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Erklärung der Privaten Brauereien Bayern zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Mario Schäfer, Geschäftsführer Private Brauereien Bayern e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich Willkommen hier auf der BrauBeviale 2023. Nach vier Jahren Pause ist es ein tolles Gefühl wieder hier in Nürnberg durch die Messehallen zu gehen und die Messestände der Aussteller zu besuchen. Als Ideeller Träger der BrauBeviale freuen wir uns vom Verband Private Brauereien Bayern über einen zahlenmäßig sehr erfreulichen Neustart der BrauBeviale.

Die BrauBeviale ist ein wertvoller Impuls- und Ideengeber für die Brau- und Getränkewirtschaft. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette bietet die Fachmesse unterschiedlichste Lösungsansätze, Hilfestellung und Informationen. Als Netzwerkplattform für Techniker, Technologen und Entscheider ist sie zudem essentieller Bestandteil unserer Branche.

Ein ebenso wichtiger Bestandteil der BrauBeviale ist die heutige Hopfen-Pressekonferenz, der das Hopfenjahr aus verschiedenen Blickwinkeln Revue passieren lässt. Mein Dank gilt dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer und dem Deutschen Hopfenwirtschaftsverband für die Möglichkeit, ein kurzes Statement aus Sicht der mittelständischen Brauwirtschaft abzugeben.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

das regenreiche Wetter Mitte Juli hat dem deutschen Hopfenanbau die rettende Menge an Wasser gebracht. Am Ende musste zwar eine unterdurchschnittliche, aber dennoch keine so schlechte Ernte wie im Vorjahr verzeichnet werden.

Beim Bierabsatz sieht es im Vergleich zum Vorjahr aus Sicht der Brauwirtschaft eher weniger erfreulich aus. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde in den Sommermonaten deutlich weniger Bier abgesetzt als im Vergleichszeitraum 2022. So sank der steuerpflichtige Bierabsatz in der Bundesrepublik Deutschland bis Ende September um rund 3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Neben der langfristigen demografischen Entwicklung ist hierfür vor allem ein Rückgang im Flaschenbiergeschäft verantwortlich.

Diese Entwicklung setzt die Braubranche im Allgemeinen und besonders die kleinen und mittleren Brauereien weiter unter Druck. Die mittelständische Brauwirtschaft sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert. So haben starke Energiepreiserhöhungen bei Strom, Gas oder Heizöl und bei Braurohstoffen wie Gerstenmalz allein die reinen Herstellungskosten für einen Hektoliter Bier einer typischen mittelständischen Brauerei um bis zu 15 % verteuert. Hinzu kommen höhere Personalkosten, stark gestiegene Einkaufspreise für Flaschen, Kästen und Betriebsstoffe sowie deutlich zunehmende Aufwendungen im Fuhrpark- und Logistikbereich, die aufgrund der Erhöhung der Mautgebühren für LKWs und der CO2-Abgabe für Dieselkraftstoffe im kommenden Jahr 2024 weiter wachsen werden.

Für das Jahr 2024 rechnen wir daher nicht mit einer signifikanten Markterholung. Im Gegenteil, mit der jetzt beschlossenen Wiederanwendung des 19-prozentigen Umsatzsteuersatzes für Speisen in der Gastronomie verschlechtert die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für unsere Branche sogar. Denn dieser Schritt wird unweigerlich auch negative Auswirkungen auf den Fassbierabsatz unserer Betriebe haben.

Das Gebot der Stunde für die mittelständische Brauwirtschaft ist es daher, wo immer möglich Effizienzsteigerungen zu erreichen und Kosteneinsparungen vorzunehmen. Ebenso wichtig ist es aber auch, die Arbeit an der Markenprofilierung fortzusetzen.

Die mittelständische Brauwirtschaft ist hierbei bereits auf einem guten Weg. Qualitativ hochwertige Brauspezialitäten aus der Region stehen bei den Konsumenten unverändert hoch im Kurs, auch wenn sie einen höheren Preis als bekannte Fernsehbiermarken haben und aufgrund ihrer Werthaltigkeit auch haben müssen.

Zu bedauern sind in diesem Zusammenhang Preis-Aktionen des Handels, die gezielt auf die in manchen Haushalten schwierige finanzielle Lage abzielen und das wertige Produkt Bier zu Billigpreisen verramschen. Die Schere zwischen Aktionspreis und Normalpreis geht dabei immer weiter auseinander. Wenn jedoch bei den nationalen Pilsmarken der Promotionsanteil bereits bei knapp 80 Prozent liegt, stelle ich die Frage, welcher Preis denn dann eigentlich der „Normalpreis“ ist?

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch heuer wurden uns die Folgen des Klimawandels auf den Hopfenanbau wieder besonders vor Augen geführt. Wir begrüßen es daher, dass die Hopfenwirtschaft hier an nachhaltigen Konzepten arbeitet. Trotz einer unterdurchschnittlichen Ernte 2023 ist ausreichend Hopfen für die Brauwirtschaft vorhanden. Nur bei einigen wenigen Sorten wird also die Alpha-Klausel in diesem Jahr greifen.

Der Brauwirtschaft sind dabei auch die Probleme der Hopfenbaubetriebe bewusst: auch sie leiden unter den gestiegenen Energie- und Materialkosten. Ein partnerschaftlicher Umgang aller Beteiligten – von den Pflanzern über den Hopfenhandel bis hin zu den Brauereien – ist daher essentiell. Nur durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe kann es gelingen, die derzeitigen Herausforderungen sowie die Auswirkungen des Klimawandels erfolgreich zu meisternund so unsere einzigartige Biervielfalt in Deutschland zu erhalten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

sinnbildlich für den Begriff „Biervielfalt“ steht der renommierte Bierwettbewerb European Beer Star, den unser Verband in diesem Jahr bereits zum 20. Mal veranstaltet hat. Mitte September verkostete und bewertete eine rund 140-köpfige Jury bestehend aus internationalen Bierexpertinnen und -experten hier auf dem Nürnberger Messegelände die eingereichten Biere. Insgesamt 2356 Biere aus 47 Ländernwetteiferten beim European Beer Star 2023 um die begehrten Awards. Am Ende wurden jedoch nur die drei besten Biere in der der 74 Kategorien mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.

