Archiv der Kategorie: Craft Beer

Brau Union Bremen – Bremer Stadtmusikanten Bier

Das Etikett zeigt in schwarz die Bremer Stadtmusikanten auf goldenem Grund.Von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. November, findet in den Hallen der Messe Bremen die Genussmesse Fisch&Feines mit dem Craft Beer Event statt. Für Bierfreunde und -freundinnen haben sich die Veranstaltenden eine besondere Leckerei einfallen lassen: das Bremer Stadtmusikanten Bock. Ein Bockbier, welches extra für das Craft Beer Event gebraut und dort erstmalig ausgeschenkt wird.

„Vor einigen Jahren gab es schon einmal eine Gemeinschaftsproduktion Bremer Brauereien für das Craft Beer Event. Das kam gut an. Nun legen wir die Idee neu auf“, sagt Boris von Schaewen, Lehrer am Schulzentrum Rübekamp in Bremen. Er und seine Brauer-Klasse produzieren eine Charge des Bremer Stadtmusikanten Biers. Die Bremer Braumanufaktur, die Freie Brau Union Bremen sowie die Gasthausbrauerei Schüttinger stellen weitere her.

Alle Beteiligten haben sich im Vorfeld auf die Zutaten geeinigt. Aromahopfen, Hallertauer Tradition und Mittelfrüh. Wiener Malz, Münchener Malz sowie Karamell-Malze. Und untergärige Hefe. „Das ist der Rahmen, den wir uns gesteckt haben“, so von Schaewen. Rubinrot bis Kastanienbraun wird das Bier vermutlich werden. Der Geschmack wird wegen der einmaligen Handwerkskünste der Beteiligten allerdings variieren. Wie sehr die Nuancen abweichen werden, bleibt die Überraschung. Ich habe bereits vorab eine Flasche des Biers von der Freuen Brau Union bekommen und will sie jetzt verkosten.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste Schaumkrone, weiß mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht der dunkle Bock eine richtig gute Figur.

Karamell und Brotkruste sind die hervorstechenden Aromen, abgerundet durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere dazu, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Insgesamt ein sehr süffiges Bier. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Das Bremer Stadtmusikanten Bier der Freien Brau Union Bremen ist ein typisches dunkles Bockbier, traditionell und ohne Schnörkel. Es passt sowohl zu kräftigen Fleischgerichten als auch zu vielen süßen Desserts mit Marzipan oder zusammen mit getrocknetem Obst. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch zum Kochen geeignet ist. Das konnte ich aber nicht testen, da mir nur eine Flasche zur Verfügung stand.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Münchener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Tradition, Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Ayinger – Altbairisch Dunkel

Das Etikett der Flasche zeigt zwei Häuser sowie den Kirchturm der bayrischen Gemeinde Aying.Das Altbairisch Dunkel, das jetzt vor mir steht, muss ich eigentlich überhaupt nicht verkosten, denn es hat so viele Auszeichnungen errungen, dass es einfach gut sein muss. Hier die Auszeichnungen im Einzelnen:

  • World Beer Awards 2019: Dark Silber
  • Meiningers International Craft Beer Award 2018: Gold
  • World Beer Awards Country Winners 2016: Lager Dark Silber
  • Canadian international Beer Awards 2016: Amber/Dark/Lager/Bock Gold Best of Germany Silber
  • Meininger International Craft Beer Award 2016: Silber
  • US Open Beer Championship 2016: Bronze Munchner Dunkel/Dark
  • European Beer Star 2014: Bronze
  • World Beer Cup 2014: Bronze

Dabei ist die Brauerei Ayinger aus dem Raum München keine hippe Craft Beer-Schmiede, sondern einfach eine bayrische Traditionsbrauerei, die von Peter und Johann Liebhard bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurde und die auch streng nach dem „Reinheitsgebot“ braut. Damit beweisen die Brauer, dass das Reinheitsgebot kein Einheitsgebot ist und sich auch in diesem Rahmen wirklich gute und abwechslungsreiche Biere herstellen lassen.

