Archiv der Kategorie: Craft Beer

orca – Kellerbier

Das Keller Bier von Orca Brau wurde aus Zutaten aus biologischem Anbau mit dem regionalen Aromahopfen Ariana Hopfen gebraut. Dieser ist bekannt für seine leicht holzigen Aromen und die zarten Vanillenoten. Außerdem kommt das Bier aus Nürnberg und damit aus Franken, was ihm bei mir einen gewissen Vertrauensvorschuss verschafft. Beginne ich also mit der Verkostung.

Orangefarben und gering hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier jedenfalls einen guten Eindruck.

Das Bier duftet nach Mandarine, Orange und intensiv nach Ananas. Auch rote Johannisbeeren meine ich zu riecht, dazu Vanille sowie einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus; außerdem ist das Bier angenehm karbonisiert. Wie ich es erwartet habe, ist das Bier auf der Zunge sehr fruchtig, denn die Aromen spiegeln sich auf der Zunge. Bitter kann ich nur wenig schmecken, aber das Mundgefühl ist weich, was zusammen mit den Fruchtaromen zu einer ungeheuren Süffigkeit führt. Auch im Abgang das Bitter eher verhalten, aber es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Orca Brau GmbH
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Lamspringer Klosterbräu – Hell

Etwa 60 Kilometer südlich von Hannover liegt Lamspringe. Wenn Sie einmal durch diese Gegend kommen, sollten Sie unbedingt eine Pause einplanen, denn das Örtchen ist wirklich sehenswert. Vermutlich ist es sinnvoll wenn Sie zuerst die historische Klostermühle ansteuern. Die liegt am Backhausteich, versorgte einst das Kloster mit Mehl und wurde später zur Unterkunft für kreative Stipendiaten verwandelt. Heute sitzt dort auch das Tourismusbüro und kann Sie mit vielerlei Infos versorgen. Etwa zum prächtigen Abteigebäude des Klosters von 1731, in dem heute die Erdteilhalle und der historische Abtsaal bei Führungen zu besichtigen sind und häufig kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Oder Sie erkunden die noch ältere Klosterkirche, deren herrliche Orgel eine der schönsten der Diözese Hildesheim ist. Später flanieren Sie vielleicht an der Lammequelle und den glitzernden Teichen im Klosterpark vorbei und bewundern die Skulpturen, die hier während eines Bildhauersymposiums entstanden. Ihr Nachwuchs vergnügt sich derweil auf dem Spiel- oder Minigolfplatz. Und wenn in Lamspringe gerade eine Veranstaltung stattfindet, haben Sie vermutlich auch die Möglichkeit, das Lamspringer Klosterbräu zu erwerben. Eine Flasche steht jetzt vor mir und wartet auf ihre Verköstigung.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse Schaumkrone, die zwar eher grobporig ist, aber trotzdem lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Im Antrunk fällt die kräftige Kohlensäure auf, die gemeinsam mit einer zurückhaltenden Süße daherkommt. Auf der Zunge gesellt sich noch eine leichte Säure dazu. Bitterstoffe sind stiltypisch nur wenige vorhanden. Das Mundgefühl ist eher schlank. Dies trifft auch auf den Abgang zu, bei dem eine leichte fruchtige Säure im Vordergrund steht, die aber nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Heinder Naturtrüb GbR
Wulfeskuhle 3
31162 Heinde
www.heinder-naturtrueb.de

Bocq – Tête de Mort – Triple Red

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Brasserie Bocq im wallonischen Purnode vor mir. Diesmal ist es das Tête de Mort Red, eine Mischung aus roten Früchten und dem original Tête de Mort Triple. Das Bier verspricht eine Reise zwischen Erfrischung und Bitterkeit, also ein Bier, das den Tod wieder zum Leben erweckt. Ob es diese Ansage auch erfüllen kann?

Rubinrot und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es reichlich feinporigen Schaum, der anfangs flott in sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Damit macht das Bier optisch eine gute Figur.

