Archiv der Kategorie: Biertest

Von Freude – Ale Primeur

Über die Brauerei Von Freude habe ich bereits mehrfach geschrieben, so dass ich direkt zum Bier kommen kann. Das Ale Primeur trägt seinen Namen zu Recht, denn es war das erste Bier dieser Brauerei.

Bernsteinfarben mit viel Hefe präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma wird durch Zitrusdüfte dominiert, gemeinsam mit einigen herben und erdigen Noten, dazu ein leichter Kräuterduft und eine leichte Süße, die von Früchten kommen könnte.

Der Antrunk ist frisch. Dafür sorgt schon die reichlich vorhandene Kohlensäure. Auf der Zunge kommen die kräutrigen Noten stärker als erwartet in den Vordergrund, dazu eine leichte süße. Irgendwie erinnert mich das Ale Primeur an ein belgisches Winterbier. Und tatsächlich, auf ihrer Website schreibt die Brauerei, dass sie bei der Entwicklung dieses Bieres auf belgische Hefen zurückgegriffen hat. Im Abgang dominieren die Kräuternoten weiterhin, dazu kommt ein leichtes Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Münchener Malz), Hopfen (Spalter Select, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Von Freude
Colonnaden 72
20354 Hamburg
www.vonfreude.de

Staffelberg-Bräu – Loffelder Dunkel

Franken ist ja bekannt für seine guten Biere, so dass ich mich auf die Verkostung, die jetzt ansteht, bereits freue und ich ohne weitere Vorrede die Flasche öffne und mir das Loffelder Dunkel aus der Staffelberg-Brauerei in Bad Staffelstein einschenke.

Kupferrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist fest und bleibt lange erhalten. In Nürnberg würde dieses Bier als Rotbier verkauft, was mir das Bier wirklich sympathisch macht.

Das Aroma ist malzbetont nach Karamell, aber auch einige hopfenwürzige Noten steigen mir in die Nase. Anhand der Farbe hätte ich eventuell auch Aromen nach dunkler Schokolade und Kaffee erwartet, aber das ist hier nicht der Fall.

Der Antrunk ist erfrischend und voll. Das Malz bleibt auf der Zunge im Vordergrund und ein leichtes Bitter kommt dazu. Ich würde sagen, das Loffelder Dunkel ist ein echtes Muster für fränkisches Bier. Vollmundig und süffig ist es. Der Abgang ist zunächst mild und malzbetont, bevor sich ein Bitter mit langem Nachklang entwickelt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Staffelberg-Bräu GmbH & Co. KG
Mühlteich 7
96231 Bad Staffelstein
www.staffelberg-braeu.de

 

Wilderen Kriek

Das Wilderen Kriek basiert auf dem Lambiek der Brauerei Omer Vander Ghinste und wurde 2012 erstmals hergestellt. Omer Vander Ghinste ist eine von nur zwei Brauereien, die außerhalb des Tals der Zenne in der Region Brüssel Lambiek produzieren.

Das Kriek ist tiefrot und enthält 25% Kirschsaft (Süßkirsche). Dadurch enthält es natürliche Aromen und zeigt einen sehr fruchtigen Charakter. Für den Brauprozess werden Kupferkessel verwendet.

Der alte Brauturm mit offenem Kühlbecken wird für die Spontangärung des Lambieks genutzt. In der Foederzaal, wo die Holzfässer gelagert werden, vergärt der Lambiek mindestens anderthalb Jahre lang in hochkant stehenden Fässern. Die Verwendung von in Eichenfässern gereiftem Lambiek bewirkt eine spontane Gärung. Außerdem wird das Bier in der Flasche einer zweiten Gärung unterzogen.

Das Bier ist tiefrot, die Farbe erinnert fast an Kirschsaft. Die feinporige rosa Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Wilderen Kriek schon mal sehr ansprechend.

Wie erwartet duftet das Bier nach Kirsche und Marzipan. Das Aroma des Malzes ist eher zu ahnen und hält sich diskret im Hintergrund.