Was macht nun das Bier so besonders? Das Altbairisch Dunkel aus der Privatbrauerei Ayinger ist eine untergärige Bierspezialität, die mit fünf verschiedenen Malzen eingebraut wird. Zwei dieser Malze sind dunkle Malzsorten, die nach traditionsreicher, altbayerischer Art gedarrt werden. Dieses Verfahren verleiht dem Malz seinen charakteristischen Geschmack und macht das Bier zur besonderen Spezialität. Zudem wird das Bier im Zweimaischverfahren eingebraut. Bei dieser in Bayern traditionellen Technik wird die Maische in zwei Phasen gekocht. Ergebnis dieser aufwändigen Vorgehensweise ist ein dunkles Exportbier mit 5,0% Alkoholgehalt und einer ganzen Palette malzbetonter Geschmacksnuancen. Ob sich dieser Aufwand lohnt, will ich jetzt bei meiner Verkostung feststellen.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Röststoffe prägen das Aroma dieses Bieres. Ich rieche frisches Brot, dunkle Schokolade, Kandis und Waldhonig. Aus dem Hintergrund kommt zusätzlich ein Hauch Hopfen, der mich an reife Birnen erinnert.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominieren wie erwartet die Röstaromen mit dem Geschmack nach Schokolade, gerösteten Haselnüssen und Kaffee. Aus dem Hintergrund kommt noch eine leichte Fruchtigkeit des Hopfens, die an getrocknete Früchte erinnert. Für die fünf Volumenprozent Alkohol ist der Geschmack erstaunlich kräftig. Auch wenn der Geschmack nicht ganz rund ist, kann dieses Bier wirklich begeistern, wenn man wie ich Lust auf ein wirklich malzbetontes Bier hat. Bitterstoffe sind nur sehr dezent vorhanden. Erst in der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingen auch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,8° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

20 EBC

Braurei:

Brauerei Aying Franz Inselkammer KG
Zornedinger Straße 1
85653 Aying
www.ayinger.de

Zwei davon sind dunkle Spezialmalze, die nach altbayerischer Tradition gedarrt werden. Diese Ayinger Bierspezialität mit ihren warmen, nussigen Aromen trinkt sich vollmundig und geschmeidig.

Der lange Abgang liefert leichte Noten von Kakaobohne und Kaffee. Ein Bier von wunderbarer Balance im Geschmack.

Ladenburger – Hefeweizen Hell

Bereits im Jahr 1789 wurde die Brauerei Ladenburger im schwäbischen Neuler gegründet. Auf dem Rückenetikett ist vermerkt, dass das Bier mit belebtem Brauwasser nach Grander gebraut wurde. Mir sagte das nichts, so dass ich mich erst einmal im Internet informieren musste, was das ist. Kurz gesagt handelt es sich um Esoterik. Grundsätzlich halte ich das für Humbug und will mich deshalb auch nicht weiter darüber auslassen. Sich über den Glauben anderer Menschen lustig zu machen ist nicht seriös. Und auch wenn ich von Esoterik und daher auch vom „belebten Wasser“ nichts halte, habe ich doch das Vorurteil, dass Menschen, die sich beim Wasser solche Gedanken machen, sicherlich auch mit den anderen Rohstoffen des Bieres sorgfältig umgehen und so ein gutes Bier herstellen. Für mein Vorurteil spricht, dass das Ladenburger Hefeweizen Hell im Jahr 2019 bei den World Beer Awards die Silbermedaille die Silbermedaille in der Kategorie Germany errungen hat. Ich werde jetzt also eines der besten Weizenbiere der Welt verkosten, Zeit also, die Flasche zu öffnen.

Orangefarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine recht kleine feste schneeweiße Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier auf jeden Fall eine gute Figur.

Fruchtig ist der hervorstechende Eindruck des Aromas. Ich rieche Banane und gelbe Früchte, gemischt mit Biskuitteig.

Der Antrunk ist spritzig mit einer leichten Süße. Wie erwartet steht auch auf der Zunge die Fruchtigkeit im Mittelpunkt, aber auch die Hefe fordert auf der Zunge ihr Recht. Dadurch ist das Bier mild und weich, das Mundgefühl ist samtig. Erst in der Kehle kommt noch ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang zur Fruchtigkeit.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Brauerei Ladenburger GmbH
Hauptstrasse 16
73491 Neuler
www.ladenburger.beer

Unertl – Bio-Weisse mit Dinkel

In Mühldorf am Inn in Oberbayern ist die Brauerei Unertl beheimatet. Sie dürfte vermutlich den meisten Konsumenten von Craft Beer bekannt sein. Unertl stellt hervorragende Biere in Bio-Qualität her. Dabei beschränken sich die Brauer nicht auf das EU-Biosiegel, sondern sie arbeiten mit Naturland zusammen, einem Verband, der für „echtes“ Bio steht.

Das gilt auch für die Bio-Weisse mit Dinkel, die jetzt vor mir steht. Und ich kann bereits jetzt davon ausgehen, dass mich gleich ein hervorragendes Bier erwartet, denn es hat im Jahr 2021 Gold beim European Beer Star gewonnen.

Orangefarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weißbier ist die Schaumkrone darüber eher dürftig und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Schade. An der Optik könnte Unertl noch arbeiten.

