Crew Republic – Rest in Peace

„Maßlosigkeit ist für Dich keine Frage, sondern Lebenseinstellung. Mit beständiger Ignoranz trittst Du der Missgunst anderer gegenüber. Dem Vorwurf des Übermuts begegnest Du mit gelassener Arroganz. In Völlerei lebst Du Deine unbändige Wollust aus. Dieses Elixier ist wie geschaffen für Dich. Das Ende und der Anfang Deiner Träume.“ So beschreibt das Team der Crew Republic das Rest in Peace. Da muss das Bier doch wohl deutlich aus der Masse der Craft-Biere herausstechen. Ob es das auch tut werde ich gleich feststellen.

Das Rest in Peace ist ein Barley Wine, ein starker Bierstil mit mindestens 7 Volumenprozent Alkohol. Dieses Bier von Crew Republic enthält sogar 10,1 Volumenprozent. Dann bin ich ja mal gespannt, wie sich das Bier so macht.

Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone mit einem leichten Gelbstich, die sich langsam auflöst. Optisch spricht mich das Bier durchaus an.

Das intensive Aroma ist sehr komplex. Süße und saure Düfte steigen mir in die Nase. Ich rieche Trockenfrüchte, besonders Feigen, abgerundet durch den Duft von Vanille. Auch der Alkohol zeigt sich bereits im Aroma und gibt dem Rest in Peace einen Hauch von Rumtopf.

Der Antrunk ist recht süß. Aber die runden Malzaromen bleiben nicht lange allein. Die 10,1 Volumenprozent Alkohol zeigen sich von Anfang an, gemeinsam mit einigen herberen Geschmäckern. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig; für meinen Geschmack könnte der Barley Wine aber gerne noch etwas mehr Kohlensäure enthalten. Schnell treten die Geschmäcker der Trockenfrüchte in den Vordergrund und sorgen für ein rundes und wärmendes Mundgefühl. Dazu kommen der Geschmack nach roten Beeren sowie ein leichtes Bitter, das sich im Abgang noch etwas verstärkt und dann mit der wieder ansteigenden Süße den Konsumenten fordert. Die angegebenen 65 IBU hätte ich aber nicht vermutet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Crystal), Hopfen (Herkules, Fuggles, East Kent Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

10,1 % Vol.

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 München/Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

Gablitzer – Original

Nun steht wieder einmal ein Bier aus Österreich vor mir, das Gablitzer Original, laut Rückenetikett ein böhmisches Pils. Markus Führer, der Chef der Gablitzer Brauerei, hat als Hobbybrauer angefangen und sich 2009 mit seiner Brauerei selbstständig gemacht. Inzwischen hat er sich mit seinen Bieren zwei Staatsmeistertitel erkämpft, er gehört also durchaus zu den qualitativ besten Brauern Österreichs.

Die Optik des Bieres gefällt mir schon mal. Goldgelb und hefetrüb ist es. Dazu eine durchschnittliche Menge reinweißer und feinporiger Schaum, der auch einige Zeit erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch einen intensiven Malzduft bestimmt, etwas süßlich und fruchtig nach Mirabellen. Rein vom Duft her hätte ich das Bier nicht als Pils erkannt, ich hätte eher ein Export oder ein Märzen vermutet. Aber der Duft ist wirklich nicht schlecht und er macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist weniger süß als ich aufgrund des Aromas angenommen hatte. Der Körper wird durch den Geschmack des Malzes dominiert, Bitterstoffe sind kaum festzustellen, dafür ist das Bier leicht sauer. Die fehlenden Bitterstoffe und die deutlich vorhandene Säure sind eigentlich für ein Pils nicht typisch, unabhängig davon, ob es aus Böhmen oder aus Norddeutschland kommt. Bis hierhin macht das Bier keinen allzu ausgewogenen Eindruck. Auch der Abgang ist zunächst säuerlich und mir fehlen zunächst die Bitterstoffe. Diese kommen erst später durch, sind dann aber langanhaltend.

