Engel – Keller Bock

Aus der Biermanufaktur Engel im baden-württembergischen Crailsheim stammt das naturtrübe Bockbier, das jetzt vor mir steht. Als ich das Etikett erstmals sah, fiel mir auf, dass die Brauerei nicht angegeben hat, ob es sich um einen dunklen oder einen hellen Bock handelt. Ein Blick auf das Rückenetikett brachte aber bereits die Lösung des Rätsels: Auf einer Farbskala, die von hellgelb über rot bis tiefschwarz reichte, wurde auf die rote Farbe verwiesen. Ein roter Bock? Das ist doch mal was Neues.

Rotgolden und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal was her.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont nach Karamell, dazu kommen ein Hauch Zitrusfrüchte sowie der Duft von Trockenfeigen und Honig.

Der Antrunk ist rezent mit einer kräftigen, aber nicht übertriebenen, Süße. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und es gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, begleitet von einer diskreten Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ich weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank mit kurzem Nachklang.

Der Bock macht einen wirklich soliden Eindruck und er passt zu jedem kräftigen Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

Kozel Černý – Dark

Das Bierbrauen lässt sich im böhmischen Ort Velke Popovice, der sich ca. 30 km südöstlich von Prag in einer malerischen Schlucht in der Nähe des Flusses Sávaza befindet, bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits damals wurde in einer Chronik erwähnt, dass man hier ein ausgezeichnetes Bier braute. Die Brauerei in Popovice überstand die Wirren vieler Jahrhunderte und sorgte für eine kontinuierliche Brautradition.

Das Kozel Černý Dark ist ein dunkles Lager. Im Gegensatz zu vielen dunklen Bieren ist dieses aber kein Schwergewicht beim Alkohol, sondern kommt mit nur 3,8 Volumenprozent aus. Ich bin mal gespannt, ob sich der geringe Alkoholgehalt mit der Malzigkeit eines dunklen Lagerbiers verträgt.

Dunkel rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone ist größtenteils feinporig und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma wird durch das dunkle Malz dominiert; der Duft erinnert an dunkle Schokolade und getrocknete Birnen.

Der Antrunk ist recht süß mit sanfter feinperliger Kohlensäure. Wie ich es bei einem Bier mit nur 3,8 Volumenprozent erwarte, ist das Mundgefühl schlank, aber es ist auch weich. Sicherlich wäre das Bier bei mir besser angekommen, wenn die Brauerei nicht so geizig mit dem Hopfen gewesen wäre. Mir fehlen einfach die Bitterstoffe. So ist auch der Abgang enttäuschend dünn mit einem leichten Schokoladengeschmack, der kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge, Zucker

Alkoholgehalt:

3,8 % Vol.

Stammwürze:

9,55 %

Brauerei:

Kompania Piwowarska SA
ul. Szwajcarska 11
61-285 Poznan
Polen

Brewdog – Punk AF

Über die schottische Brauerei Brewdog habe ich bereits mehrfach geschrieben, beispielsweise hier. Da mir keine neuen Infos über die Brauerei vorliegen, komme ich direkt zum Bier Punk AF, das jetzt vor mir steht. AF steht für „alkoholfrei“, und das Bier ist ein IPA.

Golden und opalisierend präsentiert sic das Bier im Glas. Die größtenteils feinporige Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Orangenschale, Honig, Vanille und Pfirsich, wobei die süßen Töne deutlich überwiegen.

Der Antrunk ist frisch und weist nur eine leichte Süße auf. Dafür ist die Karbonisierung kräftig. Auf der Zunge gesellt sich ein ordentliches Bitter zur Süße. Dazu spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Punk IPA gefällt mir recht gut, aber trotzdem ist das Mundgefühl nicht ganz vollmundig. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit einem mittellangen Nachklang aus.

Das Punk IPA gehört eindeutig zu den besseren alkoholfreien Bieren, auch wenn es, wie bei den meisten alkoholfreien Bieren im Mundgefühl noch Luft nach oben gibt. Aber eventuell ist für das Füllen dieser Lücke dann doch der Alkohol erforderlich.