Der Antrunk ist süß und fruchtig und mir gefällt, dass sie sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure reichlich dosiert ist. Auch auf der Zunge bleibt der Geschmack der Kirschen im Vordergrund, unterstützt durch ein leichtes Bitter und etwas Säure. Dadurch wird das Bier sehr vollmundig, auch wenn mir persönlich der Geschmack schon etwas zu intensiv ist. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt länger nach als der Fruchtgeschmack.

Das Wilderen Kriek ist ein schönes Bier für den Sommer und es eignet sich vermutlich auch gut für die Herstellung von Desserts. Allerdings sollte es immer gut gekühlt und jung getrunken werden. Mit seinen nur 3,5 Volumenprozent Alkohol ist es nicht lange lagerfähig.

Zutaten:

Wasser, Malz, Weizen, Hopfen, Hefe, Kirschsaft, Fructose, Süßstoff, Aromen

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Wilderen
Wilderenlaan 8
3803 Wilderen
Belgien
www.brouwerijwilderen.be

Ciney Cuvée Blonde

Roger Demarche gründete bereits im Jahr 1952 in Ciney die Brauerei SA Brasserie Demarche. In den 1970er Jahren entwickelte er ein neues Braunbier, das er 1978 unter der Marke Cuvée Ciney anbot. Erstmals wurde das neue Bier am 23. Juni 1978 im Le Rubens am Place Monseu, dem zentralen Platz der Stadt Ciney, an dem sich auch die Kirche St. Nicolas befindet, ausgeschenkt. Der Turm von St. Nicolas, der das „i“ im Ciney-Logo bildet, wurde 2010 bei einem Sturm schwer beschädigt. In den folgenden zwei Jahren besuchte Demarche Kneipen und Restaurants in der Umgebung von Ciney, um Cuvée Ciney weiter zu verbreiten. 1980 schuf er unter der Marke Ciney eine weitere Sorte, Cuvée de Ciney Blonde, ein obergäriges, starkes Blondes Bier. Beide Sorten galten bei einer Produktionsmenge von etwa 1.000 Hektolitern (1980) als Bière a façon, also als Spezialbier, das nur in kleiner Menge gebraut wird. Außerhalb der Umgebung Cineys war das Bier nur in Namur und Lüttich erhältlich.

Ciney wurde ab Anfang der 1980er Jahre schnell populär und entwickelte sich in Belgien bis 1988 zu einer landesweit verbreiteten Marke. Die Brauerei schaffte neue Anlagen und Fahrzeuge an und stellte Brauereipersonal, Vertriebsmitarbeiter und Fahrer ein, bis sich die Mitarbeiterzahl auf 30 verdoppelte. Auch das Branding und die Farben wurden geändert. 1986 kam eine dritte Biersorte hinzu: Ciney Spéciale 10, ein Amberbier mit hohem Alkoholgehalt. Im Oktober 1987 wurde die Brauerei Brasserie Demarche für ihre Ciney-Biere auf der Brüssler Lebensmittelausstellung Salon de l’Alimentation de Bruxelles mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Neben Gastronomiebetrieben, die für etwa 70 % des Absatzes sorgten, wurde Ciney nun auch als Flaschenbier in den Supermärkten Belgiens vertrieben. 1992 erreichte der Absatz von Cuvée de Ciney 40.000 Hektoliter. Ab dem Jahr 2000 wurde Ciney in einer Alken-Maes-Brauerei in Jumet in der Provinz Hainaut gebraut, die aber 2007 geschlossen wurde. Seitdem wird Ciney in der Alken-Maes-Brauerei in Alken gebraut.