So wie das Bier vor mir stand, war es nicht mit einem norddeutschen oder böhmischen Pils zu vergleichen. Die Säure war auch noch nicht ganz so stark vertreten, dass ich eindeutig von einem verdorbenen Bier ausgehen würde. Im Sommer könnte das Bier, wenn es denn so geplant wäre, durchaus erfrischend sein. Da ich mir nicht sicher bin, ob das Bier so sein sollte oder ob es am Umkippen war, habe ich vor einigen Tagen eine Anfrage an Markus Führer geschickt, leider aber keine Antwort erhalten. Damit stellt sich diese Brauerei in die unrühmliche Reihe anderer österreichischer Brauereien, bei denen es wohl zur Kultur gehört, Anfragen von Konsumenten zu ignorieren. Schade eigentlich. Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, dass ein Bier einmal umkippen kann. Die Verbraucher zu ignorieren ist ein Verhalten, das mir deutlich weniger gefällt.

Zutaten:

Eine vollständige Inhaltsdeklaration fehlt leider, das Rückenetikett erwähnt lediglich Gerstenmalz und auf der Website wird erwähnt, dass als Hopfen die Sorte Celeja verwendet wurde.

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Markus Führer e.U.
Hauptstr. 14
3003 Gablitz
Österreich
http://www.gablitzer.at

Haselbacher – Zwickl

Nun steht ein Zwickl aus einer Hausbrauerei im österreichischen Innviertel vor mir. Die dortigen kleinen Brauereien im Allgemeinen und die Wirtshausbrauereien im speziellen produzieren ja meist recht individuelle Biere, weshalb ich gespannt bin, was mich jetzt erwartet.

Golden und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der sich zwar nicht sofort aber doch ziemlich schnell auflöst.

Das Aroma wird durch das Malz bestimmt, es duftet nach Karamell und Vanille.

Der Antrunk ist zwickltypisch recht süß und zeigt, dass dieses Bier viel Kohlensäure enthält. Der intensive Körper ist rund und ausgewogen, süße, bittere und weinige saure Noten halten sich die Waage. Der Abgang ist zwar nur leicht bitter, dafür aber langanhaltend.

Zutaten:

Brauwasser, Hopfen, Gerstenmalz, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Brauerei:

H&G Bogner
Haselbach 22
5280 Braunau am Inn
Österreich
http://www.hausbrauerei-bogner.at

Schönramer – India Pale Ale

Nun habe ich wieder einmal ein IPA aus Oberbayern im Test, genauer gesagt aus Schönram. Diese Brauerei wurde mehrfach durch den European Beer Star 2015 ausgezeichnet. Also kann ich hier erneut etwas Besonderes erwarten.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit lebhafter Kohlensäure steht das Bier im Glas, darüber reichlich ein feinporiger weißer Schaum, der auch recht lang erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch Zitrusfrüchte und Malz geprägt, unterstützt durch den Duft einer Bergwiese. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, genau wie ich es erwartet hatte. Gleichzeitig bemerke ich, dass die Kohlensäure recht aggressiv ist. Schnell zeigt sich ein sehr bitterer Geschmack, der die Süße überdeckt. Saure Noten kann ich nicht schmecken. Ich mag das Bittere, auch wenn es schon fast grenzwertig ist. Meine Frau, die das Bier ebenfalls getestet hat, verzog nur das Gesicht und brach den Test ab. Im Abgang wird das Bier wieder weniger bitter, wirklich angenehm. Dieser Geschmack bleibt auch lang erhalten.