Das Bier duftet nach roten Früchten, anfangs besonders nach Kirschen und Marzipan. Dieser Duft verfliegt aber recht schnell und macht Aromen nach Steinfrüchten und schwarzen Johannisbeeren Platz. Das Malz ist lediglich im Hintergrund festzustellen.

Der Antrunk ist süß und zeichnet sich durch eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge erinnert die Süße mich an Kandiszucker. Die Fruchtaromen, die mir in der Nase noch gefallen haben, wirken jetzt künstlich. Das könnte daran liegen, dass ich keinerlei Säure schmecke und auch nur ein minimales Bitter. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Auch in der Kehle ist das Bitter nur minimal festzustellen und der Geschmack klingt auch nur kurz nach.

So sehr ich ansonsten die Biere der Brasserie Bocq mag – das Tête de Mort Triple Red enttäuscht mich auf der ganzen Linie. Es bringt wirklich nichts, zu versuchen, ein Bier zu brauen und es anschließend mit Holundersaftkonzentrat, Süßungsmitteln und Aromen zu mischen. Genauere Angaben zu den Inhaltsstoffen verrät die Brauerei nicht.

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie, 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Hohmanns – Braggot

Wenn ich ehrlich bin, wusste ich zunächst nicht, was ein Braggot ist. Ich habe daher etwas recherchiert und war über meine Funde doch etwas erstaunt. Kurz gesagt: Braggot ist das, was passiert, wenn Honig auf Bier trifft. Einige Quellen sagen, Braggot sei ein Bier, das mit einem anderen der ältesten bekannten Gärgetränke gemischt wird, mit Met. Andere wiederum sagen, dass Braggot ein Met ist, der mit Getreide und Hopfen vergoren wird. Die Geschichte des Braggot ist, wie fast die gesamte Biergeschichte, umstritten und von Mysterien umgeben. Historische Hinweise deuten darauf hin, dass Braggot ein keltisches Getränk ist, das mindestens auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Braggot war im gesamten Europa des Mittelalters ein gängiges und unverwechselbares Getränk.

Kupferfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen. Ein Rest bleibt aber lange erhalten. Optisch ist das Bier also in Ordnung.

Düfte nach Waldhonig und Karamell steigen mir in die Nase, abgerundet durch die würzigen Noten des Malzes. Das Bier duftet zwar ungewöhnlich, aber wirklich verführerisch.

Der Antrunk ist recht süß und verwöhnt meinen Gaumen durch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich noch die würzigen und bitteren Geschmäcker zur Süße. Fruchtigkeit kann ich nicht feststellen; trotzdem ist das Mundgefühl voll und weich. Die 5,9 Volumenprozent Alkohol haben eine wärmende Wirkung. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches leichtes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Honig, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Hohmanns Brauerei Fulda
Michelsrombacher Str. 51
36039 Fulda
www.hohmanns-brauhaus.de

BrewDog – Pale Ale

Die Brauerei BrewDog aus Berlin rühmt sich, die erste Brauerei zu sein, die während der Produktion mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre sammelt als sie in die Umgebung entlässt. Ob es sich dabei um eine belastbare Information handelt oder um Greenwashing kann ich jetzt nicht sagen. Für eine Antwort auf diese Frage wäre eine recht umfangreiche Recherche erforderlich, die den Rahmen einer Besprechung eines Bieres sprengen würde. Auch müsste geklärt werden, ob diese Aussage nur die Brauerei selbst betrifft oder ob wirklich die gesamte Lieferkette CO2-negativ ist. In diesem Fall vermute ich, dass die Aussage die Lieferkette nicht umfasst, einfach weil BrewDog sehr viel Bier in Dosen ausliefert, deren Herstellung ein Vielfaches an Umweltbelastung bedeutet im Vergleich zu einer Mehrwegflasche. Positiv ist aber selbstverständlich, dass BrewDog ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzt. Aber wie bereits erwähnt, die CO2-Belastung durch den Konsum vom Bier soll Thema eines separaten Artikels sein.

Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal eine gute Figur.

Düfte nach Zitrusfrüchten, frisch geschlagenem Nadelholz und Vanille steigen mir in die Nase. Dazu kommt eine kräftige Herbheit der Hopfennote.