Welche Brauereien waren am erfolgreichsten? In welche Länder gehen die Awards? Das erfahren Sie bei der Preisverleihung des European Beer Star 2023 heute Nachmittag ab 15:20 Uhr, zu der ich Sie alle recht herzlich einlade. Erstmals findet die Preisverleihung mitten im Messegeschehen statt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Forum BrauBeviale in Halle 1!

Bayreuther Brauerei bei zwei internationalen Bierwettbewerben ausgezeichnet

Die Brussels Beer Challenge gilt als einer der renommiertesten Bierwettbewerbe, nicht zuletzt, da die Medaillen für jeden Bierstil nur ein einziges Mal verliehen werden. Bayreuther Hell wurde mit einer der begehrten Goldmedaillen ausgezeichnet. Bereits 2021 konnte das traditionell gebraute bayerische Helle bei der Brussels Beer Challenge vollends überzeugen und die Goldmedaille gewinnen. Auch im letzten Jahr fand sich Bayreuther Hell auf dem Siegertreppchen ein und holte Bronze. Braumeister Horst Weiß ist stolz auf den Wiederholungserfolg: „Für einen Brauer ist das Helle der am schwersten herzustellende Bierstil, weshalb es auch oft als Königsklasse angesehen wird. Nicht der kleinste Braufehler kann versteckt oder durch intensiven Hopfeneinsatz kaschiert werden, es muss ganz fein ausbalanciert sein. Für ein Helles ausgezeichnet zu werden, gleicht daher einem Ritterschlag und unser gesamtes Team freut sich riesig darüber!“ Bayreuther Hell bekommt durch die sorgsam ausgewogene Balance aus feinsten, hellen Gerstenmalzen und einer dezenten Hopfennote seinen unverkennbaren Charakter. Gebraut wird es mit viel Liebe und Herzblut nach überliefertem Rezept und nach den Regeln bester bayerischer Braukunst.

„Die Teilnahme an Bierwettbewerben ist für uns immens wichtig, weil wir dadurch unseren hohen internen Qualitätsanspruch auch von unabhängigen Experten prüfen lassen können. Neben der Brussels Beer Challenge konnte eines unserer Biere kürzlich auch beim European Beer Star überzeugen“, freut sich Hans Joachim Leipold, Vorstand der Bayreuther Bierbrauerei.

Der European Beer Star ist eine ebenfalls sehr renommierte internationale Auszeichnung, bei der ausschließlich die besten drei Biere jeder Kategorie einen Award erhalten. Das macht den European Beer Star zu einem der härtesten Wettbewerbe der Welt. Aktien Zwick’l Kellerbier wurde mit Silber prämiert. Die naturbelassene, hefetrübe und unfiltrierte Bierspezialität war früher nur dem Braumeister vorbehalten, der das Fass kurz angestochen hat und den ersten Schluck verkostete. Das Fass wurde dann wieder mit einem Holzzwick’l verschlossen, woher auch der Name rührt.

Erklärung des Bayerischen Brauerbundes zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Dipl.-Ing. Walter König vom Bayerischen Brauerbund e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:

Sehr verehrte Damen und Herren,

auch im Namen des Bayerischen Brauerbundes begrüße ich Sie sehr herzlich zu unserer heutigen gemeinsamen Pressekonferenz. Hopfen wird zu 99% zur Bierherstellung verwendet. Es ist deshalb seit vielen Jahren Tradition und gelebtes Miteinander, dass bei der Pressekonferenz zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt anlässlich der Fachmesse BrauBeviale auch Vertreter der brauwirtschaftlichen Verbände zur aktuellen Situation berichten. In Absprache mit meinem Kollegen Mario Schäfer wird er auf die aktuelle Entwicklung des Bierausstoßes sowie auf die wirtschaftliche Situation und die Herausforderungen in den Brauereien näher eingehen.

Lassen Sie mich einen Blick auf die Versorgungssituation der heimischen Brauwirtschaft mit hochwertigen Rohstoffen werfen.

Trotz der durch den klimatischen und politischen Wandel hervorgerufenen enormen Herausforderungen in der Hopfenproduktion und der zwei unterdurchschnittlichen Ernten im vergangenen, sowie im laufenden Jahr, war es der Hopfenwirtschaft wichtig, direkt zum Start der Ernte das Signal der Versorgungssicherheit in die Brauwirtschaft zu senden: „Die Deckung des Bedarfs an Hopfen für das Braujahr 2023 ist trotz des schwachen Ergebnisses gesichert, da im Markt immer noch erhebliche Vorräte, die sich vorwiegend in den Händen der Brauereien befinden, vorhanden sind!“ lautete das Statement zur Hopfenrundfahrt 2023.

Diese, für die Brauwirtschaft beruhigende und komfortable Situation ist mehreren Faktoren zu verdanken:

Vertragswesen stützt Planungssicherheit

Die Hopfenproduktion reagiert träge und Veränderungen brauchen Zeit. Jeder Hopfenkauf wird über den Hopfenhandel in der Landwirtschaft langjährig durch Verträge abgebildet. Im Gegensatz zu den USA laufen Hopfenkauf- und somit auch Hopfenlieferverträge in Deutschland über viele Jahre. Das Vorvertragswesen ist ein Garant dafür, dass trotz kurzfristig auftretender Schwankungen eine hohe Grundversorgung und Vorratshaltung gewährleistet ist. So tragen langfristig eingekaufte Hopfenmengen, die während des stark eingebrochenen Bierausstoßes während der Corona Pandemie nicht benötigt wurden, heute zur Versorgungssicherung bei.

Einschneidende Ereignisse, wie beispielsweise die Corona-Pandemie, die durch den Russland-Ukraine-Krieg verursachte Logistik- und Energiekrise und auch eine Missernte wie 2022 verlangen zukünftig jedoch flexiblere Handlungsmechanismen von uns. Zusätzlich zum Vorvertragswesen brauchen wir deshalb eine bedarfsgerechtere Mengenplanung, die auf gesicherten Informationen beruht und schnellere Anpassungen in der Hopfenlogistik ermöglicht. Beispielsweise könnten so über den tatsächlichen Bedarf hinaus gekaufte Hopfen der Brauereien, die in der Regel in den Kühlhäusern des Hopfenhandels liegen, schneller identifiziert und anderweitig im Markt verwendet werden. Lagerhaltung und Logistik werden optimiert und sowohl Brauerei als auch Hopfenhandel erhalten höhere Wirtschaftlichkeit und mehr Planungssicherheit.

