Der Hopfenreiter 2021 steht vor der Tür

Die Idee zum Hopfenreiter wurde 2016 geboren und seitdem fiebert die Beercommunity schon Wochen vorher auf das Veröffentlichungsdatum dieser Legende hin. Mit dem „Freundschafts-Sud“ zeigen Maisel & Friends seitdem, dass sie andere Brauereien nicht als Konkurrenz, sondern als Friends sehen. Sie arbeiten sehr gerne mit anderen Familienbrauereien, Craftbrewern und Manufakturen zusammen. Im Falle des Hopfenreiters brauen Maisel & Friends jedes Jahr in ihrer Brauwerkstatt ein super hopfiges Double-IPA , das jedoch immer anders riecht und schmeckt, weil von den Brauerfreunden neue und zum Teil sehr exotische Hopfensorten beigesteuert werden. 2021 haben folgende Brauereien Hopfen mitgebracht und waren zum Teil selbst beim Brautag dabei:

Enigma von der Welde Braumanufaktur (Deutschland)

Welde ist ein strahlender Stern am deutschen Craftbier-Himmel und eine traditionsreiche Familienbrauerei. Spätestens während des Lockdowns haben sie sich mit ihrer Digitalen Bierprobe in die Herzen der Bierfans gebeamt. Von Welde kommt die australische Hopfensorte Enigma, die Aromen von Trauben, Himbeere, roter Johannisbeere und Melone ins Bier bringen soll.

Galaxy von der Braumanufaktur Hertl (Deutschland)

Einer der bekanntesten und verrücktesten deutschen Kreativbrauer ist wohl David Hertl. Seine Brauerei befindet sich nicht weit entfernt von Bayreuth und dadurch hat er natürlich schon oft bei Maisel vorbeigeschaut. Er war sofort begeistert von der Hopfenreiter-Idee und auch beim Brautag dabei. David steuerte den australischen Hopfen Galaxy bei, der vor allem für seine Zitrus-, Mango und rote Beeren Aromen bekannt ist.

Sabro von Brobier Brewing (Deutschland)

Die Jungs von BroBier sind in aller Munde, wenn man in Biergruppe über fränkisches Bier in den Sozialen Medien schaut. Andreas und Johannes waren erst Hobbybrauer und sind mittlerweile Gypsybrewer aus Leidenschaft, die richtig gute Biere brauen. Von ihnen kommt der sehr fruchtige und angesagte Sabro Hopfen aus USA. Er soll Mandarinennoten zusammen mit Kokosnuss, Ananas und Pfirsichnoten ins Bier bringen.

Southern Passion von der Tanker Brewery (Estland)

Mit Tanker aus Estland verbindet Maisel eine lange Freundschaft. Wir haben uns gegenseitig besucht und miteinander Festivals gefeiert. Dabei ist die Idee zu einer Collaboration entstanden und wir haben das „Freaky Wheat“ in Bayreuth gebraut. Es ist leider schon lange ausverkauft, aber die Erinnerung lebt weiter. Die Jungs von Tanker bringen den südafrikanischen Hopfen Southern Passion ein, der sehr tropische Aromen von Guave, Zitrus und roten Beeren zum Vorschein bringen soll.

Idaho 7 von der Firestone Walker Brewing Co. (USA)

Firestone Walker ist eine Ikone der amerikanische Craftbeer Szene und dank dem Importeuer OnePint gibt es ihre Biere auch Deutschland. Alle Firestone Biere haben absolutes Weltklasse-Niveau und räumen immer wieder internationale Preise ab. Auch die Jungs von Firestone Walker von der Idee des Freundschafts-Suds sofort begeistert. Die Jungs aus Kalifornien bringen den noch recht jungen US-amerikanischen Hopfen Idaho 7 ins Bier, der für seine Aromatik nach Zitrus, Steinobst und tropischen Früchten bekannt ist.

HVG Zuchtsorte 04 von Maisel & Friends (Deutschland)

Der Maisel & Friends Braumeister Markus Briemle wollte einen ganz besonderen Hopfen in den diesjährigen Hopfenreiter bringen und hat lange gerätselt, welcher gut passen könnte. Zum Glück kennt Markus den technischen Leiter der HVG (Hopfenverwertungsgenossenschaft) Florian Schüll seit vielen Jahren. Florian findet das Freundschafts-Projekt klasse und so kam es, dass Florian für den Hopfenreiter 2021 einen Hopfen anbot, der noch gar keinen Namen hat! Die Zuchtsorte 04 der HVG soll Aromen von Passionsfrucht, Kirsche und Grapefruit ins Bier bringen.