Das Bier duftet nach Banane und Biskuitteig, nach Karamell und Haselnüssen, abgerundet mit einem Hauch Nelke.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Karamell und Nüssen in den Vordergrund. Zusammen mit der Fruchtigkeit ergibt sich ein weiches und rundes Mundgefühl. Erst in der Kehle taucht ein leichtes Bitter auf, das dann aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Bio-Weizenmalz, Bio-Gerstenmalz, Bio-Dinkelmalz, Bio-Hopfen (Hallertauer Tradition, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Unertl GmbH
Weißgerberstraße 7
84453 Mühldorf am Inn
www.unertl.com

Kraftpaule – NEIPA

Das Etikett des Kraftpaule NEIPA zeigt Monthy, einen Seelöwen aus einem Zirkus in Vermont.Viele Biere aus dem Sortiment der Stuttgarter Brauerei Kraftpaule haben ein Maskottchen. So auch das NEIPA, das mit der Seerobbe Monthy daherkommt. Das mit eleganter Fliege und festlichem Partyhut bekleidete Tier stammt aus einem Zirkus in Vermont und begeistert ihr Publikum durch das gekonnte Jonglieren von duftenden Hopfendolden.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Ein ganzer Obstsalat steigt mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte, Grapefruit, Mango, Ananas und Waldhonig.

Der Antrunk besticht durch eine mäßige Süße, gepaart mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge zeigt sich ein kräftiges freundliches Bitter, gepaart mit den Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe und die durch Aromen nach Pfirsich und Aprikose ergänzt werden. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang wird das Bitter sanfter; es klingt aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Citra, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstr. 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Zötler – St. Stephans Bock

Das Etikett zeigt im unteren Teil eine kleine Dorfszene.Jetzt steht der St. Stephans Bock der Brauerei Zötler im Allgäu vor mir. Ich muss zugeben, dass dieses Bier bei mir einen gewissen Vertrauensvorschuss genießt, da es das Slow Brewing-Siegel trägt. Genau wie ein Brotteig seine Reifung benötigt und auch eine Mahlzeit, deren Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt, besser mundet als Fast Food, tut es auch einem Bier gut, wenn sich die Brauer Zeit lassen und dem Bier die Möglichkeit geben, zu reifen. Und ich habe noch einen weiteren Grund, auf ein gutes Bier zu hoffen. Bei saisonal gebrauten Bieren geben sich die Brauer häufig besondere Mühe bei der Entwicklung des Rezepts. Der St. Stephans Bock wird ausschließlich vom Brauersilvester bis zum Ende der Fastenzeit gebraut.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große haselnussbraune und feinporige Schaumkrone.

Starke Röstaromen steigen mir in die Nase, so dass ich fast den Eindruck habe, dass die Brauer es mit dem Röstmalz übertrieben haben, denn ich kann auch deutlich verbrannte Aromen riechen. Dazu kommen deutliche Noten nach Kaffee und Schokolade.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und ich stelle fest, dass das Bier recht wenig der feinperligen Kohlensäure enthält. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sich Aromen nach Mokka, dunkler Schokolade und Lakritz dazu gesellen. Jetzt lässt auch der verbrannte Eindruck nach. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle ist das Bier mild mit einem leichten Bitter und etwas Lakritz. Obwohl die Aromen nicht allzu kräftig sind, klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittere:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 13° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstr. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Kalea – Sündenbock 2022

Nun haben wir bereits Mitte September 2023 und jetzt habe ich noch ein Bier aus dem Kalea-Adventskalender 2022 bekommen. Es handelt sich beim Sündenbock um eine Eigenentwicklung von Kalea, die in jedem Jahr von einer anderen Brauerei gebraut wird. 2022 fiel die Wahl auf die Schlossbrauerei Herrngiersdorf. Diese Brauerei liegt zwischen Kehlheim und Landhut und hat viel Erfahrung mit dem Brauen von Starkbieren.

Kupferfarben präsentiert sich der Sündenbock im Glas. Gegen das Licht gehalten strahlt er mahagonifarben. Dass sich die feinporige beige Schaumkrone recht flott auflöst, ist bei einem Bier mit gut sieben Volumenprozent Alkohol nicht ungewöhnlich.

Das Bier duftet süß nach Karamell und Sirup, nach dunkler Schokolade, Rosinen und Kandis. Damit ist das Aroma schon mal vielversprechend.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er zeichnet sich durch ein sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Rübensirup im Vordergrund, abgerundet durch ein leichtes freundliches Bitter. Aus dem Hintergrund meldet sich auch der Geschmack nach Trockenfrüchten zu Wort. Das Mundgefühl ist samtig. Auch in der Kehle bleibt die Süße erhalten, die Bittere wird etwas kräftiger und der Geschmack klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Kalea Deutschland GmbH
Schlenkenstraße 2
83395 Freilassing
www.kalea.com

Tilmans – Mit Ohne

Das Etikett wurde von der Künstlerin Miriam Frank gestaltet.Das „Mit Ohne“ ist das erste alkoholfreie Bier von Tilmans. Tilmans ist bekannt dafür, dass sich die Brauerei traditionellen Bierstilen zuwendet uns diese als Gypsybrauer neu interpretiert. Mal sehen, ob das auch beim alkoholfreien Weizenbier gelungen ist.