Der Antrunk ist süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist gut dazu dosiert. Auf der Zunge zeigen die Aromen überraschend zurückhaltend, dafür gesellt sich ein unerwartet kräftiges Bitter dazu. Auch wenn es die fruchtigen und holzigen Aromen nicht überdeckt. Das Spiel der Geschmäcker führt zu einem vollen und recht schweren Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, aber es dominiert auch in der Kehle und klingt lange nach.

Das Pale Ale von BrewDog ist nicht so leicht wie ich es von einem Pale Ale erwarte, aber es ist angenehm zu trinken und zeigt Charakter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

BrewDog GmbH
Im Marienpark 23
12107 Berlin
www.brewdog.com

Flügge – Olov

Die frankfurter Brauerei Flügge wurde im Jahr 2017 von Dominik Pietsch und Joachim Amrhein gegründet. Schnell wurden sie mit Bieren bekannt, die mit wilden Hefen, alten Bauernhefen oder auch mit ungewöhnlichen Malzen gebraut werden. Nicht alle Biere aus dieser Brauerei, die ich bislang verkostet habe, haben meinen Geschmack getroffen, aber jedes dieser Biere war etwas besonderes.

Jetzt steht Olof vor mir, ein Farmhouse Ale. Das Besondere an diesem Bier ist das Chevalliermalz, das aus dem Frankfurter Raum stammt. Dieses Malz war im England des 19. und 20. Jahrhunderts weit verbreitet und prägte das Aroma unzähliger Ales. Heute erlebt Chevallier in Olov eine Renaissance, auch wird es aufgrund seines robusten, aromaintensiven Geschmacks von Craftbrauern auf der ganzen Welt gerne verwendet.

Hell orangefarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Trauben, hellem Malz, Orange und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus. Die Fruchtigkeit steht im Mittelpunkt und sorgt für ein weiches und samtiges Mundgefühl. Abgerundet wird der Geschmack durch würzige Noten, die an Nelken erinnern. Im Abgang wird das Bier trockener und ein überraschend kräftiges Bitter mit einem sehr langen Nachklang verwöhnt meine Kehle.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brauerei Flügge GmbH
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt
www.brauerei-fluegge.de

Elfique – Triple brune

Wenn ich das nächste Mal in die Wallonie komme, muss ich unbedingt daran denken, die Brasserie Elfique zu besuchen. Nicht nur, dass die Biere vielfach ausgezeichnet wurden, sondern auch die Brauereigaststätte macht auf der Website des Unternehmens einen guten Eindruck und die Brauerei bietet unterschiedlichste Freizeitaktivitäten an, so dass ich den Eindruck gewonnen habe, dass ich es dort sicherlich einen Tag aushalten könnte.

Das Triple brune, das jetzt vor mir steht, wurde im Jahr 2016 dreimal ausgezeichnet:

  • Goldmedaille 2016 auf dem Concours International de Lyon.
  • Bronzemedaille 2016 bei der Barcelona Beer Challenge.
  • Im Mai 2016 wurde es zum besten wallonischen dunklen Bier gewählt.

Dann will ich jetzt mal die Flasche öffnen und mit der Verkostung beginnen.

In einem dunklen Rotbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große sahnige Schaumkrone fällt recht schnell in sich zusammen. Lediglich ein Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Schokolade, Lakritz, Äpfeln und Vanille. Ich empfinde den Duft als sehr angenehm.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, dabei aber auch kräftig. Auf der Zunge dominieren die Röstaromen. Mich wundert, dass kaum Bitterstoffe zu schmecken sind. Auch Säure kann ich keine feststellen. Dadurch ist das Mundgefühl angenehm weich, insbesondere, da der Alkohol sehr gut eingearbeitet ist und nicht durchschmeckt. Im Abgang wird das Bittere kräftiger und mischt sich mit der Süße. Erstmals steht das Bittere im Mittelpunkt, auch wenn es nicht sehr kräftig ist. Dafür klingt es aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gerstenflocken, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brasserie Elfique s.a.
Raborive, 2
4920 Aywaille
Belgien
www.elfique.be