Volle Hopfenpower in den Satteltaschen

Das Double-IPA zeigt sich goldorange bis bernsteinfarben im Glas und der Schaum ist wunderbar cremig mit perfektem Volumen. Wegen der vielen verschiedenen Hopfensorten riecht man immer neue Aromen und dadurch werden bei dieser Bierspezialität alle Sinne angesprochen. In die Nase steigt eine Vielzahl an Fruchtaromen: von Mandarine, Steinobst, Pfirsich, Mango, Maracuja, Grapefruit über Ananas bis hin zu etwas Honig. Gleichzeitig steigt die Spannung bis zum ersten Schluck ins Unermessliche…

Sobald der Hopfenreiter die Zunge berührt, beginnt ein Trommelfeuer an tropischen Früchten nach Orange, Kokos, Ananas, Zitrus, Grapefruit, Pfirsch, Aprikose und einem Hauch von roten Beeren. Alleine die Vielzahl der einzelnen Aromen verblüfft den Genießer mit jedem Schluck und es entwickeln sich immer neue Noten, je mehr Temperatur und Sauerstoff der Hopfenreiter bekommt. Die Bittere im Abgang erinnert an Gewürze wie Pfeffer oder ein Hauch von Chili.

Zum krönenden Abschluss folgt genau das, was viele IPA-Liebhaber so sehr lieben: eine schöne, knackige Bittere mit einem wunderbar trockenen Mundgefühl, so dass der nächste Schluck unmittelbar folgen kann.

Digitales Verkostungsevent zum Release am 23.09.2021

Der Hopfenreiter sollte im September eigentlich auf dem Craft Brauer Festival in Bayreuth vor Publikum erstmals vorgestellt werden. Da die Veranstaltung coronabedingt leider ausfallen muss, findet der Release in Form einer Online-Verkostung auf dem Maisel & Friends Facebook- und YouTube-Kanal statt. Jeder Bierliebhaber kann sich das Tastingpaket, bestehend aus dem Hopfenreiter und fünf Bieren der beteiligten Brauereien, online vorbestellen und am digitalen Event ganz einfach von Zuhause aus teilnehmen: www.events.maiselandfriends.com.

Viven – Smoked Porter

Tony und Krystle Traen sind die treibenden Kräfte hinter der Brauerei Viven und engagieren sich seit über zwanzig Jahren leidenschaftlich für das Unternehmen.

Krystle, eine der wenigen weiblichen Bierbrauerinnen in Belgien, ist für den Geschmack und die Herstellung der verschiedenen Biere des Sortiments verantwortlich. Sie stellt die Rezepte zusammen und braut die ersten Testchargen in den Kesseln in Damme. Wenn ein neues Bier von Krystle verkostet und für gut befunden wird, wird die Produktion in die Pilotbrauerei in Lochristi verlegt, um größere Mengen brauen zu können. Tony ist für die Bereiche Verwaltung, Transport und Verkauf zuständig. Er begann die Geschichte von Viven vor mehr als zwanzig Jahren rund um den Kirchturm der Vivenkapelle und entwickelte sie nach und nach zu einer international anerkannten Marke. Jetzt steht vor mir das Smoked Porter aus der Brauerei in Flandern.

Schwarz mit einer durchschnittlich großen mittelbraunen Schaumkrone steht das Bier vor mir. Obwohl der Schaum eher gemischtporig ist bleibt er mir doch recht lange erhalten. Ich finde, so muss ein Porter aussehen.

Bei der Farbe und mit dem Hinweis auf Rauchmalz im Namen ist wohl klar, dass das Aroma nach Espresso im Vordergrund steht, dazu der Duft nach Schinken und dunkler Schokolade. Auch der Alkohol meldet sich in meiner Nase zu Wort und sorgt für eine Ahnung von Likör.