Kostendruck erzwingt höherer Wirtschaftlichkeit

Nicht nur bei der Hopfenproduktion und Verarbeitung haben die vergangenen zwei Jahre zu erheblichen Kostensteigerungen in der Produktion geführt. Auch der energieintensive Brauprozess sowie immens steigende Lohn-, Verpackungs- und Logistikkosten belasten die Brauwirtschaft. Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch beim Hopfeneinsatz wieder mehr Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Beim weltweiten Hopfeneinsatz ist sogar eine Trendwende weg vom Aromahopfen hin zu mehr Hochalphahopfen beim Brauen zu beobachten. Dies verursacht einen Flächenüberhang, der uns unter anderem in den letzten beiden knappen Erntejahren die komfortable Versorgungssituation gewährleistet hat.

Mit dem Blick nach vorne möchte ich aber auch gerade das Thema Planungssicherheit in den Mittelpunkt meiner Betrachtung stellen. Das klare Statement zur Versorgungssicherheit mit Hopfen aus deutschen Anbaugebieten hat nämlich noch eine weit größere Bedeutung als die der aktuellen Ernteeinschätzung. Das Statement soll uns Brauern sagen: „Auf die deutsche Hopfenwirtschaft ist Verlass!“ Es gibt also keinen Grund, sich auch wegen einer Missernte, wegen des Klimawandels oder wegen veränderter Rahmenbedingungen im Hopfeneinkauf anderweitig zu orientieren.

Investitionen in die Zukunft der heimischen Rohstoffversorgung

Die Bauwirtschaft begrüßt die Bemühungen des Hopfenpflanzerverbandes außerordentlich, weitere und vor allem nachhaltige Bewässerungsmöglichkeiten für große Teile der Hopfenanbaugebiete in der Hallertau und in Spalt zu realisieren. Diese Konzepte fordern von den Hopfenpflanzern hohe Investitionskosten und ein Bekenntnis für die Hopfenproduktion in den nächsten Jahrzehnten. Ein für uns sehr wichtiges und vor dem Hintergrund der vergangenen Ernten notwendiges Signal zur Versorgungssicherung.

Auch wurde erst im vergangenen Jahr mit der Eröffnung des weltweit größten und modernsten Hopfenverarbeitungswerks in der Hallertau eine enorme Investition in die Zukunft des Hopfenproduktionsstandorts Deutschland getätigt. Neben der Versorgungssicherheit gewährleistet uns dieser Meilenstein auch höchste Produktqualität mit allen bei uns gängigen Hopfenveredelungs- und Verarbeitungsprodukten.

Große Anstrengungen in Resourcenschutz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

Ebenfalls begrüßten wir die großen Anstrengungen sowie die Weitsicht der Hopfenpflanzer und der Hopfenwirtschaft, mit Neuzüchtungen in den Bereichen Aromasorten, Bittersorten und Hopfensorten mit besonderen Eigenschaften einen aktiven Beitrag zum Resourcenschutz, zur nachhaltigeren Produktion und auch zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu leisten. In diesem Zusammenhang richte ich jedoch auch einen Appell in die Brauwirtschaft, diese Anstrengungen mit Offenheit gegenüber neuen Sorten auch in bestehenden Rezepturen und mit einem klaren Bekenntnis zur heimischen Brauwirtschaft zu honorieren.

Nur gemeinsam können wir die Wettbewerbsfähigkeit und die Qualitätsführerschaft der deutschen Hopfenproduktion zum Wohle unserer Versorgungssicherheit mit qualitativ hochwertigem Hopfen in die Zukunft tragen. Auch wenn US-Hopfen womöglich durch bessere Rahmenbedingungen und Sondereffekte kurzfristig günstiger am Markt zu haben sein werden, müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Rohstoffversorgung stärken. Die Abhängigkeit in der Rohstoffversorgung von Drittstaaten darf, kann und wird nicht die Versorgungsstrategie der deutschen Brauwirtschaft sein.

Wir setzen auf Nachhaltigkeit im Rohstoffbezug, auf Partnerschaft und Planungssicherheit. Wir haben erfahren, was es bedeutet, wenn Lieferketten kurzfristig wegbrechen, wenn Rückstandshöchstmengen in Drittstaaten mit unseren Qualitätsvorstellungen nicht übereinstimmen und vor allem, wenn die Produktionsplanung im Sudhaus nach der Verfügbarkeit der Rohstofflieferung ausgerichtet werden muss. Trotz und gerade wegen aller Herausforderungen, die jeder von uns in seinem Bereich aktuell tragen muss, sind die Kommunikation, der Dialog und das Verständnis füreinander wichtig. Jeder Einzelne, Braumeister, Rohstoffeinkäufer oder Logistiker ist ein Entscheider, der die Zukunft mit seiner individuellen persönlichen Entscheidung mit prägt. Lassen Sie uns die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir in den vergangenen Jahren gelebt haben, gerade jetzt, wenn die Zeiten wieder schwieriger werden, fortsetzen und so gut es geht die Herausforderungen der Zukunft weiterhin zusammen anpacken.

 

Die ProWein 2024 stellt die aktuellen Spirituosentrends vor

Von Jürgen Deibel

Wer über Weinbrand spricht, sollte seine Worte mit Bedacht wählen, denn wenn es um Spirituosen aus Wein geht, hat alles seine eigene, feine Bedeutung. Dies mag daran liegen, dass die Menschen der Weinbrandherstellung bereits gute tausend Jahre nachgehen. Wahrscheinlich gebührt dem Weinbrand sogar das Verdienst, die erste aller Spirituosen überhaupt zu sein. Er bildet sozusagen den Startpunkt der hochgeistigen Kulturgeschichte und verbindet auf diese Art Länder und Traditionen, Geschmäcker und Epochen.

Brandy, ein traditionsreiches Getränk, erlebt aktuell eine bemerkenswerte Renaissance. Die Fokussierung auf die Ursprünge der Traube, die Verwendung von Most, Wein oder Trester erlaubt eine einzigartige Vielfältigkeit in allen Teilen der Welt. Die Familie des europäischen Weinbrands ist groß und umfasst die großen Weinnationen des Kontinents. In Griechenland und Spanien, in Italien und Frankreich sowie Portugal und Deutschland hat die Spirituose aus Wein ihr Zuhause. Die Namen der Familienmitglieder haben Klang und Ruf in der so genussreichen Spirituosenwelt. Cognac und Armagnac, Brandy, Grappa und Weinbrand.

Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Welt der Brandys bietet die ProWein 2024 mit der Trendshow „same but different“ in Halle 7 und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5. Damit ist die ProWein vom 10. bis 12. März 2024 in Düsseldorf die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen. Rund 500 der mehr als 5.700 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot – darunter knapp 100 Anbietende von Brandy. In jedem Bereich der Brandywelt erleben wir heute eine Wiederbelebung und neue Entwicklungen. Junge, innovative Unternehmen erfreuen ebenso wie alteingesessene, lang etablierte Marken mit kreativen Ideen und neuen Ansätzen.

Alles ist möglich: Neue Aromen im Cognac

Im Cognac überraschen Hersteller mit nachgereiften Destillaten in diversen Fasstypen und, gemäß den Vorschriften erlaubten, Vorbelegungen, wie zum Beispiel Mizunara Eiche (Cognac Park, Halle 5, B16), Tokaj Fässer (Cognac Ferrand, Halle 5, B17) oder American Oak Fässer (Cognac Bache-Gabrielsen, Halle 5, K18). Damit greifen sie einen Trend auf, der in anderen Spirituosenkategorien schon lange zu finden ist und der für die Kategorie des Cognacs neue Kundenkreise erschließen soll. Beschränkt sind diese Nachreifungen (noch) durch die gesetzlichen Regelungen, welche die Reifung bzw. die Veredelung von Cognac nur in Eichenfässern erlauben, die zuvor Wein oder weinhaltige Branntwein enthalten haben. Erlaubt sind zudem alle Cognacs, die in Sherry, Portwein oder einem anderen Weinfass gereift wurden. Dazu kommen immer öfters Cognac-Marken mit Abfüllungen auf Fassstärken. Geschmacklich sehr interessant stellen sie eine weitere Erweiterung dieser klassischen Kategorie dar.

Armagnac: von Blanches bis Jahrgang

Armagnac, eine lange vergessene Kategorie, erlebt derzeit eine noch zarte, neue Blütezeit. Nicht die bereits bekannten Millesimes (Jahrgänge) stehen dabei im Vordergrund, sondern die Hinwendung zur Verwendung des Armagnacs in Cocktails und Longdrinks. Interessante Vertreter sind SAS Holding Tariquet Domaine Tariquet in Halle 9, E66 und Armagnac Castarède SAS in Halle 5, M34. Mit Blanche Armagnac gibt es auch die ungereiften Destillate als Basis für Cocktails. Sie verkörpern darin den puren und frischen Geschmack der Traube. Auch die Armagnacs der Kategorien VS, VSOP und XO sind für die Anwendungen in der Mixologie und zum puren Genuss gleichermaßen prädestiniert. Armagnac erweitert damit das Spektrum von der stark emotional geprägten Welt der Jahrgänge hin zur reinen, vielfältigen Genussfreude.

Die Vielfalt Spaniens

Der spanische Brandy de Jerez lebt, wie viele andere Weinbrandkategorien auch, vom puren Genuss. Doch die Hersteller haben mittlerweile erkannt, dass auch das Mixen mit den Edelbränden aus dem Süden Spaniens ein Hochgenuss ist. Immer mehr von ihnen zeigen auf, welche Cocktails und Longdrinks heute die Welt der Brandy aus Andalusien ermöglichen. Parallel dazu präsentieren Aussteller wie z.B. die Gruppe Osborne (Halle 5, D02) mit in speziellen Sherry Soleras (Amontillado oder Pedro Ximénez) gereiften Destillaten weiterhin die Individualität der einzelnen Qualitäten.

Grappa – Tresterbrände und Nachreifungen

Die Tresterbrände, allen voran die Grappe aus Italien, finden den Weg zurück in das Bewusstsein der Konsumenten und Genießer. Auch hier gilt, dass Geschmackserweiterungen in Form von Nachreifungen (Finishes) den Charakter und die Genussmöglichkeiten der klassischen Tresterdestillate erweitern. Marzadro (Halle 15, E57) mit beispielsweise im Portweinfass nachgereiften Grappe zeigen ebenso die Chancen auf, wie die im Sauternes-Fass nachgereiften Grappe von Distilleria Bocchino (Halle 5, B35). Weitere Grappa-Häuser aus der Schweiz und Italien findet man, außer in den Hallen 5 und 7, in den Hallen 15 und 16.

Alkoholfreier Wein liefert Grundprodukt für Weinbrand

Der Prozess der Entalkoholisierung von Wein liefert ein weiteres, interessantes Grundprodukt zur Weinbrandherstellung: das verbleibende Destillat der alkoholfreien Weine. Die unter Vakuum erzeugten Destillate sind ausdrucksstark und sehr aromatisch – ein perfekter Rohstoff zur Weinbrandherstellung. Lagerung im Fass lässt daraus köstlichen Weinbrand entstehen, wie u.a. das neue Produkt von Kammer-Kirsch (Halle 5, M45) eindrucksvoll beweist.

All dies beweist, dass Weinbrand wieder im Trend ist und junge und alte Genießer begeistern kann. Auf der ProWein 2024 mit der Trendshow „Same but different“ (Halle 7) und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5 lassen sich diese Entwicklungen prächtig nachvollziehen. Klassisch-traditionelle und neue, innovative Marken zeigen die aktuelle Vielfalt des Weinbrandes. Von Klassikern wie Cognac und Armagnac aus Frankreich, Brandy de Jerez aus Spanien, Grappa aus Italien oder den neuen Brandys aus Deutschland zeigen viele weitere Exoten, was die traditionelle und zeitgenössische Welt der Weinbrände ausmacht. Eine gewaltige Vielfalt, neu zu entdecken in Halle 5 und 7!