Intensiv golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Südfrüchten, nach Maracuja, Ananas und Honig steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist überraschend süß, was durch die sehr reichlich dosierte Kohlensäure etwas abgemildert wird. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, wobei auch ein passend dosiertes Bitter dazukommt. Das Mundgefühl ist rund und voll. Im Abgang wird das Bitter kurz kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glucosesirup, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brasserie Alken-Maes
Stationsstraat 1
3570 Alken
Belgien
www.alken-maes.be

Pott’s Weizen

Die kleine Brauerei Pott’s aus dem münsterländischen Oelde arbeitet nach einer Philosophie, die mir das Unternehmen gleich sympathisch macht, genau wie die Biere, die ich aus dieser Brauerei bereits genossen habe, auch wenn die Auswahl, die ich im Ruhrgebiet gefunden habe, nicht allzu üppig ausgefallen ist. Aber zur Philosophie, die das Unternehmen im Internet wie folgt beschreibt: „Unsere Bierspezialitäten zeichnen sich durch ihre Naturbelassenheit und eine lange, frostige Reifung aus. Mit viel Leidenschaft und handwerklicher Sorgfalt werden die Pott’s Biere gebraut. Das spiegelt sich in der Qualität wider. Keine scharfe Filtration und keine Pasteurisation für lange Haltbarkeit – dafür mehr Natur, mehr Frische und mehr Geschmack und natürlich alle gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot. So erhalten sie ihren unverfälschten, frischen und zugleich vollen Geschmack. Da unsere Biere ausdrücklich nicht für lange Vertriebswege aufbereitet sind, bleibt ihr Genuss auf ein Gebiet von rund 100 Kilometer um die Brauerei beschränkt. Das schont auch die Umwelt.“

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine ordentliche Schaumkrone, fest und schneeweiß, die lange erhalten bleibt. Optisch haben die Münsterländer schon mal alles richtig gemacht.

Das Aroma ist recht süß. Ich rieche Karamell, Bananen und Trockenbirnen.

Auch der Antrunk ist relativ süß, was aber zur reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge zeigt sich das Bier fruchtig und vollmundig mit seiner feinen Bananennote. Insgesamt ein wirklich süffiges Bier. Der Abgang ist mild und mit einer gewissen Fruchtigkeit, die mittellang nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Pott’s Brauerei GmbH
In der Geist 120
59302 Oelde
www.potts.de

Köstritzer – Witbier

Anfang April 2014 präsentierte die Köstritzer Brauerei aus Thüringen ihr neues besonderes Sortiment unter dem Namen Köstritzer Meisterwerke. Das Witbier bildete gemeinsam mit dem Pale Ale den Startschuss dieser Serie. Witbiere sind rund um Belgien und der Niederlande beheimatet. Es handelt sich dabei um obergärige Weizenbiere, die meistens mit Grut oder mit Koriander und Orangenschalen verfeinert werden. Dies gibt diesen Bieren einen ganz eigenen Charakter, der bei Bierliebhabern auf der ganzen Welt sehr gefragt ist. Beim Köstritzer Witbier wird die Würze während des Brauprozesses mit Koriander und Orangenschalen veredelt.

Zitronengelb und leicht hefetrüb strahlt das Bier im Glas. Bedeckt ist es von einer relativ kleinen feinporigen Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig mit Düften nach Zitrone, Orangenschale und reife Äpfel. Dazu kommen deutlich der Malzkörper und kräftiger als gewöhnlich der Duft des Korianders. Der Duft ist angenehm und macht Lust auf den ersten Schluck, auch wenn das Aroma nicht so kräftig ist wie bei den meisten Witbieren aus Belgien.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße sowie reichlich Kohlensäure. Dadurch wirkt das Bier vom ersten Moment an angenehm erfrischend. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Malzigkeit und die Würze des Korianders stehen im Mittelpunkt und werden von der Fruchtigkeit eigentlich nur ergänzt und vervollständigt. Der Abgang ist mild mit kurzem Nachklang.

Jetzt bin ich mir sicher, dass das Köstritzer Witbier nicht mein Lieblingsbier wird, aber für ein Bier aus einer Großbrauerei ist es erstaunlich gut gelungen. Ein Bier für jeden Tag, denn im Preis-/Leistungsverhältnis steht das Bier sicher ziemlich an der Spitze.

