Archiv der Kategorie: Craft Beer

Kraftpaule – Heller Riesling Bock

Das Etikett zeigt Bodo, einen Bock mit einem großen gebogenen Gehört und einem gezwirbelten Schnurrbart.Ich bin im südlichen Niedersachsen aufgewachsen und wurde – was wenig überraschend ist – mit Bockbier aus Einbeck sozialisiert. Diese Biere sind für mich bis heute die Messlatte, an der sich jedes andere Bockbier messen muss. Außerdem mag ich Biere, die mit Weinhefe vergoren wurden, besonders mit Rieslinghefe. Als ich mir den Hellen Riesling Bock von Kraftpaule kaufte, dachte ich, dass ich ein Bier erwerbe, das zwei meiner Lieblingsbiersorten miteinander vereint. Etwas enttäuscht war ich dann, als ich die Zutatenliste auf dem Rückenetikett las und dabei feststellen musste, dass es sich nicht um ein mit Rieslinghefen vergorenes Bockbier handelt, sondern um ein Biermischgetränk, das aus 90 % Bockbier und 10 % Traubenmost besteht. Aber gut – jetzt habe ich das Bier gekauft und nun muss es auch verkostet werden. Kraftpaule beschreibt seinen Riesling Bock übrigens so: „Bodo, unser Heller RIesling Bock ist ein fabelhaftes Mischwesen, geboren aus der verbotenen Liebe zwischen Winzer und Brauer. Diese Zusammenkunft von Wein und Bier, die Kreuzung von Cannstadter Zuckerle Riesling und hellem Bock bringt uns ein samtig-fruchtiges Geschmackserlebnis nach Stuttgart!“ Na, dann will ich mal mit der Verkostung beginnen.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist recht klein, bleibt dafür aber sehr lange erhalten. Optisch macht das Bier also einen sehr guten Eindruck.

Düfte nach Karamell und Weißwein, abgerundet durch einige blumige Noten aus dem Hintergrund, steigen mir in die Nase. Das Aroma ist durchaus in der Lage, mich mit diesem Mischgetränk zu versöhnen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine großartige Spritzigkeit aus. Erst auf der Zunge kann ich erstmals den Riesling schmecken. Obwohl die Bittere nur diskret zu schmecken ist, ist das Mundgefühl voll und schwer. Dazu trägt auch der Karamellgeschmack des Malzes bei. Die Süße und der Karamellgeschmack bleiben auch in der Kehle erhalten, wobei die Bittere jetzt etwas kräftiger wird und sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Bier (90 %, Wasser, Gerstenmalz, Bierhefe, Sekthefe), 10 % Traubenmost

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

in Zusammenarbeit mit

Kesselliebe
Wilhelm Kern GmbH
Wilhelm-Maybach-Straße 25
71394 Kernen-Rommelshausen

Kehrwieder – Die Zeit, Das Rote

Ich glaube, die taz war im Jahr 2015 die erste Zeitung, die sich von einem Craft Beer-Brauer ihr eigenes Bier brauen ließ, Rotes Lager genannt. Da wollte Die Zeit aus dem Springer-Verlag wohl nicht nachstehen und tat sich mit der Kehrwieder Brauerei zusammen, um ebenfalls ein eigenes Bier zu kreieren, Das Rote genannt. Im Gegensatz zur taz bietet Die Zeit das Bier aber nicht dauerhaft an, sondern es ist auf 5400 Flaschen limitiert. Auf jeden Fall steht das Bier jetzt vor mir und will verkostet werden.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine relativ kleine Schaumkrone, die sich anfangs schnell auflöst. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, nach kandierten Früchten, Brotkrume und Kandis. Der Duft ist also für ein Red Ale typisch.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge präsentiert sich das Bier stiltypisch malzbetont mit leichter Bittere. Der Geschmack ist intensiv, was ich gerne mag, auch wenn das Bier nicht ganz rund ist. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei GmbH
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Kundmüller – Weiherer Bock

Das rote Etikett wird von oben nach unten dunkler und enthält nur die wichtigsten Angaben. Es wirkt einfach durch seine Farbgebung edel.Die Brauerei Kundmüller GmbH ist eine Brauerei im oberfränkischen Weiher, in der Gemeinde Viereth-Trunstadt. Ihr Jahresausstoß beträgt mehr als 20.000 Hektoliter. Sie ist über die Grenzen Frankens hinaus bekannt für exzellentes Bier. Nicht umsonst wurde Kundmüller im Jahr 2020 von Meininger als Craft Brauer des Jahres ausgezeichnet.