Weitere Spirituosentrends auf der ProWein 2024:

  • Vodka – Die Auferstehung des Vodka – diesmal mit Charakter!
  • Liköre – Es wird wieder Süß(er)
  • Agavenbrände – Die Welt der Agave – von Mezcal und Tequila
  • RTD – Ready to drink

Erklärung des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer zur Ernte 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Adi Schapfl vom Verband Deutscher Hopfenpflanzer. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn am Anfang der Audioaufzeichnung von „Majestäten“ gesprochen wird – es ist auch Tradition, dass die Hopfenköniginnen bei der Pressekonferenz anwesend sind. Hier also das Statement:

Die Hopfenernte 2023 ist in Deutschland schlecht ausgefallen – wieder schlecht. Nach Abschluss der Hopfenzertifizierung am 15. November liegen die offiziellen Abwaagezahlen vor:

In ganz Deutschland produzierten im Jahr 2023 1.041 Betriebe auf einer Fläche von 20.629 Hektar 41.234 Tonnen Hopfen, das sind umgerechnet 824.685 Zentner.

Die Zahlen aus den einzelnen Anbaugebieten in Deutschland stellen sich wie folgt dar:

 

Ernte 2023 in t

Veränderung zu 2022 in %

Ernte 2022 in t

Hallertau

34.949

19,9 %

29.152

Elbe-Saale

3.056

20,8 %

2.529

Spalt

672

63,5 %

411

Tettnang

2.533

10,0 %

2.302

Bitburg

23

91,7 %

12

Bundesgebiet

41.234

19,8 %

34.406

Die großen Steigerungen zum Vorjahr täuschen darüber hinweg, dass auch 2023 wieder ein schlechtes Hopfenjahr war. Diese sichtbaren Steigerungen sind nur dem geschuldet, dass 2022 ein historisch schlechtes Hopfenjahr war mit einer Minderernte von fast 30 % zum Vorjahr. Die Erntemenge 2023 liegt aber immer noch ca. 10% unter einer Durchschnittsernte.

Auch die Gehalte an Alphasäuren als wesentlicher Wertparameter liegen 2023 unter dem Durchschnitt. Vor allem bei der größten Sorte Herkules war die Ausbildung der Alphasäuren in diesem Jahr vergleichsweise gering. Positiv sticht das Anbaugebiet Elbe-Saale heraus, weil hier höhere Alphawerte erreicht wurden als in früheren Jahren.

Die äußere Qualität der Hopfen war dagegen beim deutschen Hopfen 2023 überwiegend gut.

Die Ursachen für die Ertragsprobleme sind schnell ausgemacht: Wieder machte unseren Hopfen das trockene und heiße Wetter im Sommer Probleme. Wieder müssen wir feststellen, dass diese Jahre häufiger auftreten, 2022 und 2023 zum ersten Mal sogar zweimal hintereinander und wieder wird uns vor Augen geführt, dass wir unsere Anstrengungen erhöhen müssen, die deutsche Hopfenproduktion an den Klimawandel anzupassen.

Dabei hatte das Hopfenjahr 2023 eher mit zu viel Wasser begonnen. Im Frühjahr hatten wir häufige und zum Teil ergiebige Regenfälle, so dass unsere Hopfengärten oftmals gar nicht befahrbar waren und wir mit den anstehenden Arbeiten zum Teil in Verzug gerieten. Diesen Verzug konnten wir aber aufholen. Zahlreiche Saisonarbeitskräfte unterstützen uns beim Aufleiten der jungen Triebe und die Hopfen entwickelten sich bis in den Juni hinein vielversprechend.

Dann blieb aber der Regen aus und wie bereits in 2022 litten unsere Hopfen unter der Hitze und Trockenheit. Im Juli sah es noch so aus, als ob wir auf eine weitere historisch schlechte Ernte zusteuern würden. Dann setzten aber Ende Juli in ganz Deutschland Regen ein und das verhinderte zumindest bei vielen Hopfenbeständen „das Schlimmste“. Der Regen kam spät und konnte deshalb nur mehr ein Stück weit das bereits verlorene Ertragspotential unserer Hopfen ausgleichen. Die meisten Hopfen legten noch etwas in ihrer Ertragsbildung zu, unterstützt durch weitere Regenfälle im August.

Der positive Einfluss auf die Bildung der Alphasäuren viel dagegen offensichtlich geringer aus. Vermutlich waren die Niederschläge dafür dann doch größtenteils zu spät.

Im Anbaugebiet Elbe-Saale liegen die Hopfen in ihrer Entwicklung naturgemäß etwa 8 bis 10 Tage hinter den anderen deutschen Anbaugebieten und das war vermutlich der Grund dafür, dass die einsetzenden Regen dort auch noch zu einer guten Alpha-Bildung führten.

Insgesamt ein weiteres unbefriedigendes Jahr für die deutschen Hopfenpflanzer mit einer unterdurchschnittlichen Ernte.

Neben der pflanzenbaulichen Seite macht uns Hopfenpflanzern jetzt auch noch der Hopfenmarkt große Sorgen.

Bereits vor einem Jahr war für unsere US-Kollegen eine massive Überversorgung bei deren Flavoursorten deutlich geworden, die zur Rodung von etwa einem Siebtel der dortigen Hopfenfläche führte.

Aktuell sehen wir auch einen deutlichen Preisverfall für deutsche Freihopfen. Die massiven Ausschläge bei den Hopfenpreisen nach unten machen unsere betriebliche Planung schwierig und könnten viele wichtige Investitionen behindern, insbesondere vor dem Hintergrund stark gestiegene Produktionskosten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preise weiterentwickeln und auf welchem Preisniveau Vorverträge angeboten werden. Auch für die Hopfenfläche in Deutschland könnten Flächenreduzierungen die Konsequenz sein.

Unsere dringendste Aufgabe bleibt aber weiterhin die Anpassung unserer Hopfenproduktion an den rasant fortschreitenden Klimawandel. Die Neuzüchtungen deutscher Hopfensorten zeigen heute schon, dass wir in die richtige Richtung unterwegs sind. Deren Anteil an unserer Produktion ist aber noch zu gering und muss durch eine erhöhte Akzeptanz bei den Brauern rasch erhöht werden.

Einen Großteil unserer Anstrengungen stecken wir derzeit in den Ausbau der Hopfenbewässerung. Die Anbaugebiete Spalt und Hallertau arbeiten intensiv an großflächigen Systemen, die später die Hopfenproduktion stabilisieren sollen. Wir betreten „Neuland“ mit so groß-dimensionierten Bewässerungsanlagen und müssen in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren noch viele fachliche, bürokratische und finanziellen Hürden überwinden. Die massive Unterstützung der Politik wird deshalb entscheidend sein.