Zutaten:

Wasser, Laktose, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Hafermalz, Weizenmalz, Milchsäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

BrewDog plc
Balmacassle Commercial Park
Ellon
AB41 8BX
Großbritannien
www.brewdog.com

für

BrewDog GmbH
Im Marienpark 23
12107 Berlin

O’Hara’s – Irish Pale Ale

Gelegen in Irlands traditionellem Malz- und Hopfenanbaugebiet, dem „Barrow Valley“, hat sich die O’Haras Brewery einen Namen als Pionier der Craft Beer Bewegung in Irland gemacht. Das Unternehmen wurde im Jahr 1996 durch Seamus O’Hara gegründet. Seitdem wird dort Bier auf traditionelle Art und Weise und unter Verwendung traditioneller Zutaten hergestellt.

Das Irish Pale Ale, das jetzt vor mir steht, beschreibt die Brauerei wie folgt: „Bei unserer Interpretation eines India Pale Ale stiehlt der Hopfen dem Malz die Show. Eine klug gewählte Kombination aus Malz und Weizen sorgt für einen vollen Körper und ein großzügiges Mundgefühl. Die späten Hopfenzugaben im Kessel einschließlich des Amarillo-Hopfens bilden die Grundlage für die lebhaften und würzigen Aromen, die man danach findet. Eine abschließende Trockenhopfung nach dem Kochen kurbelt das Niveau der fruchtigen Hopfenaromen an, die alle Liebhaber alle Liebhaber des IPA-Stils genießen.“ Na, das klingt doch gut, dann will ich die Flasche mal öffnen.

Kupferfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir schon mal.

Düfte nach Karamell steigen mir zusammen mit holzigen Noten in die Nase. Abgesehen vom Zitronenschalenduft enthält das Aroma überraschend wenig Fruchtigkeit, aber insgesamt ist es schon in der Lage, mich neugierig auf den ersten Schluck zu machen.

Der Antrunk ist frisch mit leichter Süße. Auffällig ist die sehr kräftige Karbonisierung. Auf der Zunge breitet sich ein kräftiges fruchtiges Bitter aus; das Mundgefühl ist voll und schwer. Bitter ist auch im Abgang der hervorstechende Eindruck, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13.5° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Carlow Brewing Company Ltd
Royal Oak Road
Bagenalstown
Co. Carlow
Irland
www.carlowbrewing.com

Hertl – Papa’s Weißheit

Die Braumanufaktur Hertl nennt sich selbst die kleinste und geilste Brauerei Frankens. Ich kann aus eigener Erfahrung weder bestätigen, wie klein die Brauerei ist noch wie geil. Eine Besonderheit von David Hertl ist, dass er seine Biere immer seinen Familienmitgliedern widmet. Heute geht es um Papas Weißheit, ein Weizenbier. Damit kann ich was anfangen. Beschäftige ich mich also lieber mit dem Bier.

Golden und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Bereits beim Einschenken steigt mir der für ein Weizenbier typische Duft nach Bananen in die Nase. Die sahnige Schaumkrone, die sich beim Einschenken bildet, ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Banane, Nelke und frisch gemahlenem Getreide.

Der Antrunk ist stiltypisch spritzig-süß, passend zur reichlich enthaltenen Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig mit einer leichten Säure, dazu kommt der Geschmack der Hefe, die an Biskuitteig erinnert. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist mild und ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen, die kurz nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Bittereinheiten:

ca. 20 IBU

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Belgoo – Extra IPA

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brouwerij Belgoo in Sint-Pieters Leeuw, südwestlich von Brüssel, vor mir. Bislang haben mir alle Biere aus dieser Brauerei gut gefallen, so dass ich mich jetzt auf ein angenehmes Trinkerlebnis freue.

Weizengelb und opalisierend läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas und Harz steigen mir in die Nase, dazu grasige und blumige Noten. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Karamell, der sich aus dem Hintergrund meldet.

Der Antrunk ist trocken und mir fällt die sehr feinperlige Kohlensäure auf. Die Zunge meldet mir ein kräftiges Bitter, wobei auch die Süße kräftiger wird. Die Fruchtigkeit ist für ein IPA überraschend zurückhaltend. Dafür ist das Mundgefühl voll. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Belgoo
G. Wittoickstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien
www.belgoobeer.com

And Union – Saturday

So, jetzt steht das Bier vor mir, das And Union für den Samstag vorgesehen hat, ein helles und naturtrübes Lagerbier mit ganz durchschnittlichen 5 Volumenprozent Alkohol. Dann will ich mich mal überhaupt nicht mit der Vorrede aufhalten und die Flasche öffnen.

