen Seite macht uns Hopfenpflanzern jetzt auch noch der Hopfenmarkt große Sorgen.
Bereits vor einem Jahr war für unsere US-Kollegen eine massive Überversorgung bei deren Flavoursorten deutlich geworden, die zur Rodung von etwa einem Siebtel der dortigen Hopfenfläche führte.
Aktuell sehen wir auch einen deutlichen Preisverfall für deutsche Freihopfen. Die massiven Ausschläge bei den Hopfenpreisen nach unten machen unsere betriebliche Planung schwierig und könnten viele wichtige Investitionen behindern, insbesondere vor dem Hintergrund stark gestiegene Produktionskosten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preise weiterentwickeln und auf welchem Preisniveau Vorverträge angeboten werden. Auch für die Hopfenfläche in Deutschland könnten Flächenreduzierungen die Konsequenz sein.
Unsere dringendste Aufgabe bleibt aber weiterhin die Anpassung unserer Hopfenproduktion an den rasant fortschreitenden Klimawandel. Die Neuzüchtungen deutscher Hopfensorten zeigen heute schon, dass wir in die richtige Richtung unterwegs sind. Deren Anteil an unserer Produktion ist aber noch zu gering und muss durch eine erhöhte Akzeptanz bei den Brauern rasch erhöht werden.
Einen Großteil unserer Anstrengungen stecken wir derzeit in den Ausbau der Hopfenbewässerung. Die Anbaugebiete Spalt und Hallertau arbeiten intensiv an großflächigen Systemen, die später die Hopfenproduktion stabilisieren sollen. Wir betreten „Neuland“ mit so groß-dimensionierten Bewässerungsanlagen und müssen in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren noch viele fachliche, bürokratische und finanziellen Hürden überwinden. Die massive Unterstützung der Politik wird deshalb entscheidend sein.
Im Gegensatz zu den zahlreichen Pressemeldungen der letzten Wochen in der deutschen, europäischen und internationalen Presse, sind wir aber sehr optimistisch, dass der deutsche Hopfen eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Eine Studie hatte lange Zahlenreihen aus verschiedenen europäischen Hopfenregionen ausgewertet und war zum Ergebnis gekommen, dass sowohl Ertrag als auch der Alphagehalt in Zukunft aufgrund des Klimawandels in europäischen Hopfen abnehmen werden. Die Empfehlung der Autoren lautete die Hopfenfläche zu erhöhen. In den zahlreichen Pressemeldungen war dann auch noch von schlechterem Bier zu lesen oder gar von einer Bierknappheit.
Bei genauerer Betrachtung der Studie kommen massive Bedenken zur Vorgehensweise der Autoren auf und methodische Schwächen lassen an der Gültigkeit der Schlussfolgerungen zweifeln. Zudem wurde dann von geringeren Alphawerten auf den Biergeschmack geschlossen, was – zurückhaltend formuliert – so nicht zutreffend ist.
Wie bereits angesprochen sehen wir uns im Gegensatz zur Studie bereits auf einem guten Weg zur Anpassung unserer Hopfenproduktion mit Neuzüchtungen und Bewässerung. Unsere Hopfenproduktion in Deutschland war vor einhundert Jahren eine komplett andere als vor 50 Jahren und heute verwenden wir wieder andere Techniken und andere Sorten. Und bei all diesen tiefgreifenden Änderungen haben wir stets Hopfen in höchster Qualität, zu wettbewerbsfähigen Preisen so produziert, wie es die Brauwirtschaft gewünscht hat.
Unser Hopfenbau wird auch in 50 Jahren wieder anders ausschauen, aber – und da bin ich mir sehr sicher – weiterhin erfolgreich sein!
Penning ist eine Traditionsbrauerei in der wunderschönen fränkischen Schweiz. Von dort stammt das dunkle Vollbier, das jetzt vor mir steht. Wenn es mir gefallen sollte, werde ich versuchen, noch weitere ganzjährige und saisonale Biere der Brauerei zu finden und hier zu beschreiben. Jetzt aber erst mal zu dem Bier vor mir.