Der Antrunk ist süß und sehr rezent. Auf der Zunge steht das Malz absolut im Vordergrund. Die Röststoffe sind sehr präsent, fast an der Grenze zu verbrannt. Dabei bleibt die Süße erhalten und der intensive Geschmack nach dunkler Schokolade und Röststoffen zwingt mich dazu, das Bier in kleinen Schlucken zu genießen. Die Geschmacksexplosion macht das Bier zu einem reinen Genießerbier, zum Durstlöschen ist es weniger geeignet. Im Abgang kommt noch ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7%

Brauerei:

Viven
Stationsstraat 89
8340 Sijsele/Damme
Belgien
www.viven.be

Ramsey Brewing – Immer wieder Blonde Ale

Aus dem fränkischen Herzogenaurach stammt das Immer wieder Blonde Ale, das jetzt vor mir steht. Die Brauerei preist es as süffiges Helles und als Sommerbier an. Mal sehen, was von dieser Aussage zu halten ist.

Intensiv goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet unmittelbar nach dem Einschenken nach Zitrusfrüchten, bevor der Malzkörper mit seinen Karamellnoten sich anschickt, in den Vordergrund zu treten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge stehen die Zitrusfrüchte im Mittelpunkt, dazu kommt eine Note, die ich nicht richtig einschätzen kann. Ist es Holz, ist es Butter? Meinen Geschmack trift es so nicht, obwohl das Mudgefühl schön rund und voll ist. Diese Note wird im Abgang noch kräftiger und wie im Aroma kommt der Geschmack des Malzes auch während des Nachklangs langsam immer mehr in den Vordergrund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Ramsay’s Brewing
Gleiwitzer Str. 26
91074 Herzogenaurach
www.ramsaysbrewing.com

Buffalo Anno 1907

Um das Jahr 1907 schlug der amerikanische Zirkus „Buffalo Bill“ seine Zelte auf dem Dofplatz des flämischen Dorfes Herzele auf. Zu Ehren dieses Ereignisses braut die Brouwerij van den Bosschebis heute das Buffalo Anno 1907, das jetzt vor mir steht. Dabei handelt es sich um ein Belgian Dark Ale mit 6,5 Volumenprozent Alkohol.

In dunklem Rubinrot, fast schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. An der Optik des Buffalo Anno 1907 ist wirklich nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Karamell. Auch der Alkohol ist zu riechen, ergänzt die anderen Aromen aber und überdeckt sie nicht.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure frisch. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und wird durch ein leichtes Bitter ergänzt. Der Alkohol wärmt. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Der Abgang ist überraschend mild, klingt aber trotzdem lange nach. Jetzt kommt auch der Geschmack nach Rosinen zum Vorschein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, vergärbarer Zucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Wolfscraft – Brutal Alkoholfrei

Nun steht wieder einmal ein Bier von Wolfscraft vor mir, der Bio-Brauerei aus München. Die Brauer beschreiben ihre Philosophie so: „Alles begann mit ein paar Bier (zuviel) und der Feststellung, dass inzwischen fast alle Biere gleich schmecken. Dabei sollte Bier unangepasst wie ein Wolf sein, fanden wir. Aus der Bieridee wurde eine Mission und so entstehen durch viel Handwerk, Alpenquellwasser und reichlich Gabe an regionalen Qualitätszutaten klassische deutsche Biere mit modernem „Twist“. Und dass der Wolf dabei unser Symbol für den Widerstand gegen Einheitsbiere werden würde, lag wohl auf der Hand.“ OK, dann will ich mal das erste alkoholfreie Bier aus Bayern verkosten.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Wolfscraft Brutal Alkoholfrei im Glas. Darüber steht eine kleine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Grapefruit, anderen Südfrüchten und Waldhonig. Ich staune, wie fruchtig ein alkoholfreies Bier sein kann und freue mich auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, aber die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt trotzdem für eine angenehme Frische. Die fruchtigen Noten spiegeln sich auf der Zunge wider, dazu gesellt sich ein leichtes Bitter. Für ein alkoholfreies Bier ist das Wolfscraft Brutal Alkoholfrei erstaunlich vollmundig. So sehr das Bier bis hierhin begeistern kann, ist der Abgang dann doch etwas enttäuschend. Er ist sehr schlank mit extrem kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
Hopfenstr. 8
80355 München
www.wolfscraft.de