Auch das Bockbier, das jetzt vor mir steht, hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den European Beer Star in Silber 2023, Finest Beer Selection 2023 mit 92 Punkten, im International Craft Beer Award Gold 2022 und beim World Beer Award Gold als bestes deutsches Bockbier 2021. Grund genug für mich, auch dieses helle Bockbier zu verkosten.

Golden und glanzfein fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bereits die Optik lässt mich erahnen, weshalb dieses Bier so viele Auszeichnungen abgeräumt hat.

Düfte nach Honig und hellem Malz, nach Honig und einem Hauch weißem Pfeffer steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Die Süße bleibt die gesamte Zeit erhalten und es gesellt sich noch eine leichte Bittere dazu. Während sich das Bier im Mund erwärmt, tauchen immer neue Aromen auf. Das Malz bleibt im Vordergrund, während Aromen nach Karamell und Honig auftauchen. Jetzt meine ich auch, eine deutliche Fruchtigkeit wahrzunehmen, die zusammen mit leichten Röstaromen auftaucht. Das Ganze sorgt mit dem intensiven Geschmack für ein weiches und volles Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere noch etwas kräftiger und sie klingt dort auch sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Farbe:

8 EBC

Braurei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

 

Floreffe 1121 > 2021 Cuveé Spéciale 900 Ans

Die mit einem Champagnerkorken verschlossene Flasche fällt durch das weiße F mit einer Rose auf.Im Jahr 2021 wurde die Abtei von Floreffe 900 Jahre alt. Dieses Jubiläum wurde mehrere Monate lang mit Publikationen, Ausstellungen, aber auch mit festlichen Anlässen wie dem Fackelzug am 27. November, mit dem das Jubiläum offiziell gefeiert wird, gefeiert. Oder auch die Wandershow, die durch die Geschichte, aber auch durch verschiedene Orte führt. Und nicht zu vergessen ein spezielles Bier, das von der Brasserie Lefebvre zu diesem Anlass gebraut wurde. Dabei handelt es sich um ein Dubbel, das mit drei Prozent Cognac sowie mit Honig und Gewürzen verfeinert wurde.

Sehen wir uns kurz die Geschichte der Abtei an. Im Jahr 1121, am 27. November, schenkten der Graf von Namur Godefroid und seine Frau Ermesinde dem Heiligen Norbert das Gebiet von Floreffe mit dem Auftrag, dort eine Abtei zu gründen. Ein ideal gelegener Ort auf einem Vorgebirge am Ufer der Sambre, wo sich eine Gemeinschaft von Prämonstratensern unter der Führung des heiligen Norbert niederließ. Floreffe war somit die zweite Abtei in der Geschichte des Prämonstratenserordens. Während der Französischen Revolution wurde die Abtei zum kleinen Seminar der Diözese. Heute beherbergt das weitläufige Gelände eine Schule und öffnet sich der Kultur und dem Tourismus. Aber kommen wir zum Bier.

Die Farbe des Bieres ist ein sehr dunkles Rot, es ist praktisch schwarz. Der wenige haselnussbraune Schaum löst sich sehr schnell auf.

Das Aroma lässt sich als winterlich oder weihnachtlich beschreiben. Es ist würzig mit Düften von Zimt und Nelken, dazu kommt der Karamellduft des Malzes. Damit erinnert das Aroma an Lebkuchen und Glühwein.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine feinperlige und doch kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge wird die Süße kräftiger, die Gewürzaromen kommen zum Vorschein und drängen in den Vordergrund. Erstmals schmecke ich auch den Cognac, der sehr gut zur Süße dieses Bieres passt. Das Mundgefühl ist samtig. Die Gewürzaromen sind auch in der Kehle hervorstechend und der Alkohol wärmt den Körper. Bittere ist so gut wie nicht vorhanden.