Braun und ohne Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feinporige Schaumkrone, weiß mit einem leichten Stich ins Elfenbeinfarbene. Da die Schaumkrone sehr lange erhalten bleibt, macht das Bier zumindest optisch eine richtig gute Figur.
Das Bier duftet nach Karamell und Pumpernickel, dazu kommen einige grasige und würzige Noten.
Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominieren Röstmalze und Karamell, abgerundet durch würzige Noten. Dabei ist das Bier nicht wuchtig wie viele andere dunkle Biere, sondern wirklich schlank und süffig. Der Abgang überzeugt mit einem leichten freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang.
Manchmal sind aller guten Dinge nicht drei, sondern vier: Maisel’s Weisse Alkoholfrei konnte die renommierte Fachjury zum wiederholten Mal überzeugen und beim European Beer Star Gold gewinnen. Der Award gilt als einer der härtesten der Welt, weshalb die Brauerei Gebr. Maisel der Auszeichnung eine besonders hohe Bedeutung beimisst.
Die begehrte Goldmedaille zu gewinnen, ist das erklärte Ziel bei einer Teilnahme am European Beer Star, denn diese wird für jeden Bierstil nur ein einziges Mal vergeben. Gelingt es, diesen Erfolg mit demselben Bier mehrmals zu wiederholen, macht das umso stolzer – und würdigt die Arbeit, die seit vielen Jahren investiert wurde. Ein wohlschmeckendes, alkoholfreies Weißbier zu brauen, ist eine große Kunst, schließlich ist Alkohol ein wesentlicher Geschmacksträger im Bier. Gängig sind drei Verfahren, um dem Bier den Alkohol zu entziehen: Entalkoholisierung, gestoppte Gärung oder Verwendung einer speziellen Hefe. Alle drei bieten Vor-, aber auch Nachteile. Bei der Brauerei Gebr. Maisel wollte man sich mit den Nachteilen nicht abfinden und hat ein eigenes Verfahren entwickelt, das die Vorteile der ersten beiden miteinander kombiniert. Zunächst wird unter Verwendung der brauereieigenen „Maisel’s Weisse Hefe“ Maisel’s Weisse Original gebraut und der Alkohol im Anschluss schonend entzogen. Parallel wird ein zweiter Sud angesetzt, bei dem die Gärung der zugegebenen Hefe vorzeitig gestoppt wird, um zu verhindern, dass der Malzzucker zu Alkohol vergoren werden kann. Im Anschluss nutzen die Braumeister eine Vorgehensweise, die vielen aus der Weinherstellung bekannt ist: Die beiden Sude werden miteinander verschnitten, um die Verfahren bestmöglich miteinander zu verbinden. Dieser eigens entwickelte Prozess erhält das volle Aroma der Maisel’s Weisse Original für den alkoholfreien Biergenuss.
Eingeführt wurde die Maisel’s Weisse Alkoholfrei im Jahr 2000. Seitdem wird kontinuierlich an der Optimierung des Verfahrens gearbeitet, um die Qualität dauerhaft auf hohem Niveau zu halten. Dass das gelingt, beweist die Bekanntgabe der Gewinner des European Beer Stars seit 2019. Seitdem gab es für Maisel’s Weisse Alkoholfrei in jedem Jahr eine Medaille, davon viermal Gold und einmal Silber.
„Die Teilnahme an Bierwettbewerben verstehen wir als Qualitätskontrolle, die uns Auskunft darüber gibt, was wir richtig machen – und wo wir optimieren können. Dass hochrangige Bierexperten fünf Jahre in Folge unserer Maisel’s Weisse Alkoholfrei solch hohe Auszeichnungen zukommen lassen, ehrt uns sehr“, freut sich Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb.