Europas Brauer sorgen für Transparenz

Europas Brauer haben auf freiwilliger Ebene in allen Staaten der EU die Kennzeichnung von Zutaten und Kalorien auf ihren Produkten eingeführt. Das europäische Lebensmittelrecht sieht bislang vor, dass alkoholhaltige Getränke von der Pflicht zur Kennzeichnung ausgenommen sind. Die deutschen Brauereien waren hier immer einen Schritt weiter: „Schon längst stehen – im Unterschied zu anderen alkoholischen Getränken – bei jedem deutschen Bier dessen Zutaten auf dem Etikett. Seit dem Start unserer Initiative vor zwei Jahren wird von immer mehr Brauereien nun auch der Brennwert gekennzeichnet“, so Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. Der Verband sieht darin „einen Beitrag zu besserer Verbraucherinformation und mehr Transparenz“.

In einer Umfrage im Auftrag des Brauer-Bundes hatten rund 52 Prozent der deutschen Konsumenten erklärt, sie fänden es gut, wenn künftig auf allen alkoholischen Getränken wie Bier, Wein oder Whisky die Kalorienangaben auf dem Etikett zu finden wären. Die Umfrage ergab aber auch, dass viele Verbraucher den Brennwert von Bier überschätzen: Insgesamt 42 Prozent der Befragten stuften den Kaloriengehalt eines Pilsbieres höher ein als er tatsächlich ist, nämlich rund 40 kcal pro 100 ml. 31 Prozent wussten keine Antwort. Richtig lagen nur 19 Prozent.

Die 2019 gestartete Initiative des Deutschen Brauer-Bundes und des Verbandes der Privaten Brauereien Deutschland zur freiwilligen Kalorien-Kennzeichnung ist Teil des europäischen Projektes „Proud to be Clear“ – einer Kampagne des europäischen Dachverbandes „The Brewers of Europe“. Erklärtes Ziel dieser Kampagne ist es, bis Ende 2022 europaweit alle Biere mit den Zutaten und Brennwerten zu kennzeichnen. Nach Angaben der „Brewers“ befinden sich Europas Brauer auf der Ziellinie – auf 93 Prozent aller Bierflaschen und -dosen in Europa finden sich bereits die Zutaten, auf über 86 Prozent der Brennwert (Kalorien/Joule). In Deutschland sind längst alle Biere mit Zutatenverzeichnissen versehen und bereits mehr als 90 Prozent des verkauften Volumens mit dem Brennwert.

Europas Brauereien unterstützen EU-Kodex

Der Dachverband „The Brewers of Europe“ gehörte diese Woche nun auch zu den Erstunterzeichnern des EU-Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Geschäfts- und Marketingpraktiken in der Lebensmittelkette (Code of Conduct), der Unternehmen und Verbände zu einem nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet, das über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Angestoßen worden war diese Initiative von der EU-Kommission mit dem Ziel, gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft einen nachhaltigen Wandel hin zu mehr Klimaschutz, Gesundheitsschutz und Transparenz in der Lebensmittelwirtschaft zu erreichen. Der neue Kodex ist Teil der „Farm to Fork“-Strategie der EU, mit der Europa die Land- und Ernährungswirtschaft vom Acker bis zum Stall modernisieren möchte.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides würdigte im Rahmen eines Gesprächs mit dem Verband die Initiative der Brauereien aus den 29 nationalen Mitgliedsverbänden der „Brewers of Europe“. „Der Industrie kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, die Gesundheit unserer Bürger zu schützen und sie in die Lage zu versetzen, sich für einen gesunden Lebensstil zu entscheiden“, sagte die Kommissarin am Rande des Gesprächs. Die Videokonferenz der „Brewers of Europe“ mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommission fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Bars, Cafés und Restaurants in ganz Europa nach vielen Monaten des Lockdowns wiedereröffnet wurden. Die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Beschränkungen trafen die Branche hart: Nach Angaben der „Brewers of Europe“ verloren Bars und Restaurants allein im Krisenjahr 2020 rund 42 Prozent des Bierumsatzes, was über 5 Milliarden Litern Bier entspricht. Insgesamt 800.000 Jobs waren und sind hierdurch bedroht. Es sei bemerkenswert, so der Generalsekretär der Brewers, Pierre-Olivier Bergeron, dass viele von der Krise hart getroffene Brauereien dennoch nicht in ihren Bemühungen nachgelassen hätten, Initiativen etwa zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz oder zur besseren Kennzeichnung ihrer Produkte voranzutreiben.