Zutaten:

Quellwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz), Hopfen (Golding), Orangenschalen, Koriandersamen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze

12,7° Plato

Brauerei:

Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH
Heinrich-Schütz-Str. 16
07586 Bad Köstritz/Thüringen
www.koestritzer.de

St. Feuillien – Triple

Der Name dieser Brauerei stammt von dem irischen Mönch Feuillien, der im 7. Jahrhundert auf das Festland kam und im Jahre 655 auf seiner Reise durch die Region um die heutige Stadt Le Roeulx gefoltert und geköpft wurde. An der Stelle, wo er sein Ende fand, errichteten seine Gefolgsleute eine Kapelle, die 1125 zum Kloster der Prämonstratenser ausgebaut wurde, das später als Kloster St. Feuillien du Roeulx bekannt wurde. Jahrhundertelang hatten Mönche in St. Feuillien Bier gebraut. Eine Tradition, die allen Zeiten zum Trotz bewahrt werden konnte. Auch wenn inzwischen die vierte Generation an Braumeistern der Familie Friart die Geschicke leitet, so tut sie dies doch mit derselben Leidenschaft und auf der Basis des Know-Hows von einst… um jene geschmackvollen Klosterbiere zu kredenzen, für die Belgien berühmt ist Nun will ich mich einmal mit dem Triple beschäftigen.

Bereits beim Öffnen der Flasche schäumt das Bier etwas über. Ein Beweis, dass die Hefe in der Flasche noch aktiv ist und das Bier während der Lagerung weiterhin reift. Hell-bernsteinfarben und hefetrüb läuft dann das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig und komplex. Neben dem typischen Duft der belgischen Hefe steigen mir die Düfte nach Zitrusfrüchten, Melone, grünen Äpfeln und schwarzem Pfeffer in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist vergleichsweise trocken und die Kohlensäure ist im Übermaß vorhanden. Auf der Zunge entwickeln sich in erster Linie süße und bittere Geschmacksnoten, die Fruchtigkeit ist geringer als ich es nach dem Aroma erwartet habe. Trotzdem spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Triple ist vollmundig und lädt zu einem intensiven Genuss des Geschmacks ein. Auch dass der Alkohol durchschmeckt ist hier kein Nachteil, denn er unterstützt die anderen Geschmackseindrücke. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit sehr langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Caramalz), Invertzucker, Hopfen (Styrian Golding, Saazer, Aramis), Hefe, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure (E300), Gewürze

Alkoholgehalt‍:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten‍:

28 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brasserie St.-Feuillien
Rue d’Houdeng 20
7070 Le Rœulx
Belgien
www.st-feuillien.com/

Buschbecks – Helles

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Algermissen im Landkreis Hildesheim vor mir. Andreas Buschbeck braut als Gypsy-Brauer nur drei Biere, die sollen dafür aber auch besonders gut sein und werden mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut. Jetzt nehme ich mir das Helle vor.

Weizengelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont und leicht teigig, wobei auch die würzigen Noten der Hopfensorten zu ihrem Recht kommen. So erwarte ich es bei einem guten Hellen.

Der Antrunk ist frisch und spritzig, wobei Buschbecks Helles etwas trockener ist als die typischen Hellen aus Bayern. Auf der Zunge kommen ein leichtes Bitter sowie ein Hauch Säure hinzu. Beide Geschmacksrichtungen sind gut auf die Süße abgestimmt, so dass ein vollmundiges und süffiges Bier entsteht. Der Abgang wird durch ein mildes und freundliches Bitter dominiert, das aber trotzdem lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Select), Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,4° Plato

Brauerei:

Rother Bräu Bayerische Exportbierbrauerei GmbH
Birkenweg 2
97647 Roth/Rhön
www.rotherbraeu.de

für

Buschbecks Brau- und Limonadenmanufaktur
Weiße Rose 4
31191 Algermissen
www.buschbecks-bier.de