Im Gegensatz zu den zahlreichen Pressemeldungen der letzten Wochen in der deutschen, europäischen und internationalen Presse, sind wir aber sehr optimistisch, dass der deutsche Hopfen eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Eine Studie hatte lange Zahlenreihen aus verschiedenen europäischen Hopfenregionen ausgewertet und war zum Ergebnis gekommen, dass sowohl Ertrag als auch der Alphagehalt in Zukunft aufgrund des Klimawandels in europäischen Hopfen abnehmen werden. Die Empfehlung der Autoren lautete die Hopfenfläche zu erhöhen. In den zahlreichen Pressemeldungen war dann auch noch von schlechterem Bier zu lesen oder gar von einer Bierknappheit.

Bei genauerer Betrachtung der Studie kommen massive Bedenken zur Vorgehensweise der Autoren auf und methodische Schwächen lassen an der Gültigkeit der Schlussfolgerungen zweifeln. Zudem wurde dann von geringeren Alphawerten auf den Biergeschmack geschlossen, was – zurückhaltend formuliert – so nicht zutreffend ist.

Wie bereits angesprochen sehen wir uns im Gegensatz zur Studie bereits auf einem guten Weg zur Anpassung unserer Hopfenproduktion mit Neuzüchtungen und Bewässerung. Unsere Hopfenproduktion in Deutschland war vor einhundert Jahren eine komplett andere als vor 50 Jahren und heute verwenden wir wieder andere Techniken und andere Sorten. Und bei all diesen tiefgreifenden Änderungen haben wir stets Hopfen in höchster Qualität, zu wettbewerbsfähigen Preisen so produziert, wie es die Brauwirtschaft gewünscht hat.

Unser Hopfenbau wird auch in 50 Jahren wieder anders ausschauen, aber – und da bin ich mir sehr sicher – weiterhin erfolgreich sein!

Vorstellung des Bremer Stadtbieres

Auf der Messe Fisch und Feines in Bremen gab es wie in jedem Jahr auch ein Craft Beer Event. Zu diesem Ereignis haben die Brauer aus Bremen ein Stadtbier gebraut, ein helles Bockbier. Oder nein – es war nicht ein Bier, sondern es waren mehrere Biere, die die Brauereien jeweils aus den gleichen Zutaten gebraut haben. Drei Brauereien und eine Berufsschule für Brauer haben mit ihren Bieren zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Aus der Berufsschule kamen sogar drei Biere aus unterschiedlichen Klassen. Insgesamt gab es also sechst Biere, die speziell für das Craft Beer Event gebraut wurden. Auf einer Presseveranstaltung im Vorfeld der Messe hat Markus Zeller von der Union Brauerei sein Bier vorgestellt. Die Vorstellung finden Sie in der Sounddatei, die Sie hier abspielen können. Entschuldigen Sie bitte die teilweise starken Hintergrundgeräusche, die aber leider im Rahmen dieser Veranstaltung nicht zu vermeiden waren.

 

Maisel’s Weisse Alkoholfrei holt zum vierten Mal Gold beim European Beer Star

Manchmal sind aller guten Dinge nicht drei, sondern vier: Maisel’s Weisse Alkoholfrei konnte die renommierte Fachjury zum wiederholten Mal überzeugen und beim European Beer Star Gold gewinnen. Der Award gilt als einer der härtesten der Welt, weshalb die Brauerei Gebr. Maisel der Auszeichnung eine besonders hohe Bedeutung beimisst.

Die begehrte Goldmedaille zu gewinnen, ist das erklärte Ziel bei einer Teilnahme am European Beer Star, denn diese wird für jeden Bierstil nur ein einziges Mal vergeben. Gelingt es, diesen Erfolg mit demselben Bier mehrmals zu wiederholen, macht das umso stolzer – und würdigt die Arbeit, die seit vielen Jahren investiert wurde. Ein wohlschmeckendes, alkoholfreies Weißbier zu brauen, ist eine große Kunst, schließlich ist Alkohol ein wesentlicher Geschmacksträger im Bier. Gängig sind drei Verfahren, um dem Bier den Alkohol zu entziehen: Entalkoholisierung, gestoppte Gärung oder Verwendung einer speziellen Hefe. Alle drei bieten Vor-, aber auch Nachteile. Bei der Brauerei Gebr. Maisel wollte man sich mit den Nachteilen nicht abfinden und hat ein eigenes Verfahren entwickelt, das die Vorteile der ersten beiden miteinander kombiniert. Zunächst wird unter Verwendung der brauereieigenen „Maisel’s Weisse Hefe“ Maisel’s Weisse Original gebraut und der Alkohol im Anschluss schonend entzogen. Parallel wird ein zweiter Sud angesetzt, bei dem die Gärung der zugegebenen Hefe vorzeitig gestoppt wird, um zu verhindern, dass der Malzzucker zu Alkohol vergoren werden kann. Im Anschluss nutzen die Braumeister eine Vorgehensweise, die vielen aus der Weinherstellung bekannt ist: Die beiden Sude werden miteinander verschnitten, um die Verfahren bestmöglich miteinander zu verbinden. Dieser eigens entwickelte Prozess erhält das volle Aroma der Maisel’s Weisse Original für den alkoholfreien Biergenuss.

Eingeführt wurde die Maisel’s Weisse Alkoholfrei im Jahr 2000. Seitdem wird kontinuierlich an der Optimierung des Verfahrens gearbeitet, um die Qualität dauerhaft auf hohem Niveau zu halten. Dass das gelingt, beweist die Bekanntgabe der Gewinner des European Beer Stars seit 2019. Seitdem gab es für Maisel’s Weisse Alkoholfrei in jedem Jahr eine Medaille, davon viermal Gold und einmal Silber.

„Die Teilnahme an Bierwettbewerben verstehen wir als Qualitätskontrolle, die uns Auskunft darüber gibt, was wir richtig machen – und wo wir optimieren können. Dass hochrangige Bierexperten fünf Jahre in Folge unserer Maisel’s Weisse Alkoholfrei solch hohe Auszeichnungen zukommen lassen, ehrt uns sehr“, freut sich Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb.