Flying Dutchman – Beast of the East, The Bear is there

Das Russian Imperial Stout „Beast of The East The Bear is There“ von Flying Dutchman ist ein dunkles Imperial,das mit Ceylon-Zimtstangen, Vanille, geräuchertem Chili und amerikanischen Eichenchips gereift wird. Für solch ungewöhnliche und dabei sehr schmackhafte Biere ist der Flying Dutchman bekannt und ich freue mich bereits darauf, die Flasche zu öffnen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große haselnussbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Vanille sowie einen Hauch Zimt.

Der Antrunk ist leicht süß und voll. Auf der Zunge mischen sich die Geschmäcker nach dunkler Schokolade und Espresso, dazu ein Hauch Zimt und Eiche. Das leichte Bitter ist angenehm und freundlich und passt zum schweren Mundgefühl. Insgesamt macht das Bier einen sehr gut ausgewogenen Eindruck. Im Abgang wird das Bitter etwas geringer und zusammen mit dem Geschmack nach Kakao klingt es sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Bittereinheiten:

90 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Alkoholfreie Biere werden in Deutschland immer beliebter

Alkoholfreie Biere werden in Deutschland immer beliebter – und auch die Vielfalt der Marken wächst seit Jahren stetig. Wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) anlässlich des Tags des deutschen Bieres mitgeteilt hat, hat kein anderer Bierstil in den letzten zehn Jahren so stark zugelegt wie alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermischgetränke. Wurden 2010 nach Branchenangaben noch rund 430 Millionen Liter alkoholfrei produziert, verkauften Deutschlands Brauereien 2020 trotz der Corona-Krise und eines viermonatigen Lockdowns der Gastronomie bereits mehr als 660 Millionen Liter alkoholfreies Bier und Malztrunk. Dies entspricht einer Steigerung des Marktanteils von 53 Prozent innerhalb dieser Dekade. Betrachten wir den deutschen Biermarkt, lag der Marktanteil von Alkoholfreiem im Lebensmittelhandel laut Marktforschung 2020 bei fast sieben Prozent. Nach Prognosen des DBB wird sich das dynamische Wachstum in den nächsten Jahren fortsetzen und die Zehn-Prozent-Marke früher als erwartet überschritten.

Ein Blick auf die jüngsten Marktzahlen zeigt, dass sich alkoholfreie Biere in der Corona-Krise besser behaupten als alle alkoholhaltigen Sorten. Besonders stark gestiegen ist im vergangenen Jahr im Handel die Nachfrage nach alkoholfreien Biermischgetränken wie Radler – hier wurde dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zufolge ein Absatzplus gegenüber 2019 von 16,5 Prozent verzeichnet. Alkoholfreies Pils und alkoholfreies Schankbier legten um 6,2 Prozent zu. Die Entwicklung in der Gastronomie 2020 kann wegen der Lockdowns nicht bewertet werden.

Verbraucher setzen auf viel Geschmack, wenig Kalorien und natürliche Rohstoffe

Eine Verbraucherumfrage für den Brauer-Bund (INSA, Januar 2021, 2040 Befragte) bestätigt den Trend: Alkoholfreies Radler liegt mit 31 Prozent in der Beliebtheit vorne, dicht gefolgt von alkoholfreiem Weißbier (30%). Jeder Vierte (25%) bevorzugt alkoholfreies Pils. Laut der Umfrage trinkt mittlerweile beinahe jeder zweite Deutsche (46%) alkoholfreie Biere – Tendenz steigend. Was Verbraucherinnen und Verbraucher an alkoholfreien Bieren besonders schätzen, sind der gute Geschmack, die geringe Kalorienzahl sowie die Verwendung ausschließlich natürlicher Rohstoffe, ergab die Umfrage.

Alkoholfreie Biere werden ebenfalls nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut – aus nur vier Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Das Reinheitsgebot wird gern als ältestes, heute noch gültiges Verbraucherschutzgesetz der Welt betrachtet. Es war vor 505 Jahren – am 23. April 1516 – durch den bayerischen Herzog Wilhelm IV. und seinen Bruder Herzog Ludwig X. in Ingolstadt verkündet worden.