Der doch sehr starke bittere Geschmack steht in deutlichem Widerspruch zum frischen Aroma dieses IPA. Ein überraschendes Bier mit Charakter, das man mögen kann, das aber sicherlich nicht jedem gefällt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

17,8° Plato

Brauerei:

Private Landbrauerei Schönram
Salzburger Str. 17
83367 Schönram
http://www.brauerei-schoenram.de

Ayinger – Weizenbock

Jetzt habe ich den Ayinger Weizenbock aus Oberbayern vor mir stehen. Es ist das erste der 14 Biere dieser mittelständischen Brauerei, die mit ihren etwa 80 Beschäftigten der größte Arbeitgeber dieser Stadt ist, die ca. 25 Kilometer südlich von München liegt. Die Biere dieser Brauerei wurden vielfach ausgezeichnet, was meine Erwartungen in die Höhe treibt.

Goldgelb mit einem leichten Rotstich zeigt sich das Bier im Glas, dazu die Trübung durch die vorhandene Hefe und darüber recht viel reinweißer und cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Bier duftet intensiv nach Malz, unterstützt durch den Duft der Hefe und von Bananen sowie einem Hauch von Trockenfrüchten. Damit ist das Aroma so, wie ich es bei einem guten Bockbier erwarte, das mit einem aromatischen Hopfen gebraut wurde.

Der Antrunk ist leicht süßlich und mir fällt auf, dass dieses Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Der Körper ist intensiv, rund und wirklich ausgewogen. Die Süße des Malzzuckers, die Bitterstoffe und ein wenig Säure halten sich absolut die Waage. Der Abgang ist dann überraschend mild. Trotz der geringen Bitterkeit bleibt er aber lange erhalten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
85653 Aying
http://www.ayinger.de

Bierzauberer – Hexenritt

Das Bier aus Österreich, das jetzt vor mir steht, muss etwas ganz Besonderes sein. Nicht nur, dass es eine Gose ist, eine Bierart, von der ich bislang nur aus Leipzig und Goslar gehört habe, sondern die Brauerei beschreibt es auf dem Etikett als stark, sauer, salzig, fruchtig und würzig. Ein salziges Bier? Mal sehen, ob das schmecken kann. Goldgelb und hefetrüb ist das Bier, darüber wenig gemischtporiger Schaum, der sich schnell auflöst. Das Aroma wird durch Zitrusfrüchte geprägt, dazu der Duft von Blumen. Beinahe duftet das Bier wie ein IPA. Der Antrunk ist süß und es zeigt sich, dass dieses Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Der Körper ist anfangs würzig, wird dann aber sehr sauer mit einer dezenten Salznote. Bitterstoffe sind kaum zu schmecken. Dementsprechend nichtssagend ist auch der Abgang. Der wenige Geschmack verliert sich schnell. Eventuell passt das Bier ja zu einem sehr deftigen Essen, beispielsweise zu einer Schweinshaxe mit Sauerkraut. Solo ist es nach meiner Meinung kaum zu genießen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe, Milchsäure, Salz, Koriander

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Brauerei:

Bierzauberer GmbH
2345 Brunn/Geb.
Österreich
http://www.bierzauberer.info

Ich habe den Link auf inaktiv setzen müssen, da die Adresse seit einiger Zeit nicht mehr erreichbar ist. Ich habe daher den Verdacht, dass die Brauerei nicht mehr existiert. Wenn Sie andere Infos zum Bierzauberer haben, würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Hubertus – Dunkel

Nun habe ich ein Bier aus Österreich vor mir stehen, das Hubertus Dunkel. Ich mag die dunklen Biere gerne und freue mich auf den Test. Fange ich also sofort an.

Das Bier zeigt sich im Glas in einem ganz tiefen Rot. Darüber etwas beiger Schaum, der sich allerdings schnell auflöst.

Das Aroma wird wie zu erwarten durch das Malz bestimmt. Allerdings fehlt ihm die Fülle, es wirkt einfach flach. Die Süße duftet deutlich, dazu kommt ein Hauch von Wiesenheu. Hier kommen mir schon erste Zweifel an diesem Bier.