Dass es Auszeichnungen nicht nur für Innovationen gibt, sondern dass auch Traditionen ihren Wert haben, bewies die Brauerei Maisel beim European Beer Star Gold ebenfalls: Maisel’s Weisse Kristall erhielt ebenfalls die Goldmedaille. Die Bayreuther sind eine der wenigen Brauereien, die diesen Bierstil brauen, da die Filtration als besonders aufwendig gilt. Bereits seit 1955 befindet sich das kristallklare Weißbier im Portfolio der Brauerei Gebr. Maisel, damals eingeführt mit dem Namen „Champagner-Weizenbier“. Ebenfalls Gold gab es für Maisel & Friends Hell aus dem Sortiment der modernen Bierspezialitäten.

Weltweit bestes alkoholfreies Lager kommt aus der Brauerei Schloss Eggenberg, Vorchdorf, Österreich

Das Freibier alkoholfrei gewinnt Gold beim European Beer Star 2023. Bei der stimmungsvollen und emotionsgeladenen Zeremonie während der Fachmesse BrauBeviale in Nürberg, konnte Braumeister Thomas Lugmayr den Award für Eggenberg in Empfang nehmen. Zurück in der Heimat wurde dann ausgiebig mit den Mitarbeitern der Brauerei gefeiert, denn „dieser Preis gilt vor allem auch denjenigen, die tagtäglich beim Bierbrauen ihr Bestes geben, damit ein möglichst gutes Endprodukt entsteht“, so Lugmayr.

Übrigens, bereits seit den 1970er Jahren wird in der Brauerei Schloss Eggenberg schon alkoholfreies Bier gebraut. Damals war es das Erste Österreichs und bis heute ist der grundlegende technologische Ansatz, mittels einer speziellen Hefe zu vergären, gleichgeblieben. Die besondere Hefestamm befindet sich im Eigentum der Brauerei und ist mitunter der Schlüssel für den ausgezeichneten Geschmack des Eggenberg Freibiers. Im Laufe der Jahrzehnte wurden sowohl Rezeptur als auch Brauprozess immer weiterentwickelt und perfektioniert, sodass man in Eggenberg inzwischen auch ein umfangreiches „alkoholfreies“ Knowhow angesammelt hat.

„Es ist schön zu sehen, dass alkoholfreies Bier inzwischen die etwas angestaubte Nische des Autofahrer-Bieres verlassen hat und es eine ernstzunehmende Alternative zu anderen alkoholfreien Erfrischungsgetränken geworden ist“, so Hubert Stöhr, der Geschäftsführer der Brauerei.

In Österreich liegt der Anteil von alkoholfreiem Bier am Gesamtabsatz bei rund 3%, in Eggenberg aktuell bei 6% mit weiterhin steigender Tendenz. Alkoholfreies Bier hat je nach Brauart zwischen 0,0% und 0,5% Alkohol und somit auch weniger Kalorien als typisches Lagerbier.

Der European Beer Star

Bereits seit 20 Jahren ist der European Beer Star jedes Jahr aufs Neue auf der Suche nach den besten Bieren der Welt. Eine 150-köpfige internationale Expertenjury, bestehend aus Braumeistern, Fachjournalisten, Biersommeliers und weiteren Bierexperten hat die eingereichten Biere verkostet und deren Qualität beurteilt. „Die Juroren beim European Beer Star bewerten die eingereichten Biere rein nach sensorischen Kriterien. Das heißt sie beurteilen ausschließlich Merkmale, die sie mit ihren Sinnen wahrnehmen. Die Gewinner-Biere überzeugen die Expertenjury in Sachen Optik, Geruch und Geschmack.

Insgesamt wetteiferten 2356 Biere beim European Beer Star 2023 um die begehrten Awards. In 74 verschiedenen Bierstil-Kategorien – darunter Klassiker, die jeder kennt, wie „German-Style Pils“ oder „South-German Style Hefeweizen hell“, aber auch exotische Stile, die eher für Bierliebhaber ein Begriff sind, wie „Hazy India Pale Ale“ oder „Wood and Barrel Aged Sour Beer“ – wurden die eingereichten Biere in einem anonymisierten Verfahren verkostet. Pro Kategorie werden nur die drei besten Biere am Ende mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.

Bereits eit 1681 wird in Eggenberg Bier gebraut. Die Familie Stöhr führt die Privatbrauerei in achter Generation. Damit das auch so bleibt, ist man seit jeher offen für neue, frische Ideen. Zur Frische gehört auch das Salzkammergut, seine Seen und Berge. Den Leuten in dieser Gegend wird nachgesagt, sie seien besonders eigenständig, ja sogar widerständig. Eigenschaften, die man in Eggenberg teilt, denn man tun alles dafür, unabhängig zu bleiben. Damit will man die Eigenheiten der Brauerei und ihre Bedeutung für die Region schützen.

120 MitarbeiterInnen sind in der Brauerei beschäftigt und 15 verschiedene Biersorten werden gebraut. Der einzigartige Brauereistandort ist weit geöffnet für Besucher, die für Brauereiführungen, Hochzeiten und Events, zum Nächtigen oder zum Einkauf ins Bierdepot kommen.

Die Privatbrauerei Hirt räumt beim European Beer Star Gold und Silber ab

Die Privatbrauerei Hirt aus Kärnten hat erneut bei einem der prestigeträchtigsten Bierwettbewerbe, dem European Beer Star, großartige Erfolge erzielt. Dieses Jahr wurden die Biere Hirter 1270 mit Gold und Hirter Privat Pils mit Silber ausgezeichnet. Diese Medaillen sind nicht nur eine Anerkennung für die hohe Qualität und den exquisiten Geschmack der Biere, sondern auch ein Beweis für das Engagement der Brauerei für Slow Brewing und die Verwendung regionaler Rohstoffe.

„Wir glauben fest daran, dass echtes Bier Zeit, Leidenschaft und hochwertige Zutaten erfordert. Unser Hirter 1270 und Hirter Privat Pils sind das Ergebnis dieser Überzeugung. Wir verwenden nur das beste Bergquellwasser und sorgfältig ausgewählte Gerste aus der Region, um sicherzustellen, dass unser Bier authentisch und vollmundig ist“, so Braumeister Raimund Linzer.