Dass es Auszeichnungen nicht nur für Innovationen gibt, sondern dass auch Traditionen ihren Wert haben, bewies die Brauerei Maisel beim European Beer Star Gold ebenfalls: Maisel’s Weisse Kristall erhielt ebenfalls die Goldmedaille. Die Bayreuther sind eine der wenigen Brauereien, die diesen Bierstil brauen, da die Filtration als besonders aufwendig gilt. Bereits seit 1955 befindet sich das kristallklare Weißbier im Portfolio der Brauerei Gebr. Maisel, damals eingeführt mit dem Namen „Champagner-Weizenbier“. Ebenfalls Gold gab es für Maisel & Friends Hell aus dem Sortiment der modernen Bierspezialitäten.
Buttenheim, die Heimat von St. GeorgenBräu, ist eine Ortschaft in Oberfranken, gelegen zwischen Nürnberg und Bamberg. Es ist im Übrigen auch die Heimat von Levi Strauss, dem Entwickler der Jeans. Als fränkische Brauerei genießt GeorgenBräu bei mir durchaus einen Vertrauensvorschuss.
Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der Schaum schnell auf, so dass die Brauerei an der Optik wirklich noch etwas arbeiten sollte.
Das Bier duftet nach Getreide und Kandis, abgerundet durch einen Hauch Honig sowie einige blumige Noten.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Für meinen Geschmack ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge kommt zur Süße, die jetzt an einen hellen Honig erinnert, eine leichte Bittere. Abgerundet wird der Geschmack durch einige würzige Noten. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, wo sie auch einige Zeit nachklingt.
Blech.Brut ist eine Brauerei in Bamberg, die 2018 von Benedikt Steger gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz im Brauhaus Binkert. Im Gegensatz zu anderen Gypsy-Brauereien verfügt Blech.Brut über eine eigene Abfüllanlage in Zusammenarbeit mit Atelier Vrai.
Blech.Brut bietet eine Vielzahl von Bieren an, darunter das Dortmunder Dry Hopped, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Eigentlich bin ich kein Freund von Dosenbier, aber die Biere aus Bamberg haben mich doch neugierig gemacht. Aber trotzdem wird eine Rezension von Dosenbier in diesem Blog weiterhin eine absolute Ausnahme bleiben.
Dortmunder ist ein Bierstil, der in Dortmund, Deutschland, im späten 19. Jahrhundert entstanden ist. Es handelt sich um ein helles, gut gehopftes Lagerbier, das per Definition in Farbe von golden bis hellbernsteinfarben reicht und Aromen von süßem Malz sowie einen milden Hopfengeschmack aufweist. Dortmunder wurde ursprünglich für die Arbeiter in der Stahl- und Kohleindustrie gebraut und war nie weniger als 5% Alkoholgehalt. Das Dortmunder war der Auslöser für einen wahren Bierboom in Dortmund und legte zudem den Grundstein für die industriellen Großbrauereien. Diese stellten den Sud kostengünstig her und machten ihn zum Alltagsbier für die hart arbeitenden Männer und Frauen im Ruhrpott. Jetzt will ich erfahren, wie sich die moderne Form des Dortmunders so macht.
Goldgelb und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier wirklich was her.
Der Duft nach Biskuitteig steigt mir in die Nase, dazu das Aroma von Grapefruits. Das macht Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie durch seine Fruchtigkeit und Spritzigkeit aus. Auf der Zunge bildet sich ein kräftiges Bitter, das die Frucht unterstützt, während die Süße in den Hintergrund tritt. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist überraschend mild. Das Bitter wird sanfter, sorgt aber trotzdem für einen langen Nachklang.
Der Erfindergeist und die Kreativität der Hobbybrauerszene sind faszinierend und inspirierend. Daher haben Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale vor einigen Jahren den Hobbybrauerwettbewerb ins Leben gerufen. 2023 fand er bereits zum sechsten Mal statt. Mit dem Wettbewerbsthema hatten sich die Veranstalter an einen besonderen Bierstil herangewagt, der so bisher noch nie gebraut wurde: Ein Münchner Dunkel (Modern Style), bei dem die klassische malzige Süße auf moderne Hopfensorten treffen sollte. Mit seinem „Hoppy Dunkel“ konnte Paul Schüßler aus Hessen die Fachjury überzeugen und ging als Gewinner aus dem Wettbewerb hervor. In der Hobbybrauer-Community ist Paul bekannt durch seinen Blog Friedies Brauhaus, auf dem er über seine Leidenschaft zu Bier- und Hobbybrauerthemen bloggt. Anfang Oktober war Paul zu Gast bei Maisel & Friends in Bayreuth und hat sein Gewinnerrezept im großen Stil nachgebraut.