Der Antrunk ist süß und er zeigt, dass dieses Bier nur wenig Kohlensäure enthält. Auch der Körper ist keine Offenbarung. Sehr süß mit leichten Kaffeenoten und kaum Bitterstoffe. Auch Säure ist eher zu erahnen als zu schmecken. Der Abgang ist nichtssagend und kurz. Irgendwie erinnert mich dieses enttäuschende Bier an Vitamalz und ähnliche Getränke.

Zur Ehrenrettung der Brauerei sei noch erwähnt, dass dieses Bier auf der Website mit folgender Beschreibung beworben wird: „Hubertus Dunkel, die malzigsüße altösterreichische Spezialität mit wenig Alkohol bei vollem Geschmack.“ Das ist zumindest ehrlich, auch wenn ich persönlich den vollen Geschmack nicht bestätigen würde. Sicher finden sich auch Konsumenten, denen dieses süße Bier zusagt. Aber das ist ja Geschmackssache.

Zutaten:

Dazu macht die Brauerei keine Angaben.

Alkoholgehalt:

4,1 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Brauerei:

Privatbrauerei Hubertus Bräu
Hubertusgasse 1
2136 Laa/Thaya
Österreich
http://www.hubertus.at

Dortmunder Union – Jubiläumsbier

Jetzt verkosteich wieder einmal ein besonderes Bier, das Dortmunder Union Jubiläumsbier aus der Brauerei Brinkhoff. Dieses Bier wurde speziell für die Ausstellung Neugold gebraut. Neugold ist eine Ausstellung im Dortmunder U, einem Kulturzentrum in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs, das in einem Gebäude der ehemaligen Brauerei Dortmunder Union untergebracht ist. Sie findet bis zum 1. Mai 2016 anlässlich des 500jährigen Reinheitsgebots statt. Dieses Exportbier wird in der klassischen 1 Liter-Flasche mit Bügelverschluss exklusiv im U verkauft.

Golden steht das Bier im Glas. Die Farbe ist für Exportbier typisch, allerdings etwas intensiver als die meisten anderen Exportbiere. Der Schaum ist nicht üppig und löst sich auch schnell auf. Trotzdem macht dieses Bier optisch einen recht guten Eindruck.

Das Aroma ist eindeutig malzbetont und leicht süßlich. Der Hopfen hält sich diskret im Hintergrund, lediglich ein Hauch heller Früchte kommt durch. Damit passt das Aroma gut zur Optik.

Der Antrunk ist durch den noch vorhandenen Malzzucker süßlich, aber nicht unangenehm. Schnell macht sich im Mund der volle Geschmack des Malzes breit, rund und intensiv. Der Malzgeschmack verbindet sich hervorragend mit dem der 5,5 Volumenprozent Alkohol, so dass der Alkohol kaum hervorsticht. Auch wenn ich in der Regel Exportbiere nicht sonderlich schätze, muss ich sagen, dass dieses Bier mit seinem runden Geschmack eine positive Ausnahme ist. Der Abgang ist mild, für meinen Geschmack zu mild, da kaum Bitterstoffe zu schmecken sind. Mein Fazit ist, dass Liebhaber milder Biere mit dieser Kreation wirklich gut beraten sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Brinkhoff GmbH
Steigerstr. 20
44145 Dortmund
www.brinkhoffs.de

Lindener Spezial

Nun steht wieder einmal ein Bier aus Hannover vor mir, das Lindener Spezial. Wenige Brauereien in Deutschland trauen sich, dermaßen schmucklose Etiketten zu verwenden wie die Gilde-Brauerei für das Lindener Spezial. Das Rückenetikett ist wie das vordere Etikett gestaltet und enthält die minimalen Angaben: Name und Alkoholgehalt des Bieres, die Flaschengröße, die Adresse der Brauerei (allerdings ohne Straßenangabe) und den Barcode des Bieres. Weniger geht nicht mehr. Aber immerhin wird das Lindener Spezial nicht mit Hopfenextrakt gebraut, was mich ein etwas besseres Bier erwarten lässt.