Eine 150-köpfige internationale Expertenjury, bestehend aus Braumeistern, Fachjournalisten, Biersommeliers und weiteren Bierexperten, bewertete die Qualität und den Geschmack von insgesamt 2.356 Bieren in 74 verschiedenen europäischen Bierstil-Kategorien. In jeder Kategorie wurden nur die drei besten Biere mit Gold, Silber und Bronze prämiert. Die Privatbrauerei Hirt freut sich in diesem Jahr bereits über die dreizehnte und vierzehnte EBS-Medaille seit 2010.

Niki Riegler, Eigentümer und Geschäftsführer der Privatbrauerei Hirt, betont die Bedeutung der European Beer Star-Auszeichnung: „Die European Beer Star-Medaillen sind für uns wie olympische Auszeichnungen und verdeutlichen unser Engagement für echtes Bier und unsere über 750-jährige Braukompetenz. Diese Auszeichnungen sind nicht nur eine Anerkennung unserer Biervielfalt, Qualität und Authentizität, sondern auch eine klare Botschaft an alle, die höchsten Genuss und Qualität schätzen.“

Die erneute Auszeichnung der Privatbrauerei Hirt beim European Beer Star 2023, bestätigt ihre Position als eine Brauerei von Weltklasse. Dieser Erfolg spiegelt sich besonders in der hervorragenden Leistung des Braumeisters und seines Teams wider, die mit ihrer langjährigen Erfahrung die Grundlage für den Erfolg der Traditionsbrauerei legen. Mit einer klaren Verpflichtung zu Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit, setzt sie damit neue Maßstäbe für eine verantwortungsvolle Brauwirtschaft.

Frankfurt kann Whisky

Das Bild zeigt vier der Preisträger.Zum 9. Mal wurden die Germany’s Best Whisky Awards des Magazins „Der Whisky-Botschafter“ im Rahmen der 24. InterWhisky in Frankfurt vergeben. Die großen Gewinner dieses Jahres kommen aus Irland, Schottland und Deutschland.

Die Spannung und die Erwartung waren groß: Zum ersten Mal nach drei Jahren Pause wurden die GERMANY’S BEST WHISKY AWARDS 2024 des Fachmagazins „Der Whisky-Botschafter“ erstmals wieder in ihrer gewohnten Form vergeben. Der große Saal im Gesellschaftshaus Palmengarten fungierte als feierliches Ambiente für die wichtigsten Awards in der deutschsprachigen Whisky-Szene. Anwesend waren rund 80 hochkarätige Gäste aus der nationalen und internationalen Whisky-Szene.

Neu war in diesem Jahr, das die Leserinnen und Leser bei den Awards mitabstimmen konnten. Und der Erfolg der Abstimmung war überwältigend „Wir freuen uns ungemein, dass über 19.000 Menschen unserem Aufruf zur Abstimmung von GERMANYS BEST WHISKY AWARDS 2024 gefolgt sind und so zur Entscheidungsfindung in insgesamt sechs Kategorien beigetragen haben“ betont Christian H. Rosenberg, Herausgeber „Der Whisky-Botschafter“.

Bereits im Vorfeld heiß diskutiert wurde die neue Kategorie Brand Ambassador of the Year. Denn jeder in der Szene hat seinen Liebling. Und tatsächlich war hierbei das Abstimmungsergebnis besonders eng. Am Ende setzte sich Mark Armin Giessler von Laphroaig knapp vor Sandra Winters von Michter’s durch. „Ich hätte es allen drei gegönnt, Mark macht seit Jahren erstklassige Arbeit für Laphroaig von der Whiskyinsel Islay und Sandra ist nicht weniger gelungen, als Michter’s zu einem der beliebtesten Bourbon Whiskyes in Deutschland zu machen – und das in einer sehr umkämpften Kategorie“, betont Bernhard Schäfer, Chefredakteur des Magazins „Der Whisky-Botschafter“.

Deutschland räumt ab: Frankfurt, Villingen-Schwenningen und Köln

Und drei weitere Awards bleiben in Deutschland. St. Kilian aus Rüdenau bei Frankfurt wird zu Germanys Best Whisky Destillerie National gekürt. Die Fürstenberg Irish Pubs von Werner Hergert und Michael Steiger in Villingen-Schwenningen zur besten Whiskybar und das Brühler Whiskyhaus von Marco Bonn in Brühl bei Köln zum Whisky Shop des Jahres. Sie alle sind die stolzen Gewinner von Germanys Best Whisky Awards 2024 und dürfen sich nun auf die goldene Plakette freuen, die nun an ihren Schaufenstern prangt. Doch auch die anderen Nominierten gehen als Gewinner vom Platz.

Die Gewinner der Germany’s Best Whisky Awards 2024 im Überblick:

Best Whisky Distillery National

  1. Kilian Distillers
  2. Slyrs Bavarian Whisky Distillery
  3. Finch Whisky Destillerie

Best Whisky Distillery International

  1. Bushmills (Import Deutschland durch Reidemeister & Ulrichs)
  2. Glen Scotia (Import Deutschland durch Hanseatische Weinhandelsgesellschaft)
  3. The M&H Distillery (Import Deutschland durch Kammer-Kirsch GmbH)

Best Whisky of the Year 2024

  1. The Balvenie A Revelation of Cask & Character 19yo (Import Deutschland durch William Grant & Sons)
  2. Tamdhu American Oak Oloroso and European Oak Oloroso 18yo (Import Deutschland durch Borco-Marken Import)
  3. Woodford Reserve Very Fine Rare Bourbon (Import Deutschland durch Brown-Forman Deutschland

Best Brand Ambassador of the Year 2024

  1. Mark Armin Giesler, Brand Ambassador Laphroaig bei Beam Suntory Deutschland
  2. Sandra Winters, Brand Ambassor Michter´s bei Mack & Schühle
  3. Bastian Drews, ehemals Brand Ambassador The Dalmore, Fettercairn, Jura bei Whyte & Mackay

Best Whisky Bar 2024

  1. Fürstenberg Irish Pubs, Villingen-Schwenningen und Tuttlingen von Werner Hergert & Michael Steiger
  2. Embury Bar, Frankfurt am Main von Dominik Falger
  3. Whisky Oase Sonnenhof, Wustrow von Hans-Joachim Belza

Best Whisky Shop 2024

  1. Brühler Whiskyhaus, Brühl von Marco Bonn
  2. Scotia Spirit Scotch Whisky Shop & Bar, Köln von Peter Klas
  3. Weinquelle Lühmann, Hamburg von Uwe und Jens Lühmann