BraufactuM – German Pale Ale

Das Pale Ale, das jetzt vor mir steht, wurde nicht nur von deutschen Brauern in Frankfurt gebraut, sondern es wurde auch ausschließlich mit heimischen Hopfensorten hergestellt. Damit wollte die Brauerei beweisen, dass die deutschen Hopfen durchaus mit den amerikanischen Aromahopfen mithalten können. Dass dieser Beweis gelungen ist, zeigen auch die Auszeichnungen, die dieses Bier erhalten hat:

  • Gold bei Frankfurt International Trophy 2020 in der Kategorie „Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2020 in der Kategorie „American-Style Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2019 in der Kategorie „American-Style Pale Ale“
  • Silber bei International Beer Challenge 2019 in der Kategorie „New World-Style Pale Ale and Bitter“
  • Silber bei World Beer Award 2019 in der Kategorie „American – Style Pale Ale“

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es jedenfalls nichts auszusetzen.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche Düfte nach Grapefruit, Mandarine und Ananas, abgerundet durch die süßen Aromen nach Vanille und einer harzigen Würze.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine fruchtige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sich die Aromen widerspiegeln. Dazu kommt ein passend dosiertes freundliches Bitter. Alle Aromen zusammen sorgen für ein volles und weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener, auch das Bitter lässt nach. Trotzdem klingt der Geschmack sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Comet, Callista, Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
Darmstädter Landstraße 185
60598 Frankfurt am Main
www.braufactum.de

BOCQ – Deugniet

Dass das Deugniet, das jetzt vor mir steht, ein besonderes Bier ist, beweist schon das Etikett. Das Bier kommt aus der Brasserie de Bocq. Die Bocq ist ein wallonischer Nebenfluss der Maas und so liegt auch die Brauerei in der Wallonie. Trotzdem hat das Bier einen niederländischen Namen und auch die beschreibenden Stichwörter auf dem Etikett zuerst in niederländischer und erst an zweiter Stelle in französischer Sprache angegeben.

Deugniet ist im Übrigen das niederländische Wort für Strolch, wobei dieses Wort eher liebevoll gemeint ist, in etwa wie „Schlingel“ oder in „die kleinen Strolche“. Auf dem rückwärtigen Etikett sind auch der Name und die Zeichnung erklärt: „Auf dem Etikett ist ein Kerl mit nacktem Hintern zu sehen, ein Verwandter von ‚Manneke Pis‘, man kann deutlich sehen, dass er ein ‚Schlingel‘ ist.“ So, dann will ich mal die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die anfangs flott ins sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Brotkrume, dazu fruchtige Noten nach Mango, Birne und Zitrusfrüchten sowie nach weißem Pfeffer.

Der Antrunk ist ist recht süß und überzeugt mit seiner feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge wird das Bier überraschend fruchtig. Die Aromen spiegeln sich hier wider. Das Mundgefühl ist angenehm weich, dabei spritzig und voll. Bitterstoffe kann ich jetzt nur wenige schmecken. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und schmecken nicht hervor. Erst in der Kehle wird das Bitter kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

9 EBC

Brasserie de Bocq

Rue de la Brasserie 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

BOCQ – Saison 1858

Nach Angaben der Brauerei ist das Saison 1858 das einzige Saisonbier, das in der Region Namur hergestellt wird. Es ist ein helles Witbier, das 6,4 Volumenprozent Alkohol enthält. Die Brauerei ist für ihre angenehmen Biere bekannt, die alle ihren eigenen Charakter haben. Somit kann ich mich auf diese Verkostung freuen.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig-frisch. Ich rieche Zitrone, Banane und den typischen Duft belgischer Hefe. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

So ist auch der Antrunk fruchtig mit dem Geschmack nach Zitrone. Dazu kommen eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu, so dass das Bier angenehm ausgewogen ist. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter wird kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Gewürze (Koriander, Orangenschale, Lakritz), Hopfen

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brasserie Du Bocq
Rue de la Brasserie 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be