Dieses Bier sollte nach dem Einschenken schnell getrunken werden, denn die Kohlensäure verfliegt schnell. Anschließend steht der Cognac im Mittelpunkt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Cognac (3 %), Hopfen, Honig, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Lefebvre
Chemin du Croly 54
1430 Quenast (Rebecq)
Belgien
www.brasserielefebvre.be

Schnitzlbaumer – Bernardus Bock

Das Etikett enthält neben dem Logo der Brauerei nur den Namen des Bieres und der Brauerei sowie eine Werbung für den Herkunftsort Traunstein.Der Schnitzelbaumer Bernardus Bock ist ein dunkles Bockbier, das die Privatbrauerei Schnitzlbaumer GmbH einmal im Jahr braut. Eigentlich hätte ich jetzt erwartet, dass das Bier nach dem Heiligen Bernhard von Clairvaux, einem im elften Jahrhundert geborenen Kirchenlehrer benannt wurde. Aber nein, die Antwort ist viel profaner: von 1889 bis 1994 gab es drei Besitzer der Brauerei Schnitzlbaumer, die alle Bernhard hießen. Und an diese drei Besitzer wird beim Brauen und Trinken dieses Bockbiers gedacht.

Dunkel kupferfarben, beinahe schwarz, fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feinporige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Röstaromen dominieren den Duft dieses Bieres und erinnern an Kaffee mit einer leichten Säure im Hintergrund.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße aus, die an Kaffee erinnert. Dazu kommt eine sehr feinperlige Karbonisierung. Auf der Zunge schmecke ich weniger Röststoffe als erwartet. Dazu kommt eine leichte Fruchtigkeit mit angenehmen Rosinengeschmack. Bittere kann ich jetzt nicht feststellen; daher ist das Mundgefühl für ein Bockbier überraschend schlank. In der Kehle zeigt sich das Bier zunächst süß-fruchtig und langsam bildet sich auch die Bittere, die zwar nicht allzu kräftig wird, aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt‍:

6,2 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Schnitzlbaumer
Mühlenstraße 8
83278 Traunstein
www.schnitzlbaumer.de

Maisel & Friends – Hoppy Dunkel

Die Brauerei Maisel steht für Biervielfalt. Dabei beschränkt sie sich nicht auf die traditionellen Bierstile, sondern bietet unter dem Namen Maisel & Friends viele Biere an, die nach dem Reinheitsgebot gebraut wurden und trotzdem aus dem üblichen Rahmen fallen. Und das Friends im Namen ist durchaus wörtlich zu nehmen. Maisel unterstützt auch andere kreative Brauer, sowohl gewerbliche als auch Hobbybrauer. So fand im Jahr 2023 bereits zum vierten Mal der Hobbybrauerwettbewerb statt, den Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale bereits zum sechsten Mal ausrichtete.

Gesucht wurde ein „Münchner Dunkel (Modern Style)“, bei dem die klassische Malzsüße auf moderne Hopfensorten trifft. Sieger war der Hesse Paul Schüßler. Anfang Oktober war Paul deshalb in Bayreuth zu Gast, um sein Gewinnerrezept auf der großen Brauanlage mit dem Braumeister von Maisel & Friends nachzubrauen. Jetzt ist das Bier fertig und solange der Vorrat reicht, kann es bei Maisel & Friends bestellt werden.

Kupferfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine elfenbeinfarbene und größtenteils feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also eine gute Figur.

Der Unterschied zu traditionellen Bieren zeigt sich bereits in der Nase. Aufgrund der Optik hätte ich Aromen erwartet, die an Schokolade, Karamell und Waldhonig erinnern. Diese Aromen sind auch vorhanden und unterstützen die zusätzlichen Fruchtaromen. Im Mittelpunkt stehen Düfte, die an Ananas und Orange, an Pfirsich und Blaubeere erinnern.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit der Hopfensorten im Vordergrund, während die Malznoten lediglich unterstützend wirken. Die Fruchtaromen mischen sich wie in einem tropischen Obstsalat. Dabei ist das Mundgefühl weich und voll. In der Kehle ist das Bier sehr mild. Während die Fruchtigkeit lange nachklingt, kann ich kaum eine Bittere feststellen.

Und wie immer bei den Sondersuden von Maisel & Friends gilt: wenn weg, dann weg. Dieses Bier wird es dann nie wieder geben. Aber bis dahin gilt: es gibt das Bier im Onlineshop von Maisel & Friends sowie bei verschiedenen Versandhändlern.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Columbus, Hallertauer Mittelfrüh, Simcoe, Talus), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2% Vol.