Klassisches Münchner Dunkel mit modernem Touch
Das Maisel & Friends Hoppy Dunkel sieht auf den ersten Blick aus wie ein klassisches Münchner Dunkel: haselnussbraun mit leichter Trübung und einer cremigen Schaumkrone. Doch schon der Duft des Bieres verrät, dass es sich nicht um einen traditionellen Vertreter des Bierstils handelt. Der Einsatz von Aromahopfen gibt dem eigentlich malzbetonten Dunklen einen fruchtigen Kick! Im Mund setzt sich das überraschende Aromenspiel fort. Einmal streichelt das Malz mit Noten nach Karamell, Nuss und Schokolade die Geschmacksknospen, dann tritt wieder der Hopfen mit fruchtigen Anklängen von Zitrus, Orange und Pfirsich in den Vordergrund. Der Hopfen gibt dem Münchner Dunkel eine etwas stärkere Bittere und leicht grasige Noten in den trockenen Abgang, diese passen aber harmonisch ins Bild der außergewöhnlichen Braukreation.
Präsentation auf der BrauBeviale in Nürnberg
Eine öffentliche Bühne erhalten Paul Schüßler und sein Hoppy Dunkel bei der diesjährigen BrauBeviale, die vom 28. bis 30. November 2023 in Nürnberg stattfinden wird. Zum Auftakt der Messe am 28. November ab 13 Uhr wird es das Bier im Raum Helsinki, NCC Ost, zu verkosten geben. Zusätzlich werden Michael König (Biersommelier Maisel & Friends) und Paul Schüßler das Bier im Rahmen des Tastings „Vom Hobbybrauer zur eigenen Brauerei“ in der Craft Drinks Area am 28. November 2023 ab 13 Uhr präsentieren.
Solange der Vorrat reicht, gibt es das Bier auch im brauereieigenen Onlineshop auf www.maiselandfriends.com.
Anmeldung für den Hobbybrauerwettbewerb 2024
Auch 2024 wird es wieder einen Hobbybrauerwettbewerb geben. Ab 28. November ist die Anmeldung zur siebten Auflage unter maiselandfriends.com möglich. Alle Hobby- und Heimbrauer sind herzlich eingeladen, zum Thema „Weizen IPA“ ihre Biere einzusenden. Gekürt wird der Gewinner am 13. April bei der HOME BREW Bayreuth, Süddeutschlands größter Hobbybrauerveranstaltung. Die genauen Teilnahmebedingungen sowie die Anforderungen an das Bier finden Sie auf der Website von Maisel&Friends.
Vor mir steht jetzt eine Gemeinschaftsproduktion von Kraftpaule in Stuttgart mit Orca Brau in Nürnberg. Guadalupe ist das bedeutendste Marienheiligtum Mexikos und ist auch auf dem Etikett abgebildet. An Mexiko erinnert auch das Rezept dieses Bieres, das mit Salz Limette, Chili und Mais gebraut wurde, also bereits einen Streifzug durch die Küche des mittelamerikanischen Landes bietet. Ob es gut geworden ist? Das will ich gleich herausfinden.
Hell und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die vorwiegend feinporige Schaumkrone ist zwar klein, bleibt aber lange erhalten.