Wachsende Vielfalt: 700 alkoholfreie Biermarken in Deutschland

Nach Angaben des Brauer-Bundes gibt es mittlerweile fast 7.000 Biermarken in Deutschland – mehr als 700 davon sind alkoholfreie Biere und Biermischgetränke. Neben klassischen Sorten wie Pils, Weizenbier oder Radler kommen immer mehr regionale Spezialitäten wie Kölsch und Alt als alkoholfreie Varianten auf den Markt. Das beliebte Helle sowie Craft-Sorten wie IPA (India Pale Ale) gibt es ebenfalls längst auch ohne Alkohol.

„Ein kleiner Lichtblick in Krisenzeiten“

„Die Corona-Pandemie hinterlässt bei allen 1.500 Brauereien in Deutschland deutliche Spuren. Das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens wird von Woche zu Woche größer. Die positive Entwicklung bei alkoholfreien Bieren ist ein kleiner Lichtblick, auch wenn Zuwächse im Handel in diesem noch überschaubaren Segment natürlich niemals den kompletten Zusammenbruch des Gastronomiegeschäftes kompensieren können“, so Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des DBB. Deutschlands Brauerinnen und Brauer seien bei alkoholfreien Innovationen im internationalen Vergleich führend und entschlossen, diese Marktposition weiter auszubauen, so Eichele: „Vor fast 50 Jahren wurde alkoholfreies Bier als „Autofahrerbier“ erfunden. Längst sind alkoholfreie Biere ein Lifestyle-Getränk für Menschen, die Bier lieben und sich gesund und bewusst ernähren möchten. Weil viele alkoholfreie Biere mineralisch und isotonisch sind, erfreuen sie sich auch bei Sportlern wachsender Beliebtheit.“

Wunderbräu – Dunkles Weizen Alkoholfrei

Über die ökologische Firmenpolitik von Wunderbräu habe ich ja an anderer Stelle bereits geschrieben. So kann ich direkt zum Bier kommen, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich dabei um ein biologisches und alkoholfreies Weizenbier handelt.

Trüb braun präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Dabei stehen Malze mit röstigen Aromen im Mittelpunkt, die durch würzige und fruchtige Noten des Hopfens ergänzt werden.

Der Antrunk ist leicht süß und für meinen Geschmack enthält das Bier etwas zu wenig der feinperligen Kohlensäure. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Auch auf der Zunge dominieren die Röststoffe mit ihrem Schokoladengeschmack. Für ein alkoholfreies Bier ist das dunkle Weizen von Wunderbräu überraschend vollmundig. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein. Dieser Eindruck verblasst aber recht schnell.

Insgesamt ist das Dunkle Weizen erfrischend und die richtige Wahl, wenn man an einem heißen Sommertag ein Bier auswählt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Wunderbräu
Hopfenstr. 8
80335 München
www.wunderbraeu.de

Belgoo – Keekebisj Export

Keekebisj wird seit Ende 2016 gebraut, wurde aber bis vor kurzem nur in Fässer abgefüllt. Das Bier ist seit kurzem leichter erhältlich, da das Unternehmen es in sein lokales „Craft“-Sortiment aufgenommen hat. Im Jahr 2007 begann Jo van Aert in Binche mit dem Bierbrauen, und die ersten Belgoo-Biere wurden kreiert. Das Brauen wurde schnell zu einer Vollzeitbeschäftigung. Heute braut er seine Biere in seiner eigenen Brauerei in Sint-Pietersleeuw und jetzt will ich das Keekebisj mal verkosten.

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma erinnert an einen tropischen Obstsalat. Ich rieche Zitronenschale, Ananas und eine reichhaltige Mischung anderer Südfrüchte. Abgerundet wird der Duft durch den Biskuitduft des Malzes. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine reichlich dosierte Koahlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich eine geringe fruchtige Säure sowie ein freundliches Bitter dazu. Für ein Bier mit acht Volumenprozent Alkohol ist das Mundgefühl erstaunlich leicht. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, so dass das Bitter mehr in den Vordergrund rückt und für einen langen Nachklang sorgt.

Alles in Allem ein elegantes Bier, das keine Wünsche offenlässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Weizen, Hopfen (Simcoe, Mandarina Bavaria), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Belgoo Brewery
G. Wittouckstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien
www.belgoobeer.com