Stammwürze:

12,90° Plato

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

(diese Temperatur empfiehlt die Brauerei, ich meine aber, dass dieses Bier durchaus eine etwas höhere Temperatur vertragen könnte)

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Finne – Thanks & Giving

Das Etikett zeigt die Zeichnung eines Bauern mit mehreren Getreideähren und dem nicht mehr ganz frischen Spruch "Power to the Bauer".Schade. Das Thanks & Giving ist auf der Website der Münsteraner Brauerei Finne nicht mehr gelistet. Dabei fand ich die Aktion, die auf dem Rückenetikett der Flasche stand, sehr charmant und unterstützenswert. Von jeder verkauften Flasche dieses Biers gingen 5 Cent an Bauern, die aufgrund des Klimawandels ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Weshalb es diese Aktion nicht mehr gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber kommen wir zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Getreide und Zitrusfrüchten, abgerundet durch einige florale Noten. Leider verschwinden die Zitrusdüfte mit der Zeit.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlende Kohlensäure aus. Die Kohlensäure könnte für meinen Geschmack aber etwas großzügiger dosiert sein. Auf der Zunge gesellt sich eine angenehme Bittere dazu. Das Mundgefühl ist recht schlank. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt auch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Mittelfrüh, Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de/

ÜberQuell – Pillepalle

Wie bei allen Bieren von ÜberQuell weist ein großes Ü auf dem Etikett schon von Weitem darauf hin, dass das Bier in der Flasche von dieser Brauerei kommt.Die Brauerei ÜberQuell stammt aus Hamburg und hat ihren Sitz unmittelbar am berühmten Fischmarkt. Bevor ich zum Pillepalle komme, dem Bier, das jetzt vor mir steht, gestatten Sie mir noch die kurze Bemerkung, dass sich ein Besuch der Brauerei auf jeden Fall lohnt. Dies gilt besonders bei schönem Wetter, wenn die Besucher auf der Terrasse sitzen und den Blick auf den Fischmarkt und den Hafen genießen können, während sie ein schönes Craft Beer vor sich stehen haben.

Aber kommen wir zum Bier. Das Pillepalle ist meines Wissens das erste alkoholfreie Bier von ÜberQuell. Es handelt sich um ein Pale Ale, also um einen Bierstil, der durch seine Fruchtigkeit und leichte Trinkbarkeit besticht. Damit sollte das Pillepalle das ideale Bier für einen warmen Sommertag sein, wenn „richtiges“ Bier aufgrund des Alkoholgehalts zu sehr in den Kopf steigen würde.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen absoluten Top-Eindruck.

Das Bier duftet nach Grapefruit und Mandarine, nach Ananas und Honig. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und er besticht durch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge finden sich die Aromen wieder, die ich bereits in Nase festgestellt habe. Dabei sind die Zitrusfrüchte im Mittelpunkt. Bitterstoffe des Hopfens sind nur wenig zu schmecken; da würde ich mir etwas mehr wünschen. Aber das weiche Mundgefühl entschädigt mich für die fehlende Bittere. Auch der Abgang ist sehr mild mit wenig Bitter und leider auch mit einem sehr kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz, Sauermalz), Hafermalz, Roggenmalz, Hopfen (Mandarina Bavaria, Callista, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

ÜberQuell GmbH
St. Pauli Fischmarkt 28-32
20359 Hamburg
www.ueberquell.com

100 Watt – Euforie 3

Die Biere aus der Brauerei 100 Watt erkennen wir einfach an der stilisierten Glühbirne auf dem Etikett, die in diesem Fall in Rot gedruckt wurde.Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brouwerij 100 Watt in Eindhoven vor mir. Da ich derzeit etliche Biere von dort bei mir stehen habe, halte ich es durchaus für angemessen, auch die Brauerei einmal vorzustellen. Oder nein, lassen wir doch einfach die Brauer sprechen:

„Aus Eindhoven, der Stadt des Lichts! Im Herzen des Centrum aan de Dommel wird all diese Schönheit von einem unübertroffenen Brauteam erdacht und umgesetzt, das sich keine Pause gönnt, um die tollsten Dinge zu erfinden. Unsere Tanks sind nie leer und werden ständig aufgefüllt, wie eine nicht enden wollende Playlist mit unglaublich leckerer und abwechslungsreicher Musik. Das schwingt buchstäblich aus der Pfanne! Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, sonst sterben unsere Brauer an der Einheitswurst, brauen wir oft, worauf wir Lust haben. Wir haben uns alle etwas einfallen lassen, womit wir das Land bombardieren, erziehen oder einfach ein Bedürfnis befriedigen wollen, meist das eigene. Kein knackig-bitteres Bier zu finden? Wir brauen es. Keine Lust mehr auf zuckerhaltiges, überteuertes Gebäck? Dann gehen wir zum besseren Konditor für einen Kuchen zum Mittagessen. Echte Aromen in Ihrem Bier? Wir schon, aber nur mit 100% natürlichen Zutaten. Reinheitsgebot? Ein überholtes Konzept, aber gegen ein gut gebrautes Wiener Lager ist nichts einzuwenden. Die Bereicherung Ihrer Welt beginnt mit der Bereicherung Ihres Biergeschmacks, dann kommt der Rest.“

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Obwohl die voluminöse Schaumkrone grobporig ist, bleibt sie doch sehr lange erhalten.

Das Bier duftet frisch nach Zitrusfrüchten, Ananas, Karamell und Mango, abgerundet durch das Aroma der Hefe.

Trotz der kräftigen Fruchtaromen des Hopfens kommt beim Antrunk auch eine angenehme Malzsüße zum Tragen, die zusammen mit der feinperligen und doch kräftigen Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Bittere zu den Südfruchtaromen. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird die Bittere kräftiger und das Bier wird trocken. Dieser Geschmack klingt sehr lange nach.

Zum Euforie 3 kann ich mir gut eine Muschelmalzeit oder einen Meeresfrüchtesalat vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Maris Otter, Carapils, Bisquit), Gerstenflocken, Hopfen (Premiant, Hallertau Blanc, Belma, Talus), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Bittereinheiten:

63 IBU

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

100 Watt Brewery BV
Bleekweg 1
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Ter Dolen – Winter

Das gelbe Etikett hat die Form die Silhouette einer mittelalterlichen Stadt und ist in Gelb und Weiß bedruckt.Der erste Eindruck, den dieses Bier auf mich machte, war das gelbe Etikett in Form der Skyline einer historischen Stadt. Die Beschriftung besteht lediglich aus dem klein gedruckten roten Namen der Brauerei und dem größer und in Versalien gedruckten Namen WINTER. Minimalistischer geht es kaum. Damit hebt sich die Flasche schon mal deutlich aus der Masse der aufwändig gestalteten Etiketten ab. Mal sehen, ob das Bier so ungewöhnlich ist wie sein Etikett.

Ter Dolen Winter ist die Kreation des Braumeisters Hendrick der Brauerei. Als Winterbier hat Hendrick ein dunkles Bier mit tiefrotem Glanz gebraut, dem er neben 3 Malz- und 2 Hopfensorten auch Honig aus der eigenen Region und Zimt beigefügt hat. Jetzt reicht es aber mit der Vorrede und ich öffne die Flasche.

Bernsteinfarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste Schaumkrone mit leichtem Gelbstich, die sehr lange erhalten bleibt. Ja, so sollte ein Bier für den Winter aussehen.

Düfte nach Karamell und Waldhonig steigen mir in die Nase. Dazu kommt das Aroma des Zimts, abgerundet durch den Duft nach Rosinen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Karamell und Honig im Mittelpunkt, abgerundet durch Trockenfrüchte. Der Zimt kommt ebenfalls zu seinem Recht und liefert den winterlichen Touch. Das Mundgefühl ist schwer, weich und samtig. Die 9,1 Volumenprozent sind anfangs wirklich gut eingearbeitet, aber mit der Zeit beginnen sie doch, auf der Zunge zu brennen. In der Kehle kommt dann der Geschmack des Honigs stärker zum Vorschein und so fällt es kaum auf, dass ich fast keine Bittere schmecke.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Honig, Hopfen, Zimt, Hefe

Alkoholgehalt:

9,1 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Kasteelbrouwerij De Dool NV
Eikendreef 21
3530 Houthalen-Helchteren
Belgien
www.terdolen.be