Mein Versuch, über die Webseite der Brauerei weitere Informationen über dieses Bier zu erhalten, waren leider ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Die Webseite der Gilde-Brauerei ist sehr kurz gehalten und wird offensichtlich seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt. So wird nach wie vor eine Abstimmung beworben, in der die Besucher der Webseite darüber abstimmen, welcher Verein ein Sponsoring der Brauerei erhalten soll. Die Abstimmung wurde allerdings bereits vor ziemlich genau 16 Monaten beendet. Sonderlich vertrauenserweckend erscheint mir eine so lange vernachlässigte Webseite nicht zu sein und ich finde es schade, wenn Unternehmen mit regionalen Wurzeln sich auf diese Weise selbst das Wasser abgraben. Aber eventuell ist ja das Bier geeignet, diesen schlechten Eindruck zu revidieren. Probieren wir es aus.

Kräftig goldfarben präsentiert sich „Hannovers Spezielles“ im Glas. Es ist wenig feinperlige Kohlensäure zu sehen und die anfangs schöne Schaumkrone fällt schnell bis auf einen kleinen Rest zusammen. Würde die Brauerei die Haltbarkeit des Schaumes verbessern, wäre an der Optik dieses Bieres schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist nicht komplex, aber es stechen die Süße des Malzes sowie die Würzigkeit des Hopfens heraus, beides nicht schlecht.

Der Antrunk ist mäßig süß. Würde das Bier mehr Kohlensäure enthalten, würde dies der Spritzigkeit guttun. So fehlt dem Bier aber etwas die Frische. Schade. Knapp am Ziel vorbei. Auf der Zunge entwickelt sich ein mildes Bitter, für ein Helles ist es sogar überraschend herb, was aber durchaus angenehm ist. Der Abgang ist mild und er klingt nur kurz nach.

Das Lindener Spezial hat wirklich gute Ansätze, erreicht aber weder bei der Optik noch beim Aroma und Geschmack wirklich das Ziel.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Gilde Brauerei GmbH
Hildesheimer Straße 132
30173 Hannover
www.gilde-brauerei.com

Erdinger – Schneeweiße

Früher habe ich den Winter ja gemocht. Aber nachdem es mich vor etwa einem Vierteljahrhundert ins Ruhrgebiet verschlagen hat, habe ich keinen richtigen Winter mehr gesehen. In den Monaten, in denen es früher Winter war, so richtig mit Schnee und Eis unter blauem Himmel, gibt es heute nur noch ungemütliches Dreckwetter. Nur eines ist geblieben: Von November bis Februar gibt es die Winterbiere, die mit mehr Stammwürze und daher mit mehr Geschmack gebraut wurden. Obwohl es sich dabei meist um Bockbiere handelt, steht jetzt ein Winter-Weizenbier vor mir, die Schneeweiße von Erdinger.

Schon das Etikett mit einem Winterwald lässt von früheren Zeiten träumen und auch die Aussage „so schmeckt der Winter“ lässt hoffen. Mal sehen, ob meine Erwartungen auch erfüllt werden, die ich hier wohl etwas höher ansetzen kann als bei den meisten Fernsehbieren. Schließlich arbeitet die Brauerei in Erding nicht mit Hopfenextrakten.

Schön bernsteinfarben mit einem Goldstich und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt reichlich Kohlensäure, die für eine wunderbare Schaumkrone sorgt.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt, leichte Röstnoten bestimmen den Duft. Bereits jetzt merke ich, dass die Brauerei am Hopfen gespart hat. Der Antrunk ist relativ süß, dazu etwas Säure, die für eine gewisse Spritzigkeit sorgt. Der Körper ist intensiv, fruchtig und ausgewogen. Dazu vollmundig und süffig. Der Abgang besticht durch ein freundliches Bitter mit einem ellenlangen Nachklang.

Zusammen mit einem deftigen bayerischen Essen ist das Bier wirklich empfehlenswert.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Erdinger Weißbräu
85435 Erding
www.erdinger.de