Argus 16 Strong

In den letzten Monaten hatte Lidl mehrfach ausländische Biere im Angebot, die als Craft Beer angepriesen wurden. Dazu gehört auch das Argus 16° Strong, das jetzt vor mir steht. Bei den Bieren, die Lidl als Craft Beer anbietet, habe ich immer so meine Zweifel. Passen eine handwerkliche Herstellung und die von Lidl benötigten Mengen in irgendeiner Weise zusammen? Ein Blick auf die Zutatenliste verstärkt meine Zweifel noch. Da ist von Hopfenerzeugnissen die Rede. Was damit gemeint ist, wird nicht erläutert. Aber eigentlich bleiben hier nur zwei Dinge zur Auswahl: es kann sich entweder um Hopfenextrakt oder um Hopfenöl handeln, wobei ich auf letzteres tippen würde. Die Verwendung von Hopfenextrakt ist auch in Deutschland erlaubt und üblich. Hopfenextrakt würde daher vermutlich als solcher ausgewiesen. Die Verwendung von Hopfenölen ist nach dem Reinheitsgebot nicht erlaubt und auch nicht als Ausnahme genehmigungsfähig. In diesem Fall wäre die Verwendung rechtlich aber vollkommen in Ordnung, da das Bier in Tschechien gebraut wurde. Unabhängig davon, was nun mit den „Hopfenerzeugnissen“ gemeint ist – meiner Meinung nach hat weder Hopfenextrakt noch Hopfenöl etwas in Craft Beer zu suchen. Schließlich handelt es sich in beiden Fällen um standardisierte Industrieprodukte, die nicht in ein handwerkliches Produkt gehören. Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.

In tiefdunklem Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas, darüber sehr viel fester hellbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz mit seinen Röststoffen dominiert. Neben Schokoladenaromen und grasigen Noten steigt mir diskret auch ein saurer Duft in die Nase, der aber nicht stört, sondern ich meine, dass er das Bild der Aromen abrundet.

Der Antrunk ist weich und recht süß. Karamell und etwas Schokolade dominieren den Geschmack. Meiner Meinung nach ist die Kohlensäure recht knapp dosiert. Das Bier könnte durchaus etwas mehr Frische vertragen. Aus dem Hintergrund kommt auch etwas Rauch durch, das aber durch das solide Bitter weitgehend überdeckt wird. Im Abgang wandelt sich der Schokoladengeschmack zu Mokka, begleitet mit einem angenehmen Bitter, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Trinkwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenerzeugnisse

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

HOLS a.s.
Zlatnická 1128/6
11121 Prag
Tschechien

La Chouffe – Blonde

Im Jahr 1982 begannen die beiden Freunde Chris Bauweraerts und Pierre Gobron im kleinen Dorf Achouffe in den belgischen Ardennen mit dem Brauen. Heute, fast vier Jahrzehnte später, sind ihre Biere nicht nur in Belgien und dem restlichen Europa, sondern auch im Nahen Osten sowie in Kanada beliebt. Das La Chouffe Blonde, das jetzt vor mir steht, war das erste Bier, das unter dieser Marke vertrieben wurde und ist noch heute das meistverkaufte Bier dieser Brauerei.

Golden, leicht hefetrüb und mit einer wunderbar großen sahnigen Schaumkrone strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Besonders dass der Schaum sich wirklich lange hält gefällt mir.

Im Aroma steht die Fruchtigkeit im Vordergrund. Düfte nach Grapefruit und Pfirsich steigen mir in die Nase, unterlegt durch den Malzkörper sowie eine Prise Koriander.

Der Antrunk ist frisch und weist eine leichte Süße auf. Die Kohlensäure ist überraschend knapp dosiert. Auf der Zunge kommt ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist trocken, fruchtig und bitter stehen im Mittelpunkt, zwar nur leicht, aber dafür mit sehr langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Invertzuckersirup, Hefe, Hopfen, Koriander

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d’Achouffe
Achouffe 32
6666 Achouffe
Belgien
www.acouffe.be