Strohblond und opalisierend mit deiner durchschnittlich voluminösen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Düfte nach Biskuit, Heu und Zitronenschale steigen mir in die Nase. Da hoffe ich auf ein richtig leckeres Bier.

Der Antrunk ist leicht süß, was zur geringen Carbonisierung des Saturday passt. Auf der Zunge übernimmt schnell das Bitter das Zepter, unterstützt durch die Fruchtigkeit des Hopfens. Das Mundgefühl ist weich. Der Abgang ist überraschend mild mit einem durchschnittlichen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Select, Tradition, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten‍:

25 IBU

Brauerei:

And Union GmbH
Lindwurmstr. 114
80337 München
www.andunion.com

DjuDju – Mango Beer

Dju Dju Mango ist ein exotisches Fruchtbier mit Mango nach afrikanischer Rezeptur. Gebraut wurde das Bier in Flandern, allerdings ist nicht wie bei den meisten belgischen Fruchtbieren ein Sauerbier die Grundlage, sondern ein Witbier. Mal sehen, wie sich das so macht.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. Optisch gefällt mir das Bier schon mal besser als die Fruchtbiere auf Sauerbierbasis.

Das Aroma duftet intensiv fruchtig nach Mango, während der Duft nach Karamell sich diskret im Hintergrund hält.

Auch der Antrunk ist fruchtig-süß mit einer feinperligen und sanften Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt dieser Eindruck erhalten, wird mir persönlich aber fast zu extrem. Der Geschmack erinnert eher an einen Fruchtcocktail als an ein Bier. An einem warmen Sommerabend kann das aber durchaus passend sein. Der Abgang ist sehr mild und der Fruchtgeschmack klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Mango, Hefe, Hopfen, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

im Auftrag von:

New Allied African Breweries
P.O.Box 674
Tema
Ghana

Sarstedterin

Dasfünfte und (vorläufig) letzte Bier aus der Sarstedter Braumanufaktur von Maik-Oliver Towet und Stefan Böker ist die Sarstedterin, ein dunkles Lager, das jetzt vor mir steht und mich verführen möchte.

Dunkelrot mit einer sahnigen hellbraunen Schaumkrone, die sehr lange erhalte bleibt, sieht die Sarstedterin schon mal sehr anziehend aus.

Düfte nach Karamell, dunkler Schokolade und Trockenfrüchten steigen mir in die Nase. Bei der Auswahl der Zutaten scheinen Maik-Oliver und Stefan wirklich nicht kleinlich gewesen zu sein.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die kräftige Kohlensäure gut ausgeglichen wird. Die Süße bleibt auch auf der Zunge bestehen, während das Aroma der Trockenfrüchte als Feigengeschmack in den Vordergrund rückt. Der Geschmack erinnert mich auch an eine Reifung auf Holz. Einige Bitterstoffe unterstützen den Geshcmack, so dass ein volles und rundes Mundgefühl entsteht. Der Abgang ist fruchtig mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Bierhefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Reimot Braumanufaktur
Voss-Str. 35B
31157 Sarstedt
www.sarstedter-bier.de

Troubadour – Imperial Stout

Manchmal frage ich mich bei einem Bier, was sich die Brauer wohl dabei gedacht haben, als sie das Bier entwickelt haben, das gerade vor mir steht. Beim Troubadour Imperial Stout wird diese Frage bereits auf der Website beantwortet: „Wir dachten, wir sollten einmal ungezogen sein. Und zwar so stark, dass wir ein Bier gebraut haben, das die Herausforderung des Trinkers annimmt. Wir trinken unser Troubadour Imperial Stout gerne am Ende des Abends: ein kleines Nachglühen, um dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufzusetzen.“ Na, dann weiß ich ja schon mal, welchen Maßstab ich bei der Beurteilung dieses Biers anlegen muss.

Blickdicht schwarz mit einer voluminösen festen und haselnussbrauen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, abgerundet durch Vanille.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet habe, die S üße wird erst auf der Zunge kräftiger. Begleitet wird sie durch eine leichte Säure und ein passendes Bitter. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Im Abbgang wird das Bier trockener und ein sanftes Bitter klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

45 IBU

Farbei:

110 EBC

Brauerei:

Brouwerij The Musketeers
Tramstraat 8
9910 Ursel
Belgien
www.themusketeers.be