Das Bier duftet malzbetont und würzig, wobei die Aromen des hellen Malzes und der Limetten besonders herausragen.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße, die von einer leichten fruchtigen Säure begleitet wird, sowie die feinperlige Kohlensäure aus. Die Säure wird auf der Zunge etwas kräftiger, so dass das Bier stärker zu sein scheint als die tatsächlich vorhandenen 4,9 Volumenprozent Alkohol. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Erst in der Kehle kommt die Schärfe des Chilis erstmals zum Tragen. Nach mehreren Schlucken beginnt dann auch die Zunge leicht zu brennen, aber nicht so stark, dass es stört. Im Gegenteil, zusammen mit dem Salz, das kaum zu schmecken ist, verleiht die Schärfe der Chilis dem Bier eine angenehme Frische.
Das Bier ist ungewöhnlich, aber gut zu trinken. Dazu passen Speisen mit kräftigem Geschmack, beispielsweise Spareribs, indische Curries und selbstverständlich ein kräftig gewürztes Chili con Carne.
Zum ersten Mal fand in diesem Jahr die Finest Beer Selection von Doemens und dem Meininger Verlag statt. Für die Brauerei Gebr. Maisel startete der Award gleich fulminant: Sieben Biere der Bayreuther Brauer knackten die 90-Punkte-Marke, was mit dem Titel „Brauerei des Jahres national“ belohnt wird.
In freudige Gesichter durfte man bei der Verkündung der Ergebnisse der Finest Beer Selection in Neustadt an der Weinstraße blicken. Die Familienbrauerei Maisel aus Bayreuth konnte beim Award auf ganzer Linie überzeugen und für sieben ihrer Biere über 90 von 100 möglichen Punkten erzielen. Dabei ist auch bemerkenswert, dass diese auszeichneten Biere verschiedenen Bierstilen zugeordnet werden können, was die Qualität und Bandbreite der Bayreuther Brauer besonders hervorhebt. So konnten Maisel’s Weisse Alkoholfrei und Leicht jeweils 93 Punkte erzielen, ebenso wie Maisel & Friends Chocolate Bock und West Coast IPA. 91 Punkte gab es für Maisel & Friends Hell und Pale Ale, 90 Punkte erreichte Maisel & Friends IPA. Dieses Gesamtergebnis sicherte der Brauerei Gebr. Maisel die Auszeichnung als „Brauerei des Jahres national“ – ein Titel, der im gesamten Wettbewerb nur einmal verliehen wird und der das ganze Team in Bayreuth sehr stolz macht. „Ich freue mich sehr über die Ergebnisse der Finest Beer Selection – besonders, weil wir als ‚Brauerei des Jahres national‘ aus diesem Wettbewerb hervorgehen. Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, unseren hohen Qualitätsanspruch von einer renommierten Fachjury bestätigt zu wissen. Ich danke meinem gesamten Team, das täglich voller Leidenschaft daran arbeitet, unsere Bierspezialitäten auf höchstem Qualitätsniveau zu brauen“, sagt Inhaber Jeff Maisel zum Erfolg.
Die Brauerei befindet sich seit 1867 im Besitz der Familie Keesmann aus Bamberg. Sie liegt im Stadtteil Wunderburg gegenüber der Kirche Maria Hilf. Bekannt ist die Brauerei in erster Linie für ihr Herrenpils. Jetzt steht aber das Helle der Brauerei vor mir. Da das Helle ein Bierstil ist, für den Bayern im Allgemeinen und Franken im Besonderen bekannt ist, gehe ich davon aus, dass dieses Bier ebenfalls etwas Besonderes ist.
Glänzend Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.
Der Duft nach Brotkrume steigt mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige und grasige Noten.
Der Antrunk ist spritzig und er zeichnet sich durch eine mäßige Malzsüße aus. Auf der Zunge steht vor Allem ein Eindruck im Mittelpunkt: Frische. Sie wird von einem angenehmen Bitter begleitet. Dazu kommen aus dem Hintergrund etwas Zitrusfrüchte sowie die Kräuternoten. Gemeinsam sorgen sie für ein weiches Mundgefühl. Der Abgang besticht durch ein sanftes Bitter mit langem Nachklang.
Insgesamt kann mich das Keesmann Hell mich überzeugen, mal wieder einen Abstecher nach Bamberg einzulegen.