Hell und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also durchaus gelungen.

Das Bier durftet nach hellem Malz, Banane und Zitrus. Das passt einfach.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch die feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Zitrusgeschmack in den Vordergrund, wobei die Malzsüße erhalten bleibt. Leider verschwindet die Kohlensäure schnell, so dass das Bier nach recht kurzer Zeit etwas schal wirkt. Eventuell wäre eine Abfüllung in 0,33 Liter-Flaschen sinnvoller, da dann das Bier nicht so lange benötigt, bis es ausgetrunken ist. Trotzdem macht das Bier mit seinem weichen Mundgefühl einen guten Eindruck. Erst im Abgang kann ich auch eine leichte Bittere schmecken, die sich gut in die Harmonie von Süße und fruchtiger Säure einpasst.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Vic Secret), Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,3° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Tilmans Biere
Thalkirchner Straße 53
80337 München
www.tilmansbiere.de

Steamworks – Dry Hopped Weizenbock

Im Jahr 1995 wurde Steamworks in Gastown, Vancouver, Kanada, als Gasthausbrauerei gegründet. Dort wurden die Braukessel mit Dampfleitungen aus der Pionierzeit beheizt. Im Laufe der Zeit wuchs die Biervielfalt und auch die Mengen wurden immer größer, so dass die Kapazitäten nicht mehr ausreichten. Die Brauerei begann, sich zusätzlich als Gypsy-Brauer in anderen Brauereien einzumieten.

Mittlerweile ist Steamworks auch nach Deutschland expandiert. Leider lässt sich der Website der Brauerei nicht entnehmen, wo sie sich befindet. Auf der Startseite werden im Kopf als Standort Vancouver und Berlin angegeben, als Anschrift steht aber im Fuß der Seite Saaldorf, in Oberbayern an der Grenze zu Österreich gelegen. Eine Anfrage, wie diese unterschiedlichen Angaben zu verstehen sind, ließ die Brauerei leider unbeantwortet. Außerdem wird die Website wohl seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt. Immerhin stehen dort noch die Bedingungen für die Verlosung von Bier-Adventskalendern im Jahr 2021; dabei haben wir inzwischen den 4. September 2023. Egal, ich will mal davon ausgehen, dass das Bier besser ist als die Kommunikation der Brauerei.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist relativ klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Aromen nach Banane und Nelke steigen mir in die Nase, vervollständigt durch Düfte nach hellen Früchten und Ananas. Auch etwas Karamell meine ich zu riechen.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Vom ersten Moment an ist das Mundgefühl samtig und fast cremig. Die Fruchtigkeit steht eindeutig im Mittelpunkt, wobei sich eine feine Bittere des Hopfens dazugesellt. Die neun Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass sie kaum zu schmecken sind und die Fruchtigkeit lediglich unterstützen. Auch in der Kehle kann ich nur ein leichtes Bitter schmecken. Hier stehen ebenfalls die Fruchtigkeit und Süße im Mittelpunkt und sie klingen auch einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Hallertauer Blanc, Cascade, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

STP GmbH & Co. KG
Moosweg 23
83416 Saaldorf-Surheim
www.steamworks.eu

Drachenländer – Dunkles

Das Etikett zeigt einen goldenen geflügelten Drachen, der Hopfen im Arm hält und dessen untere Hälfte durch Getreideähren umrahmt wird.Nicht weit von Bonn entfernt liegt Meckenheim, von wo das Bier stammt, das jetzt zur Verkostung vor mir steht. Laut Etikett soll es malzig und würzig sein. Gebraut wurde es in Bonn bei der Brauerei Biersmark für die Meckenheimer Firma Drachenländer Brauspezialitäten.

Braun präsentiert sich das Dunkle im Glas. Darüber steht eine feste elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Kaffee mit einigen würzigen Noten. Auch die 5,5 Volumenprozent Alkohol kann ich in der Nase feststellen, auch wenn sie nicht in den Vordergrund treten. Sie unterstützen das röstige Aroma lediglich.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie die die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach dunkler Schokolade in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist weich und doch schlank. In der Kehle kommt lediglich ein leichtes Bitter auf, das aber lange nachklingt.

Das Bier ist durchaus süffig, aber ich würde mir hier doch einen kräftigeren Malzkörper wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Biersmark GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

für

Drachenländer Bierspezialitäten
Postfach 1241
53334 Meckenheim
www.drachenlaender.de